Alle Artikel in: Bauer Willi

Die Pachtpreise…

…sind zu hoch, sagen die einen. Gerade einige (besonders laute) Agrarökonomen verweisen dann darauf, dass „es den Landwirten ja gut gehen muss, wenn sie solche Pachtpreise bezahlen“. (Oft entstammen diese Professoren der „Göttinger Schule“) Ich kann auf solche Argumente kaum antworten, denn bei Pachtpreisen von über 1.000 €/ha für mehrjährige Pachtverträge wird es „schwierig“, diese mit einer normalen Ackerbau-Fruchtfolge zu verdienen. Für Sonderkulturen und einjährige Verträge kann die Summe auch schon mal doppelt so hoch liegen. Meine Frau hat eine kleine Fläche, die sehr weit weg liegt und wo es unsinnig ist, dort extra hinzufahren. Sie hat diesen Acker an einen Berufskollegen verpachtet, der Willi heißt, ein vernünftiger Mensch ist und den wir seit langem kennen. Der Pachtpreis beträgt 800 €/ha für Lößboden mit 90 Bodenpunkten. Die Pachtpreisfindung dauerte genau eine Minute. Ich bekomme mittlerweile fast wöchentlich Anrufe von Firmen, die auf meinem Acker Photovoltaik bauen wollen. Unsere Flächen liegen alle direkt an eine Bahnlinie, so dass hier eine Privilegierung vorliegt. https://www.thuenen.de/de/newsroom/detail/freiflaechen-pv-an-autobahnen-und-schienen-in-deutschland Auf einer Karte, die ich in dem Link gefunden habe, werden meine Flächen …

Greenpeace tötet Kinder – und Misereor tötet mit

Ein Gastartikel von Ludger Weß Die Schlagzeile klingt hart. Natürlich ziehen diese Organisationen nicht durch die Lande, um Kinder zu erschlagen. Das wäre auch Mord. Sie töten durch Unterlassen. So wie das Unternehmen Nestlé, gegen das Umweltschutzorganisationen jahrelang unter dem Slogan Nestlé tötet Babys vorgingen, töten sie durch den Entzug gesunder Nahrung. Nestlé führte ein Werbefeldzug in Afrika, der Mütter dazu veranlasste, ihren Kindern statt Muttermilch Fertignahrung anzurühren – eine Praxis, die häufig zu Durchfällen und zum Tod durch Dehydrierung führte. Greenpeace und Misereor dagegen organisieren Kampagnen in Asien, die dazu führen, dass Kindern Vitamin A vorenthalten wird. Vitamin A-Mangel führt zur Erblindung und schließlich zum Tod. Worum geht es? Vitamin-A-Mangel schädigt Netzhaut und Hornhaut der Augen. Kinder sind besonders gefährdet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erblinden Jahr für Jahr 250.000 bis 500.000 Kinder durch Vitamin A-Mangel (während der fünf Minuten, die Sie mit dem Lesen dieses Artikels verbringen, sind das etwa drei Kinder), und die Hälfte von ihnen stirbt innerhalb von 12 Monaten nach dem Verlust ihres Augenlichts. Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt …

Unlautere Geschäftspraktiken

Mit unlauteren Geschäftspraktiken haben viele Lebensmittel-Lieferanten zu tun, denn nicht nur die Big Four (Aldi, Lidl, Rewe, Edeka) kennen beim Einkauf kein Erbarmen. Dass um jeden Cent gefeilscht wird, ist geübte Praxis. Dass jedoch mit miesen Tricks und vor allem der Angst vor Auslistung gearbeitet wird, ist nicht zu tolerieren. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Beikrautmanagement bei der Deutschen Bahn ohne Glyphosat

Pflanzen in den Gleisen stellen für die Deutsche Bahn ein Risiko dar. https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/unkraut-ein-sicherheitsrisiko-im-gleisbett-der-bahn Bisher wurde das Unkraut durch Herbizide – hierbei vor allem Glyphosat – kontrolliert. Die Deutsche Bahn war der größte Einzelanwender. Der Vorstand hat 2019 beschlossen, auf den Einsatz zu verzichten, was seit 2023 auch praktiziert wird. https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/DB-besiegelt-Glyphosat-Ausstieg-ab-2023–10414622 Doch welche Alternativen gibt es und wie erfolgreich sind diese? Ich habe mich darüber mit Prof. Dr. Petersen von der TH Bingen unterhalten. Unter dem Video noch einige Erläuterungen zu Produkten, Aufwandmengen und Kosten.   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Hier Daten zur  Pelargonsäure: https://avagrar.de/pflanzenschutzmittel/kartoffel/herbizide/467/belouhka Das Produkt hat erst seit Februar 2023 eine Zulassung in Bahngleisen und zwar mit maximal zwei Anwendungen im Zeitraum vom 1. April bis 30. September mit maximal 16 l/ha. https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/regionales/baden-wuerttemberg/pflanzenschutzrecht/zulassung/pflanzenschutzmittel—erweiterung-einer-zulassung-nach-artikel-51-352648 Es wirkt durch Dehydrierung der grünen Pflanzenteile, also nicht auf die Wurzeln. Im Prinzip ist es …

Milch(-vertrag) macht Männer (und Frauen) munter…

Ich muss zugeben, dass ich im Milchmarkt nicht zuhause bin. Als Zuckerrüben-Anbauer kenne ich jedoch die Verträge, in denen sowohl die Menge als auch die Preisableitung (bzw. ein fester Preis) fixiert ist.  Beides wurde im Einvernehmen zwischen Anbauerverbänden und Zuckerunternehmen festgelegt und funktioniert – im Wesentlichen – seit vielen Jahren gut. Im Milchmarkt funktioniert einiges anderes und nun werden neue Ansätze diskutiert. Hier Pro und Contra zum Artikel 148 https://www.dlg.org/de/mitgliedschaft/newsletter-archiv/2024/17/rettet-die-einfuehrung-von-artikel-148-gmo-den-milchmarkt

Woher stammt das Glyphosat?

Am Anfang habe ich es eher für einen Scherz gehalten, dass der Wirkstoff Glyphosat in Kläranlagen gebildet werden könnte. Nachdem ich mir die beiden nachfolgenden Sendungen des Deutschlandfunks angehört habe, hat sich diese Meinung geändert. Der Redakteur hat meiner Meinung nach sehr sauber recherchiert und lässt auch Kritiker zu Wort kommen. Doch auch deren Argumente lassen sich wieder entkräften. https://www.deutschlandfunk.de/glyphosat-fluesse-klaeranlagen-gefahren-100.html https://www.deutschlandfunk.de/gift-aus-mysterioeser-quelle-woher-stammt-das-glyphosat-in-unseren-fluessen-dlf-180e4221-100.html Auch die wissenschaftliche Zeitschrift „Spektrum“stellt die Frage, ob Glyphosat (ein Phosphonat) aus Waschmittel synthetisiert werden kann. Wie sonst ist es zu erklären, dass der Wirkstoff über das ganze Jahr in Flüssen zu finden ist, also auch außerhalb der Anwendungszeit in der Landwirtschaft. https://www.spektrum.de/news/glyphosat-entsteht-womoeglich-aus-waschmittel/2210708 Der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel gibt eine Stellungnahme ab, wonach eine Entstehung aus Waschmitteln ausgeschlossen wird. https://www.ikw.org/haushaltspflege/kooperation-und-dialog/ikw-stellungnahme-zum-abbau-von-phosphonaten Es bleiben also noch offene Fragen. Für mich ist die Tatsache, dass der Wirkstoff das gesamte Jahr über in Gewässern gefunden wird, die wirklich entscheidende Frage. Den erstens unternehmen Landwirte alles, um einen Eintrag von Pflanzenschutzmitteln jedweder Art in Gewässer zu verhindern, zweitens ist die Anwendung in der Landwirtschaft auf die Zeit der Vorsaatanwendung  …

Wissenschaftlicher Beirat Pflanzenschutz

Der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) hat zum Ziel, die Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für Mensch, Tier und Naturhaushalt entstehen können, weiter zu reduzieren. Der Wissenschaftliche Beirat berät die Bundesregierung durch Gutachten und Stellungnahmen zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans. Die Beiratsmitglieder wurden durch das BMEL auf Grundlage des Errichtungserlasses vom 29. Januar 2024 für die Dauer von fünf Jahren berufen. https://www.bmel.de/DE/ministerium/organisation/beiraete/nap-organisation.html Es fällt auf, dass die Begriffe „Öko“ oder „Bio“ auffallend häufig in der Tätigkeitsbeschreibung vorkommen. Woran das wohl liegen mag?  

Andere Länder, andere Sorgen

Vielleicht hilft es ja, mal über die Grenzen zu schauen und zu sehen, wo dort der Schuh drückt. Hier eine Zusammenfassung der  Bauernzeitung in Österreich Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen  

Irgendwie ist nix los…

In den letzten Tagen bin ich irgendwie lustlos. Mir wollen auch keine richtigen Themen einfallen, über die man diskutieren könnte. Wenn ich die Pressemeldungen aus der Politik lese, ist da auch nicht viel Spannendes dabei. https://www.land.nrw/pressemitteilung/landwirtschaftsministerin-gorissen-eroeffnet-spargelsaison-2024-rheda-wiedenbrueck Aus Berlin kommt auch nichts Aufregendes. Biokohle. (Hm, wieder was mit Bio aus dem BMEL 🙂 ) https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/034-biokohle.html Überhaupt frage ich mich, was die in der Wilhelmstrasse da so den lieben langen Tag machen und wie sie sich die Zeit vertreiben. Ihr könnt ja mal in die Terminkalender schauen: https://www.bmel.de/SiteGlobals/Forms/Suche/DE/Terminsuche/Terminsuche_Formular.html „Torffrei gärtnern“… ach ja… oder das hier: https://www.bmel.de/SharedDocs/Termine/DE/Leitung/2024-04-24-oezdemir.html Wenn ich aus dem Fenster schaue, wird es erst recht trostlos. Es ist kalt, nass, Graupelschauern. Der Raps wirft so langsam seine gelben Blütenblätter ab, das Getreide hat nasse Füsse und die Zuckerrüben, die wir am 12. April gesät haben, lassen sich auch noch nicht sehen. Vielleicht auch besser, denn es soll Nachtfrost geben. In der Zwischenzeit mache ich Arbeiten auf dem Hof, die irgendwann getan werden müssen, für die ich aber bisher weder Zeit noch Lust hatte. Irgendwie scheint es …

Giftige Erdbeeren? Gesunde Erdbeeren!

Nicht-Regierungsorganisationen, kurz NGO genannt, wissen sehr wohl, wann sie eine Kampagne starten. So hat der BUND e.V. im vergangenen Jahr rechtzeitig zur Erdbeersaison eine Kampagne gefahren, in denen von giftigen Erdbeeren die Rede ist. Wie sich herausstellte, waren die Proben vom BUND e.V. selbst gezogen worden.  Auf Nachfrage musste Frau Dr. Hölzel vom BUND e.V. zugeben, dass in keiner dieser Proben ein Grenzwert überschritten wurde. Dass es sich bei der Kampagne des BUND e.V. um bewusste Irreführung handelt, bemängeln dann auch die Medien: https://www.schwaebische.de/wirtschaft/pestizidrueckstaende-in-erdbeeren-genuss-ohne-reue-1670707 Hier ein Zitat: „Angaben zu Grenzwerten vermisst man in den Analysen des BUND. Der Verdacht drängt sich auf, dass der Test nicht nur das Verbraucherwohl im Fokus hat, sondern auch politische Ambitionen verfolgt — umso mehr, als die BUND–Ergebnisse mit einer Petition an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) gegen Pestizide gekoppelt war.“ Wie es um Rückstände bei Erdbeeren aussieht, beschreibt dieser Artikel https://www.agrarheute.com/pflanze/streit-um-erdbeere-bund-schuert-pestizid-panik-607560 Hier ein Auszug: „Das LGL untersucht regelmäßig Erdbeeren auf Rückstände von 500 Pflanzenschutzmitteln. In den vergangenen drei Jahren habe es bei insgesamt 145 Proben nur einen Fall gegeben, bei …