Autor: Bauer Willi

Aktuell: Pressemeldung des BMEL

Keine Notfallzulassungen für Neonics in Deutschland. Ein Export von Saatgut ist nur in diejenigen Länder erlaubt, die über eine Notfallzulassung verfügen. Nach (meinem) derzeitigem Kenntnisstand sind dies Belgien, Polen, Ungarn und Tschechien. Mehr dazu in dieser Pressemeldung des BMEL https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2018/213-Neoniks.html Es bleibt für mich nach wie vor unverständlich, warum dieses Verbot auch für Zuckerrüben gilt. Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Pflanze, die erst im zweiten Jahr blühen würde. Aber dazu kommt sie nicht, weil sie schon im ersten Jahr geerntet wird. Wie soll der Wirkstoff dann die Bienen schädigen? In Zuckerrüben? Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen… Bauer Willi P.S.: Zuckerrüben, Getreide und Kartoffeln sind übrigens Selbst- oder Windbestäuber…Aber das interessiert ja wohl auch niemand…

2019: Weniger Raps, weniger Blüten…

Aufgrund der schlechten Bedingungen während der Aussaat im Herbst 2018, aber auch der geringen Erträge und der Probleme, die die fehlende insektizide Beize bereitet, wurde der Rapsanbau für die Ernte 2019 eingeschränkt. Aktuell wird in Deutschland von einer Raps-Anbaufläche von rund 1 Mio. Hektar ausgegangen.  Das bedeutet einen nochmaligen Rückgang gegenüber den Vorjahren, gegenüber 2018 sind es etwa 20%. Alle Bundesländer sind betroffen. Und auch in Frankreich ging die Anbaufläche deutlich zurück. Was bedeutet das? Zum einen werden wir alle weniger der im Frühjahr gelb blühenden Felder sehen. Für die Bienen bedeutet dies ein eingeschränktes Nahrungsangebot, denn der Raps ist eine der zuverlässigsten Honiglieferanten.  https://www.bienenwanderung.de/article/raps Raps ist aber auch eine wertvolle Blattfrucht, die einen hohen Vorfruchtwert für die nachfolgenden Kulturen bedeutet. Auch dafür gibt es keinen Ersatz in der Fruchtfolge.  Rapsschrot ist ein wertvolles Eiweiß-Futtermittel. Da er in Deutschland gentechnik-frei angebaut wird, fehlt in 2019 diese Menge als Ersatz für GVO-Soja. Da immer mehr Futtermittel-Hersteller aber Wert auf Gentechnik-Freiheit legen, wird die Beschaffung schwieriger. Die Trockenheit 2018 hat also Auswirkungen auch auf 2019. Und das nicht nur für die …

Regional ist das neue Bio

Beide Fotos wurden am gleichen Tag (18.12.2018)  im gleichen Markt aufgenommen. Regionale Cherry-Rispentomaten aus dem Rheinland (!)  zum kg-Preis von 6,54 €, spanische Bio-Cherry-Rispentomaten zum kg-Preis von 4,83 €. Vermutlich kommen die rheinischen Tomaten ganz aus der Nähe, von den Neurather Gärtnern, die ihre Gewächshäuser mit der Abwärme des Kraftwerk Neurath heizen. Meiner Meinung nach sind die spanischen Bio-Tomaten zu billig, denn der Transport muss ja auch noch bezahlt werden. Wer weiß, was da für die Pflücker übrig bleibt. Und für den Bauern. Allerdings kaufen wir normalerweise zu dieser Jahreszeit keine Tomaten. Wir haben fast drei Monate lang Freiland-Tomaten aus dem eigenen Garten gegessen (siehe unten). Da weiß man was man hat… Bauer Willi  

Zu viele Insekten – biblische Plagen

Diesen Artikel schickte uns Christian von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, einer Region, die es in 2018 gleich mehrfach „heimgesucht“ hat. Bezeichnend ist der letzte Satz: „Eine neue Erfahrung ist, dass …Schädlingsbefall wieder existenzbedrohend werden kann – vorerst allerdings nur für die Landwirtschaft und nicht für den Konsumenten.“ Das Jahr 2018 war für den Pflanzenbau mehr als herausfordernd. Nicht nur Hitze und Dürre machten zu schaffen, sondern auch Massenvermehrung diverser Insekten sorgten für eine Spur der Verwüstung und Millionenschäden. Exemplarisch an drei besonders aggressiven Schädlingen lassen wir das Jahr 2018 noch einmal Revue passieren: Das Derbrüsslerdrama Es begann im April 2018 – die Witterung schaltete Anfang April faktisch auf Frühsommer um. Die jungen Rübenpflanzen hatten dem Druck des Derbrüsslers nichts entgegenzusetzen. Der Derbrüssler ist grundsätzlich kein besonders neuer Schädling. Immer wieder gab es Fraßschäden – in Einzelfällen auch Bestandesverluste, aber nie in dem Ausmaß des Jahres 2018. Fast ein 1/4 der Rübenfläche Hektar Österreichs – knapp 10.000 ha – fiel dem Derbrüssler zum Opfer. Mehrfacher Anbau oder Nachbau nach Totalschäden kosteten Geld, Ertrag und Wertschöpfung. Die Witterung …

Landwirtschaft spielen…

Seht euch mal ein paar Minuten das Video an. Über 200.000 andere haben das schon gemacht. Und dann sagt eure Meinung. Ich glaube, für mich ist das nichts mehr… Andererseits: wenn sich so junge Menschen für Landwirtschaft begeistern lassen, warum nicht. Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Perspektivwechsel…

Advent heißt Warten Nein, die Wahrheit ist Dass der Advent nur laut und schrill ist Ich glaube nicht Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann Dass ich den Weg nach innen finde Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt Es ist doch so Dass die Zeit rast Ich weigere mich zu glauben Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint Dass ich mit anderen Augen sehen kann Es ist doch ganz klar Dass Gott fehlt Ich kann unmöglich glauben Nichts wird sich verändern Es wäre gelogen, würde ich sagen: Gott kommt auf die Erde! Und nun lesen Sie den Text von unten nach oben! Iris Macke aus „Der Andere Advent“

1984: Der prophezeite Untergang

Manchmal ist es gut, wenn man sich an die „guten, alten Zeiten“ erinnert. Bauer Fritz hat mir einen Artikel aus dem „Spiegel“ aus dem Jahr 1984 zukommen lassen. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507783.html Hier ein paar Auszüge. Und noch mal: diese Zeilen wurden 1984 geschrieben!!! „Die Ackerkrume sei, so der Wissenschaftler, durch falsche Bewirtschaftung und permanente Beregnung mit Schwefel- und Salpetersäure bereits so schwer geschädigt, dass in zwei bis drei Jahren mit dem Niedergang der Gerste zu rechnen sein. Preuschen: Das ist der Beginn einer Lawine.“ „Laub- und Nadelstreu, pro Jahr pro Hektar bis zu 3,5 Tonnen, werden nur noch ungenügend in Nährstoffe umgewandelt; das Ökosystem Wald sinkt zusammen“ „Heute, (gemeint ist 1984) gibt es in Deutschland praktisch keine gesunde Weißtanne und aus Bucheckern werden vielerorts keine Buchen mehr“ „Wenn die weltweite Verschlechterung der Böden durch Erosion, Überweidung und Verwüstung anhält,ist, so eine Untersuchung der OECD, in zwanzig Jahren mehr als ein Drittel des bebaubaren Bodens der Erde zerstört.“ „Der Professor hat errechnet, daß sieben Prozent, der fünfzehnte Hektar, durch überhohe Belastung mit Schwermetallen schon dauerhaft verdorben sind“ Dann ein …

Burn-Out-Engel

Burnout. Gehört hat diesen Begriff wohl jeder schon einmal. Aber selbst erlebt, was dann im Kopf abgeht? Die Situation, dass sich das Gehirn verselbstständigt? Dass der Kopf nicht mehr zur Ruhe kommt? Der Umstand, der schließlich auch Gedanken aufkommen lässt, dem Leben ein Ende zu bereiten? Schuldzuweisung und das Verleugnen der Realität sind der Nährboden für die fatale Negativspirale ist, die geradewegs in den Burnout führt. Wer beschuldigt, der überträgt seine eigene Verantwortung an andere und steuert nichts mehr selbst. Diese Schicksale sind schlimm. Aber umso mehr müssen wir die Ursachen benennen, damit nicht noch mehr diesem Wahnsinn folgen. Menschen, die im Burnout angekommen sind, haben sich übernommen, sich zu viel vorgenommen. Aber sie haben selbst die Entscheidungen getroffen, die zu der ausweglos erscheinenden Situation geführt haben. In der Landwirtschaft ist es oft der Druck, erfolgreich zu sein, sich der Familie, den Altenteilern oder auch den Nachbarn gegenüber zu beweisen. Immer höhere Ernten, immer höhere Erlöse, der Aufbau eines neuen Betriebszweiges können süchtig machen. Wenn dann doch einmal der erhoffte Erfolg ausbleibt, sucht man nach den Ursachen. Man hat den Beratern, hat der Politik …

Stadt – Land – Tier

Lisa-Marie hat ihre Hausarbeit über „Die Rolle der Haus- und Nutztiere in der heutigen Gesellschaft – ein kritischer Vergleich zwischen Landwirten und Stadtbewohnern“ geschrieben. Ich habe sie dabei ein wenig unterstützt und sie hat mir daher die Erlaubnis gegeben, einiges davon zu zitieren. „In antiken und mittelalterlichen Städten waren Tiere Bestandteil des Alltags. Jeder hatte jeden Tag Kontakt zu Tieren, eine scharfe Trennung zwischen Haus- und Nutztieren gab es nicht. Erst mit der industrielle Revolution begannen Menschen, sich Haustiere aus Liebhaberei zu halten, Landwirte spezialisierten sich auf Nutztiere um so die städtische Bevölkerung zu versorgen. Mit wachsendem Wohlstand stieg auch die Nachfrage nach tierischen Produkten, die dann aber außerhalb der Städte und damit der Wahrnehmung der städtischen Bevölkerung stattfand. Stadtbewohner fehlt so der direkte Zugang zum Nutztier. Stadtbewohner – Haustier Heute leben rund 22 Mio. Haustiere in Deutschland. Haustiere werden zunehmend vermenschlicht, menschliche Denkweisen werden oft auf Haustiere übertragen. Tierethiker diskutieren kontrovers darüber, ob diese Vermenschlichung für das Tier nicht doch eher negativ ist. Tiere werden überwiegend im Haus gehalten, was meist nicht ihrer natürlichen Lebensweise entspricht. …

Deutscher Fleischkongress: Robert Habeck und Mirjam Lechner

Ein lesenswerter Artikel. https://www.fleischwirtschaft.de/politik/nachrichten/Deutscher-Fleisch-Kongress-Weniger-Tiere-und-mehr-Geld-38061?crefresh=1 Der Referent Robert Habeck skizziert seine Vorstellungen von der Nutztierhaltung. Im wesentlichen plädiert er für weniger Tiere in Deutschland und weltweit. Er wendet sich gegen Exporte, beklagt die Verschwendung, fordert eine bessere Kennzeichnung und lobt in diesem Zusammenhang des Lebensmitteleinzelhandel, die hier vorbildlich vorangehe. Mirjam Lechner klärt mit sehr viel praktischer Erfahrung die Teilnehmer des Deutschen Fleischkongresses darüber auf, dass nicht immer der erste Eindruck im Stall auch der Richtige ist. Und dass der Mensch, und nicht die Automatisierung im Stall die entscheidende Rolle spielt. Wer mehr von Mirjam Lechner erfahren will: https://www.bauerwilli.com/tierhaltung-wissen-emotionen-strategien/