Jahr: 2017

Buchbesprechung: Kopf schlägt Kapital

Das Buch „Kopf schlägt Kapital“ ist fast schon ein Klassiker. Mächtige Konzerne mit viel Kapital kochen auch nur mit Wasser. Und Wasser kochen können auch Landwirte und Verbraucher. Ein Buch, das den Horizont weitet und Lust auf mehr macht. Der Hochschullehrer Günter Faltin zeigt in diesem Buch wie die „Teekampagne“ entstand und wie diese Idee umgesetzt wurde, dass die daraus folgende „Teekampagne-GmbH“ zum größten Importeur von Darjeeling-Tee weltweit aufstieg. Es zeigt auch auf, dass man niemals das Rad komplett neu erfinden muss. Sondern dass die Ideen und Möglichkeiten schon vielfach da sind. Ein Durchbruch kann gelingen, wenn Bestehendes intelligent kombiniert wird. Man muss gar nicht die geniale Idee haben. Mit dem realen Beispiel der Teekampagne wird gezeigt, wie durch klare Vereinfachungen der Import und der Verkauf von Tee zum erfolgreichen Geschäft wird. Ohne dass viel Kapital gebraucht wurde. Dieses Buch ist gerade für Bauern sehr interessant, die ja oft der Meinung sind, nichts gegen den allmächtigen Lebensmitteleinzelhandel machen zu können. Es ist kein fades Theoriebuch, sondern es brilliert sehr mit praktischen Beispielen und Anleitungen. Euer …

Österreicher helfen den Schweizern

Wie bereits im letzten Sommer gibt es auch dieses Jahr einen Engpass an Schweizer Rindfleisch. Im Vergleich zum Vorjahr bringen die Schweizer Bauern nochmals zehn Prozent weniger Kühe zum Viehhändler, wie McDonald’s in der Mitteilung erklärt. Da außerdem jedes Jahr mehr Bauern ihren Betrieb einstellten und die einzelnen Tiere immer mehr Milch geben könnten, würden auch weniger Milchkühe geboren als im Vorjahr. Wird ein Engpass bald auch in Deutschland spürbar sein? https://kurier.at/wirtschaft/zu-wenig-fleisch-mcdonald-s-schweiz-braucht-austro-rind/266.912.486

Einer muss es ja machen…

Ausschnitt aus der Podiumsdiskussion beim BranchenDialog Fleisch und Wurst. Hier: Statement von Martin Russ, Qualivo, zum Thema Tiertransporte. Wer will das heute noch machen? Aber einer muss es ja machen… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Trockenheit und Brötchenpreis

Wenn ich Präsident des Bundesumweltamtes wäre, könnte ich jetzt auch eine Scheißhaus-Parole in die Welt setzen, die lauten würde: „Aufgrund der anhaltenden Trockenheit ist zukünftig eventuell damit zu rechnen, dass der Brötchenpreis möglicherweise um 45% steigt“. Aber ich bin ja kein Präsident von irgendwas und deshalb wollte ich euch nur mal zeigen, wie es Mitte Juni auf einzelnen Felder aussieht. Hier hat die Trockenheit der letzten Wochen, ja fast schon Monate, richtig zugeschlagen. Dort, wo die Bodenqualität nicht so gut ist, ist kein grünes Blatt mehr am Getreide zu finden. Dort, wo die Ähren weiß sind, sind keine oder nur sehr kleine Körner zu finden. Hier würde eine Ernte nicht lohnen. Hier das Video dazu, unten drunter geht der Text aber noch weiter. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Bis Ende Juni, also die nächsten zwei Wochen, wird kein Niederschlag vorhergesagt. Mindestens genau so schlimm …

Bauern, einst kommt der Tag…

Ein Gast-Artikel. Dirk ist kein Landwirt, sondern Unternehmensberater. Ist vielleicht mal gut, so ein (ironischer) Blick von außen… Landwirte sind zu beobachten, besonders in Nord- und Westdeutschland, die heldenhaft gegen gottähnliche unbesiegbare Wesen kämpfen, welche den Namen Strukturwandel tragen. Man sagt, diese Wesen seien kapitalkräftige Konzerne – nun, gottähnlich und unbesiegbar, wie ich bereits sagte. Aber auch in unserer Region räumen die tapferen geschlagenen Milchritter das Feld. Aber diese Helden haben doch eine Kavallerie: Den mächtigen Bauernverband. Er wird sicher helfen und diesen Menschen beistehen. Deshalb suche ich in den Medien nach dieser Kavallerie. Mit welchen cleveren ausgeklügelten Strategien und freudigem Einsatz diese wohl heranstürmen mag? Nun – nach der Suche kam es zu einer bescheidenen Erleuchtung. Der Bauernverband stellte erst einmal fest, dass der Markt schuld ist. (Blöd, dass man den nicht verklagen kann.) Warum kaufen denn diese … Chinesen nicht unsere gute Milch? Gut – die kennen Milch kaum und haben deshalb zu 80 % eine Laktoseintoleranz… …Und dann wieder mal diese Politik. Wen interessiert es, was in der Ukraine passiert? Wenn wir …

Notmaßnahme Unterblattspritze

Ihr könnt jetzt gerne von mir behaupten, dass ich ein schlechter Landwirt wäre. Damit muss ich leben. Aber in einigen Parzellen – nicht in allen – hat die Unkrautbekämpfung nicht richtig funktioniert. Normalerweise sorgen bestimmte Wirkstoffe dafür, dass keimende Unkräuter absterben und sich nicht zu Pflanzen entwickeln können. Das funktioniert aber nur, wenn der Boden feucht ist. Da wir seit über 6 Wochen keinen nennenswerten Regen bekommen haben (ich berichtete darüber bei der letzten Feldbegehung) ist der Boden so trocken, dass die erwünschte Wirkung ausgeblieben ist und nun doch Unkräuter (vor allem Melde-Plfanzen) aufgelaufen sind. Eine Flächenspritzung macht keinen Sinn, da die Rübenblätter einen Teil des Bodens (und damit auch der Unkräuter) beschatten. Ein netter Berufskollege von mir hat ein Unterblattspritzgerät und hat sich freundlicherweise bereit erklärt, diese Notmaßnahme jetzt für mich durchzuführen. In zwei Wochen wissen wir, was es gebracht hat. Alle Unkräuter werden wir damit jedenfalls nicht „erwischt“ haben und es bleibt noch genug Arbeit, den Rest von Hand mit „Holz und Eisen“ (= Handhacke) zu entfernen. Die letzte Unterblattspritzung in unserem Betrieb …

Wolkenloser Himmel und die Sonne, die brennt…

Der Petutschnig Hons ist beim Heu machen so gut aufgelegt, dass er gleich ein Liedchen singt… So macht Landwirtschaft Spaß Hochdeutsche Übersetzungen können bei „Bauer Fritz“ angefordert werden… 😉 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Sauber gemacht…

Aufregung um die Aussagen des Umweltbundesamtes zu zukünftig eventuell möglichen Preissteigerungen von Trinkwasser. Hier ein Podcast des WDR, in dem ein Wissenschaftsjournalist einige Aussagen relativiert, die Zusammenhänge erläutert und auf die neue Düngeverordnung verweist. Sauber gemacht und, wie ich finde, hörenswert! http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-profit-aktuell/audio-zu-viel-nitrat-trinkwasser-koennte-deutlich-teurer-werden-100.html

Stellenangebot – nicht nur für Umweltaktivisten…

Da Bauer Fritz und ich gerade dabei sind, durch die Erdbeeren (Fritz) oder durch die Rüben (Willi) zu laufen um Unkraut zu entfernen, haben wir uns entschlossen, folgende – sehr moderne – Stellenanzeige aufzugeben. Wir bitten um Weiterleitung an alle Interessierten.   Super Sommerjob, zeitlich befristet (2 Wochen), zum frühestmöglichen Antritt  Suchen dynamischen, aber überlegten Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung im feinmotorisch anspruchsvollen Tätigkeitsgebiet der Handhacke bei Rübe zur Erweiterung seiner Assets im Bereich Handhacke in anderen Früchten. Wir erwarten: ein verläßliches Modell, möglichst aus der legendären Bauserie BLIR (Betriebleiter in Ruhe) mit noch selbstlernender RI (real intelligence) sowie dem bislang größten und leistungsfähigsten jemals eingebautem Modul „Weed-Spy“ in der Ausbaustufe High-end (für sekundenschnelle Unkrauterkennung in jedem Wachstumsstadium). Ebenso haben sie jenen Prozessor intus mit ultraschnellster Interface-Umschaltung „Eye to Hand“ und der längsten Lebensdauer. Sie sind mit dem hocheffizienten biologischen Wirkstoff „Scher-it-all“ (dt. Zulassung unter „Hack-o-ex“) geschult und vertraut und wissen um den verantwortungsvollen Umgang damit. Wir bieten: leistungsfreundliches Umfeld, ganztätig Freilauf in schönster Umgebung und Wissensausbau in neuen agrarischen Bereichen. Wir bemühen uns im Zwei-Schicht-Betrieb (7-12.30 und 13.30 …

Reinheitsgebot für Milch

Es gibt heute schon einige Milchbauern und Molkereien, die ihre „kostbare Milch“ mit Erfolg vermarkten. Kostbarkeit hat etwas zu tun mit begrenzter Verfügbarkeit. Im Marketing spricht man von Segmentierung des Marktes. Ein Segment ist nur ein Teil des Marktes. Es ist das Gegenteil der Gleichmacherei des Weltmarktes. Da wird die Milch als massenhafter, beliebiger Rohstoff behandelt. Die Norm ist 1 Liter weisse Flüssigkeit mit standardisiertem Fett- und Eiweisgehalt. Solche standardisierte, unter Mengen- und Preisdruck austauschbare Rohstoffe braucht die Industrie. Dem haben sich leider auch die meisten bäuerlichen Milch-Genossenschaften verschrieben, die ihren Bauern erzählen, dass sie nur mit den niedrigsten Kosten im Weltmarkt bestehen können. Darum setzten die Bauern massiv auf Technik. Sie investieren und intensivieren in schlagkräftige Maschinen und High-Tech-Roboter und High-Tech-Zucht, um die Kühe auf Höchstleistung zu bringen. Die ganze Produktion wird  effizient gemanagt, um das Futter möglichst günstig zu erzeugen und selbstverständlich wird auch der Einkauf optimiert mit den günstigsten Futtermitteln. Letztlich muss die Produktionsmenge aber steigen damit sich die immensen Investitionen auf viele Millionen Stückkosteneinheiten (je Liter) verteilen lassen. Das Ergebnis ist …