Wir haben für den eigenen Bedarf und für Freunde und Nachbarn Kartoffeln angebaut. Unterschiedliche Sorten in allen Farben, unterschiedlich im Geschmack und mit unterschiedlichem Ertrag.
In den letzten Jahren begannen einzelne Sorten schon im Januar Keime auszubilden. Wir lagern sie in einem ehemaligen Stall, wo sie dunkel liegen, die Temperatur aber nicht wirklich gesteuert werden kann. Wir haben darin eine Box von etwa 4 qm, deren Tür man relativ luftdicht schließen kann. Im Moment ist die Tür offen.
Bei der Beschäftigung mit natürlicher Keimhemmung lese ich, dass man zu den Kartoffeln Äpfel legen soll, deren Ethylen die Keimung der Kartoffeln hinauszögern soll. Andere wiederum schreiben, dass man dies auf keinen Fall machen soll. Desweiteren ist von Rosmarin, Salbei und Lorbeerblättern die Rede, die man zwischen die Kartoffeln legen soll. Die ätherischen Öle sollen die Keimung hinauszögern. Gleiches soll für Holünderblätter und Lavendel gelten (wobei mir das bei Holunder schwer fällt zu glauben).
Jetzt meine Frage: wer hat mit diesen Methoden praktische Erfahrungen (gute und schlechte) ? Wer kennt weitere Methoden? Ich habe auch von Grünem Minzöl gehört, weiß aber nicht, wie man das anwenden kann.
Bitte nur antworten, wer wirklich eigene Erfahrungen oder Vorschläge hat. Ich freue mich auf die Antworten.
Übrigens: Unsere Kartoffeln sind zu 100% aus Bodenhaltung 🙂


die Lagerung ist heute viel schwieriger .Die Ausentemperaturen sind höhet ich kann nur noch Wachstumsregler spritzen (clorprofam als Pulver z.b.Tixit ab 2220 verboten.).
Ich baue jetzt seit fast 60 Jahren Kartoffeln an, mit Wachstumsregler haben wir nie gearbeitet. Wenn man immer wieder auf die Sortenansprüche achtet und die sich ändernden Bedingungen mit einrechnet, kommt man im individuellen Anbau ohne das aus.
Z. B. habe ich seit 3 Jahren spanische Sorten als Lagerkartoffeln und habe beste Erfahrungen damit gemacht. Sie sind Hitze- und Trockenheitstolleranter als unsere herkömmlichen Sorten.
Durch das Ethylen, das die Äpfel abgeben, keimen die Kartoffeln stärker, Zwiebeln vertragen sich mit Äpfeln.
Es gibt die Firma Restrain, die mit Ethylen arbeitet, aber ich glaube, das ist nur für große Lager durchführbar.
https://www.agrarwelt.com/pflanze/effiziente-keimhemmung-und-qualitaetserhalt-bei-kartoffeln-durch-neue-pet-technologie.html
Die einfachste und für jeden machbar Lösung ist und bleibt die Erdmiete. Damit kann jeder umgehen und man ist lediglich vom Wetter abhängig. Die Miete funktioniert übrigens auch mit kleinen Mengen und mit unterschiedlichen Früchten wie Karotten, Äpfeln und Roter Bete. Die einzige Gefahr sind Mäuse! Aber dagegen kann man was tun.
So einfach, wie das mancher hier darstellt, ist die Sache nicht. Erste Frage: zu welcher Reifegruppe gehören die angebauten Sorten?
Zweite Frage: Wie heißt die Sorte und welche Ansprüche stellt sie an den Anbau und die Lagerung?
Dritte Frage: Erntezeitpunkt und Methode?
Vierte Frage:waren die Pflanzen und die Knollen bei der Ernte gesund und wurden die Knollen trocken eingelagert?
Fünfte Frage: Wie hoch ist die Temperatur im Lager? Kartoffeln kommen bei 9°C in Keimstimmung.
Ihr seht, eine einfache Antwort gibt es nicht!
@Friedrich Hüttner
Es handelt sich um sieben verschiedene Sorten. Weiße,rote, violette. Geerntet an zwei verschiedenen Tagen unter trockenen Verhältnissen.
Und nun?
Die Farbe sagt wenig bis nichts über die Sorte, der Sortenname ist wichtig und die Reifegruppe. Frühkartoffeln sind nur sehr eingeschränkt lagerfähig, mittelfrühe dagegen halten sich locker bis zum Frühjahr und späte Sorten bis zur neuen Ernte.
Die Reifegruppe liegt in der Entwicklungszeit der Knollen begründet. Frühe Sorten haben eine kurze Entwicklungszeit, späte entsprechend länger. Und das ist für den Erntezeitpunkt und für die Lagerfähigkeit entscheidend!
Wir haben früher Kartoffeln in einem dunklen, kühlen Keller mit Erdboden und zugestopften Fenstern gelagert. Nach der Ernte (ab Mitte Sept bis Oktober) sofort Einlagerung im Keller auf keinen Fall in einem oberirdischen Gebäude z.B Stall. Verwendung als Speise- und Futterkartoffel für Schweine. Zubereitung im Kochtopf, Pfanne bzw im Kartoffeldämpfer (elektrisch) für die Schweine. Ältere erzählten damals das Kartoffeldämpfer früher mit Holz beheizt wurden und teilweise beim Schlachtfest für Kochwurst und auch für Kochwäsche genutzt wurde.
Irgendwann im Spätwinter fingen die Kartoffeln an zu keimen. Dann standen umgehend im Kellernach der Schule (so ca ab 8 Lebensjahr) 2 Körbe für mich zum entkeimen. Waren die Körbe voll dann konnte man auch mit Freunden spielen falls nicht dann haben die alleine gespielt bis die Körbe voll waren es gab kein Entrinnen. Eklig wurde es wenn im Keller matschige schleimige stinkende Kartoffeln mit Nassfäule zu finden waren, kam zwar nicht häufig vor aber wenn dann sofort aussortieren = Extraschicht. Ausser Temperatursteuerung, sehr hohe Luftfeuchtigkeit, Dunkelheit ist mir kein Geheimmittel ob auf pflanzlicher Basis oder anderweitig in Erinnerung. Falls es dies gegeben und gewirkt hätte dann wäre es sicher eingesetzt worden denn jeder Tag länger mit Kartoffeln war ein guter Tag vor allem für die Schweine, weniger für mich. An chemische Behandlung hat man nicht gedacht bzw nicht gekannt.
Entweder selber ein Lager bauen welches die Ansprüche erfüllt oder bei einem Kartoffelanbauer in der Nähe einen entsprechenden Lagerraum mieten. Auf irgenwelche Geheimtipps würde ich mich nicht verlassen wollen.
Wie andere auch schon geschrieben haben, die Länge der Dormanz ist hochgradig sortenabhängig. Exogene Faktoren, insbesondere Temperatur und Luftfeuchte können die Dormanz brechen, aber wenn die innere Ruhephase Uhr abgelaufen ist, dann keimen sie. Da kann man nicht viel machen.
Wirklich funktionieren tun nur chemische Keimhemmer, aber das wird hier wohl keine Option sein (wollen). Bestrahlung vermutlich auch nicht.
Der Effekt von Ethylen ist widersprüchlich, das zeigt auch die wissenschaftliche Studienlage. Auch hier wird eine Sorteneffekt vermutet.
Ätherische Öle und so. Ach ja …
Wenn man keine chemischen Keimhemmer anwenden will, dann funktioniert eigentlich nur eine entsprechende Sortenwahl.
Bei uns lagerten die 🥔 in einem etwas feuchten, sackdunklen und echt kalten Natursteinkeller, Keimung war sehr gering, die wenigen Keime streichholzduenn.
Nützt nur nichts, wenn man den nicht hat.
Meine Mutter stand zwar auf Den Einsatz natürlicher Sachen, aber Äpfel oder Kräuter hat die zur Kartoffellagerung nicht eingesetzt.
Ob Keime dick oder dünn, das ist bestimmt Sortenbedingt,
aber das giftige Solanin ist auch vorhanden.
…deswegen macht man sie ja ab, Inga! 🙄
Ob Keime dick oder dünn, das ist bestimmt Sortenbedingt,
aber das giftige Solanin ist auch in der Knolle vorhanden.
Dann dürfte ich ja gar nicht mehr leben.😂
Die Menge macht die Vergiftung.
Das Solanin in der grünen Außenhaut kommt doch vom Licht, aber diese Kartoffeln lagerten im Keller. – Mein (von mir vernachlässigter) Kumpel hatte erstmalig Kartoffeln angebaut, die aber aus dem Boden gewachsen und sodann grün geworden waren. Aus der scheinbaren Not hatte er sie zu früh geerntet, und erst dann hatte ich ihm gesagt, dass man sie anhäufeln muss. Hätte ich die Kartoffeln angepflanzt, hätte ich sie in Reihen gesät, und in tiefe Mulden mit überstehender Erde in den Reihen. Diese Erde würde man nach und nach auch zur Unkrautbekämpfung und wegen des Bodenwasserhaushalts (Verdunstung) auf die Kartoffeln anhäufeln, so dass die Knollen nicht grün aus dem Boden herauswachsen. Nachträglich hätte der Kumpel noch mit dem reichlich vorhandenen Kompost anhäufeln können, was dem Starkzehrer Nährstoffe gegeben hätte und in den heißen Tagen über die oberste Krümelbodenschicht die Verdunstung vermindert hätte.
Im Frühjahr gab’s nämlich überraschenderweise Pflanzkartoffeln beim türkischen Supermarkt. Die waren alle gleich klein und keimten schon fast – für damals recht günstige 70 Ct/kg.
Obwohl ich noch nie Kartoffeln angebaut habe, weiß ich solche Zusammenhänge oder kann sie so zusammenreimen. Mein neuerdings gartenbesitzender Kumpel dagegen hat keinen blassen Schimmer und kennt noch nicht mal die grundlegensten Techniken auch beim Umgraben oder beim Gehölzschnitt. Mein Job in diesem biblischen Script wäre eigentlich, ihm mehr beizustehen.
Lerning by doing
+
den guten Freund, der ihm dazu gutgemeinte Ratschläge gibt.
Die Ratschläge sind oft Fachwissen, das man respektieren muß.
Also ist Landwirt ein Lehrberuf.
Und man kann auch noch seine Wissenschaft studieren.
Er ist so facettenreich.
Für mich sind deswegen die Leute dumm, die die Bauern als dumm bezeichnen und nicht respektieren.
…hier wird moderiert!
Wir lagern nach wie vor in einem uralten Gewölbekeller mit Lehmstampfboden; insbesondere letzteres ist ausschlaggebend für die optimale Lagerung. Betonboden wäre selbst dort im Ergebnis kontraproduktiv.
Wenn in diesem Keller auch Süßmost (Äpfel/Trauben) vergärt wird, hat wahrscheinlich hierbei eine Erhöhung der CO2-Konzentration ebenfalls einen spürbar positiven Effekt auf die Lagerfähigkeit von Kartoffeln und anderem Winter-/Wurzelgemüse. Im übrigen ein sicherer Schutzraum, der heute angesichts der geopolitischen Gemengelage eine Renaissance erfährt.
Leider wurde bei Neubauten in der Vergangenheit radikal entsorgt. Wie stabil diese Gewölbe errichtet waren, hat leidvoll so mancher Bauherr mit viel Schweiß und Geld in der Entsorgung bezahlt.
Heute eben diese neu zu errichten ist sehr schnell mit der Marke „unbezahlbar“ zu versehen, wenn überhaupt noch genügend Facharbeiter dazu überhaupt imstande sind…
Ja,
beseitigen war dumm, dann lieber einfach nur draufhauen,
Die alten Keller waren ja nicht mur zur Lagerung von Obst und Gemüse gut,
sie dienten ja auch als Luftschutzkeller.
Guten Abend
Meine Erfahrung ist mit unserem alten Gewölbekeller am besten gewesen alle späteren Lager in der befahrbaren Ebene eher schlecht.
Deshalb kann ich mir vorstellen das Reinhard Seevers Recht hat, mit einem Kühllager den besten Erfolg erzielt werden kann.
Ich hätte noch einen Schiffskühlcontainer +15° –40°C , allerdings ist der kühler defekt und wenn er dann läuft braucht er auch nicht gerade wenig Strom. Ich habe ihn für die Gemüse Lagerung genutzt als die Kühlung noch funktionierte und wir die Solawi betrieben haben.
Gute Nacht und ein schönes Wochenende.
Na, dann bau doch einfach ein Tiny-Kartoffellager mit Kühlung….dann könnt ihr 1Jahr ohne Probleme lagern. Alle anderen Lösungen sind nicht zielführend.👋
…bau doch einfach…
Dass ich nicht selbst auf die Idee gekommen bin. Ich wollte aber eine Lösung ohne zu arbeiten.😉😎
in einem alten Haus, wo keine Heizungsrohre durch den Keller gehen, ist doch ein kühler Keller, oft noch mir Sandsteinen ummauert.
Da können die Kartoffel bis März garantiert lagern.
Früher wurde da auch noch Wurzelgemüse in Sand gelagert.
Musste halt kühl und atmungsaktiv sein.
Mit der frühen Keimung in Januar ist vielleicht auch sortenbedingt.
Dann schlage ich vor, du bringst sie zu einem Kollegen deines Vertrauens, der über die Lagertechnik verfügt….
Ach,
der alte Futterüben- oder Dickwurzelkeller geht auch.
Was die Alten früher alles als Allgemeinwissen wussten?
Wir müssen das erst studieren.
Bauer Willi, ohne bauen: da geht nur noch, ab etwa Nov. Dez. die Kartoffeln mindestens einmal pro Woche händisch sortieren ( Weiche/Faule sofort entfernen ) und Keime abknibbeln. Das ist eine Heidenarbeit, deshalb versuchten wir in der Solawi auch mal einen Winter, ein Teil der Kartoffelarbeit an die Mitglieder abzugeben. Kein einziger der etwa 20 Versuchs-Haushalte hatte nach einem Monat noch „essbare Ware“. Ich habe jeweils Ende Januar meine Ware an die Mitglieder und die Schweinchen verfüttert – keine Lust mehr zum sortieren, oder sie hatten trotz einpacken Frost abgekriegt. Kein Keller, die Treppenstufen waren zu gefährlich/mühsam für eine solche Menge.
Das erinnert mich an die Zeit, als Oma im kalten, feuchten und schummrigen Keller saß und die Kartoffeln entkeimte….am Ende waren sie so zusammengeschrumpelt, dass man sie nicht mehr schälen konnte. Heute fragen Kunden noch im August nach der Lagerware des letzten Jahres und bekommen immer noch Qualität.☝️
Die Profis lagern die Ernten des Vorjahres vertraglich abgesichert teilweise bis in den Juli/August mit Anschluss an die neue Ernte.
Das müsste im Klein-Maßstab („Tiny-Haus“) auch zu machen sein.
Machen Sie als Architekt Bauer Willi jun mal einen entsprechenden Vorschlag.
Das kann ein Bauer doch selbst zusammenzimmern. Bauer kommt von „Bauen“ oder?😎✊
Ich würde mir einen kleinen Kühlcontainer zulegen und fertig isses.
BAUER
kommt von
anBAUEN
von Nahrungsmittel anbauen.
Vom AckerBAU
Es fehlt die Kennzeichnung als Glosse…..ansonsten sähe ich es als intellektuelle Beleidigung des Blogs an.🐰🦄🥳
Glosse gilt nur für Titelbild