Bauer Willi
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Heißer Mittsommer…und die Konsequenzen

Kurz bevor ich diese Zeilen schreibe (21.6. 2926) habe ich im Wetterbericht gelesen, dass sich in den nächsten zwei Wochen eine Omega-Wetterlage einstellt, die ein Hoch genau über Mitteleuropa fixiert. Die Konsequenz: es bleibt heiß und die Regen/Gewitterwahrscheinlichkeit nimmt ab. Dabei hatten wir bei uns noch Glück: Der Mai war mit 110 mm Niederschlag sehr gut und auch im Juni haben wir bis heute 61 mm Regen bekommen.

Was uns jetzt bevorsteht (wenn es denn so kommt wie prognostiziert) habe ich schon einige Male erlebt. Mitten in die Kornfüllungsphase des Weizens werden die Ähren regelrecht verbrannt. Die Hitze ist so groß, dass die Pflanze das Wasser, dass ja im Boden ausreichend vorhanden ist, nicht schnell genug in die Körner transportieren kann. Egal in welchem Stadium sich der Weizen gerade befindet: er beendet die Kornfüllung. Bei früh gesätem Weizen ist dies weniger kritisch als bei Weizen, der erst spät im Herbst gesät wurde (weil vorher da noch Kartoffeln oder Zuckerrüben standen) Hier wird der biologisch mögliche Ertrag nicht erreicht, es wird weniger und kleinere Körner geben.

Die Gerstenernte wird in vielen Regionen Deutschlands in Kürze beginnen oder hat örtlich schon begonnen. Ihr kann die Hitze nichts mehr ausmachen. Unsicher bin ich mir bei der Einschätzung des Raps. Er hat in diesem Jahr früher geblüht als sonst, von daher ist er auch in der Entwicklung weiter. Es sind genug Schoten pro Pflanze gebildet, auch die Zahl der Körner pro Schote ist gut. Wenn der Raps jetzt zu schnell abreift, wird das Korngewicht und damit der Ertrag darunter leiden.

Unsere Zuckerrüben zeigen noch keine Welkeerscheinung. Sie sind (noch) gesund und wachsen. Die Kartoffeln zeigen zu Zeiten der größten Hitze Welkeerscheinungen, die aber noch reversibel (umkehrbar) sind.

Mein persönliches Fazit:

Bei der Gerste ist ein normaler Ertrag zu erwarten, weil sie weit genug in der Entwicklung ist

Bei Raps lässt sich noch nicht exakt sagen, ob die kommende Hitze den Ertrag deutlich reduziert

Bei Weizen ist mit Einbußen zu rechnen. Diese werden bei spät gesätem Weizen höher sein als bei Weizen, der im Oktober gesät wurde.

Bei Zuckerrüben und Kartoffeln ist noch alles drin.

Diese Aussagen gelten für die von mir übersehbare Region und für den aktuellen Moment. In zwei Wochen kann die Welt ganz anders aussehen. Es hat Jahre gegeben, in denen dieses ortsfeste Hoch für mehrere Monate angehalten hat. Persönlich kann ich mich an die Jahre 1976 und 2003 erinnern.

(Das Titelbild ist am 18. Juni 2017 entstanden)

(Aufrufe 2.174 gesamt, 1 heute)

65 Kommentare

  1. Inga sagt

    warum ist der Weizen oben auf dem Foto um den Starkstrommast schon reif?

    was hat dieser Strom für eine Wirkung auf das Wachstum der Pflanzen.

    ein Mähdrescherfahrer erzählte mir, dass das Getreide unter den Leitungen im Wachstun je nach Kabel beeinträchtigt war ,
    ich dachte mir, ob das tropfende Regenwasser von den Kabeln Spuren in den Bestand hinterlässt.

  2. Pälzer Buh sagt

    Großwetterlage umgekehrt. 2021 Daueregen im Sommer bis Ende Juli, Pilzdruck ohne Ende, Schädlingsdruck ohne Ende. Ein Jahr zum Vergessen… . Alles Jammern auf Hohem Niveau, wenn man zurück Blickt. Typisch Bauern. Der nächste Regen kommt bestimmt … .

  3. Ferkelhebamme sagt

    Immerhin steigen jetzt die Weizenpreise. Im Gegensatz zu den Schweinepreisen, die mit der Billigware aus europäischer Überproduktion nicht mithalten können.
    Wir haben gewarnt, dass unsere teure deutsche Überregulierung die heimische Produktion zerstört, wurden aber nicht gehört. Das Erschrecken wird furchtbar, wenn wir mal wieder eine richtige Dürre haben werden (statt nur ein paar heißer Sommertage), und das europäische Ausland nicht liefern können wird.

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  4. Limes sagt

    Jedes Jahr ist anders manche besonders wie das erwähnte 1976 das lernen Landwirte jedes Jahr aufs Neue vor allem durch solche Wetterextremjahre.
    Mir hat es geholfen die gravierenden Unterschiede und Herausforderungen denen Landwirte auf unterschiedlichen Standorten gegenüber stehen zu realisieren.
    Auch bei uns war es aussergewöhnlich trocken und heiss das konnte man bei den unterschiedlichen Kulturen in unterschiedlichen Ausprägungen erkennen.
    Es wurde mir erst bewusst das es noch gravierendere Auswirkungen auf Betriebe vor allem Viehhalter in anderen Regionen hatte als Bekannte aus der Mittelgebirgslage anfragten ob wir noch Futter für ihre Rinder hätten. Wir konnten noch etwas abgeben denn Standorte in Gunstlagen waren weniger betroffen. Im Herbst kamen Landwirte aus 40 km Entfernung von Grenzstandorten (leichte Sandböden) um von einem Maisbetrieb Futter für ihre Rinder zu kaufen. Der Mais sollte ursprünglich gebrannt werden brachte aber in diesem Jahr als Futtermais nicht nur gute Gewinne bei akzeptablen Erträgen sondern es gab auch eine Bereitschaft den Viehbetrieben zu helfen.
    Mir hat diese Erfahrung vom Extremjahr 1976 später sehr geholfen auch im Agrar Studium vor allem in den Pflanzenbau, Grünlandwirtschaft und Bodenkunde Vorlesungen.
    In der Landwirtschaft gilt kein Jahr ist wie das andere, ohne Anpassung an die Umstände wird es langfristig eng für den Betrieb.
    Für den Verbraucher ist es wahrscheinlich nicht einfach dies zu realisieren denn auch bei Regen und Hitze ändert sich der Preis im Supermarktregal kaum.

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    • Reinhard Seevers sagt

      1976 war auch aus meiner Erfahrung ein wirklich krasses Jahr. Wir haben täglich Frischgras für die Rinder gemäht und händisch aufgeladen. In dem Sommer ist uns das Gras auf der Forke getrocknet. Der Schnitt war etwas höher als ein Rasen.
      Was kann man also aus einem Extremjahr für das kommende ableiten? Wenn ein Bauer im Herbst die Entscheidung für die Einsaat des kommenden Jahres treffen muss, dann muss er schon seherische meteorologische Fähigkeiten haben, die nicht einmal der Deutsche Wetterdienst oder eine Wahrsagerin hat. Ergo ist nur über einen langen Lebens- und Erfahrungsweg eine Anpassung für den individuellen Standort möglich. Und wenn jemand Flächen in unterschiedlichen Bodenklassen bewirtschaftet, dann wird die Herausforderung noch einmal um eine Potenz höher, denke ich.

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    • Karl Timme sagt

      Das extrem Jahr 1976 hatte ein extremes Vorjahr 1975. Die große Waldbrandkatastrophe in der Heide. Ein sehr trockener Sommer und Herbst führten schon zu einer negativen Wasserbilanz in 1975, was sich in 1976 fortgesetzt hat. Das führte zu einer Ausweitung der Feldberegnung, so auch bei uns. Ohne die Beregnung wäre die Kartoffel Ernte ausgefallen.

      Heute ist die Beregnung in erster Linie ein Hilfsmittel zur Ertragssicherung. Die Technik hat es möglich gemacht.

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    • Arnold Krämer sagt

      1976 habe ich als Agrarstudent in Göttingen nicht in konkreter ackerbaulicher Erinnerung.
      Es gibt nur zwei indirekte Verknüpfungen.
      Im Jahr 1977 kamen die Studienfreunde aus der Lüneburger Heide vermehrt mit neuen Autos vorgefahren.
      Im Emsland, so berichtete man mir, nachdem ich dort als Berater tätig wurde, verkauften die Landwirte 1976 ihre Stärkekartoffeln als Speisekartoffeln ins Ruhrgebiet. Das spülte Geld in die Kassen. Die Bauwirtschaft und die Landtechnikindustrie profitierten. Dem Ruf der Stärkekartoffelanbauer in der Region hat es aber weniger gut getan.

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      • Karl Timme sagt

        Herr Krämer die Speisekartoffelpreise stiegen auf über 100,00 DM/dt in 1976.
        Noch im Frühjahr 1975 lagen die Preise bei 16 DM/dt, um zum Herbst Ende auf 75 DM/dt anzusteigen.

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      • Limes sagt

        aus ackerbaulicher Sicht ist mir aus den 70ern folgende Entwicklung in Erinnerung. Der Mais wanderte aus den wärmeren Gebieten im Süden z.B Rheingraben Richtung Mitte/NordWest/Norden und in die Mittelgebirgslagen. Dies aufgrund neuer frühreifer Sorten. Züchter begannen auch nach neuen Sorten mit z.B besserem Inhaltstoff Profil zu suchen.
        Ende der 70er/Anfang 80 war Thema meiner Diplomarbeit Analyse verschiedener potentieller neuer Mais Hybriden mit Schwerpunkt Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin. Ziel Mais als Corn Cob Mix für Schweine statt Körnermais. Vorteil sparte Trocknungskosten bei den damals eher später reifenden verfügbaren Maissorten. Ab 80ern wurde Corn Cob Mix vor allem auch im NordWesten dann in der Praxis umgesetzt.
        Bezüglich Tierhaltung ist mir aus den 70ern in Erinnerung der Bau erster Laufställe für Rinder inkl Milchkühe durch grössere Betriebe. Einen durfte ich im Rahmen meines Praktikums kennen lernen. Heute ist der Laufstall Standard und das ist gut so. Dies zu dem gestrigen Kommentar von @ertl „Irgendwann in den 1970er Jahren ist in der Tierhaltung der Anstand verloren gegangen,…“
        Übrigens lange sind die Kühe nicht im Laufstall gelaufen denn bald wurden die Wiesen und Weiden zum Golfplatz und der Laufstall ist Geschichte.

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  5. Jürgen Donhauser sagt

    1983 wurde 600 Meter von unserem Hof entfernt 40,3 Grad als „neuer“ Hitzerekord festgestellt. Warum? Weil in der nahegelegenen Bundeswehrkaserne ein geophysikalischer Meßzug seinen Dienst verrichtet und über geeichte Geräte verfügt – ansonsten hätte es jeder nur als heißen Sommertag abgetan.
    Möchte sagen: Mehr Fokus darauf – dichteres Messfeld – mehr Ergebnisse mit punktuellen Hotspot – mehr Panik!
    Wir haben uns gestern unseren „Bauernpool“ (aufgeschnittenen IBC-Container) vorbereitet – der reicht zum Abkühlen.

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  6. Andreas sagt

    Für die Zukunft hat sich die Diskussion über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernten durch die Freigabe der Gentechnik durch das EU-Parlament doch endgültig erledigt.
    Ab jetzt kann die Neue Gentechnik Nahrungs- und Futterpflanzen gegen Dürren, Fluten, Stürme und neue Krankheiten wappnen, ihnen allergene Substanzen austreiben oder sie mit wichtigen Nährstoffen anreichern. Das Großartige dabei ist, die genveränderten Produkte müssen im Supermarkt nicht mehr gekennzeichnet werden, weil sie angeblich von natürlichen Pflanzen nicht zu unterscheiden sind. Aber gleichzeitig kann jede Pflanze von Bayer/Monsanto patentiert werden. Sie könnte ja gentechnisch verändert sein.
    https://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/eu-einigung-gentechnik-sagen-forscher-landwirte-zuechter-haendler-637992
    Glückwunsch an alle hier, die so tapfer für die Freigabe der Gentechnik und gegen das Jahrhunderte alte Landwirteprivileg gekämpft haben

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    • Christian Bothe sagt

      Andreas: Ist doch eine hervorragende Entwicklung! grüne und weiße Gentechnik sind nun mal die Zukunft für die Ernährung und Gesunderhaltung unserer Menschheit!Nur so können wir auf Klimaveränderungen ( wenn es diese gibt…) reagieren.

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    • Bauer Willi sagt

      @Andreas
      Den Glückwunsch kann ich nicht entgegennehmen. In diesem Blog hat niemand für die Gentechnik „gekämpft“. Ich habe erläutert, warum NGT für viele Dinge (schnellere Klimaanpassung, mehr Umweltschutz durch weniger chemische PSM, Vermeidung von Allergien, Anreicherungen mit wertvollen Inhaltsstoffen) eine gute Entwicklung sind.
      Was die Kennzeichnung angeht: Wenn die so gezüchtete Pflanze nicht von Mutationszüchtung zu unterscheiden ist (ist ja auch bei Bio so) , wie will man denn kennzeichnen?

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  7. Jek sagt

    Guten Morgen
    Vor ein paar Jahren lag bei mir noch ein Gerät mit Stäben und einem Rahmen der angehoben werden konnte, ohne die Stäbe vom Boden zu nehmen. Dieses Gerät wurde in schlechten Ertragsjahren an den Messerbalken angehängt um schon beim mähen näher zusammen zu bringen.
    Ich erinnere mich auch noch daran das man mit dem Heurechen hinter dem Ladewagen her gelaufen ist um ja kein Halm auf der Wiese zu lassen.
    Heute ist diese Art der Futter Bergung zu teuer und das verbleibende Erntegut wird durch die Verrottung zu Dünger und Nährstoffe für das nächste Jahr.
    Ich bin jetzt am Milchvieh Bestand zu reduzieren, zum einen ist der Preis gerade noch gut und der Milchpreis ist im Keller.
    Trozalem wünsche ich allen einen schönen Tag

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  8. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Wer jetzt einen Stall voll hochtragender Sauen hat der hat ein ganz anderes Problem, nämlich die Tiere über die nächsten heißen Tage zu bringen. Dagegen ist das mit dem Weizen… zumindest nicht anstrengend.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Dieses Problem haben wir Dank Coolpads seit Jahren nicht mehr. Derzeit gehen die Mitarbeiter lieber in den Stall – weil es angenehmer ist. Schau mal auf Instagram bei meinem Sohn „Papi Donhauser“ vorbei – dort erklärt er es nochmal.

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  9. Ferkelhebamme sagt

    So weit wie du aus der Zukunft schreibst, bin ich beruhigt, dass es noch Bauern und Ackerbau gibt 😉

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    • Smarti sagt

      Ferkelhebamme, das war ein Test. Und Du hast ihn als Einzige bestanden 🙂 . Ist aber auch heiss heute.

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  10. Smarti sagt

    Wer als Milchviehhalter in den letzten 10 bis 15 Jahren gebaut hatte, egal ob gross oder klein, der wird nicht nur wegen der Hitze schlecht schlafen können.
    Der Milchpreis liegt seit Monaten am Boden, eine Besserung ist nicht in Sicht, denn Milch und deren Bestandteile werden weltweit gehandelt bzw. der Auszahlungspreis ist gekoppelt an dem, was der Handelspreis (Edeka, Aldi und co) vorgibt.
    Die Molkerei kann gar nicht anders, als die schlechten Preise, welche der Handel zahlt, an den Landwirt zurückzugeben – oder die Molkerei macht Pleite – bzw. sie fusioniert noch kurz vorher mit einer anderen grossen Molkerei.
    Diesel, Strom, Löhne, Handwerkerrechnungen für Reparaturen, Baukosten, neue Traktoren und alle anderen Maschinen sind im Preis gestiegen, ebenso Zinsen für Kredite. Die letzten 10 Jahre gefühlt um mindestens einen Drittel.
    Der Milchpreis stieg zwar nicht mit, aber war gar nicht mal so schlecht, jedoch seit einigen Monaten richtig auf Talfahrt. Ein Landwirt mit 100 Kühen in einem neueren Stall bezahlt jeden Morgen so seine 200 bis 400 Euro, um dann den ganzen Tag gratis für alle Anderen arbeiten zu dürfen.
    Manche sind schlau (oder wissen keine Andere Lösung um Kredite zu bedienen) und gehen einem Nebenjob nach – da arbeiten dann Frau und Kinder „kostenlos“ im Stall, um den Hof weiter führen zu können.
    Immer in der Hoffnung auf Regen,
    immer in der Hoffnung, dass der Milchpreis endlich besser wird,
    immer in der Hoffnung, dass der Landverpächter das Land nicht an jemanden gibt, der mehr bezahlen kann,
    immer in der Hoffnung, dass keine Maschinen kaputt gehen, dass keine Tiere krank werden, dass keine Arbeiter ausfallen, dass keine grössere Steuerrechnung kommt…
    denn nichts davon darf mehr passieren.
    Wir als Familie haben so eine Situation nur knapp überstanden – aber ich wünsche sie niemandem !
    Und wenn dann noch die üblichen Diskussionen von Politik und PETA dazukommen..
    das immer mehr wollen vom Tierhalter..
    die Gewissheit, dass in Positionen, die für die Zukunft der Landwirtschaft immens wichtig sind 10 mal mehr Erthls sitzen als Seevers, (Namen zufällig ausgewählt) dann Gute Nacht.

    Dies mal als kleiner Anstoss, bitte bei Milchprodukten Marken der Region zu wählen ! Ihr helft dabei den Landwirten enorm.

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    • Arnold Krämer sagt

      Milchviehhalter tun sich allgemein schwer vollkostendeckend (auch die eigenen Einkommensansprüche abdeckend ) zu arbeiten. 22/23 und 24/25 waren Ausnahmejahre.

      Ich mache für viele Betriebstypen seit rund 20 Jahren buchführungsbasierte Betriebszweigabrechnungen (Vollkosten). Die Kostenanstiege, mal sprunghaft, mal kontinuierlich sind einfach da. Sie konnten früher meist durch Leistungssteigerungen (z. B. mehr dt/ha, mehr Ferkel/Sau, mehr Milch pro Kuh) und sinnvolles Kapazitätswachstum aufgefangen werden. Die Zeiten sind vorbei.
      Die fehlende Überwälzung von „normalen“ (inflationären) Kostensteigerungen an den Endverbraucher wird verschärft durch viele politische Kostensteigerungen auf der Erzeuger- wie auch auf der Verarbeitungsebene, die meist überflüssig sind und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den EU-Mitgliedstaaten verringern.
      Man glaubt mit dem Sektor umgehen zu können wie mit einem leeren Mehlsack. „Wenn man draufschlägt, staubt’s immer noch“.

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      • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

        Der Kostendruck auf die Landwirtschaft kann nur mehr durch Senkung der Investitionen aufgefangen werden. Laut“ Agrar Heute“ gibt es bei LEMKEN ab 1. Juli für 6 Monate Kurzarbeit. FENDT Chef Gröblinghoff berichtet von massiven Umsatzrückgängen bei Traktoren. Ich bewundere jeden Landwirt, der heute noch in einen Stall investiert. Es sind die Abschreibungen meist nicht mehr zu verdienen. Da leg`ich mich lieber ins Bett……..bevor ich 30 Jahre schufte und dann nichts habe wie einen alten Stall und Schulden.

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        • Inga sagt

          Das ist es ja,
          weil die landwirtschaftlchen Erzeugerpreise nicht mit den Industriepreisen, die eine Landmaschine in Neuanschaffung und Reparatur kostet kompatibel sind.

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      • Smarti sagt

        Peter, der Artikel ist 9 Jahre alt. Es gibt eine ganz neue Gesetzgebung. Man darf Milch z.B. nicht mehr mit „fair“ bewerben, denn „fair“ das ist kein Fakt sondern ein Gefühl. Man müsste den „Durchschnittlslohn“ der Lieferanten ausweisen und dass dieser „fair“ im Vergleich der anderen Lieferanten sei… also quasi unmöglich. Regional geht noch, aber da die Regionen ausgewiesen/namentlich genannt. Ist bei der Schwarzwaldmilch schon lange so.
        Wenn Sie keine regionalen Milchlieferanten unterstützen mögen, dann vielleicht zumindest auf Handelsmarken wie „gut und günstig“, „ja“ und so weiter verzichten. Die haben gute Qualität zum Sklavenpreis. Bzw. die profitieren enorm auf Kosten der Landwirte.

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        • Peter sagt

          Hier was Aktuelles: https://www.lebensmittelklarheit.de/produktmeldungen/die-sahne-thueringer-land-stammt-aus-bayernfranken
          es bleibt dabei: die lw. Betriebe zahlen `drauf, weil die Kostenunterdeckung fakt ist und der Kunde muß billig´st kaufen, weil da noch die Themen Miete und Energie sind.
          „Wenn Sie keine regionalen Milchlieferanten unterstützen mögen, …“ geht am Ziel vorbei! …ich/wir müssen wohl bald unterstützt werden. Vielleicht machen wir noch einen Stall leer und diversifizieren in Rüstungsgüter.

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          • Smarti sagt

            Peter, ich gebe Ihnen Recht bei den Themen Kostenunterdeckung und auch dass auf der Verpackung deutlich angegeben werden soll, von wo die Milch stammt. Würde den Konsumenten und den Verantwortlichen im Staat wirklich wichtig sein, dass Betriebe am leben bleiben sollen, dann könnten sie zusammen auch helfen !
            Das will aber „keiner“ – die Marke mit 100.000 Betrieben ist gesetzt. Und bis dahin lässt sich mit dem Ausbluten der Landwirtschaft noch sehr viel Geld verdienen. Wahrscheinlich ist es der langfristig günstigste Erhaltungszustand zwischen (teuren) Förderungen und (teuren) Kontrollen. Was weiss ich schon.

            Centbeträge im Einkauf für die Molkerei beim LEH würden ja schon einen Unterschied machen beim Milchpreis wie Tag und Nacht. Laut unserer Molkerei herrscht „Krieg“ zwischen Einkauf und Verkauf. Bei einem grossen Familieneinkauf wären 10 Cent für den Liter Milch mehr vielleicht ein paar Euro mehr – aber für den Milchbauern wäre der Ruin abgewendet.
            Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum Edeka inzwischen eine Molkerei besitzt (Ückermärker), eigene Fleischverarbeitungen und Schlachtereien hat, eine eigene Grossbäckerei hat… aber keine Milchviehbetriebe ?

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      • Inga sagt

        die Schwälbchenmilch
        aus Bad Schwalbach Hessen

        kann man auch in Norddeutschkand (Bremen) kaufen.

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      • Limes sagt

        und der Harzer kommt nicht aus dem Harz sondern wird massenhaft in Sachsen hergestellt. Habe ich gelernt als mein regionaler Handkäse bei Rewe ausverkauft war und ich als zweite Wahl mir als mögliche Alternative „Harzer“ angschaut habe. Alle Varianten aller Preisklassen produziert in Sachsen, blieb dann im Regal liegen.
        Die Produktionsstätte kann jeder Verbaucher wenn er will einfach identifizieren denn Milchprodukte sind gekennzeichnet mit Land – Bundesland – Ziffer für Produktionstätte z.B DE (Deutschland) SN (Sachsen) und Nummer (z.B 016).
        Von welchem Landwirt die Milch stammt aus der Region rundum das Milchwerk oder zugeliefert ist nicht nachvollziehbar.

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    • Gurkenhobel sagt

      Ich tanke hier nebenan an der Milchtankstelle für 1,30 den Liter. Auch für 1,50 fahre ich da gerne hin, das Zeug ist köstlich und es ist mein NACHBAR! Warum soll ich dem lieben Edeka seine Marge bezahlen? Ich bin doch froh um den Nachbarn, der auch noch einen Automaten hat mit Käse von nebenan, Bratwurst und so weiter. Kartoffeln und Zwiebeln gibts vom anderen Nachbarn und Feuerwehrkameraden. Support them! Wenn die nicht mehr da sind, wird der Edeka immer noch da sein, aber ich bezahle dann eine anonyme cloud mit anonymen Produkten. Fairerweise: Ich wohne in einem 90-Einwohner-Dorf im Wendland, da ist die Welt noch in Ordnung, Gott sei Dank nicht in Berlin oder Frankfurt…

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  11. Bergamasca sagt

    Danke an Sie, Bauer Willi, dass sie uns hin und wieder mit auf Ihren Acker nehmen. Mit diesen kleinen Einblicken, garniert mit verständlichen Hintergrundinformationen, holen Sie interessierte Nichtlandwirte und „Halblaien“ wie mich verlässlich ab. (Und ich verstehe, auch nach mehrmaligem Durchlesen, nicht, warum sich daran immer wieder so eine Polemik entzünden muss; scheint ein Automatismus zu sein.)

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  12. Smarti sagt

    Der Hafer steht recht gut bei uns, auch das Luzerne-Weidelgrasgemisch wächst noch normal und kann für die tägliche Fütterung der Milchkühe gemäht werden. Weil allerdings die hofnahen Weiden bereits abgeweidet sind und kein Gras mehr nach wächst, weil es zu wenig regnet und zu heiss ist, braucht es mehr als doppelt so viel Mähgras wie normal. Die Weidetiere auf den Wiesen weiter weg können nur auf Weiden gehalten werden, die direkt am Waldrand stehen. Ich mache denen dann denn Zaun an einigen Orten noch etwas mehr in den -natürlich eigenen- Wald auf und tagsüber stehen sie dann schön in den kühleren Waldlichtungen oder verstecken sich tief in den Bäumen. Dort ist es gerade angenehmer als bei uns im Dachgeschoss oder in den Ställen auf dem Hof.
    Aber weil das Gras anders als in normalen Frühsommern gerade nicht wächst, geht es sehr schnell zurück, ich muss täglich viel zustecken und schon Flächen dazu geben, die sich eigentlich erholen sollten für die Weide in 1-2 Monaten. Das ist viel Arbeit in dieser Hitze.. kann aber nicht verschoben werden.
    Trotzdem, auch wenn die Waldränder viel Arbeit geben mit Dornen weg machen ( die Augen der Tiere nehmen sonst schaden und der Stromzaun leitet nicht mehr. ) ist es für Rinder und Pferde die natürlichste und schönste Haltung.
    Wenn der Regen für die nächsten 3-4 Wochen ausbleiben würde, dann müssten wir anfangen, die Wintervorräte von Heu und Silo auf der Weide zuzufüttern. Das wäre schlecht – da aber sehr viele der Tiere in Pension sind, könnte man den Pensionspreis erhöhen. Dann kündigen einige und das Futter reicht wieder.. bzw. die anderen bezahlen „den heissen, trockenen Sommer mit“. Dann kaufen wir Heu zu, das war schon einige Jahre nötig.

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  13. Christian Bothe sagt

    An den Sommer 1976 erinnere ich mich noch sehr! Hatte ja Verantwortung für 1500 GV Mastrinder, 420 MK, 600 Merinos! Und kaum Futteraufwuchs, Silage usw. Hatte es ja schon mal erwähnt,täglich Futtertransporte aus dem Bezirk Potsdam und dem Grenzgebiet zu Franken nach Gera! Irgendwie haben wir es überstanden ohne Tierverluste…Waren ein paar harte Wochen!

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Da gab es bei uns damals eine „Strohaktion“. Stroh und Melasse darüber am Futtertisch war die letzte Rettung um die Tiere wegen fehlenden, frischen Futter über die Runden zu bringen. Die gaben dann sogar noch Milch – Wahnsinn.

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      • Christian Bothe sagt

        JD: Stroh haben wir u.a. in Form von Strohpellets ( mit NH3 aufgeschlossen) aus einer Kaltpelletieranlage FPA 6 bekommen!

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  14. Sonja Dengler sagt

    Nicht das Wetter ist ja unser größtes Problem, das war ja schon immer unberechenbar und es gab schon immer mal wieder Kälte-und Hitzeperioden – und wir haben sie überstanden, nachweislich. Immer.
    Es sind die politischen Verhältnisse, die uns mehr Sorgen machen – hier ist es, wo man uns das Leben schwer macht. Aber wir werden auch diese extreme politische Situation überstehen. Was sonst?

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  15. Liesel sagt

    Die Frage stellt sich für mich, wenn wir zukünftig in der Mehrheit immer solche Sommer bekommen, wie stellt sich der Bauer darauf ein? Andere Sorten/Arten anpflanzen? Weizen nur noch früh säen. Dafür nach den Kartoffeln/Rüben was anderes?
    Der Bauer wäre ja dumm, wenn er sich auf die veränderten Bedingungen nicht einstellt.

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    • schmeckt gut sagt

      Liesel, sie können sich darauf verlassen, dass wir angemessen reagieren. Anpassungen laufen schon seit Jahrzehnten. Selbstverständlich werden alle von Ihnen genannten Punkte berücksichtigt. Es geht schließlich um unsere Existenz. Probleme machen uns allerdings Bürokratie und Administration.

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        • Smarti sagt

          Hallo Liesel, könnte es sein, dass Sie auf einem Amt arbeiten ? Diese Vermutung habe ich, weil sie sich von den Worten von Schmeckt gut aggressiv angegriffen fühlen ?
          Ich fand die Feststellungen auch kein bisschen aggressiv, sondern einfach souverän und klar kommuniziert. Im Umgang mit Staatsangestellten „von denen ich was will“ oder „die was von mir wollen“ wurde ich ebenfalls schon öfters als arrogant oder schwierig betitelt, obwohl ich nur Tatsachen erwähnte.

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          • Liesel sagt

            Ich habe gefragt, wie die Fachleute (Bauern) auf die mgl. veränderten Umweltbedingungen reagieren und als Antwort bekomme ich ein patziges: „Wir machen schon. Was genau, geht dich nichts an.“
            Auf der Basis ist keine Kommunikation möglich.

            • Reinhard Seevers sagt

              Welche Antwort soll der Einzelne denn für die „gesamte“ Landwirtschaft abgeben können. Jeder muss für sich, seinen Betrieb Lösungen haben, suchen und finden…da gibt es keine allgemeingültigen Rezepte.
              Es ist für Außenstehende nur schwer verständlich, aber der Einzelne „macht das schon“ ist die einzig richtige Antwort.,

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              • Liesel sagt

                Aber für einen „Außenstehenden“ Mitleser ist auch interessant, was der einzelne tut. Wenn man durchs Land fährt, weiß man dann vielleicht auch. warum gerade was wächst oder nicht wächst.

                • Reinhard Seevers sagt

                  „Aber für einen „Außenstehenden“ Mitleser ist auch interessant, was der einzelne tut. Wenn man durchs Land fährt, weiß man dann vielleicht auch. warum gerade was wächst oder nicht wächst.“

                  Das halte ich für ein Gerücht oder Wunschtraum. Das würde ja bedeuten, dass der „Außenstehende“ wüsste was davor dort wuchs, bzw. warum der Landwirt dies oder das anbaut. Ich bin mit und in der Landwirtschaft groß geworden und würde mir nicht zutrauen, beurteilen zu können, warum in dieser oder jener Region nun diese oder jene Feldfrucht angebaut wird.
                  Der Boden der jeweiligen Region ist der Maßstab, das zur Verfügung stehende Wasser, gebunden im Boden oder aus dem Grundwasser entnommen und verregnet.
                  Es werden in Deutschland übrigens nur ca. 3,3% der Flächen beregnet, vorwiegend Gemüse, Erdbeeren, Kartoffeln, wenig Getreide. Und der Anteil der Beregnung wird nicht signifikant zunehmen, weil es dafür keine Genehmigung geben wird.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Für den Ackerbau in einer Region sind neben der Bodenqualität und der Wasserverfügbarkeit vor allem die Nutztierhaltung (Rinder brauchen Mais), die Existenz von Biogasanlagen (brauchen auch Mais) und die Existenz von Verarbeitungsunternehmen (für Kartoffeln und Zuckerrüben besonders wichtig) von Bedeutung.
                  Nur Getreide lässt sich grundsätzlich überall anbauen.

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              • Bauer Willi sagt

                @RS
                Sehe ich nicht so. Liesel hat vernünftig gefragt und hat eine vernünftige Antwort zu bekommen.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  ich denke ich habe vernünftig geantwortet…..nicht? 😳

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        • Gurkenhobel sagt

          Liebe Liesel,

          da du neugierig bist und dazulernen möchtest, mache ich mal ein wenig den Erklärbär. Die 30 Grad an sich sind kein Problem, wenn es nachts abkühlt und taut. Tau kühlt. Ich sehe hier gerade das Problem an den Zuckerrüben, und es sind deutliche Sortenunterschiede erkennbar: Einige Sorten im Sortenversuch stehen noch da wie eine Eins, andere legen sich tagsüber schlafen, die Blätter werden schlapp. Das ist grundsätzlich nicht schlimm, denn das ist eine Schutzfunktion der Pflanze gegen überflüssige Verdunstung von Wasser. Sie macht zu. Nachts erholt sie sich, trinkt ein wenig aus dem Bodenvorrat an Wasser und richtet die Blätter wieder auf. Diese können dann am nächsten Tag den Boden wieder beschatten, damit er sich nicht so stark erwärmt. Ein Problem entsteht dann, wenn der Wasservorrat im Boden soweit sinkt (oder die Sorte es nicht schafft), dass sich die Pflanzen über Nacht nicht mehr oder nur schwach erholen. Dann hat die Sonne den ganzen Tag Zeit, den Boden zu bestrahlen, es entstehen Oberflächentemperaturen von bis zu 60 Grad. Wenn da ein Blatt drauf liegt, denaturieren die Proteine in den Zellen, das Blatt verwelkt und stirbt ab, es verbrennt. Und kommt nicht wieder! Die Rübe aber will überleben und hat ja noch Reserven im bereits großen Rübenkörper. Warm ist es auch noch, und genug Licht ist auch noch da. Wenn es jetzt also mal regnet, oder der geneigte Landwirt beregnet, bildet sie neues Blatt, aus Nährstoffen, die bereits im Rübenkörper gespeichert sind. Das kostet Zucker! Der Landwirt beregnet also, bevor es dazu kommt, auch, wenn es mal regnet beim Beregnen.

          Die Frage bekomme ich auch ständig, warum die blöden Bauern denn beregnen, wenn es regnet? Erstens geht es nicht nur darum, die obersten cm Boden zu befeuchten, sondern wir reden über den Wasservorrat in den oberen 60 cm. Ein Regengang liegt meistens zwischen 20 und 40 Liter pro Quadratmeter. Und die beste Zeit zum Beregnen ist einfach, wenn es regnet, denn dann kommen 100 % meines Beregnungswassers unten an. Es gibt keine unproduktive Verdunstung.

          Auch ich fand den Kommentar von schmeckt gut nicht aggressiv.

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          • Liesel sagt

            Vielen Dank für die Infos. Ist eigentlich großflächige Beregnung wirtschaftlich machbar oder kostet dass in Deutschland zu viel, bzw. gibt es da zu viele rechtliche Hindernisse, dass es viel zu aufwändig ist?

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            • Karl Timme sagt

              Liesel, die Mengen die verregnet werden sind begrenzt. Das wird von der Aufsichtsbehörde überwacht. Es sind monatliche Meldungen abzugeben, die von vorgeschrieben Wasseruhren (wird Kontrolliert) erfasst werden. Wird die erteilte/erlaubte Wassermenge erreicht, gibt es ein Stopp. Waren früher die Wassermengen einzelnen Brunnen zugeordnet, sind diese heute in Beregnungsverbände zusammengefasst. Am Jahresende ist vom Bauern eine Gesamtmenge anzugeben nach der der „Wasserpfenig“ das Entgeld für die Wasserentnahme, zu bezahlen ist.

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          • Bauer Willi sagt

            @Gurkenhobel
            Danke. So geht gute Kommunikation! Hast Du das mal irgendwo gelernt ? 🙂

      • Stadtmensch sagt

        „Es geht schließlich um unsere Existenz.“

        Stimmt. Aber nicht weil die Wetterextreme zunehmen, sondern weil ein fetter Krieg in Europa aufzieht.

        Genießt jeden verbleibenden Tag Freunde…

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        • Smarti sagt

          Stadtmensch, das ist wohl das Beste am „Bauer sein“: die wichtigsten Kleinigkeiten des Tages und die vielen offenen Baustellen fressen so viel Zeit und Energie, dass man abends froh ist, dass wieder ein Tag geschafft ist. Und wenn Alles relativ gesund, munter und nicht defekt ist, war es ein guter Tag.
          Dinge, die ich sowiso nicht ändern kann, die mich nur nerven oder mit Angst machen, muss ich nicht noch betüddeln, dafür ist mir meine Lebensenergie viel zu wertvoll.

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        • Bauer Willi sagt

          @Stadtmensch
          Woran machen Sie fest, dass „in Europa ein fetter Krieg aufzieht“?

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    • Bauer Willi sagt

      @Liesel
      Die Situation ist ja nicht neu, wie ich oben schon beschrieben habe. Bisher ist es aber noch nicht so schlimm wie 1976. Nächste Woche soll es wieder kühler werden.
      Dieses Jahr ist der Frühsommer für zwei Wochen heiß. Das wäre kein großes Problem, wenn es bei 30 Grad bliebe und nachts abkühlt und taut. Das war bisher der Fall. Wenn am Wochenende 40 Grad im Schatten (das sind dann auch schnell 50-60 Grad im Feld) kommen, dann wird es kritisch.
      Andere Pflanzen? Andere Fruchtfolgen? Ja, alles machbar. 2024 war ein sehr nasses und eher kühles Jahr. Dann ist die Auswahl von trockenresistenen Pflanzen wieder nicht sinnvoll.

      Ich fand den Kommentar von „schmeckt gut“ nicht aggressiv….

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    • Inga sagt

      dafür gibt es wissenschaftliche Institute für Landwirtschaft, die daran auch im Namen des BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft)
      forschen.
      Die machen auch Sortenversuche.

  16. Arnold Krämer sagt

    1959 gab es auch einen Extremsommer. Ende August hatten die Laubbäume ihre Blätter verloren. Alles schon mal dagewesen. Damals wurden nur 3 Mal am Tag Nachrichten gesendet. Es gab kein Fernsehen, geschweige denn Internet. Und die Menschen waren in der Realwirtschaft dabei, das Wirtschaftswunder zu verwirklichen. Heute sitzen sie hinter Bildschirmen und machen die Menschen kirre.

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    • Kemetbauer sagt

      Wie heißt es doch gleich: Gut ist eine Ernte erst, wenn sie in der Scheuer ist. Jetzt drohen Mindereinnahmen auf den letzten Metern. Bisher sah alles gut aus und alle Aufwendungen schienen sich auszuzahlen. Was jetzt vielleicht droht, ist ein an den Beruf gekoppeltes Risiko; die Ernte unter dem Brennglas. Ich freue mich über die wahrscheinlich kürzeste Heuernte meines Lebens. Des einen Freud, ist des anderen Leid; oder so ähnlich.

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        • Kemetbauer sagt

          @S
          Die werden am heutigen Nachmittag gepresst. Ich wollte nicht viel zusätzlichen Aufwand betreiben und habe die Schwade gestern und heute Vormittage einmal kurz mit dem Schwadlüfter angehoben und gelockert. Das Heu liegt jetzt bei knapp 10% Feuchtigkeit. Morgen ist die Heuernte 2026 hoffentlich Geschichte.

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    • Norbert sagt

      Spannende Interpretation. Kommt so rüber als wäre alles was es schon mal gab nicht so schlimm, egal wie oft es heute passiert.
      Was regen wir uns eigentlich über Atomwaffen auf, hatten wir ja ’45 auch schon. Und schaut euch nur das Wirtschaftswunder in Japan an! Ironie Off.

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      • Bauer Willi sagt

        @Norbert
        Wenn schon mal etwas da war, heißt das ja nicht, dass es nicht schlimm ist bzw. war.

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    • Inga sagt

      das liegt eben daran, dass es die Möglichkeit gibt und die Menschen eventuell besser gebildet sind?
      Wenn auch nur einseitig…

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