Jahr: 2016

Hummelflug

Hummelflug. Ganz leise sein… entspannen…zuhören… Herrlich, oder? Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Hofchips – oder wird Verbraucherfeedback nicht ernst genommen?

Liebe Firma Lorenz Bahlsen Snack-World, kürzlich habe ich beim Einkaufen Ihre „Hofchips“ entdeckt. Kartoffelchips in verschiedenen Geschmacksrichtungen, bei denen 100 g immerhin 1,81 Euro kosten! Auf der Verpackung und auf der dazugehörigen Website werben Sie sehr stark mit Regionalität, sprich Anbau und Bauernhöfen aus der Lüneburger Heide, der Oberpfalz und Niederbayern. Außerdem setzen Sie voll auf das deutsche Bauernhofklischee, verbunden mit dem sympathischen Bauern von nebenan mit dem Spitznamen „Erdäpfel-Sepp“.  So weit, so gut! Nachdem die stinknormalen Marken-Kartoffelchips ohne Herkunftswerbung daneben 85 Cent pro 100g kosten, wollte ich vor über einem Monat von Ihnen wissen ob und wenn ja, wie sich der viel höhere Verkaufspreis auch über höhere Auszahlungspreise für ihre Kartoffellieferanten auswirkt. Eine freundlich Dame hat mir kurz nach meiner Anfrage für mein Interesse an den Produkten und dem Unternehmen gedankt, betont wie wichtig jedes Verbraucherfeedback ist und versprochen meine Anfrage an den zuständigen Produktmanager weiterzuleiten. Nehmen Sie meine Anfrage nun ernst, oder nicht? Ich warte bis heute auf eine Antwort auf meine sehr ernst gemeinte Frage, weil ich hoffe, dass es sich nicht …

Fronleichnam bei uns auf dem Hof

Heute hatten wir bei uns auf dem Hof Besuch von oben. Aber von ganz oben! Warum ich das bringe? Wir Bauern machen mehr als nur Lebensmittel, wir kümmern uns auch um andere Dinge, die den Leuten bei uns im Dorf wichtig sind. Nächstes Jahr ist die Prozession im Nachbarort. Und wieder auf einem Bauernhof. Schließlich haben Christen und Bauern ja eines gemeinsam. Beide werden immer weniger… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Unverlangt eingesandt: Die Herdenmanagerin

Vor einigen Tagen erreichte mich diese Mail. Einfach so. Besser kann man Öffentlichkeitsarbeit nicht machen. Und es ist so einfach. Lieber Bauer Willi, meine Erlebnisse am Vatertag. Zu mir: ich bin Herdenmanager auf einen 600ter Kuhbetrieb irgendwo im Norden Deutschland. Den Betrieb hat der Opa des Betriebsleiters, als Vertriebener aus Polen, mit nur einer Ziege, in den 50ziger Jahren aufgebaut. Mittlerweile gehört seinem Sohn, sowie seinen zwei Enkeln der Betrieb. Der beschriebene Betrieb hat mehrere Betriebszweige. Am Vatertag haben wir von meinen Verein aus, welcher nichts mit der Landwirtschaft zu tun hat (vom Elektriker, über Hausmeister oder ehemaliger Kapitän waren alle Berufszweige vertreten), eine Betriebsführung durchgeführt. Warum? Obwohl die Leute wussten wo ich arbeite, habe ich gemerkt, dass gewisse Bilder aus den Medien sehr tief im Gedächtnis eingebrannt sind. Als ich dann zum ersten Mal den Vorschlag gemacht habe, bei uns auf dem Betrieb einen Ausflug zu machen, hieß es am Anfang: „kennen wir schon, mein Opa hatte Kühe oder mein Schwager hat welche“ usw. Aber aufgrund mangelnder anderer Vorschläge haben wir heute trotzdem eine Betriebsführung …

Um was es geht…

Der Autor der „Wirtschaftswoche“ stellt DIE zentrale Frage: „Ein Land ohne Bauern, ohne familiär betriebene Landwirtschaft, ein Land, in dem Nahrungsmittelkonzerne säen, ernten, melken und mästen lassen, wäre ein anderes Land – im konkretesten Sinne des Wortes. Das Ergebnis wären vermutlich Landschaften, wie wir sie aus den USA und Brasilien kennen und auch aus eigenen Erfahrungen im real existierenden Sozialismus der „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften“. Landwirtschaftswüsten, öde und eintönig. Wollen wir das?“ Doch warum stellen sich FAZ, Süddeutsche, Spiegel und Welt in den letzten zwei Wochen alle diese Frage? Ist das nur eine Modewelle oder ernsthafte Sorge? http://www.wiwo.de/politik/deutschland/vor-dem-milchgipfel-es-geht-nicht-um-die-bauern-sondern-um-uns-alle/13632304.html

Multitalent in grün

Diesen Artikel schickte uns Thies, der Landwirtschaft studiert hat und sich fragt, warum er einen Beruf  in der Agrarbranche gewählt hat Landwirt – kein Halbgott in weiß, aber ein Multitalent in grün „Landwirte ernähren die Menschheit.“ Das ist richtig. Allerdings verstehen viele Nicht-Landwirte diese Aussage so: „Du tust das nicht und bist also nicht so wichtig wie ein Landwirt“. Das ist natürlich falsch. Wie so häufig weicht hier die Nachricht des Senders von der Nachricht ab, die der Empfänger versteht. Die Gegenreaktion: „Landwirt ist auch nur ein Beruf.“ Und das ist falsch. Allerdings steckt der Fehler in diesem Satz in der quantitativen Aussage. Landwirt ist nicht nur EIN Beruf. Ein Landwirt ist ein: Botaniker, Ernährungsexperte für Tiere, Geburtshelfer, Landschaftspfleger, Tierarzt, Bauplaner, Elektriker, Chemiker, Logistiker, Metallbauer, Ferienanbieter, Informatiker, Gärtner, Ernährungsexperte für Pflanzen, Stromanbieter, Kaufmann-Einzelhandel, Architekt, Mechaniker, Geologe (eigentlich Pedologe, aber das kennt wieder kaum jemand), Jurist, Tischler, Wasserbauingenieur, Förster, Bienenversorger, Ernährungsexperte für Menschen, Kaufmann-Groß- und Außenhandel, Gynäkologe (in Sachen künstliche Befruchtung und Hebamme), „Tier“-Pädagoge (nicht mit Pedologe verwechseln), Buchhalter, Meteorologe, Börsenmakler, Züchtungsexperte,  Maurer, Sicherheitsbeauftragter, Denkmalschützer In welcher Branche gibt …

Billig kann teuer werden…

Die niedrigen Erlöse zwingen immer mehr Landwirte zur Aufgabe ihres Betriebes. „Ist halt so“ könnten Sie sagen, „jeder muss schauen wo er bleibt.“ Doch mit jedem Bauern verschwindet auch ein Stück Kultur. Wer wird dann unsere Kulturlandschaften pflegen? Woher kommen dann unsere Lebensmittel?