Bauer Willi
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Bauern helfen – eine Flut der Solidarität

Im Fernsehen läuft jetzt die Hochwasserkatastrophe den ganzen Tag rauf und runter. Nicht erwähnt wird, dass überall Landwirte mit ihren Traktoren, Radladern und Güllefässern helfen. Nicht selten sind sie die Ersten, die Ortschaften erreichen. Aus ganz Deutschland sind sie in das Katastrophengebiet unterwegs.

Schaut euch das angehängte Video in voller Länge an. Schickt es weiter, gebt es an die Medien. Wir können stolz auf die deutschen Bauern sein, die schnell und unbürokratisch helfen.

XLNE4662[1]

P.S: Statt vieler Worte. Unser Sohn hat gestern Abend das Auto beladen: Notstromaggregat, Pumpen, Motorsäge. Ist gestern morgen in Richtung Erftstadt gefahren. Er hat dort Keller leergepumpt und mit dem Nass-Sauger so maches Wohnzimmer. Er hat sehr viel Dankbarkeit empfangen und eine Flasche Wein.

Wir sind stolz auf unseren Sohn.

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32 Kommentare

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Meine Hoffnung hat sich erfüllt, danke Focus. Jetzt fehlt noch die TAZ.

      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Nun, Herr Maurin liest ja hier offensichtlich mit. – Jetzt kann er journalistisch unter Beweis stellen, dass es ihm nur um die SACHE geht und er kein Bauernhasser ist.

  1. firedragon sagt

    Falls hier jemand mitliest, der einen (oder mehrere) Tankzug Diesel in die Region fahren könnte … Diesel wird knapp … ohne Treibstoff ist selbst die beste Hilfe arbeitsunfähig.

  2. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt sehr unbeliebt mache:

    Für mich ist es ein Gebot der grundehrlichen christlichen Mitmenschlichkeit, in einer solchen Situation jedwede Unterstützung und Hilfe zu leisten, wo man dies persönlich nur möglich machen kann.

    Die meisten Bauern leben in einem intakten sozialen Umfeld, wo diese ungefragt sofort beherzt, zumeist vollkommen uneigennützig, Hilfe anbieten, wenn die Notsituation das erforderlich macht. Was gäbe es da auch lange zu überlegen!?

    In einem unbeschreiblichen Katastrophenfall wie diesem ist es schön, wenn sich hier der Bauern Charakter als solcher unter Beweis stellt, zu dem wohl insbesondere Mitmenschen befähigt sind, die ein Leben lang mit leidenschaftlichem Herzblut in und mit der Natur arbeiten. Erwarten wir dafür bitte nicht eine medial besonders hervorgehobene Aufmerksamkeit für dieses im eigentlichen ganz selbstverständlich beherzte Zugreifen in christlicher Nächstenliebe für unsere Mitbürger und Nachbarn, die derart grausam ganz unverschuldet in Not geraten sind. Schließlich kann ein solches Schicksal jeden Einzelnen von uns schon morgen treffen!

    Wird den Bauern ein solches mediales Lob zuteil, dann ist es sehr schön – dieses öffenlichkeitswirksam explizit für uns aber nachhaltig einzufordern, veranlasst mich zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls leider etwas zum Fremdschämen, handelt es sich dabei doch nicht weit eher um eine Selbstverständlichkeit als Gebot der Stunde. Alle anderen helfenden Hände im Dauereinsatz sind schließlich auch extrem engagiert u. vollkommen uneigennützig aktiv unter Mobilisierung aller eigenen nahezu schon übermenschlichen Kräfte. – Jedes hilfreiche technische Gerät, über das nun einmal die Bauern tatsächlich auch verfügen, ist in dieser Situation natürlich ein Segen, keine Frage. Den Dank dafür werden diese Helfer ganz sicher überreich bei ihrem Einsatz direkt vor Ort verspüren – was bedarf es mehr als der Gewissheit, menschliches Leid ein Stück weit mit lindern helfen zu können!? Ist das nicht Lob und Anerkennung genug!?

    • Ostbauer sagt

      Und warum bist Du der Meinung, dich unbeliebt zu machen?
      Ich seh es ganz genau so! Viele andere bestimmt auch.

    • Michael sagt

      Seh ich genauso wie Wurzelwicht. Baufirmen, die helfen, werden auch nicht gesondert erwähnt. Ich habe auch Videos gesehen, in denen das Engagement vom Landwirten mit Kritik am öffentlich rechtlichen Rundfunk und der Agrarpolitik in Verbindung gebracht wird. Finde ich an dieser Stelle auch deplatziert und macht keinen guten Eindruck in der Öffentlichkeit. In so einem Fall sollte jeder einfach tun was er kann.

      • Obstbäuerin sagt

        Vom öffentlich rechtlichen ist man ja nichts gutes gewöhnt als moderner Bauer aber unsere Fachzeitschriften sollten schon ein Auge auf den Berufsstand haben. Da wir zu weit weg wohnen, können wir natürlich nicht vor Ort helfen aber über die Hilfsbereitschaft der Kollegen im Umfeld freue ich mich schon und finde es erwähnenswert.

      • sonnenblume sagt

        Auch Baufirmen die helfen. Genau, es gibt so viele Menschen und Firmen die hier ihren Einsatz bringen. Es werden pausenlos immer wieder neue Beiträge von den Sendern geliefert, vielfach immer das Gleiche ohne wesentlich neue Erkenntnisse. Da gäbe es schon mal eine Minute Sendezeit, auch den vielen namenlosen Betrieben und Helfern zu danken. So ein Lob bestärkt und baut auf. Denn diese Trümmerfelder, wo es kein Oben und Unten gibt und diesen vielen oft schwer betroffenen Menschen zu helfen, kostet sicher sehr viel Kraft. Wahrscheinlich mehr, als man sich vorstellen kann. Die menschliche Not, gerade dort wo Menschen zu Schaden kamen, ist doch fast greifbar. Man sollte das nicht unterschätzen. Damit möchte ich jetzt keineswegs die Leistungen der Organisationen und deren Ehrenamtlichen Helfern schmälern. Alle die dort arbeiten, geben gleichermaßen ihr Bestes.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Kein Bauer verlangt medial besonders hervorgehoben zu werden, es gehört auch zur Aufgabe, dass dies in den Medien eine Erwähnung findet.

      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Diese “Erwähnung” wird sicherlich auch noch kommen – umso schöner, als diese denn unaufgefordert erfolgt. Aktuell sind das aber doch nicht unsere größten Sorgen, oder!?

        Im übrigen habe auch ich bereits erfahren dürfen, wenn Not am Mann war, wie meine Freunde im Background vollkommen unaufdringlich die bevorstehende Ernte für mich planten, als nicht sicher war, ob ich dafür zur Verfügung stehen würde…

        Es tut unheimlich gut zu wissen, dass man niemals alleingelassen dasteht; und ich denke, genau das ist es, was diese gequälten Menschenseelen jetzt am Allernotwendigsten brauchen!!! – Ist doch ein unheimlich schönes Zeichen, wenn inmitten dieser emsigen Helferschar beherzt auch unsere Bauernkollegen mit zupacken!!!

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Werter Herr Wurzelwicht,
          mir ist schon bekannt, wie wichtig Nachbarschaftshilfe usw. ist, ich selbst habe dies 45 Jahre lang in der Feuerwehr getan. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr machen dies Frauen und Männer in der Feuerwehr, oder in anderen Hilfsorganisationen, wenn sie über den Alarmempfänger gerufen werden.

          Wenn Bauern sich täglich abwatschen lassen und meinen, dass ihr Beitrag zu dieser Katastrophe nicht gewürdigt werden muss, das ist in der Tat nicht mein größtes Problem, in bin kein Landwirt mehr und unsere Kinder auch nicht.

          • Inga sagt

            Aber trotzdem würden sie, wie ihr Papa mit Rat , Tat ung Gerät helfen, sofern es zur Verfügung steht.

            Oder?

            Wer wirklich freiwillig hilft, braucht kein Lob.
            Und, in welchen Medien wird nicht gezeigt, wie Bauern mit Frontladern Schlamm bei Seite schieben?
            Ich habe auch schon gesehen, wie mit Güllefässern Wasser irgendwo rausgesaugt und weggefahren wurde.

    • Stadtmensch sagt

      “Schließlich kann ein solches Schicksal jeden Einzelnen von uns schon morgen treffen!”

      Viele die in der Nähe sind und wirksame Hilfe leisten können, tun dies und zwar aus o.g. Grund. Ich frage mich nur, wie man den Landwirten bei einer zerstörten Ernte helfen kann? Habe ja auch ein ca. 2m² großes “Weizenfeld” im Garten, das völlig am Boden ist. Außer tiefes Mitgefühl oder einer organisierten “Mithaftung” in guten wie in schlechten Zeiten, fällt mir da auf die Schnelle nichts ein.

      Aber egal. Wir werden sicher noch genügend Gelegenheit bekommen, uns gegenseitig bei Katastrophen zu helfen. Habe jedenfalls nur gute Erinnerungen an größere Schlammschaufel-Aktionen 2002 beim Elbe-Hochwasser.

      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        …Ja, auch ein ca. 2 qm großes Weizenfeld in einem Privatgarten kann solchen Wassermassen natürlich zum Opfer fallen. Denke mal, hochverehrter “Stadtmensch”, das könnte für Sie ggf. zu verschmerzen sein!?

        DAS in Relation zu setzen mit nicht mehr zu rettenden Menschenleben finde ich -mit Verlaub- perfide noch viel verquerer, als wenn sich helfende Bauernhände selbstbeweihräuchernd auf die Schultern klopfen.

        Solche grausamen Lebensstationen, auf die wir sicherlich alle verzichten könnten, treiben manchmal schon recht seltsame Stilblüten…

        • Stadtmensch sagt

          Ok, das kann man jetzt so rauslesen wenn man will, dass ich mein abgesoffenes Beet mit Tod und Verwüstung gleichsetze.
          Habe jahrelang versucht Menschenleben zu retten, z.B. indem ich hier an einer Straße mit hohem Unfallaufkommen für Tempo 30 lobbyiere. Zwecklos. Die Menschen wollen nicht gerettet werden. Ich räume trotzdem ihre weggeworfenen Kippen weg, ihre Drogenspritzen, ihre Alkflaschen. Und als Ungläubiger kann ich mir noch nichtmal einreden, dass ich dafür später auf Wolke 7 sitzen darf. Wenn etwas aus meiner Sicht “perfide” ist, dann ist es die Weigerung der C-Parteien, Sterbehilfe zu legalisieren. Keine Ahnung warum. Vielleicht die religionsbedingte Sehnsucht nach Leid. Also nicht dem eigenen, aber dem der zu Tröstenden – zumindest wenn ich mir die Geschichte von Mutter Teresa so anschaue:
          https://www.welt.de/vermischtes/article114200253/Die-dunkle-Seite-von-Mutter-Teresa.html

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “als wenn sich helfende Bauernhände selbstbeweihräuchernd auf die Schultern klopfen.”

          Kannst Du mir von dem Zeugs, das Du zu dir nimmst, etwas abgeben?

          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Ich vergaß, Kritik sollte hier bei Bauer Willi unterbleiben – alle tuten einträchtig ins gleiche Horn. – Wer sich nicht derart verbiegt, fliegt!?

            …Hoffentlich bist du nicht enttäuscht, dass ich mir nichts einschmeißen muss, um die Realitäten ertragen zu können. Da kann ich dir also nicht die geforderte Lebenhilfe leisten, leider.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        @ Stadtmensch,
        bei deinem Weizenfeld hilft nur noch die Sense, der Bauer mit dem Mähdrescher hat auf seinen Äckern selbst zu tun.😉

      • Inga sagt

        Einfach bei Feuerwehr und THW fragen, was es zu helfen gibt, und wenn gerettete betreuen oder essen ausstellen.

  3. Obstbäuerin sagt

    Weder bei top agrar noch bei agrar heute ein Beitrag zur Hilfsbereitschaft der Bauern. Das ist wirklich unterirdisch. Dafür darf der Zukunftskommissionsoberhäuptling den Kritikern vorwerfen, sie hätten den Abschlussbericht nicht gelesen. Wobei er wohl eher gemeint hat, sie hätten ihn nicht verstanden.

  4. Ehemaliger Landwirt sagt

    Es wäre zu hoffen, dass diese Aktion auch von den Medien aufgegriffen wird.

    Was hier mit geballter Kraft aufgegriffen wird, ist alltäglich bei solchen Hochwasserereignissen, nur im kleinerem Rahmen und wird von der Bevölkerung kaum beachtet.
    Nicht zu vergessen, in den Feuerwehren, sind auch Landwirte im Einsatz, in früheren Jahren waren Bauern die Stütze der Wehr, aber es werden immer weniger Landwirte, die vom Feld in das Gerätehaus eilen, die Bauern sterben aus, deshalb ist die Tagesverfügbarkeit bei manchen Wehren auf dem Land nicht mehr zu gewährleisten.

    Mögen alle Helfer diesen Einsatz gesund überstehen.

    • Inga sagt

      Deswegen sind die Hausfrauen auf dem Land in den Wehren gefragt, weil ja die Männer in der Stadt ihre Berufstätigkeit nachgehen.

      Die Arbeitgeber müssen ja auch mitspielen und bei tagelangen Einsätzen ihre Mitarbeitern frei geben.

  5. Christian Bothe sagt

    Einfach nur toll, was da im Video gezeigt wird,Bauer Willi!!!!! Die Hilfsbereitschaft unserer Bauernschaft ist enorm und ganz wichtig!

  6. Jürgen Donhauser sagt

    Wie lange wollen die Medien den „Feldzug“ gegen die Landwirte noch fortführen? Offensichtlich haben sie auch in solchen Situationen nicht den Mut und Ehrlichkeit über ihren Schatten zu springen, und das seit Jahren herbei geschriebene Feindbild Landwirt zu hinterfragen.

    • sonnenblume sagt

      Nach dem von mir beschriebenen Beitrag hatte ich wirklich die Hoffnung, dass jetzt der Damm gebrochen ist und wir gleichberechtigt und ehrlich mit unserem Helfen dar gestellt werden. Aber danach nichts mehr. Absolute Funkstille.

  7. sonnenblume sagt

    Gestern habe ich von dem Einsatz der Landwirte bei der Bergung von Menschen in überfluteten Häusern geschrieben. Es war wohl der einzige Betrag, von nur einem Sender, in dem tatsächlich der Einsatz der Landwirte in Wort und Bild vorgekommen ist. Es wurde dort gesagt und auch gezeigt, dass Feuerwehr und Landwirte mit schwerem Gerät unterwegs wären, um eingeschlossene Personen zu retten. Ich war so positiv überrascht und hatte die Hoffnung, dass unsere Kollegen auch weiter in den Meldungen genannt würden. Aber dem ist wohl nicht so.

  8. Ja, die Berichterstattung der Medien ist äußerst einseitig. Beim herumstöbern habe ich nicht ein einziges Wort über die Landwirte, und auch kein Foto gesehen. Von den landwirtschaftlichen Konvois mit modernster Technik keine einzige Sequenz.
    Dafür ist aber die Dokumentation von vielen Kollegen und vor allem von Markus Wipperfürth professionell erfolgt. Wir können aber alle Videos teilen, und somit selbst auf uns aufmerksam machen. Herzlichsten Dank an alle.

    • sonnenblume sagt

      Diese ganzen ” privaten ” Einsätze dürfte man durchaus auch einmal genau so erwähnen. Es wird von THW und Heer gesprochen, aber sie bringen auch nur den Tropfen auf den heißen Stein. Die vielen namenlosen, helfenden Hände übersieht man gern, bzw. fallen ganz einfach unter Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.

  9. Der brandenburgbauer sagt

    Moin,ich freue mich das Willi dieses heute hier im Blog thematisiert. Als ich das Video gestern zum ersten Mal gesehen habe war ich von der Entschlossenheit die die Landwirte hier demonstrieren begeistert. Ohne groß zu zögern haben sie sich in die Katastrophengebiete auf den Weg gemacht um vor Ort unbürokratisch zu helfen . Danke an alle Landwirte die dort beteiligt sind. Deinen Sohn Willi natürlich eingeschlossen.

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