Bauer Willi
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Effekte von Glyphosat bzw. Bodenbearbeitung auf die Unkrautflora

In der Diskussion um Glyphosat wird immer wieder herangezogen, dass dieser Wirkstoff einen negativen Einfluss auf die Biodiversität hat. Um diese Aussage zu untersuchen, wurde in einem dreijährigen Feldversuch der Universität Rostock (2014-2016) der Einfluss von Glyphosat (volle und halbe Aufwandmenge) und zwei verschiedenen Formen der Bodenbearbeitung (Tiefgrubber, Streichbeetpflug) auf die Unkrautflora verglichen.

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167198718309590

Zur Versuchsanlage:

Es wurde über drei Jahre hinweg keine Kultur angebaut! Die Verfahren wurden zwei- bis dreimal pro Jahr angewandt, so dass jeweils eine Spanne von 8 bis 11 Wochen zwischen den Behandlungen/Bodenbearbeitungen blieb. Dies entspricht  nicht der gängigen Praxis sondern wurde so geplant, damit im Versuch bewusst Unterschiede provoziert werden sollte. Die Erhebung der Unkrautflora wurde im Juni, August und Oktober vorgenommen. Hier ein Ausschnitt aus dem Text:

„The most important result of our study is that the weed community significantly differs depending on the type of disturbance, but at the same time they become much less divergent in true diversity or number of individuals. The difference in weed community clearly shows itself
when the plant community with its species and proportion of species are considered together. The weed communities react in a way that enables a distinct contrast of the variables with mechanical and chemical disturbance. On the other hand, the true diversity and density
react much less distinctly to the disturbance variables.“

Wenn man den obigen Text in ein Übersetzungsprogramm eingibt, so bekommt man folgendes Ergebnis:

„Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass sich die Unkrautgemeinschaft je nach Art der Störung erheblich unterscheidet, gleichzeitig aber in der wahren Vielfalt oder der Anzahl der Individuen weniger unterschiedlich ist. Der Unterschied in der Unkrautgemeinschaft zeigt sich deutlich wenn die Pflanzengemeinschaft mit ihren Arten und ihrem Anteil an Arten zusammen betrachtet wird. Die Unkrautgemeinschaften reagieren so, dass ein eindeutiger Kontrast der Variablen mit mechanischen und chemischen Störungen möglich ist, auf der anderen Seite die wahre Vielfalt und Dichte viel weniger deutlich auf die Störgrößen reagieren. „

Das Abstract des Feldversuches endet mit folgendem Satz:

Die Realität des Unkrautmanagements ist, dass jede der gewählten Methoden die Zusammensetzung der Unkrautarten in einer gewissen Weise beeinflusst.  Unser Experiment zeigte, dass einige Arten gegenüber anderen bevorzugt werden, je nachdem, welche Bewirtschaftungsmethode gewählt wird. Die gesamte Biodiversität der Unkrautgemeinschaft wurde jedoch im Vergleich der Methoden untereinander nicht negativ beeinflusst.

Was für den praktischen Landwirt von Interesse ist: Die vereinzelt auftretenden Wurzel- und rhizombildende Unkräuter waren in der Glyphosat-Variante weniger zu finden. In den Varianten mit Bodenbearbeitung traten sie häufiger auf. Zwar traten in der Tiefgrubber-Variante etwas mehr Unkrautarten und eine höhere Anzahl von Unkräuter auf, „but overall the reaction ist neither clear nor strong“ (= die gesamte Reaktion ist weder klar noch stark). Die Arbeitshypothese, dass Glyphosat einen negativeren Einfluss auf die Biodiversität der Unkrautflora hat, konnte in diesem Versuch nicht nachgewiesen werden.

Desweiteren weisen die Autoren darauf hin, dass beim Glyphosat-Verfahren der Boden in keiner Weise gestört wird. (Anmerkung: und es somit nicht zu einem Humusabbau durch die Bodenbearbeitung kommen kann).

Zur Klarstellung 

Wie der Versuch gezeigt hat, hat jedes der gewählten Verfahren seine Vor- und Nachteile. Nichts ist ohne Wirkung wenn Ackerbau betrieben wird. Das zeigt diese Studie, nicht mehr und nicht weniger. Die Biodiversität wird immer gestört, das ist das Wesen jeglicher Landwirtschaft.

Wir können uns gerne darüber unterhalten, wie wir Bauern mehr Biodiversität hinbekommen. Das geht, ist aber auch nicht ohne Folgen. Nicht nur für die Bauern…

Euer Bauer Willi

 

 

 

 

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53 Kommentare

  1. Jochen Böhrer sagt

    Glyphosat ist durch. Der Populismus hat gesiegt. Wen interessieren heutzutage noch Wissenschaft und Fakten? Von daher sind solche Studien sinnlos.

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  2. Harald von Canstein sagt

    Lieber Bauer Willi,

    vielen Dank für den Hinweis auf die neueste Studie zum Thema Glyphosat. Ich habe in den letzten 2 Jahren alle Studien untersucht, um den Umweltausschuss in meiner Stadt (Meerbusch) zu beraten, ob ein Glyphosatverbot für städt., von Landwirten gepachtete Flächen verhängt werden soll. Mein Fazit: bitte den Verbotsantrag ablehnen, da unter Beachtung der Aspekte Biodiversität, Grundwasser- und Klimaschutz ein Glyphosateinsatz besser ist als eine (tiefe) mechanische Bodenbearbeitung. Leider wurden wir knapp überstimmt; diffuse Ängste wirken schwerer als schwer zu verstehende Fakten.

    Ich würde aber gerne Ihre Frage („unterhalten, wie wir Bauern mehr Biodiversität hinbekommen“) erweitern. „Wie gewichten wir Effizienz in der Bodennutzung, wie gewichten wir Biodiversität des genutzten Bodens? Wo ist das ökologische/ökonomische/politische Optimum zwischen Effizienz und Biodiversität?“

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  3. Thomas Apfel sagt

    Hallo Schäferin,
    Das Sammeln und Pflanzen bestimmen haben zum Teil ein Botaniker im Auftrag des NABU (auf stillgelegten und Randflächen)und auf meinen Obstanlagen und Feldern ich selbst übernommen. Unser Gartenbauteam vom Pflanzenschutzamt hat die Pflanzen eingesammelt und getopft. Wir erfassen erst seit 2 Jahren systematisch, das Pflanzenschutzamt schon sehr viel länger.
    Meine Frau befasst sich seit einigen Jahren mit den Schmetterlingen in unserem Gebiet (Tagfalter).
    Wildbienen-Monitoring läuft zur Zeit über ein 3-jähriges Projekt (Beginn 2018). Ein Student mit Fanggenehmigung versucht Arten und Mengen zu erfassen. Betreut wird diese Arbeit von der Wildbienenspezialistin Dr. Melanie v. Orlow aus Berlin.
    Wir haben 2018 ein weiteres Projekt „Obstbau und Zivilgesellschaft im Diskurs“ gestartet.
    In 2019 machen wir in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro und 8 Obstbau- und Landwirtschaftsbetrieben eine Statuserfassung ÖVF und Strukturelemente und überplanen 12 Teilflächen auf insgesamt 700 ha. Auf diesen Teilflächen sollen verschiedene Maßnahmen der ökologischen Aufwertung gemeinsam mit den Bewirtschaftern geplant und umgesetzt werden. Wir bieten auch zivilgesellschaftlichen Initiativen Fläche an um ihre Ideen umzusetzen (Solawi, Permakultur, Streuobst mit und ohne Produktionsabsicht). Voraussetzung für die Mitarbeit ist die Unterschrift unter einen Kooperationsvertrag mit der Verpflichtung materiellen und finanziellen Input und Output detailliert zu erfassen. Letztlich geht es neben einem Biodiversitäts- Monitoring vor allem auch um ökonomische Betrachtungen und Bewertungen. Listen und Poster kann ich Dir vielleicht auf die E-Mail vom Weidenhof(?) schicken ?

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  4. Ludwig sagt

    Im letzten Jahr hatte ich verschiedene Veranstaltungen crossover (bio-convi) u.a. auch mit Willi. Dabei kann man durchaus konstruktiv diskutieren, wenn alle sich an die Regeln halten und über das Thema diskutieren und nicht persönlich werden.

    Dazu gehört Selbstdisziplin, eine respektvolle Diskussionskultur und ein klasse Moderator. Nur dann kann am Ende für alle etwas sinnvolles heraus kommen.

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    • Bauer Willi sagt

      Kann die Aussage von Ludwig nur unterstreichen. Sobald das endgültige Protokoll der zweitägigen Tagung, organisiert vom Bundesamt für Naturschutz BfN vorliegt, werden wir darüber berichten. Nach anfänglichen Zweifeln ist ein sehr brauchbares Papier dabei rausgekommen. Auch wenn die Diskussion viel Nerven gebraucht hat, aber Ludwig ist ja ein ruhiger Mensch…

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  5. BerndK sagt

    Das ist beileibe kein Showeffekt. Wissenschaftler müssen aus verschiedensten Gründen in Magazinen publizieren, die international anerkannt sind. Wenn man-sagen wir mal- diese aufwändig erstellten Ergebnisse in der „TOP AGRAR“ veröffentlicht hätte, würde nicht mal der berühmte Hahn danach krähen. Allerdings könnte ich mir eine Zweitverwertung der Daten in deutschsprachigen Fachmagazinen gut vorstellen, vorausgesetzt die jeweiligen Redakteure zeigen Interesse und fragen mal bei den Autoren nach. Die meisten sitzen nicht im Elfenbeinturm.

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    • Mark sagt

      Publish or perish. Die internationale Reputation von Wissenschaftlern ist u.a. stark davon abhängig, wieviele Veröffentlichungen einer z. B. in „nature“ schafft. Je mehr, desto besser sein Journal Impact Factor, welchen ich mit Showeffekt meinte. Die „Zweitverwertung“ ist meist uninteressant, für die wissenschaftliche Karriere ist es einträglicher, die nächste und übernächste Studie in Richtung „nature“ zuschieben.

      1+
    • Thomas Apfel sagt

      Ergebnisse die in Deutschland mit deutschen Steuermitteln bezahlt werden können gerne auch in Englisch veröffentlicht werden, müssen parallel aber zwingend auch in Deutscher Sprache veröffentlicht werden. Ansonsten entsteht schon der Eindruck, dass hier teils auch Substanzlosigkeit verschleiert wird.

      1+
  6. Ludwig sagt

    @Liberaler
    Die Plauderei über Biodiversität haben andere angestoßen, Nur diejenigen welche täglich damit zu tun haben, werden nicht gefragt.
    Wir werden in unserem Reichtum auch eine flächendeckenden Ökolandbau überleben. Nur irgendwann werden uns die überrennen, denen wir die Lebensmittel wegkaufen. Der Treck
    in Mittelamerika war da nur ein Vorgeschmack. Da werden dann auch die höchsten Mauern nicht helfen.
    Gerade ein Totalherbizid wie Gly sorgt für Biodiversität. Schieb mal den zusammengefallenen Aufwuchs nach dem Absterben auseinander, Dort tobt das Insektenleben. Sehr viele Insekten freuen sich über abgestorbenen Pflanzenreste und verwerten diese zu unserer Aller Vorteil. Mit einer Bodenbearbeitung zerstöre ich genau diese Biodiversität.

    14+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Wir werden in unserem Reichtum auch eine flächendeckenden Ökolandbau überleben. Nur irgendwann werden uns die überrennen, denen wir die Lebensmittel wegkaufen. Der Treck
      in Mittelamerika war da nur ein Vorgeschmack. Da werden dann auch die höchsten Mauern nicht helfen.“

      Leider findet diese Erkenntnis keinen Rückhalt in den Medien.
      Lieber gibt man der deutschen Lanwirtschaft die Schuld, weil man die Hünchenteile nach Afrika liefert, Hühnchenteile die der deutsche Verbraucher verschmäht.

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  7. Paulus sagt

    Vielleicht ist es an der Zeit endlich mal so etwas wie die Hauptsätze der (modernen?) LW zu formulieren. Ich könnte mir das in Etwa so vorstellen:
    1. Hauptsatz: Es ist nicht möglich wirtschaftlich Grundnahrungsmittel zu produzieren, bei gleichzeitigem Erhalt der Biodiversität.
    2. Hauptsatz: Synthetisch hergestellte Düngemittel und PSM sind zwecks Aufrechterhaltung der Versorgung von Menschen und Nutzvieh zwingend erforderlich.
    3. Hauptsatz: …
    Die Nebensätze schenke ich mir jetzt. Warum sollten gewisse Erkenntnisse, die z.B. in der Thermodynamik seit gefühlten Ewigkeiten Bestand haben nicht auch in der LW möglich sein?
    Ja ich weiß, meine These oder auch laienhafte Spinnerei sind angreifbar bis zum geht nicht mehr, aber die Gedanken sind frei. Und manchmal muss man sich halt angreifbar machen, allein um eine Diskussion in eine gewünschte Richtung zu lenken, was ich hier ausdrücklich nicht beabsichtige.
    Ich halte es allerdings für nahezu unmöglich ergebnis- und zielorientiert zu diskutieren, ohne dabei auf gesicherten und somit allgemein anerkannten Diskussionsgrundlagen aufbauen zu können. Das scheint mir im Moment, die LW betreffend der Fall zu sein.
    Die hier vertretene Schäferin hat einen Teil des Dilemmas in ihren Beiträgen, die ich nicht nur einmal aufmerksam gelesen habe, nach meiner Auffassung sehr gut zum Ausdruck gebracht. Nicht dass ich sie bedauere, sie hat sich schließlich selbst zu einem Teil des Problems gemacht.

    2+
    • lieber paulus,
      ich möchte gar nicht bedauert werden! ja, ich habe mich in die problematik selbst hineinmanövriert. weil ich diesen job über alle maßen liebe. zum wirtschaftlichen überleben haben wir ein ziemlich gutes system (bis jetzt) ausgetüftelt, wie der gesamte hof stabil bleibt. und weil mich das thema „zwackt“ und ich lust habe, mehr zu machen, als nur schäfchen zu „hüten“ (ich koppele…) habe ich kontakt zu willi aufgenommen. oder der zu mir – ich weiß gar nicht mehr. und nun freue ich mich über den austausch mit vielen anderen. zum beispiel sehr über die obstbäuerin, die mir noch einen anderen blickwinkel auf gly eröffnet hat. und genau da sehe ich „unsere“ aufgabe für die zukunft. uns anzunähern, zusammenzurücken und was sinnvolles zu machen.

      im übrigen würde ich deinen hauptsätzen zum großen teil zustimmen. es gibt studien, die ähnliches festgestellt haben. die weltbevölkerung nur mit bio-landwirtschaft ernähren geht nicht. ein mix aus beiden (konvi plus bio) wäre gut, dazu weniger lebensmittelverschwendung, auch den apfel mit schrumpel aufessen, usw… aber frag bitte nicht nach der quelle…. da müsste ich länger suchen……

      wir können also gerne am thematischen bleiben, emotional werde ich von meinen schäfchen betüddelt…. 😉
      nett gemeinter seitenhieb und gruß

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  8. Liberaler sagt

    Zum Thema Glyphosat wurde alles gesagt nur von Bauer Willi noch nicht.
    Sollten hier große Zeitungen mitlesen, was ich nicht mehr glaube, sei gesagt, dass Bauern das Thema entspannt sehen. Wir überleben ein theoretisches Verbot aller chemischen Pflanzenschutzmittel. Nur global gesehen, wird es die Menschheit nicht überleben.

    Das Überleben der Menschheit global hat für Linke und Grüne keine Relevanz. Die Jusos fordern sogar die Abschaffung der Fristenlösung bei der Abtreibung, was einem Mordaufruf gleichkommt. Von den Grünen mal ganz zu schweigen.

    In dieser politischen Gemengelage möchte Bauer Willi über „Biodiversität“ plaudern, und dies im Zusammenhang mit einem Totalherbizid. Dies ist so sinnvoll wie eine Diskussion über den Einsatz einer Atombombe und Menschenrechte. Es geht bei der Unkrautbekämpfung genau um die Bekämpfung der Pflanzenvielfalt zugunsten der Nahrung.

    Es geht also nur um die Frage, welches Verfahren die geringsten Nebenwirkungen hat. Und dazu hat Dieter Nuhr alles gesagt. (ab Minute 32)
    https://www.agrarheute.com/land-leben/dieter-nuhr-nimmt-glyphosat-hysterie-veganer-statistiken-aufs-korn-540957

    1+
    • bauerhans sagt

      „Zum Thema Glyphosat wurde alles gesagt..“

      nöö,jeden monat kommt was neues,altes neu verpackt!

      3+
    • Bauer Willi sagt

      @Liberaler
      Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist.: ich „plaudere“ nicht über Glyphosat, sondern stelle einen Feldversuch, der wohl nicht allgemein bekannt ist, zur Diskussion. Was offensichtlich geklappt hat.
      Die üblichen Seitenhiebe auf die Person habe ich geflissentlich überlesen. Aber wenn es Ihnen Spaß macht…;-)

      Frohes Neues Jahr

      Bauer Willi

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      • Liberaler sagt

        Vielen Dank für die Neujahrsglückwünsche und ich wünsche Dir auch alles Gute für das neue Jahr.

        Vielleicht lassen Sie sich einfach auf den Inhalt meiner Aussagen ein, statt alles als Seitenhiebe zu deuten.
        Es gibt doch wohl eine moralische Schieflage im Land, wenn Jusos eine Abtreibung bis zum Ende der Schwangerschaft legalisieren wollen und dies ohne Empörung und Aufschrei bleibt. Stattdessen befassen wir uns auf der anderen Seite mit solchen Bagatellen und Tierwohl.

        Deshalb finde ich es nicht zielführend zu versuchen, mit Fakten – nein, kleinen Mini-Fakten“ – zu versuchen eine Debatte, in einer moralisch bedenklichen Gesellschaft, lenken zu wollen.

        Mein Rat, nutze Deine Popularität mit einem echten Wutbrief pro §218.

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        • Bauer Willi sagt

          @Liberaler
          Was ´jetzt? Du oder Sie? Von mir aus Du.
          Zu der moralischen Schieflage in unserem Land lässt sich sehr viel sagen. Das geht weit über den § 218 hinaus. Ich kann und werde aber nicht zu allen Schieflagen in unserer Gesellschaft meinen Senf dazugeben. Das würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, der sich ganz überwiegend mit den Themen rund um Landwirtschaft, Ernährung, die Beziehung zwischen Bürgern und Bauern befasst. Ich bitte um Verständnis.

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          • Liberaler sagt

            Warum so aufgeregt Herr Dr. Bauer Willi.
            Ich habe für vieles Verständnis nur nicht für Feigheit und ausweichenden Antworten.

            Es geht nicht allein darum den §218 zu retten und somit Kindermord zu verhindern, sondern im Kontext zur aktuellen Diskussionen auf Widersprüchlichkeiten der Gesellschaft und insbesondere bei Linken und Grünen hinzuweisen.

            Ich kann Sie und will Sie nicht zwingen.
            Ich denke das „Sie“ ist besser.

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  9. Friedrich sagt

    Mit dem Glyphosat ist es wie mit vielen anderen Dingen , man behauptet etwas , ohne es beweisen zu können. Die Gegenseite ist überrascht und sucht nach Gegenbeweisen. Dann ist die Schlagzeile aber schon raus und der Gegenbeweis ist dann nicht mehr wichtig. Dieses Spiel läuft so von Seiten der NGOs seit vielen Jahren ab und Medien und Politik übernehmen es kritiklos. Schlimm daran ist , daß unsere ängstlichen Politiker dann gleich
    Verbotsgesetze verfassen und nicht nachforschen. Die würden sogar das Wasser verbieten , wenn man denen nur die chemische Formel vorsetzen würde. Was lernen wir daraus, daß wir es in diesem Lande mit vielen Dummköpfen zu tun haben. Es gibt inzwischen aber einige Politiker die schlauer sind und die haben z. B. in NRW die Verbandsklage verboten.
    Damit kann z.B. eine NGO nicht mehr gegen einen Stall/Kraftwerk usw. klagen. Diese , sich langsam gegen die NGOs veränderte Rechtslage , ist absolut wichtig , wenn wir noch ein Rechtsstaat sein wollen. Die Auflösungserscheinungen unseres Rechtsstaats sind an den Gerichtsurteilen klar zu erkennen.

    6+
    • Paulus sagt

      Lieber Friedrich,
      ich fürchte Du freust dich zu früh. Soweit ich das als juristischer Laie beurteilen kann, wurde lediglich gewissen eher unbedeutenden Tierschutzvereinen das Verbandsklagerecht entzogen, deren Klagen bis jetzt von den Gerichten regelmäßig abgewiesen wurden.
      Es betrifft nicht die sogen. Umweltschutzverbände, die sich nach Gusto mal hier und mal da betätigen.
      Was unser Wasser betrifft bin mir absolut sicher, würdest du einer Svenja Schulze sowie manchen Vertretern der Grünen je ein Becherglas mit H2O und H2O2 vorsetzen, sie würden letzteres für wertvoller halten – was den menschlichen Genuss betrifft, ist ja schließlich mehr Oxygenium, sprich kostbarer Sauerstoff drin.

      2+
  10. Ludwig sagt

    In blindem Aktionismus werden der Landwirtschaft zur Zeit verschiedene Werkzeuge genommen. Am Ende wundert man sich dann, wenn der gewünschte Effekt nicht eintritt. Dann gibt es neue Verbote und Einschränkungen und niemand will die wahren Zusammenhänge erkennen.
    „Alles ist Wechselwirkung“ sagte Alexander von Humboldt, dessen Geburtstag sich gerade zum 250. mal jährt.
    Es ist natürlich schwer mit Zusammenhängen Politik zu machen, da kaum jemand so lange zuhört, bis diese erklärt sind.

    4+
  11. fingerphilosoph sagt

    Schon Immanuel Kant stellte fest: „Begriffe ohne Anschauungen sind leer und Anschauungen ohne Begriffe sind blind. “

    Das Auseinanderfallen von Begriffen und konkreten Anschauungen bzw. das Verschwinden des Konkret-Anschaulichen prägt die derzeitigen Diskussionen, auch die wissenschaftlichen. Die LW ist ihrem Wesen nach konkret-anschaulich. Ein Landwirt verliert sich nur selten im Abstrakten. Im Gegensatz zu Stadtbewohnern.

    Das obige Experiment zielt darauf ab, den Begriff „Biodiversität“ im Kontext Glyphosat anschaulich zu machen. Und schon entpuppt sich der Begriff, so wie er von den grünbewegten Stadtbewohnern verwendet wird, als hohle Phrase. Als bloßes Mem, das nicht dazu dient, einen Sachverhalt darzustellen, sondern das kollektive Bewusstsein zu manipulieren.

    Hinter abstraken „Begriffen ohne Anschauungen“ wie Insektensterben oder Biodiversität werden vorzugsweise miteinander unvereinbare Forderungen versteckt. Unvereinbare Forderungen zu stellen, sich durch die Verwendung von Abstrakta permanent in Widersprüche verwickeln: so wird der Geist bzw. der gesunde Menschenverstand verwirrt, mit dem Ziel des Machtgewinns über diesen Geist.

    5+
    • Obstbäuerin sagt

      Ist der Erfolg dieser Methode schon so weit fortgeschritten, Fingerphilosoph, dass ein Angebot, sich vom Gegenteil mit eigenen Augen zu überzeugen, nicht gewollt ist? Wie kann da noch wirksam gegengesteuert werden? Ich habe es ja erlebt, die Schmetterlingsvielfalt, die trotz jahrzehntelanger Anwendung von Glyphosat vorhanden ist, will gar keiner sehen.

      2+
      • fingerphilosoph sagt

        Die einzige Möglichkeit, die die Bauernschaft hat, ist, die Teilung innerhalb der Bauernschaft, also die Teilung in „Bio“ und „Konvi“, zu überwinden und gemeinsam die Realität ungeschönt darzustellen.

        Dazu gehört, dass die „Bios“ nicht weiterhin so tun, als würde „Bio“ die Welt und das Klima retten. Dazu gehört aber auch, dass die Konvis nicht so tun, als wäre
        Massentierhaltung gerade auch für die Tiere die beste Lösung und als hätte LW überhaupt keinen Impact auf die Naturkreisläufe.

        Wenn die Teilung in „Bio“ und „Konvi“ nicht überwunden und die Realität von beiden Seiten nicht korrekt beschrieben wird, werden wir dafür als Gesellschaft wahrscheinlich irgendwann den Preis zahlen müssen, und es zeichnet sich jetzt schon ab, dass der hoch sein wird, vor allem, wenn wir hier in Europa in unserem Wahn tatsächlich so weit gehen, die LW bis auf ein paar Idyllo-Höfe zu zerstören.

        9+
        • fingerphilosoph sagt

          Ich schlage zur Überwindung der Teilung in der Bauernschaft folgende Lösung vor: Die Bauernschaft gründet ein Gremium aus Konvi- und Bio-Bauern mit dem Ziel einer angemessenen Beschreibung der landwirtschaftlichen Methoden, wobei die Konvi-Bauern die Bio-Methoden bewerten und die Bio-Bauern umgekehrt die Konvi-Methoden. Diese Ergebnisse werden dann zusammengeführt. Ein solches Vorgehen dürfte etwas von der jeweiligen Schönfärberei der eigenen Methoden eliminieren.

          8+
          • Obstbäuerin sagt

            Das ist ein interessanter Ansatz, denn dann stehen sich die Vertreter beider Anbaumethoden auf gleicher Augenhöhe gegenüber. Die Frage bleibt jedoch, wer zum Schluss die Ergebnisse beurteilt.

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            • fingerphilosoph sagt

              Zunächst einmal werden die Fronten aufgebrochen und eine sachbezogene Diskussion kommt in Gang, von der auch der interessierte Laie (= Verbraucher, Stadtbewohner) profitiert, weil ihm ein realitätsnahes Bild von LW vermittelt wird.

              Die Ergebnisse beurteilt abschließend jeder einzelne Bauer für sich selbst und zieht daraus die Schlüsse, wie er seinen Hof konkret bewirtschaften will. Der Bauer kann seine jeweilige Entscheidung ideologiefrei begründen und dem Stadtbewohner, der nun aufgrund der Diskussion ein realitätsnahes Bild der LW hat, auch vermitteln.

              3+
            • Arnold Krämer sagt

              Obstbäuerin, EU-Förderung
              Die EU-Förderung ist nur dort gerechtfertigt, wo man den Arbeit sparenden technischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte nicht voll nutzen kann (Bergregionen) und wo es nur absolutes Grünland und deshalb keine ackerbaulichen Alternativen gibt. Ansonsten muss nur ein angemessener Aussenschutz für die EU bestehen bleiben. Und man muss die Landwirte, die noch übrig geblieben sind, in Ruhe lassen. Der Sektor ist bereits jetzt völlig überreguliert, wodurch mittlerweile viele Menschen eine wenig sinnvolle Beschäftigung finden (neulich habe ich einen Buchtitel gefunden, der dazu passt, „bullshit jobs“; den Verfasser kann ich jetzt nicht nennen). Dieses Umfeld hat sicherlich kein Interesse an entsprechenden Änderungen. Deshalb bleibt wohl alles wie es ist, oder wird sogar noch schlimmer. Die Vorschläge der EU und die Forderungen viele Verbände lassen Entsprechendes befürchten.

              1+
            • Obstbäuerin sagt

              Arnold Krämer, im Obstbau nutzt der EU-Außenschutz nur bedingt, da die osteuropäischen Länder sehr viel preiswerter produzieren können und das hat mit der noch immer notwendigen Handarbeit zu tun. deshalb ist für uns auch der ständig steigende Mindestlohn ein großes Problem – gerade in diesem Jahr mit katastrophalen Preisen.

              1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Bei uns sind zum Teil für Erdbeeren nur 50 Cent je Kg ausbezahlt worden. Kenne ein Betrieb, der hat 100.000 Euro Verlust gemacht, wollte seine Erntehelfer jedoch nicht verlieren.
              Der Betrieb hat die Genossenschaft gekündigt, und will zu Edeka direkt liefern.

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          • Alexander Borchert sagt

            Sehr guter Vorschlag.
            Ich setz noch eines drauf. Egal ob Konvi oder Bio –
            Die Landwirtschaft muss in einer ausgeklügelten Aktion klar machen, dass ca. 300.000 Betriebe/Familien ca. 83 Mio Menschen täglich ernähren. Da besteht ein riesiges Vertrauensverhältnis zwischen 300.000 und 83.000.000 Menschen.

            2+
            • bauerhans sagt

              „Da besteht ein riesiges Vertrauensverhältnis zwischen 300.000 und 83.000.000 Menschen.“

              eben nicht!
              die ngo sind dazwischen und schaffen ein klima des misstrauens,die politik untermauert das ganze mit erlassen und verordnungen und die mehrheit der medien geht „voll darauf ab“.
              (nur kge hat jetzt einsicht gezeigt und kandidiert nicht mehr)

              6+
            • Obstbäuerin sagt

              Vor allem müsste die EU-Förderung unter diesen Gesichtspunkten vollkommen neu gedacht werden. Eine automatisch höhere Förderung für Bio wäre dann nicht mehr angesagt.

              1+
          • ja, genau! das sag ich doch die ganze zeit! wir brauchen dringend was, was bio und konvi vereint. im bereich tierhaltung gibt es erste ansätze, das hatte ich bei meinem letzten beitrag hier in den kommentaren erwähnt. wer mag, kann hier mal reinlesen: https://www.zeit.de/2018/18/tiermast-schweine-kuehe-krankheit-albert-sundrum-tierarzt. ich finde es gar nicht so schlecht, zumal er an der uni kassel prof für ökologische agrarwissenschaften ist….

            in dem stil müssten wir doch weitermachen und in folge immer mehr zu fakten und lösungen kommen können, oder habe ich mich da verrannt in eine idee?

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            • irgendwie verrutschen meine kommentare heut…. das war zum thema gremium für bio- und konvi-landwirte. gemeint….
              das mit den fördergeldern ist schwierig – bioproduktion ist viel teurer. ohne bioprämie hätten wir es schwieriger, immer die geld- aufwändigere variante der produktion zu nehmen…

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            • bauerhans sagt

              die antworten von prof.sundrum,der kein prakt.tierarzt ist,sind sehr übertrieben.
              wären tiere so krank,fiele das beim abnehmer auf und die betriebe bekämen eine vetkontrolle!
              hier werden gerade kleine nebenerwerbsbetriebe vom vetamt kontrolliert,insbesondere,ob die menge der medikamente zur anzahl der tiere passt.

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            • Obstbäuerin sagt

              Hallo Schäferin, für sinnvolle teurere Maßnahmen muss es dann natürlich auch mehr Geld geben aber nicht automatisch für das Label Bio. Das sollte es dann ja nicht mehr geben, denn eigentlich ist ja alles irgendwie bio in der Landwirtschaft.

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            • @bauernhans: ich stelle den sundrum ja auch nicht als halbgott dar, aber wenn ich mir das recht überlege, finde ich seinen ansatz interessant. ich weiß nicht, ob das beim abnehmer auffällt. ich kenne einen biobetrieb, dessen rinder trotz extrem veregelter lebern weiter vermarktet werden konnten, ohne vetamt…. und das ist ja genau der punkt. sundrum spricht von faktorenkrankheiten. weiderinder haben in bestimmten gebieten egel, punkt. aber die muss man bekämpfen, sodass wohlbefinden der tiere sichergestellt werden kann. und das ist ja sundrums ansatz – auch für biobetriebe. kann das bei den schweinen nicht auch so sein mit den magenschleimhautentzündungen? ich glaube schon, dass da ernsthaft der versuch dahintersteckt, tierhaltung unabhängig von bio oder nicht bio zu verbessern. über die konkreten schritte kann man ja streiten….

              @obstbäuerin: ja, nicht für das label, da stimme ich voll zu. das müsste an konkreten umständen gepfrüft werden können. tatsächliches tierwohl, biodiversität des betriebes, uvm. dann ginge es aber in richtung unterstützung für kleinbäuerliche landwirtschaft, nicht ausschließlich bio. und die ist, wie du sagtest, immer schwerer wirtschaftlich zu halten….

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      • Wenn ich mich hier auch nochmal einmischen darf…. hallo Obstbäuerin, schön, dich wieder zu treffen. ich habe das nicht so konkret mit einem Mittel erlebt, aber mit dem Thema „Bio-Tiere und allopathische Mittel“. Durch unseren Hof mit solidarischer Landwirtschaft haben wir viel und engen „Verbraucherkontakt“. Es ist tatsächlich so – hier muss ich fingerphilosoph eifrig recht geben. Wieviel Menschen arbeiten noch im Bereich Lebensmittelerzeugung? Ganz wenige. Und noch weniger, um davon zu leben. Und die haben keinen Begriff davon, was es heißt, auf soundsoviel Fläche mit soundsoviel Tieren Fleisch erzeugen zu müssen. Und was das für die Tiere bedeutet. Wenn ich ein paar Schäfchen einfach so zum Streicheln rumlaufen lasse, ist das was ganz anderes, als wenn den Muttertieren Leistung abverlange (möglichst Zwillinge, Fleischböcke im Einsatz, große Schlachtkörper,etc…) Wann haben Lämmer ihre Hauptwachstumszeiten, was stört das Wachstum, wie kann ich Muttertiere in der Laktation unterstützen, usw… Wenn ich anfange, zu erzählen, schlackern die Leute mit den Ohren. Und wenn ich denen mal so grob vorrechne, wieviel Fleisch mir verloren geht, wenn ich nicht leistungsorientiert arbeite, dann fallen die immer aus allen Wolken. Dann kommt meist der Punkt, das den Leuten die Tiere leid tun. Dass man sie zu dieser Leistung bringen muss, etc. Wäre es nicht besser, sie könnten lieber nur ein Lamm haben, bräuchten dafür aber keine Mittel? Dann fange ich wieder von vorne an und erkläre das mit den Parasiten nochmal. Und Parasiten gibt es bei einem oder zwei Lämmern gleich. Und dann erkläre ich denen, was IM SCHAF passiert, wenn Würmer die Darmwand durchfressen, die Schleimhaut schädigen, der Kot blutig wird, etc. Spätestens dann hab sich die Leute gefangen und sie wollen doch lieber, dass die Tiere allopathische Mittel bekommen. Und wenn die Veganer dann sagen, sie finden vegan gut, dann erkläre ich denen, dass ihr Gemüse auf dem Hof aber mit dem Mist der Tiere gedüngt wird, sonst würde hier nichts wachsen. (zu kompliziert darf man es jetzt nicht mehr machen…) Und dass Hasen, Rehe und Bodenbrüter auf unseren Weiden leben. Dann wollen auch die Veganer Tierhaltung.

        Ja, wir als Gesellschaft sind viel zu weit weg von der Urproduktion. Und zugemüllt mit tausend Aufschreien und Petitionen. Und dazu Halbwissen. Vegetarier, die sich rühmen, für sie müssten keine Tiere/Kälber geschlachtet werden. Und der Käse? Wie kommt der dann zustande? Das kann nur passieren, wenn man die Kreisläufe nicht kennt, bzw. nur im Selbstversorger-Garten oder mit ein paar Kuschelschafen. Was ja nicht schlimm ist, aber dann dürfte es nicht alles weiterhin im Supermarkt geben….

        Wir müssten ein Konzept machen und „Anschauungshöfe“ führen oder sowas. Das Interesse ist schon da, man muss es nur zu wecken wissen. Und das Gesamtkonzept gut verpacken. Es wäre viel Arbeit, aber unabhängige, selbst denkende Bio- und Konvibauern und Schäfer zusammen… Und es braucht natürlich den „Aufhänger“. den habe ich mit den niedlichen Lämmern ja immer gratis…..

        Aber erwarten, dass die Leute sich adhoc mit Fachthemen auseinander setzen (wollen), wird enttäuscht werden. Das überfordert die Leute schlichtweg. Manchmal fange ich beim Thema Wiederkäuen an und erkläre, dass ein Schaf vier Mägen hat. das war dann schon ein Erfolg für den Tag…. denn dann haben die verstanden, dass Ernährung da ganz anders läuft und warum es für ein Schaf u.U. tödlich sein kann, in ein saftiges Brot zu beißen….. – was das niedliche Schaf natürlich total gerne tun würde und dessen Vehemenz im Abjagen von Brotstückchen den Besucher manchmal dazu bringt zu überlegen, ob die Schafe vielleicht Hunger haben könnten und zu wenig zu fressen bekommen… bbbrrrr….. und du erwartest, dass man so komplizierte Sachen denkt wie „Biodiversität trotz böser Mittel?“ Tschuldige, das ist nicht persönlich gemeint, aber ich entgleise manchmal in Sarkasmus, weil mich das alles manchmal wahnsinnig macht…..

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        • bauerhans sagt

          „ich stelle den sundrum ja auch nicht als halbgott dar…“

          DIE ZEIT provoziert gern und gibt deshalb z.b. prof.sundrum eine chance,sich zu äussern,aber ein fachmann von der TIHO in H hätte unbedingt auch dazu gehört werden müssen.

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    • Stadtmensch sagt

      Lieber Fingerphilosoph, erst MINT-Man mit seinen Landwirtschaftlichen Hauptsätzen nebst Vorzügen des Oxygeniums für dressierte Verbraucher und jetzt du mit „anschaulichen Begriffen“ für „grünbewegte Stadtbewohner“? Wie soll ich mich da auf Glühphosphat konzentrieren? 😉

      „Das Auge sieht keinen Tisch und das Ohr hört keine Worte. Wenn Du einen Tisch erblickst, dann beginnt der Teil Deines Gehirns, der für die Verarbeitung der aus der Netzhaut kommenden Nervenimpulse zuständig ist, zu arbeiten. Und nachdem er in einem äußerst komplexen und genialen Prozess diese Daten gefiltert, komprimiert, korreliert und mit deinem Gedächtnis abgeglichen hat, übergibt er eine erste Interpretation dieser Sinnesdaten an das Bewusstsein: „Achtung, da könnte ein Tisch stehen.“
      https://www.heise.de/tp/features/Brief-an-einen-jungen-Philosophen-4250192.html?seite=all

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  12. Mark sagt

    Die Ergebnisse der Studie, zumindest der Zusammenfassungt nach zu urteilen, sind jetzt nicht besonders überraschend. Spannender ist die Frage, wieviel Biodiversität brauchen wir auf der LN.
    Die Veröffentlichung der Studie in ausschliesslich in Englisch ist auch Ausdruck eines zunehmend auf Showeffekte abzielenden Wissenschaftsbetriebes. Man will damit in erster Linie, internationale wissenschaftlicheExclusivität suggerieren. Die aufwendige Anfertigung einer deutschen Studie in englischer Sprache und die anschließende, meist externe Rückübersetzung ist schlicht Schwachsinn.

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    • stiller Beobachter sagt

      Was für ein himmelsschreiender Blödsinn!
      Eine Veröffentlichung in Englisch hat nichts mit „Show-Effekt“ zu tun sondern ist zwangsläufig im (heutigen) Wissenschaftsbetrieb. Zu Zeiten der „Kaiser-Wilhlem-Institute“ war die (internationale) Sprache der Wissenschaft tatsächlich mal das Deutsch. Aber diese Zeiten sind nun mal vorbei. Wer heute eine wissenschaftliche Karriere (egal ob in den Agrar,- Medizin-, oder Biowissenschaften) anstrebt, egal ob er in Rostock, Paris, Hongkong oder Brasilia arbeitet, MUSS auf Englisch publizieren. Und das hat nichts mit Exklusivität zu tun, sondern im Gegenteil mit UNIVERSALITÄT, weil heute nun mal ein ganz gewaltiger Teil der Welt Englisch versteht. Nicht umsonst ist Englisch auch zumindest eine der offiziellen Sprachen in einer ganzen Reihe internationaler Organisationen (UN, EU, AU, etc.pp.). Wissenschaft LEBT davon dass sie von so vielen wie möglich verstanden werden kann. Und JA, es ist völlig legitim dass eine solche primäre Arbeit zu erst von all den anderen Wissenschaftlern verstanden wird. Denn die müssen sich damit auseinandersetzen. Eine solche Studie ist keine Handlungsanweisung für den einzelnen Landwirt! Sollte sie auch nie sein! Insofern ist Bauer Willis Beurteilung nicht falsch, hat aber erst mal überhaupt keine Implikation für die tatsächlich daraus abzuleitenden Konsequenzen. Denn die müssen im Kontext all der anderen Erkenntnisse entwickelt werden.
      Es ist zum Teil sehr überraschend mit welchen Weltsichten man hier konfrontiert wird.

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      • Obstbäuerin sagt

        Kein Mensch (Bauer) hat was gegen wissenschaftliche Veröffentlichungen in Englisch, stiller Beobachter. Das Problem ist, dass ausschließlich in Englisch veröffentlicht wird und gerade Fachenglisch ist ja nicht so einfach zu übersetzen. Es wäre doch normal, sowohl in der Muttersprache als auch in der üblichen Fachweltsprache zu publizieren, wenn man einen breiteren Kreis erreichen will.

        3+
        • die interessantesten studien zum wolf sind auch in englisch. wenn man sich da durchquält, kommt heraus, dass es ohne bejagung in kulturlandschaften nicht geht. und dass die sogenannte trophische kaskade, wie sie im yellowstone bejubelt wurde und angeblich zeigen soll, dass der wolf sogar einen positiven einfluss auf die pflanzenwelt hat, quatsch ist. auf englisch steht da drin, dass es im messzeitraum wärmer und regenreicher war und deshalb mehr pflanzen wuchsen und nicht weil der wolf die pflanzenfresser gefressen hat.

          tja – und warum wird sowas nicht übersetzt?

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      • Thomas Apfel sagt

        Hallo Anleitungsprüfer: Ihr Post ist an Arroganz kaum zu übertreffen:“ Erst einmal einigen wir Wissenschaftler uns unter uns Erlauchten, den Plebs, der betroffen ist kann man getrost außen vorlassen.“
        Die bekannte Vorgehensweise führt zuallererst dazu, das die Arbeit der Institute schwerer kontrollierbar ist.
        So ist es Niemandem aufgefallen wenn ein Institut wie zum Beispiel das „Deutsche Entomologische Institut“ die tausendste Veröffentlichung zum zu irgendeinem Mistkäfer in Sonstwo auf Englisch getätigt hat, aber nicht in der Lage ist irgendeine Aussage zum tatsächlichen Status der Biodiversität der einheimischen Insektenwelt von sich zu geben, sondern unzulänglich statistisch abgesicherte Daten eines Hobbyvereins nachplappern muss !!

        4+
      • Harald von Canstein sagt

        Dem stimme ich zu, stiller Beobachter. Dazu ein Zitat von Alexander v. Humboldt: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.“
        Nach 15 Jahren in der (universitären) Forschung kann ich aus eigener Erfahrung sagen: bitte nicht einzelne Studien überbewerten. Die Ergebnisse sind von einem Bacheloranden oder Masteranden, der auch den Enwturf des Papers schreibt, korrigiert vom Prof. Den jungen Leuten fehlt die Lebenserfahrung (darunter subsummiere ich das Wissen von verschiedenen Fachgebieten außerhalb des eigenen), um die Ergebnisse fundiert in einen Kontext zu stellen (hier: landw. Praxis, Gesellschaft, Politik). Daher bleibt die Sprache schwer verständlich, denn nur wer seine Ergebnisse vollumfänglich versteht, kann sie auch Laien erklären.
        Daher ist es wenig sinnvoll, solche Artikel auch auf Deutsch zu publizieren – die Ergebnisse werden dadurch nicht besser erklärt…

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        • Thomas Apfel sagt

          – vielleicht einfach mal beim Thema bleiben. Es geht im Beitrag nicht um Grundlagenforschung (bei Dieser würde ich Ihnen zustimmen). Es ist vielmehr ein (möglicherweise nicht einmal randomisierter) Versuch der eher empirischen Charakter trägt.
          Ausschlaggebend ist für die Diskussion, dass illustriert wird, was jeder Landwirt weiß: Die Wiederbegrünung ist nach der Behandlung mit Glyphosat ähnlich wie bei wendender und nicht wendender mechanischer Bearbeitung.
          An welcher Stelle hier der Nicht-Wissenschaftler zu dämlich sein soll und falsche Schlüsse zieht ist für mich nicht zu erkennen. Da beschleicht mich schon der Verdacht, die Sprachwahl entspringt der Angst abgewatscht zu werden (weil nicht gesellschaftlicher Mainstream).

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  13. Thomas Apfel sagt

    Genau diese Erfahrung hat ja jeder der Glyphosat seit Jahren (Jahrzehnten) einsetzt.
    Wir haben 2018 gemeinsam mit dem Pflanzenschutzamt zur Landwirtschafts-Ausstellung in Paaren alle Unkräuter, die zu diesem Zeitpunkt in den behandelten Baumstreifen gefunden wurden, je ein Exemplar getopft und ausgestellt. Dazu hatten wir eine Liste der bei uns in den Anlagen insgesamt gefundenen Kräuter und Gräser (es waren über 100 Arten) ausgelegt. Zudem hatte das Pflanzenschutzamt eine von Reihe von im Mai vorkommender „schädlichen“ Insekten als lebende Exemplare in Petrischalen ausgestellt.
    Die Reaktionen waren folgende:
    Pflanzenfreunde fanden die Kräutervielfalt toll, den Zusammenhang zu Glyphosat haben sie nicht mit nachvollzogen, trotzdem wir mit 2 kompetenten Fachleuten vor Ort waren und das Gespräch mit dem Publikum gesucht, und entsprechende Poster erarbeitet hatten.
    Kleingärtner und Landbevölkerung wollten bei speziellen Schädlingen wissen, was man spritzen kann. Besondere Aufmerksamkeit galt hier dem Buchsbaumzünsler und nicht den Insekten, die an Nutzpflanzen Schaden machen.
    Besondere und selektiv beachtete Attraktion war ein Terrarium mit lebenden Maikäfern.
    Die Wahrnehmung insbesondere der Städter ist dermaßen von den Frames der NGO´s und der Grünen überlagert, dass es nur stört, wen jemand versucht auf Zusammenhänge hinzuweisen.
    In Übrigen finde ich es auch sehr typisch, das so eine Untersuchung nur in Englisch veröffentlicht wird ! Mit dieser Methode war auch die katholische Kirche bis zur Reformation sehr erfolgreich, indem sie die Aussagen der Bibel durch ausschließliche Verwendung von Latein im Gottesdienst verschleiert haben.

    30+
    • Ludwig sagt

      Interessante Arbeit!
      Mich würde interessieren, wo du das gemacht hast? kann man das wiederholen?
      Möchte hier nicht meine Email adr. reinstellen. Ich denke über Willi wird das bei mir ankommen.
      Danke

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    • wow. wie lange habt ihr dafür gesammelt und gezählt? hat das das pflanzenschutzamt übernommen? mich würde das auch näher interessieren. hattet ihr vergleichszahlen zu vorjahren? habt ihr noch ergebnisse, die man einsehen kann, die poster o.ä.?

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