Alois
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Klima beschützen

Neulich stellte ein Radiomoderator beispielhafte Naturschutzprojekte vor. Geradezu euphorisch sprach er vom Klima und der Natur, die doch unsere Hilfe so dringend nötig hätte. Als ob Klima und Natur hilflose Kinder sind. Die man beschützen müsste. Fehlte gerade noch, dass wir mit dem Klima schimpfen könnten. Aber eigentlich machen wir das doch die ganze Zeit. Wir stöhnen und jammern wenn es warm ist. Und haben schlechte Laune, wenn es regnet: „Du böses Klima Du! Ich will gefälligst schönes Wetter haben, sonst…“ Ja, was sonst?

Klima und Natur haben die Macht über uns. Nicht umgekehrt! Aber unser selbstverständliches Wohlstandsdenken entfernt sich zunehmend von der Realität. Das Klima schützen! Ich frage mich, wer hier wen schützen sollte?

Wer erinnert sich noch? 2016 war die Getreideernte aufgrund der Nässe in Mitteleuropa eigentlich eine Mißernte. Letztes Jahr war es dann die zuerst im Frühjar sehr warm, dann heftiger Frost, danach gleich wieder heiß und zur Ernte wieder  trocken. Und dieses Jahr  zeigt die Trockenheit schon katastrophale Züge. Aber kein Problem, die hochtechnisierte Globalisierungsmaschinerie beschafft uns trotzdem die Lebensmittel weltweit. Daher kommt diese kindliche Naivität. Weil wir wie verwöhnte Kinder nicht mehr die Konsequenzen unseres Tuns zu spüren bekommen. Es ist doch „Scheiß-Egal“ wenn ein Flug nach Spanien weniger kostet als eine Bahnfahrt nach München. Die verbratene Energie sehen, riechen und spüren wir nicht.

Wir Bauern spüren aber den Klimaänderungen doch längst. Die Extreme nehmen immer mehr zu. Genau das sagen die Klimaforscher seit Jahren voraus.

Aber das Kind in uns freut sich es, wenn es doch schönes Wetter bekommen hat. Es kann also beruhigt weiterspielen und braucht sich nicht zu ändern.

Alois

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25 Kommentare

  1. Hans-Georg Meyer sagt

    Wenn man sich überlegt das in Grönland beim Eisrückgang jetzt die Reste der Wikingersiedlungen von vor Tausend Jahren zeigen dann heißt das doch nichts anderes das es schon mal wärmer war. Oder das die Weinbaugrenze zu diesem Zeitpunkt auf der Höhe von Helmstedt lag und danach immer weiter nach Süden gewandert ist.
    Dann Frage ich mich was das ganze Geheule soll?
    Aus kurzfristigen Klimaveränderungen auf alles zu schließen. Auch die Sahara war vor 10000 Jahren eine Grüne Welt. Das sollte man doch auch mal überlegen und hinterfragen. Oder ist das nur der menschlichen Allmachtsfantasie geschuldet? Das die ganze Welt bzw. die Natur planbar ist?

    2+
    • Inga sagt

      Ja, das stimmt schon, Hans-Georg,

      denk and ie Grube Messel!

      Aber es ist doch die Frage, ob sich dieser Klimawaandel von früher auch so schnell vollzog, wei heute?

      3+
      • Lesen Sie ‚Climate Change In Prehistory‘ von William J. Burroughs … sehr erhellend. Sollte Pflichtlektüre an den Schulen und in der Politik sein. Da wird manch EINE Mär der CO2-Fraktion mal in ANDEREM Kontext betrachtet und manch Staunenswertes dargelegt.

        1+
  2. Hans-Günter Felser sagt

    Nun ja, die Wahrheit liegt wohl – wie meist – in der Mitte. Wir Menschen beeinflussen sehr wohl die Umweltabläufe. Sei es, dass riesige Waldflächen gerodet werden und der kühlende Einfluss der Wälder einer sich rasch aufheizenden Steppenlandschaft weicht, sei es, dass wir Saumbiotope vernichten und den Äckern einverleiben, sei es, dass wir drainieren, versiegeln, betonieren. Wo soll denn bitte die Feuchtigkeit herkommen? Man beobachte die Vögel oder die Segelflieger, wo sie ihre Thermik suchen. Nicht über einem Wald oder einem See, sondern über einer Stadt oder über Ackerflächen. Da heizt es dann sehr schnell auf und die Luft steigt hoch. Man schaue sich die endlos großen Olivenplantagen in Südspanien an: Soweit das Auge reicht, nur Olivenbäume, darunter betonharter und trockener Boden, wo selbst kleinster Bewuchs noch ausgerissen bzw. gespritzt wird, denn die Kamille oder das Gras könnte ja dem Baum Nährstoffe rauben… Glaubt denn wirklich jemand, das habe keinen Einfluss auf das Gesamtklima der Welt? Nur süffisant andere zu belächeln, die die Zusammenhänge versuchen zu erkennen und lieber zu sagen „Kismet-alles vorbestimmt, da kann man nichts dran machen“, ist sehr versnobt und leider auch fatal. Fakt ist: Saftig grüne Wald- und Wiesenflächen mit Mischkulturen ziehen den Regen an (und sie liefern auch die Feuchtigkeit für Wolkenbildung), trockene und schnell erhitzbare Flächen (Asphalt, Beton, unbelebte Äcker, etc.) schieben die Wolken weg, können auch keine oder kaum Feuchtigkeit binden. Ein gesundes Mix muss her! – Wenn wir in Zukunft wieder mehr Regen haben wollen, sollten wir also etwas weniger heiße Luft produzieren!

    7+
    • Obstbäuerin sagt

      Aber die Welt wird doch immer grüner. Das kann man sehr schön in der Ausstellung »Wanderlust« in Berlin sehen. Fast alle Landschaften im 17. und 18./19. Jahrhundert kahl – wenig Bäume – sehr gute Weitsicht.

      2+
      • Hans-Günter Felser sagt

        an Obstbäuerin – Sie schreiben „Aber die Welt wird doch immer grüner. ….“ Ist das jetzt Zynismus, oder haben Sie wieder Ihre rosa Brille an?

        Sagt Ihnen der Begriff „Desertifikation“ etwas?

        Ich finde das geradezu schlimm, was Sie hier so schön rosa – oder grün – malen. „Die Welt“, werte Obstbäuerin, hört nicht hinter Ihrem kleinen Tellerrand auf!

        Beispiel? :
        https://desertifikationalmeria.files.wordpress.com/2014/12/cropped-cropped-hier_kann_man_nicht_mehr_leben.jpg

        5+
        • Obstbäuerin sagt

          Aber Herr Felser, das war doch die Aussage mehrere Blogs zurück. Haben Sie die Welt von oben in grün nicht gesehen?

          1+
          • Inga sagt

            Aber das mit den Wüsten stimmt auch, Obstbäuerin!

            Man hat vielelicht inzwischen etwas dagegen getan und auch erforscht!
            Und konnte das als Aussage mehrer Blogs zurck aufführen!
            Jetzt müßte man nur vergleichen!?!

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            • Obstbäuerin sagt

              Das die Welt insgesamt grüner wird schließt nicht aus, dass es lokal anders ist. Nordeuropa scheint jedoch von der Vergrünung besonders betroffen. Das könnte auch ein Grund für den Rückgang der Insekten sein.

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            • Inga sagt

              Warum der Grund für Rückgang der Insekten, Obstbäuerin?

              Ich dachte, je mehr Grün, desto mehr Blüten und Insekten, oder?

              Wo kann man den Karte noch mal einsehen, wo die vielen wachsenden Grünflächen zu sehen sind?

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            • Obstbäuerin sagt

              Hallo Inga, am 4. Juli war das Thema »Die Welt wird grüner« mit Weltkarte. Viele Insekten brauchen sonnige, karge Stellen und je mehr Grün vor allem nach oben wächst umso mehr Schatten gibt es. Das kann bei uns sehr gut beobachtet werden. Auf sonnigen Sandwegen hocken viele Schmetterlinge.

              1+
            • Inga sagt

              „Viele Insekten brauchen sonnige, karge Stellen“

              Das ist ja ein Interessantes Phänomen, Obstbäuerin!

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          • Hans-Günter Felser sagt

            an Obstbäuerin:
            „71 Prozent der Erde ist mit Wasser bedeckt. 11% der Erdoberfläche besteht aus Gebieten, in denen Landwirtschaft nicht möglich ist (Straßen Häuser, Ödland, Wüsten, Gebirge). 8% sind Waldflächen und 7% Weideland. Bleiben nur 3% der Erdoberfläche, die für den Anbau von Getreide, Obst oder Gemüse zur Verfügung stehen.“
            Quelle: Raschka 2012, Nova Institut
            _____________________
            „Etwa ein Drittel des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens weltweit ist in Gefahr. Durch Klimawandel, Erosion und Versalzung werden immer größere Flächen für die Landwirtschaft unbrauchbar.“
            Quelle: Grantham Center 2015, UNU 2014
            ————————–
            „Rund 35 Prozent der weltweiten Landoberfläche sind Wüstengebiete – und jedes Jahr kommt ein Gebiet der Größe von Irland hinzu. …..
            Als „man made deserts“ bezeichnet man die neuen Trockengebiete, weil in der Regel Eingriffe der Menschen ihre Ausweitung forcieren, durch:
            Überweidung von Flächen
            Zu viel Vieh frisst zu viele Pflanzen, der Boden verliert seine schützende Vegetationsschicht, wird lockerer und erodiert.
            Übernutzung von Böden
            Kürzere Brachezeiten und falsche Ackerbautechnik entziehen den Böden Nährstoffe und verringern den Pflanzenbewuchs, auch das fördert Erosion.
            Vernichtung von Wäldern
            Zur Gewinnung von Brenn- bzw. Bauholz, Ackerland oder Flächen für Industrie oder Wohnimmobilien wird der Baumbestand drastisch verringert, diese Regionen veröden.
            Verbrauch/Verschwendung von Wasser
            Für wachsende Bevölkerung, landwirtschaftliche Bewässerung und Tourismus entzieht man der Natur immense Wasserressourcen.“ Quelle Desertifikation – Ausbreitung der Wüste , 22.06.2018, BR Wissen
            https://www.br.de/mediathek/video/wuestenausbreitung-prognose-fuer-die-naechsten-jahrzehnte-av:5a3c6f9000b072001ccfba5e
            ——————-
            Ist es das, Obstbäerin, was sie mit „die Welt wird immer grüner“ meinen?

            Wenn die Schmetterlinge ja laut Ihren Beobachtungen auf trockene Bereiche angewiesen und Blühstreifen, Wildblumenbereiche sowie Raupenfutterpflanzen ja zu „schattig“ sind, dann haben wir ja bald nach Ihrer Theorie eine Scmetterlingsplage… -Die Schmetterlinge sollten dann aber unbedingt noch lernen, sich auf Staub als Nahrung umzustellen…

            1+
            • Obstbäuerin sagt

              Bei Wikipedia habe ich nachgelesen, dass der Segelfalter als empfindlicher Bioindikator angesehen werden kann. Wenn er bei uns also noch vorkommt und woanders nicht mehr, muss es ihm doch gefallen mitten zwischen Gyphosat behandelten Flächen und mit Neonicotinoiden behandelten Bäumen. Warum ist das so?

              2+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Zitat Felser:

          „“ „Die Welt“, werte Obstbäuerin, hört nicht hinter Ihrem kleinen Tellerrand auf!““

          Bei manchen ist der Tellerrand noch kleiner.
          Sie Herr Felser sind damit nicht gemeint, ihr „Fachwissen“ ist unendlich, zumindest glauben sie das.

          3+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „“Man schaue sich die endlos großen Olivenplantagen in Südspanien an: Soweit das Auge reicht, nur Olivenbäume, darunter betonharter und trockener Boden, wo selbst kleinster Bewuchs noch ausgerissen bzw. gespritzt wird, denn die Kamille oder das Gras könnte ja dem Baum Nährstoffe rauben…““

      In der Regel wird der Boden mit dem Grubber aufgerissen, damit die Kapillaren unterbrochen werden. Gras wäre ein Wasserkonkurrent und würde nur kurze Zeit überleben.

      https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/begriffe/W/Wolkenbildung.html

      2+
      • Hans-Günter Felser sagt

        an „Ehemaliger Landwirt“ alias anonymer Schmierfink: Es wird nichts „aufgerissen“, es bleibt ein betonharter Boden, der keinerlei Humus binden kann, weil er tot gespritzt wurde.
        Sie leben in einer Märchenwelt, wenn sie beschreiben, dass die Böden optimal behandelt werden und in dieser Märchenwelt gehen wir dann leider alle unter!
        Sie sind – also ihr Genre – der Sargnagel der Welt!

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Als erstens sollten sie ihre Beleidigungen unterlassen, offensichtlich hatten sie eine schwierige Kindheit und seither ist es anscheinend nicht besser geworden.

          In diesen Regionen wächst Gras nur wenn es mal länger geregnet hat und das ist höchst selten.
          Wer in einer Märchenwelt lebt, das sollen andere Entscheiden, ihnen fehlt die fachliche Ausbildung und Erfahrung.

          3+
        • Inga sagt

          Wer ist den hier der Landwirt, der das Land bewirtschaftet und auch darin ausgebildet ist?

          Wo ist der betonharte Boden, wo keinerlei Humus mehr gebildet werden kann?
          In den Alpen, im Schwarzwald oder im Rheinland?

          Über all sind verschieden Bodenqualitäten von Natur aus!
          Welche Bodenqualität gibt es im Deiner Heimat? Hast du von Deinem Garten auch schon mal Bodenproben untersuchen lassen, Herr Felser?

          Wie hoch ist da die Zahl der Bodenpunkte hat er?

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  3. fingerphilosoph sagt

    In den 70er Jahren sagten Klimaforscher eine neue Eiszeit voraus. Als die Durchschnittstempertatur sich daraufhin erhöhte, sagten die Klimaforscher eine Klimaerwärmung voraus. Als die globale Durchschnittstemperatur in den Jahren 2005 bis 2015 stagnierte, sagten die Klimaforscher den Klimawandel voraus. Und seit es vermehrt extreme Wetterereignisse gibt, sagen die Klimaforscher extreme Wetterereignisse voraus. Wobei es in der Erdgeschichte Zeiten mit weit extremerer Abkühlung, Erwärmung und weit extremeren Ereignissen gab.

    Aber damals gab es noch keine Schnellzüge, die bei einem Zentimeter Schneefall wegen extremer Wetterereignisse den Verkehr einstellen, oder die bei fünfunddreißig Grad wegen extremer Hitze nur noch mit halbem Tempo fahren, oder Flugzeuge, die bei einem Wolkenbruch wegen extremer Wetterereignisse nicht mehr starten.

    Vielleicht wird das Wetter ja gar nicht so viel extremer, sondern die Infrastruktur wird aus welchen Gründen auch immer störungsanfälliger. Vielleicht ist das mit der industriellen Hochleistungslandwirtschaft auch nicht anders.

    16+
    • BerndK sagt

      @Fingerphilosoph, dass Klimaforscher in den 70ziger Jahren eine Eiszeit vorhergesagt haben stimmt so nicht. Heute Abend mal Zeit nehmen und folgendes Video (ganz) anschauen:
      https://www.youtube.com/watch?v=CKlMvNUJlJc
      Es stammt von 1978 und ist in vielerlei Aspekten fazinierend (didaktisch und inhaltlich) und zeigt, dass früher (einige Sachen waren früher wirklich besser) es noch echtes wissenschaftliches Fernsehen gab.

      1+
    • Inga sagt

      Ja,
      wenn man Ursache mit Wirkung verwechselt!

      Die Wissenschaftler haben heraus gefunden, dass das Stagnieren der Temperratur von 2005 bis 20015 mit mehr Begrünung der Erdoberfläche zu tun hat und diese Begrünung hält die Temperatur des Klima auf dem Boden niedriger.

      Warum ist denn die Wirkung des FCKWs zurückgegangen, oder bleibt, wie sie ist, steigt nicht? Das ist alles untersucht worden!

      Ich traue doch eher dem Ehemaligen Landwirt, der erklärt, dass die Wein- und Obstsorten des Südens nun auch in nördlicheren Gefilden anzubauen ist, oder Experten messen, dass Unkräuter, die in unseren kalten Breiten nie zu finden waren, hier nun auch gedeihen.

      Das ist doch ein Zeichen, oder nicht?

      Das die verwöhnten Eisenbahner, übrigens Autofahrer auch, eine 1 cm hohe Schneedecke als Chaos bezeichnen, das ist ein rein menschliches Problem.
      „verwöhnte Biester“ würde mein Onkel sagen.

      Ein Soziologisches Problem?

      Während das andere ein ökologisches Problem ist, wovon so viel abhängt, ach die Soziologie!

      Aber zuerst muß die Ökologie in Ordnung gebracht werden und dann die Soziologie!

      Ist doch so, oder nicht?
      Du Fingerphilosoph scheinst in einer intakten Ökologie zu leben, fühlst dich da geborgen und kannst dir nicht vorstellen, wie zerbrechlich die ist,
      wenn die einer als zerbrechlich hinstellt,
      dann denkst du, es wäre ein menschliches Problem das da auf die Menschen wirkt.

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    • Inga sagt

      „Klima und Natur haben die Macht über uns. Nicht umgekehrt! Aber unser selbstverständliches Wohlstandsdenken entfernt sich zunehmend von der Realität. Das Klima schützen! Ich frage mich, wer hier wen schützen sollte?“

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