Bauer Willi
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Globalisierte Walnüsse

Wir haben auf unserer Wiese mehrere Walnuss-Bäume. Doch in diesem Jahr fällt die Ernte bescheiden aus. Es liegen Unmassen von Früchten unten, von denen sich die Fruchtschale nicht ablöst. Sie werden schwarz, nass und matschig, die Nüsse sind nicht zu verwerten. Bisher hatte ich das so noch nicht erlebt.

Auf der Suche nach den Gründen habe ich festgestellt, dass es sich dabei um den Befall mit der Walnussfruchtfliege handelt. Sie wurde in den 80er Jahren aus Nordamerika eingeschleppt und verbreitet sich seitdem aus der Schweiz in Richtung Süden (Italien) und Norden. In 2015 ist sie erstmals auch im Raum Berlin nachgewiesen worden. Aufgrund des Klimawandels können die Larven jetzt überwintern und im nächsten Jahr wieder Schäden anrichten.

Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Es wird dazu geraten, alle befallenen Früchte einzusammeln, sie aber in keinem Fall auf den Kompost zu bringen. Sie sollen in den Restmüll entsorgt oder verbrannt werden. Da habe ich aber noch ein Stück Arbeit vor mir.

Auch ohne TTIP und CETA bin ich also schon jetzt ein „Opfer der Globalisierung und des Klimawandels“ geworden…

Euer Bauer Willi

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27 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Hmm…. da muss ich mal nachgucken. Neben der Zwergenwiese gibt ja eigentlich nur noch Pferdeweiden, bis auf die direkt nebendran. Da gibt es wunderhübsche, sehr freundliche, pummelige Kühe mit Nachwuchs und die haben auch noch einen Walnussbaum. Die Einzigen, die da ernsthaft ernten sind allerdings die Krähen. Normalerweise lassen die Krähen die Nüsse einfach vom nächsten Strompfosten aus auf die Straße fallen. Dieses Jahr hab ich einige dabei beobachtet, wie sie die Nüsse auf die Straße legen und scheinbar auf einen Deppen warten, der mit dem Auto drüber fährt. Also auf mich. Bisher hatte ich das auf grassierende Faulheit beim Krähenvolk geschoben, aber vielleicht sollte ich mir die Nüsse mal näher angucken.

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  2. Ehemaliger Landwirt sagt

    Wenn es sich um die Walnussfliege handelt, müssten Würmer vorhanden sein.

    Glaube eher, es handelt sich um Xanthomonas und Marssonina.
    Die sind „biologisch“ zu bekämpfen, mit Kupfer.

    Walnussfruchtfliege war dieses Jahr nur mit einer Indikationserweiterung zu bekämpfen, dieses Jahr bekamen wir sie über den Obstgroßmarkt, der Markt hat die Zulassung für die Mitglieder beantragt.

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  3. Friedrich sagt

    Wir haben in diesem Jahr doppelte Ernte wie sonst an unseren zwei Bäumen. Seitdem ich den Rasen unter den Bäumen intensiv mit Kalk und Blaukorn dünge und in Trockenphasen das Wasser im Wurzelbereich zuführe, haben wir immer größere Nüsse und mehr Menge.
    Die dunkle Haut haben wir nur bei den Erntenachzüglern. Die wird mit dem Messer und nach dem Trockenen mit der Drahtbürste entfernt. Unsere Kundschaft steht jedenfalls bei 5 Euro/kg Schlange. Vielleicht zu billig ? was meint ihr ?

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  4. Yvonne sagt

    Wir spritzen unseren Walnussbaum mit dem Mittel für die normale Fruchtfliege. Das funktioniert nahezu 100%. Im ersten Jahr nach dem erkennen des Befalls hat mein Mann auch den Biden gespritzt. Alle sagen es gibt nix dagegen. Aber das Mittel gegen die Fruchtfliege ist legal und gibt es in jeder ZG. – Probiert es aus!!

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  5. Barbara Hillemeyer sagt

    Grüß Gott in die Runde,
    wir ernten nun schon seit 30 Jahren. Nüsse mit ’schwarzer Pelle‘, mal angetrocknet, mal lösbar habe ich jedes Jahr und zwar immer auf der Südseite der Krone.
    Viel Sonne läßt die Schale vermutlich schneller austrocknen und schrumpfen. Die Nüsse sind einwandfrei und ohne sichtbaren Schädlingsbefall.
    Und lieber ess ich mal ne Larve mit, als geschwefelte oder anderweitig behandelte Nüsse aus USA.

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  6. Gepard sagt

    Hat das Internet eigentlich einen natürlichen Feind? Auch so ein US-Kram, der durch unsere offenen Grenzen ins Land kam und nicht mehr loszuwerden ist.

    PS: Ironie, Antiamerikanismus und Globaisierungskritik sind rein zufällig in diesem Kommentar

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  7. Welche natürlichen Feinde hat die Walnussfruchtfliege?
    Gibt es diese nur in den Herkunftsländern, oder sind die auch schon gekommen?
    Bei einer Globalisierung wird ja nicht nur Schädliches verbreitet, sondern auch Nützliches.
    Die Welt verändert sich nun mal immer wieder: Kleines Eiszeit, große Eiszeit, neue Passage in der Arktis usw., das ist normal. Das Leben lässt sich nicht fixieren, es bewegt sich wie Wasser, Wind, Feuer und Erde, so hat der Schöpfer es gemacht.
    Nach Beschwernis kommt auch wieder Erleichterung.
    Hoffnung und Optimismus behalten!

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    • Bauer Willi sagt

      Kenne keine natürlichen Feinde. Wenn es die hier auch gäbe, würde sich das Viech wohl auch nicht so rasant ausbreiten. Siehe auch Chinesischen Wollhandkrabbe.
      Bauer Willi

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      • Was sagen denn die Biologen der Herkunftsländer?
        Vielleicht gibt es ja sogar einen bei uns einheimischen Fressfeind, den man ein bisschen „coachen“ könnte, wenn hier ein Befall droht.
        Wenn die Fliege auf die Walnuss spezialisiert ist, muss die Walnuss den Befall gemäß der typischen Räuber-Beute-Dynamik irgendwie überleben, weil die Fliege sonst ihre eigene Überlebensgrundlage vernichtet.
        Oder sind in Nordamerika andere, resistentere Walnussvarietäten, und unsere sind dann erstmal „doomed“, bis man hier die Nordamerika-Varietäten großgezogen hat? Das wäre natürlich erstmal blöd.

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        • Bauer Willi sagt

          Ich kümmere mich mal drum und werden dann „Fressfeind-Coach“ 😉
          Im Ernst: es gibt wohl Sortenunterschiede, aber im Detail kenne ich mich da nicht aus.

          Und dass die Fliege die eigene Überlebensgrundlage vernichtet: da kenne ich noch andere Lebewesen, die das auch tun…Dann wird die Population so dezimiert, dass es für die Überlebenden wieder reicht.
          Bauer Willi

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  8. Ulrich Pfeffer sagt

    Hallo, auch ein Baum bei uns hat solche matschigen Früchte, aber die Nüsse sind nach dem Trocknen einwandfrei! Also ich kann ausser der matschigen Schale, die abgeht, nichts sChlechtes an den Nüssen finden und esse sie mit Genuss. Ein Paar sind innen faulig aber das war schon immer so.

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  9. bauerhans sagt

    da haben wir ja glück,unser baum hat zwar kleinere nüsse als sonst,aber die sind gesund.
    soll ich dir welche schicken.

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    • Bauer Willi sagt

      Ne, danke für das Angebot. Wir haben noch zwei andere Bäume, da ist kaum was dran, aber da sind die Nüsse auch kleiner.
      Bauer Willi

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