Seit mindestens zwei Jahren steckt der deutsche Weinbau in der Krise. Hinter diesem Satz steckt mehr als nur ein allgemeines Gejammere über schlechte Preise. Ich habe vor ein paar Tagen mit einem Winzer gesprochen, der mir erzählte, dass derzeit die Vollernter durch bestimmte Weinsorten fährt und die Trauben auf die Erde fallen lässt. Einen Absatz für diesen Trauben gibt es nicht, der Preis liegt bei Null €. Aber keiner will die Ware abnehmen. Um den Rebstock zu entlasten, wird halt „auf die Erde geerntet“. So ergeht es derzeit übrigens auch den Kartoffelbauern, die keinen Vertrag haben. Sie fahren derzeit die Kartoffeln vom Feld in die Biogasanlage oder zu Rindvieh-Haltern, denn auch hier liegt der Preis bei Null €.
Besonders betroffen sind die Winzer, die nicht (oder nur wenig) über eigene Absatzwege verfügen und Fasswein produzieren. Wer überwiegend oder vollständig Flaschen an den Endkunden vermarktet, ist noch in einer besseren Situation. Allerdings bedeutet dies oft lange Fahrten quer durch Deutschland, um den Wein an den Mann oder die Frau zu bringen. Ohne Zwischenhandel bleibt da etwas mehr Marge.
Gleichzeitig, und das ist das makabre an der Situation, werden täglich Silozüge mit ausländischen Weinen an deutsche Abfüller geliefert. Laut meines Informanten kostet dem Abfüller ein Liter 0,35 €, nach der Abfüllung wird er für 1,99 € für die 0,75 Liter-Flasche im Supermarkt angeboten.
Ein grundsätzliches Problem des Weinabsatzes: junge Leute trinken selten oder nie Wein, und für unsere muslimischen Mitbürger ist Alkohol generell verboten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholverbot_im_Islam
So kommt es, dass der Weinkonsum kontinuierlich abnimmt. Hinzu kommt, dass der Marktanteil deutscher Weine am Konsum mit 42% auf ein historisches Tief gefallen ist.
https://www.gws-os.com/de/die-gws/news/detail/zahl-des-monats-11/2024
Hier sind wir als Verbraucher gefragt. Warum nicht beim nächsten Einkauf einfach mal eine Flasche deutschen Weines kaufen. In Umfragen behaupten wir doch immer, dass wir regional einkaufen. Oder sollte das etwa nicht stimmen?
Was das für die Betriebe bedeutet? Viele Betriebe haben ihre finanziellen Reserven aufgebraucht und werden ihren Betrieb aufgeben müssen. Was so kühl mit „Strukturwandel“ beschrieben wird, bedeutet für die Familien auch eine emotionale Katastrophe. Der mir bekannte Winzer sagte mir am Telefon: „Mich wundert es, dass sich noch keiner den Strick genommen hat“.
Deutschlands Winzer sterben leise…
Nachtrag:
Soeben eingetroffen eine Stellungnahme des BMLEH
09-77-RA-Klares Signal an die Weinbranche-Bundesminister Rainer sichert Unterstützung des Bundes zu



> So reines Hobby bei dem man noch Geld bringen muss. Wer mach das auf Dauer mit?
Beim Weinbau gab es keinen langsamen Niedergang.
Es war kein Geschäfts Rückgang über Jahrzehnte.
Der Weinbau wurde über Nacht abgeschaltet.
Das kann man nicht mit Absatzschwankungen erklären.
Das ist ein völlig neues Phänomen,
das vielleicht auf monopolartiger Macht beruht.
Vielleicht ist es auch für die Mächtigen ein neues Experiment.
Eventuell ist der Weinbau jetzt mal ein Versuchskaninchen.
Es braucht schon eine Weile sich darüber klar zu werden.
Gestern war man gefühlt selbstständig und das eventuell seit Jahrzehnten
und das Einkommen war voll zufriedenstellend bis zum letzten Tag.
Man hatte eventuell alles richtig gemacht.
Dann plötzlich registriert man, dass man nie selbstständig war,
lediglich schein-selbstständig,
weil es ja nur noch ganz wenige LEH Einkaufszentralen gibt,
und wenn die sich mal einig sind quasi nur noch eine.
Und die hat einen gerade gefeuert.
Dem Selbstständigen sagt leider niemand, wenn er gefeuert ist.
Er muss es selbst merken, was schon mal Monate dauern kann.
Wenn er es endlich realisiert, beginnt eine Depri Phase.
Kann mehr oder weniger lang dauern.
Dann wird das Geld knapp
und die Insolvenz droht,
denn für den Selbstständigen gibt es keine Abfindung,
kein Arbeitslosengeld und natürlich auch keinen Kündigungsschutz.
Und die Bank wird die bedrohte Sparte nicht mehr beleihen,
selbst wenn noch solides Grundvermögen existiert.
Man könnte insolvent werden,
ohne Schulden zu haben,
wenn Barmittel nicht rechtzeitig flüssig werden.
Die landwirtschaftlichen Sozialkassen kennen da kein Pardon.
Wenn es blöd läuft könnte man sogar vorbestraft werden,
ohne jemandem etwas getan zu haben.
Da kennt das deutsche Recht kein Pardon,
übrigens nur das deutsche.
Im günstigsten Fall findet man einen neuen Job
und alles ist anders.
Wir wohnen noch immer in einem privilegierten Land,
und man muss ja nicht Landwirt sein.
Nur wird man die alte Gewohnheit Landwirt zu sein
nicht so leicht los.
Verpachten ist nebenbei unmöglich, wenn der Markt zusammengebrochen ist.
Vielleicht könnten da auch Photovoltaik Flächen entstehen,
aber die Genehmigungshürden sind groß,
die Flächen einzeln viel zu klein.
Im Weinbau gehen bei einer Stilllegung nach ein paar Jahren die
sogenannten Anbaurechte verloren,
so dass die Flächen nie wieder Weinberg werden können.
Es sind Flächen, die sich nicht für Ackerbau eignen.
Sie wären dann eventuell völlig entwertet.
Wenn man die Weinberge auch nur auf niedrigster Stufe erhalten will,
gibt es heftige Abgaben an den Staat.
Höhere Grundsteuer, mehr Berufsgenossenschaft und spezielle Weinbau Abgaben.
Die Abgabenhöhe ist nicht verhandelbar.
Sie wurde bestimmt zu einer Zeit,
als Weinbau noch ein Geschäft war.
Die Weinberge nicht für immer zu verlieren,
erfordert also die Kosten mindestens einzuspielen.
Also macht man eventuell einen Doppeljob
und arbeitet alle Wochenenden, Feiertage und den ganzen Urlaub durch,
um die Kosten wenigstens mit Deckungsbeiträgen zu stemmen.
Gleichzeitig entdeckt der LEH, dass man die miese Stimmung
nutzen kann, um die Preise unterhalb der Vorkosten zu positionieren,
so dass auch diese Rechnung nicht mehr aufgeht.
Wie lange man das macht?
Keine Ahnung.
Wie lange dauert es, bis man die Erfahrung eines ganzen Lebens,
eigentlich die Erfahrung von Generationen in den Wind schießt,
und hinter sich zu Asche zerfallen lässt?
Schön klar auf den Punkt gebracht !
„Höhere Grundsteuer, mehr Berufsgenossenschaft und spezielle Weinbau Abgaben.
Die Abgabenhöhe ist nicht verhandelbar.“
Bei uns im Badischen war die Realteilung obligatorisch, deshalb gab es viele Betriebe mit wenig Fläche, die mit der Zeit verpachtet wurden, aber bei der Grundsteuer (Grund und Boden und Wohnhaus) noch als Landwirtschaft erfasst waren.
Durch die Reform wurde bekanntermaßen die Wohnhäuser in Grundsteuer B erfasst, was dazu führte, dass der Messbetrag für Landwirtschaft massiv niederer wurde.
Besonders „schlaue“ Rechnungsamtsleiter und Bürgermeister waren der Meinung, denselben Grundsteuerbetrag einnehmen zu müssen, wie vorher, und die Jünger am Ratstisch beschossen Hebesätze bis zu 2.000 % obwohl die Wohnhäuser in Grundsteuer B erfasst wurden.
So viel Inkompetenz, konnte ich mir bisher nicht vorstellen. Durch massive Interventionen des Bauernverbandes waren die bereit, mal darüber nachzudenken, ob ihre Rechnung der Realität entspricht.
Der Hebesatz wurde gesenkt, aber noch immer mehr als das doppelte, wie bei der Grundsteuer B.
„Klares Signal an die Weinbranche: Bundesminister Rainer sichert Unterstützung
des Bundes zu – Bundesminister Rainer eine schnelle Unterstützung zu: Der Bund finanziert mit bis zu einer Million Euro eine Informationsoffensive, die den deutschen Wein als Botschafter für Qualität, Vielfalt und Innovation in Deutschland und weltweit stärken soll. “
=> Real Satire at is best
von einem Food Influencer ins Amt gehoben.
Rotationsbrache für Winzer nichts passiert, nicht erwähnt.
Könnte der „Andy“ der Landwirtschaftsminister werden.
Bayern first …
Nur zur Information: bei Honig ist es genau gleich. Nur dass das kein Honig ist, sondern Fakeware, welche darauf getrimmt ist, die Kontrollen zu bestehen. Wird so auf Alibaba angeboten.
Die Situation für die Weinbauern ist schwierig, aber sie könnte noch schwieriger werden.
Denn der der Abschluss des Mercosur Abkommens rückt näher.
Und v.a. Argentinien hat viel Wein und ist sehr exportorientiert. Und auch Brasilien und Uruquay sind wichtige Weinländer.
Wichtig für den Agrarsektor ist, dass im Abkommen Regeln aufgestellt wurden mit dem Ziel zu verhindern
• dass Wettbewerbsnachteile für die heimische Agrarproduktion entstehen
• oder Umweltschäden ausgelöst werden.(Klassiker: Regenwalsrodung)
Ersteres könnte das Bauernsterben bei uns weiter „befeuern“, das Zweite unsere Klimaschutzbemühungen negieren (Klassiker: Regenwaldrodung).
Zu den Regeln gehört u.a. die Begrenzung des Rindfleischimports auf 99 Tsd. to./Jahr. Wenn man über den Fleischanteil je Rind und das Alter umrechnet entspricht das etwa 750 Tsd. Mastrindern/Jahr.
Bezogen auf die über 70 Mio. Rindern (davon über 50 Mio. Mastrindern) der EU, ist das nicht sehr viel.
Andererseits ist im Abkommen ein zollfreies Export-Kontingent von 30.000 to. Käse für die EU enthalten.
Für 30.000 to. Emmentaler braucht man rd. 375.000 ltr. Milch und dafür ca. 400.000 Kühe.
Die EU hat ca, 20 Mio. Kühe, Deutschland rd. 3,7 Mio.
Daran wurde also gedacht und auch lange nachverhandelt.
Aber wie ist es mit dem Wein ?.
Wurde der möglicherweise vergessen ?
Der Zusammenbruch des deutschen Weinbaus geschah zeitgleich
mit der Gültigkeit des neuen Wein Bezeichnungsrechts.
Aktuell kann der LEH die Nachfrage aus dem letzten Qualitätswein
Angebot der derzeit pleite gehenden Betriebe auffüllen,
so günstig wie noch nie.
Genau jetzt werden gewiss die irrsten Geschäfte mit Wein gemacht.
Früher hätte der LEH daran denken müssen,
wo morgen die Ware herkommt,
was einen eiskalten Strukturbruch lange verhindert hat.
Das neue Bezeichnungsrecht könnte allerdings
völlig neue Möglichkeiten bieten.
Vielleicht kam man so auf die Idee zu dieser „Flurbereinigung“.
> Für Weinbaubetriebe gilt das, was ich hier geschreiben habe, grundsätzlich genauso.
> Ich maße mir aber nicht an, ha-Größen oder eine Mindesteigentumsfläche zu benennen.
Für Weinbaubetriebe gilt keine Mindesteigentumsfläche mehr.
Da die Branche prinzipiell nur noch Verluste macht,
gehen die „Zukunfts Betriebe“ zuerst ein.
Eher könnte es eine Maximal Fläche geben,
die sich noch im Nebenerwerb quersubventionieren lässt.
Leider lässt sich in vielen Nebensrwerbsbezrieben nichts quersubventionieren, da es oft der einzige Betriebszeit bzw. Kultjr ist. So reines Hobby bei dem man noch Geld bringen muss. Wer mach das auf Dauer mit. Freizeit kann. Man auch angenehmer verbringen und der Börlkratie so aus dem Weg geben.
Offenbar sinkt die Nachfrage für Wein aus Deutschland. Dass das für die Winzer nicht schön ist, verstehe ich. Aber so ist es eben. Punkt.
@Peer Mahler, darf ich fragen, womit Sie ihr Geld verdienen? Kann das auch weg?
Ich verstehe den Peer so, dass der Lauf der Dinge eben nicht aufzuhalten ist….die deutschen Museen zeugen doch von unzähligen alten Anbauarten, wie Tabak, Flachsleinen, Langstroh, usw. Die Schweinehaltung wird auch verschwinden über kurz oder lang. Wir sollten den Tatsachen mit weniger emotionaler Aufladung entgegen sehen, ändern werden wir es nicht.,
Naja, Herr Seevers, es verhält sich mit Wein ein kleines Bisschen anders.
Deutsche Weine können, würde es keinen ausländischen Wein in Deutschland zu kaufen geben, den Bedarf nur zu etwa 60% decken.
Der Marktanteil ausländischer Weine in Deutschland beträgt etwas mehr als 50%, der Deutsche Wein liegt dementsprechend unter 50% Marktanteil im eigenen Land.
Deutscher Flachsleinen und auch Schafwolle ist wegen der indischen Baumwolle verschwunden, nicht weil es um einen Marktanteil ging. Deutscher Wein steht in Konkurrenz zu anderen Weinen der Welt. Wenn der Kunde sich nun gegen den deutschen Wein entscheidet, aus welchen Gründen auch immer, dann hat das nichts mit Marktanteil zu tun. Wenn mir der italienische Wein besser schmeckt und billiger ist, dann wird er eben gekauft.
„… Wenn mir der italienische Wein besser schmeckt und billiger ist, dann wird er eben gekauft. …“ Soso 😄
Ihnen, Herr Seevers, hätte ich dann doch mehr patriotischen Genuss zugetraut 😏
Spaß beiseite, Herr Seevers, der Deutsche Wein hat qualitativ ’ne Menge zu bieten, probieren Sie sich durch.
Es geht ja nicht um mich….ich habe ziemlich alles durchprobiert, vom Frankenwein im Bocksbeutel bis zum Bacharacher Stahleck. Mein Weinhändler aus Wittlich ruft mich jede Woche mind. 2 mal an…..so viel Wein KANN ich nicht trinken und will ich auch nicht trinken.😎
Tatsächlich? So begehrt sind Sie, hätte ich gar nicht gedacht 😁
Grüße an Ihren Weinhändler, er soll an Ihnen dran bleiben …
Ist es verbandspolitisch korrekt in Geisenheim Wein zu kaufen? 😎Die haben tatsächlich (obwohl staatlich) gute Tropfen.
Natürlich können Sie dort, als auch vom DLR NW Johanniter Staatsweingut (und andere) Weine kaufen, Herr Krämer. Schließlich wird dort für die Winzerbetriebe Forschung in allen Bereichen des Weinbaus betrieben, von den Ergebnissen profitieren alle.
@BW
Die KI nimmt sich der Sache an. Ich habe, obwohl ich noch nie Wein getrunken habe, heute schon zwei Angebote zum Weinkauf per e-mail erhalten. Na dann, Prost!
Beispiel kaiserstuhl Endingen weinfläche als ausgleichsflächen für Baumaßnahmen ,.der Nebenerwerb kaum mehr vorhanden .Händische Ernte verschwunden . Fusionen der WGs usw,
„Ein ganz wesentlicher Unterschied: Beim Weinbauern gibt es praktisch keine alternative Verwertung für den Grund und Boden, der im Prinzip eine Grundlage für die Alterssicherung darstellen soll….“ – O-Ton Krämer
Aus der Zeit gefallen diese Aussage u. so schlichtweg falsch!
Bitte mal erklären! In welchem Ausmaß finanzieren Pachten ein landwirtschaftliches Rentensystem für ehemalige Landwirte? Bürokratieabbau hieße meiner Meinung nach vor allem, zig Renten- und Krankenkassen zusammen zu legen.
Ganz einfach, Stadtmensch: Wird ein landw.Betrieb von der nächsten Generation weitergeführt, zu Lebzeiten der Hof und das Hofesvermoegen übertragen, zahlt der Übernehmer das sogenannte Altenteil, bar und unbar. Läuft der Betrieb aus, wird an Dritte verpachtet. Das können nicht nur Nutzflächen sondern auch Wirtschaftsgebäude sein. Ausmaß und Umfang der Pachten hängen vom ökonomischen Umfeld in einer Region ab. Im Nordwesten kommen individuell da schon ganz ordentliche Werte zusammen. Da ist das landw. Altersgeld vergleichsweise dann sehr gering.
Stadtmensch, um keine falschen Begehrlichkeiten zu wecken, der Hofübernehmer bekommt bei der Hofübergabe nicht nur das „Hofesvermögen“ übertragen, sondern hat ab diesem Zeitpunkt auch in die Tilgung möglicher Verbindlichkeiten einzutreten und dieselben zu schultern…
Das vergisst ein Amtmann bisweilen geflissentlich; hierbei kann es sich um gigantische Lasten im Verhältnis handeln….
In unseren Realteilungsgebieten liegt der Pachtanteil der bewirtschafteten Flächen nicht selten um die 70 Prozent, wenn nicht gar höher.
Und nicht dass, so übernimmt der Hofübernehmer auch Gesundheitlichen Lasten (im Normalfall beide Elternteile) nur ein Beispiel: „Altersheim“.
Da kann man nur hoffen, dass beide friedlich einschlafen.
Das kann man mit Gestaltung des Übergabevertrages verhindern.
Aber sonst können die Erbgeber einen friedlichen Lebensabend auf ihrem eigenen Hof genießen.
In das landwirtschaftliche Rentensystem werden jedes Jahr über 3 Mrd. Zuschuss gezahlt, weil die übrig gebliebenen Betriebe die „Versorgungslast“ der lw. Rentner der „gestorbenen Höfe“ (Höfesterben) mit ihren Beiträgen schon lange nicht mehr stemmen können. Es ist tatsächlich allerhöchste Zeit, dass alle (Beamte, Angestellte, Selbständige) in EIN Rentensystem einzahlen. Aber, wie überall im Musterland der Ausdifferenzierung, schaffen viele verschiedene Kranken-, Renten- und Sonstwie- Kassen viele Arbeitsplätzchen und gut bezahlte Chefposten. Da würde nur eine Radikalkur helfen (Kettensäge 😎😎😎).
…. bri eim Gesamtetat Agrar von 6,9 Mrd Euro.
“ Es ist tatsächlich allerhöchste Zeit, dass alle (Beamte, Angestellte, Selbständige) in EIN Rentensystem einzahlen. “
Nein, das ist Unsinn. Wer einzahlt, will auch Leistungen. Damit lassen sich die strukturellen Probleme nicht lösen.
Ludwig Erhard war schon zu seiner Zeit gegen dieses Rentensystem. Er konnte sich leider nicht durchsetzen. Das Umlageverfahren- heute subventioniert durch Steuergelder- hätte schon lange durch eine kapitalgedeckte Komponente ergänzt werden müssen.
„hätte schon lange durch eine kapitalgedeckte Komponente ergänzt werden müssen“
Genau, die Erfinder von Finanzprodukten wollen ja auch noch bezahlt werden für das Chaos, was die immer wieder anrichten.
Herrlich, woanders herrscht die Willkür von Diktatoren, hier herrscht die Willkür des Kapitals. Sie definieren, dass es sinnvoll ist, wenn jedes Grüppchen sein eigenes Renten- und Gesundheitssystem hat. Alles andere riecht nach Solidarsystem und das hat so gar nichts mit Leistung zu tun. Passt das so?
Jo mei – machen Sie einen besseren Vorschlag!
Die hiesige Variante „Kinder zahlen für ihre Eltern“ funktioniert aus vielerlei Gründen nicht wirklich. Angefangen von Adenauers falscher Prognose „Kinder kriegen die Leute immer“.
Es ist richtig, daß die „Finanzverwalter“ sich ihre fürsorgliche Arbeit außerordentlich gut bezahlen lassen. Aber im Verhältnis zum segensreichen Wirken der Politiker ist das die reinste Wohltätigkeitsveranstaltung.
Das antikapitalistische Getroete vergisst leider immer die real gangbare Alternative vorzuschlagen.
Ihre Bedenken bzgl. des Chaos der Finanzprodukte können Sie gern den Norwegern bzgl. deren Staatsfonds mitteilen, die sind da sicher dankbar.
Herr Bröcker, listen Sie da nicht ein recht billiges, wenig durchdachtes Argument?
Die meisten Bauern haben Kinder, die auch in unser Rentenversicherungssystem einzahlen. Besserverdiener zahlen dabei mehr! – Warum also sollte der noch ackernde einzelne Bauer eben dieses System alleine schultern!?
Ferner erlaube ich mir noch einmal den maßgeblichen Hinweise, dass hierzulande zwischenzeitlich jenseits 70 Prozent mancherortens nicht mehr vom Flächeneigentümer selbst bewirtschaftet werden. Letztere erhalten zumeist auch Altersbezüge aus der landwirtschaftlichen Sozialversicherung!
Wer sich diesem Rentensystem verweigern muss, weil die Rente zum Leben nicht reicht, zum Sterben (noch) zuviel ist, wird, sofern er in Vollzeit weiterackert, so richtig gemolken…, aber wirklich so richtig!!!
Viele Bauern, die heute vor dem Regelrentenalter stehen, haben dereinst Wehrdienst geleistet und bekommen dafür u.a. keine Rentenbezüge zugestanden; also bleibt es bei netto knapp 600,00 € mtl.. Perfide ein solches System, oder nicht!?
…Finde den Fehler!
….Beispiele unterschiedlichster Art gibt es zu Hauf. Es gibt viele Bauern, die haben weder Kinder, noch waren sie Wehrpflichtige….wie soll man die behandeln?
Am Ende ist es wie bei allen, die sich keine Rücklagen schaffen konnten, aus den unterschiedlichsten Gründen. Wer Eigentum hat ist ja noch im Vorteil. Was ist mit denjenigen, die kein Eigentum versilbern könnten.
Wir hatten hier im Osten 1993 die Wahlfreiheit zwischen landwirtschaftlichem und staatlichem Rentensystem (Deutsche Rentenversicherung heute).
Ein gleichaltriger Freund von mir hat sich für das staatliche System entschieden, musste also auch höhere Beiträge zahlen. Er hat jetzt um 1.300 € Rente, ich mit Landwirtschaftlicher Rente und DDR Anteil 800,- €.
Beides sind keine „Lebensqualität entscheidenden“ Summen.
Der Unterschied liegt im Eigentum und in der Branche nebst Standort. Der eine Betrieb mit 50 % Eigentum und einigen hundert ha reiner Ackerbau auf Schokoladenböden hat Zukunft und Nachfolger … und ermöglichte dementsprechend auch zusätzlich eine ordentliche Altenteiler-Regelung.
Der andere Betrieb (meiner) mit Obstbau auf 25 ha hat ebenfalls 50 % Eigentum … allerdings im unteilbaren Genossenschaftsvermögen (ist eine Besonderheit der Entstehungsgeschichte) … hat auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage im Obstbau keinen Nachfolger … und damit auch keine Altenteilerregelung. Sicher komme auch ich mit Verlängerung der Lebensarbeitszeit und Reserven über die Runden … aber ein Betrieb, der „aus der Zeit gefallen“ ist, ist eben auch unverkäuflich … und da kann selbst ein Gebäudebestand zur „Altlast“ werden.
Ich will damit nur aufzeigen, dass die Bedingungen sehr unterschiedlich sind und zu sehr unterschiedlichen Lebenssituationen führen.
Mein Freund beurteilt sicherlich das deutsche Rentensystem ganz anders, als Jemand in einer Situation wie der Meinen.
Eigentlich sollte für Alle eine Mindestrente möglich sein und so ein FREIWILLIGE Verlängerung der Lebensarbeitszeit ermöglichen.
In Belgien, Östiland und Holland ist das so, auch weil Alle in ähnlichen Sätzen einzahlen müssen.
Ich glaube das Rentensystem ist grundsätzlich sehr divers und auch grundsätzlich ungerecht. Alleinerziehende oder Mütter, die immer gearbeitet haben, aber immer im Niedriglohnsektor gegenüber einem Bandarbeiter bei VW oder Mercedes mit Tariflohn und Betriebsrente ist auch ziemlich ungerecht. Wir haben uns vom Staat an der Nase herumführen lassen, bzw. waren einfach zu naiv zu glauben „die Rente sei sicher“. Sicher evtl. aber eben nicht auskömmlich.
Es war immer möglich, die Rente zu berechnen, as man in etwa ausbezahlt bekommt. Aber wer machte das, in den Zeiten wo keine Rentenberechnung zugeschickt wurde?
Auch bei einem niederen Lohn, wäre etwas an Geld über gewesen, für den Lebensabend.
Wir haben einfach auf Dinge verzichtet, die wir eh nicht brauchten.
Mit nur 50 Euro monatlich kann man durch den Zinseszinseffekt nach 30 Jahren etwa 73.000 Euro ansparen. Noch besser wäre es die Euros an der Börse anzulegen
50€ monatlich mit 3,5% Zinsen ergibt bei mir nach 30 Jahren aber nur 31707,-€ 🤔
@ Seevers
Stimmt, habe meinen Rechenknecht mit falschen Zahlen gefüttert.
Mit 31.000 Euronen, kann man zumindest eine Waschmaschine kaufen, ohne einen Kredit. 😊
Die Bauernrente liegt oft nur bei wenigen 100 Euro. Die Einnahmen aus Verpachtung tragen einen wichtigen Beitrag zum finanziellen Auskommen bei.
@uWw
Wenn ich einen Betrieb mit Steillagen an der Mosel habe, wie kann ich diese Flächen alternativ bewirtschaften? Was, wenn ich die nicht verpachten kann, weil Sie keiner haben will? Was ist dann mit der Alterssicherung? Die Aussage von A.K. ist richtig.
Was die landwirtschaftliche Rente angeht, so hat sich an den Bedingungen seit Jahrzehnten nichts Grundlegendes geändert. Ich sehe auch nicht, dass das auf irgendeiner Agenda einer Partei steht und bei den vergangenen Wahlen diskutiert wurde.
Landwirtschaftliches Einkommen (auch das der Winzer) ist Entlohnung für Fläche, Arbeit und Kapital. Die Frage ist zunächst immer: Wie hoch ist das gesamte Einkommenspotential aufgrund der betrieblichen Strukturen?
Wieviel vom Betriebseinkommen ist dann auch noch vorab an Verpächter, Banken und Fremd-AK zu zahlen. Was kann übrig bleiben, was bleibt übrig?
Bei herkömmlichen Ackerkulturen sind 400 bis 500 €/ha Bodenrente möglich. Wer mehr für seine Pachtflächen zahlt, muss dies quersubventionieren aus dem Betrieb oder von außerhalb. Unerlässlich ist in jedem Fall eine gute produktive Auslastung der nicht-entlohnten Familien-Arbeitskräfte, weil das Arbeitseinkommen den Hauptbestandteil im Einkommensmix ausmacht. Bei „versteckter Arbeitslosigkeit“ geht deshalb betriebswirtschaftlich schon mal gar nichts, außer man nennt 150 ha Eigentum und mehr auf „Schokoladenboden“ sein Eigen.
Die betrieblichen Bedingungen sind regional und strukturell sehr unterschiedlich. Bei aktuell vielfach schrumpfender Nachfrage „überleben“ die Betriebe mit den „richtigen“ Betriebszweigen und „ausgewogener/günstiger/richtiger“ Verteilung (eigen-fremd) der Produktionsfaktoren.
Für Weinbaubetriebe gilt das, was ich hier geschreiben habe, grundsätzlich genauso. Ich maße mir aber nicht an, ha-Größen oder eine Mindesteigentumsfläche zu benennen. Dafür bin ich zu weit weg vom Geschehen im Süden.
Die richtigen Betriebszweige wechseln aber auch oft genug . Sieht man an den Getreidepreisen und Rindfleischpreisen in den letzten 5 Jahren. Und Milch in den letzten 10 Jahren. Manchmal muss man da auch durch , mit dem falschen Betriebszweig.
Den Winzern passiert das, was für Betriebe mit anderen Produktionsrichtungen oft schon (auch länger) abgelaufen ist. Ein ganz wesentlicher Unterschied: Beim Weinbauern gibt es praktisch keine alternative Verwertung für den Grund und Boden, der im Prinzip eine Grundlage für die Alterssicherung darstellen soll. Wieviel anders sieht das in Regionen mit Ackerbau und den „richtigen“, weil noch rentablen Betriebszweigen aus.
Der Staat kann die Prozesse in einer marktwirtschaftlichen Ordnung nicht grundsätzlich aufhalten. Mit Zöllen in Trumpscher Manier wäre zwar manches möglich für den Weinbau mit gleichzeitig aber massiven negativen Folgen für andere, viel größere und wichtigere Wirtschaftssektoren.
Die Aussage zu fehlenden Alternativen gilt natürlich nur für die Steilllagen im Weinbau. In den Weinbauebenen ist dagegen fast alles möglich.
@A.K.
In den Weinbauebenen wie z.B. Rheinhessen kann man mit 30 ha Wein existieren.
Alternativen? Mit 30 ha Ackerbau schwierig bis unmöglich. Bliebe vielleicht noch Obstbau aber bis die Bäume in den Ertrag gewachsen sind… Und bevor ich ernte, habe ich erst einmal Kosten.
Das werden alles Ferienhaussiedlungen mit ein bißchen Weinbau-Nostalgie. In Heilbronn sind die Weinberge so nah an der Stadt, da geht sicher gehobene Wohnbebauung.
Oder es werden eine Art kommunale Weinanbaugebiete. So als Gemeinschaftsgefühl für die Stadtbewohner.
Ich hab ja schon einiges Geschrieben, das Hauptproblem sind die langjährigen festgeschriebenen Pachtverträge und die kosten für neue Anlagen. Zu 1. Die Pachtverträge gehen mindestens 25- 30 (bis max. 40)Jahre , deren Abschreibung 20 Jahre lang Dauert. Manche zahlen einen Pachtzins (+Grundsteuer, + Feldwegepflegekosten,+ x,+…)bis max 25€/ar! Aus den laufenden Pachtverträge kommt man gar nicht heraus.
Zu 2. Die kosten für eine neue Anlage kostet ca. 50.000€! (Von diversen teilweise perversen, unnötigen Forderungen mal abgesehen)
Wir Winzer Familien sind ja keine GmbH sondern haften mit unserem Privatvermögen!
Ein anderes Problem, was passiert mit den Freiflächen, stellen weiße beträgt deren Größe nicht mehr als 10 ar. Ackerbau? Blühwiesen? …? (und Steillagen mit 30% Hangneigung und mehr!?)
Ich weiß nicht wie lange Wir Weinbau in unserem Betrieb aufrecht erhalten können.
Wie hoch ist denn der Pachtanteil bei den Winzerbetrieben?
Wieviel ha Weinbau sind nötig für den Vollerwerb?
Herr Krämer,
beide Fragen können pauschal nicht beantwortet werden.
Beispiel: es gibt Betriebe, die wirtschaften mit 5 ha Eigentum, als reine Flaschenweinvermarkter und leben gut.
Es gibt Betriebe mit über 50% Pachtflächenanteil, die wirtschaften ins Minus.
Es kommt im Weinbau, wie übrigens in der gesamten LW, stark auf die Absatzwege, den Erlös daraus und die Produktionskosten an.
Desweiteren ist es für ‚den‘ Winzer, bzw ‚den‘ Weinbergseigentümer ein Novum, dass Eigentumswinger innerhalb von Monaten so rasant einen Wertverlust darstellt.
Zum Pachtniveau kommt folgendes dazu. Es gab im Weinverkauf ein sogenanntes Coronahoch. Menschen blieben daheim, fuhren nicht in Urlaub und haben hiesigen Wein konsumiert, bedeutet, die Wertschöpfung blieb im Land und nicht im Urlaubsland.
Daraus resultierten u.a. hohe Pachtpreise.
Wie gesagt es war, in einem jahrelangen sinkendem Absatztrend, ein willkommenes und ersehntes Hoch, von dem angenommen wurde (fälschlicherweise!) mit dem Deutschen Weinbau geht es endlich wieder bergauf.
Ergänzung: ich bleibe mal bei dem obligatorischen 5 ha Betrieb (Eigentum)
mögliche Absatzwege
* für eine Genossenschaft, als Traubenablieferer
* für andere Weingüter, als Traubenablieferer
* keltert daheim, als Fassweinvermarkter für Kellerreien
* keltert daheim, als Fassweinvermarkter für andere Weingüter. Eventuell füllfertige Qualität.
* hat Flaschendirektvermarktung
Dieser Beispielbetrieb könnte sich jetzt auf eines davon spezialisiert haben oder er macht einiges davon oder er macht alles, was ich aufgezählt habe.
Dazu kommt der vermarktbare Sortenspiegel dieses Beispielbetriebes. Sprich, welche Sorten hat dieser Betrieb und wieviel Prozent macht fie jeweilige Sorte aus.
Diesbezüglich folgenschwere Beispiel: Dornfelder geht zur Zeit überhaupt nicht am Markt.
Das war zu seiner Blütezeit komplett anders. Da konnten bis zu 5,- DM/Liter erzielt werden.
Wenn damals der Winzer 50% seiner Fläche mit Dornfelder bestockt hatte, dann hat der jetzt ein Riesenproblem.
weitere Ergänzung:
Es kommt auch drauf an, wo der Betrieb wirtschaftet.
Betriebe, die in einer stark frequentierten Touristengegend liegen, ihre 5 ha (Beispiel) zu 100% in der Flasche direkt über den Hof verkaufen, die merken so gut wie nix von den desaströsen Fassweinpreisen, weil die nicht auf diesen Absatzweg angewiesen sind.
Was soll Ich dazu noch schreiben?
Es wird echt Zeit für einen (Kaffee) Plausch, nächsten Monat feiert dein Jagdvorstand sein halbes Jahrhundert, vielleicht sieht man sich, wenn nicht hol Ich Dich ab.
Nicht nur die Winzer sterben leise , die ganze Volkswirtschaft wird hier von den Leuten in Berlin und Brüssel platt gemacht. Ahnunglose Leichtmatrosen eben.Diese leute merkem wohl nicht , daß sie den Ast absägen auf dem sie hochherschaftlich noch sitzen, denn der Sturm wird kommen und sie davon herunterfegen. Das merken sie aber in ihrer Dummheit noch nicht einmal. Mir kommt bauchmäßig der Verdacht auf , daß man den ausgesuchten Landwirtschaftsminister Flessner absichtlich fertig gemacht hat , um einen Ahnungslosen Minister ins Amt zu bekommen. Warum bekommt es die Politik nicht hin für die Erntesaison nicht den Mindestlohn in der Agrarwirtschaft auf ein Wettbewerbsniveau in Europa zu senken ? Kaum verständlich . Deshalb meine Antwort : Grüne Kreuze aufstellen als erste Mahnung und dann im Winter wieder mit den Schleppern auf die Straße. Doch dieses Mal werden viele mit auf die Straße gehen , weil Millionen die „Schnauze“ voll haben von dieser Politik. Nur der Druck von unten wird diese Bande in die Gänge bringen. Die Angstmache mit Corona , Kriegstreiberei ,Desinformation , usw. zieht nicht mehr , denn
die Bürger wachen langsam auf , weil im Internet mit NIUS, KOntrafung, TE-Wecker, usw. die Leute mal von der anderen Seite informiert werden und davor hat man Angst. Die Tage der Regierenden sind gezählt und deshalb schlagen sie wie wild um sich. Auch vor der gültigen Rechtslage schrecken sie nicht zurück , sondern gestalten ihre eigene Sicht der Dinge. Da wird teilweise von Staatsstreich gesprochen . So wird Deutschland an einen gefährlichen Kippunkt kommen. Hoffen wir auf das Beste.
Ludwig, was wäre denn das Beste?
Ich bin so frech:
Ludwig plädiert nicht für Krieg aber für friedliche Revolution.
Ist das denkbar? Ja!
Ist das möglich? Ja, (siehe DDR) Die Frage ist nur, wann ist die Zeit reif?
Wer organisiert die friedliche Revolution denn politisch?
der Bauerverband sicher nicht, das müssen wir schon selber in die Hand nehmen und uns mit anderen Branchen zusammenschließen und dann friedlich auf die Straße gehen bzw. weitere Aktionen starten um einen Systemwechsel
zu erzielen der Deutschland wieder auf die Beine bringt.
die Frage ist wird nach der friedlichen Revolution mehr Wein getrunken und welcher Herkunft. Deutscher Wein oder italienischer, spanischer, aus Südafrika, Chile oder Kalifornien….. und werden die Weinkenner im Ausalnd genügend deutschen Weisswein kaufen.
Zweifel bleiben ob bei Wein eine ähnliche Absatzsteigerung möglich ist wie bei Bananen in den letzten Jahrzehnten
Interessant vorstehend der Hinweis auf eine Verwertung von Kartoffeln in Biogasanlagen…
Es entspricht einer Faktizität, dass der Getreidepreis dem Vernehmen nach unter der zweiten russischen Rekordernte förmlich einbricht. Man kann das glauben, wie aber korreliert ein solch medial in Dauerschleife ertönendes Schalmeien-Orchester mit den Gegebenheiten, dass ein russischer Kartoffelmarkt absolut in den Mangel gerauscht ist. Nicht einmal Putins „best friend“ Lukaschenko kann Nothilfe leisten…
Der deutsche/europäische Weinbau ist einer der strengstens regulierten Kulturen! Allübergreifend haben dieselben Winzer überhaupt keine Beinfreiheiten. Von Alpha bis Omega ist wirklich jeder einzelne Produktionsschritt in eine administrative Gebotsliste gepackt und entsprechend penibel kontrolliert. – Wie soll man unter diesen Voraussetzungen in Zeiten wie diesen ökonomisch erfolgreich überhaupt noch wirtschaften können!? Weinberge lassen sich heute nicht mehr verpachten; allenfalls werden diese für umme anderweitig kostenlos bewirtschaftet.
Wer als Winzer auf eine solche Altersvorsorge gesetzt hat nach dem Eintritt ins Regelrentenalter, der steht vor dem Nichts.
Die Vermarktung über Genossenschaften schafft kaum Rendite, weit eher besteht das Risiko, dass solche notleidenden, gemeinschaftlich organisierten Zusammenschlüsse nur einen Schritt weit entfernt vor der Insolvenz stehen, deren Genossen sodann finanziell in die Mithaftung rauschen.
Steht das immaterielle Weltkulturerbe damit vor dem AUS!?….
Wer im Übrigen in Kenntnis dessen ist, wie die Weinberglagen ausgerichtet sind, kommt zu dem Ergebnis, dass die kostenlose Sonnenenergie hier optimal ausgenutzt werden kann: Trauben in Alkohol für den Tank umzuwandeln ist natürlich zu teuer, aber anderweitig dieses Energiepotential einzufangen und damit Wertschöpfung auf den Höfen zu generieren, stösst allenfalls „verkopft“ fortwährend an moralische Grenzen. Wer dato sehenden Auges in unseren Weinbauregionen unterwegs ist, erkennt bereits die großen Lücken, die dort entstanden sind.
In meiner Seele wohnt ein gespaltenes Ich: Auf der einen Seite weiß ich, dass Alkohol, in rauen Mengen konsumiert, Gift für den menschlichen Organismus ist. Nun ja, die Dosis macht eben das Gift!
Demgegenüber schmerzt es die bäuerliche Seele aber, wenn man relativ hilflos erkennen muss, wie die Weinwirtschaft u.a. hier in unserem Wohlstandsdeutschland sukzessive vor die Hunde geht. – Ja – so drastisch, ungeschliffen in Worte gefasst, muss ein Zustandsbericht formuliert werden.
Gemeinschaft in Krisenzeiten? Bricht Not Eisen? (Geibel) – Für meine Begriffe schaffen es die Bauern untereinander nicht einmal, sich in gegenseitiger Solidarität üben zu wollen. – Proximus sum egomet mihi!
Danke für die letzten drei Absätze, das spiegelt auch meine Gedanken gut wieder.
Thomas Bröcker@ :“manchmal möchte ich mich nur noch aufs Fahrrad setzen
und dümmlich grinsend als Fleischfresser mein Leben genießen“
Willst du jetzt den Söder kopieren ? Aber der hat ja jetzt in Karpfham unter
großen Jubel zum Kampf gegen den Tofu- Terror aufgerufen.
Ich fürchte, das wird wieder so ein Kampf gegen Windmühlen !
@Andreas
Er meint das „fetischhafte Wurstgefresse“ dem auch ich gerne huldige. https://www.tagesspiegel.de/politik/das-ist-alles-fur-die-fusse-habeck-verteidigt-attacke-gegen-soder–und-spricht-uber-seine-zukunft-14237951.html
Ausserdem spricht Habeck davon, dass die Diskussion „für die Füsse“ ist, meint aber „Arsch“. Der Mann enttäuscht mich mit seiner Stil-Losigkeit immer mehr. Ob er nicht weiß, wie sehr er damit der Partei „Die Grünen“ schadet? Oder ist er schon ausgetreten?
Der Verbraucher gefragt …
tut mir leid, aber ich kaufe doch nichts, was ich nicht brauche. Ich lege mir jetzt ja auch nicht einen Doppelzentner Solidaritaetsweizen in den Schuppen. Das geht dem Bauern als Verbraucher doch genauso, oder machen die Stützungskäufe irgendwo im Einzelhandel?
https://www.meininger.de/weinbau/marketing/weinkonsumbilanz-abwaertstrend-moderater
@Peter Schubert
Da liegt ein Mißverständnis vor. Was ich meine: wenn Sie Weintrinker sind, sollten Sie statt Wein aus Südafrika oder Australien eine Flasche aus einer deutschen Weinregion kaufen.
Ich mache das z.B. auch beim Autokauf. Schließlich kann nicht alles „die Regierung“ richten.
Ein australischer Cabernet- Sauvignon als Barrique war für mich der Anlass, bei Pieroth online jedes Jahr zu bestellen…bis der Jahrgang aus war. Falls es vergleichbaren deutschen Wein geben sollte, gerne eine Info dazu.😎
Ich hab noch auf Lager, 18’er ,LWK Gold prämiert. BW hat(te?) auch eine.
Genau ihre Vorstellung von Rotwein.
Hoffentlich ist das keine Schleichwerbung. @BW Bitte verzeihen Sie mir.
Beim Wein gebe ich ihnen Recht, beim Auto nicht. Die deutschen Industrieunternehmen sind für ihre Misere selbst verantwortlich da sie ideologisch verbrämten Politikern in den Allerwertesten gekrochen sind. Dafür ist ihnen viel Geld versprochen worden was jetzt weg ist und die Arbeitsplätze auch. Daher: habe kein Problem mit einem Auto aus Asien!
Egal, der Verbraucher wird auch keinen extra Soliwein aus D kaufen. Wetten?
Und wer wegen der „Solidarität“ sich von der deutschen Autoindustrie ausnehmen lassen will, der erfüllt eher das Klischee vom reichen Bauern. Aber gut, wenn jemand deren Abenteuer in aller Welt mitfinanziert.
Auch wenn meine Frau die Einkäufe tätigt, gehe ich mal gerne in den Lebensmittel handel. Da werden Weine aus Frankreich, Italien, Chile, Südafrika und Australien in die Einkaufswagen gelegt und nach Verlassen des Ladens wird auf die Weinberge geschaut und die Flächen kritisiert, die aufgelassen wurden. Die würden nicht schön aussehen und würden die Feriengäste vertreiben.
Giftspritzer, Umweltvergifter, Insektenvernichter wurden wir genannt und dann kam noch der sagenhafte Reichtum, der jeden Facharbeiter bei Daimler vor Neid erblassen ließ. Hinweise seit 30 Jahren, dass an den Hängen mal Ginster wächst, wurden mit dem Vorwurf kritisiert: Ihr jammert ständig.
Baden-Baden hat Weinberge, die nur noch zur Hälfte bewirtschaftet werden, in meiner Gemeinde sieht es noch besser aus, aber die Brachflächen sind am Kommen.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/baden-baden-weinberge-verwildern-schaden-tourismus-100.html
Der Staat treibt überall die Kosten in die Höhe und die Demographie zieht die Binnennachfrage nach unten. Die Anpassungsprozesse der Anbieter sind unterschiedlich. Die immobilen Landwirte schließen die Tore, andere Unternehmer wandern aus. Die Prozesse beschleunigen sich in nächster Zeit, weil…… Die gesellschaftlichen Konsequenzen könntest verheerend sein.
Wie sagt Patrik Baab: „Die Deutschen dösen in den Untergang….die Deindustralisierung ist bereits irreversibel.“
Wieviel Geschäftsaufgaben gibt es, weil kein Nachfolger mehr die Mühe der Mehrarbeit und Verantwortung übernehmen will.
Weil er lieber dösen will?
Auch über den deutschen Wein entscheidet, wie in einem anderen Thema geschrieben wurde, der Markt. Die Politik kann das Sterben nur hinauszögern. Die Motivation dafür ist das Einkaufen von Wählerstimmen; alles andere interessiert die Politik nicht.
Was die Hilfsmaßnahmen des BMLEH anbelangt, ist eine schon gestorben. „Billige“ Saisonkräfte wird es nach heutigem Stand nicht geben. Was den Bürokratieabbau anbelangt wage ich die Prognose, dass es keinen geben wird. Die Ampel hatte 144 Vorschriften abgeschafft und über 800 neue geschaffen. Die Politik und ihr Machtapparat leben von Vorschriften.
@Kemetbauer
Da bin ich mal Ihrer Meinung. Wenn man die Pressemeldung zwischen den Zeilen liest, wird auch deutlich, dass man keinen Plan hat.
Ich hatte vergangene Woche die Gelegenheit, an einer (einstündigen) digitalen Runde mit dem Bundesminister Rainer teilzunehmen. Ohne Details zu nennen: ich bin sehr enttäuscht. Nicht nur, weil er meine Frage nach der Konkretisierung des von ihm versprochenen Bürokratieabbaus nicht bzw. sehr unkonkret beantwortet hat. Da fühle ich mich nicht ernst genommen. Gleiches gilt übrigens für Jens Spahn, den wir in der vergangenen Woche bei uns im Dorf hatten. Auch hier wurde „um den heißen Brei“ herumgeredet. (Wir haben am 14.9. Kommunalwahl)
Wirksamer Bürokratieabbau ist nur über die Abschaffung von Gesetzen möglich. Welcher Politiker hat dazu den Mut?
Wer übersieht die Konsequenzen, wer die Zusammenhänge mit übergeordnetem EU-Recht oder vorhergehendem Recht. Wenn, dann muss das sehr gründlich durchdacht und vorbereitet werden. Ich glaube, dass BM Rainer die Probleme erkennt und sich deshalb zurecht aktuell nicht aus dem Fenster lehnen und wie so viele seiner Vorgänger zum letztlich dann erfolglosen Ankündigungsminister werden will.
Eine ähnliche Personalie, auch aus südlichen Gefilden kommend, hatten wir ja schon mit der 10-Punkte-Ilse. Die kam auch über das Ankündigen von Veränderungen nicht hinaus. Ich bin mir fast sicher, dass Rainer zwar gute Ideen hat, aber von allen anderen ausgebremst wird. Siehe keine 1,5 Mrd.€ für Stallumbauten.
Wir sollten uns zu der Erkenntnis durchringen, dass ein Landwirtschaftsminister nur noch eine Alibifunktion zu erfüllen hat. Hier in Sachsen-Anhalt ist der Minister für Wirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft / Forst zuständig. Wer die Bedeutung des Tourismus hier in ST richtig einschätzen kann, der weiß auch, welche Bedeutung die Landwirtschaft hier noch hat. Für die Politik sind wir nur noch ein Anhängsel, ein fast lästiges Übel, mehr nicht.
Herr Krämer, ich denke wirklichen Bürokratieabbau bedingt nicht nur die Abschaffung von Gesetzen, sondern auch eine deutliche Verringerung von Beamtenstellen. Aber wie soll das gehen ? Man kann ja nicht den Arbeitnehmer dazu verdonnern, sich selber „abzuschaffen“ ?
Das ist zu statisch und eindimensional gedacht. Der öffentliche Dienst besteht nicht nur aus Beamten. Auch Angestellte müssen Recht umsetzen. Und immer wieder scheiden Personen aus dem Dienst aus. So wie man man neue Stellen schaffen kann, kann man sie auch abschaffen, Aufgaben neu verteilen oder eben gesetzlich überflüssig machen. Allein der politische Wille entscheidet. Allerdings darf man nicht übersehen, dass NGO’s mit ihrem Klagerecht die Politiker immer öfter daran „erinnern“, welche übergeordeneten Verträge sie unterzeichnet haben und welche übergeordneten Gesetze (nur ein Beispiel: Tierschutz im Grundgesetz) sie verabschiedet haben. Da ist vieles nicht mehr so einfach aus der Welt zu schaffen, abgesehen davon, dass Politiker sich generell schwer tun, eigene Fehler einzugestehen und zu revidieren.
Wenn man mal sieht was sie zu 100 Tagen Alois Rainer geschrieben haben (auf einen Kommentar von C. Bothe):
„Danke, dass das mal einer sagt. Ich finde die ersten 100 Tage auch positiv! Dass da noch nicht alles umgesetzt werden konnte, ist doch völlig verständlich.
Wenn sich die NGO‘s aufregen, zeigt das doch, dass die Richtung stimmt.
Ich glaube, dass Alois Rainer unterschätzt wird. Er macht nicht so viel Aufhebens, keine Videos über Hühnerwesten, sondern arbeitet in aller Ruhe seine Agenda ab. Weiter so.“
Oder doch nicht?
Jepp, so ist das. Ist mit dem deutschen Obstbau nicht viel anders. Aber die Ausrüstung der Bundeswehr für den „Inneneinsatz“ wird´s schon richten … wenn relevantere Bereiche der Wirtschaft betroffen sind …. manchmal möchte ich mich nur noch aufs Fahrrad setzen und dümmlich grinsend als Fleischfresser mein Leben genießen.
Moin ich glaube ein Problem ist, dass die Jugendlichen mehr zu Hause rumhängen und zwar alleine und am PC zocken. Man sollte also Werbung dafür machen, dass sie sich mehr zusammentreffen und einen mit Wein hinter die Binde kippen. Am besten mit Kartoffelsalat und Würstchen, natürlich selber gemacht mit heimischen Produkten. Schönen Sonntag
Das Militär war stets ein guter Absatzmarkt für Alkoholika.
Wie widerlich, ein solcher Hinweis. – Sie sind ein wahrer Menschenfreund…
Stimmt aber. Ich durfte auch ein Jahr meines Lebens dem damals noch obligatorischen Grundwehrdienst spendieren.
Das Militär ist eine Sache für Vollpfosten. Dass zumindest hab ich gelernt dort.
Will das jetzt gar nicht mit Wilhelm Reich und irgendwelchen psychoanalytischen Thesen begründen.
Na gut, ein bisschen:
„»dass jede Gesellschaftsordnung sich in den Massen ihrer Mitglieder diejenigen [psychischen] Strukturen erzeugt, die sie für ihre Hauptziele braucht.« Und dem Kapitalismus ist es nun einmal sehr recht, wenn die große Masse der Bevölkerung entgegen ihrer Interessen handelt. “
https://jacobin.de/artikel/wilhelm-reich-massenpsychologie-faschismus
15Monate, der längste Urlaub meines Lebens, Strandleben, Schiffsreise, polnisch und russisch gelernt….ich kann nicht klagen über die gute alte Zeit.✌️🍺
Ja 15 Monate Gratis- Urlaub mit Y- Reisen war in manchen Truppenteilen
möglich.
Bei mir waren es nur 3 Tage Skiurlaub bei der Sportfördertuppe mit Teilen der Olympiamannschaft, die meiste Zeit habe ich kämpfen gelernt
wie A. Lee und Opa. Wein gab es nur 2 mal bei einer Divisionsübergabe in Frankreich und einmal am eigenen Heimatstandort.
Aber damals vor 30 Jahren wurde wir bei der Bundeswehr schon klar,das wir von unserem eigenen Land bzw. Regierung und Verwaltung verarscht werden und nur Kanonenfutter oder bestensfalls Mittel zum Zweck sind. Das unser Land irgendwann zusammenbricht war mir damals auch schon klar, ich wundere mich , das es solange gedauert hat.
Aber das der Jahrtausende alte Weinbau eines der ältesten Kulturgüter so schnell zusammenbricht wie derzeit die aktuelle Ernte nach 200 mm Regen hätte ich nicht geahnt.
Herr Seevers es gibt auch deutsche Cabernet Savignon aus dem Barrique in hoher Qualität. Die gibt es aber nicht bein Discounter, sondern beim Erzeuger oder Fachhandel und teilweise im LEH.
Der Preis ist wahrscheinlich höher 20-25 € die Flasche.
Dieses Segment der Premiumweine beträgt ca 5 % der Gesamtproduktion der deutschen Weinmenge.
Hier liegt auch das Problem. Es gibt eigentlich keinen schlechten Wein in Deutschland , sondern nur schlechte Preise durch das Oligopol des LEH wie auch bei Obst und Gemüse und weiteren landwirtschaftlichen Erzeugnissen
Wer keine festen Verträgen oder feste Abnehmer hat und nicht selbst was auf der Flasche vermarkten kann, legt garantiert drauf und wird leider bald aufgeben müssen.
Bin diese Woche gerade aus dem Frankreichurlaub zurückgekommen.
Erschrecken auch dort wie wenige junge Leute auch Franzosen (noch) Wein trinken. Mixgetränke sind in meistens ohne Wein oder gleich Alkoholfrei. Es wurden Weinberge geerntet und am nächsten Tag gleich gerodet.
Es gab auch einige grosse Rebstockhäufen aus dem Winter oder Frühjahr welche als Mahnzeichen dienen und noch nicht entsorgt bzw. verwerte oder verbrannt wurden.
Sicher habe einige Franzosen eine Idee was sie damit bei der nächsten Demo anstellen können, aber wir deutschen Winzer bzw. Bauern sterben ja lieber still. Das mit dem Strick gibt es bei uns schon, ich habe hier schon mehrmals über Fälle aus meinen Bekanntschaft bzw. Nachbarschaft dazu berichtet. Es gibt ja keine Statistik nach Berufsgruppen,
aber die SVLFG hat Zahlen welche sie aber nicht preisgibt und dann eu´in Mitarbeiter aber sich privat an Christian Lohmeyer wendete und er ein Youtubvideo veröffentlichte wo wann Hilfe bekommt das man dies nicht tut.
Schade das unser Verband oder die SVLFG selbst die nicht selbst auf die Reihe bekommt, bei der massiven Beitragserhöhung wurden wir ja auch von beiden nicht vorher informiert, auch nicht über die finanziellen Probleme mit der Pflegekasse. Ich habe es schon mal hier geschrieben, wir müssen erst mal in unseren eigene Reihen Aufräumen
bevor wir eine friedliche Revolution vollziehen können.
Zum Wohl Ihr Kollegen
Der gesellschaftspolitische Nutzen lag darin, dass Mitglieder unterschiedlichster gesellschaftlicher Schichten und unterschiedlicher Regionen zumindest teil- und zeitweise in Kontakt kamen. Wo ist das heute noch der Fall?
Vor allem lernten wir Jungs wie man einen Kleiderschrank auch organisieren kann, oder wie man nur mit einer Zeitung Fenster putzt…oder oder….
Das lernt ein ein Schlosser auch,
wie man den Werkzeugschrank ordentlich und zweckmäßig einräumt.
Inga :
Dann gibt’s entschieden zu wenig Schlosser, bzw. Metallbauer heute
Die Bäcker und Metzger müssen sich auch in ihrem Vorats- und Kühlschrank Ordnung halten, Ursula.
oder gibt zu wenig pflichtbewusste Vorbilder in unserer Gesellschaft.
Da haben sie vollkommen recht Herr Krämer. Der Soziologe Harald Welzer hat die zunehmende soziale Segregation auch schon festgestellt.
Alles nicht gut für die „Asabiyya“. Aber heh, irgendeine KI wird schon ein Narrativ erfinden, damit „Die da unten“ in die Schützengräben rennen bzw. weiter die „Drecksarbeit“ machen.
Jepp – und das würde die „Blasenbildung“ bei den Pseudo-Akademikern eventuell ein wenig bremsen.
Dann merkt man als blasierter Abiturient vielleicht, daß es auch bei Hauptschülern sehr patente Kerle gibt, die vor allem bis zum Eintritt beim Bund schon etwas gelernt haben und können.
Vollpfosten gab’s da natürlich auch genug – aber besser, man lernt früh genug, woran man sie erkennt und wie man mit ihnen umgeht.
uW
Zu meiner Zeit wurde immer gesagt, bei der BW kannst Du das Saufen lernen.
Ps: War nicht beim Bund, deshalb kann ich das nicht betätigen. 😃
gehörtest du noch zu den
Weißen Jahrgängen?
Inga,
bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber so alt bin ich jetzt doch noch nicht.
Nachkriegsware, so zu sagen. 😊
Ach,
weil dein Vater im Krieg geblieben ist,
gefallen ist oä., stimmts?
kenne ich noch einen Fall.
Viele habenvielleichtbeum Bund das Saufen gelernt, andere bei der FFW oder Schützenverein.
Alle haben gemeinsam, dass sie in den 50igern nur von Kriegsheimkehrern besetzt waren.
Diese haben ihrem psychischen Kummer, den sie in den Kriegswirren an der Front erleuden mussten, mit Bier und Schnaps betäubt.
Deswegen machen das heutzutage weniger, denke ich, auch weil Cola und Werbung für andere Softdrings und Naschereinen gemacht wurde und diese zur Verfügung standen.
„Ach,
weil dein Vater im Krieg geblieben ist,
gefallen ist oä., stimmts?
kenne ich noch einen Fall.“
Inga,
mein Vater die ganze Zeit im Krieg,
hatte das Glück, den Krieg ohne besondere Verletzungen zu überstehen. Noch mehr Glück hatte meine Mutter und meine älteste Schwester, dass er wieder nach Hause kam. Nicht zu vergessen, auch ich, sonst hätte ich nicht das Licht der Welt erblickt 😊
Herr Bröcker, unbedingt machen, sofern es überhaupt möglich ist. Ich glaube, je schneller für die Konsumenten der Zusammenstoss mit der Mauer kommt, desto eher gibt es überhaupt noch Betriebe oder Menschen, die noch ein paar Nerven, Kraft und genug Geld haben. Um danach den ganzen Kram der grünen Wahnsinnsmauer wegzuräumen und einen neuen Weg zu bauen, diesmal zusammen mit den Verbrauchern und nicht als Gejagte.