Monate: Juli 2018

Frau Liebrich und die einfachen Rezepte…

Frau Liebrich, Journalistin von der „Süddeutschen“ ist für ihre agrarkritischen Artikel bekannt. Ihr neuester Artikel passt in diese Reihe. Ihr Fazit: Die Hitzewelle zeigt, dass die konventionelle Landwirtschaft am Ende ist. Die Lösung: Bio https://www.sueddeutsche.de/politik/landwirtschaft-nur-weniger-ist-gut-1.4065869 Dabei vergisst sie, dass jetzt gerade die Bio-Betriebe die größten Probleme haben, Bio-Futter zu beschaffen.  Ansonsten verlieren sie ihren Bio-Status. Manchmal muss man halt Dinge auch bis zu Ende denken, liebe Frau Liebrich. Ihr Bauer Willi   +1

Lob von NGO´s…

…ist relativ selten. Doch jetzt wird ausgerechnet ein Pflanzenzüchter von NGO´s gelobt. Und das in Zeiten von Genom Editing und anderen „Schweinereien“ der bösen „Agrarkonzerne“. Doch leider ist der Züchter tot. Dabei hat er sich auch noch mit einer Pflanzen-Art beschäftigt, die überhaupt nicht bei uns heimisch ist. Warum er trotzdem von den NGO´s verehrt wird, könnt ihr hier nachlesen: https://ooe.lko.at/die-guten-alte-zeiten-oder-w%C3%A4re-haberlandt-auch-heute-so-erfolgreich+2500+2760251 0

Uralt…

Wer weiß, was das ist? Am Rande unseres Gartens sind doch ein paar Körner aufgelaufen und das Getreide ist jetzt vor der Druschreife. Für den Mähdrescher aber dann doch zu wenig. Wir wollen es ernten und im nächsten Jahr wieder einen Versuch starten, denn der diesjährige ist aus unerfindlichen Gründen schief gegangen. Schnecken? Vögel? Wir wissen es nicht. Wir machen also eine eigene Saatgutvermehrung, die wir aber der Saatgut-Treuhand nicht melden. :-). Das muss man nämlich normalerweise machen, wenn man eigenes Saatgut herstellt. Die Halme sind rund 1,50 m hoch. Es ist eine sehr alte Getreide-Art. Eine kleine Rate-Hilfe: es ist kein Einkorn, sondern man nennt es auch Zweikorn. Diese Art wird seit mindestens 10.000 Jahren kultiviert und hat ihren Ursprung im Nahen Osten. Die schwarze Farbe hat das Getreide aufgrund des Beta-Carotins. Jetzt müsst ihr aber selber darauf kommen. 🙂 Euer Bauer Willi 0

Das ist erst der Anfang…

Zurzeit wird viel über die Dürre in Deutschland und anderen Ländern berichtet. Besonders die Waldbrände in Schweden kommen in den Nachrichten vor, weil sie außer Kontrolle geraten sind. 30 Grad am Polarkreis und andere Rekorde werden zitiert. Das Wort „Klimawandel“ bekommt spätestens jetzt eine reale Dimension. Ich schreibe diesen Artikel am 21. Juli. Wir haben die Getreideernte gestern beendet, drei Wochen früher als normal. Die Erträge lagen unter dem Durchschnitt, aber für die Verhältnisse der letzten Wochen sind wir noch zufrieden. Es hätte schlimmer kommen können, wenn man die Nachrichten aus dem Norden der Republik hört. Doch das ist noch nicht das Ende, wenn sich jetzt die Trockenheit und Hitze weiter verschärft. Am Schluss des Textes ein paar persönliche Worte. Ein Rundumschlag, aber den muss ich einfach mal loswerden. Mindestens bis Anfang August heiß und trocken Unsere Zuckerrüben lassen tagsüber die Blätter hängen, stehen aber morgens noch auf. Der untere Blattkranz welkt, was ein erstes Zeichen dafür ist, dass die Pflanze nicht mehr wächst und sich auf schlechtere Zeiten einstellt. Überleben ist jetzt die Devise. In ein paar …

Danke an den WDR…

…und an Sven Kroll für die guten Fragen zum Thema Trockenheit und die Auswirkungen in der Landwirtschaft. Wer die Sendung nicht sehen konnte, hier das Video dazu: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/hier-und-heute/video-bauer-willi-und-die-hitze-100.html Ist nicht einfach, in einer Live-Sendung immer die richtigen Antworten zu finden. Ich hoffe aber, dass das Wesentliche rübergekommen ist. Wer will, kann sich auch mal die vielen Kommentare bei Facebook ansehen. Euer Bauer Willi 0

Zielkonflikt: Hagelschaden oder Hagelschutz?

Vor 10 Tagen hat es in Südtirol, im Gebiet um den Kalterer See, gehagelt. Da ich dort zwei Freunde habe, Toni Ortler und Klemens Kössler, habe ich mir das angesehen und den beiden ein paar Fragen gestellt. Die Hagelschauer dauerte nur rund 15 Minuten, die Hagelkörner waren nicht mal kirschgroß, aber die Dauer reichte, um im Zentrum des Hagelgebietes beim Wein sämtliche Blätter zu zerstören und auch Schäden am Holz zu verursachen. Die Trauben sind nicht mehr verwertbar. Totalschaden Bei den Äpfeln sieht man den Schaden auf den ersten Blick nicht. Zwar haben die Blätter auch Löcher und Risse, aber dies sieht man erst, wenn man sich die Bestände genauer ansieht. Die Früchte haben etwa die halbe Endgröße, aber durch die Einschläge überall Druckstellen, die natürlich nicht wieder auswachsen. Die fertigen Früchte sind zur Ernte nur noch für die industrielle Verarbeitung (Saft, Kompott) zu gebrauchen, denn der Kunde mag nur optisch lupenreine Früchte. Im Gebiet sieht man einige Flächen mit Hagelschutznetzen. Ich habe Toni und Klemens gefragt, warum sie bisher noch keine solchen Netze haben. …

Auswirkungen der Hitze und Trockenheit…

…ist heute das Thema bei „Hier und Heute“ im WDR. Ich darf dabei sein. Hier die Vorankündigung: https://www1.wdr.de/fernsehen/hier-und-heute/tages-uebersicht-huh-100.html Falls ihr um 17:00 Uhr gerade nichts anderes vor habt, könnt ihr ja reinschauen. Euer Bauer Willi   0

Klima beschützen

Neulich stellte ein Radiomoderator beispielhafte Naturschutzprojekte vor. Geradezu euphorisch sprach er vom Klima und der Natur, die doch unsere Hilfe so dringend nötig hätte. Als ob Klima und Natur hilflose Kinder sind. Die man beschützen müsste. Fehlte gerade noch, dass wir mit dem Klima schimpfen könnten. Aber eigentlich machen wir das doch die ganze Zeit. Wir stöhnen und jammern wenn es warm ist. Und haben schlechte Laune, wenn es regnet: „Du böses Klima Du! Ich will gefälligst schönes Wetter haben, sonst…“ Ja, was sonst? Klima und Natur haben die Macht über uns. Nicht umgekehrt! Aber unser selbstverständliches Wohlstandsdenken entfernt sich zunehmend von der Realität. Das Klima schützen! Ich frage mich, wer hier wen schützen sollte? Wer erinnert sich noch? 2016 war die Getreideernte aufgrund der Nässe in Mitteleuropa eigentlich eine Mißernte. Letztes Jahr war es dann die zuerst im Frühjar sehr warm, dann heftiger Frost, danach gleich wieder heiß und zur Ernte wieder  trocken. Und dieses Jahr  zeigt die Trockenheit schon katastrophale Züge. Aber kein Problem, die hochtechnisierte Globalisierungsmaschinerie beschafft uns trotzdem die Lebensmittel weltweit. …

Georg Keckl – unbequem und fair

Ich habe Georg Keckl am Rande einer Veranstaltung getroffen. Diesmal hatte ich die Kamera dabei und spontan mit Georg ein Interview gemacht. Es geht um Bienen, Nitrat und andere Aufreger-Themen rund um die Landwirtschaft. Und um Konsens-Suche versus klare Kante. 0