Monate: September 2025

Warum Bauern Geld ohne Leistung bekommen…

Der Satz ist natürlich provokativ gewählt, wird aber so im nachfolgenden Podcast so geäußert. Hier der Originaltitel des Podcast: Warum bekommen Bauern ein bedingungsloses Grundeinkommen – und zerstören die Artenvielfalt? (Christine Chemnitz, Agora Agrar) Ich habe den Podcast auf einer längeren Autofahrt nebenher gehört und häufig den Kopf geschüttelt. Aber nicht über die Antworten von Frau Chemnitz, einem Vorstandsmitglied von Agora Agrar, sondern über die Fragen der Podcaster. Klicken Sie zum Aufrufen des Podcast auf „Home“ und wählen Sie dann die „LdN443“ vom 27.8.2025. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen So entsetzt ich über die Überschriften war, so (positiv) überrascht war ich über die Antworten von Frau Chemnitz, die mit großer Sachkenntnis die schlimmsten Vorurteile entschärfen konnte. Dass sie für einen geringeren Fleischkonsum plädierte, ist ja heute allgemeiner  Mainstream, auch wenn sich  BM Alois Rainer kürzlich anders geäußert hat und dafür scharf …

Die Tagesschau, die Zikade und die Hungersnot…

Ich habe schon mehrfach über die Glas-Flügelzikade berichtet und die Gefahr, die sie für die Ernährungssicherheit bedeutet. Jetzt hat auch die Tagesschau dieses Thema aufgenommen und darüber recht sachlich berichtet. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/zikade-kartoffelernte-schaedling-100.html Der Artikel ist unbedingt lesenswert. Hier ein Auszug: „Wir wussten am Anfang fast gar nichts“, sagt die Agrarwissenschaftlerin Helen Pfitzner. Sie koordiniert die Zikaden-Forschung beim Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer und der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA). „Wir müssen noch schneller werden“, sagt sie. Denn die Zikade verbreite sich unglaublich schnell und sei anpassungsfähig. „Tatsächlich schauen wir hier einem Insekt bei seiner Evolution zu“, ergänzt Sabine Andert. Ein heimisches Insekt habe seine ökologische Nische verlassen, zunächst Zuckerrüben als Wirtspflanzen erschlossen und dann einen Wirtswechsel auf die Kartoffel vollzogen. Das sei eine „absolut neue Situation, die es so noch nicht gegeben hat“, mit der es Forschung, Behörden und Landwirtschaft zu tun hätten. Aus wissenschaftlicher Sicht sei das zwar spannend, für die Landwirte jedoch existenzgefährdend. Es gehe um Arbeitsplätze und Löhne auch in der lebensmittelverarbeitenden Industrie. Und es bestehe das Risiko, dass heimische Produkte knapp und teuer …

Weniger Hungernde!

Warum nicht auch mal eine positive Nachricht?  Hier ein Zitat aus dem nachfolgenden Artikel: „Dem UN-Ernährungssicherheitsbericht zufolge ist die Zahl der hungernden Menschen 2024 das dritte Jahr in Folge gesunken. Insgesamt litten rund 673 Millionen Menschen, etwa 22 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Grund für den Rückgang sei ein besserer Zugang zu Lebensmitteln etwa in Südamerika und Indien, auch wenn 8,2 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger bedroht sind. Auf dem afrikanischen Kontinent nahm der Hunger gegen den weltweiten Trend zu.“   https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-07/28-07-hunger-weltweit-unbericht Wie nicht anders zu erwarten, ist die Zahl der Hungernden in Krisengebieten besonders hoch. Aber: ich wollte ja Positives berichten. Das Glas ist halbvoll. Schön wäre es, wenn auch andere Medien diese positive Nachricht verbreiten würden.  

„Ich esse weniger Fleisch…“

Wir belügen uns selbst. Oder höflicher ausgedrückt: wir antworten nach „sozialer Erwünschheit“. Soziale Erwünschtheit beschreibt die Tendenz von Menschen, in Befragungen oder Tests bevorzugt Antworten zu geben, die sozial akzeptiert sind und ein positives Selbstbild erzeugen, anstatt ihre wahre Meinung oder ihr tatsächliches Verhalten widerzuspiegeln. https://www.agrarticker.de/nachrichten/detail/mehrheit-isst-haeufiger-als-angegeben/ Hier die Studie des Max-Rubner-Institutes im Original: https://www.agrarticker.de/fileadmin/pdf/Ergebnisbericht_Online-Befragung_nemo_Erwachsene_bfrei.cleaned.pdf Es lohnt sich wirklich, sich die Zahlen ab etwa Seite 26 (Punkt 3.3.1) anzusehen, sowohl was die Unterschiede bei den Geschlechtern als auch in den Altersstufen angeht. Viele der Antworten halte ich für nicht belastbar. Das soll bedeuten, dass die Antwort nicht dem tatsächlichen Handeln entspricht. Dazu fällt mir ein Satz ein, den ich einmal von einem Verhaltensforscher gehört habe: „In Umfragen wird soziale Schizophrenie empirisch abgebildet“. Übrigens: ich esse auch weniger Fleisch, dafür etwas mehr Wurst (Ironie)