Monate: September 2025

Es wird ein kalter Winter….

Als Landwirt, der in der Natur arbeitet, reagiert man besonders sensibel auf Wetterprognosen. Aber mit der nachfolgenden Meldung kann ich nicht viel anfangen. Wer im August schon vorhersagen kann, dass der kommende Winter sehr kalt wird, kann wissenschaftlich nicht wirklich ernst genommen werden. https://www.wa.de/deutschland/deutschland-erste-wetterprognose-fuer-winter-2025-26-polarwirbel-kollaps-droht-mit-heftigen-folgen-fuer-zr-93842928.html   Ich halte es da eher mit der alten Bauernregel: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist“.

Die Stunde der Wahrheit

Ich habe mich mit Jürgen Donhauser über seine Einschätzung der Situation für die Schweinehalter unterhalten. Er hat mir diesen Brief geschrieben: „Jetzt ist die Stunde der Wahrheit für uns Schweinehalter. Jahrelang wurde uns vorgegaukelt, die Verbraucher, die Gesellschaft möchte mehr Tierwohl. Nun, der Verbraucher zeigt täglich im Einkaufverhalten, dass ihm nach wie vor der Preis das Wichtigste ist. Die Politik hingegen hat sich durch angebliche „Tierschützer“ und gefakten Umfragen zu ideologischer Gesetzgebung hinreißen lassen. Über Jahrzehnte wurde die Meßlatte in der TierschutznutztierhaltungVO immer höher gelegt. In Alibiveranstaltungen (Runder Tisch, ZKL und Borchertkommission) wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Entlohnungen für die höheren Anforderungen versprochen. Und nun teilt uns der neue Landwirtschaftsminister Alois Rainer mit, dass für mehr Tierwohl und die notwendige Entlohnung der Mehrarbeit nicht das notwendige Geld da ist. Das wusste aber auch schon sein grüner Vorgänger Cem Özedemir. Ehrlich wäre es, jetzt zu sagen: „Wir haben uns geirrt“. Der Verbraucher spielt nicht mit, der LEH spielt nicht mit und zu guter Letzt auch nicht die verantwortliche Politik. Also beenden wir endlich diesen …

Eine Fachfrage zur Kartoffellagerung

Wir haben für den eigenen Bedarf und für Freunde und Nachbarn Kartoffeln angebaut. Unterschiedliche Sorten in allen Farben, unterschiedlich im Geschmack und mit unterschiedlichem Ertrag. In den letzten Jahren begannen einzelne Sorten schon im Januar Keime auszubilden. Wir lagern sie in einem ehemaligen Stall, wo sie dunkel liegen, die Temperatur aber nicht wirklich gesteuert werden kann. Wir haben darin eine Box von etwa 4 qm, deren Tür man relativ luftdicht schließen kann. Im Moment ist die Tür offen. Bei der Beschäftigung mit natürlicher Keimhemmung lese ich, dass man zu den Kartoffeln Äpfel legen soll, deren Ethylen die Keimung der Kartoffeln hinauszögern soll. Andere wiederum schreiben, dass man dies auf keinen Fall machen soll. Desweiteren ist von Rosmarin, Salbei und Lorbeerblättern die Rede, die man zwischen die Kartoffeln legen soll. Die ätherischen Öle sollen die Keimung hinauszögern. Gleiches soll für Holünderblätter und Lavendel gelten (wobei mir das bei Holunder schwer fällt zu glauben). Jetzt meine Frage: wer hat mit diesen Methoden praktische Erfahrungen (gute und schlechte) ? Wer kennt weitere Methoden? Ich habe auch von Grünem …

Wenn man sonst nichts mehr zu schreiben weiß…

„Tannenbäume werden teurer“ schreibt die TAZ. Trotzdem ist der Artikel lesenswert, denn er schildert die Situation in bestimmten Regionen Deutschlands, die sich natürlich auch auf andere Kulturen auswirkt als nur auf Weihnachtsbäume. https://taz.de/Tannenbaeume-werden-teurer/!6112297/ Nur zur Info: Wir haben mit dem Niederschlag von heute 151 mm im September. Und der Monat ist noch nicht vorbei. Die Jahressumme liegt bei 530 mm. Da geht noch was. In den letzten Tagen hatte ich viel um die Ohren und komme derzeit nicht dazu, eigene Texte zu schreiben.

Klimawandel: Wissenschaft, Politik und was außen vor bleibt

Ich weiß nicht, wer Prof. Ganteför kennt. Als Physiker beschäftigt er sich wissenschaftlich mit dem Klimawandel und veröffentlicht dazu immer wieder Videos. Dieses hier ist deshalb interessant, weil er auf Mängel in der Berechnung einiger Modelle hinweist, in denen im weitesten Sinne auch die Landwirtschaft eine Rolle spielt. Sehens- und hörenswert! Danke an Pälzer Buh für den Hinweis. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Starkregen…

In der Nacht vom 7. auf den 8. September hat es bei uns am Hof 6 mm geregnet. Für den frisch gesäten Raps war das eine gute Sache. Am 8. September abends, kurz nach Sonnenuntergang wurden wir von einer Regenzelle überrascht. Sie schoss innerhalb kurzer Zeit in die Höhe und blieb rund eine halbe Stunde nahezu ortsfest über unserem Dorf um sich dann aufzulösen. Sie brachte in dieser Zeit weitere 32 mm., machte uns aber etwas Angst, weil der Entwässerungsgraben gegenüber vom Hoftor schnell randvoll war und drohte überzulaufen. Auch der vorbeifließende Bach stieg schnell an, sein Pegel sank aber ebenso schnell. Ab Mitternacht (9.9.) gab es heftigen Starkregen, der bis morgens 6:00 Uhr rund 50 mm brachte. Mehr fasst auch unser Regenmesser nicht. Von 6:00 Uhr morgens bis zum Abend fielen nochmals  28 mm, in der Summe also 116 mm. Im September sind es jetzt 144 mm. (Übrigens: Bedburg ist Luftlinie etwa 5 km entfernt)  Da wir das Regenwasser im ehemaligen Güllekeller auffangen können und ich dafür einen Pegelstab habe, weiß ich, dass es …

Die landwirtschaftlichen Erträge in 2050

Sie haben natürlich völlig recht, dass es utopisch ist, die landwirtschaftlichen Erträge im Jahr 2050 vorherzusagen. Dennoch hat dies eine Gruppe von Wissenschaftler empirisch berechnet und in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Im Wesentlichen geht es darum, vorherzusagen, wieviel Kalorien der Menschheit zur Verfügung stehen und ob mit Hunger zu rechnen ist. Hier die Originalstudie: https://www.nature.com/articles/s41586-025-09085-w Die Studie wird in folgendem Artikel kritisiert. Der Autor ist Wissenschaftsjournalist. https://www.achgut.com/artikel/hunger_wegen_des_klimawandels_alarmismus_pur Mir stellt sich die Frage, wem eine solche Studie, die ja sehr hypothetisch ist, nützt? Was ja nie berücksichtigt wird, ist der Erfindungsreichtum des Menschen, der sich in den Jahrtausenden seiner Existenz stets auf sich wechselnde Bedingungen eingestellt hat. Ebenso nicht berücksichtigt werden aber auch Einflüsse wie neue Krankheiten und neue Schädlinge. Ich hatte schon über Glasflügelzikade und Japankäfer berichtet.

Deutschlands Winzer sterben leise…

Seit mindestens zwei Jahren steckt der deutsche Weinbau in der Krise. Hinter diesem Satz steckt mehr als nur ein allgemeines Gejammere über schlechte Preise. Ich habe vor ein paar Tagen mit einem Winzer gesprochen, der mir erzählte, dass derzeit die Vollernter durch bestimmte Weinsorten fährt und die Trauben auf die Erde fallen lässt. Einen Absatz für diesen Trauben gibt es nicht, der Preis liegt bei Null €. Aber keiner will die Ware abnehmen. Um den Rebstock zu entlasten, wird halt „auf die Erde geerntet“. So ergeht es derzeit übrigens auch den Kartoffelbauern, die keinen Vertrag haben. Sie fahren derzeit die Kartoffeln vom Feld in die Biogasanlage oder zu Rindvieh-Haltern, denn auch hier liegt der Preis bei Null €. Besonders betroffen sind die Winzer, die nicht (oder nur wenig) über eigene Absatzwege verfügen und Fasswein produzieren. Wer überwiegend oder vollständig Flaschen an den Endkunden vermarktet, ist noch in einer besseren Situation. Allerdings bedeutet dies oft lange Fahrten quer durch Deutschland, um den Wein an den Mann oder die Frau zu bringen. Ohne Zwischenhandel bleibt da etwas …

Der Boom ist vorbei

Wenn Ihr Unternehmen 1,2 Milliarden Schulden hat und Ihr Quartalsumsatz rund 80 Millionen beträgt, wird es schwierig. So ergeht es derzeit Beyond (früher Beyond Meat), die noch keine Insolvenz angemeldet haben und dies auch vehement dementiert. https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/beyond-meat-kaempft-ums-ueberleben-fleischersatz-veggieboom-vorbei-636379 Das Unternehmen produziert Fleischersatzprodukte. Und das sagt das Management: „Wir sind enttäuscht über unsere Ergebnisse im zweiten Quartal, die vor allem die anhaltende Schwäche im Bereich pflanzliches Fleisch widerspiegeln, insbesondere im US-Einzelhandel und bestimmten internationalen Foodservice-Märkten.“ Der Wert der Aktie ist stark gefallen. Ihr Allzeithoch erreichte die Beyond Meat Aktie vor 6 Jahren am 26.07.2019 bei einem Kurs von 234,90 USD. Heute notiert die Aktie um 99% tiefer bei 2,37 USD. https://aktienfinder.net/aktien-profil/Beyond%20Meat-Aktie  

Die Zikade und die „Rote Liste“…

Ich muss noch einmal auf die Schilf-Glasflügel-Zikade zu sprechen kommen. Was kaum zu glauben ist: dieses Insekt, dass in der Landwirtschaft große Schäden anrichtet, steht tatsächlich auf der Roten Liste und ist dort als gefährdet eingestuft. https://www.rote-liste-zentrum.de/de/Detailseite.html?species_uuid=6f0fdf6d-e679-4524-9ead-2ee117be8000 Die Schilfglasflügelzikade befällt eine Vielzahl von Kulturpflanzen, darunter Zuckerrüben, Kartoffeln, Rote Bete, Möhren, Sellerie, Kohl (Rotkohl, Weißkohl, Chinakohl), Paprika, Tomaten, Erdbeeren und Spargel. Doch auch in Rhabarber und Zwiebeln wurden die von der Zikade übertragenen Erreger nachgewiesen. Die Zikade selbst ist nicht direkt das Problem, sondern überträgt Krankheitserreger, die eine bakterielle Welke verursachen und besonders bei Zuckerrüben und Kartoffeln zu gummiartigen Speicherorgangen (Rübe, Knolle) führt.  Warum ein solcher Schädling  immer noch auf der Roten Liste steht, ist mir ein absolutes Rätsel. Doch wie kommt ein Lebewesen auf die Rote Liste? In Deutschland werden die nationalen Roten Listen vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn herausgegeben. Aktuell ist die seit 2009 erscheinende und auf sechs Bände angelegte Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands.  International ist die von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) …