Bauer Willi
Kommentare 32

Deutscher Fleischkongress: Robert Habeck und Mirjam Lechner

Ein lesenswerter Artikel.

https://www.fleischwirtschaft.de/politik/nachrichten/Deutscher-Fleisch-Kongress-Weniger-Tiere-und-mehr-Geld-38061?crefresh=1

Der Referent Robert Habeck skizziert seine Vorstellungen von der Nutztierhaltung. Im wesentlichen plädiert er für weniger Tiere in Deutschland und weltweit. Er wendet sich gegen Exporte, beklagt die Verschwendung, fordert eine bessere Kennzeichnung und lobt in diesem Zusammenhang des Lebensmitteleinzelhandel, die hier vorbildlich vorangehe.

Mirjam Lechner klärt mit sehr viel praktischer Erfahrung die Teilnehmer des Deutschen Fleischkongresses darüber auf, dass nicht immer der erste Eindruck im Stall auch der Richtige ist. Und dass der Mensch, und nicht die Automatisierung im Stall die entscheidende Rolle spielt.

Wer mehr von Mirjam Lechner erfahren will:

https://www.bauerwilli.com/tierhaltung-wissen-emotionen-strategien/

 

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32 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Die Grünen sind so wie der franz. Präsident . Erst große Sprüche und Lügen und dann die Wähler vor vollendete Tatsachen stellen. Kein Wunder, daß die Gelbwesten auf die Straße gehen , wenn man die Landbevölkerung dermaßen in die Kostenlawine bringt , daß das Geld nicht reichen kann. Genauso ist das hier schon passiert . Nur das in Deutschland die Leute so schnell nicht auf die Straße gehen. Mit der Änderung der Nutztierhaltung aus der Grünen Sicht werden auch hier die Kosten kräftig steigen , oder die Nutztierhaltung wandert in die anderen EU-Länder ab. Ganz krass ist das heute schon zu sehen in Spanien . Dort werden und wurden die EU-Gesetze garnicht , oder nur sehr lasch umgesetzt , sodaß dort die Schweinehaltung brummt und hier in Deutschland durch die ständige politische Kostentreiberei die Schweinehaltung reduziert oder aufgegeben wird. Auch die Mär vom Fleischexport läst einen nur den Kopf schütteln, weil die Leute damit für dumm verkauft werden , denn es werden fast ausschließlich nur die Fleischteile exportiert , die hier keiner mehr essen will, wie Schweinebauch,-ohren, Eisbein usw. . Genauso ist das beim Geflügel und Rind. Das dafür die Bauern verantwortlich gemacht werden , ist schon ein starkes Stück. Der LEH macht sich einen schlanken Fuß und tut alles um von den Grünen und NGOs in Ruhe gelassen zu werden. Dafür nimmt er gern das Leid der Bauern in kauf.

    19+
    • fingerphilosoph sagt

      Informiere Dich erstmal über Frankreich, bevor Du hier große Sprüche klopfst. Man kann Macron vieles vorwerfen, aber nicht, dass er lügt. Er versucht, das umzusetzen, was er von Anfang an gesagt hat.

      Das Problem in Frankreich sind in Wirklichkeit nicht die Reichen gegen die Armen oder die Grünen gegen die Konventionellen, sondern die Wohlstandsverwalter gegen Wohlstandsproduzenten. Es gibt zu wenig Wohlstandsproduzenten im Verhältnis zu Wohlstandsverwaltern, sprich Bürokraten. Unter den Gelbwesten sind viele, die gegen sich selber protestieren, sprich, solche, die eine Stelle beim Staat oder einer der zahllosen dem Staat angeschlossenen Organisations oder Associations haben oder im staatlich finanzierten Gesundheitswesen arbeiten. Ein Teil der Gelbwesten protestiert also gegen die hohen Steuern, von denen sie selber bezahlt werden. Fallen die Steuern weg, fallen auch die Jobs weg, von denen Frankreich sowieso zu wenige hat.

      Die Leidtragenden bei den Gelbwesten- und ähnlichen Aktionen sind normale Bürger, denen das Auto abgefackelt oder die Schaufensterscheibe eingeworfen wird. Über die spricht jedoch niemand, die müssen halt sehen, wie sie mit dem Schaden zurechtkommen.

      9+
      • Falls sich jemand für das Thema, welches fph angesprochen hat, interessiert:
        Mittwoch, 12. Dezember 2018 ab 10.00Uhr SWR1 Baden- Württemberg „Leute“
        Gast (live): Prof. Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts. Beschäftigt sich seit Jahren mit den Besonderheiten des politischen Systems in Frankreich.
        Krawalle und Ausschreitungen in Frankreich. Paris im Belagerungszustand, die Polizei im Alarmzustand. Brennende Autos, geplünderte Läden, ein marodierender Mob. Diese Bilder kannte man aus Frankreich so nicht, entsprechen verstörend wirkt der Protest der sogenannten „Gelbwesten“. Und er zeigt die Hilflosigkeit einer Regierung, die ihr Volk offenkundig zu weiten Teilen nicht mehr erreicht. Prof. Frank Baasner ist der Direktor des Deutsch-Französischen-Instituts in Ludwigsburg und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den deutsch-französischen Beziehungen und den Besonderheiten des politischen Systems in Frankreich.
        Moderation: Wolfgang Heim

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      • Brötchen sagt

        Fph. Danke für die Erklärung!
        Fr. Hat 46% Steuerquote D. hat 36% . Fr. hat ein Renteneintrittalter von 62.

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        • Stadtmensch sagt

          Alles klar, die Reichen, die gemessen an ihrem Einkommen kaum Steuern zahlen, bzw. mit etwas Schlauheit sogar doppelt und dreifach ihre „Verluste“ von der Steuer absetzen, sind nicht das Problem. Ihr wollt auch sechzehn Schlösser und Privatjet und mehr Selbsterfahrungs-Egotrips in die letzte unberührte Wildnis. Wenn ich was zusagen hätte, würde ich auch alle Steuern streichen, damit ihr mehr Geld übrig habt, euch Bunker zu bauen. Die wirklich Reichen tun übrigens genau das – Bunker bauen. Mannomann…

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          • fingerphilosoph sagt

            @ Stadtmensch

            In jedem Land der Welt, auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern gibt es verschiedene Einkommensschichten: Die Sehr-gut-Verdienenden, die Gut-Verdienenden, die Normal-Verdienenden und die Einkommensschwachen. Daraus setzen sich heute überall auf der Welt die Gesellschaften zusammen. Jeder Einzelne strebt danach, seinen Status zu verbessern oder, wenn er nicht gerade zu den Einkommensschwachen gehört, zumindest zu erhalten. Sozialsysteme wie in der westlichen Welt, die einen Ausgleich zwischen den Einkommensklassen schaffen, gibt es in den meisten anderen Ländern nicht, oder bloß rudimentär. Von einer Rente oder eine Krankenversicherung können die meisten Menschen auf der Welt bloß träumen. Die meisten träumen von einem Moped oder einer Waschmaschine. Sozialsysteme funktionieren nur da, wo Menschen an ihrem eigenen sozialen Aufstieg und der Verbesserung ihrer eigenen Situation arbeiten können. Nur, wenn sie selber von den Normal- zu den Gutverdienern oder von den Gut- zu den Sehr-Gut-Verdienern aufsteigen bzw. zumindest die Möglichkeit dazu haben, kann sich so was wie ein Sozialsystem überhaupt etablieren. Wenn den Leuten der Aufstieg verunmöglicht wird, bspw. durch zu hohe Steuerbelastung, erodieren die Sozialsysteme oder brechen gleich zusammen. Ist es das, was Du willst?

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  2. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, der einzige Politiker der Grünen der bisher in der Realität angekommen ist, ist Winfried Kretschmann der MP von BW. Ähnliches hatte ich auch von R.H erwartet ,aber Fehlanzeige. Zurück aus der Verantwortung als Minister in S-HS, wo er aus meiner Sicht doch gelernt haben müsste, das es einenen Unterschied zwischen Traum und Realität gibt,verfällt er sofort, nach aktivem Eintritt in das Parteiamt wieder in die Rolle aller Grünen. Wir fordern nur, und wollen aber nicht sagen das das was wir wollen ,völlig unreal und praxisfremd ist, Hauptsache Wählerstimmen sammeln, von Menschen die unserer Auffassung treu ergeben sind und ohne nachzudenken glauben, was die Grünen sagen muß richtig sein. Ob diese Partei, im Osten, bei den nächsten Landtags und Kommunalwahlen punkten kann, ist stark zu bezweifeln.

    9+
    • Brötchen sagt

      BB täusch dich da nicht, in den Städten werden die grünen gewählt.
      Die haben ihr Führungspersonal ganz geschickt geändert. und auch die Themen , die so angesprochen werden trifft den Nerv der Leute. Ich hatte letztens die baebock gehört.
      Das die aber genau die Wertschöpfung abschaffen, merken die wenigsten.

      2+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin ,als Landsmann gebe ich Dir ja Recht. Die meisten Stimmen holt diese Partei in der Landeshauptstadt Potsdam. Frau Baerbock war letztes Jahr im Raum Mühlberg zu Gast um sich über die Unzulänglichkeiten des größten Kieswerkes in Europa zu informieren. Sie ging mit der Aussage, das geht so garnicht, da werde Ich Euch helfen.
        Das wars und dabei blieb es. So ist es aber bei vielen anderen Themen auch.
        Erst Hoffnung wecken, die Aufmerksamkeit in den Medien auskosten und dann still und leise wieder in der Versenkung verschwinden. Aber mann hat gepunktet.

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        • Brötchen sagt

          Siehste….den Eindruck hatte ich auch. Die greifen geschickt Themen auf, die den Leuten wichtig sind und Umwelt geht immer.
          Ich geben nur wieder, was meine ehemalige Kollegin mir erzählt hat, deren Tochter arbeitet in p……Mutti jetzt bist du ja in Rente, da kann ich die grünen wählen.

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        • Obstbäuerin sagt

          Das sehe ich auch so, Brandenburgbauer und Brötchen. Neben den gut betuchten in den größeren Städten werden auch junge Wähler den Grünen ihre Stimme geben. Wie breit sich die Stimmung gegen die konventionelle Landwirtschaft in der Bevölkerung durchgesetzt hat, wird die Beteiligung an der WIR HABEN ES SATT Demo zeigen. Ich ahne nichts gutes.

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  3. Liberaler sagt

    Robert Habeck ist der „Anton Hofreiter“ in gut aussehend und redegewandt. Das macht ihn so gefährlich.
    Wenn er zur Sparsamkeit aufruft, ist das gut und richtig.
    Wenn er den LEH lobt, ist er ein fieser Verräter.

    Frau Lechner hat richtig gesagt, dass der Mensch Lösung und Problem der Tierhaltung sein kann. Also der entscheidende Faktor. Aber trotzdem kann man weniger Fleisch essen und sparsam sein.

    Leider lässt sich der Link nicht öffnen.

    3+
  4. Borchert Alexander sagt

    Könnte es sein, dass wir in der Landwirtschaft mit dem LEH und dem Verbraucher am liebsten nichts zu tun hätten?
    Ist der LEH nicht unser stärkster Partner?
    Wie sollten wir bei Selbstversorgungsgraden > 100 % unsere Waren an den Mann und die Frau bringen?
    Wir haben es seit Generationen nicht gelernt in Ketten zu denken oder?
    Wir Bauern sind am Anfang dieser Ketten, doch warum verschließen wir uns, mit den Partnern zusammenzuarbeiten?
    Wir wollen immer die Politik dazwischenschalten, aber warum ist das so?
    Haben wir kein Selbstbewusstsein?
    Oder haben wir Bauern zu viele Einzelinteressen und können dadurch immer gegeneinander aufgebracht werden?

    Wir Bauern sollten endlich erkennen, dass sich unsere Bevölkerung und deren Einstellung gewaltig ändert. Die Menschen wollen sich auf Kosten der Landwirtschaft von ihrem schlechten Umweltgewissen freikaufen. Man kan jetzt toben und alle für blöd verkaufen. Oder man beginnt die Chancen zu sehen. Wenn Menschen bereit sind, sich über Lebensmittel ein reines Gewissen zu kaufen, dann ist doch das ein Geschäftsmodell oder?
    Könnte das nicht ein neuer Ansatz sein, um die Landwirtschaft in ein anderes Licht zu rücken und damit auch noch Geld zu verdienen?

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    • Simon Holl sagt

      Das wird doch längst gemacht: Genfrei, Glyphosatfrei, weide milch, milch nicht aus Anbindehaltung, A2 Milch, Qm und Qs……

      Am Anfang gibt’s minimal mehr und sobald genug Bauern mitmachen ist es für die Supermarktketten der neue Standard zum Grundpreis und alle die nicht dabei sind bekommen weniger.

      Somit schaufeln sich die Molkereien mit ihren Werbegags ihr eigenes Grab und jeder sollte sich gut überlegen ob er bei sowas mitmacht.
      Denn am Ende läuft es bei jeder dieser „wir machen mehr um das Produkt besser zu verkaufen“ Masche darauf hinaus das man fürs gleiche Geld höhere Auflagen hat.
      Dann kann man es auch gleich lassen.

      11+
      • Borchert Alexander sagt

        Hallo Herr Holl,
        genau da liegt unser bäuerliches Problem. Wir haben eine Molkerei, die 2010 mit GVO-frei begonnen hat. 3-4 Jahre konnten wir damit einen besseren Milchpreis erhalten, weil wir Marktanteile erobert haben. Leider haben das dann alle Molkereien gespannt und nachgezogen. Aus Premium wird Standard.

        Unser Problem ist, dass wir am Markt vorbeiproduzieren. Wir produzieren seit den 70er Jahren Überschüsse. Wir produzieren weltweit austauschbare Produkte und damit gilt bei offenen Märkten das knallharte Gesetz von Angebot und Nachfrage.
        Das beste Beispiel wie wir Bauern auf dem Markt reagieren ist der Pachtmarkt. Vergleiche zwei Nachbarbetriebe: Marktfruchtbau (ohne Rübe) gegen Biogasler. Wer kann mehr zahlen und warum? Natürlich der Biogasler, weil er das bessere Geschäftsmodell gewählt hat.

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    • Obstbäuerin sagt

      Woran erkennt man denn, Borchert Alexander, dass sich die Einstellung der Bevölkerung gewaltig ändert?

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      • Borchert Alexander sagt

        An dem, was um uns herum diskutiert wird. Bei mir saß vor ca. 8 Wochen eine 70-jährige Frau am Tisch. Seit 52 Jahren CSU-Wählerin. Sie wählt jetzt GRÜN, weil sich was ändern muss. Das zieht sich durch viele Gesellschaftsbereiche. Die Leute wollen sich mit einem Kreuz an grüner Stelle frei kaufen.
        Leider braucht es für solche Strömungen nicht absolute Mehrheiten. Es reicht ein Bruchteil der Bevölkerung und schon kippt die Stimmung.
        Heutzutage geht das auch noch viel schneller als früher.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      >> Könnte es sein, dass wir in der Landwirtschaft mit dem LEH und dem Verbraucher am liebsten nichts zu tun hätten?
      Richtig, der LEH ist inzwischen bei den Landwirten zu einem Sündenbock geworden. Dem LEH und dem Verbraucher wird die Schuld an den niedrigen Preisen zugeschoben.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Der LEH hat in D einen beispiellosen Kampf um Kunden geführt, auf Kosten der der Bauern und Verarbeiter und der Verbraucher hat die niedrigen Preise dankend angenommen. Jetzt die Schuld beim konv. Bauer zu suchen ist zu einfach. Warte mal ab, wenn genügend BIO-Lebensmittel im Regal stehen, bekommt ihr das mit der selben Härte zu spüren.

        5+
      • Stadtmensch sagt

        Vielleicht sollte man nicht vergessen, dass die aus den sagenhaften Produktionssteigerungen resultierenden „Lebensmittelberge- und Seen“ auf eine relativ unelastische Nachfrage treffen. Der Verbraucher gibt sein Bestes, möglichst viel von diesem Überangebot zu vertilgen (zwei Drittel der Männer übergwichtig) bzw. wegzuschmeißen und auszusortieren (z.B. wegen eines rausgefallenen Pfefferkorns in der Wurstpackung), aber immer noch bleibt nur der Export, um als Produzent wenigstens halbwegs auf seine Kosten zu kommen.
        Als Lesetip: „Economix : How Our Economy Works“, da wird nicht nur das gut erklärt.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          @Stadtmensch
          Die Überproduktion ist das Grundübel schlechthin. In keiner anderen Branche wird die Produktion losgelöst von der Marktbeobachtung gemacht. Hinter dem Ganzen steckt ein System, das auch die Politik stützt. Die Lebensmittelpreise sollen niedrig sein, damit mehr Geld für den Konsum bleibt. Und wenn die Leute Mangel spüren ist das auch nicht gut, denn dann ist schwieriger regieren. Darum hat man vor Jahrzehnten dem Bauern die staatliche Intelligenz (Beratung) verpasst, der das KnowHow für immer mehr und immer billiger produzieren den Landwirten vermittelt. Der zweite wichtige Faktor sind die Abnehmer. Dort wurden floatende Erzeugerpreissysteme (Milcherzeugerorientierungspreis, oder Matif) erfunden, die das Erzeugerpreisrisiko vom Abnehmer auf den Landwirt verlagern. Wenn die Preise fallen, dann geht das nicht zu Lasten der Abnehmer, sondern die Landwirte sehen nur die Möglichkeit noch mehr zu produzieren um die Stückkosten weiter senken. Das Ganze ist ein Zwickmühle für die Erzeuger. Das Traurige ist, dass die Abnehmer sehr oft die Genossenschaften sind, die den Bauern selbst gehören. Z.B. ist 70% der Milchverarbeitung in Deutschland genossenschaftlich organisiert. Dort müssten die Eigentümer, also die Bauern als aller erstes ansetzen und den Genossenschaftsgedanken wieder im Sinne der Bauern einfordern. Tun sie aber nicht. Wenn auf den Genosschenschaftsversammlungen nur ein paar Prozent der Genossen erscheinen, dann sagt das viel aus, wieviel Interesse die Bauern selbst daran haben Verantwortung zu übernehmen. Statt dessen sind dann die Bauernversammlungen der Verbände gut besucht, wo man die Politik anbettelt und die Schuld auf LEH, Grüne, Medien und natürlich auf den Verbraucher schiebt.

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          • Stadtmensch sagt

            Ja, Alois. Es ist alles total verkorkst. Wir quälen die Tiere und übernutzen unsere Kulturlandschaft, damit unsere Arbeitsplätze zur Abschaffung der Arbeit erhalten bleiben. Habs ja heute schon mal verlinkt:

            „Was er sagte, was ich absolut faszinierend fand, war, dass in den achtziger Jahren jeder von oben bis unten in der Sowjetgesellschaft wusste, dass es nicht funktionierte, wusste, dass es korrupt war, wusste, dass die Bosse das System plünderten, wusste dass die Politiker keine alternative Vision hatten. Und sie wussten, dass die Bosse wussten, dass sie das wussten. Jeder wusste, dass es eine Fälschung war, aber weil niemand eine alternative Vision für eine andere Art von Gesellschaft hatte, akzeptierten sie dieses Gefühl der totalen Täuschung einfach als normal.“

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wer Quält die Tiere?
              Ich kann dir versichern, die unhaltbaren Zustände, die im TV gezeigt werden, haben Seltenheitswert.
              Schau dir mal das Bild oben an, da liegen die Sauen eng beieinander, obwohl genug Platz wäre, um verstreut zu liegen. Da spricht der Mensch von Tierquälerei, wenn der Stall eng belegt wird und die Sauen liegen von alleine fast übereinander.

              Wenn sie etwas Gutes tun wollen, kann ich ihnen eine Adresse zukommen lassen, Vorsichtshalber habe ich gleich den Link mit der Preisliste eingefügt.

              https://www.hofgut-silva.de/allgemeine-produktinformationen/

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            • Stadtmensch sagt

              Keine Sorge Ehemaliger. Habe hier schon gelernt, dass wenn sie einen Haufen bilden, dass es ihnen nan gut geht 😉
              Würde mich glatt dazu legen, aber dann „vermenschliche“ ich ja schon wieder. Außerdem ist bestimmt das ganze Stroh voller giftiger Pilzsporen und deshalb gehts den Bio-Schweinen eigentlich gar nicht gut. Ansonsten, danke für den Tip – wir versorgen uns schon ausreichend bei regionalen Direktvermarktern.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Es geht doch gar nicht, ob es den BIO Schweinen gut, oder besser geht, es geht darum, ob es den konv. gehaltenen schlecht geht.
              Würde man die Tiere quälen, dann gäbe es kein Fleischzuwachs, somit verdient der Bauer kein Geld, nein, er macht Verluste.

              Sie haben mal erklärt, dass sie in diesem Betrieb einkaufen:

              https://www.agrar-memmendorf.de/die-agrargenossenschaft.html

              Ist das der schnucklige Betrieb, der nur Schweine auf Strohhaltung verkauft?

              1+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Eben,
            die Überproduktion wird staatlich gefördert. Baute der Bauer einen neuen Stall für seine 50 vorhandenen Kühe, gab es keine Knete, für einen mit 100, oder 150 Kühe, dann gab es Geld vom Staat und somit befeuerte die Politik die Mengenproduktion, das war gewollt. Doch welcher Bauer konnte der Aufstockung der Zahl der Kühe widerstehen. Die andere Frage wäre gewesen, was soll ich mit 3 bis 4 Kühen anfangen, die meine Eltern gehalten haben.

            Aber kommen wir zu dem, was ich immer gemacht habe, den Weinbau.
            Wir die Winzer haben den Verbraucher immer mitgenommen, indem wir dem Verbraucher unseren Weinkeller geöffnet haben, jeder konnte sich auch über den Pflanzenschutz sich informieren. Qualitätsmäßig sind wir in Deutschland in der Spitzengruppe zu finden, können auch mit den Spitzenweinen der Welt mithalten, dies ist natürlich nur möglich, wenn man den Ertrag begrenzt.
            Dennoch wird es immer schwieriger, den Wein zu vernünftigem Preis zu verkaufen. Ich habe noch die Abrechnung vom Jahre 1971, die Winzer von Heute wären froh, wenn sie die Kg Erlöse von damals noch ausbezahlt bekämen.
            Ich kann dir versichern, an der Beteiligung der Mitglieder an den Genossenschaftsversammlungen liegt es nicht.

            1+
            • Alois Wohlfahrt sagt

              @Ehemaliger
              Sicher kommt es nicht ausschließlich auf die Besucherrate bei den Genossenschaftsversammlungen an. Schicksalsgebend sind da aber schon die Beschlüsse und die Wahlen des obersten Organ der Genossenschaft. Ich habe es hier vor meiner Haustüre erlebt, dass die Bauerngenossen immer die Bauernverbands- und Parteiplatzhirsche in Aufsichtsrat und Vorstand gewählt hatten. Am Ende standen Millionen Schulden und Konkurs. Und vor allem, das marktwirtschaftliche Marken-Alleinstellungsmerkmal „Allgäuer Bergbauern“ wurde verächtlich ignoriert. Die Marken wurden nach dem Konkurs verscherbelt. Den Bauern ist nichts geblieben, als dass sie „anonyme und unter Preisdruck austauschbare Rohstofferzeuger“ sind. Aber mehr wollen sie auch nicht. Gut, dass es da noch die Berchtesgadener Genossenschaft gibt. Denn dort wurde mit Weitblick die Erzeugermarke „Berchtesgadener Milch“ aufgebaut und im Markt gefestigt. Der Berchtesgadener Erzeugermilchpreis wirkt daher bis ins Allgäu. Sodass die Erzeugergemeinschaften immer den Basispreis der Berchtesgadener Genossenschaft als Verhandlungsanker nehmen können.

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            • Schmeckt gut sagt

              @Ehemaliger@Alois. Der Staat nimmt vielzuviel Einfluss auf die Produktionsmenge. In D durch die einzelbetriebliche Förderung mit Ländermittel in der Agrarförderung und mit EU-mitteln (GMO). Noch krasser wird es z.Z. wenn man sich die Mittel zum Erhalt von Arbeitsplätzen in Migrationsländern sieht (Bulgarien, Rumänien, auch Marrokko, Ukraine andere osteuropäische Länder). In D beträgt die Förderung bis max. 35-40% in den anderen Länder bis zu 100%. Glaubt ihr nicht? Durchsucht das Web. Zahlen sind leicht zu finden. In unserem Hochpreisland kommt diese Benachteiligung im Wettbewerb hinzu, wird von der Politik nur nicht angesprochen. Interessante Nischen haben so in kürzester Zeit ihre Rentabilität verloren – insbesondere auch im Handwerk (Möbelbau, Betonbau, Stahlverarbeitung…). Einschränkungen im Import gibt es nicht – nicht im Handwerk und erst recht nicht in der LW. Wie sollen wir gegenüber einem Betrieb, der zu 70% gefördert wurde, konkurrenzfähig bleiben? In der Fleischverarbeitung ist es anders gelaufen. Viele Ausnahmen und Zuschüsse haben zu den günstigsten Verarbeitungsbedingungen in D im Vergleich zur EU geführt. Leute, so kann es nicht funktionieren. Gleiche Bedingungen für alle, da kann man nur noch den Kopf schütteln. Auch ein Problem der Genossenschaften (sehr stark gefördert), die ihre Stellung im Markt als in den Stein gemeißelt gesehen haben. Was bitteschön soll das Ehrenamt hier retten? Die wertvolle Zeit fehlt doch im eigenen Betrieb und wird nur miserabel vergütet. Nun zum größten Problem. Selbstverständlich kennt der LEH alle Gegebenheiten im Markt, auch die Schwachstellen als da wären: die Gestehungskosten werden öffentlich diskutiert, Uneinigkeit der Anbieter überwacht und gefördert vom Kartellamt, Produktion unter Gestehungskosten und Schönrechnen der Verluste, Fehlende Eingriffe der Bauern auf die Vermarktung (es würde manchmal helfen, wenn die „Starverkäufer“ der Genossenschaft zu den Preisverhandlungen einen „gebrieften“ Bauern mitnehmen würden (falls die vom Handel nicht erwünscht ist, weiß man gleich, warum), anonyme Verkäufe unter Gestehungskosten mit Billigung des Vorstands… Die Liste ließe sich endlos fortführen. Wenn hier nicht schnellsten von unserer Seite eingegriffen wird, fahren wir vor die Wand, denn die Kosten laufen uns massiv davon. Leuchtturmprojekte gibt es, sie besetzen aber meistens Nischen, die auch schnell wieder überlaufen sind. Hierzu rechne ich auch den Bioanbau, denn die Vermarktung hat überall dieselben Probleme. Spricht man mit den etablierten Händlern, hört man immer die Angst vor zu hoher Vermarktungsmenge raus. Warum ist Bioland bei LIDL eingestiegen?

              1+
  5. Altbauer Jochen sagt

    Wer Vorstellungen von Tierhaltung entwickeln will
    sollte erstmal selbst 3 Jahre als Stallhelfer gearbeitet haben.
    Dann Vorschläge machen die umsetzbar, bezahlbar und
    von der Arbeitsbelastung zu „wuppen“ sind.
    Und dann am Ende erklären wie man das Produkt zu einem
    höheren Preis an den Handel>LEH > Kunden verkaufen kann !
    Auch wenn oft geklagt wird,-es wird alles teurer,
    versuch mal, etwas teurer zu verkaufen,-Viel Glück dabei !

    13+
  6. Christian Bothe sagt

    Ich kann mit einem Typ nix anfangen, der sich als Dr. der Philosophie zur Nutztierhaltung äußert und den LEH lobt, auch wenn er mal LW Minister gewesen sein sollte. Ob er schon mal die montäglichen Flyer des LEH zu Billigangeboten auch in der Weihnachtszeit gesehen hat? Wahrscheinlich nur eine philosophische Frage…Ohne das Referat von Habeck im Detail zu kennen, reicht mir schon das Expose dazu von Bauer Willi. Was die Nahrungsmittelverschwendung betrifft, gehe ich mit allem konform.

    7+
  7. bauerhans sagt

    r.habeck vertritt natürlich die „grüne meinung“ ,aber wieso lobt er den leh??
    der hat doch nur seinen gewinn im kopf und tut alles dafür,insbesondere produktionsstandards und einkaufspreise festzulegen und nennt das dann preisverhandlungen.
    gerade zu weihnachten gibts wieder premiumangebote,die deutlich teurer,aber von der qualität nicht deutlich besser sind.

    5+

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