Jahr: 2019

Ohnmächtig!?

Es gibt wenige Momente in meinem Leben, wo es mir die Sprache verschlagen hat. Gestern, am 4.9.2019 (ausgerechnet an meinem 65. Geburtstag) war es so weit. Was Jochen Flasbarth und Onko Aeikens für ihre Ministerinnen ausgearbeitet haben, habe ich nicht für möglich gehalten. Doch gehen wir die Punkte im Einzelnen durch. Dass Glyphosat – entgegen jeder naturwissenschaftlicher Erkenntnis – Opfer des Deals zwischen BMU und BMEL werden würde, war so  zu erwarten. Die negativen Folgen des Verbotes für Artenschutz, Bodenleben, Nährstoff-Freisetzung, Dieselverbrauch, CO2-Bilanz  etc. habe ich oft genug beschrieben. Entweder es interessiert keinen oder es wird negiert. Gewässerrandstreifen ohne Anwendung von Pflanzenschutzmitteln bedeuten de facto, dass auf diesem Streifen kein Ackerbau mehr betrieben werden kann. Eine dauerhafte Begrünung (5 m) entzieht diesen Streifen der Nutzung und das entschädigungslos. Das nennt man Enteignung durch die Hintertür. Diese Streifen werden damit wertlos. Gleiches gilt für artenreiches Grünland, Streuobstwiesen und Trockenmauern, die jetzt zu Biotopen erklärt werden. Solche Flächen sind jetzt unverkäuflich. Das Verbot von Pflanzenschutzmitteln in FFH-Gebieten, Vogelschutzgebieten und anderen  Bereichen, die noch nicht näher aufgeführt sind, bedeutet …

Aktuell: Was BMEL und BMU heute vereinbart haben

Der 4.9. 2019 wird mir lange in Erinnerung bleiben. Aus zwei Gründen. Der eine ist ein erfreulicher, auch wenn das jetzt ein Alter ist, an dem es schon mal hier und da zwickt und zwackt. Aber das ist normal und damit kann man leben. Der andere Grund ist ein extrem unerfreulicher. Dafür muss man sich das Video ansehen und sich jedes Wort auf dem Munde zergehen lassen.  Unter dem Video ist noch ein Link, in der die Maßnahmen nachzulesen sind. Worüber nicht gesprochen wurde: Wie wir Bauern diese Einschränkungen finanziell auffangen können. Mit diesen Beschlüssen können wir nicht leben. Ich bin fassungslos, enttäuscht und frustriert. Auf die Details gehe ich ein, wenn ich mich wieder gefangen habe Euer Bauer Willi Nachtrag um 23:30 Uhr: Ich werde morgen versuchen, die wichtigsten Punkte mit ihren Folgen aufzuarbeiten. Für mich ist klar, dass ich diese Beschlüsse nicht widerspruchlos hinnehmen werde.   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter …

Grüne Wissenschaften und die Medien (Video)

Wissenschaftler sind nicht immer begnadete Rhetoriker. Wie auch, denn Kommunikation kommt in ihrer Ausbildung kaum vor. Diesem Tatbestand will die Humboldt-Universität in Zusammenarbeit mit der Hochschule Neubrandenburg  abhelfen. Deshalb haben sie für junge Wissenschaftler aus allen deutschen Universitäten zu einer einwöchigen SummerSchool in Berlin eingeladen. Mit Vorträgen, Besuchen bei Vertretern von Medien und Politik, praktischen Übungen (Dietrich Holler, Vox viridis) und vielem mehr sollen die Voraussetzungen für eine aktivere Kommunikation der Agrarwissenschaften mit der Gesellschaft geschaffen werden. Ein Beispiel, das „Schule“ machen sollte. Hier erklärt mir Prof. Langosch die Zielsetzung, den Teilnehmerkreis und die Referenten. An der Kameraführung muss ich noch arbeiten, aber es war halt eine spontane Idee… Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren  

Un-Statistik des Monats August 2019

Der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Bochumer Ökonom Thomas Bauer und der Dortmunder Statistiker Walter Krämer haben im Jahr 2012 die Aktion „Unstatistik des Monats“ ins Leben gerufen. Sie hinterfragen jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Die Aktion will so dazu beitragen, mit Daten und Fakten vernünftig umzugehen, in Zahlen gefasste Abbilder der Wirklichkeit korrekt zu interpretieren und eine immer komplexere Welt und Umwelt sinnvoller zu beschreiben. Jetzt hat es auch der Nitrat-Meßstellenvergleich in diese Hitliste der unsinnigen Statistiken geschafft. http://en.rwi-essen.de/unstatistik/94/ Ich hatte darüber – mit Unterstützung von Georg Keckl – darüber berichtet. Darüber sind wir beide schon ein wenig stolz. Zeigt es doch, dass es noch seriöse Wissenschaftler gibt. Übrigens haben rp-online und der Hessische Rundfunk inzwischen eine Richtigstellung gebracht. In eigener Sache: Ich war am Sonntag und Montag zu einem Termin in Berlin und deshalb hat es mit dem Freischalten etwas gedauert. Nitrat: wer einmal lügt…    

Wohin mit Bio-Getreide und Bio-Schweinen?

Es ist kaum bekannt und wird auch nicht thematisiert: Der Absatz von Bio-Getreide wird immer mehr zu einem Problem. https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/wirtschaft/2019/08/interview-lbv-praesident-wendorff-schlechter-absatz-bio-getreide.html Doch was für Getreide gilt, bahnt sich auch im Markt für Bio-Schweinefleisch an. https://www.br.de/nachrichten/bayern/zu-geringe-nachfrage-nach-bio-schweinefleisch,RPzUATs Übrigens sind die Verhältnisse auch im Nachbarland Österreich nicht anders.  Ein Blick auf die Lagerbestände bei Getreide (Seite 6 oben) belegt das. Bisher hatte man viel nach Deutschland und die Schweiz exportiert. https://www.ama.at/getattachment/c963c669-370b-4e2a-8588-213975623c68/MB_07_2019.pdf Hier der Bericht eines Bio-Bauern aus der Schweiz: https://www.landfreund.ch/betriebsleitung/riegel-schieben-bei-bio-11805618.html Es sieht so aus, dass die „Goldenen Zeiten“ für Bio-Bauern erst einmal vorbei sind. Wenn es sie denn jemals gab… Bauern, die an eine Umstellung denken, sollten sich zumindest vorher sehr gut mit der Vermarktung beschäftigen. Produzieren ist einfacher. Euer Bauer Willi  

Wieder ein Lotterie-Spiel (Video)

Die Raps-Aussaat wird auch 2019 wieder zum Lotteriespiel. Wie in 2018, da haben wir allerdings gewonnen, weil es kurz nach der Saat ausreichend geregnet hat. In diesem Jahr ist es noch trockener, aber weil für den Anfang der nächsten Woche Regen angesagt ist (wie so oft, aber bisher ist er immer vorbeigezogen) haben wir uns entschlossen, den Raps jetzt zu säen. Ob das richtig oder falsch war, wissen wir in drei Wochen. Wenn es bis dahin nicht geregnet hat, allerdings auch dann noch nicht. Wie war das noch mal mit der Hoffnung? Landwirtschaft findet unter freiem Himmel statt… Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren    

Vom Umgang mit der Wahrheit…

Die Rheinische Post hat ja vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass es in Deutschland derzeit keine Hinweise auf steigende Nitratwerte im Grundwasser gibt. Sie korrigierte damit ihre eigene Berichterstattung vom 8. August, in der mit Verweis auf eine kleine Anfrage der Grünen bei der Bundesregierung unterstellt worden war, die Messwerte seien zwischen 2013 und 2017 um fast 40 Milligramm pro Liter gestiegen. Oliver Krischer hatte das lauthals in den Abendnachrichten verkündet. Jetzt könnte man die Sache mit der Korrektur der RP (und des Hessischen Rundfunk) natürlich auf sich bewenden lassen. Wenn, ja wenn… Gerade bei Landwirtschaftsthemen haben Trickserei und Schummelei der Grünen System. In schöner Regelmäßigkeit tauchen in den Medien Zahlen, Daten und Behauptungen auf, die sich bei näherer Betrachtung als schlichtweg falsch, stark verzerrt oder als völlig unrealistisch herausstellen. So hatte Katrin Göring-Eckhardt behauptet, „das der somalische Hühnerbauer zu uns kommt, weil wir mit unseren Exporten deren Märkte kaputtmachen. Nachdem sich herausstellte, dass Deutschland von 2010 bis 2015 überhaupt keine Hühner und auch keine Teile davon nach Somalia exportiert hat, änderte sie ihre Aussage. …

Mehr erneuerbare Energie…

Alle reden von der Energiewende und vom Klimawandel. Ich will jetzt nicht bewerten, was davon menschengemacht ist und was nicht. Ich habe mir lediglich die Zahlen besorgt (BMWI) und mal grafisch dargestellt, wie es mit dem Primär-Energieverbrauch in Deutschland so aussieht. In verschiedenen Rot-Tönen habe ich alle fossilen Energieträger markiert. Wie man unschwer erkennen kann, machen die heute (2017)  rund 80% aus. 6% stammen aus Kernenergie. 13% stammen aus erneuerbaren Energiequellen. Der Rest ist Kleinkram. Im Vergleich zu 1990 wird deutlich, dass bis 1999 nicht viel passiert ist. Erst ab dann wurde mehr in erneuerbare Energie investiert, aber die Schritte sind klein. Ich kann mehr davon liefern, wenn das gewünscht ist. Jetzt wird die Forderung aufgestellt, bis 2030 aus der Braunkohle auszusteigen. Bei der Annahme, dass der Energieverbrauch dann dem von 2017 entspricht, müssten rund 1.500 PJ ersetzt werden. Und was für die Braunkohle gilt, muss ja eigentlich auch für Steinkohle gelten. Macht nochmals rund 1.500 PJ, die ersetzt werden müssten. Die Kernenergie ist bis 2030 abgeschaltet. Macht weitere 833 PJ. Macht in der Summe …

Schnellkurs in Landwirtschaft (Video)

Dieses Video hat mir Christian geschickt. Ein Einblick in ein Jahr Landwirtschaft. Meine Meinung: Es sollte in keinem Schulunterricht fehlen! Danke an Christian für die viele Arbeit, die dieses Video sicher gemacht hat. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren    

Sprachlos…

…macht mich dieser Film für Kinder vom SWR Zitat: „Der Film ist gedacht für die Klassenstufen 3 und 4, d. h. für Kinder im Alter zwischen 8 und 11 Jahren.“ https://www.swr.de/unternehmen/medienkompetenz/Ideen-fuer-die-Schule-Rikki-und-die-Kinderreporter,rikki-100.html?fbclid=IwAR0by6qOCGCLin_LrIzlSkFTr1rrgUbfYDhP-_jRRUtUfKbAuvguv2B55dk   Bildquelle: SWR