Anstatt das über 100 Jahre alte Haber-Bosch-Verfahren zu nutzen, wozu Erdgas benötigt wird, ahmt NitroCapt mit einem speziellen Plasmareaktor die Natur nach. Wenn ein Blitz einschlägt, spaltet die extreme Energie den Stickstoff in der Luft, sodass er sich mit Sauerstoff verbindet. NitroCapt nutzt sauberen, erneuerbaren Strom (aus Wind- oder Solarkraft), um in diesem elektromagnetischen Reaktor Stickstoff direkt aus der Luft zu fixieren. Der Reaktor wird Sunifix (R) -Reaktor genannt. NitroCapt hat 2025 in Stockholm den mit 2 Millionen US-Dollar dotierten Food Planet Prize gewonnen. Die Jury würdigte das schwedische Startup für seine SUNIFIX®-Technologie, die den fossilen Engpass und den hohen CO₂-Fußabdruck der Stickstoffdünger-Industrie verringern soll.
- Kein Wasserstoff nötig: Da das Verfahren den Stickstoff direkt oxidiert, benötigt es im Gegensatz zu herkömmlichem grünem Ammoniak keine riesigen, vorgeschalteten Wasserstoff-Elektrolyseuranlagen.
- Geringerer Verbrauch: Laut Angaben des Unternehmens senkt der SUNIFIX®-Prozess den theoretischen Energiebedarf für die Stickstofffixierung massiv im Vergleich zu klassischen Verfahren. Zudem wird die entstehende Abwärme zu 95 % zurückgewonnen.
- Die Reaktoren von Nitro-Capt sind modular und skalierbar und können direkt in Containern regional oder direkt bei Agrargenossenschaften aufgestellt werden.
- Das macht Landwirte unabhängig von globalen Lieferketten und fossilen Gasimporten (z. B. aus Russland).
- Das Endprodukt ist ein hochwertiger, direkt pflanzenverfügbarer Nitratdünger, der im Gegensatz zu manchen Standarddüngern den Boden nicht versauert.
Ich habe diese Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengestellt. Ich kann nicht beurteilen, ob die gemachten Angaben dazu ausreichen, wirtschaftlich zu arbeiten. Eine dezentrale Herstellung aus erneuerbarer Energie wäre meines Erachtens ein echter Fortschritt.


Das neue Verfahren macht Hoffnung auf die so wichtige Stickstoffgewinnung aus der Luft mit dezentralen, energiesparenderen Anlagen. Vielleicht kann sie so aus der massiven Kritik rauskommen. Wenn allerdings bei NTV heute wieder eine Doku läuft, in der so nebenbei die Bienen als lebenswichtige Bestäuber von 75% des weltweiten Getreides erwähnt werden, ist diese Hoffnung gleich wieder dahin – tierische Killer heißt der Beitrag. Es ist zum Haareraufen.
Die Sunifix Technologie wird von der Firma NitroCapt gefördert. Interessant ihre Partner sind Landwirte aus 3 Ländern in den Agrargenossenschaften Lantmänen (Schweden 19000 Landwirte), Felleskjopet (Norwegen 40000 Landwirte) sowie der DEVERBAND (ldw Genossenschaft Luxemburg.
Von der Idee N in dieser Form zu produzieren bis zur Umsetzung als Geschäftsmodell hat es nur 10 Jahre gedauert. Das geht wahrscheinlich wohl nur ausserhalb von D.
https://nitrocapt.com/about/
Bisher nur im Laborstadium. Die letzte Meldung zum Entwicklungsstand ist vom Nov. 2025, wo der Umzug in größere Räumlichkeiten angekündigt werden:
„Dies wird unsere Fähigkeit stärken, Forschung, Tests und Prozessentwicklung durchzuführen“
Danach gibt es keine weitere Pressemitteilung bezüglich des Entwicklungsstand.?
Ebbt die heftige Kritik an den erneuerbaren Energien (Evonik und Co) in diesem Blog plötzlich ab, wenn damit die Aussicht auf leichtlöslichen Stickstoffdünger verbunden ist?
Ob Stickstoffdünger wieder günstiger wird oder gar die „Energiebauern“ der Zukunft dezentrale Stickstoffproduzenten werden, steht auf einem anderen Blatt.
Davor stehen noch die vagabundierenden Kapitalmassen der Geldanleger, die jede neue Technologie bei Erfolgsaussichten so okkupieren und strukturieren, dass ihre Renditeerwartung stimmt.
Das sehen wir derzeit nicht nur in der Marktentwicklung der erneuerbaren Energien, sondern auch im Biomarkt.
Lustig!
Das ist das Verfahren, welches die Natur seit Jahrmill. „durch Gewitter (Blitze) praktiziert und nun lediglich elektrostatisch nachvollzogen wird. Elektr. Entladungen (Lichtbogen) stellt auch in der Technik ein energiesparendes Verfahren zum Verschweissen von Metallen dar. Daher auch der „Ozon-Geruch“
Hierbei muss man beachten, dass die Natur über die Pflanzen lediglich Nitrat im Gewebe verwertet und speichert. Die „tierische“ (veget.) Nahrungsaufnahme wiederum scheidet lediglich die Nitrate über den Urin wieder aus (Salpeter) und Der düngt wiederum die Felder.
Der Chilesalpeter und Guano sind der beste Beweis, in welchen Massen Nitrate inzw. auf der Welt konzentriert u. gespeichert sind.
Die Herstellung von Sprengmittel aus Nitraten stellt somit eine ungeheuerliche Recourcenverschwendung da, die nur mit dem H-Bosch-Verf. reproduziert werden kann.
Wenn’s funktioniert! Auf den ersten Blick aber sehr ideologisch und laut Webseite: Co Founder EU. Naja…
Ich bin kein Naturwissenschaftler, kann also die „Qualität“ der Erfindung nicht beurteilen.
Wenn der Preis aber zurecht verliehen wurde, wäre die SUNIFIX®-Technologie ein weiterer Beweis für die Vorzüge einer liberalen Marktwirtschaft, die mit Experimentierfreude und wirtschaftlicher Entscheidungsfreiheit die dringend (angesichts Weltbevölkerung, externe Kosten praktisch aller Wirtschaftsprozesse) erforderlichen PRODUKT- und PROZESS-INNOVATIONEN ermöglicht.
Allen hier mitlesenden Kapitalismus-Kritikern empfehle ich das aktuelle Buch des Wirtschafts- Nobelpreisträgers (2024) Daron Acemoglu: „Das liberale Versprechen-Warum wir geteilten Wohlstand brauchen, um unsere Demokratie zu retten“.
Danke für den Tip. Ich fülle nur meine Rolle als Dauernörgler aus. Ich weiß nicht, was eine liberale Marktwirtschaft sein soll. Ich erkenne die Kontinuität von Rivalität. Darauf ein Werner Plumpe: „Gefährliche Rivalitäten“
AK: Was hat das mit Demokratie und Kapitalismus zu tun?
Schauen Sie sich China an und ihre Innovationen! Das funktioniert alles auch im Staatskapitalismus oder in hybriden Systemen! Bringt also nichts die Demokratie in diesem Falle zu glorifizieren…
Nichtsdestotrotz, wenn das Verfahren funktioniert, ist das eine gute Sache! Werde mich mal bei mir bekannten Betrieben informieren…
Ach, Herr Bothe!
Wo und wie habe ich in meinem Text Demokratie glorifiziert?
Ich habe einen Buchtitel genannt, der m. E. hilfreich wäre zum Verständnis von Liberalismus und Kapitalismus. Der Buch-Untertitel ist dabei vielleicht etwas mißverständlich. Ich wollte ihn aber nicht weglassen.
Und für Sie noch einmal:
Demokratie braucht den Kapitalismus, damit es etwas zu verteilen gibt. Sie wissen doch aus eigenem Erleben, wie wahr dies Aussage ist. Die Scheindemokratie der DDR konnte das Wohlstandsversprechen nie einlösen.
Der Kapitalismus braucht aber nicht die Demokratie (westlicher Prägung), wie man in der Tat z. B. in China sieht. Da haben Sie recht.
AK: “Demokratie braucht den Kapitalismus, damit es etwas zu verteilen gibt“ Klingt ja gerade so als hätten wir in der DDR am Hungertuch genagt…Zu verteilen gab‘s genug bloß eben nicht für alle… Sogar der Westen hat was abbekommen…Uebrigens Länder wie Ungarn, Jugoslawien u.a.im Ostblock hatten manches mehr zu verteilen als die DDR.
Will aber das nicht weiter diskutieren, habe BW versprochen nicht mehr politisch zu werden…Im Blog geht‘s ja um unsere LW! AK
Wie schön, zu lesen, dass es offenbar eine Alternative gibt zum energieintensiven Haber-Bosch-Verfahren. Wenn man deren Homepage glauben darf, dann beträgt der Energieauwand in kWh/kg N zur N-Synthese (eigentlich NO3) lediglich ca. 10 % gegenüber Haber-Bosch. Dass diese Reaktoren klein genug sind, um sie mobil und dezentral einsetzen zu können, spart Transportkosten, umgeht Transportrisiken (Niedrigwasser der Flüsse, Blockade von Seewegen) und macht die N-Versorgung krisensicherer.
Es stimmt, es kommt ein schnell wirkender N-Dünger dabei heraus, der nicht bodenversauernd wirkt, wie z.B. Ammonium-N oder Harnstoff. Leider ist dieses schnellwirksame Nitrat aber auch sehr mobil im Boden – im Gegensatz zu bodenversauerndem Ammoniumdünger oder Harnstoff – und damit auswaschungsgefährdet. Auch ist es, z.B. bei carbonatreichen Böden mit hohem pH oder auch im Kartoffelanbau mitunter gut, einen versauernden Aspekt im Düngeplan enthalten zu haben, da einige wichtige Mikronährstoffe nur bei niedrigem pH pflanzenverfügbar sind. Aufgrund der Auswaschungsgefahr müsste ein reiner Nitratdünger häufiger und in kleineren Dosen appliziert werden, was die Düngungskosten aufgrund häufigeren Überfahrens erhöht.
Insgesamt halte ich dieses neue Verfahren für einen großen Schritt hin zu einer weniger fossilgebundenen Ernährung, ohne die Nachteile einer Biolandwirtschaft dafür inkauf nehmen zu müssen.
Guten Morgen
Das ist doch eine gute Sache für einen großen Ackerbau Betrieb ohne Tiere.
Der kann mit seinen Solaranlagen auf den Maschinen und Lager-Hallen den eigenen N Dünger produzieren ohne einen zwischen Handel.
Für einen Betrieb wie meiner ist es natürlich nicht rentabel aber deswegen habe ich auch noch Tiere.
Allen einen schönen Tag.
Dieses System muss schon deshalb scheitern weil auf dem Land Wind und Sonne als Faktoren für erneuerbare Energie sehr oft nicht akzeptiert werden. Es geht um die schöne Landschaft.
Der Schwarzblaue Block hat auch den ganzen „Renewable Spirit“ verhetzt. Also klammern wir noch bissel an unserem Drill Baby Drill Lebensgefühl! Mir Wurscht! Der heiße Scheiß kommt dann eben aus Schweden. Vorwärts Kameraden, das Feindbild schweißt uns zusammen:
https://www.arte.tv/de/videos/129977-000-A/viel-geld-wenig-sicherheit-europa-ruestet-auf/
@Stadtmensch
Hier geht es um eine interesssante wissenschaftliche Neuerung. Man kann natürlich alles politisch sehen, muss aber nicht. Dass Sie kein Freund der Amerikaner sind, haben Sie oft genug dokumentiert. Ich würde mir wünschen, dass man sich an das Thema hält. Wenn man dazu nichts beizutragen hat…
Stimmt ja, der Blogbetreiber möchte die Politik gern raushalten aus der Diskussion. Da freue ich mich schon auf den Bericht vom Kaffee Kränzchen mit dem Landwirtschaftsminister: welche Kekse wurden gereicht? Kaffee mit „normaler Milch“? So viele spannende Fragen ..
Hat sich das Schwedische Startup durch „Marktkräfte“ etabliert oder wurde es durch politische Einflussnahme subventioniert? Wie seinerzeit die Leuna-Werke wegen Sprengstoff Knappheit? Nein, Politik hat da wirklich keinen Platz…
@Stadtmensch
So ein Quatsch! Es langweilt mich nur, wenn wissenschaftliches sofort politisiert wird. Und immer in die gleiche Richtung.
Lassen Sie sich doch mal was Neues einfallen. Sie sind doch intelligent!
@Kemetbauer
Hier werden Windräder gebaut wie doof. Gefühlt jede Woche bekomme ich ein Angebot für PV, weil eine Parzelle an der Bahnlinie liegt. 4.500 €/ha/Jahr.
Für einen Standort für Batteriespeicher werden aktuell 85.000 € geboten. Pro Hektar und Jahr, garantiert für 30 Jahre.
Noch Fragen?
der energieatlas NRW zeigt dazu rundum Rommerskirchen
14 Windkraftanlagen in Betrieb, 25 neue sind genehmigt zusätzlich sind noch 8 neue beantragt.
Ähnlich sieht es fast über all in NRW aus. Also sollte nichts der neuen SUNIFIX®-Technologie im Wege stehen ausser es gibt Bedenken seitens „deutscher Experten, Wissenschaftlern, Verbänden, Initiativen..“ wie fast immer beim Einsatz neuer Technologien
https://www.energieatlas.nrw.de/energiekarten-nrw?
@BW
Dann sollten Sie vielleicht schnell zugriefen. Hier sind die Entgelte für zur Verfügung gestellte Flächen, verglichen mit den Angeboten von vor 2 Jahren, um 30% zurückgegangen.
Betrachten wir das System mal aus der Sicht eines Verbrauchers. Er soll eine Beeinträchtigung seines Wohlgefühls akzeptieren, damit die Landwirte wieder billigen min. N-Dünger bekommen, den man dann z.T. im Trinkwasser wiederfindet? Ich bin mir sicher, dass es da dann sehr wohl eine Steuer gefordert wird. Wohlgemerkt, das könnte die Sicht des Verbrauchers sein.
Hab ich irgendwo geschrieben, dass es unsere Flächen sind?
Die Angebote sind übrigens noch leicht gestiegen. Wir leben aber auch in einer Region mit hoher Bevölkerungsdichte
Moin „Willi“,
Machen Sie es nicht!
Kritiker haben schon dargelegt, dass die Propeller-Firmen“ (u.PV) einfach nach Ablauf der subvent. Nutzungszeit „die Firma“ dichtmachen, um die Entsorgungskosten für die Tonnen an Betonfundamente (u.Rahmen) zu sparen.
SIE würden auf den Schaden sitzenbleiben und könnten sogar als Ackerbesitzer zur Entsorgung in Verantwortung gezogen werden.