Autor: Bauer Willi

Soja-Importe – die Zahlen

In der Diskussion um Weltklima, Tierhaltung und Fütterung fällt ja sehr schnell der Begriff Soja-Importe. Ich habe mir mal die Zahlen besorgt, wie viel Soja in die EU 27 importiert wird. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht, denn ich war von einer Steigerung ausgegangen. Im Vergleich zur EU 27 sind die Importe dargestellt, die China jährlich benötigt. Der Trend setzt sich ungebrochen fort. Allein in den Jahren 2011 bis 2015 betrug die Steigerung mehr als 20 Mio. t. also mehr als die 13 und 14 Mio. t, die Europa in den letzten 14 Jahren verbraucht hat. Würde Europa vollständig auf Sojaimporte verzichten (was derzeit illusorisch ist), würde diese Menge ausreichen, um den Zuwachs im chinesischem Markt für die nächsten 4-5 Jahre abzudecken. Bei der Betrachtung der Zahlen erscheint mir die Behauptung, Europa würde die Schuld an der Rodung des Regenwaldes tragen, sehr fragwürdig. Jetzt kann man natürlich munter diskutieren, warum China so viel Soja importiert und wie man das verhindern könnte. Wer die Lösung kennt, darf diese gerne der chinesischen Regierung mitteilen. Auf mich hören die …

Böses Soja!?

In politischen Diskussionen wird häufig der Begriff der nationalen Eiweißstrategie erwähnt. Ich habe mich deshalb wieder einmal mit Soja beschäftigt und ein paar Zahlen zusammengetragen, die mir interessant erschienen. Futtermittel 2010/11 wurden in der EU rund 247 Mio. t Futtermittel eingesetzt. Den mit Abstand größten Anteil stellt dabei mit 68% Getreide dar, das in der Regel in Europa erzeugt wurde. Gleiches gilt auch für andere Produkte wie Rübenschnitzel, Weizenkleie, Raps- oder Sonnenblumenschrot. Lediglich Sojaschrot wurde importiert. Dessen Anteil an allen Futtermitteln betrug 12,6%. Eiweiß Im Gegensatz zu Futtergetreide, das meist nur einen Proteingehalt von 11,5% hat, haben Sojabohnen mit 36% einen sehr hohen Proteingehalt. Heimische Leguminosen liegen mit rund 22% darunter. Somit trägt Sojaschrot mit 37% zur europäischen Eiweißversorgung bei. Lysin Lysin ist eine essentielle Aminosäure, die vom Schwein oder Huhn nicht selbst generiert werden kann und in Futterrationen oft den knappen Faktor darstellt. Der Bedarf ist in den letzten Jahren nahezu konstant. Rechnet man mit den Standardwerten für Lysin so trägt Getreide mit rund 32%, Soja (reich an Lysin) jedoch zu mehr als 50% des europäischen …

Liebe Milchbauern, was für eine Milch soll ich kaufen?

Nachdem unsere Kühe ja weg sind und wir keine eigene Milch mehr haben, stehe ich nun regelmäßig vor der Frage was für eine Milch ich kaufen soll. Meine Familie trinkt viel und gerne Kuhmilch und bisher natürlich die eigene Rohmilch. Ich habe aber festgestellt, dass es mir in meinem Alltag zu umständlich ist, nur wegen recht kurz haltbarer Rohmilch zum nächsten Milchviehbetrieb zu fahren. Der ist ja auch ein paar Kilometer weg und leider bietet hier kein Betrieb neben der Milch noch weitere Lebensmittel an. Einen Betrieb mit einer eigenen Molkerei und entsprechender Vermarktung gibt es in meiner Gegend auch nicht, aber ich habe gelesen, dass es Betriebe, wie die Hemme-Milch gibt, die ihre Milch in Norddeutschland und in Brandenburg erfolgreich selbst verarbeiten und vermarkten. Gibt es da noch mehr davon und wie finde ich die? So stehe ich nun, wie jeder Andere auch, vor dem Kühlregal mit den verschiedenen Milchsorten und –marken und suche nach frischer, konventioneller Vollmilch. Nachdem ich aber gerade jetzt meine Berufskollegen unterstützen möchte, würde ich gerne Milch von einer Molkerei …

Getreide…satt

Wir haben es uns in unserem Wohlstand gut eingerichtet. Wir unterhalten uns lange und kontrovers darüber, welche denn nun die „richtige“ Ernährung ist, ob man Fleisch essen „darf“ und ob man mit Milch oder Weizen eventuell den Körper vergiftet. Wir schimpfen über Agrarexporte, kritisieren die heutige Landwirtschaft und geben gleichzeitig Milliarden für Heimtier-Nahrung aus. Dabei sind andere Länder durch die Auswirkungen des El Nino unverschuldet in Not geraten. Müssen wir da nicht helfen? Oder machen wir da auch mit Agrarexporten deren Märkte kaputt? Und ist eine solche Denkweise angesichts einer drohenden Hungersnot nicht zynisch?  #fleisch #hunger #katzenfutter #agrar #elnino

Wo Schweine spielen…

Am 11. Februar war ich bei Gabriele Mörixmann, die mir den Schweinestall gezeigt hat. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Anders als in anderen Schweinemastställen hält sie 875 Tiere in EINER Großgruppe. Das Gebäude bietet 8 verschiedene Räume mit unterschiedlichen Gegebenheiten an. Dazu gehört auch eine Freiluftterrasse, die auch jetzt im Winter genutzt wird. Besonders interessant fand ich persönlich die „Spielecke“ mit Bällen und Heuraufen. Auch wenn das Video knapp 9  Minuten dauert, so sollte es man sich bis zum Schluss ansehen. Gabriele erklärt einfach alles! Danke, Gabi! Bauer Willi

Die Zukunft in Kinderschuhen

Einfach nur anschauen und sich freuen. Da muss doch jeder Landwirtsfamilie das Herz aufgehen, oder? (Und nicht vergessen, den Ton einzuschalten) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Ist moderne Landwirtschaft böse?

Sehr erstaunlich was sich unsere österreichischen Nachbarn beim Ökosozialen Forum trauen: Darüber zu diskutieren, ob moderne Landwirtschaft böse ist? http://www.oekonews.at/index.php?npf_cache=update&mdoc_id=1105035                   Sogar die kontroverse Diskussion war ausdrücklich erwünscht. Ich frage mich, ob sowas in Deutschland auch möglich ist? Alois

38,8 Grad Fieber

Jetzt hat es mich auch erwischt. Ich habe sie auch, die sogenannte Schweinegrippe. Doch eine Tiergattung bekommt diese Form der Influenza nicht: Schweine. Deshalb wäre die Bezeichnung „Spanische Grippe“ (Die Krankheit trat als Pandemie 1918/19) dort erstmals auf) richtiger. Hier ein Ausschnitt aus Wikipedia: „Eine neu aufgetretene Variante des Subtyps Influenza-A-Virus H1N1 wurde im April 2009 in Mexiko und den Vereinigten Staaten isoliert.[13] Diese neu aufgetretene Reassortante wird effektiv von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Erkrankung von Schweinen wurde nicht beobachtet und die Infektionsquelle nicht bestimmt. … Die Bezeichnung des aktuellen Ausbruchs als „Schweinegrippe“ kann kritisiert werden, da die isolierten Virusstämme keine Erreger der eigentlichen Schweineinfluenza darstellen.“ Ist schon irgendwie komisch, dass man die Bezeichnung aber weiter beibehält…. Ich bin ja ein Mann und leide im Moment sehr. Ich hoffe, dass ich es überleben werde. 😉 Euer Bauer Willi        

Verbraucher-Demokratie – eine Lehrstunde

Ich behaupte ja immer, dass nur der Verbraucher entscheidet, wie wir Bauern produzieren und stoße dabei bei einigen auf Widerspruch. Jetzt habe ich mich auf die Suche nach Gleichgesinnten gemacht und bin dabei auf Ludwig von Mises, einem Wirtschaftswissenschaftler, gestoßen, der im Jahr 1922 ein Werk mit dem Titel „Die Gemeinwirtschaft“ verfasst hat. Entsprechend alt ist auch die Wortwahl. Doch der Inhalt hat es in sich. Ich habe mal die knackigsten Aussagen markiert. Viel Spaß beim Kommentieren 🙂 . …Alle Produktion muß sich nach den Wünschen der Verbraucher richten. Entspricht sie nicht den Anforderungen, die der Konsument stellt, dann wird sie unrentabel. Es ist also dafür gesorgt, daß die Erzeuger sich nach dem Willen der Verbraucher richten, und daß die Produktionsmittel aus der Hand jener, die nicht gewillt oder befähigt sind, das zu leisten, was die Verbraucher von ihnen fordern, in die Hände jener übergehen, die besser imstande sind, die Erzeugung zu leiten. Der Herr der Produktion ist der Konsument. Die Volkswirtschaft ist, unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, eine Demokratie, in der jeder Pfennig einen Stimmzettel darstellt. …