Bauer Willi
Kommentare 22

Danke an den WDR…

…und an Sven Kroll für die guten Fragen zum Thema Trockenheit und die Auswirkungen in der Landwirtschaft. Wer die Sendung nicht sehen konnte, hier das Video dazu:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/hier-und-heute/video-bauer-willi-und-die-hitze-100.html

Ist nicht einfach, in einer Live-Sendung immer die richtigen Antworten zu finden. Ich hoffe aber, dass das Wesentliche rübergekommen ist. Wer will, kann sich auch mal die vielen Kommentare bei Facebook ansehen.

Euer Bauer Willi

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22 Kommentare

  1. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, habe vor kurzem die Info erhalten, das heute am 21.7 um 17.05Uhr im ZDF Länderspiegel unter anderem ein Beitrag über den Kiesabbau in Mühlberg läuft.
    Mühlberg und Umgebung ist meine Heimat, der Kiesabbau macht den Landwirten hier mächtig zu schaffen. Vieleicht interresiert es den ein oder anderen.
    Bildlich könnt Ihr Euch dann auch anschauen wo der Brandenburgbauer lebt.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Gib mal bei Google Earth Rheinau ein und schau mal nach Süden und Norden die Baggerseen an, es wird auch weiter gebaut wie hier:

      https://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/bezirksbeirat-fordert-alternative-zufahrt

      Hier errechnete das vom zukünftigen Kieswerksbetreiber beauftragte Fachbüro einen Ökopunktegewinn von 1,6 Millionen Ökopunkten, von dem nach Abzug des Eingriffsdefizits für das Schutzgut Boden dem Vorhabensträger noch 800 000 Punkte zur freien Veräußerung blieben.

      Kiesseen mit 5 ha Betriebsgelände als ökologischer Jungbrunnen, so ein Quatsch!

      Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz kassierte die Ökopunkte, weil man der Meinung war, Ackergelände in Kieswerke umzuwandeln ist ein Eingriff in ein Ökosystem und keine ökologische Verbesserung.

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Ehemaliger Landwirt. Ich glaube ich muss hier einmal etwas klarstellen.
        Der Beitrag heute in der Sendung, war mehr als verschlampt. Die Reschersche eine Katastropfe für die Menschen hier vor Ort. Aber das sind wir ja mittlerweilen auch von de rechtlich öffendlichen Sendern gewöhnt.
        Es gibt ein Bergbaurecht West und ein Bergbaurecht Ost. Und das 29 Jahre nach der Revolution. Während im Westen der Bodeneigentümer an den Schürfrechten beteiligt wird , also pro Tonne geförderten Kies,
        richtig Geld verdient, hat der Eigentümer im Osten das große Nachsehen. Er bekommt nur die darauf liegende Ackerfläche vergütet. Der Preis liegt hier wie im Raum Mühlberg bei 0,50 – 0,65 €/m2.Die Abbautiefe geht von 40- 60 Meter. Deshalb ist es auch für die Kiesabbauunternehmen die in der Mehrzahl aus dem Westen kommen so lukrativ. Wer soll als Landeigentümer da noch ruhig bleiben . Wenn Du nicht verkaufst droht Dir die Enteignung.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Bei der von mir beschriebenen geplanten Kiesgewinnung gehört der Boden einer Stadt, das gibt Geld ins Stadtkässel.

          Die Landwirtschaft verliert Pachtfläche.

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  2. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, komme gerade vom Bäcker und bin schockiert und sprachlos. Jeden Sonnabend kaufe ich immer die gleichen Körnerbrötchen und ein Mischbrot. Da ich den Preis ja kenne lege ich für 9 Brötchen unmd 1kg Mischbrot wie gewohnt 7,65 € hin. Die Verkäuferrin schaut mich an und sagt ab heute teurer. 8.30 €. Wieviel % Preissteigerung das ist brauche ich ja nicht vorrechnen Ach sage ich, Ihr habt woll eine Lohnerhöhung bekommen. Nein,nein der Chef hat gesagt die Rohstoffpreise sind so toll gestiegen.
    Das geht doch gar nicht ist meine Argumentation ,die Ernte2018 liegt doch noch beim Großhändler oder Aufkäufer die kann doch noch nicht in der Verarbeitung sein.
    Wer frage ich mich hat da schon den Startknopf für die Preiserhöhung gedrückt?
    Das Argument einer Mitkundin, wenn die Bauern jammern und das ist ja fast immer bekommen die unterstützung vom Staat und der arme Verbraucher bezahlt wieder einmal die Rechnung. Jetzt versteht ihr sicher meineSprachlosigkeit.
    Willi auf die Frage von Sven Knoll “ welche Konsequenzen hat das für die Verbraucher, antwortest Du voller Überzeugung -keine.

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    • Sandra Harms sagt

      eben bei obi gewesen, wollte ein paar billige garten regner und ein paar adapter von Geka kupplung auf gardena kaufen, das ich in der wiese bischen beregnen kann… ich komm da rein, regal leer…. alles ausverkauft ! maht nix dacht ich mir, fährst in toom baumarkt, wider nix, auch alles ausverkauft, muss wohl trocken sein…

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  3. Friedrich sagt

    Willi, top alles dargestellt. Vielleicht wachen unsere Medien und Politiker mal auf, daß das Land nicht vergessen werden darf. Hier geht es nicht nur um die Bauern , sondern um die ganze Infrastruktur die zusammenbricht , wenn die Höfe reihenweise platt gehen. Bei den von uns erhaltenen Weltmarktpreisen sind wir gezwungen immer Spitzenerträge bei bester Qualität zu erzeugen, sonst geht die Rechnung nicht auf. Die jetzige Situation ist absolut tödlich für die Betriebe. Auch die Flächenprämien von rd. 280 Euro/ha gleichen noch nicht einmal die seit dem Jahre 2000 geltenden Vorschriften kostenmäßig ab.Im Gegenteil . Die Bürokratiekosten liegen inzwischen bei über 400 Euro/ha. Wir machen also minus. Es gibt also keinen Ausgleich für die Umwelt-und Sozialstandards für uns Bauern und das“ In einem Land in dem wir gut und gerne Leben“ ?! Das ist heute die Verlogenheit der Politik. — Gestern habe ich eine Übersicht in unserer Tageszeitung (HAZ) gesehen , wo wir mit der Digitalisierung stehen. Platz 32 ! Auf dem Land wahrscheinlich Platz 100. Im letzten Platz in Wales (UK) habe ich besseren Handyempfang gehabt , als bei mir zu Hause, 20 km vom Ballungszentrum Hannovers entfernt. Wie soll sich so auf dem Land ein Gewerbe-oder Industriebetrieb ansiedeln wollen.

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  4. Sandra Harms sagt

    So Willi, dann will ich dich mal festnageln !
    Was ich nicht so ganz verstehe, um die ecke bei euch ist der Braunkohle Tagebau, dort wird Grundwasserabsenkung im großen stihl betrieben, das wasser wird zum teil bis nach Holland gepumpt um dort Feuchtbiotope vor dem austrocknen zu schützen, mich wunderts an der stelle, warum niemand auf die idee gekommen ist dieses Wasser zur Feldberegnung einzusetzen… bei uns im lk Uelzen wird das Produktionswasser der Nordzucker Uelzen ja auch in über Speicherbecken für die Feldberegnung. Ebenfalls wird dem Elbeseitenkanal Wasser entnommen um zu Beregnen und um einen Wasser ausstausch im Elbeseitenkanal zu haben.
    Jetzt mal zu den kosten, mit deinen Zahlen liegst du schon garnicht so falsch, eine Beregnungsmaschine kostet irgendwo je nach typ zwischen 45.000 und 100.000 Euro, Erdleitungen,Brunnen,Pumpen und die dazugehörige Elektrotechnik kosten natürlich auch Geld. Als Faustformel sagt man, 2.500-3.000€/Ha. für die Erschliessung, logisch das niemand das Bar aus der Tasche Bezahlen kann. Die Rechnung wird aber eine andere wenn man mit mehreren einen Verband gründet, so wie wir das hier in der Lüneburgerheide seit anfang der 70er Jahre schon haben. Ein Solches Bauvorhaben wenn man bei Null anfängt, kann natürlich nur funktionieren mit Eigenleistung und mit Darlehen die über 20 Jahren laufen, ich hab hier mal einen Zeitungsartikel rausgesucht, wo meine freunde vom Wabo Uelzen ein solches unterfangen angegangen sind.
    http://www.waz-online.de/Gifhorn/Sassenburg/Wasser-kommt-jetzt-aus-dem-Kanal

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Sandra
      bei uns am Hof vorbei läuft ein Bach, der mit Pumpwasser vom Tagebau versorgt wird. Es gibt dafür keine Wasserentnahmerechte, es sei denn, man hat noch uralte aus den 60er Jahren.
      Unsere Flächen sind nicht arrondiert, ich müsste also mindestens zwei Brunnen bohren. Und Strom muss da auch hin. Bisher waren unsere guten Böden mit 2 m Löß immer ein Garant für genügend Bodenfeuchte. 250 mm kann der normalerweise speichern und das ist da mindestens das Doppelte von den Uelzener Sandböden. Ein Nachbar hat eine Beregnung, die von 2015 etwa 10 Jahre nicht im Einsatz war. Trotzdem denken jetzt viele auch hier bei uns darüber nach.
      Bauer Willi

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      • Sandra Harms sagt

        und genau das ist der punkt den du ansprichst, NICHT ARRONDIERT , und genau das ist die geschichte wo man mit mehreren kollegen zusammenarbeiten muss, sprich das in einem verband zu machen, der vorteil liegt eben darin das, man mit weniger Brunnen/entnamestellen etc auskommt, nicht jeder einzeln transportleitungen in die erde legt. der andere punkt sind die wasserrechte, ein wasser recht zu bekommen um aus einen offenen Gewässer zu entnehmen ist heutzutage undenkbar,unmöglich oder wie man es auch immer nennen will. mir stellt sich die frage, warum muss man mit tagebau wasser gewässer speisen das sie sommer wie winter nahezu gleiche wassermengen führen, warum einen teil des wassers nicht sinnfoller nutzen… mir ist natürlich auch klar, das bei euren böden, in den meisten jahren ohne beregnung alles im grünen bereich liegt, aus meiner erfahrung muss ich berichten das ich auf 65er lehm, mit einer einmaligen (dieses jahr 3 malig 20mm) zum richtigen zeitpunkt dem weizen noch einen richtigen schub geben kann, und aktulle ernte mengen zwischen 70dt und 81dt/ha sprechen da schon für die feldberegnung, bei einem kollegen wo wir die letzten tag auf lohn gedroschen haben, waren es ohne beregnung auf 65er lehm 45-50dt/ha.

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      • Sandra Harms sagt

        Willi, Was ich noch sagen wollte, nur nachdenken verändert nichts… denn es ist ja so :
        „Entweder man geht mit der Zeit, oder man geht mit der Zeit “

        (wers nicht versteht, das Zweite geht bezieht sich auf gehen)

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Sandra,
          ich denke darüber nach. Aber ich werde im September 64 Jahre…
          (Ich weiß, dass Du verstehst, was ich damit meine) 🙂
          Bauer Willi

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          • Sandra Harms sagt

            ja, verständlich. also nix wie ran und deinen sohn zum drüber nachdenken animieren, gleichzeitig aber auch schon mal die hofübergabe Feierlichkeiten planen. 😉

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  5. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, Willi Dein Auftritt in dieser Live-Sendung war von sehr viel Sachverstand und Herzblut geprägt.Meine Hochachtung. Du hast im Gespräch ,mit Sven Kroll , unseren Berufsstand und die damit verbundenen Probleme anschaulich den Zuschauern vermittelt.
    Wenn Du, für Deine Region 40 mm Regen in 3 Tagen als Segen bezeichnest, sind hier in der
    Streusandbüchse der Bundesrebupublik im Süden Brandenburgs und meines Wissens im ganzen Bundesland sowie in angrenzenden großen Teilen von Sachsen und Sachsen- Anhalts
    mindestens das 3 fache notwendig. Die Rüben hier schlafen nicht nur über Mittag sie sind faktisch klinisch tot.Beim Mais bahnt sich eine Katastropfe an. Grünland ist total verbrannt.
    An die Jahre 1976 und 2003 kann ich mich noch sehr gut erinnern.
    Kartoffeln 1976, 40dt/ha gelegt und 52 dt/ha geerntet. Wintergerste in 2003 = 24dt/ha um nur einige zu nennen.
    Wo bleibt in dieser für uns angespannten Situation die Reaktion der Politik.
    Wenn ich lese “ Beispielweise erlaubt sie Landwirten , ökologische Brachflächen auf Antrag zur Futtergewinnung und zur Beweidung zu nutzen“ schlägt mir die Zornesröte ins Gesicht. Wo leben diese Leute denn. Wenn alles vetrocknet trifft das die Brachflächen doch zuerst.
    Wenn man diese und andere Ereignisse immer auf den Klimawandel herrunterbrechen möchte findet das meine Zustimmung nicht. Das Thema ist viel komplexer und vielschichtiger.

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    • Sandra Harms sagt

      Ja, du hast recht, 2003 war auch so ein Jahr, ich kann mich noch gut dran erinnern das wir damals haferstroh zugekauft haben,das war auch das letzte jahr in dem wir Rübenblatt silage gemacht haben, das wir futter für die kühe hatten.

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        • Sandra Harms sagt

          Als biomasse auf dem acker kleingehächselt hinterlassen. daraus wird dann humus und der enthält ja bekanntlich nährstoffe die die nachfolgende frucht gerne aufnimmt, das widerum spart mineraldünger und erhöht den humusanteil im boden, und damit letzlich auch die wasseraufnahmefähigkeit.

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Sandra, schön das Du bei Willi wieder aktiv dabei bist, das freud mich.
        1959 hatten wir sehr wenig oder gar kein Stroh. Da sind wir in den Wald gezogen und haben Kiefernnadel zusammen geharkt. Für die Schweine und die Rinder. Bei den Kühen haben wir immer Schelte vom Tierarzt bekommen. Das was Ihr da macht ist nich gut für die Eutergesundheit. Wir hatten aber keine andere Wahl.

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        • Sandra Harms sagt

          das glaub ich dir. auch wenn ich nicht permanent hier kommentiere, ich lese vieles mit, und bin auch regelmäßig mit willi in kontakt. ich habs mir abgewöhnt alles und jedes zu kommentieren, das macht auf dauer nur schlechte laune…

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        • Inga sagt

          Meine Oma hatte immer die Spreu unter der Dreschmaschine gesammelt, die hätte man ja auch dafür verwenden können, oder? Es gab bei uns auf dem Hof auch einen Spreukorb, wofür war der eigentlich?

          Ich kann mich nur daran erinnern, dass da die frisch geborenen Ferkel rein kamen.

          Aber 1959 soll ja auch sehr heiß gewesen sein, deswegen hatte die Sängerin Mona Baptiste eine Platte mit dem Titel:

          „Am Tag als der Regen kam“

          raus gebracht!

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          • Sandra Harms sagt

            die Spreu sammelte man damals weil stroh und heu knapp waren, das ergibt sich aus der damaligen art der fütterung, wenn man kühen die oben genannte rübenblatt silage im winter fütterte mussten die kühe ob man wollte oder nicht, die passende menge an rauhfutter haben, in der regel, hafer oder sommergersten stroh, und natürlich auch einen teil heu, das allein führte dazu das man mit stroh sparsam umgehen musste, von daher passt das mit spreu und frisch bebohrenen ferkeln gut zusammen. ebenfalls deckte man in dieser zeit auch noch dächer mit stroh. heu war immer knapp da es immer mit viel arbeit verbunden war dieses zu ernten. deshalb war auch jedes tier was irgendwie ging auf der wiese um sich selbst satt zu fressen damit man keine arbeit hat. natürlich darf man auch nicht vergessen, das es 59 durchaus noch pferde als zugtiere gab, auch die hatten einen bedarf an heu und stroh als futter und zusätzlich als einstreuh, auch zu bedenken ist, das man 59 noch nichts mit gülle machte, es also nur festmist und jauche gab, folglich war ein enormer bedarf an stroh immer da.

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