Autor: Bauer Willi

#schweinebesserhalten

Unter diesem Hashtag können und sollen möglichst viele Landwirte Bilder und Geschichten rund um ihre Schweine zeigen. Die Seite ist vor kurzem online gegangen. Die vier Urheberinnen Mirjam, Jutta, Nadine und Gabi freuen sich sicher über viele engagierte Ferkelerzeuger und Mäster, die einen Einblick in ihren Stall geben. So eine positive Idee kann man nur unterstützen. Also: Smartphone raus, draufdrücken und absenden. Ist doch nun wirklich keine Arbeit!!! Und natürlich das Liken nicht vergessen https://www.facebook.com/schweinebesserhalten https://twitter.com/ITWSchweine Euer Bauer Willi

Der öffentliche Schlachthof

Am Donnerstag hat Vion, Deutschlands zweitgrößtes Schlachtunternehmen nach Tönnies, einen bemerkenswerten Schritt getan: auf der Seite http://vion-transparenz.de sind Videos von der Schlachtung von Rindern und Schweinen zu sehen und zwar so, wie es im Schlachthof passiert. http://www.vion-transparenz.de/Einblicke/ Zugegeben, wer etwas sensibel ist, wird sich an den Anblick gewöhnen müssen, vielleicht auch wegschauen. Es ist aber der ehrliche Weg, wie (Zitat) „aus einem lebenden Tier ein Lebensmittel wird“. Etwas, was viele von uns verdrängt haben, wenn wir das Schnitzel über die Verkaufstheke gereicht bekommen. Doch nicht nur diese Videos sind bemerkenswert. Es werden auch so sensible Daten wie die Befunde der amtstierärztlichen Untersuchungen veröffentlicht. Daten, für die Kritiker bisher aufwändig recherchieren mussten. http://www.vion-transparenz.de/kontrollergebnisse/ Gezeigt werden die unter anderem die Befunde der Untersuchungen auf Antibiotika, der Lebensmittelsicherheit und der Organe. Mich persönlich haben die Befunde der Organe sehr erstaunt, denn bei Schweinen waren 34%, bei Rindern knapp 24% der Organe auffällig. Bemerkenswert die Zahlen der Antibiotika-Untersuchungen, die ein ganz anderes Bild zeigen, als es in den Medien transportiert wird: Die positiven Befunde liegen noch unterhalb des Promille-Bereichs (Schwein: 0,002%, Rind 0,041%) …

Moderner Landwirt…

Heute mal was Philosophisches. Als ich diesen Artikel schreibe ist es Sonntag, draußen ist es neblig und kalt. Da kommt man schon mal ins Grübeln. Und ich habe mich gefragt, ob ich eigentlich ein moderner Landwirt bin… Was versteht man unter „modern“? Wenn man was nicht weiß, fragt man den allwissenden Google, aber der kann mir diesmal nicht weiterhelfen. Auf einer anderen Seite werde ich fündig: da steht dann als Synonym: aktuell, auf dem neuesten Stand, fortschrittlich, neuartig, zeitgemäß. (wenn man das Wort auf der ersten Silbe betont (modern), steht es auch für vergammeln und verfaulen, aber das wollte ich ja nicht wissen). „Auf dem neuesten Stand, fortschrittlich, zeitgemäß“. Ja, ich habe ein Smartphone, fahre einen relativ neuen Trecker, mache die Buchhaltung mit dem PC. Aber wer von meinen Berufskollegen macht das nicht? Das alles trifft auch für Bio-Bauern zu. Die sind nach dieser Definition auch moderne Landwirte. Das ist so, denn ich kenne welche. So komme ich auch nicht weiter… Vielleicht versuche ich es mal mit der Umkehrung: wenn ich ein „moderner“ Landwirt bin, wer ist dann ein „unmoderner“ Landwirt? Der steht für …

Milch wird deutlich teurer

Nun können die Verbraucher ihre Solidarität mit dem Milchbauern beweisen. Indem Sie weiterhin die Milch kaufen, obwohl sie jetzt wesentlich teuer ist – oder besser gesagt – kostendeckender verkauft werden kann. http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/milch-wird-deutlich-teurer-aldi-erhoeht-milchpreis/14784578.html

Nahrung von der Hauswand

Mitten in Berlin, an einer grauen Hausfassade, wachsen Algen. Auf dem Euref-Campus in Schöneberg steht die weltweit einzig urbane Anlage, in der Algen für die Lebensmittelindustrie gezüchtet werden. Algen und Lebensmittel – zumindest für uns in Europa, trotz Sushi, immer noch eine gewöhnungsbedürftige Vorstellung. Dabei werden Algen bereits als Bindemittel für Pudding, Eis oder Joghurt eingesetzt. Auch in Kosmetik oder in Zahnpasta finden sie Verwendung und ersetzen dort das teure Biokarotin. Algen sind außerordentlich proteinreich, bilden Omega-3-Fettsäuren aus und enthalten Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Deshalb werden die beiden Berliner Sorten, die Chlorella vulgaris und die Spirulina platensis, im EUREF-Campus-eigenen Restaurant weiterverarbeitet und angeboten, vor allem als Smoothies und als Saucen. https://www.facebook.com/derbauerwilli/videos/1790985731174339/ Der Begriff „Landwirtschaft“ passt jetzt aber nicht mehr… Mehr unter: http://foodculturenet.newsmarket.com/NEWS/algen–von-der-hausfassade-zum-sternekoch/s/6cd3f824-62d8-49a8-8ddc-48a6a7862cdd

Globalisierte Walnüsse

Wir haben auf unserer Wiese mehrere Walnuss-Bäume. Doch in diesem Jahr fällt die Ernte bescheiden aus. Es liegen Unmassen von Früchten unten, von denen sich die Fruchtschale nicht ablöst. Sie werden schwarz, nass und matschig, die Nüsse sind nicht zu verwerten. Bisher hatte ich das so noch nicht erlebt. Auf der Suche nach den Gründen habe ich festgestellt, dass es sich dabei um den Befall mit der Walnussfruchtfliege handelt. Sie wurde in den 80er Jahren aus Nordamerika eingeschleppt und verbreitet sich seitdem aus der Schweiz in Richtung Süden (Italien) und Norden. In 2015 ist sie erstmals auch im Raum Berlin nachgewiesen worden. Aufgrund des Klimawandels können die Larven jetzt überwintern und im nächsten Jahr wieder Schäden anrichten. Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Es wird dazu geraten, alle befallenen Früchte einzusammeln, sie aber in keinem Fall auf den Kompost zu bringen. Sie sollen in den Restmüll entsorgt oder verbrannt werden. Da habe ich aber noch ein Stück Arbeit vor mir. Auch ohne TTIP und CETA bin ich also schon jetzt ein „Opfer der Globalisierung und …

Wir sind zuständig

Gedanken von Alois Ein Landwirt, der sich in Sachen Öffentlichkeitsarbeit engagiert, brachte es letzte Woche bei Topagrar-Online so auf den Punkt: „Oftmals fühle ich mich als Don Quijote der gegen die Windmühlen kämpft. Was nützt alle Öffentlichkeitsarbeit, was nützen vertrauensbildende Maßnahmen, wenn der nächste Kübel Dreck nur darauf wartet undifferenziert über der gesamten Landwirtschaft ausgeschüttet zu werden? „ Zunächst scheint mir dieses Aussage als Landwirt verständlich. Trotzdem kommt in mir dann auch die Frage, woher denn immer wieder der Inhalt für einen neuen „Kübel Dreck“ stammt? Nehme ich als Beispiel den Skandal mit dem Merklinger Landwirt, dann gibt es nichts zu beschönigen. Dort lagen definitiv üble Tierschutzmängel vor. Aber auch bei weniger aktuellen Kritik-Themen wie Nitratwerte oder Pflanzenschutz, kriegen wir Landwirte den schwarzen Peter einfach nicht weg. Die Flut von Bürokratie und Kontrollauflagen, unter denen ich heute schon als Landwirt stöhne, kommt nicht von ungefähr.. Es ist ein bedenklicher Vertrauensverlust zu spüren, der offensichtlich immer weiter geht. Wie wird die Gesellschaft, wie wird der Gesetzgeber weitermachen? Kriegt in Zukunft jeder Landwirt einen eigenen Aufpasser vor …

Nachhaltig: Die Wäscheklammer

Rund 40 Prozent aller Haushalte in Deutschland haben einen Wäschetrockner. Wäschetrockner sind bekanntermaßen Energiefresser. Ich habe es nicht ausgerechnet, aber möglicherweise geht der Strom aus Biogasanlagen direkt in die Wäschetrockner. Ohne Geruch natürlich. Vielleicht denkt ihr mal darüber nach, wenn man wieder die Rede auf Nachhaltigkeit kommt. Ich werde mir jedenfalls zukünftig für Diskussionen immer eine Wäscheklammer (aus Holz natürlich)  in der Tasche stecken und meine kritischen Mitbürger fragen, wie sie die Wäsche trocken bekommen. Und ja, wir haben auch einen Wäschetrockner. Und 20 m Wäscheleine. Der Wind dazu kommt von Windrädern…  🙂 Euer Bauer Willi