Bauer Willi
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Unwetter – Bilder rund um den Hof

Aus gegebenem Anlass und weil sich einige bei mir erkundigt haben, hier ein kurzer Bericht vom 14.7.2021, einem Tag, den wir so schnell nicht vergessen werden. Zuerst die Zahlen: Am 10. Juli hatten wir 15 mm im Regenmesser, am 12.7. dann 23 mm, am 13.7. nochmal 17 mm. Damit war der Boden gesättigt.

Am 14.7.,  nachdem ich die 17 mm vom Vortag ausgeschüttet hatte, kamen über den Tag verteilt bis 18 Uhr wieder 25 mm. Eigentlich hatten wir nicht mehr mit viel Regen gerechnet aber kurz nach 18 Uhr öffneten sich die Schleusen des Himmels und innerhalb von 3,5 Stunden fielen 46 mm. (17 + 25 + 46 = 88)  Dabei waren starke Sturmböen, so dass ich vom Fenster aus zusehen konnte, wie sich der Weizen unter dem Druck der Wassermassen immer mehr zur Erde neigte.

Es tut weh, das mit anzusehen. Es ist schließlich die Arbeit eines Jahres, die da im Dreck liegt. (ok: von Oktober bis August…)

Doch nicht nur der Weizen liegt flach, auch der Raps sieht ziemlich zerzaust aus. Das wird eine schwierige Ernte und die Verluste werden deutlich stärker sein als normal.  Und bevor jemand fragt: nein, wir sind nicht versichert. Eine solche Versicherung ist extrem teuer.

Neben unserem Hof ist ein Bachlauf (Gillbach) der normalerweise etwa 3 m breit ist. Gestern abend ist er über die Ufer getreten. Das Titelbild über diesem Artikel wurde hundert Meter von unserem Hof entfernt aufgenommen.  Wir hatten großes Glück, denn der Erftverband, der das Gewässer betreut, hat die Möglichkeit, die Wassermenge zu regulieren und hat so einiges an Wasser in einem Rückhaltebecken zurückgehalten. Siehe Bild unten. Normalerweise sieht man links an der Baumreihe den Bach kaum. Der hier entstandene See ist etwa 3 m tief und ein Hektar großund wird jetzt dosiert abgelassen, was wohl einige Tage dauern wird.

Auf diesem Bild sieht man den Bachlauf auf Höhe unseres Hofes. Wie man sieht, eine äußerst knappe Sache…

Was es für uns spannend machte: Unser Hof liegt 1,5 Meter unter dem Niveau des Baches. Dazwischen ist ein kleiner Damm. Wenn es da drüber gegangen wäre, hätte der gesamte Hof anderthalb Meter unter Wasser gestanden.

Drei kölsche Gesetze fallen mir dazu ein:

  • et es wie et es (es ist wie es ist, siehe den Tatsachen ins Auge)
  • et kütt wie et kütt (es kommt wie es kommt, hab keine Angst vor der Zukunft)
  • et hät noch immer jot jejange (es ist noch immer gut gegangen, lerne aus der Vergangenheit)

Und ich sage: Hauptsache gesund

Euer Bauer Willi

Nachtrag: Habe gestern Abend ein Bild von meinem Freund Daniel aus Brasilien geschickt bekommen. 70% seines Maises, der in der Blüte steht, ist von einem Frost irreversibel geschädigt.

Ernährungssicherung ist nicht ganz so einfach. Und Blühstreifen kann man nicht essen.

 

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40 Kommentare

  1. Karl Timme sagt

    Dieses Unwetter wurde ausgelöst von den Klimarettern unter Zuhilfenahme der NGO’s und einiger Medien um die Grüne Kanzlerin vor dem Untergang zu bewahren. Statt Hilfe zu leisten und Anteilnahme zu zeigen, kommen nur Vorwürfe und Wahlslogen.
    Achtung fake News!

  2. Wilfried Dannheim sagt

    Nach einer großen Hitzewelle im Juli waren die Böden extrem ausgetrocknet, so dass sie die enormen Wassermassen, die vom 19. – 22. Juli (ca. 175 mm) vom Himmel gekommen sind, nicht mehr aufnehme konnten. Das Regengebiet zog vom Südwesten in Nordwestliche Richtung. Hauptsächlich war das Rhein – Maingebiet betroffen, aber auch alle anderen Flüsse Deutschlands von der Elbe bis zur Donau.
    In Frankfurt /Main wurde ein Pegelstand von 7,85 Meter gemessen, alle Brücken von Prag bis Passau wurden fortgerissen.
    In der Donauregion wurden ca. 6000 Tote beklagt. Viele Flüsse zeigten den höchsten jemeils registrierten Wasserstand.
    Dieses Hochwasser gilt bis heute als das schlimmste Hochwasser des 2. Jahrtausends im mitteleuropäischen Binnenland.
    Ich schreibe von der berühmt berüchtigten Magdalenen Flut vom 22. Juli 1342 eben am St. Magdalenen Tag.
    Ich möchte auf gar keinen Fall den Eindruck erwecken, die jetzige Katastrophe mit so vielen Toten, Verletzten, materiellen und immateriellen Schaden in irgendeiner Weise zu relativieren.
    Das wäre schädlich, und dies liegt mir fern.
    Aber es hat immer Katastrophen gegeben, und es wird immer Katastrophen geben.
    Wir Menschen müssen uns aber auch unserer Ohnmacht bewusst sein. Und nicht aus diesem Drama noch versuchen, seine Interessen und politisches Kalkül in den Vordergrund zu rücken.
    Heute kommen noch die Eingriffe des Menschen hinzu, wie die enorme Versiegelung von 60 – 80 ha/Tag, je nachdem welchen Zahlen man glauben schenken kann. Dazu die Flußbegradigungen und Besiedelung von ehemaligen Flußauen.

    • Inga sagt

      Obwohl schon viele Flüsse renaturiert wurden.
      Es soll ja auch an dem Jetstream liegen.
      Dann kommt es öfter, auch die Dürren.
      Vor Feuer kan man weglaufen, vor Wasser nicht!

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Man solle nicht glauben, dass eine Renaturierung das Problem lösen kann. Das Wasser ist immer noch da, da helfen ein paar Ausbuchtungen und ein paar Sandbänke auch nicht.
        Die Flüsse wurden ausgebaut, um die Anwohner vor den jährlichen Hochwasser zu schützen, ob man noch genau so Ausbauen würde ist fraglich.

        Kannst mal nachlesen:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Acher-Rench-Korrektion

  3. Ostbauer sagt

    Schön, dass ihr noch recht glimpflich davon gekommen seid.
    Die Bilder und Nachrichten aus den besonders stark betroffenen Regionen sind erschütternd.
    Wir haben am 30. 06. und 1.07. 175mm Regen in 16 Stunden bekommen; aber die Schäden sind im Vergleich Pillepalle. Da komm ich mir schon richtig schäbig vor, wenn ich mal wieder über den abgesoffenen Drescher fluche.

    • Lady sagt

      Abgesoffen?
      Hier in MV haben Anfang der Woche an verschiedenen Orten mit leichtem Boden zunächst die Mähdrescher und dann die Gerste gebrannt. Da waren schnell 10 ha Wintergerste “weg”.
      Aber auch das ist im Vergleich zu den schlimmen Schicksalen in NRW und RLP völlig nebensächlich. Es zeigt aber, wie unterschiedlich auch in diesem Jahr das Wetter ist und wie überflüssig da irgendwelche Parolen zur Anpassungsfähigkeit sind.

      Willi, Hauptsache ihr seid alle wohlauf. Das ist wirklich das Wichtigste. Hast du schon mal etwas Ähnliches erlebt?

  4. Der brandenburgbauer sagt

    Es geht jetzt in diesen Tagen und Stunden nicht um Vorwürfe und Schuldzuweisungen, wie teils heute im Mittagsmagazin , durch Frau Schulze und dem Bund.
    Es geht um Solidarität und schnelle Hilfe für die betroffenen Regionen.
    Jetzt sollten die ganzen Fanatiker von friday for Futura Demos und Ende Gelände mal Haltung zeigen und den Menschen in den Notstandsgebieten ihre Unterstützung bei der Schadensbeseitigung anbieten.

    • Paulus sagt

      @Brandenburgbauer, in welcher Welt lebst du? Lass das mal um Himmels Willen die Rettungs- oder Einsatzkräfte machen. Ich versuche mir gerade mal vorzustellen was Frau Bommelmütze Luisa Neubauer (FfF) oder wie die gute Frau heißt, in einem Krisengebiet tun sollte, außer dummes Zeug zu reden und im Wege zu stehen.
      Ich habe heute eine Pressemeldung gelesen, demnach hat unser NRW-MP Herr Laschet, im Rahmen der Katastrophen-Berichterstattung eine Journalistin des WDR als “junge Frau” bezeichnet. Der shitstorm folgte auf dem Fuß und es wurde sogar zum Politikum. Ich weiß zwar nicht was daran unanständig ist aber das scheinen die wahren Probleme zu sein.
      Und dann kam selbstredend noch ein NRW-Vorsitzender des BUND zu Wort. Und wie konnte es auch anders sein: Kraftwerke abschalten, keine Autos mehr und weniger Fleisch essen.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Paulus in einem Hallenbad traf ich immer 5 Frauen,
        einmal habe ich sie mit “Was isch ihr Mädels” wurde dass aufgeklärt, dass sie Ehefrauen wären.
        Das nächste mal: ” was isch ihr aldi Wieber”

        Das war wiederum auch nicht recht.🤣

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Paulus,
        um aus dem Keller den Schlammraus zu holen, braucht man keine Zugführerausbildung bei der Feuerwehr, oder dem THW.

  5. Baier Gerhard sagt

    Nun ja, hier bei uns gab es auch regional ein historisches Hochwasser, das war am 9.7. Die Aisch, ein kleines regionales Flüsschen sonst ein paar Meter breit und 1 Meter tief, hat die höschten Wasserstände seit Aufzeichung gehabt. Der “Vorteil” hier gegen über z.B der Ahr in der Eifel, wenn man das überhaupt Vorteil nennen kann, ist das die Aisch durch weite Täler fließt und viel Platz hat. An machen Stellen war sie breiter als die Donau. Dadurch ist auch die Strömung deutlich langsamer. Die Häuser laufen “nur” voll und werden nicht weg gerissen. Ist für die betroffenen aber auch schon schlimm genug.

    Allerdings kann man auch so manche Sünde bestaunen. Wer neben Flüssen und Bächen baut, der hat halt die selben hin und wieder mal zu Gast. Etliche Kommunen und auch “liebe” Mitbürger planen Baugebiete oder Häuser, wo sie schlicht nichts zu suchen haben.

    Zurück zum Hochwasser.
    Die Aisch überschwemmt dann halt große Landwirtschaftliche Flächen. Der Aufwuchs ist in der Regel nicht mehr zu gebrauchen, ist halt viel Dreck drin wie Äste, Müll und sonstiger Unrat. Dürfte aber jeder kennen der an einem Gewässer wohnt.

    Bei uns sind am dem Tag 80 Liter in 18 Stunden gefallen. Im Umkreis von 10 Kilometern wurden Mengen von 60 bis 130 Liter gemessen. Im Juni hatten wir 125 Liter und im Juli bis jetzt 150 Liter. Normal wäre etwa die Hälfte.

    An machen Stellen hat man schon das Dreschen versucht, ist aber unter gegangen. Ich denke man wird zum Dreschen dieses Jahr gleich eine Bagger zum Freilegen dazu bestellen müssen. Aber hatten wir alles schon.
    Ins Lager gegangenes Getreide ist hier viel zu sehen, vor allem da wo der Wachstumsregler wieder Teuerer war wie der Dünger. Aber am schlimmsten hat es die Flächen des Biolandbaues erwischt. 2 Meter langer Roggen in Verbindung mit Beikräutern und dem Wetter. Das geht halt schief.
    Die Ernte ist diese Jahr wieder mal ein Herausforderung.
    Im diesem Sinne alles Gute an alle.

    Gerhard

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wir hatten im Mai 175 Liter, im Juni 184 und diesen Monat 168 Liter.

      Viele Rechnen bei den Kirschen mit Totalschaden, Zwetschgen sind meistens dem Frost zum Opfergefallen und die BIOwinzer bangen um die Ernte.

  6. Ferkelhebamme sagt

    Greenpeace missbraucht das Unglück direkt für eigene Zwecke und droht: „Das ist erst der Anfang!“
    Die Bauern, die alle selbst zu kämpfen haben, organisieren dagegen pragmatisch Hilfe: Forum.LsV.de

    Auch wir sind zutiefst dankbar, dass uns nur die äußersten Ausläufer erwischt haben.

    • kritischer_Leser sagt

      Das ist keine Drohung, sondern eine auf Tatsachen beruhende Warnung!
      Eigentlich wäre es Aufgabe der berufsständischen Vertretung der Landwirtschaft solche Warnungen auszusprechen und die Landwirtinnen und Landwirte aktiv dabei zu unterstützen den Veränderten Bedingungen zu begegnen bzw. die Veränderung einzudämmen.

  7. Markus sagt

    Bei uns in Oberbayern haben wir nun das dritte Jahr infolge mit Extremereignissen zu kämpfen, nach Komplettausfall durch Hagel und erheblichen Schäden an den Gebäuden 2019 (bis dahin bin ich immer davon ausgegangen dass Hagel in Streifen von einigen Hundert Metern Auftritt und nie unsere kompletten Flächen trifft) hatten wir im Frühjahr 2020 einen Sturmschaden an der Halle wo es das komplette Dach auf 30m Länge einfach umgelegt hat.
    Und damit aller guten Dinge drei sind dann dieses Jahr wieder Hagel der ca. 70 % der Ernte zerstört hat. Ich bin normalerweise immer positiv eingestellt aber mittlerweile vergeht mir die Lust an der Arbeit mit der Natur und ich weiß nicht wie wir das in Zukunft bewerkstelligen sollen.
    Nach diesen drei Jahren ist selbst ein gesunder und gut aufgestellter Betrieb irgendwann in Gefahr, und vor allem Steigen die Versicherungspreise dadurch in unglaubliche Höhen.

  8. Hallo Willi,
    wir haben gestern, 16.7. den Schnitt von unserem Video gemacht. Dort haben wir ja auch das Thema Ertragssicherheit angesprochen. Puh, wenn man die Bilder so sieht, dann wird einem ganz anders.
    LG Ghita

  9. Obstbäuerin sagt

    LsV hat aufgerufen, zu helfen und aufgrund der wirklich schlimmen Umstände werde ich meinen Grundsatz, Spenden abzulehnen, in diesem Fall aufgeben. Wenn man selbst von Schäden betroffen ist (80% Ertragsausfall bei Apfel durch Frost, 50% bei Kirschen durch Regen) kann man die Not der anderen sehr gut verstehen und einige haben ja Alles verloren.
    Trotzdem sollten die anstehenden anderen Probleme nicht vergessen werden. Bei top agrar wurde gerade ein unsägliches Doppelinterview zur Zukunftskommission veröffentlicht.

    • sonnenblume sagt

      Und zwei ASP-Fälle im Haustierbereich. So bekommt jeder seine eigenen Schäden.
      Und doch ist das alles nichts im Vergleich zu den Verlusten, die jetzt in den Hochwassergebieten zu tragen sind.

    • firedragon sagt

      Obstbäuerin,
      Landwirte sind über den LsV-Aufruf in den betreffenden LK’s und helfen.

        • firedragon sagt

          Ich habe nichts ” noch mal gesagt”.
          Es ist eben nicht nur ein (Spenden)aufruf von LsV.

          Landwirtschaft IST vor Ort und hilft.

          In den Medien hört man bisher nichts davon, deshalb habe ich es hier erwähnt.

          • sonnenblume sagt

            Zu Beginn der Katastrophe wurde es einmal erwähnt. Als der große Einsatz vom THW noch nicht voll angelaufen war und örtliche Hilfskräfte alleine standen. Könnte den Sender aber nicht mehr nennen.

  10. Olaf Eppert sagt

    Hallo,

    die zu erwartenden Ertragsausfälle sind schlimm und für den einzelnen sicherlich, in der ohnehin schon schwierigen Lage, schwer zu kompensieren.
    Bei uns ist es bisher glimpflich abgegangen. Allerdings sollte man angesichts der Bilder von zertsörten Dörfern und toten und vermissten Menschen, deren Zahl man noch gar nicht abschätzen kann, etwas mehr Demut zeigen.
    Hier wird gleich auf die fehlgeleitete grüne Politik
    hingewiesen und gemeckert, dass die Katastrophe instrumentalisiert wird. Man sollte dann aber selbst aufpassen, nicht ins gleiche Fahrwasser zu geraten.

  11. Christian Bothe sagt

    Lieber Bauer Willi, gottseidank seid ihr alle wohlauf! Der immense Schaden auf dem Acker und in den Höfen bei vielen Berufskollegen ist bedauerlich und es wird eine schwierige Ernte. Die Bilder im Fernsehen gestern von NRW und Rheinland-Pfalz machen einen ziemlich traurig…

  12. Mark sagt

    @ Willi
    Freut mich für Dich, dass Du nochmal mit einem “blauen Auge” davon gekommen bist. Auch bei uns sind jetzt viele Bestände, Weizen, Gerste, Hafer und Dinkel ins Lager gegangen, und wie es weiter geht weisst man eben ja auch noch nicht. Jetzt wünschen sich Urlauber und Landwirte wahrscheinlich das gleiche Wetter, 4 Wochen trocken und schön warm.
    Wenn man die Bilder im Fernsehen sieht, dann ist das schon dramatisch und alles andere als lustig. Was mich “ankotzt” ist , dass diese Katastrophe sofort wieder instrumentalisiert wird, die einen geben sich als Krisenmanager, die Klimawandler vereinahmen die Katastrophe für sich und die Grünen sehen sich dadurch bei Umfragen wieder im Aufwind. Dass die Siedlungs-und Verkehrsfläche allein in den letzten 25 Jahren um ca. 30% zugenommen hat, wird nicht erwähnt….

  13. Anita Lappas sagt

    tut mir sehr leid – natürlich fühle ich auch für alle anderen Betroffenen

  14. Wolfgang sagt

    Hallo Willi,
    von ähnlichen Fällen in der Nachbarschaft könnte ich von letzter Woche auch aus Franken berichten. Auch wir waren mit der Feuerwehr in überschwemmten Ortschaften, um Bäche um Straßenzüge zu leiten und Keller auszupumpen. Mancherorts konnten die vielen Helfer aber auch nur hilflos zusehen.
    Auch bei uns wartet eine bis vor kurzem als gut bezeichnete Ernte auf den Mähdrescher. Mittlerweile liegen die Gersten flach und werden von Unkraut und Ungräsern überwachsen. Erste Kollegen haben wohl wieder aufhören müssen, weil Erntemaschnen stecken blieben.
    Wieviel der Mähdrescher vom Weizen noch zu fassen kriegt, wenn es denn mal so weit ist, und ob der dann noch Backqualitäten aufweisen wird, oder ob er auswächst und kaum noch als Futtergetreide taugen wird, ist nicht abzusehen.
    Im Weinbau feiert der Peronospora-Pilz angesichts der Dauerfeuchtigkeit ein Fest. Der Großteil der Spezialfungizide ist ausverkauft. In manchen Sorten und Lagen kommt es trotz deutlich intensiverem Pflanzenschutz als in Normaljahren zu erheblichen Ausfällen. Von manchen Ökoflächen hört man, dass man sich dort eine Lese ganz sparen könne.

    Diejenigen, die es nicht getroffen hat, werden sagen, das ist nun mal unternehmerisches Risiko.

    Angesichts der Bilder von der Ahr und anderen Flüssen, sowie der hohen Zahl der Toten, von denen mittlerweile berichtet wird, will ich das Alles aber gar nicht weiter auszuführen. Zum Einen aus Mitgefühl denen gegenüber, die es noch härter getroffen hat. Zum Anderen nimmt die Öffentlichkeit die Schäden in der Landwirtschaft nicht wahr, solange die Regale voll sind. Und selbst die großen Versprechen von Ministerpräsident(inn)en und Kanzlerin werden bald im Tagesgeschäft untergehen.

    • firedragon sagt

      “… Auch bei uns wartet eine bis vor kurzem als gut bezeichnete Ernte auf den Mähdrescher. Mittlerweile liegen die Gersten flach und werden von Unkraut und Ungräsern überwachsen. Erste Kollegen haben wohl wieder aufhören müssen, weil Erntemaschnen stecken blieben.
      Wieviel der Mähdrescher vom Weizen noch zu fassen kriegt, wenn es denn mal so weit ist, und ob der dann noch Backqualitäten aufweisen wird, oder ob er auswächst und kaum noch als Futtergetreide taugen wird, ist nicht abzusehen.
      Im Weinbau feiert der Peronospora-Pilz angesichts der Dauerfeuchtigkeit ein Fest. Der Großteil der Spezialfungizide ist ausverkauft. In manchen Sorten und Lagen kommt es trotz deutlich intensiverem Pflanzenschutz als in Normaljahren zu erheblichen Ausfällen. Von manchen Ökoflächen hört man, dass man sich dort eine Lese ganz sparen könne. …”

      Wolfgang, das alles ist in unserer Region fast identisch.
      Der SWR wollte mit uns darüber einen Bericht bringen … derzeit ist das Hochwasserereignis wichtiger. Falls man nochmals auf uns zukommt, wird darüber berichtet werden.

      • Lieschen Müller sagt

        Das ist so schade, dass nach all der Mühe die Ernte ausbleibt. Man sieht immer wieder, dass Landwirtschaft und Ernährung nicht just-in-time wie die Autoindustrie organisiert werden darf. Auf ein Auto kann ich auch mal ein halbes Jahr verzichten, aber auf Brot?

        • firedragon sagt

          Frau Müller,
          das ist nicht schade, das ist Natur … jeder in der LW muss täglich damit rechnen, dass Natur nicht berechenbar ist.
          Und wenn Spekulanten an der Börse noch vor einer Woche eine Topernte prognostiziert hatten, so sieht es heute doch schon wieder ganz anders aus.
          Man kann über das Ernteergebnis und die Qualität erst gesicherte Angaben machen, wenn diese eingefahren ist. Tja, rafft die Menschheit aber irgendwie nicht.

          • Lieschen Müller sagt

            Entschuldigung, dass ich etwas gesagt habe. Werde zukünftig vor der Arbeit der Landwirte in Ehrfurcht erstarren.

  15. Barbara Bramke sagt

    O mein Gott, das ist ja sehr schlimm für die Bauern wenn die sowas erleben. Ich hoffe das die Bauern noch was ernten können.🙏Lbg Barbara

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