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Brasilien Tag 10 Finale in Rio

Den Abschluss unserer Agrarreise bildete heute Rio de Janeiro. Was muss man gesehen haben? Copacabana: unser Hotel stand in der ersten Reihe, nur über die Strasse bis zum Strand. Traumhaft, und natürlich sind wir in das etwa 25 Grad warme Wasser gesprungen. Und die Bikinis der Brasilianerinnen haben wir natürlich auch gesehen, aber das ist ein anderes Thema. Unsere  Stadtrundfahrt brachte uns zur Christusstatue, dem Maracana-Stadion, einer  berühmten Treppe mit Fliesen aus aller Welt (dabei auch viele aus Deutschland) und zum Schluss zum Zuckerhut. Also wirklich alles, was man als Tourist gesehen haben muss. Gleich hinter unserem Hotel sind Favelas. Davon gibt es viele in Rio, aber wir haben uns keine Minute unsicher oder bedrängt gefühlt. Die Regierung achtet sehr darauf, dass in den Touristenzentren sehr viel Wachpersonal ist und laut Marcello, einem deutschstämmigen Brasilianer sind die Zeiten des Handy- und Geldbörsen-Diebstahl vorbei. Wir haben uns ohnehin meist mit mehreren Leuten auf der Strasse bewegt aber ich war auch alleine unterwegs. Dunkle Ecken habe ich trotzdem gemieden. Wir verlassen morgen (bei uns ist es gerade …

Brasilien Tag 9

Heute etwas später, weil gestern Reisetag war. Vormittags zu einer Badestelle im „Urwald“ (auf dem Foto ist „Reserva“ zu sehen), am frühen Nachmittag dann zum Flughafen von Cuiaba und von dort nach Sao Paulo und weiter nach Rio, wo wir um 22 Uhr ankommen. Um 23 Uhr haben wir dann noch ein Bier und eine Caipirinha an der Copacabana getrunken, direkt neben unserem Hotel, dass in der ersten Reihe steht. Caipirinha an der Copacabana…Wie das schon klingt! Heute sehen wir uns noch die Sehenswürdigkeiten von Rio de Janeiro an, dann geht es morgen um 14 Uhr in Richtung Frankfurt am Main. Was für eine tolle Zeit mit vielen netten Leuten und einer tollen Organisation von Farm Tours. Pläne für das nächste Jahr gibt es auch schon: Dreiländereck Argentinien, Paraguay und Parana. Bisher nur Pläne, aber Daniel, unser genialer Reiseführer hat sich den Termin schon mal notiert.

Brasilien Tag 8

Bom Futuro! So heißt die Farm, die wir heute besichtigt haben. Das heißt „Gute Zukunft“ und trifft die Entwicklung in der Landwirtschaft Brasiliens ganz gut. Wieder so ein Tag, den man nicht in ein paar Zeilen wiedergeben kann. Alleine die Busfahrten über Land vermitteln so viele Eindrücke von der unendlichen Weite der Landschaft, die man in unserem engen Europa nicht erleben kann. Ohne jede Wertung, es sind einfach völlig neue Blicke und Einblicke, die man erlebt haben muss, um davon reden zu können. Eines ist aber in den Tagen klar geworden: es wird viel über Brasilien berichtet was nicht stimmt oder so nicht stimmt. Aber dazu nach der Reise, heute nur wieder die Schilderung des Gesehenen. Die Farm gehört drei Brüdern, die 1980 mit einfachsten Mitteln in Mato Grosso den Cerrado urbar gemacht haben. Das Land hat der Staat kostenlos zur Verfügung gestellt, es musste nur in einem gewissen Zeitraum zu Acker verwandelt worden sein, sonst wurde es wieder entzogen. Heute ist die Farm knapp 430.000 ha groß, 128.000 ha davon sind Reserva, so dass …

Brasilien Tag 7

Heute geht es nach Campo Verde. Das liegt nicht weit weg von unserem Standort gestern. Nach nur drei Stunden Fahrt erreichen wir den Betrieb, den wir heute besichtigen. Wir lernen jeden Tag, wie groß alleine Mato Grosso ist. Und das ist nur ein Bundesstaat von vielen. Wir besuchen einen Familienbetrieb mit 9.000 ha, Vater und Sohn führen diesen. Aber Achtung: es sind wieder 35% Reserva (ursprüngliche Waldfläche) abzuziehen. Es bleiben also für Ackerbau und Viehzucht entsprechend „nur“ 6.500 ha Fläche übrig. Der Eigentümer des Betriebes (75 Jahre)  hat mit 20 ha im Süden Brasiliens und mit einem Supermarkt an der Grenze zu Argentinien angefangen. Wegen des Falkland-Krieges kam eines Tages kaum noch Kundschaft (weil das Geld fehlte) und er brach seine Zelte dort ab. Er kaufte 200 ha in Campo Verde, wo 1988 etwa drei Häuser standen, wie immer ohne Strom und fließend Wasser. Heute ist Campo Verde eine Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern, wo alle irgendwie mit und von der Landwirtschaft leben. Aus den 200 ha wurden dann nach und nach die heutigen 9.000 incl. …

Brasilien Tag 6

Am frühen Morgen hat es in kurzer Zeit 60 mm geregnet. Ein Segen für die Farmer, die jetzt ihren Mais gesät haben. Erstaunlich: als wir gegen 11 Uhr aufs Feld gehen ist das Wasser vollständig verschwunden. Gegen späten Nachmittag geht die Saat weiter, nur die Soja-Ernte wird unterbrochen. Was gibt es Neues für uns? Was in Deutschland kaum einer weiß: wer in der Region Mato Grosso Flächen bewirtschaftet, muss 35% seiner Gesamtfläche als Waldfläche (Reserva) vorweisen. Ohne diese Maßnahme darf er keine Landwirtschaft betreiben. Die Kontrolle geschieht durch Einmessen und Kontrolle über Satellit. Wer einen einheimischen Baum fällt, muss dafür eine Genehmigung einholen. Bei Mißachtung gibt es eine sehr hohe Geldstrafe, bei besonders schweren Fällen wird ein Berufsverbot erteilt. Der Betrieb von Jose Eduardo ist 1800 ha groß, 600 ha sind Reserva, also ursprünglicher Wald. Im Anbau sind Soja, Mais und eine Art von Zwischenfrucht aus 10 Pflanzenarten, die aber nicht geerntet wird, sondern der Bodenverbesserung dient. Der Betrieb hat einen Humusgehalt von um die 4%. Es werden Messungen gemacht, umd den CO2-Fußabdruck festzustellen und …

Brasilien Tag 5

Wo soll ich anfangen? Heute war so ein ereignisreicher Tag! Die vielen Fotos und Videos kann ich hier nicht alle bringen, vielleicht später mal in einem Bildband oder so. Wir sind heute in Lucas do Rio Verde. Die ersten Siedler haben hier 1970 Holzhäuser gebaut, zur nächsten Stadt fuhr man mit dem Auto 11 Stunden über eine Piste. Damals kostet ein Hektar Land (Cerrado) etwa so viel wie eine Schachtel Zigaretten. Das Land musste aber erst urbar gemacht werden. 1990 gab es Strom, ab dann wurde eine Infrastruktur aufgebaut (Planquadrate) . Vor zehn Jahren hatte die Stadt 40.000 Einwohner, heute sind es 80.000 und der Zuzug hält unverändert an. Es kommen vor allem Menschen aus dem Süden, die hier arbeiten oder siedeln. Die ganze Stadt und die gesamte Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Der größte Schlachthof Südamerikas (einer für Schweine, einer für Hühner) steht hier. Exportiert wird in die ganze Welt, wichtige Abnehmer sind China, Russland, Saudi-Arabien. Neben dem Schlachthof stehen eine Bioethanolfabrik auf Basis Mais und eine Biodiesel-Fabrik auf Basis Soja. Die Bemischung von …

Brasilien Tag 4

Mato Grosso ist groß. Genau genommen ist es rund 90 Mio Hektar groß, Deutschland rund 35 Mio Hektar. Und Mato Grosso ist nur eines von 27 Bundesländern in Brasilien. Da wird man schon etwas demütig. Vom Hotel sind wir zu einem Betrieb in der Nähe gefahren, das waren aber etwas mehr als zwei Stunden, 25 km davon unbefestigte Piste, auf der man kaum schneller als 30 km fahren kann. Die Ware wird auf dem Feld auf LKW´s umgeladen, Anhänger hat hier keiner. Wir waren bei Familie Scharf zu Besuch, deren Vorfahren aus Deutschland stammen. Den Betrieb von 1.500 ha bewirtschaftet die Familie erst seit 10 Jahren. Die Besonderheit ist die Fruchtfolge: nach zwei Jahren Beweidung durch Fleischrinder folgt Mais in Direktsaat, danach zweimal Soja und dann wieder Beweidung. Die Fleischrinder gehen in einen Schlachthof in 60 km Entfernung von der Farm. 50% des Rindfleisches in Brasilien wird nach China exportiert. Vom Schlachthof bis zum Hafen Santos sind es 2.300 km. Der Abtransport von Soja und Mais geschieht auch ausschließlich über die Strasse. Aktuell bauen die …

Brasilien Tag 3

Heute ist Sonntag. Von Cuiaba zwei Stunden Fahrt zu einem Fluss, in dem wir wunderbar geschnorchelt haben. Auf der Fahrt dorthin rechts und links nur Cerrado, also Grasland mit großen Büschen und kleinen Bäumen. Davon hat Brasilien etwa 160 Mio. Hektar. Aktuell wird es kaum genutzt. Zum Vergleich: Deutschland hat 11 Mio. Hektar Ackerland. Viele unserer Vorurteile lösen sich gerade in Rauch auf. Beim Abendessen treffen wir auf den Besitzer einer großen Pizzeria-Kette. Sein Name ist Juchem, sein Urgroßvater stammt aus Rheinland-Pfalz und er spricht immer noch den Dialekt. Man merkt ihm an, wie er sich freut, Stimmen aus der Heimat zu hören. Es ist spät geworden. Morgen vielleicht mehr, das Programm ist voll aber toll. Und es ist warm, sehr warm. (ca. 35 Grad)  

Brasilien Tag 2

Das Wichtigste zuerst: wir haben alle wunderbar geschlafen, was nach dem langen Flug auch dringend nötig war. Wir sind alle gesund, trotz Klimaanlagen. Der heutige Tag war ganz den brasilianischen Apfelsinen gewidmet . Dazu haben wir die Firma Alfacitrus kennengelernt, die von Italienern in Brasilien gegründet wurde. Der Familienbetrieb baut auf 2.400 Hektar Apfelsinen an, vermarktet werden pro Jahr etwa 60.000 t. Die Apfelsinen werden ausschließlich in Brasilien als Früchte verkauft, es wird nichts nach Europa exportiert. Nur Früchte, die nicht der Norm entsprechen, werden zu Apfelsinensaft verarbeitet. 78% des Orangensaft stammt aus Brasilien, der Rest vorwiegend aus den USA. Die Firma erzielt pro Kilo Apfelsinen etwa 0,60 €, der Verkaufspreis im Laden liegt bei etwa 1,20 €. Etwa 4 Jahre nach der Pflanzung (ca. 1.200 Bäume pro Hektar) kann die erste Ernte stattfinden. Die Bäume bleiben etwa 20 Jahre stehen und werden dann gerodet. Haupternte ist Juni- August, es gibt aber auch frühere und spätere Sorten, so dass die Ernte von März bis September dauern kann. Wenn es ein gutes Jahr ist, werden pro …

Özdemir bei Maischberger

Mein lieber Mann, was ist das nur für eine Argumentation? So schwach habe ich Herrn Özdemir noch nie erlebt… Besonders interessant sind Frage und Antwort bei etwa Min 11:30. Stark erscheint mir Herr Özdemir in allen Fragen, in denen es nicht um Landwirtschaft geht. Zum Beispiel bei der Aussenpolitik. Fakt ist: in den nächsten zwei Jahren haben wir von diesem Landwirtschaftsminister nichts zu erwarten, was uns Landwirte irgendwie weiterbringt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Bildquelle: ARD