Monate: August 2016

Ernte – Ende

16. August 2016. Der Mähdrescher fährt die letzte Bahn für dieses Jahr. Rapsernte und Gerstenernte unterdurchschnittlich. Weizenernte deutlich unter dem Durchschnitt. Dazu beim Weizen noch Qualitätsabzüge aufgrund zu niedriger Fallzahlen für Brotweizen. Die Preise in Europa auch niedrig, weil Amerika und Russland eine große Ernte einfahren. Für den Verbraucher hat unsere schlechte Ernte also keine Auswirkungen. Weltmarkt eben….Lebensmittel bleiben billig… 0

Bauer im Netz – getrennt marschieren…

Wieder ein Gastbeitrag von Thies, diesmal zum Thema „Landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit im world wide web“ Mittlerweile entwickelt sich die Präsenz der Landwirtschaft in den sozialen Medien erfreulich. Auf Beiträge im Fernsehen und Magazinen wird schnell reagiert, gegen falsche Darstellung wird umgehend Position bezogen und im Optimalfall werden Diskussionen von Landwirten eröffnet, bevor andere Organisationen Kampagnen zu diesem Thema entwickelt haben. So soll es sein. Natürlich ist noch lange nicht alles perfekt, aber es wird. Und genau da tritt eine neue Baustelle zutage. Wir loben uns innerhalb der Community zu wenig. Oder, was noch schlimmer ist, wir kritisieren uns gegenseitig, falls ein Post in seiner Meinung oder Aufmachung nicht mit der eigenen Einstellung deckungsgleich ist. Aber gerade die Vielfalt und die Unterschiede der einzelnen Posts und Akteure machen den Erfolg der landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit im Netz aus. Manche versuchen es mit Zahlen, Daten, Fakten, ein anderer lässt unkommentierte Bilder und Videos für sich stehen. Wieder andere versuchen es mit Witz, ab und zu wird mit Sexappeal gearbeitet. Manche zerlegen die Darstellungen der NGOs und einschlägigen Meinungsmacher mit Gegenargumenten, …

„So geht es nicht weiter“ – wie Meinungsbildung heute geht

Während wir über den richtigen Weg in der Darstellung der Landwirtschaft diskutieren, wissen die Marktforscher längst, wie öffentliche Meinungsbildung funktioniert. Rainer Pfuhler ist Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation beim renommierten Marktforschungsunternehmen Rheingold Salon in Köln . Sein Unternehmen hat in einer Studie untersucht, wie sich heute gesellschaftliche Meinung in der Öffentlichkeit bildet. Ich habe ihm dazu ein paar Fragen dazu gestellt. Die Antworten waren für mich sehr aufschlussreich, besonders die Konsequenzen für die Meinungsbildung im Bereich Landwirtschaft und Ernährung. Herr Pfuhler, Sie haben vier verschieden Typen von Bürgern beschrieben. Welche sind diese? Da ist zum einen der „gespaltene Bürger“. Er akzeptiert eine Vielfalt unterschiedlicher Meinungen nebeneinander, auch wenn diese erkennbar widersprüchlich sind. Beispiel Automobil: Spritsparen und Fahrspaß passt eigentlich nicht zusammen. Trotzdem wünscht man sich beides. Beispiel Energie: man wünscht sich mehr regenerative Energien, beim eigenen Stromtarif steht aber der der Preis dann wieder im Vordergrund. Beispiel Landwirtschaft: man ist gegen Massentierhaltung, möchte aber weiter günstig Lebensmittel einkaufen. In der Befragung der Bevölkerung betrug die Bereitschaft, zwei völlig unvereinbare Standpunkte gleichzeitig zu vertreten bis zu 60%. Der …

Lieber Herr Kieling – unser Dialog geht weiter…

Lieber Herr Kieling, unser Dialog geht weiter. Sie haben gestern ein neues Video veröffentlicht, wo es um die Frage geht, wie wir die Welt ernähren wollen und sollen. Wir, die Bauern. Sie und ich sind uns einig, dass die Bürger und Verbraucher eine Mitverantwortung daran haben, wie wir Landwirte produzieren. Nur der direkte Dialog bringt uns aber alle weiter. Und der ist möglich: Am REGIO DAY und am TAG DER REGIONEN. Reden wir also wieder direkt miteinander… Ihr Bauer Willi ‪#‎regioday‬ ‪#‎tagderregionen‬ 0

Ökoroutine

„In zwanzig Jahren 100% Biohaltung“ so lautet die Überschrift über einem Interview mit MIchael Kopatz vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie. Und noch ein interessanter Satz: „Nehmen Sie die Ernährung: Nur die Eliten können sich Bio leisten“. Diesen anscheinenden Widerspruch will er auflösen. Wie? Das könnt ihr hier lesen. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/oekologie-klimawandel-umwelt-umweltschutz-generationen-tierhaltung-interview/komplettansicht 0

Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif…

Dieser Artikel setzt sich mit dem umstrittenen Schnäbelkürzen auseinander. Auch wenn die Überschrift des Link unten etwas reißerisch klingt: er beschreibt recht ausgewogen die Einigung, die in Hessen zwischen Politik und Geflügel-Branche erzielt wurde und die Auswirkungen. Sowohl für das Tier als auch für den Verbraucher. Zum Hintergrund: Hühner haben offensichtlich die Angewohnheit, ihre Rangordnung durch gegenseitiges Bepicken zu regeln, vor allem dann, wenn sie sich ihre Nahrung nicht mehr selber suchen sondern gefüttert werden. Um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig totpicken, werden die Schnäbel kupiert. Dies soll nun nicht mehr stattfinden. Keiner der Verhandlungspartner weiß jedoch, ob die Sterblichkeitsrate jetzt nicht wieder ansteigt. Als sicher gilt jedoch, dass der Preis pro Ei für den Konsumenten um 2-3 Cent oder mehr ansteigen wird, weil auch andere Haltungsbedingungen notwendig sind, die bezahlt werden müssen. Wie dieser Mehrpreis im Markt umgesetzt werden soll bleibt offen. Ob das jetzt für alle eine Verbesserung ist? Eine schwierige Entscheidung. Was meint ihr? Bitte erst lesen und dann kommentieren. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/weniger-quaelerei-in-hessischer-massentierhaltung-14380206.html   0

Es geht nicht nur um Glyphosat…

Wenn ich in einer Runde von „normalen“ Menschen zu erkennen gebe, dass ich Bauer bin, dauert es nicht lange, bis das böse Wort fällt: GLYPHOSAT. Und dann geht die Post ab. Dass das ja eine Sauerei ist, dass das überhaupt noch zugelassen ist, dass man das ja jetzt überall findet, in der Muttermilch, im Bier, ja sogar im Urin. Dass das krebserregend ist und man es schon im Grundwasser findet. Das geht ja gar nicht. Eigentlich gehöre so was sofort verboten, aber Monsanto und all die anderen Chemie-Riesen stecken ja bekanntlich  mit der Politik unter einer Decke und man könne den Verdacht haben, dass auch die Behörden geschmiert werden. Und dass mit den Studien sei ja auch alles getürkt, es gäbe ja genügend ordentliche Studien von Greenpeace und Foodwatch, die das Gegenteil beweisen würden. Das ist jetzt nur ein kleiner Ausschnitt von Kommentaren, die Liste ist bei weitem nicht vollständig. Und da stehe ich da, höre mir das alles an, und müsste eigentlich zu mir sagen: Willi, was bist Du doch für ein schlechter Mensch. Weil ich ja auch …