Jahr: 2018

Recht-Sprechung

Nein, ich bin kein Jurist. Ich habe die Kommentare zum Freispruch der Tierschützer gelesen und nicht nur mir sind da einige Gedanken durch den Kopf gegangen, weil sich an diesem Thema sehr gut festmachen lässt, das dabei auf verschiedenen Ebenen gedacht und argumentiert wird. Da ist der Jurist, der streng nach Vorschrift überprüft, ab es eine Schuld, ein Vergehen gibt, das es zu ahnden gilt. Im Falle der Tierschützer hat das Oberlandesgericht dies in zweiter Instanz abgelehnt und den Einstieg in den Stall nicht als Einbruch gewertet und die Tierschützer freigesprochen. Der Richter hat sachlich erläutert, wie er zu dieser Entscheidung gekommen ist. Er ist der Jurist. Auf der anderen Seite sind die Landwirte, die diese Entscheidung für untragbar halten. Es macht sich ein Gefühl von Hilflosigkeit, ja auch von Zorn breit. „Sind wir denn jetzt auf unseren Höfen vor nichts mehr sicher, fällt uns jetzt auch noch der Staat in den Rücken, was sind Gesetze heute noch wert? Fallen wir nicht zurück in die längst vergangenen Zeiten der Selbstjustiz?“ Hilflosigkeit, Zorn und Wut sind …

Hilfreicher Frost

Im Video, aufgenommen am 18. Februar, sieht man unseren Weizen. Gesät wurde der in Mulchsaat nach Kartoffeln und nach Zuckerrüben. Weil die Erntereste (Kartoffelkraut, Rübenblatt) auf dem Acker verblieben sind, sieht es zwar etwas „unordentlich“ aus, aber für die Bodenlebewesen ist das besser, als wenn wir die durch Pflügen vergraben hätten. Die Regenwürmer werden die Erntereste im Verlauf des Jahres in den Boden ziehen und zu Humus umarbeiten. Die Nachtfröste führen zu einer guten „Frostgare“. Die kommt dadurch zustande, dass der Frost das Wasser im Boden gefrieren lässt und durch die Ausdehnung die Erdpartikel quasi „sprengt“. Wenn vom Weizen jetzt ein paar Blätter abfrieren ist das nicht schlimm. Im Gegenteil: eventueller Pilzbefall aus dem Herbst wird so auch reduziert. Solange der Vegetationskegel keinen Frost abbekommt, werden sich die Pflanzen im Frühjahr schnell wieder erholen. Nachtrag vom 24.2.: Mittlerweile wird mir schon etwas ängstlich ums Herz. Die niedrigen Nachttemperaturen und der strahlende Sonnenschein tagsüber trocknen die Pflanzen jetzt aus, weil sie aufgrund des Frostes kein Wasser nachziehen können. Hoffen wir, dass es gut geht. Aber das …

Die Pestizid-Lüge (Buchbesprechung)

Ich habe von einer guten Freundin unserer Familie das Buch mit obigem Titel (erschienen 2018 im Oekom-Verlag)  zugeschickt bekommen mit der Bitte, meine Meinung dazu zu sagen. Hier meine Antwort: Liebe C. Vielen Dank für das Lügen-Buch, das Du mir geschickt hast. Und da fängt es schon an: Immer wenn ich so was im Titel lese (gibt ja auch Bücher mit Fleisch-Lüge, Zucker-Lüge usw.) reagiere ich generell kritisch. Der Verfasser Andre Leu war Präsident der ökologischen Landbaubewegung.  Renate Künast und Vandana Shiva (ich kenne beide persönlich), beide vehemente Agrar-Kritikerinnen, haben ein Vorwort geschrieben. Von daher ist das Buch schon mal sehr neutral (Vorsicht: Ironie) Was steht drin: Chemikalien sind gefährlich. Keine wirklich neue Erkenntnis. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Gefahr (Haie sind gefährlich) und Risiko (in der Nordsee kann man bedenkenlos baden, obwohl es dort Haie gibt). Da Pestizide (im Buch auch Agrargifte genannt) Chemikalien sind, sind sie auch gefährlich. Nicht aber Pestizide, die im Bio-Anbau verwendet werden, die sind ungefährlich. (Kupfer ist ein Schwermetall, also ungiftig??) Pyrethrum (Bio) ist ungiftig, nicht aber, wenn es synthetisch hergestellt …

Freispruch

Gestern hat das Oberlandesgericht in 2. Instanz den Freispruch von drei Tierschützern bestätigt, die 2013 in einen Stall einbrochen waren. Bemerkenswert ist die Begründung des Richters und die Reaktion der politischen Parteien. http://www.radio912.de/infos/aus-aller-welt/brennpunkte/art205,1562444

Ein wunderschöner Morgen…

Bin heute morgen mal wieder zu den Schafen gefahren. Ein friedliches Bild, ich könnte stundenlang daneben stehen und ihnen zusehen. Die denken nicht an Politik, sehen keine Nachrichten, haben keine Uhr und müssen nirgendwo hin. Und die ersten Vögel singen auch schon. Einfach herrlich. Ich habe wirklich einen schönen Beruf… Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Die andere Meinung: Agrarwende und EU-Außenschutz

Wir haben in den letzten Tagen einige Beiträge erhalten, in denen Leser unseres Blogs ihre persönliche Meinung zu Dingen rund um Landwirtschaft und Gesellschaft äußern. Diese Beiträge wollen wir in loser Reihenfolge unter der Rubrik „Die andere Meinung“ veröffentlichen. Und wie heißt es so schön im Presse-Deutsch: „Der Text gibt nicht immer die Meinung der Redaktion wieder“. Er soll aber zur Diskussion anregen. Diesmal hat Eckehard Niemann uns seine Meinung zur Agrarwende, einen EU-Aussenschutz und Drittlandsimporte mitgeteilt. Wie ist eure Meinung?   In Deutschland und in der EU stehen in den nächsten Jahren gravierende Veränderungen der Landwirtschaft an: im Umwelt-, Natur- und Tierschutz – und unbedingt gleichzeitig Maßnahmen zur Sicherung bäuerlich-mittelständischer Agrarstrukturen, Maßnahmen zum Abbau von Überschuss-Erzeugung und Maßnahmen für politisch abgesicherte faire Erzeugerpreise und Einkommen. Hauptinstrumente zur Umsetzung sind (neben anderen): – Mengenregulierungs-Programme (mit Anreiz-Prämien und politischer Absicherung) zur rechtzeitigen Verhinderung von Überschuss-Produktions-Krisen (zumindest teilweise schon einmal umgesetzt durch – halbherzige und zu späte – EU-Programme zur Beendigung der Milchüberschuss-Krise), – EU-weite ordnungsrechtliche (gesetzliche) Tierschutz-, Natur- und Umwelt- Maßnahmen zur Erzeugung von Klasse statt Masse …

Gras legalisieren…

… das ist zumindest der Vorschlag von Grünen, Linken und FDP. Gemeint ist mit „Gras“ aber Cannabis. Am 22. Februar soll es dazu eine Debatte im Bundestag geben. http://www.dw.com/de/linke-und-liberale-oppositionsparteien-f%C3%BCr-cannabis-freigabe/a-42281039 Gut für die Fruchtfolge Zur Auflockerung unserer Fruchtfolge ein interessanter Ansatz. Allerdings könnte der Anbau einer strengen Kontrolle unterliegen und auch von einer Quote ist die Rede. Das macht es natürlich wieder schwieriger. Heimisches Cannabis aus regionalem Anbau wäre aber doch sicher wünschenswert. Oder wie seht ihr das? (wir haben ja sonst keine Probleme) Euer Bauer Willi    

go on -Tierärzte diskutieren Lösungen

Der erste Beitrag der neuen Videoserie „go on – Tierärzte diskutieren Lösungen“ ist fertig und kann auf YouTube angesehen werden: Gleich zu Beginn geht es ein um ein sehr umstrittenes Thema: Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum 1. Januar 2019. Wie hier schon berichtet, war ich im Januar in Berlin zu Gast bei den Initiatorinnen der Diskussionsreihe, den Tierärztinnen und Mediendienstleisterinnen Ines George und Ulrike Oslage. Mein Debattenpartner war Professor Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). Viele Landwirte sehen die Notwendigkeit der Gesetzesänderung zur Ferkelkastration nicht ein, zumal noch lange nicht klar ist, wie die Bestimmungen praktisch umgesetzt werden sollen. Wird eine Lokalanästhesie auch möglich sein? Wer trägt die Kosten für eine Immuno-Kastration? Was würde der Umstieg auf Ebermast bedeuten? Professor Blaha plädiert eindeutig für die Immuno-Kastration und meint, dass die Kosten dafür relativ problemlos auf die Verbraucher umgelegt werden können. Schaut selber rein und hört zu! Weitere Themen, über die ich mit Professor Blaha diskutiert habe, waren das Verhältnis von Bauern und Tierärzten, die Agrarwende und eine nationale Nutztierstrategie. Die Videos …

Glyphosat…?

Wir hatten hier im Rheinland bisher einen relativ milden Winter. Und damit das Problem, dass unsere Zwischenfrucht bisher nicht abgefroren ist. Wir wollen aber möglichst in den nächsten 4 Wochen Rüben säen und dafür muss die Zwischenfrucht irgendwie weg. Jetzt könnte man die mit Glyphosat abspritzen. Wir haben aber eine andere Lösung gewählt… Schaut mal… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Dialog Kirche und Landwirtschaft

Ein Kommentator unserer Seite hat uns auf diesen Termin am 22.2.2018 in Altenkirchen (Westerwald) aufmerksam gemacht. Leider kann ich da nicht hin, weil ich im A2-Forum in Rheda-Wiedenbrück abends einen Vortrag halte. Der Dialog zwischen Kirche und Landwirtschaft ist wichtig. Wer teilnehmen möchte, hier die Ankündigung. http://www.lja.de/wp-content/uploads/Kirche_trifft_Landwirtschaft.pdf P.S.: In der Kirche waren meine Frau und ich im Urlaub im Villnöß-Tal in Südtirol.Wunderbar dort. Grüße an Hans und Maria! Euer Bauer Willi