Autor: Bauer Willi

Journalisten-Schelte

Es ist ja heute schick, sich über Journalisten aufzuregen. Heute will ich das auch mal tun. Es geht um den Artikel „Empörungskultur“ in der Agrarzeitung in der unter der Rubrik Agrarspitzen Horst Hermannsen zur Anbindehaltung schreibt. Hier ein paar Auszüge: Mitleid mit armen Kleinbauern und fragwürdige Traditionen dürfen diese Tierquälerei nicht legitimieren. Als kürzlich der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) forderte, die Anbindehaltung von Rindern gesetzlich zu verbieten, zeigte sich die gesteuerte Empörungskultur, angefeuert von haupt- und ehrenamtlichen Landsknechten des Berufsstandes, in ihrer vollen Pracht. Herzzerreißende Geschichten über redliche Kleinbauern, die ihre Kühe lieb haben und namentlich kennen, wurden fabuliert. Der BDL ist die Jugendorganisation des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Dort werden künftige Verbandsfunktionäre auf Einheitslinie gebracht. In unserer „freien Marktwirtschaft“ bekommen Milcherzeuger Zuwendungen, von denen andere Wirtschafszweige nur träumen können Solche Zeilen in einem Flyer einer Tierschutz-Organisation zu lesen, hätte mich nicht überrascht. Mir ist rätselhaft, warum ein agrarisches Fachblatt solche Texte schreibt, zumal Herr Hermannsen seit vielen Jahren Mitglied der Redaktion  ist. redaktion@agrarzeitung.de Man kann ja über Inhaltliches trefflich streiten, die Wortwahl finde ich persönlich schon …

Bio schädlich für die Umwelt…?!

Auch ökologisch erzeugte Produkte können Nachteile für die Umwelt darstellen. Dies ergab eine Studie der Chalmers University of Technology. Ein Beitrag von Galileo.tv Vorher aber 30 Sekunden Werbung aushalten… https://www.galileo.tv/video/studie-wer-das-klima-retten-will-sollte-keine-bio-lebensmittel-kaufen/?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_term=social_post_buzz&utm_campaign=Galileo&utm_content=Health+Food_studie-wer-das-klima-retten-will-sollte-keine-bio-lebensmittel-kaufen&fbclid=IwAR2O4rDHnrA_HbVJ3j3g6uR9-ah8v2DBNyEAQubnm5-OXwWu9trKDY6GVqA Hier der Link zum Original: https://www.chalmers.se/en/departments/see/news/Pages/Organic-food-worse-for-the-climate.aspx  

Effekte von Glyphosat bzw. Bodenbearbeitung auf die Unkrautflora

In der Diskussion um Glyphosat wird immer wieder herangezogen, dass dieser Wirkstoff einen negativen Einfluss auf die Biodiversität hat. Um diese Aussage zu untersuchen, wurde in einem dreijährigen Feldversuch der Universität Rostock (2014-2016) der Einfluss von Glyphosat (volle und halbe Aufwandmenge) und zwei verschiedenen Formen der Bodenbearbeitung (Tiefgrubber, Streichbeetpflug) auf die Unkrautflora verglichen. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167198718309590 Zur Versuchsanlage: Es wurde über drei Jahre hinweg keine Kultur angebaut! Die Verfahren wurden zwei- bis dreimal pro Jahr angewandt, so dass jeweils eine Spanne von 8 bis 11 Wochen zwischen den Behandlungen/Bodenbearbeitungen blieb. Dies entspricht  nicht der gängigen Praxis sondern wurde so geplant, damit im Versuch bewusst Unterschiede provoziert werden sollte. Die Erhebung der Unkrautflora wurde im Juni, August und Oktober vorgenommen. Hier ein Ausschnitt aus dem Text: „The most important result of our study is that the weed community significantly differs depending on the type of disturbance, but at the same time they become much less divergent in true diversity or number of individuals. The difference in weed community clearly shows itself when the plant community with its species and proportion of species are considered …

2018: Was war – was kommt

Am Jahresende ist es üblich, einen Rückblick zu machen. Und man fragt sich, was das neue Jahr wohl bringen wird. Einiges ist schon am Horizont erkennbar, manches noch unklar, nebulös. Ich habe – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – mal das aufgeschrieben, was mir spontan eingefallen ist. Eben aus Sicht eines Bauern. Wir bedanken uns für euer Interesse an unserem Blog und die vielen Kommentare, die zu lebhaften und anregenden Diskussionen geführt haben. Euch allen ein gutes neues Jahr, dass sicherlich wieder viele Überraschungen bereithält. Und wie sagt ein bekannter Moderator: Bleiben Sie uns treu, empfehlen Sie uns weiter. 🙂 Willi und Alois

Schafe können nicht zaubern

Ich habe wieder Post von meiner Öko-Schäferin bekommen. Mit einem Appell, den ich nur unterstreichen kann. Moin Willi, besonders nach diesem Dürresommer wurden die Forderungen nach ökologischer Landwirtschaft immer lauter von Seiten der Umweltverbände und Naturschutzinteressenten. Sinnvoll wäre es natürlich, wenn wir unsere Nahrungsgrundlage nicht zerstören und nachhaltig mit den Ressourcen Boden, Wasser und Luft umgehen. Von der Wichtigkeit von Bienen & Co brauche ich Dir als Bauer ja nichts zu erzählen. Aber wie erreichen wir diese sinnvolle Bewirtschaftung? Allein ein „Öko-Zertifikat“ scheint es nicht zu sein. Labels und Zertifikate sagen ja nichts darüber aus, in welcher Form der Betrieb geführt wird. Mein Lieblingsbeispiel sind ja die Hühnerställe mit 3000 Legehennen. Da kommen Bio-Eier raus. Und beim Kauf dieser Eier freut sich der Verbraucher, dass er „den Tieren etwas Gutes tut“, gesunde Nahrungsmittel zu sich nimmt und eine ökologische Landwirtschaft unterstützt. Aber wie sieht es konkret aus in einem 3000er Stall? Woher kommt diese Zahl? Ist eine Hühnerschar von 3000 Hennen ökologisch irgendwie sinnvoll? Man weiß es nicht. Irgendwer hat diese Grenze festgelegt, ab wann …

WBA und DLG: ein Gespräch mit Konsens-Charakter

Am Rande einer Tagung zum Thema „Agrarpolitik nach 2021“ hatte ich Gelegenheit, Prof. Alfons Balmann, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirat Agrar (WBA)  und Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft (DLG) zu Themen rund um die Landwirtschaft zu befragen. Weil es technische Probleme vor Ort gab (plötzlich ging das Licht aus) haben wir das ganze Interview nur als Podcast. Er dauert allerdings rund 30 Minuten! Die ersten rund 13 Minuten kann man sich im Video hier unten anschauen,  ich empfehle aber den Podcast. . Grob zum Inhalt: bis Minute 7:43   Unternehmer und Umweltschützer. Ja, aber wie? 8:28 bis 15:00      Deutscher Landwirt im Wettbewerb. Ein Spagat? 15:00 bis 19:45     Was müssen/sollen die Bauern anders machen? 19:45 bis 26:01     Beschlüsse ohne Folgenabschätzung 26:01 bis 28:42    Die Politik soll führen, nicht moderieren! 28:42 bis 31:36    Hohe Standards können auch ein Vorteil sein 31:36 bis Ende     Ein gesellschaftlicher Konsens. Wie erreichen? Das Interview zeigt meines Erachtens, wie schwierig ein Konsens zwischen Bürgern und Bauern herzustellen ist. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die …

Frohe Weihnacht

Mit der weißen Weihnacht wird es wieder nichts, selbst nicht bei Alois. 2018 geht so zu Ende, wie wir es wohl alle noch lange in Erinnerung behalten werden: warm, sehr warm. Wir werden jetzt ein paar Tage Pause machen und die „Seele baumeln“ lassen. Wir freuen uns auf Weihnachten, weil es besondere Tage sind. Irgendwie so ganz anders, als die anderen 360.  Wir wünschen, dass es auch für euch ruhige und besinnliche Tage werden. Willi und Alois

Ehrliche Imker

Ein Zitat aus dem nachfolgenden Artikel, der sich mit der Problematik von Pflanzenschutz im allgemeinen und Neonics im Zuckerrübenanbau im Besonderen beschäftigt: https://www.hochlandimker.at/?+Bio-Zucker-fuer-alle-Bienenvoelker+&id=2500,1112052 „Bio-Zucker für alle Bienen“ wird wohl nicht umzusetzen sein. Oder? Forderungen, die andere zu erfüllen haben, sind schnell gestellt. Noch dazu medial so attraktive wie „weniger Pestizide in der Landwirtschaft“. Im Grunde genommen nur allzu menschlich. Weil sehr einfach. Der Autor regt seine Imker-Kollegen an, in der Diskussion um „Pestizide in der Landwirtschaft“ fair zu bleiben. Lesenswert. Ruhig auch den weitergehenden Link im Artikel öffnen.

Ausbildungsstelle frei!

In „meiner“ Genossenschaft wird eine Ausbildungsstelle frei. Bisher ist der Rücklauf an Interessenten noch sehr übersichtlich. https://www.kalaydo.de/jobboerse/ausbildung+zur+zum+kauffrau+kaufmann+im+gross+und+aussenhandel+schwerpunkt+agrar/a/affaf897/?categoryId=1000000000#utm_source=Criteo&utm_medium=Banner&utm_campaign=Criteo_Stellen_001&utm_content=product Vielleicht ergibt sich ja „zwischen den Tagen“ das ein oder andere Gespräch und eine junge Frau oder ein junger Mann hat Interesse. Bauer Willi