Bauer Willi
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Kompromisse oder Konfrontation?

Seit längerer Zeit beschäftigt mich schon die Frage, welche Richtung wir Landwirte in der Gesellschaft zukünftig einschlagen sollen. Sollen wir Kompromisse suchen oder sollen wir auf Konfrontation gehen? Diese Frage müssen sich ja auch diejenigen stellen, die unseren Beruf nach außen vertreten.

  • Kompromisse

Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) war ein Gremium, dass sich über mehrere Monate zusammengerauft hat, um einen sogenannten „Gesellschaftsvertrag“ zu unterschreiben. Das ist gelungen, alle Seiten mussten Zugeständnisse machen. Man kann natürlich – wie immer – darüber streiten, welche Seite mehr und welche weniger Federn lassen musste. Im Ergebnis hat die ZKL nichts gebracht, weil der Gesellschaftsvertrag ein „Vertrag zu Lasten Dritter“ war. Das Gremium stellte Forderungen auf, die vom Staat (das sind wir alle) hätte finanziert werden müssen. Dazu sahen sich die diversen Agrarminister und -ministerinnen nicht in der Lage. Oder sie wollten auch nicht.

Kompromisse mit BUND, NABU, Greenpeace oder auch PETA? Sind sie gewollt? Sind sie überhaupt möglich?

  • Konfrontation

Angesichts der vielen Konflikte in der Welt möchte wohl jeder mehr Frieden und Ruhe haben. Wenn man aber nahezu jeden Tag in den Medien liest, woran die Landwirtschaft (und damit auch die Landwirte und Landwirtinnen und ihre Familien) die Schuld tragen, ist es verständlich, wenn der Zorn über diese unfaire Berichterstattung zu einer Verweigerungshaltung führt. Wenn man sich vor Augen führt, wie selbsternannte Tierschützer in Ställe einbrechen oder – wie im Falle Felßner – die Ehefrau bedrohen und Bengalos zünden, fragt man sich, wer sich denn noch für uns einsetzt. Dass die DLG einen Stand an PETA vermietet, zeigt, wie unsensibel einige Organisationen der Agrarbranche geworden sind. Die Methode: sich dem Mainstream anpassen, keine Angriffspunkte bieten, anbiedern. Da fühlt man sich als Landwirt im Stich gelassen.

Ich habe jetzt einiges geschrieben, was mich bewegt. Vielleicht unreflektiert, vielleicht auch ungenau, vielleicht auch für manchen unverständlich. Ich wollte euch einfach mal fragen, wie ihr die Situation seht. Wie sollen wir uns zukünftig verhalten? Kompromisse suchen oder in die Konfrontation gehen?

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109 Kommentare

  1. Jürgen Donhauser sagt

    Konfrontation mit wem? Mit dem Bürger/Verbraucher keinen Falls. Und er signalisiert uns ja mit seinem Einkaufsverhalten was er wirklich möchte.
    Konfrontation mit NGO‘s und Politik – auf jeden Fall! Sie mißachten den Markt und schaffen ideologische Spielwiesen, die der heimischen Landwirtschaft schaden und sie abschaffen.

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    • Arnold Krämer sagt

      Es bleibt die Frage, ob die verantwortlichen Politiker erkennen, wie in der Vergangenheit in welche Richtung gesteuert und „gewendet“ wurde und welche Auswirkungen dies hatte und mit viel Nachlauf immer noch haben wird. Besteht überhaupt noch die Kraft für eine Wende der Agrarwende?
      Immerhin wird erkennbar, dass sich medial und publizistisch mehr und mehr Widerstand gegen die „einlullende“ und demotivierende Rhetorik im deutschen Gutmenschentum entwickelt. Ich bin gespannt und skeptisch zugleich.

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  2. Rößle Rudolf sagt

    Lieber Willi
    Die Landwirtschaft und spezial wir gehen getrieben den ökonomischen Weg
    der DB z.b in der Milchviehhaltung sagt genau was zu tun ist. Würde die Vielfalt der Bewirtschaftung deutlich stärker vergütet werden hätte die ganze Bevölkerung einen Gewinn
    Heute habe ich unser Pferdeheu gemäht
    Da sieht man den Unterschied zur Artenvielfalt gegenüber den Silagewiesen. Drei Störche wurden richtig satt beim vorübergehen.
    Ich werde nachdenklich ob das alles so richtig ist auf was wir geschult und getrimmt werden

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    • Bauer Willi sagt

      @Rudolf Rößle
      „auf was wir getrimmt werden“ Verstehe ich nicht. Wer soll uns denn auf was „trimmen“? Individuell ist jeder für seinen Betrieb verantwortlich. Meine Frage richtet sich mehr auf die Richtung unserer Branche.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich verstehe schon, was er meint:
        Was die Diskussionen so mühsam macht, das ist dieser ewige Zirkelschluss:
        Priorität auf „indigene“ Beziehung zur Naturgrundlage = Bullerbü, somit lächerlich, auch wenn die ganze Gesellschaft ohne Bullerbü ein mulmiges Gefühl hat.
        Wer seine Priorität nicht auf das finanzielle Überleben legt, den gibts halt nimmer. Und da heißt es: größer, schneller, effizienter, ertragreicher etc. Ist spätestens seit dem 2. Weltkrieg so, hat ursprünglich auch immer gut funktioniert! Aber blöderweise gibt es mittlerweile andere, die noch größer, schneller … sind. Und was soll jetzt aus uns werden?
        Ja, wenn doch der Konsument nicht wäre, der immer billiger kaufen will!
        Und weil der Konsument immer billiger kauft, müssen wir noch immer größer, schneller … und unglücklich sein, weil wir es nicht schaffen.
        Aber wehe, es taucht einer am Horizont auf, der mit Bullerbü erfolgreich ist, nicht nur imagemäßig, sondern womöglich auch noch finanziell! Wozu hätten wir uns denn dann die ganzen Jahrzehnte bemüht? Schnell ab mit ihm in die Nische, dass ma den nimmer sehen. Weil Bullerbü ist lächerlich, wer finanziell existieren will, muss seine Priorität auf größer, schneller …. legen. Siehst du, wieder ein Bullerbü, der gescheiter ist. Tja! Und weil die Politik nichts gegen die macht, die noch größer, schneller sind, werden wir ganz unglücklich. Ja, wenn doch der Konsument nicht wäre, der von uns gelernt hat, dass mit größer, schneller … die Lebensmittel immer billiger werden. Und weil der Konsument jetzt immer billiger will, müssen wir mit größer, schneller … leider unglücklich werden. Aber nur ja kein Bullerbü, das ist lächerlich …………

        Wie sprach Antoine de Saint-Exupéry in seiner „Zitadelle“?
        „Beunruhige dich also nicht über das Geschrei, das dein Wort hervorrufen wird, denn eine neue Wahrheit ist ein neues Gefüge, das mit einem Schlag zutage tritt (und nicht eine einleuchtende Behauptung, bei der man von Schlussfolgerung zu Schlussfolgerung fortschreiten könnte)“

        Es gibt Bullerbüs, die schon erfolgreich sind, bevor sie es erklären können.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Elisabeth, ich verstehe deinen Beitrag nicht wirklich. Es gibt doch alle Formen und Größen nebeneinander, und jeder ist frei zu entscheiden, seinen Weg zu gehen. Ob und wie man wachsen will oder muss ist individuell. Bullerbü hat das Problem, dass es sich als „besser“ gegen seine Kollegen stellt, um eine Abgrenzung und damit in den Wettbewerb mit Hilfe von Erzählungen Eintritt. Es kann diesen auch nur behaupten, wenn die Erzählung bestehen bleibt. Blöd ist nur, dass am Ende auch „Bullerbü“ dem Markt unterworfen ist.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Elisabeth, blättere doch ein wenig im Archiv, vielleicht findest du ja den einen oder anderen Grund 🤗

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    • evonik sagt

      Das geht in die Richtung wie ich schon ein paar mal geschrieben habe:

      Bio hat, nach meinen Beobachtungen, kaum positiven Einfluss auf Flora und Fauna. Deshalb die Prämien abschaffen und das Geld in Maßnahmen wie 5-jährige Stilllegung, Altgrasstreifen, Schnittzeitpunkte,…. stecken.

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      • Kemetbauer sagt

        @e
        Vor dem Hintergrund welcher Qualifikation, Reputation und Expertise kommen Sie denn zu dieser Einschätzung? Oder ist es lediglich Stammtischgelaber?

        • evonik sagt

          Stammtischgelaber kann es wohl nicht sein, denn da gehe ich seit knapp 10 Jahren nicht mehr hin. Da ging ich eh nur ein paar Jahre nach meiner Trennung hin und mit der ersten Freundin war dann Ende damit.
          Ich werde aber immer mal wieder eingeladen, erst vor ein paar Wochen habe ich zufällig einen Herrn beim Zahnarzt getroffen. Ich spüre aber selber das Bedürfnis da mal wieder hin zugehen.

          Zur Qualifikation:

          Im Osten und im Süden grenzen bei uns Bio-Betriebe an und ich verfolge natürlich genau was da auf den Feldern passiert. Der Lobhudelei für den Bio-Landbau und der Selbsterhöhung der Bio-Bauern kann ich nicht folgen. Deshalb sehe ich die Vorgänge auf den Bio-Feldern realistisch und nicht durch eine rosarote Brille. Ich bin gelernter Entwickler (Industrie) , habe mich aber für die Landwirtschaft autodidaktisch sehr engagiert. Was um Bio herum läuft halte ich für Bildungsferne mit mafiotischen Strukturen.

          • Kemetbauer sagt

            @e
            Jetzt ist mir einiges klar. Also keine Kompetenz, keine Expertise und keine Reputation in Bezug auf Landwirtschaft. Einfach geborener Landwirt. Wenn sich jemand so herausredet frage ich mich immer wieder, wieso haben wir keine autodidaktisch „engagierte“ Juristen, Mediziner, u.a. i.d.R. Hochqualifizierte? „Landwirtschaft“ kann eben jeder.

  3. Andi sagt

    @Elisabeth Ertl. Ich glaube nicht, dass die österreichischen Tierärzte ethisch so hoch angesiedelt sind, dass sie aus moralischen Gründen die Nutztierhalter verschmähen. Sie haben wahrscheinlich nur erkannt, dass eine Kleintierpraxis mit weniger Mühen sehr viel einträglicher ist als eine Großtierpraxis. In der Regel kommen Haustierbesitzer in die Praxis und müssen nicht besucht werden. Auch habe ich noch nie gehört, dass ein Tierarzt von einem Hundebesitzer in der Nacht angerufen wurde, die Hündin hat Probleme bei der Geburt, er müsse unbedingt kommen. Und von den doch sehr sportlichen Preisen in einer Kleintierpraxis möchte ich erst gar nicht sprechen.
    Und noch eines Frau Ertl, wie viele solcher Vorzeige-Bio-Schweinehalter gibt es denn in Österreich? In meiner Nachbarschaft hat erst vor kurzem ein ähnlich produzierender Schweinehalter zugesperrt. Laut Aussage des Betreibers waren immer weniger seiner Kundschaft bereit den benötigten Preis für solch erzeugtes Schweinefleisch zu bezahlen.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Das Finanzielle spielt sicher auch eine Rolle. Andererseits: Ich hab auch schon Lämmer eingepackt und bin hingefahren, weil in solchen Fällen keiner mehr auf den Hof kommt: Personalmangel. Von Geburten ganz zu schweigen. Das Maximale ist dann, dass man den Arzt anrufen kann, und er Anweisungen gibt.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Einmal ist der Tierarzt aus den Symptomen meines Widders nicht schlau geworden und hat ihn als Übungsfall in die Klinik der VetMedUni in Wien geschickt. Die haben ihn nach wenigen Tagen wieder gut hingekriegt. Die Abteilungsleiterin sehr kompetent, der Stallbursche ein erfahrener Landarbeiter. Aber die Studentinnen, denen er anvertraut war , und die beauftragt waren, mit mir Kontakt zu halten, flöteten ins Telefon, wie lieb sie eh zu ihm seien, mit ihm spazieren gehen etc. So lang halt, bis er anfing, sie zu stoßen. Dann hatten sie es eilig, ihn heimzuschicken, weil er angeblich ohne seine Herde unglücklich ist. Ich hatte dann ein paar Wochen zu tun, ihm wieder beizubringen, was der Unterschied zwischen Schaf und Mensch ist bei der Etikette. Diese Studentinnen landen sicher nicht in der Nutztierbranche, und zwar unabhängig vom Finanziellen.

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    • Thorens sagt

      …yepp –

      und der Kleintierhalter braucht in aller Regel auch keine Rechnung für die Dienstleistung und die Mittelchen, die der Pharmavertreter letztes Mal dem Tierarzt als Gratisprobe dagelassen hat.

      Ich erinnere mich dabei an den griechischstämmigen Tierarzt, der in meinem früheren Leben unsere damalige Katze regelmäßig mit den jährlichen Impfungen versorgt hat und der das im Wortsinn dickste Portmonnaie hatte, das ich je gesehen habe. „Brauchen Sie Rechnung?“ war jedes Mal die abschließende Frage.

      Wer will sich denn da noch mit Bauern und deren Vieh herumplagen müssen?
      Wenn das ein James Harriot gewusst hätte…

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  4. Elisabeth Ertl sagt

    Bauer Willi hat zwei konsumentenkritische Bücher geschrieben. Die Kritik ist berechtigt und auch notwendig, wenn man etwas ändern will. Aber damit allein kriegt man das Commitment der Konsumenten nicht, sondern wer austeilt, muss auch einstecken können.

    In Österreich ist Hannes Royer das anders angegangen. Es hat ihn geärgert, dass zwar Leute in seinen regionalen Bauernladen gekommen sind, dass sie aber auch dort immer nur das Billigste gekauft haben, ohne sich für Qualitätskriterien zu interessieren. Als den Hauptschuldigen machte er den LEH mit seiner „Aktionitis“ aus. Also fasste er den Mut, sich mit den dortigen Bossen anzulegen. Das Ergebnis der Auseinandersetzung war, dass die Bosse sein Projekt der Konsumentenaufklärung finanziell unterstützen mit dem Ziel, einen Markt für heimische Produkte zu schaffen.
    Dieses Projekt „Land schafft Leben“ ist so erfolgreich, dass kürzlich ein Händler, der meinte, zum Start von Mercosur schon einmal eine Charge argentinisches Rindfleisch besorgen zu müssen, drauf sitzenblieb, weil die Österreicher Mercosur hassen und das nicht kaufen. Er musste das Fleisch zu Spottpreisen verramschen. Wenn der Preisunterschied ein gewisses Maß überschreitet, wird halt dann auch der Österreicher schwach.
    Natürlich hat Royer als Biobauer einen größeren Stein im Brett der Konsumenten, als er es als konventioneller Bauer hätte, aber er ist alles andere als militant, was in Österreich sowieso die wenigsten sind, sondern lässt sehr wohl andere Konzepte gelten. Die Infobroschüren der Initiative sind sehr ausgewogen, finde ich.
    https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/schwein/herstellung/schweinemast?_gl=1*txyom8*_up*MQ..*_gs*MQ..&gclid=EAIaIQobChMIyc7858CalQMVVlCRBR0fBivLEAAYASAAEgIJBvD_BwE&gbraid=0AAAABAq_aIw-Ix2FPj7RItDP9MCvpVQRL#beschaeftigung

    Erfolg hat Royer damit, dass er in seinen Podcasts viele unterschiedliche Leute interviewt. Vor allem aber bringt er viele bäuerliche Sympathieträger, und lässt die dann ehrlich erklären, wo sie die Vorstellungen der Konsumenten trotzdem
    nicht umsetzen können, und warum. Er lässt aber auch andere Akteure zu Wort kommen und stellt kritische Fragen, das aber immer mit großem Respekt vor der Person.

    Mittlerweile zeigen heimische Produkte einen sehr guten Absatz, auch dann, wenn sie teurer sind als Ware aus dem Ausland. Das geht so weit, dass Christian Bachler schon davor warnt, es zu übertreiben und damit das Vertrauen der Kundschaft wieder aufs Spiel zu setzen – indem man nämlich den Eindruck vermittelt, Rotweißrot bedeute automatisch bessere Qualität. Das ist nämlich nicht notwendigerweise so, und der Konsument wird es früher oder später merken. Herkunftskennzeichnung und Qualitätsstandards müssen getrennte Bereiche bleiben.
    Bachler sieht sich selber als Produzent von Premiumware, aber nicht als Biobauer. Seine Tierfabrik-Kollegen nimmt er trotzdem gegen unfaire Kritik in Schutz, z.B. gegen die Behauptung von NGOs, Schweine könnten in Tierfabriken ohne permanente Antibiotikagaben nicht überleben. Und er macht darauf aufmerksam, dass alle Ställe in Österreich den geltenden Gesetzen entsprechen, die im Parlament beschlossen wurden, wo nicht nur Vertreter der 3% Bauern sitzen, sondern Vertreter aller Österreicher. Und dass Ställe mit 30 oder 40 Jahren abgeschrieben werden, man daher nicht alle 5 Jahre andere Ställe wünschen kann.

    • Bauer Willi sagt

      @Elisabeth
      Ich kenne Hannes Royer seit fast 10 Jahren. Er war auch mit seiner Mannschaft bei uns auf dem Hof und wir haben über die Konsumenten diskutiert.

      Hier ein einstündiges Gespräch von uns beiden:
      https://www.youtube.com/watch?v=scPOcJ86sJk

      Was er richtig gemacht hat: er hat den LEH dazu gebracht, ihm für „Land schafft Leben“ viel Geld bereitzustellen, damit er Produkte aus Österreich bewerben kann.

      Ich weiß nicht, ob das Konzept auch in Deutschland umsetzbar wäre. Von REWE weiß ich, dass sie einen „Landwirte-Kreis“ eingerichtet haben. Das ist aber alles Marketing, die Einkäufer sind weiterhin gnadenlos.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich weiß noch, wie er und der Almfuchs und noch irgendeine Frau deinen Schlaganfall auf den Abschied von ihnen zurückgeführt haben 🙂 :))
        Und das Interview habe ich natürlich noch in guter Erinnerung.
        In jedem Land funktionieren Dinge unterschiedlich.
        Aber auf einer Einbahnstraße kommt man nirgends zusammen, glaube ich.

        • Elisabeth Ertl sagt

          Der LEH schenkt den Landwirten bei uns auch noch immer nichts. Aber wenn sie sehen, dass der Konsument ein Produkt nachfragt, dann gehen sie natürlich nicht so weit, den Produzenten umzubringen. Die haben ganz schön nach Ausreden ringen müssen, als es zu Ostern zu wenige heimische Bio-Eier gab. Weil sie welche nach Deutschland geliefert haben !!! Da waren dann weder sie noch die Bauern schuld, sondern angeblich die Vogelgrippe, von der bei uns gar niemand betroffen war.

          • Reinhard Seevers sagt

            Also, entweder steht das Wohl des Tieres im Fokus der Kaufentscheidung, oder andere Entscheidungskriterien? Was denn nun?
            Ich war und bin schon immer der Meinung, dass der Kunde auch Käfigeier kaufen würde, wenn es welche zu kaufen gäbe. Da aber eine gewisse Schicht in der Gesellschaft eben den freien Willen des Kunden nicht respektiert, sondern eine kollektivistisch, paternalistische Weltanschauung verordnen will, deshalb kann der Kunde eben nicht frei wählen. Und tut er dies mal wirklich, gibt es immer wieder einige, die das blöd finden…je nach Ideologie.
            Wenn jedes Lebensmittel in einer neutral weißen Verpackung ohne Framing daher käme, wie sollte der Kunde seine Emotionen dem Produkt wohl zuordnen? Kann er nicht, deshalb gewinnt das Marketing, das den richtigen Zeitgeist trifft. Der wandelt sich natürlich. Im Moment steht er auf Weltrettung und Tierfreund.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              In meinen Augen hat „die gewisse Schicht“ Recht. Meine Überzeugung eben.

        • Elisabeth Ertl sagt

          Hannes schildert ja, wie naiv es eigentlich war, als kleiner Bergbauer an den LEH heranzutreten.
          https://www.youtube.com/watch?v=rxbSaM64ezQ
          Aber wie Heini Staudinger einmal betont hat: Die griechischen Götter haben immer die Naiven besonders beschützt, weil sie von niemandem sonst so spektakuläre Heldentaten erwarten konnten.

      • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

        Lieber BW!
        Herr Royer hat dich wieder auf Schiene bringen müssen. Der Kern des Ganzen dreht sich ja darum, warum wir Bauern uns solche Sorgen machen, dass es genug Lebensmittel gibt. Viele Konsumenten im Gegensatz dazu interessiert es gar nicht, ob wieder Tausende von uns zusperren müssen. Herr Royer hat das gut herausgearbeitet. Und du lieber BW hast die Kurve gerade noch gekriegt würde ich sagen. Es ist ein schöner Diskurs den ihr beide hier abgehalten habt,

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        • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

          Die Aussagen zur Nahrungsmittelsicherheit hört sich schon nach 3 Jahren fremdartig an. Die Ukraine schiesst auch bei der Agrarproduktion weiter aus allen Rohren.

  5. Rathje Clasen sagt

    Herr Seevers , vielleicht erklären Sie Frau Ertl , was seit den 1970 er an Baurecht und Auflagen für Viehhalter dazugekommen ist . Auch für die alten Fachwerkställe .
    Dann kann man vielleicht verstehen , warum schon damals eine Stallaussiedlung am Dorfrand der einzig richtige Weg war.
    Von Arbeitsbelastung in Altgebäuden ganz zu Schweigen.
    Herr Krämer kann bestimmt auch was dazu sagen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Rathje, es geht Elisabeth um Qualitatskriterien, deren Erkennung und Erkennbarmachung. Sensorische und objektiv messbare Parameter werden durch antopromorphe und soziologische als auch gesellschaftskritische Attribute erweitert.
      Ich glaube nicht, dass ein Maststall mit 10000 Plätzen in deren Kategorisierung passen würde. Denn sobald eine gefühlte Bestandsgrenze überschritten ist, wird die Attributierung nicht mehr funktionieren. Das ganze Gebilde funktioniert ausschließlich mit einem geframten Bild von Tierhaltung, denke ich.

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      • Rathje Clasen sagt

        Naja , mit dem verlorenen Anstand seit den 70 ern geht’s schon weit tiefer.

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      • Peter sagt

        genau…es müssen nur noch die Hotelzimmer für die Schweine hergerichtet werden und die Besucher dürfen auf Stroh schlafen…

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      • Bauer Willi sagt

        @Elisabeth
        Nein, Du bist nicht blöd. Das hier ist das Problem:
        The consumer behavior gap (often called the attitude-behavior gap or intention-behavior gap) is the discrepancy between what consumers say they value or intend to do and their actual purchasing decisions.

        Auf deutsch: Viel wünschen und fordern, dann aber ganz anders einkaufen. Meist billig

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Ja eh. Aber vielleicht wäre schon viel gewonnen, wenn die Viehzüchter einmal zugäben, dass die Situation suboptimal ist, nämlich aus diesem Grund, anstatt in Abwehrmanier immer die bestehende Haltung schön zu reden. Und ich behaupte ja auch gar nicht, dass das, was die Tierrechtler wollen, immer tiergerecht ist. (Siehe meine Erfahrung mit der Tierklinik oben)
          Die Lage ist einfach polarisiert. Und ich glaube, dass der Erfolg in Österreich auch damit zu tun hat, dass die Agrarblogger (z.B. auch „Bauer to the People“, den ein Blogger mit Konsumentenperspektive angefangen hat) neben vielen Landwirten (z.B. auch aus Brasilien!! https://www.youtube.com/watch?v=xovy6lPz2uA)
          auch Leute wie Tierarzt Baumgartner zu Wort kommen lassen.

          Ceterum censeo:
          Pestizide schaden der Gesundheit, auch wenn Verhungern noch schlimmer wäre.

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          • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

            Pflanzenschutzmittel sind nach der Karenzfrist meist gar nicht mehr nachweisbar. Warum sollen sie dann schädlich sein? Die neue Generation kumuliert sich auch nicht sondern wird wieder abgebaut, meist schon durch Sonnenlicht. Schimmelpilze sind das weitaus gefährlichere Übel. Diese werden meist bei den ach so gesunden , den sogenannten Biolebensmitteln nachgewiesen. Biolebensmittel haben die höchste Einziehungsrate im LEH.

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            • Kemetbauer sagt

              @EF
              Schenkelklopf!
              Welche Abbauprodukte und deren Reaktionsprodukte kennen wir denn, so dass man ihr Vorhandensein kontrollieren könnte? Warum hat man, um nur ein Beispiel zu nennen, beim Atrazin, das während der Zulassungszeit als „harmlos“ gepriesen wurde, viel zu spät ein Anwendungsverbot erlassen? Merke: Die wissenschaftliche Erkenntnis von heute ist sehr oft der Fehler von morgen. PSM sind lediglich Billigmacher im Produktionsablauf.

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              • Limes sagt

                „Welche Abbauprodukte und deren Reaktionsprodukte kennen wir denn, so dass man ihr Vorhandensein kontrollieren könnte.“
                das ist ein guter Punkt deshalb sollen zwingend alle angewendeten Wirkstoffe/Produkte die strengen Zulassungsprüfungen für zugelassene PSM durchlaufen müßen. In der Realität gibt es aber Produkte z.B die sogenannten Grundstoffe die dies nicht müßen und die mit einer vielfältigen Breitenwirkung ausgelobt werden. Ähnliches gilt für die „speziellen Regelungen“ einiger Anbausysteme. Wahrscheinlich ist es den Verbrauchern bei seiner Kaufentscheidung gar nicht bewusst das es eine Zweiklassengesellschaft gibt und die nur lax gepüften „pesticide“ von Interessensgruppen sogar noch als besonders gut ausgelobt werden. Mehr Heuchelei geht nicht.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            „Ceterum censeo:
            Pestizide schaden der Gesundheit, auch wenn Verhungern noch schlimmer wäre.“
            Ich habe in meiner Kinderzeit noch vage mitbekommen, wie das Obst noch aussah, als es kaum PSM gab.
            Niemand würde heute noch die Äpfel kaufen, wie sie früher waren, da die Zwetschgen waren vermadet und konnten deshalb nicht verkauft werden. Dank der Destillation konnten die Reste teilweise noch genutzt werden. Es gab Zeiten, in denen es möglich war, die Weinlese von 10 Ar in einem Metalleimer nach Hause zu tragen, wie es überliefert ist.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Man kann es sich ja aussuchen, kollektiver Tod durch verhungern, oder durch Pflanzenschutzmittelanwendung. Ob und wie sich Ersteres vor dem Zweiten zeitigt, darf ausprobiert werden.
              Man muss sich nur die Werbeversprechen der nachhaltigen Energiesparenden Waschmittel anschauen, die seit einigen Jahren erklären sie uns, dass man alles mit 30° waschen kann. Diese Leistung ist ohne die chemischen Supermittel wohl kaum möglich.
              Alle Menschen kaufen diese Mittel, weil man dem Versprechen der Weltrettung glaubt und nun stellt sich raus, dass man den Teufel mit dem Belzebub ausgetauscht hat. So ist das eben mit uns Menschen.

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        • Kemetbauer sagt

          @BW
          Hinter der „sozialen Schizophrenie“ steckt oft der Gedanke, dass der korrekte Umgang mit der Umwelt, incl. Nutztiere, ein gesellschaftliches Ziel steht, welches dann natürlich auch von der Gesellschaft getragen/finanziert werden muss. Das ist zwar nicht unlogisch, aber auch nicht mehrheitsfähig.
          Auf der anderen Seite sollten die Folgen des z.B. PSM-Einsatzes auch denen angelastet werden, die sie verursacht haben. Das gelingt allerdings noch nicht einmal bei der als Berufskrankheit anerkannten Parkinson-Krankheit. Gewinne individualisieren und Kosten kollektivieren, ist die Devise. Es wird Zeit, dass sich da etwas ändert. Die strengeren Aufzeichnungspflichten, sind ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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  6. Farmer Billy alias Stefan Michel sagt

    Da würde ich ganz klar unterscheiden: PETA ist eine Sekte, wie die Mormonen oder die Zeugen Jehovas. Kommt ja auch wie alle diese Sekten aus den USA. NABU, BUND und Greenpeace wollen zumindest in Teilen den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, einschließlich Viehhaltung. Über Pestizide und Mineraldünger müssen wir reden, sonst sieht es düster aus für die bäuerliche Landwirtschaft. Auch wenn die derzeit politisch Verantwortlichen in Berlin und Brüssel einen anderen Eimdruck erwecken. Die Umweltverbände müssen sich besser die Realität auf den Höfen ansehen. Und dann kann man sich die Hand reichen.

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    • schmeckt gut sagt

      Wird aber ein sehr dickes Brett, dass gebohrt werden muss. Denn im Hintergrund agieren LW-feindliche Organisationen wie PNA, die in Sachen PS genauso drauf sind, wie PETA im Bereich Tierhaltung. Das ist auch der Grund, warum wir nicht weiter kommen mit einer Lösung der vielen Zielkonflikte. Ein Anfang wäre, wenn die staatliche Unterstützung und das Verbandsklagerecht verringert würden. Wenn ganze Branchen keine Luft mehr zum Atmen haben, wird über kurz oder lang die Politik eingreifen müssen – Staatliche Einnahmen werden wegbrechen. Aber dann ist es zu spät. Wie ich schon mehrfach geschrieben habe: Die „Malocher“ haben dann auch keinen Bock mehr und sind weg.

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  7. Polymesos sagt

    Angriffe auf die Landwirtschaft gibt es gefühlt zunehmend
    wobei ich in der Realworld das gar nicht wiederfinde.
    Nur in der medialen Welt nimmt das immer größeren Raum ein.
    Wahrscheinlich hat Politik einfach wenig mit Realität zu tun.

    Psychologische Studien bestätigen,
    dass Aufklärung über den eigenen ideologischen Irrtum
    die Irrenden in ihrer Halsstarrigkeit bestärkt.

    Wenn also jemand unwiderlegbare Beweise erhält,
    dass alles was er glaubt Quatsch ist,
    dann glaubt er eben das nur noch fester,
    jedenfalls sofern es sich um eine politische Idee handelt.

    Psychologische Studien haben auch belegt,
    dass diese Realitäts Verweigerung bei höherer Bildung
    am dramatischsten ist.
    Wer also überzeugt ist, bereits alles zu wissen,
    wird dadurch in besonderem Maße unbelehrbar
    und Angriffe gegen die Landwirtschaft gehen vor allem
    von Leuten dieses Typs aus.

    Kompromiss wird dadurch quasi unmöglich.
    Konfrontation sogar kontraproduktiv.

    Aktivistischer Umweltschutz ist eine Angststörung,
    so wie die Aktivismen aller politischen Richtungen.
    Es unterscheiden sich zwar die Auslöser,
    aber das Prinzip bleibt gleich.
    Letztlich liegen darin alle Probleme der Menschheit begründet.

    Jede politische Idee ist im richtigen Maß heilsam,
    im Extrem aber eine psychologische Störung.
    Der Psychologe würde in einem solchen Fall eine Therapiebeziehung anstreben.
    In jedem Fall kann nur Vertrauens Aufbau heilsam wirken.

    Der Landwirt sollte also nicht die zugeschriebene Rolle einer
    imaginären Gegenseite annehmen.
    Der Landwirt ist sowieso selbst Umweltschützer,
    aber er hat durch seine besondere Erfahrung
    einen klareren Blick für die Gefahren des extremistischen Umweltschutzes,
    der wie alle Extremismen die ursprüngliche Idee verrät.

    Der Landwirt sollte verdeutlichen,
    warum er fälschlich als Sündenbock gesehen wird,
    und wie historisch erwartbar diese unmoralische Sichtweise ist,
    dass sie aber leider jeden Umweltschutz in die Irre führt.

    Solange Landwirtschaft als gefühlt einzige Umweltsünde wahrgenommen wird,
    können die tatsächlichen Probleme leicht verdrängt werden.

    An sich ist gerade Landwirtschaft ein umweltfreundlicher Beruf.
    Dass das anders dargestellt wird, ist Ergebnis einer kollektiven Störung.

    Die angsteinflösenden politischen Bilder deprimieren bereits
    auf bedenkliche Weise die junge Generation
    und befördern bestimmte Ausprägungen einer Essstörung.

    Der Landwirt könnte der heilende Therapeut sein,
    wenn er sich nicht als Feindbild missbrauchen ließe.

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  8. Limes sagt

    „Gesellschaftsvertrag“ ein nettes wording. Wer ist diese Gesellschaft hat die gemeinsame verbindliche Werte? Eher nein.
    Schon innerhalb der landwirtschaftlichen Gemeinschaft (neudeutsch community) gibt es keine gemeinsamen Wertevorstellungen sondern gravierende Unterschiede und Interessen. Es gibt, ich bezeichne sie mal als aus Sicht ihrer Mitglieder, die „feinere Gesellschaft“ oder auch aus ihrer Sicht “ moralisch überlegene Gesellschaft“ die selbstverständlich mehr Aufemerksamkeit, Unterstützung auch in Form von Geld (Steuergelder) von der „Gesamtgesellschaft“ haben müssen als andere Mitglieder so postulieren sie es nach meinem Eindruck ständig bei jeder Gelegenheit. Am Ende geht es dann doch immer um mehr Kohle vom Staat oder etwa nicht?
    Also wenn Landwirte sich schon nicht einig sind wie soll dann ein gemeinsames Verständnis mit anderen Gruppen wie mit BUND, NABU, Greenpeace oder auch PETA erfolgen?
    Es gibt keine Freunde nur Interessen. Das trifft auch auf diesen vermeintlichen „Gesellschatvertrag“ zu.

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  9. Elisabeth Ertl sagt

    In Österreich gibt es immer weniger Tierärzte, die noch bereit sind, mit Nutztieren zu arbeiten. Sie beschäftigen sich lieber mit Hunden, Katzen, Pferden etc.

    Aber wie begründen das die Ärzte? Kürzlich hat es einer klar ausgesprochen:
    Der gegenwärtige Zustand auf den Höfen gilt den Tierärzten als historisch negativer Ausnahmezustand, der erst enden müsse, ehe Tierärzte wieder bereit wären, die Nutztierhalter zu unterstützen.
    Auch Nutztierhaltung brauche Empathie, die derzeit in hohem Maß fehle. Der Nutztierhalter habe nicht nur für Gesundheit, normales Wachstum und normale Reproduktion zu sorgen, sondern auch Angst, Schmerz und Langeweile von den Tieren fernzuhalten. Die Tiere wollen spielen und daran Freude haben. Und sie wollen vor allem eine vertrauensvolle Beziehung zu ihrem Halter.
    Am meisten verbessert habe sich schon die Geflügel- und Rinderhaltung.
    Viel zu viele Schafe und Ziegen in den Alpen aber sterben, weil sich der Halter zu wenig um sie kümmert, in Österreich beispielsweise jährlich 75.000 unbehirtete Tiere bei einer Gesamtzahl von 500.000, da gehe es nicht nur um Wolfsrisse. Da blicke man in einen Höllenschlund.
    Zwar verfügen Tiere über eine gewisse Frustrationstoleranz und Anpassungsfähigkeit. Die dürfe aber nicht überstrapaziert werden. Wenn Schweine einander in die Schwänze beißen, sei diese Anpassungsfähigkeit eindeutig überlastet. Das Kupieren der Schwänze sei keine Lösung und seit 1992 eigentlich verboten, doch würden noch immer viel zu oft Ausnahmegenehmigungen erteilt.
    Artgerechte Schweinehaltung sei nun einmal sehr teuer. Wenn der Konsument freiwillig nicht zahle, müsse der Staat Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass tierische Lebensmittel viel teurer werden, und wir müssen dafür auf anderen Luxus verzichten.
    Die Kontrolle des Tierwohls müsse ein Geschäftsmodell für Tierärzte werden, es werde viel zu wenig kontrolliert.
    Derzeit werde an einem KI-Tool gearbeitet, welches im Schlachthof am Schweineschwanz ablesen kann, wie es am Betrieb um das Tierwohl bestellt war. (Da geht es nicht nur um Schwanzbeißen und Kupieren, der Schwanz ist generell ein Indikator für Schweinewohl.) Wenn Tiere nicht entsprechen, kann der Halter im Rahmen einer Hofkontrolle zur Verantwortung gezogen werden.
    https://www.bauertothepeople.at/podcast/272

    Als Viehhalter keinen Arzt an der Hand zu haben, ist schlimm.

    Also? Soll man jedes kranke Tier, dem man selber nicht helfen kann, leiden lassen, oder sofort töten und damit noch mehr Hass auf sich ziehen? Noch dazu, wo der Konsument konsequenterweise eh schon immer weniger Fleisch isst?
    Oder gleich mit der Tierhaltung aufhören?

    Oder soll man doch über die Position der Tierärzte nachdenken?

    Warum müssen Lebensmittel immer billiger werden? Sigrid Stagl spricht es deutlich aus: damit die Arm/Reich-Schere ungehindert weiter aufgehen kann.
    https://www.bauertothepeople.at/podcast/276/
    In Zeiten des ersten Billionärs sollten wir uns aus unserer Lethargie erheben und für Gerechtigkeit eintreten. Hoffnung machte da im März eine Diskussion mit Finanzminister Markus Marterbauer und Marlene Engelhorn.
    https://www.youtube.com/watch?v=amOHcF2rNRM&t=20s

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    • Bauer Willi sagt

      @Elisabeth
      „Man müsste mal“…Wie oft habe ich hier schon geschrieben, dass „der Verbraucher“ als oberste Priorität den Preis und den Geschmack hat. Erst dann kommt Regionalität, Bio oder Tierwohl, weil das alles Dinge sind, die nicht ihn persönlich betreffen sondern eine anonyme Allgemeinheit. Und dieser Trend weg von Qualität und hin zum Preis setzt sich weiter fort.

      Wer soll das ändern? Warum soll der Staat die Lebensmittel verteuern? Und was meinst Du, passiert mit demjenigen, der das ernsthaft anpackt.
      Nein, es wird sich nichts Grundsätzliches ändern.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Immerhin verkauft REWE in Österreich beispielsweise zu 100% heimisches Puten-Frischfleisch. Da ist gar kein Preisvergleich mehr möglich. Niemand regt sich darüber auf, im Gegenteil versuchen SPAR und Hofer im Sinne entsprechender Nachfrage mitzuziehen, nur leider gibt es nicht genug. Deshalb werden jetzt neue Mastställe gefördert.
        Wenn der Konsument Vertrauen hat, dass seine Vorstellungen z.B. von Tierwohl umgesetzt werden, steht er zur heimischen Landwirtschaft und zahlt auch mehr. Nur muss man viel für dieses Vertrauen tun, das ist harte Knochenarbeit – frag den Hannes Royer!
        Nur auf die Konsumenten schimpfen hilft da nicht weiter.

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    • Arnold Krämer sagt

      „Der gegenwärtige Zustand auf den Höfen gilt den Tierärzten als historisch negativer Ausnahmezustand“…..

      Was ist los in Österreich? Ist das eine Einzelmeinung? Wie repräsentativ ist das?

      Ich kann’s nicht glauben

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      • Arnold Krämer sagt

        Sind solche Aussagen nicht Teil der permanenten Demütigung eines Berufsstandes?
        Welchem Zweck dienen sie?

        Das alles vor dem Hintergrund permanenter Verbesserungen auch in den österreichischen landwirtschaftlichen Produktionsprozessen , initiert durch stattliche Vorgaben aber noch wesentlicher durch vielfältigen ökonomischen Druck, der Optimierungen und Verbesserungen „erzwingt“.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Deshalb finde ich die Entwicklung dieses KI – Tools wichtig, mit dem aus tierärztlicher Sicht wünschenswertes Tierwohl im Schlachthof am Endergebnis gemessen werden soll, sodass man es dem Tierhalter überlassen kann, mit welchen Haltungsbedingungen er das erreicht, und keine endlosen Diskussionen und bürokratischen Vorgaben mehr braucht, ob und in welchem Maß es Spaltenböden oder Stroh geben darf/soll oder nicht, und welche Schweinerasse ins Freie soll und welche nicht etc.
            Fakt ist halt, dass allzu viele Schweinebetriebe derzeit kein wünschenswertes Ergebnis erzielen, während Rinder- und Geflügelbetriebe da schon viel weiter sind.
            Und ehrlich: wenn man einmal den Geschmack natürlich gehaltener Schweine kennt, dann greift man in keine Supermarktvitrine mehr, weil dort die Qualität unterirdisch ist. Die Schweinebauern wissen das ja selber und halten die Tiere für den Eigenbedarf ganz anders als die für den Verkauf. Und es hat halt seinen Grund, dass der Schweinefleischkonsum kontinuierlich sinkt, während Geflügelfleisch mehr nachgefragt wird.

            • Rathje Clasen sagt

              Frau Ertl , dieses System gibt es in Deutschland.
              Tönnies z.b. hat seit Jan.26 ein Bonus /Malus Berechnung für Tiergesundheit eingeführt.
              Das hat Lenkungswirkzng.
              Und wenn man geschundene Tiere abliefert , muss man seit Jahrzehnten mit Anzeige des Veterinäramtes rechnen .
              Das sowas in Österreich erst jetzt kommt , wundert mich.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Es geht hier nicht um geschundene Tiere. Das ist wieder so eine Polemik, wo es mich nicht wundert, wenn sich die Landwirtschaft beim Rest der Gesellschaft unbeliebt macht.
                Johannes Baumgartner arbeitet im Rahmen eines EU-Projektes an Kriterien für Tierwohl, die man nachträglich am Schlachtkörper ablesen kann.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Wohlstandsverwahrlosung, nichts anderes. Glückserkennungs-Tools für Menschen wären doch ökonomisch viel erfolgreicher. Tier-Erkennungstools dienen lediglich der Unterdrückung des Tierhalters und zur Erzeugung eines guten Gewissens beim Verbraucher…aber nur bei dem, der es sich leisten will und kann. Der Rest stillt lediglich seinen Hunger.
                  Ich fasse es nicht….ihr habt ja noch mehr „sonst keine Probleme“ als wir.🙃

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                • Rathje Clasen sagt

                  Frau Ertl , seit ca 30 Jahren gibt es das QS System in D., ohne diese Zertifizierung man kein Mastschwein verkauft bekommt , egal welche Haltungstufe.
                  Darin ist ein Salmonellen, ein Antibiotika , und ein Tiergesundheitsmonitoring integriert.
                  Damit bekommt jeder Mäster vierteljährlich einen neuen Index , den man zusammen mit Tierarzt und Beratung als Grundlage für Optimierungen nutzen kann.
                  Zu den Mastställen :
                  Die alten Hütten von vor 100Jahren haben wir
                  Gott sei Dank abgerissen.
                  Aktuell sind die Ställe aus 1993 bis 2000 .
                  Da geht es den Tieren wesentlich besser.
                  Vielleicht kommt ein Umbau auf HS 3.
                  Aber das Vertauen in den Markt ist schlicht nicht da.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Zur Erinnerung, Baumgartner ist nicht bei PETA, sondern lehrt an der VetMedUni in Wien.
                Der Landwirt hat nicht immer Recht, und der Konsument hat nicht immer Unrecht. Nur hier auf diesem Blog ist es angeblich so.
                Irgendwann in den 1970er Jahren ist in der Tierhaltung der Anstand verloren gegangen, und der Konsument fordert den halt jetzt wieder ein. Und Baumgartner erkennt die bereits erzielten Fortschritte sehr wohl an (Rinder, Geflügel) Und jetzt sind halt die Schwene dran.

                • Arnold Krämer sagt

                  Gut, dass die Schweine zumindest in D heute nicht mehr so gehalten werden wie in den 1970er Jahren

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                • Reinhard Seevers sagt

                  „Irgendwann in den 1970er Jahren ist in der Tierhaltung der Anstand verloren gegangen, und der Konsument fordert den halt jetzt wieder ein. Und Baumgartner erkennt die bereits erzielten Fortschritte sehr wohl an (Rinder, Geflügel) Und jetzt sind halt die Schweine dran.“

                  DAS ist kompletter bullshit. 50 Jahre Anstandslosigkeit und jetzt erkennen österreichische „Experten“ diese Probleme. Was hat denn die Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren gemacht bei euch? Wenn ich die Fa. Schauer anschaue, die in Sachen Schweinehaltungstechnik führend in Europa ist, dann frag ich mich, ob ihr noch alle Tassen im Schrank habt. Wo sind denn die Fortschritte bei den Rindern? Allein das Verbot der Anbindehaltung ist ein Erfolg? Wie wird denn demnächst die Laufstallhaltung klassifiziert werden, die ganz andere und neue Herausforderungen mit sich bringt. Ich könnt k…..bei so einer Heuchelei.

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                • Christian Bothe sagt

                  Elisabeth Ertl: Da hauen Sie aber ganz schön „auf die Kacke“ Frau Ertl! Als ehemaliger „Schweinefürst“ vor und nach der Wende mit Großanlagen sehe ich die Qualität des industriemässig erzeugten Schlachtschweines vollkommen anders! Auch zu Tierärzten habe ich eine ganz andere Erfahrung gemacht! Uns hat immer ein Schweinefachtierarzt betreut, um Tierverluste so gering wie möglich zu halten. Das ist übrigens auch die Aufgabe eines Tierarztes, die Gesunderhaltung eines Nutztierbestandes und von effizienter Wichtigkeit. Scheinbar geht man in Österreich andere Wege mit dem Berufsbild eines Tierarztes um?

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @AK
                  Nach heutigen Standards war die Schweinehaltung zu dieser Zeit nicht ideal.
                  Auch bei modernen Ställen wird heutzutage der Schweinehalter von vielen als Tierquäler angesehen.

                  In den 1970er Jahren war der Schweinehalter eine Person, die für die Versorgung mit Fleisch im Alltag verantwortlich war.

                • sonnenblume sagt

                  Diese Aussagen machen mich sprachlos. Wie soll man solche Aussagen bewerten, geschweige denn komentieren.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Nein, bei uns gibt es keine 70er Jahre-Ställe. Und auch Schlachtschafe werden zurückgewiesen, wenn sie Durchfall haben. Ich wusste nicht, dass in D. kein Schwein mehr den Schwanz eines anderes Tieres anknabbert ….

            • Arnold Krämer sagt

              Geschmacksunterschiede bei deutlich unterschiedlich gehaltenen Schweinen sind der unbedeutendste Grund für Änderungen in der Nachfrage von Schweinefleisch im Vergleich zum Geflügelfleisch. 98% der Verbraucher kennen die Unterschiede doch garnicht und können es auch nicht wissen.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Die Verbesserungen bei Rindern und Geflügel werden eh positiv hervorgehoben, aber die Schweinehaltung und unbehirtete Weidetierhaltung gelten als großes Problemfeld.
          Leider ist ein großer vorbildlicher Schweinebetrieb, der medial auch groß promotet wurde, pleite gegangen, weil er zu optimistisch war und zu stark expandiert hat. Jetzt macht er aber kleiner wieder weiter.
          https://fleischundco.at/genuss-trends/sonnenschwein-comeback-biohof-hackl
          Er ist nicht der einzige in Österreich. Auch der Bergerhof ist viel in den Medien.
          https://www.bergerhof-krakauebene.at/die-schweine/

    • Rathje Clasen sagt

      Frau Ertl , Edeka Süd kündigt gerade Schwein HF 3 und 4 Programme, weil der Absatz zu Festpreismodellen , wo alle Kosten ,auch die der Landwirte , berücksichtigt sind ,
      nicht an der Ladentheke abgesetzt werden können.
      Stattdessen bieten sie weiter feste Aufschläge auf den Grundpreis für HF 1 .
      Das bedeutet für einen Schweinebetrieb , der mindestens 6 stellig investiert hat:
      Er bekommt nicht mehr 2,50 pro kg SG Festpreis , sondern 40 Cent Aufschlag auf aktuell 1,50 pro kg SG. Also 1, 90 pro kg.
      Da fehlen 60 Euro pro Schwein .
      Bei 1000 Mastplätzen und 3 Durchgängen fehlen also 180000 Euro pro Jahr.
      Was die Landwirte und die Banken dazu sagen , können sie sich sicher denken.
      So geht Vertrauensverlust an LEH und Verbraucher.

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  10. Rathje Clasen sagt

    Bei den Roggenpreisen könnte man fast auf folgende Idee kommen . Beim Dreschen bißchen mehr Wind. Gleich nach der Ernte eine abfrierende Zwischenfrucht in Direktsaat .
    Alles andere regelt sich dann von selber, bei angepassten Kosten.
    Nur so eine Idee für Grenzböden

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    • Stadtmensch sagt

      Gibt es etwa Bewirtschaftungsprobleme auf Grenzböden, die zu schleichender Degradierung, prekärer Perspektive angesichts allfälliger Anbaurisiken und Verzehr der Substanz führen? Seien sie besser als ihre Kollegen auf den Schokoladenböden! Es liegt nur an Ihnen! Alles andere ist Sozialismus und führt in kollektive Verarmung. Wettbewerb werter Herr Clasen. Wettbewerb!

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      • Rathje Clasen sagt

        Bei Roggen geht das , bei allen anderen Getreidearten ist das Quatschkram.

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  11. Arnold Krämer sagt

    Die „Richtung“ der Landwirte wird bestimmt durch die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, gestaltet durch Brüssel, Berlin, die Bundesländer aber sogar auch die zuständigen Verwaltungen vor Ort. Der Landwirt als Unternehmer kann dazu JA oder NEIN sagen, aufhören oder weitermachen. Kompromisse sind für ihn dann innerbetrieblicher und innerfamiliärer Natur.

    Die Probleme für den Sektor, der immer kleiner und auch heterogener wird, haben ihren Ursprung auf der politischen Ebene. Die Apparate sind beginnend mit den 1970er Jahren immer mehr (auch im Agrarbereich) besetzt worden mit Personen, die die marktwirtschaftliche Ausrichtung der Gesellschaft bekämpfen, indem sie den Staatseinfluß ausweiten und die Freiheitsgrade beschränken. Begründet wird dies letztlich immer mit dem Streben nach mit Sicherheit, Gerechtigkeit und Moralität.

    Was die Apparate vorarbeiten beflügelt durch mediale Unterstützung und Forderungen kann von Politikern in Koalitionsregierungen mit CDU-„Führung“ nicht oder kaum gestoppt werden. Beispielhaft steht dafür auf EU-Ebene für mich, dass U. v.d. Leyen den Green Deal (teilweise umgesetzt, mittlerweile aber größtenteils bereits Geschichte) der EU nur sehr wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt verkündete.
    Das war alles jahrelang vorbereitet worden. Was bleibt sind dann in den finalen politischen Entscheidungsprozessen „Nachhutgefechte“ mit meist fauen Kompromissen und ein unentwirrbares Knäuel an Regelungen, deren Korrektur eigentlich nur durch „Abschaffen“ möglich ist. Aber…. wer hat dazu den Mut in den politischen Parteien.

    Nur ein Beispiel:
    Die CDU geführte Landesregierung in Berlin hat ja nicht einmal den Mut, ihren Normenkontrollantrag beim Bundesverfassungsgericht zurückzuziehen, mit dem sie jeden, aber auch jeden Topjuristen überfordert. Es geht um die Frage, ob bestimmte Detailvorschriften in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (Schwein) mit dem Grundgesetz vereinbar sind.

    Es hat in den vergangenen Jahrzehnten viel zu viele Kompromisse bei politischen Entscheidungen gegeben. Die Landwirtschaft als konservativer, bürgerlicher Teil der Gesellschaft war mit fast allen seinen Verbänden Teil der „Bückbürgertums“, so wie ihn U. Poschardt in seinem aktuellen Buch beschreibt. Man ist dem vermeintlichen Zeitgeist hinterhergerannt ohne klare eigene Ziele, außer vielleicht dem Wunsch, das Schlimmste zu verhindern und ein Stück weit an die Staatsknete zu gelangen.

    Wer mehr über das grundsätzliche Versagen erfahren möchte, sehe sich diesen Film an. Es lohnt sich.
    https://youtu.be/rVAA0p5djjM?is=EKrjQFmxqFJMow5z

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    • Stadtmensch sagt

      Schade eigentlich, dass der ökonomische Sachverstand in diesem Land so wenig „intellektuell“ ist, und sich mit kommerzieller Dampfplauderei in der eigenen Bubble zufrieden gibt.

      Das sogenannte romantische Naturverständnis ist, wie der Name schon sagt, eine zutiefst bürgerliche Sicht des reaktionären Teils der Gutsituierten. Also Aufklärer bzw. Marktradikale versus Romantiker. Das Werk zum Beispiel von Herrmann Löns ist ein gutes Beispiel. Tipp: „Isegrimms Irrgang“. Wurde auch schon von den Nazis stark rezipiert für den ideologischen Unterbau der Blut und Boden Politik.

      Das wird ein lustiger Schwarz blauer Block, der auf der einen Seite die Kettensäge schwingt und auf der anderen esoterisch angehauchte „Großgrundbesitzer“ mit Steuergeschenken zur Wiederherstellung einer Caspar David Friedrich Landwirtschaft überreden will. Aber ja, schön. Nur die Deutschen kriegen so Selbstzerfleischung hin. Das scheint eine Konstante zu sein. Folklore für das Regiment der Kapitalrendite. Schwamm drüber. ..

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      • Arnold Krämer sagt

        Stadtmensch, Sie haben in diesem Blog viel mitgelesen, aber bei weitem nicht alles verstanden. Den um Steuergeschenke bettelnden, esoterisch angehauchten „Großgrundbesitzer“ in dieser Kombination gibt es nicht.
        Das Rufen nach Staatsknete ist leider bei den Agrarverbänden eine weit verbreitete und Jahrzehnte eingeübte Unsitte. Das sollte aufhören.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Stadtmensch, gehen dir nicht langsam die Schwämme aus, so oft, wie du die nutzt?🤓
        Deine klassenkämpferische und Nationenfeindliche Sicht auf deine Mitbürger ist mittlerweile legendär, aber auch ermüdend, finde ich.

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    • Kemetbauer sagt

      @AK
      Wie kommen Sie darauf, dass die C-Parteien die von Ihnen geschilderte Entwicklung stoppen wollen würden? Sind Sie da nicht einer Fehleinschätzung erlegen? Hier in ST ist die C-Partei seit 25 Jahren in unterschiedlichen Koalitionskonstellationen an der „Macht“. Schauen Sie sich die Entwicklung der Landwirtschaft hier an. Veredlung raus und Ackerbau drangsalieren, ist die mitgetragene Devise.

      • Arnold Krämer sagt

        CDSU sind wichtiger Bestandteil des Bückbürgertums. Ihre Wähler haben immer die Hoffnung gehabt, dass…. Letztlich hat aber bisher immer der links-grüne Zeitgeist die Oberhand behalten.

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        • Kemetbauer sagt

          @AK
          Das ist auch für die Zukunft die Option, wenn nicht Gravierendes dazwischen kommt.

  12. Smarti sagt

    Der Kampf von PETA und Co gegen Nutztierhaltung wird ja mit sehr harten Bildern und Worten geführt. Bestimmt sind nicht alle „Werbebilder“ von diesen Organisation in Deutschland hergestellt worden – aber es wird so dargestellt, als ob dies so in deutschen Ställen ganz normal ist. Dass Landwirte eben Land-und Brunnenvergifter und Tierquäler sind.
    Und weil es immer weniger Landwirtschaftsbetriebe gibt, gibt es auch immer mehr Leute, die noch nie mit Tieren gearbeitet haben, die erleben einfach nicht mehr, dass Kühe ein glückliches Leben in der Herde haben. Das es Haustiere sind, die auf den Halter angewiesen sind, vor allem Milchkühe sind absolut zahm und verhalten sich auch nicht viel anders als unser Hund. Die Leute sehen es nicht mehr, dass Schweine auch in Stallhaltung miteinander auf schweineart kommunizieren und leben und auf den Betreuer reagieren.
    Und so kommt es zu einem Zustand wie jetzt hier in Deutschland. Die Lehrer (Achtung; es gibt auch viele Ausnahmen, in der Schule unserer Kinder stand 3 h Bauernhof pro Woche auf dem Stundenplan, die machen das toll !) bringen schon den Kindern bei, dass Massentierhaltung, Gewässerverschmutzung, Überdüngung etc. von den Bauern kommt. Gerade bei den Jugendlichen im Studium muss das grausam sein, so wie ich immer wieder Rückmeldungen von „meinen“ Kindern kriege. Da kommt ein Kind, welches zugibt, ab und zu Fleisch zu essen schon richtig unter die Räder. Und zwar sowohl vom Lehrer als auch von den Mitschülern. Auch das vergiften vom Acker mit G.. ist das immer wieder Thema. Und weil eben jeder Konsument ein bisschen ein schlechtes Gewissen eingeredet bekommen hat – weil er ja Zeugs vom bösen Bauern bezieht – traut er sich nicht mal mehr, Partei für seinen Ernährer zu ergreifen. Nein, tief im Innern möchte er ja keine Tiere leiden/sterben sehen… also verdrängt er, dass er davon lebt. Und solange das Essen aus dem Ausland gekauft werden kann, ist dies auch kein Problem (für ihn). Die deutschen Tiere isst er ja nicht mehr, da kann Urwald drauf.
    Mit „weniger Fleisch“ – das synonym von „ich kann den Leuten leider das Essen nicht verbieten, das gäbe Ärger“ – aber ich kann es ihnen über die Jahre madig machen. Indem ich Gesetze verschärfe, Landwirte vergraule, Naturschutzgebiete ausweise, damit den Preis der umstrittenen tierischen Lebensmittel erhöhe und gleichzeitig aber nicht zu stark. Dabei hilft dann ein Mercosurabkommen natürlich enorm, oder eine Vereinbarung mit der Ukraine..
    Ohne jetzt dauernd jammern zu wollen oder schlechte Laune zu kriegen… die Arschkarte haben wir gezogen. Reden und Kompromisse eingehen mit jemandem, der Dich ganz unverhohlen fertig machen will ? Die Klammer ist bereits so scheisse eng, da ist ein aufhören mit nett sein nicht mehr freiwillig, sondern lebensnotwendig.

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  13. Rathje Clasen sagt

    Im Moment wird die Politik kompromissbereit.
    Überlegen die in Brüssel doch tatsächlich,
    Liquiditätshilfen für den bösen Mineraldüngereinkauf zu gewähren.
    Möchten Sie vielleicht Konfrontationen durch
    Lebensmittelknappheit vermeiden.??
    Bei diesem Thema sitzen alle im gleichen Boot,
    wo nicht mal eben Fehlmengen in zb. Deutschland durch Übermengen in Polen ausgeglichen werden können.

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    • Kemetbauer sagt

      @RC
      „Liquiditätshilfen“ sind Hilfen für die Bank. Dort ist nämlich viel zu viel Ruhe an der Kreditfront. Also bekommt das Kind einen anderen Namen, die Voraussetzungen werden reduziert und schon fließen die Mittel. Wer soll denn, wann und wovon diese Darlehen locker tilgen? Wieder ein Baustein mehr in der Mauer der Abhängigkeit.
      btw: Passend zum Sommeranfang. Hier rumort und grummelt es heftigst. Der Himmel ist fast rabenschwarz, es stürmt und erst dicke Tropfen fallen. Draußen liegen 60ha Heu, fertig zum Pressen. Locker bleiben!

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      • Rathje Clasen sagt

        Kemet, sehe ich genauso.
        Wir können nur von einer Spanne leben, nicht von Hilfen.

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          • Arnold Krämer sagt

            SO ist das. Man fragt sich nur ob das die Politiker wissen und verstehen und was sie bewegt, diese Verteil-Entscheidungen über fremdes Geld zu treffen.
            Ist es der unheilvolle Einfluß von Lobby-Organisationen mit Zugang zu den Apparaten und den Politikern und deren Unfähigkeit/Unwillen NEIN zu sagen?

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    • Martin Aupperle sagt

      @R Cl
      vor nicht allzu langer Zeit (im Frühjahr) war eine Meldung im Net(z) wie hoch die Einfuhrzölle auf Stickstoffdünger von der EU-kommission beschlossen worden sind und wie diese sich bis 2028 steigern. Am Ende wären das 480,–€/Tonne geworden, nun habe ich leider nicht den Artikel/die Meldung gespeichert und ich möchte deshalb die Frage an alle richten, wer hat das auch gelesen und evtl. gespeichert bzw. kann es abrufen??..
      Der Hammer ist nun aber dass Zuschüsse wg der hohen Düngerpreise gezahlt werden sollen und ich habe so den Verdacht dass die Lw mal wieder verarscht werden sollen.

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  14. Jek sagt

    Guten Morgen
    Ich habe gestern mit einem Landwirt gesprochen, der immer sehr auf Qualität Getreide produziert hat. Da das Zentrallager der Zentralgenossenschaft nun aber 20 km weiter entfernt ist und diese immer irgendwelche Qualitätsmängel finden um am niedrigen Preis noch mehr abzuziehen, bekommt es nun ein Nachbar mit Fresser Aufzucht und Biogasanlage. Er hat auch noch dazu gesagt auch wenn er es dem Handel verkaufen würde, da wo Mangel an Nahrung ist kommt davon trotzdem nichts an.
    Also maximale Kosten Einsparung= weniger Verlust.
    Investitionen Fehlanzeige weil nicht mehr zu erwirtschaften.
    Allen einen schönen Sommeranfang.

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  15. Kemetbauer sagt

    Der Fehler beginnt schon mit „wir Landwirte“. Die Landwirte sind heute ein sehr heterogener Haufen. Der Markt hatte es erforderlich gemacht, sich zu diversifizieren. Was für den einen gut ist, kann für den anderen Landwirt schlecht sein. Somit ist von Einigkeit keine Rede mehr. Viele „Zukunftsbetriebe“ haben, aufgrund von heftigen Finanzierungen, noch lange Finanzierungszeiträume zu überstehen.. Das schränkt eine evtl. Kompromisslosigkeit heftig ein. Die Bank möchte ihre Kohle zurück. Machen wir uns nichts vor, viele Berufskollegen sitzen im Hamsterrad und das z.T. für noch lange Zeit. Die, die die Investitionen nicht getätigt hatten, beschäftigen sich heute eher mit Ausstiegsszenarien als mit Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft, da der Investitionsstau kaum aufzuarbeiten ist. Kampf oder Kompromiss ist nur noch auf der Illusionsebene ein Gedankenspiel.

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    • Bauer Willi sagt

      @Kemetbauer
      Kennen Sie einen Landwirt, der mit der derzeitigen Situation glücklich und zufrieden ist? Sind Sie es? Von daher ist die Verallgemeinerung „wir Landwirte“ meines Erachtens schon erlaubt.

      5
      • Reinhard Seevers sagt

        Ich würde Kemetbauer zustimmen. Über das „wir“ haben „wir“ ja hier schon häufig diskutiert und dennoch nie klären können, wer es eigentlich ist. Die Diskussion über die Identität wurde auch immer ausgeklammert, weil sie in unserem Diskursraum als völkisch – nationalistisch verbrannt ist. Und auch DER Bauer/Landwirt will nicht mit allen Kollegen in einem Topf landen, schließlich ist man selbst doch anders/besser……

        3
      • Kemetbauer sagt

        @BW
        Bevor man sich mit der „derzeitigen Situation“ auseinandersetzt, muss man zunächst einmal seine eigene Situation erfassen. Ja, ich bin mit meiner aktuellen Situation recht zufrieden. Das ist natürlich eine relative Aussage. Ich sehe hier um mich herum Ackerbauern, die aktuell fast komplett in der Luft hängen. Die vom auslaufenden Getreidehandel angebotenen Kontrakte sind jenseits von Gut und Böse. Alternativen allerdings, weil auch über Jahre vernachlässigt, gibt es kaum. Hohe Kosten und schlechte Erzeugerpreise, lassen, trotz eines absehbar guten Naturalertrages, keine gute Stimmung aufkommen. Wirklich fassungslos macht allerdings eine nicht erfassbare Perspektive und zwar schon für die nächste Aussaat. Für diese Region hier oben ist das die, ökonomisch betrachtet, dritte unterdurchschnittliche Ernte. Ein konv. Berufskollege sagte kürzlich: Es ging schon im letzten Jahr ans Eingemachte“. Verglichen mit der beschriebenen Situation, geht es mir wirklich gut. Und ja, ich kenne einige Kollegen, denen es auch recht gut geht. All diese Betriebe kennzeichnet eine gute Flächenausstattung, eine Veredlungswirtschaft, eine geringe Risikobereitschaft und ein rigides Kostenmanagement.

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        • Bauer Willi sagt

          @Kemetbauer
          Danke für die Ausführungen. Ich werde bei passender Gelegenheit unserem Agrarminister mitteilen, dass Sie zufrieden sind und es Ihnen gut geht.

          Wir haben Weizenkontrakte mit 200 €/t und Rapskontrakte mit 510 €/t. Damit sind wir auch zufrieden.

          Mir geht es aber weniger um die finanzielle Situation, die natürlich individuell unterschiedlich ist. Was mich umtreibt ist die Einstellung meiner Mitbürger zur Landwirtschaft und wie unsere berufsständischen Vertreter damit umgehen. Sind Sie damit auch zufrieden? War aus Ihrer Sicht die ZKL ein Erfolg? Was hat die Borchert-Kommission gebracht? Und wie erklären Sie einem Mitmenschen, dass die deutsche Landwirtschaft einen jährlichen Schaden von 90 Milliarden € verursacht? (Was von DBV und DLG unterschrieben wurde)

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          • Kemetbauer sagt

            @BW
            Die Einstellung der Mitbürger zu der von mir praktizierten Landwirtschaft, ist eigentlich positiv. Die berufsständischen Vertretungen hatte ich schon zu Beginn meiner Landwirtszeit kennengelernt und mich dann endgültig von ihnen verabschiedet. Die interessieren mich also nur noch peripher. Ich hatte hier auch schon einige Male geschrieben, dass ich mich für meinen Betrieb einsetze. Auf Funktionäre, egal welcher Color und Institution, möchte ich mich da nicht verlassen.
            btw: Wer wird denn neuer „Bauernpräsident“?

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          • Eckart Grünhagen sagt

            Niemals hätte meiner Meinung nach unsere Berufsvertretung (der Tranzparenz halber: Ich bin kein Mitglied irgendeiner bäuerlichen Interessenvertretung) das ZKL-Papier unterschreiben dürfen, weil es u.a. auch auf eine Form der Enteignung der Bauern hinausläuft.

            Meine These: Die ZKL diente nur der Gesichtswahrung der Beteiligten. Geld für die Umsetzung der Vorschläge wird sowieso nicht bereitgestellt werden, so dass man jede Absichtserklärung unterschreiben kann. Ohne die Konsequenzen fürchten zu müssen.

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  16. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    In Anbetracht der politischen Zustände: Kompromiss ist aussichtslos, also Konfrontation und am besten auch Ignoranz. Da ruft doch letztens ein „Biodiversitätsberater der Landwirtschaftskammer an bezüglich Vertragsnaturschutz. Wusste gar nicht das die das jetzt schon aktiv machen. Gibt 1600€/ha, aber Vertrag und der Staat hat einen Fuß in der Tür. Viele Landwirte finden das gut, aber es stärkt das staatliche System und, beschwert euch anschließend bitte nicht.

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  17. schorsch summerer sagt

    Deine Kooperation und Anbiederung mit Vereinen oder NGOs die selbst nicht wirklich wissen was sie wollen. Jedesmal wenn die Rechnung präsentiert wird dann weichen sie erst aus und laufen anschließend davon. Das ist das Grundsatzproblem. Keine Firma würde sich dauerhaft auf so einen Vertragspartner einlassen. Warum also wir? Mit dem Staat mache ich es mittlerweile auch so. Erst bekommt man ein wenig Geld und danach viel Ärger. Brauche ich nicht, will ich nicht. Ich lasse mir von denen doch das Leben nicht versauen.

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  18. Eckart Grünhagen sagt

    In den letzten Jahren ist es auf so mancher Verbandsebene chic gewesen, die sogenannten „Stakeholder“ bei der Entscheidungsfindung überproportional einzubeziehen. Teils mit Willenserklärungen, die einen immensen Vermögensverlust für uns Bauern nach sich ziehen können, wenn der Staat nicht in die Bresche springt. Dass dem Staat das Geld auszugehen droht, konnten sowohl Borchardt-Kommission und als auch ZKL ahnen, aber sie ignorierten das bei den hehren Zielen des „Stakeholder-Umarmens“. Auch der „Rat der AgoraAgrar“ verfolgt das Ziel, auch Berufsvertretungen auf Agora-Ziele einzunorden.

    Schaut man sich Reden u.a. beim Linken- oder Grünen-Parteitag an, bleibt dem ländlichen Raum nur, die Konfrontation zu suchen, um eigene, vernünftige Ziele durchzusetzen. Ansonsten versinken wir im gutmenschelnden Sozialismus.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Schaut man sich Reden u.a. beim Linken- oder Grünen-Parteitag an, bleibt dem ländlichen Raum nur, die Konfrontation zu suchen, um eigene, vernünftige Ziele durchzusetzen. Ansonsten versinken wir im gutmenschelnden Sozialismus.“

      Im ländlichen Raum herrscht aber keine Waffengleichheit. Die Zahl aktiver Landwirte steht einer Mehrzahl „anderen“ gegenüber.
      Der ländliche Raum wird gerade aufmunitioniert gegen Stromtrassen, gegen Windräder, gegen PV, gegen Infrastrukturmaßnahmen, gegen alles…..und DIE Landwirtschaft ist immer irgendwie und irgendwo damit verwoben.

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  19. Reinhard Seevers sagt

    Ich glaube nicht, dass es eine Frage von Kompromiss versus Konfrontation ist. Der Handlungsspielraum der Landwirtschaft ist so sehr verengt, die Komplexität an Forderungen so hoch, dass ich nicht erkennen kann, wie es zu einer Lösung im Sinne von „Überleben“ der Landwirtschaft im klassischen Sinne kommen könnte. Jeder sucht sich seine Lücke im System oder streicht die Segel. Wenn ich „Landwirtschaft“ wäre, würde ich mich zuerst der medialen Darstellung verweigern und nicht ständig neue Bilder produzieren, die eine „neue“ Landwirtschaft vorgaukeln, damit die Öffentlichkeit einem den Kopf streichelt.
    Die Architektenschaft ist ähnlich unterwegs, nur dass da jeder dem anderen ein Konkurrent ist. Öffentlich wird aber das Bild der gemeinschaftlichen Weltrettung verbreitet. Am Ende kann jeder nur dann wirken, wenn das Kapital für Wolken-Kuckucksheim bereit gestellt wird. Wenn aber das Kapital in Waffen gesteckt wird, dann ist eben Ende Gelände.

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    • Smarti sagt

      „Wenn das Kapital in Waffen gesteckt wird, dann ist eben Ende Gelände“.
      Das verstehe ich sowiso nicht, dass eine Autofirma mal eben zum Waffenprofi umgebaut wird. Wie lange wurde das vorbereitet, dass es keine anderen Arbeitsplätze mehr zur Auswahl gibt ? Wie kann eine Firma, die schon so lange übelst vom Staat ausgepresst wird und mit Abgasgesetzen quasi getötet wurde noch freiwillig weiter machen ? Und diesmal sogar mit Spielzeug, das Menschen killt.
      Upsi, kann man das für die Landwirtschaft auch so formulieren ? Erst die Nahrungsmittelproduktion kaputt gemacht und dann sollen sie bitte bei der Umwandlung von wertvollem Landwirtschaftsland in Brombeerurwald mithelfen ? Quasi gegen Bezahlung den Nachkommen den „Atomreaktor in die Luft sprengen“ ?

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      • Arnold Krämer sagt

        VW kommt gegen die Konkurrenz der Chinesen nicht mehr an. Sie sind bei mittlerweile vergleichbarer oder sogar besserer Qualität chinesischer PKW schlicht zu teuer. Der nationale Kunde denkt und kauft nicht national, sondern bestellt z.B. auch bei Temu.
        Die Waffenproduktion ist der „Rettungsanker“ für Firmen, deren Produktion aus verschiedenen , auch selbstverantwortbaren und politische nGründen zu teuer geworden ist.

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      • Georg Model sagt

        @Smarti. Alle deutschen Automobilfirmen haben bereits schon im WK II für die Rüstung produziert. Selbst als ich bei der Bundeswehr meinen Wehrdienst geleistet habe hatten wir Fahrzeuge aller deutscher LKW und PKW Hersteller im gebrauch.
        zwar waren nicht alle diese Fahrzeuge automatisch Waffen, aber sie waren alle für den den Militärgebrauch modifiziert und konnten teilweise sogar mit Waffen bestückt werden.Ein großes Geschäft war es wohl mit der Bundeswehr nie und wird es auch in Zukunft nicht werden.
        Aktuell ist es aber der Griff nach dem letztem Strohhalm der Automobilkonzerne
        bevor sie viele Werke an ausländische Konzerne , vorwiegend aus China verkaufen müssen.Die Konzerne haben bestimmt auch nicht mehr Vertrauen in die deutsche Regierung als wir Bauern, aber auch sie sind nicht ganz Unabhängig und werden auch eher wie wir gezwungen in irgeneiner Form weiterzumachen damit die politische Blase erst Jahre später zerplatzt und die ReGIERenden ihren Schäfchen im trockenen haben.

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