Alle Artikel in: Bauer Willi

Bericht vom Acker: 3. April

Wir haben im Februar 21 mm Regen beikommen, im März gerade einmal 6 mm. In zwei Monaten also in Summe 27 mm. Und in Teilen Norddeutschlands hat es zum Teil noch weniger Niederschlag gegeben. Da können wir nur von Glück sagen, dass wir so fruchtbare Böden haben, denn noch gibt es keine sichtbaren Mangelsymptome. Wie sieht es im Feld aus? Die Unkrautbekämpfung im Getreide ist erledigt, der Winterraps zeigt die allerersten Blüten. Weil die Luft sehr trocken ist, sind Pilzkrankheiten derzeit nicht zu finden. Schadinsekten halten sich auch zurück, wohl weil die Nächte immer noch sehr kalt sind und/oder die Tag-Nachtdifferenz hoch. Etwas Sorgen machen uns die Zuckerrüben. Wir haben diese am 23. März gesät, was sehr früh ist. Es war damals auch schon relativ trocken und zum Glück hat es kurz danach die oben schon genannten 6 mm Regen gegeben, was zum Keimen dort gereicht hat, wo der Boden fein genug war. Das war leider nicht überall der Fall. So liegen die Bestandeszhahlen je nach Parzelle und Bodenzustand zwischen 42.000 und 74.000 Pflanzen pro …

So sieht es die Künstliche Intelligenz

Ich bin neben diesem Blog auch bei Facebook, Twitter, Instagram und YouTube unterwegs. Bei Twitter ( heute „X“) gibt es eine KI („Grok“) der ich die Frage gestellt habe, wer Bauer Willi ist. Was mich daran erstaunt ist der letzte Abschnitt mit dem Satz „eine Darstellung, die er selbst ironisch aufgreift“. Erstaunt deshalb, weil er stimmt, aber so noch nie öffentlich geäußert wurde. Das würde bedeuten, dass diese Künstliche Intelligenz Ironie erkennt. (Und das schaffen selbst nicht allen Menschen mit natürlicher Intelligenz… 🙂 ) Hier die Analyse der KI „Bauer Willi“ ist das Pseudonym von Willi Kremer-Schillings, einem deutschen Landwirt, Autor und Blogger. Er ist bekannt für seinen Blog „Bauer Willi“ (www.bauerwilli.com), auf dem er seit Jahren über Themen rund um die Landwirtschaft schreibt. Kremer-Schillings stammt aus dem Rheinland, ist Agraringenieur mit einer Promotion im Fachbereich Pflanzenbau und bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb mit Kulturen wie Zuckerrüben, Raps und Getreide. Bis zu seinem Vorruhestand 2014 war er in der Zuckerindustrie tätig und führte seinen Hof im Nebenerwerb. Seitdem widmet er sich intensiv seinem Blog und der Öffentlichkeitsarbeit. …

Nicht alle Lebensmittel sind teurer geworden

Durch Zufall ist mir gestern ein Prospekt vom Discounter NETTO in die Hände gefallen, dass exakt am Monatswechsel März/April 2022 seine Gültigkeit hatte. Ich habe es mit dem aktuellen Prospekt im gleichen Zeitraum aus 2025 verglichen und festgestellt, dass einige Lebensmittel billiger (grün)  oder im Preis nahezu gleich (gelb) geblieben sind. Wenn die Produkte nicht absolut gleich waren (z.B. Kaffeehersteller, Schweinefleisch, Bananen), habe ich es dazugeschrieben. Lebensmittelpreise 2022 zu 2025 NETTO(1) Was mir auffiel: Bratwurst ist billiger geworden, Hackfleisch teurer. Das finde ich merkwürdig. Heidelbeeren sind deutlich billiger geworden, Weintrauben auch. Beides stammt derzeit natürlich nicht aus Deutschland, wohl aber Äpfel und Birnen. Auch Möhren und Kartoffeln sind deutscher Provenienz, die Preissteigerungen sind moderat. Auch deutlich teurer geworden sind Mandeln und Haselnusskerne. Mandeln wachsen vorwiegend in Kalifornien, rund 75% der weltweiten Haselnussproduktion stammen aus der Türkei.      

Film: Spaghetti-Ernte im Tessin

Es wurde Jahrzehnte unter Verschluss gehalten, doch jetzt, zum 1. April veröffentlich die BBC den Film aus dem Jahr 1957. Es zeigt die Spaghetti-Ernte in Ticino, Schweiz. https://www.youtube.com/watch?v=tVo_wkxH9dU Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Der neue Landwirtschaftsminister heißt Cem Özdemir

Diese Meldung wird wohl jeden überraschen: der neue Landwirtschaftsminister ist der alte. Wie das BMEL heute morgen (1.4.) in einer Pressenotiz mitteilt, hat sich Cem Özdemir dazu entschlossen, die Partei der Grünen zu verlassen und Mitglied der CDU zu werden, nachdem die Union ihm dieses Amt zugesagt hatte. Seine Hoffnung, Minischterpräsident im Ländle zu werden, hatte zunehmend an Wahrscheinlichkeit verloren. Das Landwirtschaftsministerium soll von Berlin nach Bad Urach verlegt werden. Hier kann er seinen Amtssitz besser mit dem Fahrrad erreichen. Warum die Union ihn für die ideale Besetzung hält, ist klar: von Seiten der Landwirtschaft wurden immer mehr Stimmen laut, die dafür plädieren, dass das Ministerium einfach eine Legislaturperiode lang nichts macht. Dieser Forderung der Bauern kommt Özdemir in idealer Weise nach, weil er in den drei Jahren seiner Amtszeit auch nichts auf den Weg gebracht hat, an das man sich im historischen Rückblick noch erinnern würde. Diesen Weg will er nun gezielt fortsetzen. Wir wünschen ihm für die nächsten Jahre (wieviel es werden, wird man sehen) eine ruhige Hand und das man möglichst wenig …

Wie geht es mit der Grünen Gentechnik weiter?

Ein Gastartikel von Ludger Wess, der sich mit der Frage beschäftigt, ob in Sachen Gentechnik und Neue Züchtungstechniken (NGT) neue Entwicklungen festgestellt werden können. Hier sein Artikel: Während Landwirte und Konsumenten auf anderen Kontinenten schon längst Obst, Gemüse und Getreide nutzen können, die mit neuen Züchtungstechnologien (den sogenannten neuen genomischen Techniken NGT) erzeugt wurden, ist die EU noch immer mit der Frage beschäftigt, ob diese Verfahren in Europa zulässig sein sollen. Bislang galten sie als streng zu regulierende Gentechnik, obwohl dabei keine neuen Gene in die Pflanzen eingeführt werden. 2023 gab die EU-Kommission den Anstoß zu einer Neuregelung, um die Zulassung solcher Pflanzen zu erleichtern. Anfang 2024 folgte das EU-Parlament mit einer prinzipiellen Zustimmung, aber zahlreichen Änderungswünschen. Dann geschah eine Weile nichts, weil das dritte Gremium, der EU-Rat, das Thema unter Ungarns Ratspräsidentschaft einfach liegen ließ. Jetzt hat die polnische Ratspräsidentschaft das Thema wieder aufgegriffen und einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der entsprechend den üblichen Abstimmungsprozessen in der EU eine weitere Diskussionsgrundlage für die nun beginnende abschließende Entscheidungsfindung, den sogenannten Trilog bildet. Eins ist schon jetzt klar: …

Spekulation…

Nicht wirklich ein landwirtschaftliches Thema, aber für einen Samstag eine Nachricht, die interessant klingt, aber reine Spekulation ist: Die Besetzung der Ministerämter in der wahrscheinlich nächsten Regierung aus Union und SPD https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundestag-kabinett-merz-100.html Der Posten des Minister für Landwirtschaft etc. ist wieder offen. Wer hat Vorschläge?  

Das Dilemma der Essensmacher

Nachhaltigkeit verliert an Bedeutung: Immer weniger Deutsche haben Schuldgefühle bei unökologischem Verhalten. Inflation und Preisdruck verschieben laut einer NIQ-Studie die Prioritäten – bewusster Konsum wird zunehmend als Luxus gesehen. Beispiele für ein solches Verhalten sind laut NIQ etwa, den Müll nicht zu trennen oder zu recyceln, Obst und Gemüse nicht Bio zu kaufen, Produkte mit einer schlechten Tierwohl-Klasse zu wählen oder für Reisen das Flugzeug zu nutzen. https://www.welt.de/wirtschaft/article255765390/Nachhaltigkeit-Ploetzlich-egal-Warum-vielen-Klimaschutz-nicht-mehr-wichtig-ist.html Das Dilemma der Essensmacher besteht darin, dass Investitionen in mehr Nachhaltigkeit, Tierwohl oder Umweltschutz vom Verbraucher nicht bezahlt werden. Diesen Spagat kann kein Unternehmen auf Dauer aushalten.

Landwirtschaft: Entwurf des Koalitionspapier CDU/SPD

Gestern, 26.03.2025 wurde der Entwurf des Koalitionspapiers AG 11 – Ländliche Räume, Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt öffentlich. Hier der Link zum vollständigen Text. Agrar Papier KV Arbeitsgruppe Zur Erläuterung: es gibt Text in Klammern. Diese sind noch nicht geeint. Rot sind sie dann geschrieben, wenn es Wunsch der SPD ist, blau sind die Wünsche der Union. Kurz vor Ende des Papiers sind die benötigten Beträge in Millionen Euro genannt. Hier einige Auszüge. „Wir bekennen uns zur landwirtschaftlichen Nutztierhaltung und setzen uns für verlässliche  Rahmenbedingungen und Planungssicherheit ein. Wir schaffen genehmigungsrechtliche Hürden  beim Stallbau ab, schaffen Bestandsschutz für neu- und umgebaute Tierwohlställe für mindestens 20 Jahre und ermöglichen im BauGB einen unkomplizierten Tierartenwechsel.“ Für diese Maßnahmen sind pro Jahr 1,5 Milliarden € vorgesehen. Dies entspricht in etwa dem Betrag, den den Borchert-Kommission gefordert hat. Bestandsschutz für 20 Jahre ist endlich mal eine konkrete Zahl. „Für uns sind konventionelle und ökologische Landwirtschaft gleichwertige Bewirtschaftungsformen. Der Ökolandbau ist ein wichtiges Element einer nachhaltigen und klimaschonenden Landwirtschaft und ein wichtiger Innovationsmotor. Mit einer Biostrategie werden wir den Ausbau des …

Sind das noch demokratische Mittel?

Es hat mich schon geschockt, als ich heute nachmittag gelesen habe, dass der Präsident des Bayrischen Bauernverbandes Günther Felßner nicht mehr für die Position als Bundesagrarminister zur Verfügung steht. Was war passiert? Laut diverser Pressemitteilungen hatten diverse Umwelt- und Tierschützer (Campact, Umweltinstitut München) Online-Petitionen gegen eine Ernennung Felßners zum Bundesagrarminister gestartet. Begründung: Felßner vertrete einseitig die Interessen der Agrarindustrie, er wolle Klimaschutzmaßnahmen abschaffen, sei ein Umweltsünder und leugne die Gefährdung der Artenvielfalt durch Pestizide. Beim Umweltfrevel handelte es sich um Sickerwasser aus einem Fahrsilo. Es wurde ein Strafbefehl wegen Gewässerverunreinigung ausgesprochen, den Felßner akzeptierte. Gestern besetzten 15 Personen von Animal Rebellion den Hof der Familie Felßner. Günther Felßner hielt sich in Berlin auf, als die Aktivisten auf das Dach des Rinderstalls kletterten und dort ein Transparent entrollten. Andere wiederum hielten Plakate hoch. Auch Bengalos sollen entzündet worden sein. https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100651696/guenther-felssner-csu-politiker-will-nicht-landwirtschaftsminister-werden.html Das ZDF schreibt gleich zu Anfang seiner Meldung, dass „die Grünen vor Felßner gewarnt hätten“. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/guenther-felssner-landwirtschaftsminister-verzicht-100.html Und weiter schreibt das ZDF: „So halten ihm seine Kritiker vor, dass er Pestizide für unbedenklich und Nutztiere entgegen wissenschaftlicher …