Bauer Willi
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Bauer im Netz – getrennt marschieren…

Wieder ein Gastbeitrag von Thies, diesmal zum Thema „Landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit im world wide web“

Mittlerweile entwickelt sich die Präsenz der Landwirtschaft in den sozialen Medien erfreulich. Auf Beiträge im Fernsehen und Magazinen wird schnell reagiert, gegen falsche Darstellung wird umgehend Position bezogen und im Optimalfall werden Diskussionen von Landwirten eröffnet, bevor andere Organisationen Kampagnen zu diesem Thema entwickelt haben. So soll es sein. Natürlich ist noch lange nicht alles perfekt, aber es wird.

Und genau da tritt eine neue Baustelle zutage. Wir loben uns innerhalb der Community zu wenig. Oder, was noch schlimmer ist, wir kritisieren uns gegenseitig, falls ein Post in seiner Meinung oder Aufmachung nicht mit der eigenen Einstellung deckungsgleich ist. Aber gerade die Vielfalt und die Unterschiede der einzelnen Posts und Akteure machen den Erfolg der landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit im Netz aus. Manche versuchen es mit Zahlen, Daten, Fakten, ein anderer lässt unkommentierte Bilder und Videos für sich stehen. Wieder andere versuchen es mit Witz, ab und zu wird mit Sexappeal gearbeitet. Manche zerlegen die Darstellungen der NGOs und einschlägigen Meinungsmacher mit Gegenargumenten, wieder andere mit Satire. Während die eine Seite mit aufwändigen Hochglanz-Bildern arbeitet, versucht es die andere mit charmant-einfachen Handyvideos. Der eine gibt seine Identität preis, der andere arbeitet aus unterschiedlichsten Gründen lieber anonym. Oder es finden sich mehrere zu Gruppen zusammen und betreiben eine gemeinsame Plattform während andere als Einzelakteure unterwegs sind. Vereinzelt werden Auftritte von großen Verbänden und Firmen betrieben oder unterstützt, andere arbeiten unabhängig von anderen Teilen der Branche usw.

Alle diese Vorgehensweisen, so unterschiedlich sie auch sind, haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind jede für sich der 100 % richtige Weg der Kommunikation.

Den Gegnern einer modernen, selbstbestimmten Landwirtschaft fällt es so schwerer, auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Auftritten zu reagieren, als auf einen einheitlichen, immer gleichen Post, der nur von allen blind geteilt wird. Außerdem bieten wir dann als Branche allen Nutzern der digitalen Medien Auftritte und Themen für ihren jeweiligen Geschmack an.

Wir sollten, ja müssen uns innerhalb der Branche gegenseitig grundsätzlich unterstützen, auch wenn ein Post in Detailfragen zu Inhalt oder Aufmachung nicht zu 100 % den eigenen Geschmack trifft. Ein Klein-Klein untereinander spielt nur unseren Kritikern in die Hände und verbraucht unnötig Energie. Ein loses Geflecht aus vielen, kleinen Akteuren, die nur ihren eigenen Weg als den richtigen Weg ansehen, hat geringe Schlagkraft. Andererseits kann ein immer gleiches, homogenes Auftreten aller Akteure mit einem Manöver ausgetanzt werden. Es ist doch so positiv, dass wir ein vielfältiger, bunter Komplex sind, zu dem jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten und seiner Eigenheiten einen Teil beiträgt. Und die Leistung der anderen anerkennt!!

Euer Thies

 

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10 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Die Landwirtschaftsgegner haben viele Jahre ein freies Feld gehabt. So hat sich diese negative Kampagne in der Bevölkerung verfestigt. Willi und Alois haben uns wieder eine Stimme gegeben. Was die NGO-Leute angerichtet haben , können wir in GB sehen. Dort haben über 60% der Farmer für den Brexit gestimmt, weil diese trotz Einkommensverlust ihre Freiheit wieder haben wollen. So weit sind wir heute. Welcher Landwirt in Deutschland würde nicht auch so entscheiden. Ich in jedem Fall !! Ich sage heute alle Vorschriften, Gesetze und Kontrollen der letzten zehn Jahre müßen weg. Dafür würde ich auf 50% der Agrarhilfen verzichten. Wir leben leider in einer Umwelt-und Tierschutzdiktatur. Diese sogenannten Fachleute schränken zum eigenen Vorteil unsere Freiheit ein. Leider fehlen uns Politiker mit einer Eisenstange im Rücken . Statt dessen ist dort ein Wasserschlauch !! Also zu viele Weicheier und Einkommensoptimierer. Wir brauchen weniger „Öffentlichen Dienst“ und Rechtsanwälte
    im Bundestag , sondern mehr Handwerker , Landwirte und Arbeiter . Dann hätten wir mit Sicherheit andere Gesetze.

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    • Andreas Schmid sagt

      „Statt dessen ist dort ein Wasserschlauch !!“ Der ist noch leer, denn das Wasser ist noch oben. 🙂

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    • Stadtmensch sagt

      Aus Zeitmangel nur wieder Copy&Paste aus:
      http://www.welt.de/print/welt_kompakt/debatte/article116432950/Freiheit-Wer-wovon-wozu.html

      „Müssen wir tatsächlich die Gesellschaft diesem ominösen Staat „entreißen“ – oder sollten wir stattdessen nicht unser Engagement in wirksamere, werteorientierte Führungsstrukturen investieren? Was müssen wir tun, damit die Menschen, die wir mit „Staat“ bezeichnen, in bestem Sinne agieren?

      Das Beeindruckende unserer Gesellschaftsform ist doch, dass wir die Freiheit haben, solche Fragen zu stellen – und Experimente zu starten, um gute Antworten zu finden! Hören wir auf, uns darüber zu definieren, welches Feindbild das „wahre“ ist! Nutzen wir lieber die vermutlich größte Freiheit, die Menschen je hatten, um die Wahrscheinlichkeit gelungenen, gemeinsamen Lebens zu erhöhen!

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  2. brigitta sagt

    meine rede seit jahren, so vielfaeltig wie die landwirtschaft selber kann auch die oearbeit sein. Alle zusammen und jeder auf seine Art

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    • Andreas sagt

      Altkanzler Schröder nennt so etwas „Kakophonie“. Bitte bei Wiki nachschauen was das ist.
      „Agrar – Kakophonie“ kann vielleicht eine Lösung sein, damit man uns in Ruhe lässt. Unser Ansehen wird dadurch aber nicht besser

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  3. Andreas sagt

    Sehr schöne Worte, ob sie erhört werden? Das Problem ist leider sehr viel tiefgreifender. Ich darf es mal spitz formulieren: „Wir haben eine gefährliche organisierte Aggressivität“. Hauptakteure sind intrigante Bauerngruppen die von ganz fiesen Redakteuren, insbesondere aus dem DLV (deutscher Landwirtschaftsverlag), unterstützt werden. Die FAZ hat Herrn Schwarz vom Bauernverband Schleswig Holstein als Anführer diese Bewegung entlarvt, was aber falsch ist. Schmerzfreie „Agrarmanager“, das ist Brutstätte schlechter Töne.
    Also: Der Beitrag oben ist super. Er wird nicht erhört werden, leider.

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    • Na, wieder im Verfolgungswahn?
      Bedenklich, warum einzelne Landwirte dermaßen gegen die eigenen Leute und Mitstreiter schreiben und sich kein bisschen mit den eigentlichen Problemen befassen.

      Wachen Sie Morgens schon mit diesen Gedanken auf, anscheinend beschäftigt Sie ja einiges.

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      • Andreas sagt

        User „Tom“ ist die Bestätigung meiner These. Danke, das unterstreicht meine Glaubwürdigkeit, so kann sich jeder ein Bild machen.
        Die Leute die ich beschreibe, können nur persönlich, nie sachlich.

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    • bauerhans sagt

      „Wir haben eine gefährliche organisierte Aggressivität“.

      haben wir überhaupt nicht!!
      sondern wachsen und weichen zählen,aber wenn man mal nachfragt,warum eigentlich immer nur produzieren,produzieren,produzieren,
      heisst es,man müsse vorsorgen,um den betrieb auf kurs zu halten…….

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