Autor: Bauer Willi

Drei Tage, die vieles ändern…

Am vergangenen Donnerstag sind wir mit der Fronleichnams-Prozession durch die Felder gelaufen. Alles war noch grün, alles deutete noch auf eine gute Ernte hin. Drei Tage später, Sonntag abend, wurden diese Aufnahmen gemacht. Man erkennt jetzt, nach nur drei Tagen, jeden Quadratmeter schlechtere Bodenqualität. In einem Bild taucht jetzt der Verlauf eines alten Weges auf, eventuell sogar von den Römern. Was war passiert? Noch vor 10 Tagen haben wir 10 mm Regen bekommen und ich habe gemeint, „dass jetzt nicht mehr viel passieren kann“.  Doch da sollte ich mich täuschen. Wenn es am Donnerstag noch „angenehme 27 Grad“ waren, stieg das Thermometer am Freitag auf 29, am Samstag auf 34 und am Sonntag auf rekordverdächtige 36,9 Grad Celsius an. Die Luftfeuchtigkeit lag tagsüber bei 25 bis 30%! Da brennt und trocknet alles weg. Der Weizen hat einen richtigen „Knacks“ bekommen, der auch nicht mehr rückgängig zu machen ist. Er schaltet jetzt um auf Abreife, zumal bis kommenden Donnerstag nicht mit Regenfällen zu rechnen ist. Im Oktober haben wir den Weizen gesät und eigentlich wollten wir …

Der Frust der Bauern…

Diese Reportage des NDR muss sich jeder Landwirt und auch jeder Nicht-Landwirt ansehen. Sie spricht mit Landwirten von Flensburg bis Österreich, von Groß bis klein und von Bio bis Konventionell. Es geht um Politik, um Gefühle, um Ängste und Hoffnungen. (Mich hat besonders der Teil um Familie Felßner und Animal Rebellion bewegt)  Selten habe ich eine Sendung gesehen, die so sachlich und neutral an das Thema herangeht und die die Landwirte sprechen lässt ohne allzu viel zu interpretieren. Der Zuschauer soll sich sein eigenes Urteil erlauben. Eine gute journalistische Arbeit. Teilen Sie diesen Film unbedingt mit Nachbarn und Freunden. https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM2NzQwNV9nYW56ZVNlbmR1bmc Allerdings gab es 2015, also vor rund 10 Jahren schon einmal eine Sendung mit dem Titel „Die Wut der Bauern“. https://www.fernsehserien.de/guenther-jauch/folgen/139-die-wut-der-bauern-sind-unsere-lebensmittel-zu-billig-712030 Und das hat damals der „Spiegel“ dazu geschrieben: https://www.spiegel.de/kultur/tv/guenther-jauch-talk-mit-bauer-willi-ueber-lebensmittel-in-deutschland-a-1033125.html Haben Sie den Eindruck, dass sich in den 10 Jahren etwas vom Grundsatz her geändert hat?  

Agrar-Subventionen nicht für die Bauern

Die Agrarzahlungen sind wieder veröffentlicht worden. Das gibt das Ministerium bekannt, das jetzt BMLEH (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) heißt https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/043-agrarzahlungen.html 300.000 Begünstigte werden genannt, doch ein nicht unbeträchtlicher Teil der rund  6,5 Milliarden Euro gehen nicht an Landwirte sondern an staatliche Organisationen. Das fällt sogar der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) auf. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/milliarden-aus-bruessel-so-viele-eu-agrarsubventionen-gehen-an-die-oeffentliche-hand-110513167.html Das Portal Proplanta benennt die Hauptempfänger für das Land Niedersachsen. https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarwirtschaft/agrarsubventionen-2024-das-sind-die-top-empfaenger-in-niedersachsen_article1748815316.html Für Deutschland werden folgende Zahlen genannt: (Zitat) Laut den Auswertungen von Proplanta erhalten 191 Empfänger über eine Million Euro aus dem EU-Agrarfonds im Haushaltsjahr 2024. Zuwendungen über 2 Millionen Euro bekommen 55 Empfänger und Zahlungen von mehr als 5 Millionen Euro gehen an 12 Begünstigte. Als Rheinländer kann ich gönnen. Aber vielleicht sollte man in den Medien demnächst darauf hinweisen, dass die größten Beträge eben nicht der Landwirtschaft zugute kommen.

Ein Vergleich China – Deutschland

Mehr durch Zufall bin ich auf einen Vergleich von China und Deutschland gestossen, der einige Zahlen enthält, die mich überrascht haben. https://www.laenderdaten.info/laendervergleich.php?country1=CHN&country2=DEU#google_vignette So unterscheidet sich die Lebenserwartung nurum rund 2 Jahre. Wie auch in Deutschland, so ist auch in China die der Frauen um rund 5-6 Jahre höher als bei den Männern. Die Geburtenrate liegt in China unter der von Deutschland. Die Arbeitslosenquote ist etwas höher als in Deutschland, die Inflationsrate mit 0,4% kaum messbar. Der Energieverbrauch is tpro 1.000 Einwohner geringfügig höher als in Deutschland. China ist schon seit langem kein Schwellenland mehr. Der CO2-Ausstoß liegt mit 11.300 t pro 1000 Einwohner deutlich über dem von Deutschland mit rund 8.200 t. Die Zahl der Besitzer von Mobiler Kommunikation (Handy/Smartphone) ist in China und Deutschland gleich. (1283 zu 1261) Also mehr als 1 Gerät pro Person!! Blättern Sie selber mal in der Datei! Spannend!      

Eisen, Jod, Selen und die vegane Ernährung

Ich habe vor ein paar Tagen lange mit Prof. Dr. agr. Friedrich Schöne aus Jena telefoniert. Wir waren über den Artikel zur Nährstoffdichte bei Getreide zusammengekommen. Er berichtete von seinen Untersuchungen zu Calcium, Eisen, Jod, Selen und anderen Stoffen in der Ernährungsweise von Mischköstlern, Flexitariern, Vegetariern und Veganern. Diese Untersuchungen sind im Kongressband 81 des VDLUFA-Kongresses 2024 veröffentlicht. VDLUFA Karlsr Schoe _9 Seiten Ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion über verschiedene Ernährungsweisen provozieren. Jeder mag sich so ernähren wie er/sie es für richtig hält. Was die Untersuchungen zeigen, ist  die Tatsache, dass tierische Produkte  bei vielen Spurenelementen sowohl in der Höhe als auch der biologischen Verfügbarkeit rein pflanzlichen Lebensmitteln überlegen sind. Hier ein Auszug aus der dem Fazit: „Die NuEva-Studie (Dawczynski et al., 2022) zeigte besonders bei Veganern einen schlechteren Versorgungsstatus für Ca, Fe, Zn, Se und Jod als bei Mischköstlern, teils auch als bei Flexitariern oder Vegetariern. Milchalternativen wie Hafer- oder Sojadrinks enthalten nur einen Bruchteil des Ca und Jods der Milch. Pflanzliche Fleischalternativen enthalten kein Myoglobin-Eisen mit dessen hoher Bioverfügbarkeit und ebenfalls weniger Zink …

Was man heute noch essen kann – und was eher nicht

Aktuell laufe ich durch die Zuckerrüben, um die ersten Schosser zu entfernen und auch ein paar Unkräuter, die leider nicht von den Herbiziden erfasst worden sind. Ich mache das ausgesprochen gerne, weil man da die Gedanken kreisen lassen kann. Auch höre ich dann ab und zu Podcasts, meist irgendwas mit Wissenschaft. Den folgenden Podcast fand ich interessant, weil es darum geht, warum man hochverarbeitete,  lebensmittelähnliche Biomasse eher nicht in den eigenen Körper lassen sollte. Fachlich gut und unterhaltsam rübergebracht. https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/iq-wissenschaft-und-forschung/iq-reloaded-ist-das-noch-essen-leveller-16db-100.html

Agro-Terrorismus

Man sollte bei einem Flug in die USA demnächst etwas vorsichtiger sein. Nein, nicht wegen der turbulenten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, sondern wenn Sie einen „gefährlichen Erreger“ im Koffer haben sollten. https://www.welt.de/gesundheit/article256207860/terrorismus-chinesisches-forscherpaar-wollte-gefaehrlichen-erreger-in-die-usa-schmuggeln.html Hier ein Zitat aus dem Artikel: „Bei dem Erreger handelt es sich laut FBI um Fusarium graminearum, einen gefährlichen Pilz, der Weizen, Gerste, Mais und Reis befallen kann. Menschen und Tiere könnten durch den Kontakt erkranken, hieß es in den Gerichtsunterlagen. In einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift wird der Erreger als „potenzielle Waffe für den Agroterrorismus“ beschrieben, wie das FBI mitteilte.“ Was soll man dazu nun sagen? Und für alle Nicht-Landwirte: Fusarium graminearum ist ein Pilz, der mit Sicherheit in allen Anbaugebieten von Getreide vorkommt. Den Begriff „Agro-Terrorismus“ kannte ich noch nicht. Ich kenne aber auch keinen seriösen Wissenschaftler, der diesen Begriff verwenden würde.

Zahlen für Zahlen

Wenn Sie Ihre Buchführungsergebnisse für Auswertungen zur Verfügung stellen, können Sie damit Geld verdienen. Jedenfalls wenn Sie als Landwirt in Niedersachsen zu Hause sind. https://www.lwk-niedersachsen.de/lwk/news/42808_Das_niedersaechsische_Testbetriebsnetz_Win-Win_fuer_Politik_und_Praxis_-_BMEL_erhoeht_Verguetung_deutlich   Meine Frage: würden Sie das machen? Die Vergütung wurde ja erhöht….

Essen oder Bitcoin?

Mein Freund Fritz aus Oberösterreich hat mir zwei Links geschickt, die zum Nachdenken anregen könnten / sollten / müssten. Die erste Nachricht: Die „Erzeugung“ bzw. der Handel mit Bitcoin verursacht jährlich Emissionen von 98 Millionen Tonnen CO2. Die zweite Nachricht: Die Landwirtschaft in Deutschland war im Jahr 2023 für die Emissionen von rund 55 Millionen Tonnen CO2- (Äquivalent) „verantwortlich“. https://www.nachrichten.at/wirtschaft/bitcoin-verursacht-98-millionen-tonnen-co2-pro-jahr;art15,4056363 https://www.thuenen.de/de/themenfelder/klima-und-luft/emissionsinventare-buchhaltung-fuer-den-klimaschutz/treibhausgas-emissionen-aus-der-landwirtschaft#:~:text=Im%20Jahr%202023%20war%20die,2%20Prozent%20der%20deutschen%20Treibhausgasemissionen. Für das CO2 beim Bitcoin ist niemand „verantwortlich“, das wird lediglich“verursacht“. Wenn man schaut, woher das CO2 aus der Landwirtschaft kommt, frage ich mich, wie wir Landwirte diese Emissionen verringern können ohne dass es Auswirkungen auf die Erzeugung der Lebensmittel hat. Zitat: „Bei den Emissionen aus der Landwirtschaft betrug der Anteil von Methan (CH4) aus der tierischen Verdauung 47,8 Prozent, während der Anteil von Lachgas (N2O) aus Böden (einschließlich der Emissionen infolge der Ausbringung von Energiepflanzengärresten) bei 27,7 Prozent lag. Die restlichen 24,5 Prozent der Emissionen aus der Landwirtschaft entfielen auf das Wirtschaftsdünger-Management, die Lagerung von Energiepflanzengärresten, Kalkung und Harnstoffanwendung.“ Richtigerweise müsste es eigentlich heißen, dass die Emissionen „aus der Erzeugung von Lebensmittel“ stammen. …

Strom: Negativer Preis…?

Heute mal ein Thema, das mit Landwirtschaft eigentlich nichts zu tun hat, mich aber trozdem bewegt. Wir haben keine Photovoltaik auf dem Dach (unser Hof steht unter Denkmalschutz) und auch nicht auf der Wiese (die steht unter Landschaftsschutz). Aber selbst wenn das nicht so wäre, zweifele ich, ob es wirklich sinnvoll ist, noch in PV (oder auch Windstrom) zu investieren. Ich habe vor kurzem zwei Artikel gefunden, in denen von „negativen Strompreisen“ die Rede ist. Das ist ein netter Begriff, etwa so ähnlich wie „negativer Gewinn“. Negativer Gewinn ist Verlust! https://taz.de/Negative-Preise-durch-Solaranlagen/!6090847/ https://www.topagrar.com/energie/news/mai-2025-ist-rekordmonat-bei-negativen-strompreisen-20014790.html Desweiteren habe ich gelesen, dass das Stromerzeugungspotential in Deutschland etwa das Vierfache der benötigten Strommenge beträgt. Besonders die Photovoltaik stellt die Netzbetreiber vor besondere Herausforderungen: https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/216808   Dort ist dann folgendes zu lesen: „Ein Teil der PV-Anlagen, insbesondere die kleinen Solaranlagen, erzeugt unabhängig vom aktuellen Bedarf Strom aus der solaren Strahlungsenergie. Die Betreiber dieser Anlagen reagieren nicht auf Preissignale, sondern übergeben den nicht selbst verbrauchten Strom dem Anschlussnetzbetreiber, der sich um die Vermarktung des Stroms kümmern muss. Dass der Betreiber der Solaranlage sich …