Bauer Willi
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Die Stunde der Wahrheit

Ich habe mich mit Jürgen Donhauser über seine Einschätzung der Situation für die Schweinehalter unterhalten. Er hat mir diesen Brief geschrieben:

„Jetzt ist die Stunde der Wahrheit für uns Schweinehalter. Jahrelang wurde uns vorgegaukelt, die Verbraucher, die Gesellschaft möchte mehr Tierwohl. Nun, der Verbraucher zeigt täglich im Einkaufverhalten, dass ihm nach wie vor der Preis das Wichtigste ist. Die Politik hingegen hat sich durch angebliche „Tierschützer“ und gefakten Umfragen zu ideologischer Gesetzgebung hinreißen lassen. Über Jahrzehnte wurde die Meßlatte in der TierschutznutztierhaltungVO immer höher gelegt. In Alibiveranstaltungen (Runder Tisch, ZKL und Borchertkommission) wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Entlohnungen für die höheren Anforderungen versprochen. Und nun teilt uns der neue Landwirtschaftsminister Alois Rainer mit, dass für mehr Tierwohl und die notwendige Entlohnung der Mehrarbeit nicht das notwendige Geld da ist. Das wusste aber auch schon sein grüner Vorgänger Cem Özedemir.

Ehrlich wäre es, jetzt zu sagen: „Wir haben uns geirrt“. Der Verbraucher spielt nicht mit, der LEH spielt nicht mit und zu guter Letzt auch nicht die verantwortliche Politik. Also beenden wir endlich diesen ideologischen Irrweg und orientieren wir uns wieder nach wissenschaftlich und fachlich begründete Bewertungen, tatsächlichen Einkaufsverhalten und marktwirtschaftlichen Vorgaben. Lassen wir doch den Bürger durch sein Einkaufverhalten entscheiden und produzieren wirklich dass was er will und auch abnimmt und nicht durch Vorschriften! Niemand kann dauerhaft am Markt vorbei produzieren.

Wir haben schon zu viele gute Schweinebetriebe verloren, die wegen des Mainstreams nicht mehr mitkamen. Wer jetzt noch die offensichtlichen, negativen Entwicklungen für die heimische Schweineproduktion ignoriert und weiterhin nur Ideologie betreibt, riskiert auch noch die restlichen Betriebe und damit die heimische Lebensmittelerzeugung.

Deshalb stelle ich als Nutztierhalter ganz klar die Forderung:

Wenn die Politik die Anforderungen immer höher setzt, aber jetzt gleichzeitig aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht den versprochenen finanziellen Ausgleich liefert, dann muß sie auch bei die Anforderungen zurücknehmen. Höhere Auflage nur noch für Neubauten mit dauerhaft garantierter finanzieller Unterstützung. Die Betonung liegt auf „garantiert“ und „dauerhaft“, und nicht nach Gutdünken und Haushaltslage. Alle anderen Schweinebetriebe bedürfen eines Bestandsschutz!

Das jetzt von Minister Rainer favorisierte Konzept der ausschließliche Investitionsförderung über die GAK-Förderung der Länder, hat nämlich einen entscheidenden Nachteil. In der letzten Änderung der TierschutznutztierhaltungsVO in Richtung „Tierwohl“ ist man so weit gegangen, zu weit gegangen, das eine massive, dauerhafte Mehrarbeit in diesen Stallsystemen notwendig ist. Deshalb hatte man logischerweise erkannt, es reicht keine einmalige Investitionsförderung. Diese Mehrarbeit muß dauerhaft entlohnt werden, und der Verbraucher ist offensichtlich nicht gewillt dies durch einen höheren Produktpreis an der Ladenkasse zu tun.

Die massive Ausweitung des Flächenbedarfs pro Tier in der letzten TierschutznutztierhaltungsVO hat das Bauvolumen umbauter Raum, und damit die Baukosten, so stark erhöht, dass trotz scheinbar hoher Förderung unterm Strich ein finanzielles Loch blieb. Zusammen mit den hohen Antrags-Anforderungen und  dauerhaft, komplizierten Abrechnungen versetzten die Landwirte logischerweise nicht gerade in Euphorie. Das größte Hemmnis warum Landwirte die bisherige Förderung nicht nutzen war schlichtweg der Vertrauensverlust in die Politik. Viel zu oft sind gerade die Sauenhalter in den vergangenen 20 Jahren immer und immer wieder mit neuen Haltungsvorschriften konfrontiert worden, ohne die bis dahin schon geleisteten Investitionen wieder abbezahlen zu können. Viel zu oft sind sie schon über die „Tierschutz-Stöckchen“ der NGO und Politik gesprungen um danach zu erfahren „es reicht wieder nicht“. Wer kann es also den Schweinehalter verübeln, wenn sie dieses Mal bei so großen Investitionsanforderungen dankend ablehnen. Es muß wieder einen Bestandsschutz für Investitionen zumindest für die Amortisationszeit geben!

Wer diesen Schritt nicht geht, riskiert die Aufgabe der heimischen Betriebe und die Auslagerung der Produktion in Länder die nicht annähernd unser derzeitiges Haltungsniveau erreichen. Und sie riskiert die eigene Versorgungssicherheit, die uns in diesen bewegten Zeiten etwas wert sein sollte. Und dieser konkrete Punkt der Entscheidung müsste breit von den Medienvertretern kommuniziert werden. Wenn es noch „Qualitätsmedien“ gibt, dann muss jetzt dieses schizophrene Verhalten von Gesellschaft und Politik zwischen Anspruch und Handeln konsequent aufgezeigt, und die Folgen genannt werden. Schluss mit ideologischen Phrasen die in der Realität nicht tragen!

Ich bin zu lange an Agrarpolitik interessiert um zu glauben, dass ein Agrarminister tatsächlich auch die betroffenen Bauern im Blick hätte. Landwirtschaftsminister Alois Rainer hat finanziell derzeit keinerlei Spielraum, deshalb kann er die Versprechen in Bezug auf Tierwohl nicht einlösen. Er wird aber auch keine Zustimmung für eine Rücknahme der Anforderungen der TierschutznutztierhaltungsVO von Seiten der SPD bekommen (vielleicht nicht einmal in der eigenen Fraktion). Wenn er als neuer Landwirtschaftsminister Zeichen setzen will (woran man nach den ersten 100 Tagen zweifeln kann), dann muss er mutiger und unbequemer werden. Nicht nur im eigenen Kabinett sondern auch in der Kommission müssen die Zeichen anders gesetzt werden, sonst stimmen die Landwirte mit den Füssen (und auf dem Wahlzettel) ab. Ich kann nicht verstehen, wie die derzeitige Regierung mit ihrer Politik der AfD immer mehr Wähler zutreibt und sich dann auch noch wundert.

Wenn er sein Amt also nicht nur als Posten auf Zeit sondern als Macher interpretiert, dann müsste er eigentlich konsequenterweise sagen: „Ich befinde mich in einen unauflöslichen Konflikt und lege deshalb mein Amt nieder. Ich will nicht durch Nichtstun tausende, landwirtschaftliche Familienbetriebe in den Untergang treiben“.

Herr Minister Rainer, bitte seien Sie ehrlich. Auch wenn es weh tut. Wir wollen nicht länger vertröstet werden.“

Meine Anmerkung dazu: Bevor wir wieder Künast oder Özdemir 2.0 bekommen, dann doch lieber einen konservativen Minister mit „Stallgeruch“. Da er gerade von Jost Maurin von der TAZ in seiner üblichen hässlichen Art und Weise kritisiert wird, zeigt, dass er bisher nichts falsch gemacht hat.

Nachtrag: hier Pressemitteilunges des Raiffeisenverbandes (DRV) und Bauernverbandes (DBV) zum gleichen Thema und mit ähnlichem Tenor.

https://www.raiffeisen.de/holzenkamp-bundesregierung-bremst-umbau-der-tierhaltung-aus

https://www.bauernverband.de/fileadmin/user_upload/dbv/pressemitteilungen/2025/KW_37/2025_-_PM_72_-_Beendigung_BUT.pdf

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116 Kommentare

  1. Elisabeth Ertl sagt

    Warum hat es denn die EU jetzt mit Mercosur so eilig? Weil sie sich damit abgefunden hat, dass das mit der Selbstversorgung Europas nichts mehr wird. Da geht es um viel mehr als nur um Schweine.

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  2. @Limes „2. eine „sozialistisches Gebilde“ östlich der Elbe mit Schwerpunkt von einheitlichen 2 Taktern“
    Wie meinst du das?

  3. Jürgen Donhauser sagt

    Eigentlich sind wir vom Thema abgekommen, dass da heißt: „Wie sollen Schweinehalter eine Perspektive haben, wenn sie auf der einen Seite immer höhere, teure Standards erfüllen sollen, und gleichzeitig ihnen aber die wirtschaftliche Grundlage dazu fehlt? Entweder mangels Verbrauchernachfrage nach diesen teuren „Tierwohl-Produkten“, oder weil (wie jetzt) der Staat die versprochenen Zahlungen nicht leisten möchte? Wie soll es weitergehen?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Wie ich schon einmal geschrieben habe: Die Schweinehaltung in Deutschland wird sich „gesund schrumpfen“.

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      • Bauer Willi sagt

        R.S. Warum diese Einschränkung? Die Deutsche Landwirtschaft (inclusive Wein- und Obstbau) wird sich „gesund“ schrumpfen. Wobei der Begriff „gesund“ an Zynismus nicht zu überbieten ist.
        Was mich beunruhigt: die Ruhe. Deutschlands Bauern sterben leise.

        Von Ravioli-Rainer ist nichts zu erwarten.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich kann die Schrumpfung auch gerne erweitern, der Jürgen fragte aber nach der Schweinehaltung.
          Zynismus ist an der Tagesordnung, wenn Begrifflichkeiten ins Verdrehte wechseln, wie Sondervermögen, Arbeitskräftefreisetzung, Transformation, Negativwachstum oder oder….

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    • Stadtmensch sagt

      Vielleicht hätte man ehrlich drüber reden müssen, welche Konsequenzen der Strukturwandel in der Nutztierhaltung auch haben kann: Konzentration (Ställe mit tausenden Tieren), erhöhter Transportaufwand, erhöhte Krisenanfälligkeit (Seuchen, Lieferkette Probleme), gesamtwirtschaftliche Einbußen, durch sozioökonomische Faktoren wie Abwanderung, Wissensverlust in der Breite, weitere Entfremdung der Konsumenten mit entsprechenden Folgen für den gesellschaftlichen Diskurs. Wie soll ein demokratisch legitimierten Staatswesen dann künftig noch sinnvolle Entscheidungen treffen können? Also ich persönlich bin für Tierwohl und Produzentenwohl, und wenn das in einer reichen Gesellschaft nicht möglich scheint, muss man schauen wo der Reichtum sich konzentriert.

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      • Fries Martin sagt

        ist Strukturwandel wirklich immer schlecht? Ohne die Verlagerung der Produktion auf die Betriebe der „Könner“, hätten wir das Leistungsniveau und die Effizienz nie erreicht. Es haben einige aufgehört, so idyllisch die Betriebe auf den ersten Blick auch waren, wo wir feststellen müssen- es war besser so, für Mensch und Tier. Schade, da gebe ich dir Recht, sind die Betriebe, auf denen Tier- und Menschenwohl auf höchster Stufe waren, die entnervt (entmutigt und frustriert) „hingeschmissen haben. und: Tierseuchen sind hart, aber konzentriert sich die Tierhaltung auf wenige (professionelle) Betriebe, dann ist das Seuchenmanagement einfacher. Ein Blick auf Polen mit seinen vielen Hinterhofhaltungen zeigt das deutlich.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Der Maßstab ist und bleibt das Kapital, das eingesetzt wird, um daraus eine Rendite zu erzielen. So lange der Staat suggeriert, er könne dem Einzelnen durch Stützung eine Rendite sichern und gleichzeitig Tier und Umwelt retten, Verbraucher und Klima schützen, so lange wird der Wahnsinn weitergehen. Aber am Horizont erscheint das Menetekel des nicht mehr sprudelnden Subventionssegens. Wenn parallel aber die Handbremse der Gesetze und Auflagen weiter besteht, dann werden die Betriebe eben schließen. Ganz simpel.

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          • Stadtmensch sagt

            Wenn man die „Handbremse der Gesetze“ löst, werden die Kleinen noch viel schneller aufhören müssen. Eine zeitlang kann man sich noch selbst versklaven im Familienbetrieb und auf Verschleiß fahren, aber gegen den Trend eines zunehmenden Kapitalbedarfs für den landwirtschaflichen Arbeitsplatz wird auch die Kettensäge in der Verwaltung nichts nützen.

            Glaube ihr habt jegliche Bodenhaftung verloren und denkt wirklich, man könnte ohne Makrosteuerung der Wirtschaft noch irgendwas reißen in einer spätkapitalistischen Gesellschaft. Wenn die Profitrate sinkt, gehts an die Umverteilung. Wenn man das unterlässt, gehts ans Schuldenmachen. Wenn das ausgereizt ist, kommen die Populisten mit den einfachen Lösungen. Am Ende dann rohe Gewalt mit Symptomen, wie sie gerade in unserer Vorbilddemokratie zu bestaunen sind…

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            • Arnold Krämer sagt

              Es ist die Politik, die den landw. Arbeitsplatz immer teurer macht mit ihren Vorschriften und der Subventionirerei. Darum geht es. Der Sicherheitsfimmel und der Moralfimmel der EU und der Deutschen lassen die „Kleinen“ und sogar mittelgroße Betriebe kapitulieren. Corona hat nochmal beschleunigend gewirkt.

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              • Stadtmensch sagt

                Es ist kein Moralfimmel, dass Geld da sein soll für nette Feldgehölzhecken, Habitate für seltene Tiere, Uferrandstreifen, quantifizierbares Tierwohl.

                Es ist der Wusch der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Weil es dieser Gesellschaft so gut geht, dass sie vom Überleben zum Leben übergegangen ist. Zur „Lebensqualität“.

                Wie soll ein Betrieb im Erzgebirge mit margeren, steinigen Böden mit Bauer Willis Schokoladenboden mithalten können in einer regelungsarmen Wirtschaft? Sollen die dort wieder Löffel schnitzen?

                Der Audi-Chef neulich so: „es gibt aktuell keine bessere Technologie als das Elektroauto“. Wenn das natürlich niemand kaufen kann, weil sich das Geld bei immer weniger Leuten konzentriert, werden wir eben mit Dreckskarren rumcruisen. Ohne TÜV natürlich (sch… Gesetze immer)

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                • das Erzgebirge ist ein guter Standort für Viehhaltung Rinder Milch, Fleisch
                  Auf den Schokoladenböden werden Ackerbaukulturen angebaut statt Viehhaltung
                  Mit dieser Aufgabenteilungen haben beide ein Auskommen wenn nicht die Bürokraten wären

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                • Blogwart sagt

                  1. Die Fördergelder der EU gehören da hin, wo man technischen Fortschritt nur sehr eingeschränkt nutzen kann und wo es wenige oder keine Alternativen in der Flächennutzung gibt. Das sind die Bergregionen und die Regionen mit absolutem Grünland.
                  2. Die Feldgehölze (in den „Agrarwüsten“), Uferrandstreifen , Habitate für seltene Tiere kann man überall fördern. Das könnte aber nie wirklich einkommenswirksam sein.

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                • Bergamasca sagt

                  Stadtmensch, das mit der Lebensqualität als unserem gesamtgesellschaftlichem Wunsch erzählen Sie mal den Leuten, die dort leben, wo die seltenen Erden für unsere sauberen Elektroautos abgebaut werden.
                  Sorry, passt nicht zum Thema der Diskussion, musste aber raus…

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                • „mithalten können in einer regelungsarmen Wirtschaft?“ und „werden wir eben mit Dreckskarren rumcruisen.“
                  Mir fallen da spontan zwei Bsp von regelungsstarken Gesellschaften ein , das ist ja wohl das Wunschsystem. Beide mit Auto Angeboten die vom System bereitgestellt wurden das war doch wohl auch gesamtgesellschaftlich in dieser Form gewollt waren oder doch nicht?
                  1. Kuba mit Strassenkreuzern aus den 50er und 60ern Ein Paradise für Oldtimer Fans.
                  2. eine „sozialistisches Gebilde“ östlich der Elbe mit Schwerpunkt von einheitlichen 2 Taktern
                  Also zurück zu den guten alten Zeiten mit hoher Lebensqualität.

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                • Stadtmensch sagt

                  Reinhard, das soll ich angucken? Fleischhauer, Poschardt, Lengsfeld, …das ganze Gruselkabinett?

                  Macht mal mit der „Verbrenner-Technologie“! Ich fahre Rad, bis mich eines Tages so ein wahnsinniger „Motorsportler“ von der Straße fegt.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Stadtmensch, hatte noch Hoffnung, aber links- grün scheint komplett abgefärbt zu sein. Gruselig.

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                • Stadtmensch sagt

                  @Reinhard, so weit ist es nun gekommen, dass man in eine Schublade gesteckt wird, nur weil man mit einer Wärmepumpe heizt, PV aufm Dach hat, Fahrrad fährt und von der Grundüberzeugung ausgeht, dass der Mensch kein Raubtier und Freundlichkeit keine Schwäche ist.

                  Läuft gerade eine vierteilige Serie auf Dlf über die Entwicklung des „Rechten Denkens“ nach WK2 in Deutschland.

                  Ich kann mich damit leider nicht identifizieren. Hab es wirklich probiert. Vielleicht hab ich auch zu viele anthropologische Sachen gelesen, als das mich das Schwadronieren der Rechtsintellektuellen (Herren) irgendwie überzeugen könnte. BTW, das was heute als „Links“ gilt, halte ich auch nur für künstliche, bemühte Abgrenzung von der marktfundamentalistischen Mitte.

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                • Marian E. Finger sagt

                  @Stadtmensch
                  Als einer der wenigen, der selber denkt, bist du nicht so einer, der in eine Schublade passt. Wenn R.S. dich trotzdem in eine steckt, ist das, weil er der Schubladen-Mensch ist, nicht du.

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        • Stadtmensch sagt

          Sicher, ich bin auch technikverliebt bzw. fortschrittsgläubig. Trotzdem geht das immer auch mit Entfremdung einher. Ganz zu schweigen von der Biologischen Vielfalt im Umfeld einer Hinterhofhaltung (mehr als Schwalben).
          Was ist denn das für ein Leben, wo der Mensch sich immer weiter von den natürlichen Lebensgrundlagen entfernt? Das läuft auf Nährstoff-Synthese hinaus und immer komplexerer Symbiose des Menschen mit seiner Technik.

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            • „biologische Vielfalt ist teilweise auch Mythos….“

              passt schon mit der biologischen Vielfalt denn rundum Futterlager, Futterstellen und nicht zuletzt Mistenhaufen und Hauchegruben finden u.a Mäuse, Ratten, Fliegen und andere Insekten sowie Krankheitserreger ideale Lebensbedingungen auch Vögel ob Spatz oder Taube profitieren. Gerne werden auch die Naturdüfte von Tieren und deren Ausscheidungen dieser Biotope eingeamtet wenns der biologischen Vielfalt dient dann wird dies sicher gerne in Kauf genommen. Jetzt warten wir nur noch bis die entsprechenden Gesetze entwickelt und verabschiedet werden um diese biologische Vielfalt vor jedermanns Haustüre zu ermöglichen.😉

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        • Bauer Willi sagt

          @Fries Martin
          Ob Strukturwandel schlecht ist? Gehen Sie in die Innenstädte, wo sich die Einzelhändler gesund geschrumpft haben. Suchen Sie nach Bäckereien und Metzgereien in den Dörfern.
          Der Strukturwandel in der Landwirtschaft bedeutet ja auch, dass ganze Wirtschaftszweige ins Ausland verlagert werden. Beim Obst- und Gemüsebau ist das schon der Fall, mit der Tierhaltung wird es wohl ähnlich kommen. Was in Deutschland an Ställen leer gemacht wird, wird in Spanien an Ställen neu gebaut.
          Und jetzt beantworten Sie sich die Frage, ob Strukturwandel gut oder schlecht ist, selbst.

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          • Arnold Krämer sagt

            Martin Fries beschreibt mit Recht die positiven Effekte des Strukturwandels in der Landwirtschaft in den Jahrzehnten bis etwa 2000/2010. Jetzt allerdings geht es ans „Eingemachte“. Da sind fast nur noch Verluste zu verzeichnen.

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            • Kemetbauer sagt

              Über die Hälfte der deutschen ldw. Betriebe kann nur noch existieren weil außerlandwirtschaftliche Einkünfte erzielt werden. D.h., wir haben schon jetzt nur noch ca. 115 Tsd. ldw. Betriebe die nur von der Landwirtschaft leben können/müssen; oder evtl. auch nicht.

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          • evonik sagt

            In Spanien werden sich Synergieeffekte ergeben:

            Die Nährstoffe aus der überschüssigen Gülle gehen in den Obst- und Gemüsebau.

            Die Import-Futtermittel werden wohl billiger sein, weil die Schiffe Meilen sparen und nicht nach Nordeuropa müssen.
            Das Klima erlaubt auch niedrigere Produktionskosten.

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        • Arnold Krämer sagt

          Man muss nicht nach Polen schauen. Die Schweinepest hat auch in Südhessen und hier vor allem in Biobetrieben eklatante Defizite aufgezeigt.

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    • Arnold Krämer sagt

      Der Staat möchte nicht, er kann nicht. Das einzugestehen, wird höchste Zeit. Ein bisschen oder etwas mehr Planwirtschaft in der Marktwirtschaft funktioniert nicht. Er muss aufhören, Mikrosteuerung zu betreiben und bereits Bestehendes zurück nehmen. Bis der Wähler ihn dazu zwingen könnte, wäre schon viel zuviel verloren. Die Einsicht und entsprechendes Handeln muss von den jetzt Gewählten kommen.

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  4. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Das einzig Logische ist das im Zuge der vielbeschworenen Krisen (Klima, Krieg, Wirtschaft) zu Sicherstellung einer möglichst hohen Eigenversorgung die Tierschutznutztierhaltungsverordnung ausgesetzt wird. Also kein Umbau im Deckzentrum bis 2029 oder zumindest in abgemildert er Form. Thema: kurzfristige Ernährungssicherung. Die Verbände sollten/müssen aktiv werden!

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  5. firedragon sagt

    Herr Donhauser,

    haben Sie jemals ernsthaft geglaubt, der Staat, die Politik oder irgendwer versetzt die schweinehaltenden Betriebe in eine tragfähige, wohlfühl Nutztieroase?
    Mit welchem Geld ??

    Wäre die Politik stolz auf ihre innländische, landwirtschaftliche Produktion, dann braucht es keine Stuhlkreise, dann würde Politik umsetzbare Rahmenbedingungen schaffen und die Betriebe wirtschaften lassen und gut ist.
    Das macht Politik allerdings schon seit einigen Jahren nicht, im Gegenteil.

    Deswegen verstehe ich Ihr Anliegen nicht – es gibt keine verlässliche Politik und Ihre Forderung nach dauerhafter finanzieller Förderung – warum? Wollen Sie sich dauerhaft an den staatlichen „Tropf“ binden?

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    • Arnold Krämer sagt

      Schweinehalter haben früher nie nach dem Staat gerufen. Staatliche Investitionsförderung war die absolute Ausnahme für diesen Sektor. Die irrwitzigen Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnungen für den Schweinesektor treiben die Kosten in eine Höhe, die im Markt nicht mehr erwirtschaftet werden können.
      Die Prozesse und Zusammenhänge sind für alle Wirtschaftssektoren annähernd dieselben. Aber nur die Großindustrie wird noch mit Steuergeld bzw. Staatsschulden „zugeschmissen“.

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    • Pälzer Buh sagt

      Freie Bauern „OHNE“ sogenannten Subventionen sind schwer bis gar nicht Lenkbar, diese tun halt dies was Sie für Richtig erachten. Also hat die Politik diese Subventionen Erfunden um die komplette Landwirtschaft in eine gewisse Richtung zu Lenken. Die ersten waren Nutztierhalter, die letzten, die Weinbauern.
      Ich nenne das schleichender Kommunismus. Mit gemacht haben Alle Akteure ohne Ausnahme. Jetzt wo das Geld knapp wird, Druckt man welches (Sondervermögen), Dahinter steht ein Weltweiter Plan, der Planlosigkeit. Mal schauen welchen Landwirtschaftlichen Betriebszweig es in weiterer Zukunft der Geldhahn zu gedreht wird. Bleibt spannend,… . Der Tabakanbau machte den Anfang.
      Der erster Versuch an Subventionen in der Dt. Politik war die Entwicklungshilfe der Rest ist Geschichte.

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  6. evonik sagt

    Gibt es Daten um wie viel wohler sich die Schweine in den Tierwohlställen fühlen?

    Es könnte ja sein, dass in dem Punkt auch der Teufel im Detail steckt.

    Ich erinnere mich an einen Lohnschlächter, der kurz nach der BSE-Krise bei Phönix zu Wort kam:

    Bei Bio-Schweinen muss öfters die Leber der Tiere weg schmeißen. Bei den Tieren von einem Bauern alle!

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    • Arnold Krämer sagt

      Tierwohl ist nicht Bio und Bio ist nicht Tierwohl.
      Tierwohl ist vor allem viel „Gefühl“. Und in D haben die Gefühle „den Verstand verloren“. (Zitat: Vince Ebert)

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      • Arnold Krämer sagt

        Seriöse Tiermediziner haben früher von Tiergerechtheit gesprochen, sich aber irgendwann sprachlich ergeben.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Hier kommt wieder Gott ins Spiel, in dem die Ethik, basierend auf den christlichen Werten als definitionsoffener Rahmen vorgeschoben wird. Marian hilf, wie kommen wir aus der „sowohl als auch – Falle“ ethisch moralischer Wahrhaftigkeit heraus?

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    • Kemetbauer sagt

      Auf „agrarheute. com“, vom 11.09.2024, wird eine umfangreiche, KI-bewährte Untersuchung dazu vorgestellt. Literatur dazu gibt es auch von Dr. Dupjan, Forschungsinstitut f. Nutztierbiologie/Dummerstorf.

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      • Pälzer Buh sagt

        Die KI ist wie ein Taschenrechner, zuerst muss dieser von irgendeinem Gefüttert werden, bevor hinten etwas als Ergebnis steht. Die Zensur bitte mit ein Kalkulieren.
        Finde den Fehler!

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    • Christian Ahrens sagt

      Das Problem mit den Leber verwefen haben wir bei unseren Strohschweinen auch. Selbst bei regelmäßiger Entwurmung kann es nur minimal reduziert werden…

  7. Schorsch Summerer sagt

    Wer auf die Medien hofft ….., auch das kannst du vergessen. Ein kleines Beispiel von gestern. Sat1 Frühstücksfernsehen, der Schnäppchenjäger Daniel Engelbarts preist ein supersonderangebot für 12 Eier bei LIDL für 1,69€ an. Da kannst du noch nicht mal die hühner füttern. Versteht ihr? Wenns um Tierwohl oder sonstiges geht da hat jeder von denen die Klappe weit auf. Aber wenns ums bezahlen geht da lernt man diese Typen so richtig kennen. Völlig Hirn- und Gedankenlos.

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  8. Rolf Sieling sagt

    Woanders in der Welt besitzen die Viehhalter noch nicht einmal ein Güllefass, von Gleichmäßiger Ausbringung ganz abgesehen.
    Wir lassen trotz besseren Wissens die Exportgeschäfte in wachsende Märkte liegen. Dafür werden Weltmarkt Preise in Russland und Brasilien gemacht?

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  9. Kemetbauer sagt

    @ J. Donhauser
    Ich will Ihnen wirklich nicht zu nahe treten aber Sie hatten ja schon im Ökobereich die Erfahrung gemacht, dass zwischen der vorgegebenen Absicht des Kunden und seinem realen Handeln bisweilen ganze Welten liegen. Warum haben Sie sich dann im konv. Bereich auf ein höheres Produktionsniveau eingelassen? Waren es die Verlautbarungen des LEH, der ab 2025 mind. Haltungsstufe III für die Abnahme der Tiere voraussetzen wollte? Oder war es z.B. die Fa. Tönnies, die ebenfalls ab 2025 fast gar nichts anderes mehr schlachten wollte? Oder war es die Politik, die anspruchsvolle Ziele definiert hatte und dann zwischenzeitlich mit der Borchert-Kommission Schlitten gefahren war? Oder wollten Sie einfach nicht zurück zu den früheren konv. Produktionsverfahren? Wovon auch immer Sie sich haben leiten lassen, es war sehr risikoreich. All den von mir genannten Bereichen traut man als Landwirt besser nicht mehr; das ist meine Erfahrung.
    Seit zwei Jahren läuft ein Genehmigungsverfahren zum Bau eines kleineren Jungrinderstalles (ca. 700m²); für mehr Tierwohl. Jetzt müsste die Baugenehmigung erteilt werden. Plötzlich soll ich den von mir im Baugenehmigungsantrag verwendeten Begriff „Tierwohl“ definieren.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Plötzlich soll ich den von mir im Baugenehmigungsantrag verwendeten Begriff „Tierwohl“ definieren.“

      Warum? Die Genehmigung ist davon nicht abgängig.

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      • Arnold Krämer sagt

        Die Baugenehmigungsbehörden sind kreativ, wenn sie von „oben“ oder aus eigenem Antrieb die Vorgabe haben, den Zuwachs an Ställen zu verhindern, zu erschweren oder den Antragsteller zur Aufgabe seines Vorhabens zu bewegen. Das kennen wir doch zu Genüge in Niedersachsen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Das schärfste Schwert wird seit kurzem dafür genutzt. Es nennt sich „Rücknahmefiktion“ und ist als Gesetz in den Länderbauordnungen verankert. Wer die Frist für eine Vorlage oder für Nachforderungen versäumt, der bekommt den Antrag abgelehnt. Das ist von der Politik als „Beschleuniger“ der Bauantragsbearbeitung gedacht, was vom Volk so dringend gewünscht ist. Man verlagert einfach die Verantwortung der Bearbeitung auf die Antragsteller… so geht’s.

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      • Kemetbauer sagt

        @RS
        Man wartet darauf, dass ich den gesamten Stallplatzzuwachs nur auf die schon vorhandene Tierzahl verwende. Ich habe gleich im beginnenden Baugenehmigungsverfahren einen zukünftigen Mindestplatzanspruch, der mir auch von meinem Vermarkter vorgegeben wird, kommuniziert. Weitere Aussagen dazu gibt es von mir nicht.
        btw: Exakt 6,3% meiner Wirtschaftsfläche sind Pachtflächen. Da wollte man wirklich Pachtverträge mit einer Laufzeit von mind. 8 Jahren vorgelegt bekommen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Pachtzeiten von 12 Jahren sind hier Standard. 15 Jahre werden gewünscht, es gibt sogar Gerichte, die fordern die Pachtdauer für den Abschreibungszeitraum. Die Pachtzeit darf auch erst ab Genehmigungsdatum gerechnet werden.

  10. Jürgen Donhauser sagt

    @Reinhard Seevers: „Die konsumtive Förderung läuft noch bis 2028 weiter. Seit der Ankündigung am Mittwoch steht das Telefon nicht mehr still. Ich habe kommende Woche 4 Termine für Planungen, die bis dahin noch erstellt werden sollen. Läuft!“

    Soll das ein Beweis für irgendetwas sein? Wir haben für unseren Betrieb auch schon mehrere Pläne erstellen müssen/dürfen – die so viel Wert sind wie das Papier!

    Wer jetzt noch einmal in die Sauenhaltung investiert, muss auch die absehbare Zukunft berücksichtigen. Es ist eben nicht nur ein bisschen Umbau. Wer also auch einen Auslauf (Außenklimareiz), Teilfestfläche, Stroheinstreu plant, der kann seinen ganzen Betrieb neu genehmigen lassen. Alleine der Auslauf hat meinem Umweltingenieur der Genehmigungsbehörde, wegen veränderter Emissionslage und Verschiebung des Emissionsschwerpunktes, den Daumen senken lassen. Mehr Tierwohl an unsern Standort ist nicht genehmigungsfähig und würde einen kompletten Neubau auf der „grünen Wiese“ bedeuten. Herr Seevers, wenn sie nicht nur ein schnelles Geld an den interessierten Landwirten verdienen möchten, sondern verantwortungsvoll die Rentabilität der Investition prüfen würden, dann sagen sie ehrlicherweise die Beratungstermine aus im Artikel besagten Gründen ab.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ich bin doch nicht für die ökonomischen Entscheidungen des Betriebsleiters verantwortlich. Ich Frage auch nicht, woher das Kapital kommt, so vermessen bin ich nicht. Wie schon mein Entwurfsprofessor sagte: “ Der Architekt ist eine Hure!“
      Ich plane seit 30 Jahren ausschließlich landw. Bauten. Immer war die Triebfeder der Investoren die in Aussicht gestellten öffentlichen Gelder….Einzelfälle ausgenommen, aber mindestens Mitnahmeeffekte. Auch die gesetzlichen Anpassungsmasnahmen wurden umgesetzt. Hätte ich da auch gleich warnen müssen, dass dies kein Ausweg ist, sondern lediglich ein Aufschub der Aufgabe?

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    • Arnold Krämer sagt

      Das Genehmigungsrecht ist das Riesenproblem. Im Nordwesten ist durchaus Investitionsbereitschaft und Geld da, aber….

      Die ökonomischen Perspektiven für investitionsbereite Landwirte im Schweinebereich sind negativ bestimmt durch die generell schrumpfende Nachfrage nach Schweinefleisch (Image, Bevölkerungsstruktur u.a), positiv aber durch die Verknappung des Angebots infolge der zu erwartenden Betriebsaufgaben.
      Die Einzelfallentscheidung des Landwirts wird aber auch bestimmt u.a. durch Hofnachfolge, Investitionsalternativen, Standort, Eigenkapital u.ä.)

      Man muss sich intensiv mit den anstehenden Fragen beschäftigen. Deshalb sollte Herr Seevers die Beratungstermine NICHT absagen. Er ist ja auch nur einer von mehreren infrage kommenden Gesprächs- und Beratungspartnern der Landwirte.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Herr Krämer, es sind Aufträge zur Bauantragsstellung, keine Beratung. Die Wirtschaftsberater der Verbände und der freien Berater haben bereits insistiert und die Dringlichkeit zur Antragstellung aufgezeigt. Ich darf unter Zeitdruck nun die Unterlagen erstellen und bin am Ende Schuld, wenn die Genehmigung nicht kommt. 60%Investitionsförderung sind schon ein gewaltiges Lockmittel.🥳

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      • Kann man das knappe Angebot nicht durch Einfuhren aus der EU kompensieren, Herr Krämer?

        Wenn ja, in wiefern drückt dieses den Preis?

    • zmp_nachfahre sagt

      Das erinnert doch glatt an sowjetische Zeiten, wo es so viele Gesetze gab, die sich einander widersprachen, daß man zu jeder Zeit jeden einbuchten konnte, weil er gegen irgendetwas verstoßen hatte.
      Ein Metzger hier hatte hinten im Betrieb, ein Fenster, das nie geöffnet wurde. Kam die die Hygieneaufsicht: Da muß trotzdem ein festes Fliegengitter hin! Zwei Wochen später kam der Brandschutz: Das Fliegengitter muß weg, das ist ein Notausgang….

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  11. Karl-Friedrich sagt

    Die Prämie für Haltungsstufen bei den Mastschweinen wird von den großen Handelsketten bezahlt. 7,5o Euro für Stufe 2. Um dieses Geld zu erhalten muss ich meine Schweine an einen großen Schlachthof liefern, weil die Handelsketten das Geld nur an vion westfleisch Tönnies und Co auszahlen. Die kleinen Schlachter bekommen nichts.

    So sichern sich die Handelsketten Ware .
    Das ist eine Kontrolle von Geld und Warenströmen.

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  12. Marian E. Finger sagt

    Ich möchte das Problem, das J. Donhauser in seinem Beitrag anhand der Schweinehaltung erörtert, auf eine allgemeinere Ebene heben. Donhauser beschreibt das Scheitern eines Systems, das darauf beruht, dass die Gesellschaft sich bei unvereinbaren Gegensätzen seit Langem auf ein „Sowohl … als auch“ geeinigt hat. Es gibt kein „Entweder …. oder“ mehr.
    Unsere Gesellschaft will immer alles und kann sich nicht für das Eine oder Andere entscheiden bzw. verweigert eine Entscheidung.

    Obwohl mehr Tierwohl und Billigpreise sich gegenseitig ausschließen, verhalten sich Gesellschaft (Verbraucher) und Politik (Green Deal etc.) so, als wäre beide Ziele miteinander vereinbar. Obwohl Energiewende und „Wirtschaftsstandort Deutschland“ sich gegenseitig ausschließen, weil die Energiewende eben mit Deindustrialisierung einhergeht, verhalten sich Gesellschaft und Politik so, als könnte es sog. „grünes Wachstum“ geben, als wären wachsender Wohlstand und Naturerhalt in Wirklichkeit kein Widerspruch. Wir wollen selbstverständlich Frieden, aber gleichzeitig unsere Weltordnung rücksichtslos durchsetzen und Putin und Co. eins auf den Deckel geben.

    Bauer Willi ist einer der wenigen Bauern, der offen sagt, dass Landwirtschaft ein Kampf gegen die Natur (im Sinne von sich selbst organisierenden Systemen ohne menschliche Einflussnahme ist) und kein Bullerbüsches Wirtschaften im Einklang mit der Natur, einer der Gründe, weswegen ich ihn sehr schätze.

    Es ist das fortwährende „Sowohl … als auch“, das eben gerade dabei ist, unsere westliche Zivilisation zu zerstören.

    Im Grunde hat das alles aber schon sehr viel früher angefangen. Nämlich mit der Akzeptanz der Evolutionslehre von Charles Darwin bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des christlichen Glaubens. In Wirklichkeit ist der Gott, wie er sich im Christentum entwickelt hat, nicht mit der Evolutionslehre vereinbar. Wenn wir als Menschen Gottes Ebenbild sind, können wir nicht vom Affen abstammen. Wer ernsthaft glaubt, dass Gott Tiere, Pflanzen und auch sonst alles gemacht hat, muss Tieren, Pflanzen und auch sonst allem mit Ehrfurcht begegnen, was heißt, dass der Mensch nicht mittels Gentechnik und anderen wissenschaftlichen Errungenschaften an Gottes Werk herumpfuschen kann. Die meisten Menschen inklusive der Kommentatoren und des Blogbetreibers hier glauben aber beides. Sie glauben, dass Gott die Welt mit ihren Tieren und Pflanzen nur gemacht hat, damit der Mensch sie nach seinem Gutdünken und für seine Zwecke verbessert. Jetzt holt das „Sowohl … als auch“ uns alle wieder ein.

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    • Peter Schubert sagt

      „Unsere Gesellschaft will immer alles ….“

      Wenn z.B. die Mehrheit der Verbraucher, also der Leute im Land, nicht mitspielt, kann man dann sagen „unsere Gesellschaft will es“?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Marian, die kognitive Dissonanz ist dem Menschen immanent….überall auf Erden. Das Deutsche Handeln ist zusätzlich mit seiner historischen Schuld verknüpft und damit einer zusätzlichen Widersprüchlichkeit und Inkonsequenz unterworfen. Wird sich aber spätestens dann ändern, wenn die Mehrheit des Volkes sich dem nicht mehr verpflichtet sieht, weil es keinen Schuldbezug hat.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Versuch einer theologischen Antwort auf Marian E. Finger

      In Genesis wird versucht, zeitlos in Bildersprache, diese von Ihnen aufgeworfene Frage (Schöpfung, Evolution, heile Welt) zu erklären.
      Es beschreibt zunächst eine allumfassende, heile Welt (Paradies). Ohne Hunger, Krankheit, Leid und Tod. Gott als Schöpfer allen Seins, kannte aber auch die andere Seite und wollte seine Ebenbilder davor bewahren. Der Apfel vom Baum der Erkenntnis stand symbolisch für die Versuchung, eben auch die andere Seite sehen zu wollen. Der Mensch wollte beide Seiten kennen lernen, zu der er ja auch in dieser „gefallen“ Welt die Gelegenheit hat. Hätte Gott weiterhin die Menschen davon abgehalten, wären wir dann Individuen/Persönlichkeiten geworden? Wie könnte ich mich frei entscheiden, wenn ich gar keine Alternative kennen würde.

      Als Eltern erlebt man selbiges auch bei der Erziehung der eigenen Kinder. Du kannst hundert Mal dem Kind sagen: „Lang da nicht hin – das ist hei?“. Es wird es erst glauben/begreifen, wenn es zumindest verstohlen in die Nähe kommt um den Begriff „heiß“ einordnen zu können. Wo und wann soll also Gott in unserer Welt bereits eingreifen? Wenn ich mir den Fingernagel breche? Den Finger? Den Arm? Wenn es mir den Arm wegreißt? Wenn ich Krebs bekomme? Wann wäre es zu viel und wann hätte er eingreifen sollen ohne mich wie eine Marionette an Fäden zu beeinflussen? Hätte er Putin frühzeitig sterben oder gar nicht auf die Welt kommen lassen sollen um diesen Krieg zu verhindern. Hätte sich dann vielleicht das russische Volk jemand anderes gewünscht/gefunden, der Ihnen das Gefühl alter Stärke gibt (so wie Hitler damals unserem Volk). Gott schickt uns nichts Böses, aber er läßt zu, daß wir in unserer Freiheit und in dieser unperfekten Welt alles erleben können/dürfen und eventl. müssen.

      Die Evolutionstheorie nach Darwin schließt nicht automatisch den Menschen als Gottes Schöpfung und sein Ebenbild aus! So wie der Mensch inzwischen auch Tools entwickelte, die einen Entwicklungsprozess nach Plan durchlaufen, um am Ende dann das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Der Mensch stellt dabei nur die Grundvoraussetzungen, Ressourcen und Strategien zur Verfügung. Perfekt und sein Ebenbild wird er aber eben nur, wenn er Gottgleich wird. Dasselbe ist eben nicht das gleiche!

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      • Marian E. Finger sagt

        Nein, Herr Donhauser, Bibel und Evolutionstheorie sind unvereinbar. Dass Gott den Menschen zuerst als Affen geschaffen hat, damit er dann Mensch, Individuum und Persönlichkeit werde, steht so nicht in der Bibel. In der Bibel wird der Mensch nicht zusammen mit den Tieren erschaffen, sondern in einem Extra-Schritt direkt als Gottes Ebenbild. Bzw. im 2. Schöpfungsbericht gibt es den Menschen schon, als Gott die Tiere macht. Zwischen Tier und Mensch besteht in der Bibel ein prinzipieller Unterschied, nicht nur ein gradueller.

        Es steht auch nicht in der Bibel, dass der Mensch hergehen, Tools erfinden und Gottes Werk umgestalten soll. Wenn Gott gewollt hätte, dass der Mensch sich an seine Stelle setzt, wäre er stolz darauf gewesen, dass die Menschen den Turm zu Babel bauten und hätte nicht die Sprachen verwirrt oder ist Gott einer, der mit sich selbst in vielen Zungen Selbstgespräche führt und sich selbst nicht verstehen will?

        Selbstverständlich schließt die Evolutionstheorie den Menschen als Gottes Ebenbild aus, weil die Entstehung von Arten nach der Evolutionstheorie weder Richtung noch Ziel hat und auch keinem Zweck dient. Gott geht aber planvoll vor. Und es wäre ja auch echt absurd, wenn Gott den Menschen zuerst als Affen geschaffen hätte, oder etwa nicht?

        Herr Donhauser, Ihre Antwort entspringt eben gerade einer solchen „Sowohl … als auch“-Haltung, wie ich sie kritisiert habe, und ist höchst unbefriedigend, weil Sie die Widersprüche in Ihrer Antwort offenbar gar nicht erkennen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Seid ihr euch wenigstens einig, welchen Gott ihr meint? Ich halte von solchen Versuchen der Ableitung nichts, weil über den Weg des Gottglaubens immer der Streit um die „eine“ Wahrheit folgt und das Ganze mit Gewalt endet.

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          • Marian E. Finger sagt

            Das hier ist doch jetzt „die Stunde der Wahrheit“, oder? Du hast Recht damit, dass in unserer Gesellschaft „Wahrheit“ zum Schmuddelkind geworden ist, mit dem man sich nicht mehr auseinandersetzen will, u.a. auch aus Furcht, dass das Ganze mit Gewalt endet. Aber ich glaube, der Weg der Unwahrheit, den wir hier in Europa gerade gehen, endet demnächst auch in Gewalt.

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            • Reinhard Seevers sagt

              „Aber ich glaube, der Weg der Unwahrheit, den wir hier in Europa gerade gehen, endet demnächst auch in Gewalt.“

              Ich lese gerade Jonas Tögel, „Kriegspiele“
              Demnach stehen wir unmittelbar davor, und Etliche beklatschen das sogar.🥴

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        • Jürgen Donhauser sagt

          @ Marianne: „Bibel und Evolutionstheorie sind unvereinbar“ – sehe ich ganz und gar nicht. Auch der Urknall braucht eine „Voraussetzungsgrundlage“ – von wem? Siehe Johannes-Prolog.
          “ In der Bibel wird der Mensch nicht zusammen mit den Tieren erschaffen, sondern in einem Extra-Schritt direkt als Gottes Ebenbild.“ Die Reihenfolge stimmt, die Steigerung auch. Natürlich hätte man vor 4000 Jahren auch in Genesis bei den Kohlenstoffatomen beginnen können und der Entstehung der ersten Aminosäuren, aber hätte das jemand verstanden. Die zeitlose Bildersprache benötigt zwar mehr Interpretationsverständnis, aber widerspricht sich nicht.
          „Bibel und Evolutionstheorie sind unvereinbar.“ sehe ich nicht so.
          Wir wissen ja inzwischen, dass wir nicht vom Affen abstammen, sondern genetisch „nur“ einen gemeinsamen Vorfahren haben. Warum widerspricht dies eines Gottesplan, den Menschen als Endstufe dieser Entwicklung als sein Ebenbild zu schaffen, nach seinen Plan entwickeln zu lassen? Wäre der Mensch so fertig von Gott geschaffen „vom Himmel“ gefallen, dann würde dies ein unbestreitbarer Gottesbeweis sein – aber hätte dann der Mensch dann noch eine freie Wahl nicht an Gott zu glauben? Schon aus diesem Grund (um diese freie Wahl dem Menschen zu überlassen und nicht zu zwingen) benötigt es die „„Sowohl … als auch“- Haltungsmöglichkeit!
          Aus diesem Grunde gibt es auch keinen unumstößlichen Gottesbeweis – denn dann hätten wir keine Wahl mehr. Außerdem benötigen die meisten, scheinbaren Beweisführungen ein Mindestmaß an Intellekt. Damit wären aber geistig behinderte oder minder bemittelte Menschen von der Fähigkeit den Gottesbeweis nachvollziehen zu können, ausgeschlossen. Sprich, intelligente Menschen hätten es dann leichter an Gott zu glauben. Dies würde aber zutiefst dem Wesen Gottes widersprechen, Menschen mit bestimmten Fähigkeiten zu bevorzugen oder zu benachteiligen.
          Ich denke, dies war genug Theologie für einen Landwirtschafts-Blog. Wenn, dann müssten wir einmal separat etwas aufmachen.

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          • Marian E. Finger sagt

            Ich bin sehr gerne bereit, einmal separat etwas aufzumachen, denn, um aus einem Artikel des Religionsphilosophen William J. Hoye zu zitieren:

            „Wahrheiten sind von sich aus intolerant; sie wollen gesehen und bejaht werden. Diese Anziehung muss man affektiv in sich spüren. Wenn jemand einer Wahrheit, die ich zu sehen meine, widerspricht, dann erregt sich normalerweise in mir ein affektiver Widerwillen. Ich will, dass der andere diese Wahrheit auch sieht bzw. mich von meinem Irrtum überzeugt. Wenn er aber bei seiner Meinung bleibt, dann ergibt sich ggf. die Möglichkeit von Toleranz. … Eine Religion, die die Wahrheit nicht an die höchste Stelle setzt ist außerstande, gegenüber anderen wahrheitsbeanspruchenden Religionen (Einschub meinerseits: oder sonstigen wahrheitsbeanspruchenden Theorien) wirklich tolerant zu sein. Entweder wird der Konflikt ausgetragen oder er wird missachtet. Wahrheiten wollen gesehen werden. Wenn man aber letzten Endes nach Wahrheit strebt, kann Toleranz einsetzen. Ich lehne das Dogma des anderen ab, schätze aber seine Ehrlichkeit noch höher. “

            In diesem Sinne freue ich mich auf ein Streitgespräch, wenn sich die Gelegenheit bietet.

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    • Weil die Gesellschaft und der Verbraucher mehr Rechte als Pflichten hat.
      Das geht zu Ungusten der Ökologie und Bauern.

      Die Politik richtet sich nach dem Wähler und Verbraucher.

      Wer bleibt auf der Strecke?

    • firedragon sagt

      „… Die meisten Menschen inklusive der Kommentatoren und des Blogbetreibers hier glauben aber beides. Sie glauben, dass Gott die Welt mit ihren Tieren und Pflanzen nur gemacht hat, …“

      … Nein. Es gibt keinen „Gott“, der alles „erschaffen“ hat. Es ist alles über Jahrmillionen entstanden.
      Außerdem, die Bibel wurde vor etwa 2000 Jahren geschrieben, es ist ein Geschichten-/Ereignissammelbuch und kann zur moralischen, gesellschaftlichen Orientierung dienen.
      Würde heute jemand rumrennen und behaupten er sei „Gottes Sohn“, der käme höchstwahrscheinlich in die geschlossene Psychiatrie.

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      • Marian E. Finger sagt

        Das sehe ich ganz genau so. Aber dann muss man eben die Konsequenzen ziehen, und die Bibel als reines Geschichtsbuch lesen und nicht als heilige Schrift . Man kann nicht gleichzeitig an einen personalen Gott glauben und Eltern-Kinder-Geschichten erzählen UND eine Evolutionstheorie vertreten, die ohne Gott auskommt. Meiner Ansicht nach ist dieses „Sowohl … als auch“ die Ursache für eine ganze Menge Schwierigkeiten, die uns heute über den Kopf wachsen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Den „sowohl als auch“ -Gott, also den gütigen und gleichzeitig strafenden Gott haben die Kirchen doch Jahrhunderte als Machtsteuerung genutzt.
          Darauf basiert der Reichtum unserer westlichen Gesellschaften, siehe Ausbeutung der Kolonien.

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        • Peter Schubert sagt

          Warum soll jemand die Evolution lenken?
          trial & error in Milliarden von Jahren mit unzähligen Versuchen seit es Leben auf der Erde gibt. Die untauglichen Modelle werden beim leben verworfen, kümmern dahin, sterben aus, die tauglichen Modelle überleben, die tauglichsten prosperieren, das Ganze in allen Abstufungen. Der Mörderaffe hat dabei, in der passenden Umgebung, das Rennen gemacht und hat sich so prächtig entwickelt, dass er selbst in eigentlich unpassenden Umgebungen reüssierte, so sehr, dass es glatt problematisch geworden ist.

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          • Brötchen sagt

            vielleicht ist dieser „Gott“ ja was ganz anderes, was unsere Vorstellungskraft übertrifft, wie der Begriff Unendlichkeit in Raum und Zeit.

            die moderne Physik ist ja nun noch nicht so alt und bestimmte Religionen auch nicht.
            wenn man sich mal die Zeithorizonte klar macht, das alte Ägypten ist ca. 4000 Jahre her und die Physik paar hundert Jahre.

            Da ist an Erkenntnisprozesses noch einiges zu erwarten.

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            • Jürgen Donhauser sagt

              @Brötchen – ohne Frage, da bin ich bei Dir. Ich habe das Gefühl, dass sich mit der relativ jungen Quantenphysik Wissenschaft und Religion in riesigen Schritten annähern!

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              • Marian E. Finger sagt

                Wenn sich in der Quantenphysik Wissenschaft und Religion annähern, heißt das nichts anderes, als dass Gott sich wissenschaftlich erklären lässt bzw. eingegrenzt wird auf das, was die Wissenschaft (noch) nicht erklären kann. Ein derart beschränkter Gott ist ein toter Gott. Das wäre dann wohl das Ende jeglicher Spiritualität. Herr Donhauser, Sie sollten vorsichtig sein mit dem, was Sie sich wünschen. Sie könnten es bekommen.

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  13. Arnold Krämer sagt

    @ Thomas Bröcker
    „Die Minister werden in kürzester Zeit von den vorhandenen Strukturen eingefangen. Tausend unwichtige Repräsentationstermine beschäftigen die schon. Inzwischen wird in Verwaltung und Ministeriumsstrukturen weitergewurschtelt wie bisher. Die Naturschutz-, Erneuerbaren Energie- Vertreter und Fleischfeinde sind überall etabliert und holen zur Not mit ihrem Klagerecht vorwitzige Politiker zurück.“

    Minister (aber auch alle Politiker jedweder Partei) sind nicht nur Gefangene ihrer Strukturen sondern auch der internationalen Verträge, der EU-Gesetzgebung und der eigenen nationalen Gesetzgebung. Der Tierschutz im Grundgesetz und das „Klimaurteil“ des Bundes-Verfassungsgerichts haben final Tür und Tor geöfffnet für eine Politik, die zur völligen Erschöpfung der Wirtschaft und zur Verarmung des Landes führt. Eine Reformierbarkeit ist m.E. nicht mehr gegeben.

    Nur am Rande: Das Land Berlin hat vor vielen Jahren einen Normenkontrollantrag beim Bundes-Verfassungsgericht zur Vereinbarkeit der Tierschutz- Nutztierhaltungsverordnung-Schwein mit dem grundgesetzlichen Tierschutz gestellt. Das Urteil steht immer noch aus. Nach vorsichtigen Überlegungen im Land Berlin, den Antrag zurückzuziehen, weil jeder Jurist mit einer Entscheidung (wegen der Fachlichkeit der Einzelbestimmungen) überfordert ist, herrscht jetzt wieder Funkstille, weil sofort NGO-Widerstand angesagt war.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Eine 2/3 Mehrheit im Bundestag könnte das Grundgesetz auf reset setzen….schaun mer Mal, wie schlecht es der Republik noch gehen muss, damit es geschieht.

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      • Brötchen sagt

        jau sehe ich ähnlich. ich vermute auch NRW z.b. hat viel zu wenig Zuwanderung, weil die wählen ja die Schwefelpartei, ohje..

        Politik und Wirtschaft ist immer nur ein Hilfsmittel zur Gestaltung des Lebensumfeldes der Menschen.
        wenn man will , kann man ganz viel ändern.

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  14. Ludwig sagt

    Ja, die zeit der linksgrünen Ideologie und der irrationalen Politik ist vorbei , denn diese Politik hat alles Wirtschaftliche fertig gemacht und das drückt sich sich in einer rasanten und fallenden Steuereinnahme aus. Der Druck ist jetzt so groß , daß auch die sozialen Sicherungssysteme zusammen brechen. Auch die bisher stillen Wirtschaftsführer blasen endlich jetzt gegen diese Politik , weil sie die bisher bekommenen Subventionen nicht mehr bekommen können. Manager eben ! und keine Unternehmer , wie wir Bauern und andere Mittelständler. Wir waren auf der Straße mit unseren Schleppern und haben auf alles hingewiesen, aber keiner wollte es hören und man hat uns in die „Rechte Ecke“ stellen wollen. Alles bewahrheitet sich jetzt. Die dramatisch fallenden Steuereinnahmen werden jetzt unsere Leichtmatrosen in Brüssel und Berlin zur Realpolitik bringen , da sonst ihre Tage gezählt sind. Heute war in den Nachrichten zu hören ,daß Herr Weber von der EVP- Fraktion im EU-Parlament das Verbrenneraus wieder zurück nehmen will. Aha , es geht also schon los und jetzt haben die Angstmacher selbst vor dem Volkszorn Angst. In NRW wird wohl heute bei den Wahlen noch mehr Angst mit den Ergebnissen entstehen. Schadet denen
    garnichts , denn was haben sie uns angetan. Als Schweinehalter haben sie mir mein Lebenswerk zerstört und das verzeihe ich denen nie. Mit dem AUS meines „Geschlossenen Systems“mußte ich erst mal wieder Geld in die Hand nehmen um ein „Neues Geschäftsmodell“ in die Gänge zu bekommen. So ging es 55% der Schweinehalter und jetzt wollen weitere 65% der Sauenhalter wohl auch aufgeben, weil die ihr Deckzentrum auch nicht mehr umbauen wollen oder können. Diese Gängelei hat so die ganze Wirtschaft getroffen. So soll z.B. die Nordzucker 300.000 Euro/jahr für Nachhaltigkeitsberichte ausgeben und dafür 4 – 6 Leute extra beschäftigen. So wird das nx und wir sollten uns das nicht gefallen lassen. Wer was ändern will , der muß halt einmal eine andere Partei wählen, denn zweimal sollte man nicht den gleichen Fehler machen.

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  15. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Ich habe gestern Abend den Worten eines Prof. Hülsbergen gelauscht.

    Zunächst war ich beeindruckt von seiner Analyse, dass unsere Ertragssteigerungen mittlerweile auf dem Höhepunkt angekommen sind, dieselben kaum mehr übertroffen werden können.

    Dann aber ereilte mich eine Lawine von unterschiedlichsten Verunglimpfungen in Richtung landwirtschaftliche Urproduktion. Die Bauernlemminge machen heute (nachweislich) nicht mehr als alles falsch, sektorenübergreifend!!!

    Und so nimmt es wohl unbeirrbar seinen Verlauf: Die Schweinebauern schließen zunehmend ihre Stalltüren, weil eine gelingende Ökonomie in deren Reihen unter den aktuellen Gegebenheiten kaum mehr möglich ist, mal ganz abgesehen von einem ganz brutal entartenden Psychoterror, dem diese Produzenten permanent ausgesetzt sind. Verteufelt sind diese mittlerweile bis zum jüngsten Tag: Die neuzeitlich mystische Geschichte der Arche Noah!?

    Katastrophen können in unterschiedlichster Prägungen über die Menschheit hereinbrechen, zunächst vollkommen unbemerkt. – Wenn‘s dem Eselchen zu wohl wird, geht es aufs Eis tanzen! Unverzagt in der Gewissheit, dass infolge des Klimawandels baldige Rettung naht – das Eis schmilzt geweissagt ohnehin rasant weg…

    Still und ganz leise steht übergreifend die heimische Landwirtschaft zunehmend zur Disposition. Erfolg wird in diesem Umfeld nicht belohnt, sondern zunehmend hart bestraft. Die heute ausufernde Dekadenz unserer heimischen komplett überladenen Esstische, die förmlich zusammenzubrechen drohen, treibt Stilblüten, die in einer katastrophalen Freisetzung nur die wenigsten als solche zu erkennen wissen. Wer ist heute gesetzlich nachweislich legitimiert, fremdes Eigentum quasi arrogant abgehoben einfach zu konfiszieren, effizient übergriffig durch die Hintertür!?

    Wie lange hält das eine Gesellschaft ohne Mucken und Murren aus!? Erkennt man überhaupt noch eine rote Linie, die man dabei nicht überschreiten sollte!?

    Die Wissenschaft, die den Weg in eine solche Sackgasse bereitet hat, ist mittlerweile komplett verzichtbar. Im Wissen um den notwendigen fulminanten Sparzwang bei der Ausarbeitung unserer künftigen Haushaltspläne sollte man rigoros hier Einsparungen vornehmen. Wir brauchen keine Wissenschaft, die das falsche Wissen schafft. Gebt den Bauern in weiten Bereichen ein freies Unternehmertum frei; …denn sie wissen durchaus, was sie tun! Ansonsten zerstören wir wollentlich und wissentlich sukzessive unsere Überlebensgrundlagen, begeben uns in eine brandgefährliche Abhängigkeit innerhalb geopolitisch extrem unruhiger Zeiten.

    Was, bitte schön, zeichnet dabei den Intellekt unserer maßgeblichen Entscheider aus!?

    Richard von Weizsäcker lag wohl nicht falsch mit seiner Analyse:

    „Eine intellektuelle Schläfrigkeit ist heute weit verbreitet.“ – …AUFWACHEN!!!

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  16. Bernhard Kremling sagt

    Der Minister ist ein Metzgermeister. Der denk auch wie ein Metzger. In den süddeutschen Schlachthöfen werden die Schweine aus der Haltungsstufe 1, bevorzugt von den kleineren Metzgereien abgenommen, weil sie billiger sind und der Kunde in der Metzgerei denkt passt scho, wenn ich beim Metzger ums Eck einkaufe.

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    • Bauer Willi sagt

      Und? Macht der Verbraucher etwas „falsch“? Er kauft was „gut und günstig“ (Edeka) ist. Das hat mit einem Minister nichts zu tun.

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  17. Thomas Bröcker sagt

    Die Minister werden in kürzester Zeit von den vorhandenen Strukturen eingefangen. Tausend unwichtige Repräsentationstermine beschäftigen die schon. Inzwischen wird in Verwaltung und Ministeriumsstrukturen weitergewurschtelt wie bisher. Die Naturschutz-, Erneuerbaren Energie- Vertreter und Fleischfeinde sind überall etabliert und holen zur Not mit ihrem Klagerecht vorwitzige Politiker zurück.
    Läuft gerade in Brandenburg genau so mit der Wolfsproblematik. Gregor Beyer hat da mal einen klaren und nachvollziehbaren Vorschlag gemacht (Abschußquoten wie in Schweden bei 15 bis 30 % jährlich). Das ist noch nicht einmal ernsthaft andiskutiert worden … und schon musste er seinen Hut nehmen. Frau Mittelstedt hat sich damit sicherlich auch gegen „Übernahmephantasien“ gewehrt.
    Ganz praktisch wird sie aber gerade vom Naturschutz und die dazu gehörenden NGO´s eingenordet. Und genau so läuft das fast immer. Die Parteien und Parlamente haben im Wust der vorhandenen Gesetze und Verordnungen und deren Protagonisten ihre Macht längst verloren.
    Zumal wir mit Merz auch selbst eine Politik für die Rüstungskonzerne und die Falken im Militär gewählt haben. Die, vor allem durch falsche Aussen- und Energiepolitik, gerade zu Grunde gehende Industrie, sieht ihr Heil auch nur noch in der Rüstung.
    Ich sehe auch uns und mich nur (mit einer Wut im Bauch) weiterwurschteln, weil es nicht gelingen wird Entscheidungen und Verantwortlichkeiten, wie es rational sinnvoll wäre, in die Staaten, Regionen und kommunalen Ebenen zurückzuholen. Die dafür notwendigen Strukturen sind da (und beschäftigen sich selbst), nur haben sie eigentlich nichts mehr zu sagen.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Die Bauernüberwachung via Satellit funktioniert bereits perfekt; jeder augenscheinlich „falsch“ genutzte Quadratzentimeter wird zur Schicksalsfrage hochstilisiert.

      Was bei mir gerade Unverständnis erzeugt ist die jüngste Begebenheit, warum man Putins Billigdrohnen nicht sofort Herr werden konnte beim Verletzen unseres Natoschutzraumes!? Dem Vernehmen nach hat Belarus diesen Überflug im Vorfeld bereits angekündigt.

      Wie hilflos reagierte dabei ein solches Systems!? – Die Bauern kann man jederzeit vorführen, Putin und seine Freunde hat man offensichtlich aber nicht im Griff!?

      An unserer Prioritätensetzung müssen wir ganz offensichtlich schleunigst arbeiten, wollen wir nicht unter die Räder kommen…

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    • Kemetbauer sagt

      Selbst der bisher kaum in der Landwirtschaft gesehene multifunktionale Minister Schulze, lässt sich aktuell mit Großtrappen ablichten. Nachtigall ick hört dir trapsen, kann man da nur sagen. Ach ja, in einem Jahr ist er ja wahrscheinlich arbeitslos. Letzte Klimmzüge?

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  18. Reinhard Seevers sagt

    Seit 2024 haben 271 Betriebe bundesweit Anträge auf die Türwohlanpassung gestellt. Jetzt ist ein Antragsstopp für April 2026 angekündigt.
    Die konsumtive Förderung läuft noch bis 2028 weiter. Seit der Ankündigung am Mittwoch steht das Telefon nicht mehr still. Ich habe kommende Woche 4 Termine für Planungen, die bis dahin noch erstellt werden sollen. Läuft!

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        • Ex-Baumschuler sagt

          Gelegenheits-Jobs hätte ich auch anzubieten (Fahrrad, Wohnung, Garten, Oma, Hund oder so), aber die wollen alle nicht, weil sie schon Bürgergeld kriegen. Oder sie können nicht mehr.

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      • Peter Schubert sagt

        „Ach,
        Du verdienst auch daran?“

        Ganz schön platter Vorwurf. Den machen Sie wohl allen, die helfen, Auflagen zu erfüllen und Vorschriften einzuhalten?

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  19. Alfons Nünning sagt

    Das ganze Thema lässt sich auch auf die Milchviehhalter übertragen.Denn trotz gutem Milchpreis hören noch viele Betriebe auf.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Das gilt genauso für den Obst- und Weinbau. Desaströse Preise, ungezügelt agierend LEH-Konzerne und dazu noch eine chaotische Pflanzenschutzpolitik werden in den nächsten 3 – 4 Jahren 20 % der Betriebe in diesem Bereich zur Aufgabe zwingen.

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      • Topfheiler sagt

        beim kleinbetrieb Kartoffel Spargel auch sehr herausfordernd ,(Geitz ist Geil ). Immer noch keine verläslichen Mittel gegen Drahtwurm .;Ersatzinvestionen nicht möglich.

        • Peter Schubert sagt

          Ein Bekannter plant solche Anlagen …. allerdings kaum mehr in D, weil ihm hier der Vorschriftenwust und die Genehmigungsbürokratie zu fett geworden sind. Er plant jetzt im Baltikum, wo seine Frau herkommt.

          2
  20. Ex-Baumschuler sagt

    „Ich kann nicht verstehen, wie die derzeitige Regierung mit ihrer Politik der AfD immer mehr Wähler zutreibt und sich dann auch noch wundert.“

    Jürgen Donhauser, 2025

    Aber die Schweinepartei wird ja demnächst sowieso verboten, kurz und nur knapp vor der Stunde der Wahrheit. – So was merkt man sich, Jürgen.

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