Alle Artikel in: Bauer Willi

Die Bürger-Greening-Prämie kommt

Die Greening-Prämie für Landwirte hat das Ziel die Biodiversität zu erhöhen. Doch einerseits stöhnen die Landwirte über die Bürokratie und andererseits sind die Effekte nicht eindeutig nachweisbar. Manche Politiker halten das Greening deshalb für gescheitert: https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Haeusling-und-Habeck-halten-Greening-fuer-gescheitert-2671683.html Dagegen steigt die Biodiversität in den Städten immer mehr an. Nun kommt überraschend aus Bayern ein unkonventioneller Vorschlag: Bayern möchte die Greening-Prämie auf die Bürger ausdehnen. Die Idee dazu entstand in der Koordinationsstelle der Ökomodell-Region Kempten-Oberallgäu (http://www.oberallgaeu.org/bauen_umwelt/extras/oekomodellregion_oberallgaeu-kempten/) Dort gibt es seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit der bayrischen CSU-Landkreise mit Bio- und Naturschutzverbänden um eine naturnahe und vor allem auch gentechnikfreie Landwirtschaft zu etablieren.  Generell finden wir es sehr bemerkenswert, wie ausgerechnet die konservative CSU in Bayern eine pragmatische, grüne Agrarpolitk betreibt. Da loben selbst grüne Politiker die bayrische Agrarpolitik. Der bayrische Landwirtschaftsminister Brunner war sofort von der Idee begeistert, weil (Zitat) „sie unsere Landwirte von unsinnigen Regeln entlastet und engagierte Bürger belohnt“. Deshalb unterschrieb Brunner letzte Woche ein Dekret, das eine Umschichtung von 3 Mio. € aus dem bayrischen Greening-Topf vorsieht. Die Prämie wurde vorerst auf € 1.000.- je …

40.000 Kommentare…

…sind seit dem 12. Januar 2015, dem Start von bauerwilli.com bis heute Nacht geschrieben worden. Das zeigt doch, dass das Interesse an einem Dialog zwischen Bauern und Bürger sehr hoch ist. Allen Kommentatoren dafür einen ganz herzlichen Dank! Für die Statistik-Freunde: Durchschnittlich 50 Kommentare hat jeder der 811 Artikel (1,1 Artikel pro Tag), die wir in dieser Zeit veröffentlicht haben, bekommen. Da waren echte „Renner“ dabei, wie z.B, der Brief an den Verbraucher, aber auch Themen, die nicht von größerem Interesse waren. Egal, wir freuen uns über jede Meinungsäußerung, sei sie nun zustimmend, kritisch oder ablehnend. Gerade über die kritischen Stimmen freuen wir uns besonders, denn dann kommt der Dialog erst so richtig in Gang. 🙂 Besonders erfreulich ist für uns jedoch, dass die überwiegende Zahl der Kommentare sachlich und konstruktiv sind. Wir haben in den nun über zwei Jahren eine handvoll Kommentatoren sperren müssen, weil sie sich trotz „Mahnung“ nicht an die Spielregeln gehalten haben. Ein wenig „Netz-Hygiene“ muss halt dann doch mal sein, besonders dann, wenn andere Kommentatoren persönlich beleidigt werden. Aber das ist …

28. Mai 2030

Wieder ein Gastbeitrag von Thies, der in die Zukunft geschaut hat. Man merkt schon, dass er wesentlich jünger ist als ich 🙂 . Ob die Zukunft wirklich so aussehen wird? Dann sitze ich vermutlich noch mehr vor dem Computer. Aber vielleicht habe ich 2030 ja auch schon „ins Gras gebissen“… (Was Thies nicht weiß: am 28. Mai habe ich Namenstag 🙂 ) Die Basisstation mit Solarzelle am Feldrand hat über Nacht den Akku aufgeladen. Der Roboter rollt langsam in das Feld hinein. Am Vortag hat die Boniturdrohne einige Stelle im Feld markiert: Einige Unkräuter, die verspätet gekeimt sind, Weizenpflanzen, die eine ungewöhnliche Blattfärbung zeigen, und ein großes Loch im Bestand. Die effizienteste Route, um die auffälligen Stellen im Feld zu finden, wurde bereits am Vortag berechnet. Zuerst kommt der Roboter bei den Unkräutern an. Analyse der Blattform, der Größe, der Blattfarbe und sofort steht die Art fest. Sollte dieses Unkraut aussamen, wird es im nächsten Jahr den Ertrag mindern. Die Pflanze wird mit einem Metallbolzen in den Boden gedrückt. Hätte es sich um ein Unkraut mit …

Die gute Botschaft!

Es gibt sie noch: Journalisten, die reflektieren und ihre Leser daran teilhaben lassen. Die sauber recherchieren, hinterfragen und nicht werten. Ein sehr lesenswerter Artikel für Bauern und Bürger. Vielen Dank an Jens Voss. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/nachdenken-ueber-die-landwirtschaft-aid-1.6720513

GREENPEACE – noch ein paar Fragen…

Ich habe mir das „Kursbuch Agrarwende“ aufmerksam durchgelesen und Zahlen gefunden, die ich nicht verstehe, weil staatliche Quellen zu anderen Ergebnissen kommen. Darauf bin ich in einem vorherigen Artikel eingegangen und da haben wir ja schon fleißig diskutiert. Ist doch schon mal ein guter Anfang. Jetzt  habe ich mal mit dem Fazit (Seiten 93 und 94) das „Kursbuch Agrarwende“ von hinten aufgerollt und auch dazu ein paar Fragen: Zitat: „Wie die Ernährungswende (Anmerkung: mindestens halber Fleischkonsum von heute!) und wie die Halbierung der Lebensmittelabfälle umgesetzt werden können, war nicht Gegenstand dieser Studie.“ Aber wäre das nicht die Voraussetzung für das Gesamtkonzept? Wir Bauern können alles, wenn der Konsument mitspielt. Und der muss ja erst noch für eure Ideen „begeistert“ werden. Habe übrigens das Buch „Food-Crash“ von Felix zu Löwenstein zweimal gelesen. Er kommt ja zu der gleichen Schlussfolgerung, dass wir alle unsere Ernährungsgewohnheiten umstellen müssten, bleibt aber (leider auch) die Antwort schuldig, wie das gehen soll. Aber ich treffe ihn demnächst und werde ihn fragen. Bei den Lebensmittelabfällen sind wir im Übrigen der gleichen Meinung und …

GREENPEACE – woher kommen die Zahlen?

Hallo Greenpeace, ihr habt ja am 5. Januar das „Kursbuch Agrarwende“ veröffentlicht.  Damit wir auf Augenhöhe miteinander reden können, müssen wir uns erst einmal über die Zahlen mit euch verständigen. Und da habe ich ein paar Fragen: Bei „Pestiziden“ (wir Bauern sagen „Pflanzenschutzmittel“) geht ihr von 8,8 kg pro Hektar aus. Tatsächlich sind es 2,5 kg/ha (oder auch 2,8 kg/ha je nach Quelle). Das ist nämlich die Wirkstoffmenge. Wenn man vom Kaffeeverbrauch redet, nimmt man ja auch die Kaffeebohnen in Tonnen und nicht die getrunkenen Liter aufgebrühten Kaffee. Die Zahl wäre natürlich viel größer. Die Stickstoffbilanz im neuesten Nitratbericht 2016 weist 55 kg/Hektar aus. Ihr kommt aber auf 95 kg/ha. Da ist doch ein „kleiner“ Unterschied den ich nicht verstehe. Wer hat denn nun recht? Ich glaube da eher dem Nitratbericht. Laut dem Nitratbericht 2016 liegen 72% unterhalb des Grenzwertes von 50 mg Nitrat, ist also in gutem Zustand. Ihr sagt, das 72% des Oberflächenwasser in schlechtem Zustand sind. Kann es sein, dass da ein Zahlendreher drin ist? Ich habe ja ohnehin so meine Zweifel an …

Der ganz normale Wahnsinn…

Ein Gastkommentar von Desiree, die (nicht nur) an der Kasse im Supermarkt arbeitet. Sie schildert uns ihre Erlebnisse mit der Moral der täglichen Kundschaft. Ganz schön krass… Mein Name ist Desiree Mink, 47 Jahre alt, in der Großstadt geboren und aufgewachsen und seit 20 Jahren dem Landleben verfallen. Ich bin schon immer im Verkauf. Gelernt habe ich in einer kleinen Bäckerei, einem Familienunternehmen, wo ich das Handwerk von der Pike auf kennenlernen durfte. Bis auf einen kleinen Ausflug in das Sicherheitsgewerbe war ich dem Einzelhandel immer treu und da Treue zu meinen Grundeigenschaften gehört, hatte ich bis jetzt auch wenige Arbeitgeber. Diese Arbeit macht mir auch immer noch großen Spaß. Jedoch – 30 Jahre Verkauf lassen einen zynisch und sarkastisch werden – manchmal. Seit fünfzehn Jahren nun sitze ich bei Rewe an der Kasse – und mache auch sonst so, was anfällt. Soll heißen, ich komme auch viel im Markt herum und bekomme so einiges mit. Arbeiten muss ich nach wie vor in einem Markt in der Großstadt – was aber nur gut für den geistigen Horizont …

Kraftvolle Mobilität…

Wenn es um individuelle Mobilität geht, ist es wie an der Einkaufstheke bei der Frage „Darf es auch etwas mehr sein?“ Jedenfalls steigt die PS-Zahl der Neuzulassungen jedes Jahr weiter an und hat in 2015 die stolze Zahl von 144 PS erreicht. Im Jahr 1995 waren es 95 PS. Den prozentualen Anstieg kann sich somit jeder leicht ausrechnen. (*Quelle: Statista.com) De Zahl der SUV und Geländewagen hat noch stärker zugenommen. Fast jeder fünfte PKW ist mittlerweile diesem Segment zuzuordnen. Und wer wissen will, wie viele Kilometer da so zusammenkommen, dem sei das Lesen des nachfolgenden Links (allerdings aus 2009) empfohlen. http://www.bild.de/auto/2009/umfrage-wieviel-kilometer-jeder-deutsche-pro-tag-faehrt-9480480.bild.html Ich finde die Daten deshalb interessant, weil wir ja gerne über Nachhaltigkeit diskutieren. Vielleicht packen wir uns da mal erst an der eigenen Nase, bevor wir es von anderen erwarten. Euer Bauer Willi   Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Neuzulassungen_von_Personenkraftwagen_in_Deutschland_nach_Segmenten_und_Modellreihen#SUVs https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249880/umfrage/ps-zahl-verkaufter-neuwagen-in-deutschland/

Die Landfrauen-Sicht…

Kürzlich habe ich auf einer Veranstaltung der Landfrauen im Hochsauerlandkreis ein kleines Heft mitbekommen, in dem die rheinischen und westfälischen Landfrauen ihre Kernanliegen an die Entscheidungsträger in der Politik formulieren. Hier der Link: http://www.wllv.de/fileadmin/dateien/aktuelles/Downloads/Wahlpruefsteine_2017_LandFrauenverbaende_NRW.pdf Eine kleine Auswahl von Kernanliegen, die mir persönlich besonders aufgefallen sind: zügig hochleistungsfähige Breitbandversorgung auf dem Land sicherstellen Land-Stadt-Partnerschaften entwickeln Bildungsqualität steigern: Schulfach „Lebens- und Alltagsökonomie“ Landwirtschaft und Ernährungssicherung im Schulunterricht umfassend bearbeiten Die Frauen-Lohnlücke zwischen Stadt und Land beheben Care-Arbeit (Betreuungs-, Beziehungs-, und Pflegearbeit) stärker monetär wertschätzen Die Leistungen der Frauen in der Agrarstatistik erfassen Der Satz: „Frauen dürfen nicht zum Notnagel für wegbrechende Infrastruktur auf dem Land werden“ hat mich besonders elektrisiert. Denn in der Tat führen weitere Wege zur Versorgung oder auch „Taxi“-Dienste für Kinder, Jugendliche und Senioren aufgrund fehlender Infrastruktur zu einer höheren Belastung, der meist die Frauen ausgesetzt sind. Das sollte nicht nur die Politik sondern auch wir Männer registrieren. Und nicht nur registrieren…. Euer Bauer Willi, der vor den Landfrauen den Hut zieht! (wenn er denn einen Hut hätte… 🙂  )  

Landwirtschaft mit Zukunft

Mehr durch Zufall bin ich auf das Video des Bundesumweltministeriums (Fehler: es ist das Umweltbundesamt) gestoßen, das am 18. Januar hochgeladen wurde. Es ist für Bauern und Bürger durchaus sehenswert und die Illustrationen sind leicht verständlich. Ich habe im nachfolgenden Text einige Zitate aus dem Video gebracht. Die erste Minute erläutert, wie Landwirtschaft und Ernährung in früheren Zeiten mehr oder weniger gut funktionierte. In der zweiten Minute wird erläutert, wie sich Ackerbau und Viehhaltung spezialisierte und sich in bestimmten Regionen ansiedelte. Der Futterbau wurde von der Viehhaltung entkoppelt. In der dritten Minute wird erläutert, wie die riesigen Mengen an Gülle, Jauche oder Mist von den Pflanzen nicht aufgenommen werden können und so unsere Flüsse, Seen und das Grundwasser verunreinigen. Es wird geschildert, wie große, homogene Felder und der Einsatz von Pflanzenschutzmittel die Artenvielfalt verringern. Intensive Bodenbearbeitung, schwere Maschinen und einseitige Fruchtfolgen reduzieren die Bodenfruchtbarkeit, fördern Bodenverdichtungen und führen zu Erosion. In der vierten Minute wird erklärt, dass die Landwirtschaft der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen ist, vor allem durch Methan aus der Rinderhaltung. Über das ursprüngliche Ziel der Nahrungsmittelversorgung …