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Verbinden statt trennen…

Sonntag Abend. Bin wieder zuhause angekommen. Jetzt muss ich erst mal durchschnaufen. Ich habe mir eben einige Reaktionen auf meinen Auftritt am Brandenburger Tor angesehen. Heute werde ich dazu aber nichts mehr sagen. Nur soviel: Ja, auf dieser Demo wurde einiges gesagt und auf Transparenten gezeigt, was mich erschreckt hat und was mir auch ein wenig Angst macht, weil die Töne zum Teil recht schrill, laut und auch unqualifiziert waren. Bei so vielen unterschiedlichen Gruppen kommt so was vor. Ich habe Ralf Pauelsen aus Orbroich wieder getroffen, der es genauso empfunden hat. Sein Kollege hat meine Worte mit meiner Kamera aufgenommen (dafür vielen Dank). Wir bringen das Video unten ohne Kommentar noch einmal. Wie man vielleicht hören kann, war es mucksmäuschenstill. Die Leute haben also zugehört. Vom Brandenburger Tor bin ich zur Heinrich -Böll-Stiftung gegangen, wo etwa 250 Demonstranten meinem Dialog mit einem Bio-Bauern  ebenso aufmerksam zugehört haben. Auch das schwierige Thema „Glyphosat“ kam zur Sprache und ich habe meine Erläuterungen dazu geben können. Und obwohl ich mich klar dazu bekannt habe und meinen Wunsch geäußert habe, dieses …

Ich habe es satt…

Ich bin heute um 13:30 Uhr am Brandenburger Tor. Ich bin aber nicht bei der Demo, sondern nur bei der Abschlusskundgebung von „Wir haben es satt“,  einem Bündnis von Agrarkritikern. Es gab im Vorfeld einige Aufregung, das ich dort hin gehe.  Ich will aber das Gespräch mit unseren Kritikern suchen. Wie die Reaktion ist, werden wir sehen. Ich  hab ja nichts zu verlieren. Nur zu gewinnen und wenn es an Erfahrung ist 🙂 Meine Stichworte für das Gespräch könnt ihr hier nachlesen: Woher kommt der Frust? Nicht so sehr von den Preisen, wie man vielleicht erwarten würde. Das auch, aber damit haben wir gelernt umzugehen. Was ich bei meinen Vorträgen (vor mittlerweile über 15.000 Bauern) immer wieder höre, kommt der meiste Frust durch die fast tägliche Kritik und die Forderungen, die an die Bauern gestellt werden. Es sind halt unheimlich viele, die die stellen. Das sind nicht nur Greenpeace, Foodwatch, BUND, NABU, WWF, die Kirchen. Noch bedeutender sind die Forderungen von Aldi, Lidl, Edeka und Rewe. Diese Kritik kommt immer schneller und immer lauter – und immer undifferenzierter und pauschaler. Und …

Auf der grünen Woche…

Gestern war ein anstrengender Tag auf der grünen Woche. Aber auch sehr ereignisreich. Ich traf allerlei Leute und führte viele Gespräche. Am Nachmittag stand ich dann auf der Bühne beim Erlebnisbauernhof und plauderte mit der netten Moderatorin. Anschließend gab es eine Lesung aus meinem Buch SAUEREI. Und ich signierte sogar einige Bücher. Am Abend ging es dann in die Saarländische Landesvertretung zu einer erquickenden Diskussion. Und heute Nachmittag bin ich ab 13:30 am Brandenburger Tor. Drückt mir bitte die Daumen, damit ich die richtigen Worte finde… 😉 Euer Bauer Willi      

Digitalisierung 4.0 – der selbstkontrollierende Agrarsheriff der Zukunft:

Diesen Text hat Mirjam im Jahre 2004 in einem Anfall von Zynismus geschrieben. Mir persönlich gefällt Punkt 10 am besten. Selbstkontrolle leicht gemacht das Head-Set zur Dauerkommunikation und ständigen Erreichbarkeit – es könnte ja grad ein EU-Kontrolleur unangekündigt den Hof mit seinem gechipten Auto befahren, sofort wird der Betriebsinhaber vom Hoftorscanner benachrichtigt. linke Hand: Smartphone mit GPS-Anschluss zur lückenlosen Dokumentation der Ackerwirtschaft kombiniert mit der Arbeitszeiterfassung, direkt in den AfL-PC und KTBL und der EU-Kontrolle der Förderungsabteilung. rechte Hand: der Iso-Scanner zur sofortigen Erkennung von Tierbewegungen, gekoppelt mit einem Ohrthermometer, wiederum vernetzt mit dem Bestandstierarztes und dem Schlachthof um den Hals: die Bestandsbuchkladde nach dem (Tam-)TamNog, leider noch schriftlich (der Stift dazu ist ergonomisch zwischen die Zähne geklemmt) linker Oberschenkel: das Small-Fax-Gerät für die sofortige Übermittlung der Bestandbucheinträge an das Gesundheitsmanagementkontrollsystems des Amtsveterinärs rechte Hosentasche: Der Geldbeutel mit (über das Smartphone) vernetzter EC-Karte, wo direkt die Bußgelder siehe Punkt 2, 3, 4 und 5 abgebucht werden linke Hosentasche: Kreditkarten für das Bezahlen von Rechtsanwälten, Baugenehmigungen, Immissionsschutzgutachten und Nachbaugebühren . Rücken: der Rucksack mit den wichtigsten Gesetzestexten …

Wir können alles…

…und wenn´s sein muss auch Hochdeutsch. Wir Bauern können sogar vieles gleichzeitig: Lebensmittel und Futtermittel und Energie und (Vertrags-)Naturschutz und… und…und.  Es muss aber auch bezahlt werden. Was ist euch das Wichtigste? Worauf wollt ihr verzichten? Bin heute unterwegs nach Berlin, werde also nicht viel mitdiskutieren können. Euer Bauer Willi

Gummistiefel statt Tastatur…

Nehmen wir einmal an, wir Bauern würden alle Forderungen der Gesellschaft, der NGO, der Kirchen, des LEH und was weiß ich sonst noch, erfüllen. Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Richtig viel Platz für die Tiere, alle mit Auslauf. Und Zweinutzungsrassen, die neben Fleisch auch noch Milch und Eier liefern. Wir würden auf mineralische Düngung verzichten und keine Pflanzenschutzmittel einsetzen. Unkraut kann man ja mechanisch oder von Hand entfernen. Befall mit Pilzen und Insekten muss man in Kauf nehmen, das hilft auch der Artenvielfalt. Die Fruchtfolge wird erweitert, neben Getreide, Raps, Rüben, Kartoffeln und Mais werden jetzt auch Leguminosen für den Stickstoff angebaut. Hört sich gut an. Und das geht auch. Allerdings nur, wenn zwei Dinge dazu kommen. Erstens muss ich für die so erzeugten Produkte mehr Geld bekommen, weil ich mehr Arbeit und weniger Ertrag habe, zweitens brauche ich Leute, die mir bei der Arbeit helfen. Alleine schaffe ich das nicht mehr. Zum höheren Preis: Nehmen wir einfach mal an, der Preis für alle Lebensmittel verdoppelt sich. Nehmt einfach mal euren letzten Einkaufszettel und multipliziert …

Das Geschäftsmodell und die bäuerliche Landwirtschaft

Tilman Ziegler setzt sich in seinem Blogbeitrag kritisch mit dem Geschäftsmodell der erfolgreichen Industrieländer auseinander. Dabei könne die bäuerliche Landwirtschaft nur verlieren, ist sein knallhartes Resumee. Aber vielleicht seht ihr das anders…? Jedenfalls passt so eine Diskussion sehr gut zur Grünen Woche in Berlin. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen  

Kein Schmerz oder kein…

Ein internationales Forscherteam hat sich mit dem weit verbreiteten Schmerzmittel Ibuprofen beschäftigt. Demnach steht der Wirkstoff im Verdacht, beim Mann Unfruchtbarkeit auszulösen. Veröffentlich wurde der Artikel in den „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America“ http://www.pnas.org/content/early/2018/01/03/1715035115.full https://kurier.at/wellness/fuehrt-ibuprofen-zu-unfruchtbarkeit-beim-mann/305.865.118 Ich erinnere mich da an einen Satz von Frau Hendricks: „Solange die gesundheitlichen Risiken nicht restlos geklärt sind sollte das Mittel nicht zugelassen werden. Es gilt das Vorsorgeprinzip.“  Es ging dabei um ein Pflanzenschutzmittel. https://www.bmub.bund.de/rede/statement-von-dr-barbara-hendricks-zur-wiederzulassung-von-glyphosat/ Gilt das Vorsorgeprinzip nur bei Pflanzenschutzmitteln? Muss der Gesetzgeber jetzt nicht auch handeln? Ibuprofen ist frei verkäuflich, ebenso wie andere Schmerzmittel auch. Wer glaubt, dass er jetzt auf Aspirin oder Paracetamol ausweichen kann, sollte folgenden Artikel lesen. Demnach ist Paracetamol bereits in geringer Überdosierung tödlich, aber auch bei normaler Einnahme drohen Leberschäden. https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/medikamente/risiko/tid-24809/toedliche-schmerzmittel-verbieten-aspirin-und-paracetamol-gefaehrden-leben_aid_703225.html+ Übrigens dürfen Landwirte Pflanzenschutzmittel nur dann anwenden, wenn sie über einen gültigen Sachkunde-Ausweis verfügen. Jede Anwendung ist zu dokumentieren und wird bei Kontrollen überprüft. Das ist bei den genannten Schmerzmitteln nicht der Fall. Eines ist klar: sowohl Pflanzenschutzmittel als auch Medikamente sind potentiell giftig. Bei …

Her mit euren Vorschlägen!

Ich bin von den Veranstaltern der Demonstration „Wir haben es satt“ gefragt worden, ob ich mir vorstellen kann, bei der Abschlusskundgebung am 20. Januar am Brandenburger Tor ein paar Worte zu sagen. Als konventioneller Landwirt und als jemand, der mit dieser Demo nicht sehr viel anfangen kann, weil ich persönlich diese eher als ein Bündnis der Agrarkritiker sehe. Und genau deshalb habe ich zugesagt. Um ins Gespräch zu kommen. Die Journalistin und Buchautorin Tanja Busse wird mir ein paar Fragen stellen. Insgesamt sind für meinen Auftritt sechs Minuten eingeplant, weil ja die verschiedenen Veranstalter ja auch noch reden. Bei der Vielzahl der teilnehmenden Organisationen sicher kein einfaches Unterfangen. Jetzt meine Bitte: Schickt mir in den Kommentaren eure Vorschläge, was ihr sagen würdet. Es ist klar, dass ich das nicht alles unterbringen kann, aber vielleicht ergeben sich ja Schwerpunkte. Im Anschluss an die Schlusskundgebung werde ich in der Heinrich-Böll-Stiftung (Schumann Str. 8) noch eine Podiumsdiskussion mit einem Bio-Bauern führen. Dieser Dialog wird von Benedikt Härlin moderiert. Solche Diskussionen habe ich  schon häufiger geführt und freue mich, dass wir auch hier in einen Dialog kommen. Wenn …

Lieber NABU, was stimmt denn nun???

Ich war am 10. Januar, auf der Seite des NABU und habe dort folgenden Text gefunden: Der Star ist „Vogel des Jahres 2018“     Der Star ist kein gewöhnlicher Allerweltsvogel, denn er hat herausragende Talente: Der Star kann andere Vögel und Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen. Zu hören sind dann sogar Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen. Zum Star unter den Vögeln wird er auch durch seine atemberaubenden Schwarmformationen, bei denen hunderttausende Individuen perfekt aufeinander abgestimmt durch die Lüfte gleiten. Der Star ist den Menschen vertraut und weit verbreitet. Doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, denn der Starenbestand nimmt ab. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung – insbesondere verursacht durch die industrielle Landwirtschaft. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/index.html Und dann sehe ich mir die Vogelzählung des NABU auf der gleichen Seite vom 10. Januar an und finde folgende Angaben: Laut der Statistik dieses Tages waren es 39% mehr als im Vorjahr. Aber auch über die letzten Jahre kann ich da keinen negativen Trend erkennen.  Was stimmt denn nun, lieber NABU? Bitte um Antwort. Und noch eine Frage:  was …