Bauer Willi
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Flüchtlinge und Bauern…

Neulich habe ich im Radio ein Interview mit einem Soziologen gehört, der gefragt wurde, wie die Integration der Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland gelungen ist. Sinngemäß antwortete er:

“In der Nachkriegszeit war unsere Gesellschaft überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die Bauernhöfe waren wie kleine Dörfer. Es gab immer noch einen Gebäudeteil, in dem die Flüchtlinge untergebracht werden konnten, zumindest notdürftig. Arbeit gab es auch: die Menschen wurden beim Kartoffelpflanzen, bei der Ernte oder auch zum Rübenhacken eingesetzt, die Arbeit war ja da. Es mussten mehr Nahrungsmittel für die plötzlich gewachsene Bevölkerung produziert werden. Oft wurde ihnen auch ein kleiner Acker zur Selbstversorgung angeboten, später kam ein kleiner Stall für ein paar Schweine, Hühner oder eine Kuh hinzu. Das musste nicht groß von Seiten des Staates organisiert werden. Jeder half, so gut er es eben konnte. Diese Strukturen gibt es heute nicht mehr, heute muss Staat und Verwaltung alles organisieren. Anders als in der Nachkriegszeit wird heute damit der Steuerzahler belastet.”

Laut Wikipedia betrug die Zahl der Flüchtlinge, die nach dem Krieg zu uns (Bundesrepublik und DDR) kamen, 11,9 Millionen. Die Bundesrepublik und die DDR hatten damals zusammen eine Einwohnerzahl von etwa 60 Millionen.

Heute beträgt die Einwohnerzahl Deutschlands rund 80 Millionen, die Zahl der Zuwanderer rund 0,8 Millionen, vielleicht auch 1 Million.

Vielleicht sollten wir über die Aussagen des Soziologen und über die Zahlen einmal nachdenken…Und nicht den neuen “Rattenfängern” auf den Leim gehen, die mit der Flöte durch die Dörfer ziehen, um Stimmen zu fangen…

Übrigens: 1950 wurden in der alten Bundesrepublik rund 1,3 Mio. landwirtschaftliche Betriebe gezählt, die Zahlen für die DDR dürfte bei rund 200.000 gelegen haben.

Euer Bauer Willi

 

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78 Kommentare

  1. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Damals mussten Deutsche wegen eines verlorenen Krieges zusammenrücken. Heute importieren wir über offene Grenzen zum Teil Terroristen.
    Frankreich spricht von 15 000 Verdächtigen im eigenen Land. (wie viel RAF-Terroristen haben damals ausgereicht um Deutschland ….). Es werden einfach alle bisherigen Gesetze oder Verträge außer Kraft gesetzt. Berlin meldet Mafia. In NRW meldet die Polizei, dass sie der Lage nicht mehr Herr wird. Frau Merkel macht es sich einfach. Sie lädt Afrika ein und lässt es großteils den deutschen Sozialkassen und Kommunen bezahlen.
    Zugleich wird versucht, unsere “Fehler” dem Rest der EU aufzubürden. Das neue Hegemoniedenken unserer Kanzlerin bringt die EU zu Fall.
    Wahrscheinlich bin ich jetzt ein Nazi. Bisher war ich CSU-ler.

  2. Hallo Willi, zurück aus meinem “Brexit”Urlaub gratuliere ich dir hier gleich mal zu diesem mutigen Beitragsthema!!! Aus der bäuerlichen Ecke hat man das nicht erwartet . Muss ich zugeben. Bei aller Unterschiedlichkeit in der Ausgangssituation auf die hier wiederholt hingewiesen wurde in den Kommentaren, ist es sehr interessant sich das mal vor Augen zu führen. Jede(r) kann oder könnte was beitragen zur Integration – natürlich auch ihr Bauern. Was aber getan wird, ist den Rattenfängern das Feld zu überlassen. Ich bin da ganz bei dir.
    Bauern wie dich braucht das Land! Und lass dich nicht entmutigen von den Mutlosen!
    Peter, der Fuchs

      • Stadtmensch sagt

        Bauer Willi – Daumen hoch! Wir haben auch zwei Flüchtlingsfamilien bei uns im Gemeinschaftsgarten. Schon wegen M. Lüders und “Wer den Wind sät” oder wegen John Steinbeck und “Grapes of Wrath”. Gartenarbeit und Kommunikation hilft augenscheinlich etwas gegen Weltschmerz. Falls jemand weiß, wo das alles noch enden soll – bitte melden!
        Mit der kirchlichen Menschenliebe ist es naturgemäß nicht weit her:
        http://oeffingerfreidenker.blogspot.de/2016/09/mutter-scheinheiligkeit.html

  3. Sabine sagt

    Heute stört sich niemand mehr daran, wenn ein Familienname auf ski endet und ein 50 Jahren wird sich niemand daran stören, wenn ein Name mit El oder Al anfängt.
    Ich denke, die Arbeit ist immer noch die wichtigste Integrationshilfe. Ob die Leute nun bei Daimler oder auf dem Feld arbeit finden, ist eigentlich egal. Es ist nur wichtig, dass sie in einen geregelten Tagesrhythmus kommen und weg von den Ämtern sind. Ich denke, eine einigermaßen vernunftbegabter Schichtführer oder Meister bewegt da mehr wie jeder noch so gut gemeinter Integrationskurs. Wenn es ein Landwirtschaftsmeister ist, super! Wenn nicht, findet sich hoffentlich jemand anderes.
    Mein Schlachter ist übrigens ursprünglich aus der Türkei und hat schon Taschentücher gebunkert, es geht auf den Herbst zu und wieder werden viele meine Küken langsam zu Hähnen.

  4. Altbauer Jochen sagt

    Auch ich bin 1946 als zweijähriger mit meiner Mutter aus Schlesien
    gekommen (vertrieben) . Wer war denn “froh” über die Verhältnisse
    die sich zwangsläufig ergaben? Es gab gute und weniger gute
    Erfahrungen mit der “Integration” in die Welt der Einheimischen.
    Vorwürfe zu machen im Rückblick hinkt immer, wenn man sich nicht
    in die damalige Situation und Gegebenheiten hineinversetzen kann(oder will). Ich denke es war eine gemeinsame Leistung aller! die nach
    anfängliche Schwierigkeiten unser Land wieder zum erblühen gebracht haben.Ich kannte einen älteren Bauern aus Pommern der meinte ,”man
    hätte uns Dörferweise im Westen ansiedeln sollen”. Von der Infrastruktur her gar nicht möglich, wäre es zu den, unter heutigen Migranten bekannten,
    Ghettobildung gekommen. Eine Katastrophe !
    Auf der anderen Seite gab es hier im Grenzland zu Dänemark auch das
    Bestreben die Flüchtlinge wegen der “Gefahr” biologischer Verfremdung
    schnell wieder loszuwerden. Letztlich hat die Vernunft gesiegt, wir
    sind zur Einheit geworden -es ist kein Thema mehr !!!
    Hoffen wir das wir mit den aktuellen Flüchtlingen zu einer ähnlich
    tragbaren Zukunft gelangen. Es wird wohl keine ganz leichte Aufgabe.

  5. Ja, die Bauern haben nach dem Krieg selbstlos und uneigenenützig geholfen.

    Gold und Schmuck für ein paar Kartoffeln oder bischen Brot, für einen Schlafplatz in der Kammer oder Scheune und bischen Essen täglich 14 und mehr Stunden Arbeit auf Feld und Hof.

    Wahre Samariter welche beispielhafte “Integrationsarbeit” geleistet haben. Kein Wunder des heute viele von diesen paradiesischen Zuständen träumen und sie gern wieder aufleben lassen würden.

    Dummerweise sehen das aber viele anders. Und die sind auch noch wahlberechtigt.
    Son Pech aber auch. Dann werden sie wenigsten bischen verunglimpft und behautete sie würden “Rattenfängern” hinterherlaufen. Hat halt jeder so seine Hobbys.

    • Bauer Willi sagt

      Mit “Rattenfängern” meine ich diejenigen, die heute wieder mit schwarzer Jacke auf die Straße gehen und “Ausländer raus” rufen. Vor denen habe ich Angst, aber nicht vor den Flüchtlingen.
      Zum Thema Samariter, selbstlos und uneigennützig sage ich lieber nichts. Was ich aber sehe, ist, das unsere heutige Gesellschaft solche Samariter hat, genau wie damals. Und sehr viele Menschen heute selbstverliebt, egozentrisch, geizig und feige sind. Ach, faul hatte ich noch vergessen. Ob das damals auch so war, kann ich nicht beurteilen.

  6. Sandra Harms sagt

    Das hat damals aber auch nur funktioniert, weil wie willi es schon sagt andere strukturen da waren, und alle im weitesten sinne die selbe sprache und die selbe religion hatten,im vergleich zu heute. Trotzdem darf man nicht vergessen zu erwähnen, das damals auch landwirte die hätten helfen können sich benommen haben wie könige, die von obenherab auf die menschen geschaut haben, ich kenn das aus erzählungen in der eigenen verwandschaft, dort gab es eine großtante, die fütterte lieber die schweine mit äpfeln als den flüchtlingen welche abzugeben…. so positiv darf man das bild der landwirte nach 1945 auch nicht zeichnen.

  7. bauerhans sagt

    alle,die in der bundesrepublik eigentum hatten,mussten “lastenausgleich” leisten d.h. vierteljährlich war eine zahlung fällig,die dazu diente,die kosten die die flüchtlinge verursachten,abzufangen.
    die familie meines schwagers war 1945 aus ostpreussen geflüchtet und baute anfang der 1960er jahre ein haus,wo anstelle der garage ein stall sein musste,weil es zuschüsse vom “grünen plan” gab.

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