Jahr: 2016

Europa und die Sojabohne

Ein Gastbeitrag vom Verein Donau Soja   (Bildquelle: Willi’s Garten) Donau Soja fördert den Anbau und die Vermarktung europäischer, nachhaltiger und gentechnikfreier Sojabohnen „Soja ist gentechnisch verändert. Soja stammt ausschließlich von gerodeten Regenwaldflächen. Soja kommt aus Südamerika. Soja zerstört die Umwelt, das Klima und ist ungesund.“  Vorurteile, die jedem bekannt sind. Doch was ist wahr daran? Ja, der Großteil der Sojabohnen wird in Südamerika, also Brasilien und Argentinien angebaut. 40 Millionen Tonnen davon werden jährlich nach Europa exportiert. Das entspricht einer Fläche von 16 Millionen Hektar, der Größe von Deutschlands Agrarfläche. Mit dem steigenden Anbau in diesen Ländern verhärten sich die ökologischen und sozialen Probleme. Die steigende Verwendung von europäischem Soja in Europa könnte dies minimieren, und gleichzeitig ökologische Vorteile für die Landwirtschaft bringen. Werden derzeit auf nur 2% der europäischen Agrarflächen Soja angebaut, könnte eine Steigerung auf 4% bereits 50% des europäischen Bedarfs decken. Durch ihre Fähigkeit Stickstoff aus der Luft im Boden zu binden, spart die Sojabohne auch die Verwendung von Mineraldünger ein. Also zwei Fliegen mit einem Schlag. Und diese Steigerung ist möglich! …

Die Gesundheit der Kühe

Die Göttinger Erklärung 2016, die Tierärzte auf der 16. AVA-Haupttagung in Göttingen postulierten, wird in der Fachwelt intensiv diskutiert. Sie wurde in der landwirtschaftlichen Presse zum Teil als „nicht belegt“ kritisiert. Die Aussagen würden in vielen Teilen nicht den Tatsachen entsprechen…. . Welche Aussagen stimmen nun? Haben Beide Recht, liegen die Tierärzte falsch? Kennen die Tierzüchter Probleme der Praxis nicht? Aufgrund dieser sehr kontroversen und emotional geführten Diskussionen bietet die AVA eine Fachtagung für alle Interessierten der Milchproduktion am 13. und 14. Oktober 2016 in der Nähe von Göttingen an. Tierärzte, Landwirte in der Tierproduktion und Berater sind herzlichst eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen, um mit den hoch anerkannten Fachreferenten aus den unterschiedlichen Bereichen, die divergierenden Standpunkte intensiv zu diskutieren und vielleicht doch zusammenzuführen. Letztendlich wollen wir alle Eines: gesunde Kühe. Eingeladen wurde der niedersächsische Landwirtschaftsminister, Christian Meyer, um seine Ansichten zur modernen Hochleistungskuh aus politischer Sicht kund zu tun. Dabei ist auch die Journalistin und Buchautorin Dr. Tanja Busse, die mit ihrem Buch „Die Wegwerfkuh“ viel Furore machte. Sie sagt, „dieses Buch sei besonders …

Lieber Bauer Willi…

Auf den „Verbraucherbrief“ habe ich von einem Mitbürger eine verspätete Antwort  bekommen: Lieber Bauer Willi, Heute habe ich dermaßen die Schnauze voll. Habe heute Morgen die Tageszeitung gelesen: Pestizid-Spuren in Muttermilch gefunden, so die Überschrift. „Danach wurde in einer Stichprobe von stillenden Frauen das Pflanzschutzmittel Glyphosat gefunden-eine höhere Konzentration als in Trinkwasser zulässig. Dieses Mittel kommt seit 1974 vor allem bei der Unkrautbekämpfung zum Einsatz und wird bei der Reifung von Getreide und Raps verwendet. Ob Glyphosat krebserregend ist, ist bisher nicht geklärt, obwohl die Welthandelsorganisation WHO im März dieses Jahres das besagte Mittel bereits als „wahrscheinlich krebserregend“ einstufte.“ Und verwendest Du Glyphosat? Du hast geschrieben, dass Du Kinder hast. Hättest Du gewollt, dass Glyphosat durch das Blut Deiner Frau und Deines Ungeborenen fließt? Mit der Lebensmittel verarbeitenden Industrie seid Ihr es, ja, genau IHR, die dafür verantwortlich sind, dass wir uns täglich immer mehr vergiften: Lebensmittelallergien, und -unverträglichkeiten, Antibiotikaresistenzen, Pestizide in unserer Muttermilch und weitere durch Eure Nahrungsmittel verursachten Schäden an unserer Körpern und in unseren Nervensystemen. Lieber Bauer Willi, In Deinem Artikel vom 19.01.15 …

Flüchtlinge und Bauern…

Neulich habe ich im Radio ein Interview mit einem Soziologen gehört, der gefragt wurde, wie die Integration der Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland gelungen ist. Sinngemäß antwortete er: „In der Nachkriegszeit war unsere Gesellschaft überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die Bauernhöfe waren wie kleine Dörfer. Es gab immer noch einen Gebäudeteil, in dem die Flüchtlinge untergebracht werden konnten, zumindest notdürftig. Arbeit gab es auch: die Menschen wurden beim Kartoffelpflanzen, bei der Ernte oder auch zum Rübenhacken eingesetzt, die Arbeit war ja da. Es mussten mehr Nahrungsmittel für die plötzlich gewachsene Bevölkerung produziert werden. Oft wurde ihnen auch ein kleiner Acker zur Selbstversorgung angeboten, später kam ein kleiner Stall für ein paar Schweine, Hühner oder eine Kuh hinzu. Das musste nicht groß von Seiten des Staates organisiert werden. Jeder half, so gut er es eben konnte. Diese Strukturen gibt es heute nicht mehr, heute muss Staat und Verwaltung alles organisieren. Anders als in der Nachkriegszeit wird heute damit der Steuerzahler belastet.“ Laut Wikipedia betrug die Zahl der Flüchtlinge, die nach dem Krieg zu uns (Bundesrepublik und DDR) kamen, 11,9 …

Schritte gegen Tierquälerei…

Jetzt bitte nicht wieder gleich aufregen! Der unterstehende Link verweist auf einen Artikel in der FAZ vom 31. August 2016, geschrieben von Jan Grossarth. Es geht um Enthornung von Rindern, Kürzen von Geflügel-Schnäbeln, Schreddern von Küken, Kürzen von Ferkelschwänzen und – natürlich – Kastration von Ferkeln. Er beschreibt die Rolle des Lebensmitteleinzelhandels, die Diskussionen um die (nicht immer vorhandenen) Alternativen, die Position des Wissenschaftlichen Beirates und die unterschiedlichen Stellungnahmen der Parteien. Er beschreibt aber auch die Befürchtungen der Landwirte, auf den Kosten für eine andere Tierhaltung sitzen zu bleiben.  Ein, nach meiner Meinung,  lesenswerter und diskussionswürdiger Beitrag zum Thema Tierwohl, auch wenn die Überschrift etwas anderes vermuten lässt. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/landwirte-kritisieren-geplante-tierschutzgesetze-14413095.html

Regio Day macht mit…

…beim „Tag der Regionen“. Der Regio Day am 1. Oktober soll Bürger und Bauern zusammenbringen. Und alle anderen, die mit Lebensmitteln zu tun haben, auch. Die gleiche Zielsetzung verfolgt auch der Tag der Regionen. Darum macht es Sinn, die Kräfte zu bündeln. Wirklich erfolgreich werden diese Aktionen aber nur, wenn auch viele mitmachen und ihre Tore für ein paar Stunden öffnen. Über fehlende Anerkennung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit jammern selbst den Hintern nicht hochkriegen passt nicht zusammen. Deshalb auf der Seite www.regioday.com unter „Mitmachen“ eintragen. Auf geht’s… Euer Bauer Willi

Mückenplage?

An der Mückenplage ist nicht nur der Regen schuld. Auch die Land- und Forstwirtschaft trägt mit dazu bei. So jedenfalls ein Beitrag in der Tageszeitung „Welt“. Nur komisch, dass es bei uns so viel geregnet hat wie noch nie und ich in diesem Jahr noch keinen einzigen Mückenstich hatte. Wahrscheinlich habe ich das „falsche Blut“… http://www.welt.de/debatte/kommentare/article157780733/Wir-sind-an-der-Mueckenplage-selbst-schuld.html

Gespräch mit Reinhold Messner

In Schladming trafen wir Reinhold Messner. Als Bergsteiger hat er einen legendären Ruf erworben. In seiner Heimat Südtirol engagiert er sich stark für die Regionalentwicklung. Bauer Willi führte ein kurzes Gespräch mit Reinhold Messner zum Thema der Regionalität (Regio Day) und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten für den Landwirt um Wertschöpfung und Anerkennung zu gewinnen. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Hungersnot 2016…

Die diesjährige Ernte 2016 war in weiten Teilen Europas schlecht. Doch das interessiert kaum jemand, außer Bauern und Agrarhändler. Für den Konsumenten jedenfalls wird sie keine negativen Auswirkungen haben. Und in die Geschichtsbücher eingehen wird die Ernte 2016 sicherlich auch nicht. Das war 1816, also vor exakt 200 Jahren anders. Damals brach der Vulkan Tambora im fernen Indonesien aus und sein Aschestaub verdunkelte für mehrere Monate den Himmel.  Die Ernten fielen weltweit miserabel aus, nicht nur bei Getreide, sondern auch bei Kartoffeln und Futterpflanzen. Die Auswirkungen waren besonders in Europa zu spüren. Man hielt dieses „Jahr ohne Sommer“ für eine Strafe Gottes, weil damals niemand die Ursachen kennen konnte, Indonesien war damals einfach zu weit weg. Nach einem sehr strengen Winter waren die Folgen der Missernten aber erst richtig im Jahr 1817 zu spüren. Die Preise für Lebensmittel explodierten, zeitgenössischen Schilderungen zufolge mussten die Menschen auch Moos, Gras oder sogar Baumrinde essen, um an Kalorien zu kommen. Große Migrantenströme setzten ein, die Polizei wurde dagegen eingesetzt, viele Menschen wanderten aus. Auch die Kriminalität nahm deutlich zu, es kam zu sozialen und politischen Unruhen. …

Bergsteiger- und Managermuesli

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