Bauer Willi
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Brasilien Tag 5

Wo soll ich anfangen? Heute war so ein ereignisreicher Tag! Die vielen Fotos und Videos kann ich hier nicht alle bringen, vielleicht später mal in einem Bildband oder so.

Wir sind heute in Lucas do Rio Verde. Die ersten Siedler haben hier 1970 Holzhäuser gebaut, zur nächsten Stadt fuhr man mit dem Auto 11 Stunden über eine Piste. Damals kostet ein Hektar Land (Cerrado) etwa so viel wie eine Schachtel Zigaretten. Das Land musste aber erst urbar gemacht werden.

1990 gab es Strom, ab dann wurde eine Infrastruktur aufgebaut (Planquadrate) . Vor zehn Jahren hatte die Stadt 40.000 Einwohner, heute sind es 80.000 und der Zuzug hält unverändert an. Es kommen vor allem Menschen aus dem Süden, die hier arbeiten oder siedeln. Die ganze Stadt und die gesamte Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Der größte Schlachthof Südamerikas (einer für Schweine, einer für Hühner) steht hier. Exportiert wird in die ganze Welt, wichtige Abnehmer sind China, Russland, Saudi-Arabien. Neben dem Schlachthof stehen eine Bioethanolfabrik auf Basis Mais und eine Biodiesel-Fabrik auf Basis Soja. Die Bemischung von Biodiesel beträgt seit Jahren 12,5 %, (bei uns 7%) und soll demnächst auf 25% erhöht werden. Es werden die gleichen Motoren wie bei uns gefahren!!! Die Energie für die Fabriken wird aus Hackschnitzel gewonnen, die aus Eukalyptus (eigener Anbau) hergestellt werden.

Am Vormittag waren wir auf einer Forschungsstation für Soja, Mais und Baumwolle. Diese Station wird von Landwirten, Agro-Firmen und dem Staat unterhalten. Die Versuchsflächen (Kleinparzellen) betragen aktuell 200 ha, es wurden aber jetzt 160 ha zugepachtet. Wichtigster Tag des Jahres ist der Feldtag im Mai. Im letzten Jahr waren dort 92.000 Besucher. Für Besucher von weiter weg oder eilige Besucher für nur einen Tag hat man jetzt einen Flugplatz gebaut. Auf dem Feldtag werden auch Flugzeuge verkauft. Überhaupt ist es auch ein Handelsplatz, im letzten Jahr wurden Umsätze von 2 Mrd. Euro (!) gemacht. Das Einzugsgebiet für die Forschungsstation umfasst 4 Mio ha.

Einige Erkenntnisse von den Gesprächen: Soja wird etwa 1 mal mit Herbizid, dreimal mit Insektizid und viermal mit Fungizid gespritzt. Tatsächlich ist Glyphosat das gängige Herbizid. Es gibt aber erste Resistenzen dagegen, deshalb gibt es jetzt auch GVO-Pflanzen, die gegen Dicamba resistent sind.  Gespritzt wird mit selbstfahrenden Spritzen oder mit dem Flugzeug. Das Flugzeug kann in der Stunde etwa 100 Hektar spritzen. Es ist völlig normal, kein Mensch stellt diese Maßnahmen in Frage. Nur noch mal zur Erinnerung: Mato Grosso ist dreimal so groß wie Deutschland und hat 3,5 Mio Einwohner. Die Landwirtschaft ist absolut professionell und die Geschichten von der armen Landbevölkerung stimmt für dieses Bundesland definitiv nicht. Es gibt keine Slums, auch die Landarbeiter haben alle ein kleines Häuschen und besitzen einen PKW. Wir haben das alles mit eigenen Augen gesehen!! Also lasst auch andere diesen Artikel lesen.

Schweinehaltung wird in vertikaler Integration betrieben. Die Firma liefert Ferkel und Futter und hält eine Bürgschaft für den Stallbau. Ähnlich läuft es in Deutschland beim Geflügel.

Am späten Nachmittag waren wir noch auf einem Familienbetrieb mit 5000 Hektar Ackerland, aber mehreren Ernten pro Jahr. Die Familie hat 40 Angestellte und 30 Saisonarbeiter. Wegen der weiten Strecken zum Hafen ist mir ein Satz in Erinnerung geblieben: “Wir sind weit weg von allem und in der Nähe von nichts”.  Tatsächlich ist die Logistik eine großes Problem, weil die Export-Häfen sehr weit entfernt sind.

Zwei Dinge, die wir noch gesehen haben:

  • die Vorführung eines Pflanzenschutz-Flugzeug
  • die Kapelle, die der Landwirt nach einer überlebten Krankheit aus Dankbarkeit gebaut hat, aber allen zur Verfügung steht.

Die Menschen in Brasilien sind auch in dieser Beziehung etwas anderes als die Europäer.

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99 Kommentare

  1. Michael Ströhl sagt

    Wir schreiben uns die Finger wund und reden uns den Mund fusslig für mehr Wertschätzung der heimischen Landwirtschaft, kritisieren die Menschen, die gedankenlos bei Aldi einkaufen und dann schwärmen die selben Leute von genau den Konzernstrukturen und Wirtschaftsweisen die in Deutschland und Europa die Familienbetriebe, den Mittelstand verdrängen… tut mir leid, dass kann ich nicht nachvollziehen.
    Aber Cem und Robert waren ja auch ganz begeistert von Brasilien.
    Ich bin jedenfalls enttäuscht von den undifferenzierten Reiseberichten.

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      • Michael Ströhl sagt

        Natürlich sind es Fakten, die beschrieben werden, das machen unsere Kritiker in D auch. Und je nach dem, welche Fakten man mit welchen Worten beschreibt bildet sich eine Meinung heraus. Das kann man hier schön beobachten. Mich würden schon interessieren,
        wie die Fragestellungen, die hierzulande diskutiert werden in Brasilien behandelt werden. Eutrophierung von Grund- und Oberflächenwasser bei über 1500mm Niederschlag und sandigen Böden? Wie sieht da wohl die Nährstoffbilanz aus? Wie hoch ist der natürliche Humusgehalt, und welche Richtung hat er im Ackerbau? Pflanzenschutz mit Flugzeug bei 30 Grad ? Was ist mit Abdrift und Dampfverlusten? Und welche Mittel werden eingesetzt?
        Das sind nur ein paar der Fragen, die mir dazu einfallen und über die man sich auch Gedanken machen sollte…

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        • Reinhard Seevers sagt

          Michael, wie bitte sollen diese Daten aus einem Land dessen einziges Bundesland Mato Grosso bereits dreimal größer ist, als die BRD wohl erhoben worden sein? Man darf die deutsche und europäische Kleinteiligkeit und deren Ausdifferenzierung bis ins Kleinste doch nicht auf dieses riesige Land übertragen wollen. Da kann man sich hundert Jahre drüber streiten, ob und welche Grundlagen wo in welcher Form erreicht oder unterschritten werden….das ist naiv zu glauben, man könne irgendetwas vergleichen und dann noch zuordnen.

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          • Michael Ströhl sagt

            Gerade wegen der Größe und Relevanz des Landes, und weil Brasilien massiv anstrebt die europäischen Märkte zu bedienen, sollte man sich über diese Fragen auch Gedanken machen.
            Sonst braucht sich nicht über die Kurzsichtigkeit von Konsumenten hierzulande beschweren…

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            • Inga sagt

              Richtig,
              Aber was ist besser,
              Handelsbeziehungen mit uns oder
              Handelsbeziehungen mit China?

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              • Michael Ströhl sagt

                Ich habe kein Problem mit Handelsbeziehungen. Aber nicht auf dem Rücken der europäischen Landwirtschaft. Der Deal Agrarprodukte und Rohstoffe zu uns – Autos nach Brasilien ist kurzsichtig. Man sieht ja jetzt schon, wie unser innerer Frieden dadurch gestört wird. Und auch ökologisch ist das weder für uns noch für Brasilien nachhaltig.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Also jetzt mal rein praktisch gedacht…also aus dem richtigen Leben, nicht wünsch dir was oder Schreibtisch Sicht. Wie soll man eine derart große Fläche beaufsichtigen, wenn in unserem kleinen vollumfänglich überwachten Land dies nicht möglich ist? Wie?
              Da könnte man eine Raketenstation bauen, und keiner merkt was….

        • Bauer Willi sagt

          Alle diese Fragen haben wir gestellt und sie sind uns auch ausführlich und ehrlich gegeben worden.
          Sie überfordern den Autor, wenn er die Erkenntnisse, Fragen und Antworten eines ganzen Tages nach dem Abendessen gegen 21 Uhr ausführlich wiedergeben soll. Ein solcher Tag würde 5 – 6 Buchseiten füllen.

          Ihre Ansprüche passen nicht mit meinem Möglichkeiten zusammen. An wem mag es liegen?

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          • Heute sehr viel gesehen und erfahren das Ganze muss man erst mal verarbeiten und nicht im Hauruck verfahren weitergeben das ist ein bißchen zu viel verlangt Bauer Willi wird schon genau berichten und fragen soweit es geht beantworten.

  2. Johann sagt

    Gratuliere Dir zu diesen Erlebnissen.
    Ich war vor 6 Jahren im Bundesstaat Bahia und haben ähnliches gesehen. Wenn jemand glaubt, dass uns unsere Standards selig machen, der irrt gewaltig.
    Fragt im billigen Urlaubsland jemand nach unserem Standard? Hauptsache viel und billig.
    Noch viele schöne Tage und Erlebnisse.

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      • Heute sehr viel gesehen und erfahren das Ganze muss man erst mal verarbeiten und nicht im Hauruck verfahren weitergeben das ist ein bißchen zu viel verlangt Bauer Willi wird schon genau berichten und fragen soweit es geht beantworten.

  3. Michael Ströhl sagt

    Einerseits kann ich verstehen, dass man als Landwirt über die Produktionsbedingungen ins schwärmen kommt, andererseits bestätigt es, dass die Mercosur-Staaten weit von unseren Umwelt, Tierwohl und Sozialstandards entfernt sind. Und ich glaube nicht, dass solche Strukturen erstrebenswert sind. Landwirtschaft ist wichtig, aber nicht einzig wichtige. Beckenbauer hat übrigens in Katar auch keine ausgebeuteten Arbeiter gesehen… Bei allem Frust über deutsche Agrarpolitik bin ich trotzdem froh, nicht in einer solchen Agrarwüste leben zu müssen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Vielleicht sind wir einfach zu sehr “Kuckucks-Uhren-geframt”…..wer durch die riesigen great plains der USA gereist ist, wird Agrarwüste als Freiheit definieren. Ein Begriff, den wir bereits so weit negiert zu haben scheinen, dass ein hiesiges Maisfeld schon als Vorzeichen des Weltunterganges gedeutet wird. 🤡

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      • Michael Ströhl sagt

        Ich habe nicht von den hiesigen Feldern. Aber warum demonstrieren wir dann zur Zeit für unsere Landwirtschaft, dafür dass unsere Leistungen vom Bürger auch wertgeschätzt werden? Wenn alles so toll und unproblematisch ist in Brasilien und die alles so gut lösen, dann können wir unsere Direktzahlungen streichen, brauchen nicht mehr über unsere Gemeinwohlleistungen sprechen, einfach Mercosur ratifizieren und uns von da und von sonstwo beliefern lassen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Sie verwechseln jetzt existenzielle Ängste und agrarische Möglichkeiten des Wirtschaftens. Ein deutscher Landwirt kann seinen Acker nicht mitnehmen in das Land seiner Wahl. Er kann und muss hier leben und kämpfen…..bleibe im Lande und wehre dich täglich. Jetzt bitte nicht das Argument des Umsiedelns bringen, sonst antworte ich auch mit dem Argument für alle, die unzufrieden sind mit ihrer Freizeit, dem Einkommen oder der politischen Opposition.

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          • Michael Ströhl sagt

            Es geht nicht um meine existenziellen Ängste. Für meine Existenz ist entscheidend, wie ich mich im Wettbewerb vor Ort behaupte. Es geht aber um die Bedingungen für die Landwirtschaft in D. Es ist nicht absehbar, daß die Restriktionen für uns weniger werden. Und wir müssen der Gesellschaft zeigen, dass unsere Wirtschaftsweise einen Mehrwert erzeugt. Und zu diesem Mehrwert gehören eben auch die berühmten öffentlichen Leistungen, die wir nicht zum Nulltarif erbringen wollen. Das Beispiel Brasilien zeigt uns genug Unterschiede ‘ . Und wenn die Gesellschaft nicht zu Kompensationszahlungen bereit ist, braucht es eben einen Außenschutz

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    • Christian Bothe sagt

      Ströhl: ich frage mich woher Ihr Essen kommt und womit Sie sich ernähren, wenn LW und NGW für Sie nicht das Wichtigste ist…

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sie glauben nicht, dass solche Strukturen erstrebenswert sind, aber der deutsche Bauer sieht, wie die Wirtschaften können und wie ihnen selbst mit unerfüllbaren Forderungen, Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.

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  4. Frank sagt

    “Wir haben das alles mit eigenen Augen gesehen!!”
    Das war noch nie eine Grundlage dafür, “keine, alle” und ähnlich verabsolutierende Worte zu gebrauchen. Zu oft wurden Reisende mit dem was sie in kurzer Zeit zu sehen, ja vorgeführt bekamen, genasführt, um genau solche Berichte zu erreichen.

    Und das Pflanzenschutz-Flugzeug, nun sowas und auch Hubschrauber hatten wir auch schonmal und sogar eine Fernsehserie drüber. https://de.wikipedia.org/wiki/Flugstaffel_Meinecke

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    • Bauer Willi sagt

      Ich kenne Daniel, unseren Reiseführer seit 2015. Sie können mir zutrauen, dass ich erkenne, was “vorgeführt und genasweist” bedeutet. Kommen Sie doch selber rüber und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil. Deutschland ist hier übrigens bekannt für seine Klugscheißer.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Eine Agrarreise ist keine Bildungsreise in Sachen Sozial- und Gesellschaftsgeschichte. Deshalb muss man auch nicht alle Belange einer brasilianischen Gesellschaft thematisieren. Die Favelas von Rio oder Sao Paulo sind schon eine eigene Welt innerhalb einer riesigen Agrar- und Naturlandschaft. Der krasse Unterschied zeigt doch schön, wie viel gleicher unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Wir wollen Landwirtschaft sehen Willi! Dafür Danke! Wie ist das Wetter, das würde mich interessieren……und die Frauen! ?

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    • zmp_nachfahre sagt

      Was den Einsatz von Flugzeugen etc in der Landwirtschaft angeht, ist es meist ganz einfach die Praktikabilität. 100 ha pro Stunde sind mit dem Trecker nicht so wirklich zu schaffen.
      In Deutschland gibt es auch Drohnen zum Spritzen in Weinberg-Steillagen, wurde schon vor etlichen Jahren bei der DLR vorgeführt.

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  5. Ernst Pauli sagt

    Bauer Willi:

    Frag doch mal die Landwirte ob es in 20-30 Jahren noch Regenwald mit der Tierwelt in Brasilien geben wird?

    Oder ist dies wieder mal so ein übergeordnetes Problem und es ist Ihnen egal?

    • Bauer Willi sagt

      Dazu werde ich noch einiges schreiben. Wir sind aber hier in Mato Grosso und da gibt es keinen Regenwald.
      Übrigens sind 7,6% der Fläche Brasiliens in landwirtschaftlicher Nutzung. In Deutschland sind es etwa 50%.

      Wie darf ich die Frage verstehen “oder ist es Ihnen egal?” Ich berichte hier über Sachverhalte und enthalte mich als seriöser Berichterstatter erst einmal einer eigenen Meinung. Wenn Sie etwas anderes haben wollen, lesen Sie bitte die Bildzeitung.

      Mir ist grundsätzlich nichts “egal”. Aber es muss erlaubt sein, die Dinge in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Welche Schlüsse Sie daraus ziehen, ist mir “egal”.

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        • Bauer Willi sagt

          7% der Ackerfläche. Landwirtschaftliche Nutzfäche beinhaltet auch jede Form von Wiesen und Weiden.

      • Ernst Pauli sagt

        es sollte heissen “ist ihnen (klein geschrieben), den Leuten die Sie da treffen, egal?”

        Ja, der Urwald in D ist nicht mehr, uns war es nicht so wichtig. Die Frage mit etwas zeitlichem Abstand ist: Wollen “wir” den ursprünglichen Regenwald und Tierwelt erhalten oder eben nicht? Unsere Enkel können auch in den Zoo gehen oder alte Dokus schauen …

        • Obstbäuerin sagt

          Der Regenwald in Brasilien gehört aber den Brasilianern und wenn sie beschließen, einen Teil für ihre Interessen zu roden, mag das für den Rest der Welt bedauerlich sein. Es ist jedoch nicht unsere Landschaft über die wir verfügen können, weil wir die Weisheit gepachtet haben.

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          • Ertl Elisabeth sagt

            Aber ob wir das fördern wollen oder nicht, entscheiden schon wir. In Ostafrike gibt es eine Bewegung, die das Agrarland für die Versorgung der eigene Bevölkerung zurück haben will und nicht nach Europa exportieren (z.B. Chrysanthemen!!!)

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    • Limes sagt

      Herr Pauli fragen wir doch mal in Deutschland nach. Ist es den Menschen in Deutschland egal woher z.B die Rohstoffe für Windräder und E Autos kommen und wie die gewonnen werden. u.a Brasilien sowie andere Länder bauen in großem Umfang diese Rohstoffe nicht nur zum Eigenverbrauch ab sondern auch für “Besserwisser Länder”.
      Diese “Besserwisser Länder” könnten selber im eigenen Land Rohstoffe gewinnen unterlassen dies aber aus offensichltichen Gründen. Nennt man Doppelmoral und weltfremd, das haben offensichtlich mittlerweile viele ausserhalb der “Doppelmoral Länder” erkannt, zeigen es offen und treten selbstbewusst auf. Aktuell z.B Lula bei seinem Besuch Ende 2023.

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  6. Ertl Elisabeth sagt

    Wie würde es dir gehen, Willi, wenn ein Großbetrieb deine 40 ha übernimmt, und du halt dort arbeiten darfst und ein einem kleinen Häuschen mit Auto wohnst?
    Du wirst von den Gewinnern der Entwicklung durchs Land geführt. Wie würden dich die Verlierer führen?

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    • Stadtmensch sagt

      Wenn sogenannte Verlierer weltweit weiterhin auf 5ha Subsistenzwirtschaft betreiben, hat niemand was davon. Arbeitsteilung + Spezialisierung = Fortschritt bzw. fossil getriebene Komplexitätssteigerung mit Aussicht auf “Energiewende”.

      Das einzelne Menschlein ist dann nicht mehr an seine Scholle gebunden mit dem empirischen Wissen das es von seinen Vorfahren mitbekommen hat, sondern kann theoretisch aus dem Vollen schöpfen und alle möglichen Wege durchs Leben wählen.

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      • Marian E. Finger sagt

        Das einzelne Menschlein war noch nie damit zufrieden, an seine Scholle gebunden zu sein. Wenn das Menschlein die Scholle nicht ständig vergrößern kann, wandert es aus und sucht andere Schollen. Die Unzufriedenheit ist der Grund, warum wir die ganze Welt besiedelt haben und nicht in Afrika geblieben sind, wo wir ursprünglich herkommen, und die Not, wie wir uns das gerne einreden. Jetzt sind wir überall, haben die ganze Welt über den Haufen geworfen, aber zufrieden sind wir immer noch nicht. Im Gegenteil. Wir werden immer unzufriedener und nicht wenige träumen davon, den Mars zu besiedeln.

        Das Problem sind nicht 5 ha, 40 ha oder 300.000 ha, sondern die Unzufriedenheit, denn die ist es, die das Menschsein definiert, auch wenn wir sie ständig hinter Moral, Nachhaltigkeit, Verantwortung, Solidarität und sonstigen schönen Worten verstecken.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ommmm….Harari hat mal gesagt: “Meditation befreit mich von einer schweren Last: dass man nämlich ständig über alles urteilt, über sich, über die Welt, über die anderen Menschen – dies ist gut, das ist schlecht. Urteilsfreiheit führt zu einem Frieden des Geistes, an den für mich keine andere Form des Glücks heranreicht!”

          Kommt, lasst uns kiffen, dann ist alles EGAL, wie der Wendler sagen würde! 🤡

          • Marian E. Finger sagt

            Ich habe nicht geurteilt, sondern analysiert. Vielleicht ist es ja in der DNA des Menschleins festgeschrieben, dass ein paar wenige die Herren und alle anderen die Untertanen und Ausgebeuteten sind. Vielleicht ist es ja auch der Plan der Evolution, die Spielfläche Erde durch den Menschen abzuräumen, damit wieder Neues entstehen kann.

            Ich habe in meinem Beruf viel mit Tod und Sterben zu tun gehabt. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, wie entspannt die Verstorbenen oft aussehen im Vergleich zu den Lebenden. Da hat sich mir der Schluss förmlich aufgedrängt, dass der Mensch keine Spezies ist, die im Leben glücklich und zufrieden ist. Ob Glück mit Meditation zu tun hat, wage ich zu bezweifeln. Meditation ist m.E. ähnlich wie Öko vor allem eine Methode, sich dem Rest der Welt gegenüber als der Reifere, Bewusstere, Erleuchtetere zu fühlen. Man fühlt sich eben als der bessere Mensch, wenn man keine Urteile fällt. 😉
            Und Harari wirkt in den Interviews, die ich gesehen habe, nicht gerade entspannt.

            • Reinhard Seevers sagt

              Marian, es gibt viele afrikanische Kulturen, die das Leben lediglich als Weg zur Erfüllung zum wirklichen Glück sehen. Jene betrachten den Tod als wahres Ziel. Wenn man es in der Art betrachtet, ist die Zeit auf Erden nur Beiwerk und man nimmt alles weniger wichtig. Unsere Sicht auf Leben und Tod muss ja nicht die richtige sein…🤔

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    • Bauer Willi sagt

      Das passiert doch laufend in Europa. Die Kleinen verschwinden und die Großen werden größer. Das ändert auch keine Regierung.

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    • Christian Bothe sagt

      Erlt: hatten wir alles ähnlich in der DDR in den LPG und VEG! Angestellte ,Arbeiter und Genossenschaftsmitglieder in den 2-3000ha und größeren Betrieben konnten sich Einfamilienhäuser bauen, ihre Kids in den Betriebskinderkarten bringen, betriebliche Ferienwohnheime und prophylaktische Kuren an der See und anderswo nutzen. Desweiteren gestaltete die LPG
      das Dorfleben mit und jeder konnte sich privat Tiere halten. Was war nun daran schlecht Frau Erlt in Bezug auf Ihre Anfrage mit den 40 ha…?Sicher kein Masstab aber irgendwie ähnlich! Ausgereisst wurde dann alles noch in AIV mit mehreren Großbetrieben in vertikaler und horizontaler Kooperation und mehr als 10000 ha und 18000 Rinder und mehr. Alles über mehrere Dörfer.

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  7. Ertl Elisabeth sagt

    Mir kommen da aber schon 3 Fragen:
    1) Wie denkt man darüber, dass die Urbarmachung des Cerrado viel Biodiversität zerstört?
    2) Wo sind jetzt die Indigenen, die dort ökologisch angepasste Weidewirtschaft betrieben haben?
    3) Dass man mit Direktsaat einen Weg gefunden hat, in der Trockenheit zu wirtschaften, ist ja zu begrüßen. Wenn man aber mit immer mehr Flugzeugen und Autos zum Klimawandel beiträgt, wird es womöglich irgendwann so trocken werden, dass gar nichts mehr geht. Denkt man darüber nicht nach?

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    • Ernst Pauli sagt

      mir kommen noch mehr

      – Was war da vor 1970 – Wie kann man sich das vorstellen?
      – Kann man nicht PV zur Energieerzeugung nutzen?
      – Wieviel Prozent sind GVO-Pflanzen ?
      – Ist Nachhaltigheit ein Thema bw. ist dies so nachhaltig?
      – …

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      • Bauer Willi sagt

        Das sind viele Fragen, die ich nicht alle während der Reise beantworten kann. Ich habe für Erstellen des Artikels und Kommentare pro Tag maximal 60 Minuten. Nach dem Abendessen und vor dem Frühstück. Schlafen muss ich auch noch.

        Eine Antwort können Sie sich selbst beantworten: vor 1970 war hier Cerrado, also Buschland. 1970 hatte Brasilien deutlich weniger Einwohner und viele davon waren arm. Bisher haben wir noch keine Armut gesehen und Daniel führt uns auch in die nicht so schönen Ecken. Wir kennen uns seit 2015 und er kennt auch die deutschen und österreichischen (Elisabeth Ertl) Befindlichkeiten.

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        • zmp_nachfahre sagt

          Ein Bekannter meines Vaters war in den 90ern in Brasilien (Rio Grande do Sul) mit staatlichem Auftrag unterwegs, um dort Genossenschaften aufzubauen. Damals gab es nach seiner Auskunft überall “Äcker”, die entlang der Straßen angelegt waren, weil es sonst kein verfügbares Land gab. Da ist ein Häuschen schon ein Fortschritt, auch wenn man nur Angestellter ist.

      • Christian Bothe sagt

        Stadtmensch: nun übertreiben Sie mal nicht! Die Bauern wissen weltweit was sie nachhaltig tun müssen! Ideologien und Wissenschaftler( die sich ständig an der Klimaerwärmung abarbeiten) haben wir genug!

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        • Sandra Kuhn sagt

          nur beissen sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit doch das eine oder andere Mal. Muss ich am Ende des Monats genug Geld haben, um meine Familie zu ernähren oder spielt es keine Rolle, wenn die hungern, Hauptsache, ich habe 3 Käfern eine Unterkunft stehen lassen? Ja, richtig! Wir Bauern haben nicht das geringste Interesse daran, unsere Grundlage zu zerstören. Aber wir stehen nicht selten in einem Dilemma.

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      • Marian E. Finger sagt

        “Als (Noch)-Wohlstandsbürger mit höchstem Ressourcenverbrauch …”

        Das ist doch auch so ein Märchen von vorvorgestern. Die Höhe des Ressourcenverbrauchs richtet sich nicht nach der Nation, sondern nach dem Einkommen. Ein Brasilianer und ein Deutscher derselben Einkommensschicht dürften sich in Sachen CO2-Fußabdruck nicht wesentlich voneinander unterscheiden.

        Wenn es in Brasilien mehr arme Leute gibt als in Deutschland, dann ist es Sache der Wohlstands-Brasilianer, einen entsprechenden Ausgleich zu schaffen und nicht Sache der Wohlstands-Deutschen. Die hätten eigentlich genug damit zu tun, sich um die armen Leute in Deutschland zu kümmern, von denen es ja auch immer mehr gibt.

        Wohlhabende Leute und davon nicht wenige gibt es inzwischen doch in (fast) jedem Land der Welt. Allerdings gibt es einen Zusammenhang zwischen Korruptionsindex und Armut. Bloß: Die Korruption in sog. armen Ländern verschwindet nicht durch das Hineinpumpen von Milliarden an angeblich “nachhaltiger” Entwicklungshilfe. Wir sollten also endlich mal mit dieser permanenten Selbstgeißelung aufhören und Fahrradwege in Peru bauen, was zudem bloß Heuchelei ist.

        “Wir” Deutschen (wahlweise Briten, Franzosen, Niederländer, Spanier) verantworten auch nicht den Kolonialismus, der die Länder Afrikas, Asiens, Südamerikas in zerstörerischer Manier gewalttätig ausgebeutet hat. Das war immer nur eine schmale gesellschaftliche Schicht, zu der meine Vorvorfahren garantiert nicht gehörten. Meine Vorvorfahren waren Bauern und Handwerker und keine Kolonialherren. Sie gehörten damit genauso zu den Ausgebeuteten wie die die Bauern und Handwerker in Afrika, Südamerika und Asien. Aber an diese Ausgebeuteten im eigenen Land verschwendet ja niemand auch nur eine Krokodilsträne.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Tja Marian, die Selbstgeißelung und Selbstverzwergung ist inzwischen in der deutschen DNA fest verankert. Deshalb ist doch auch die Na.i-Keule so wichtig. Sie hält den Deutschen in Zaum und seine Geldbörse offen. Wenn irgendwann einmal die Mehrheit dieses Landes keine Bio-Verantwortung mehr in sich trägt, dann wird es schwer, für die Moralisten die Schuldfrage zu adressieren, und die Selbstverzwergung aufrecht zu erhalten. Ein Volk dessen Identität sich ausschließlich auf der historischen Schuld aufbaut wird langfristig scheitern.
          Der Anfang wird gerade geschaffen, in dem man Schuldbeladene auffordert sich gegen die Demokratie zu stellen, und die Opposition mit allen Mitteln zu bekämpfen.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Das hinterlässt mich etwas ratlos … weil es ziemlich logisch erscheint … und ich ein “Logikfreak” bin. Die Unterscheidung der Wirkungsweise der “Biologischen Pumpe” und sonstiger Einflüsse auf die globale Luft- und Wasserbewegung ist, glaube ich, schwer zu verifizieren. Bei der Entwaldung des Mittelmeerraumes vor 3.000 bis 6.000 Jahren hat die Auswirkung des Verlustes der “Biologischen Pumpe” jedenfalls über 2.000 Jahre auf sich warten lassen. Vielleicht ist die häufige Dürre in Südeuropa eine Folge davon. Die Zusammenhänge sind jedenfalls nie eindimensional, deshalb halte ich solche Prophezeiungen “in 10 Jahren ist das Süßwasser weg” für ziemlich gewagt.

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    • Christian Bothe sagt

      Ertl: die wissen schon, was sie dort tun( der Bericht von B.Willi beweist es)! Entscheidend sind die Erträge vor Ort, weil ganze Regionen davon leben! Von der Biodiversität und Biolandwirtschaft allein kann keiner existieren. Flugzeug Einsatz ist bei diesen Flächen nötig, haben wir in der DDR ständig gemacht( bodenschonend)! Im Übrigen setzt man in südamerikanischen Ländern schon länger auf Methanol oder Bioäthanol ( VW teilweise bis 100% und das seit Jahren…).Dürfte auch bei Flugzeugen möglich sein…

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      • Reinhard Seevers sagt

        Christian, Landwirte sind immer (häufig oder oft) von großen Größenordnungen beeindruckt. Die Bewältigung großer Einheiten und Aufgaben mit technologischen Mitteln zieht viele in den Bann. Ist bei großen Stalleinheiten auch so. Das kann ich sogar teilweise verstehen. Pflanzenschutz mit dem Flugzeug als gut zu betiteln, kann man nur dann, finde ich, wenn man die Großräumigkeit des Landes mitdenkt. Wir reden bei uns um Zentimeter Abdrift und dort überfliegen die Wohnhäuser mit dem Zeug.
        Ich habe vor Jahrzehnten am Rhein mal die Spritzung von Weinbergen mit Hilfe von Hubschraubern miterleben dürfen….DAS ist Gott sei dank Geschichte. …..glaub ich, oder?

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        • Christian Bothe sagt

          R.S.So ist es und Betriebe mit mehr als 1000 ha LN und 1000 MK und mehr sind Grundlage für industrielle LW!Habe das selbst gestalten können! Faszinierend ist natürlich der Technikeinsatz in Pflanzen-und Tierproduktion und deren Weiterentwicklung! Aber das ist die Zukunft,um 9 Milliarden Menschen ernähren zu können! Kleinbetriebe und Biolandwirtschaft werden vor Ort die Versorgung sichern.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Christian, da wollte ich hin……wenn man Klima, Land-Nutzungskonflikte, räumliche Ellenbogenfreiheit, hoher Kapitaleinsatz usw. auf unserer “Habenseite” verbucht und sie den Gegebenheiten Südamerikas, USA, Kanadas, Kasachstans oder der Ukraine gegenüberstellt. Dann MUSS man doch zwangsweise zu dem Schluss kommen, dass unsere Landwirtschaft zwar ernähren möchte und auch in der Lage dazu wäre, sie aber schlicht langfristig nicht dazu in die Lager versetzt werden kann und wird. Sprich, sie wird abgewickelt bis auf ganz wenige Nischengänger und/oder Spezialisten…ansonsten kommt alles aus dem Ausland. Dann stellt sich die Frage, wozu sind die Kollegen auf der Straße, sie sollten sich auf das ENDE vorbereiten und die Segel streichen. (Sarkasmus oder Zukunftsmusik?)
            Schulterzuck! (Hoffentlich ist das nicht auch das Fazit des Reiserückkehrers, dann war sogar der ganze blogg umsonst)😦

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            • Bauer Willi sagt

              @Reinhard Seevers
              Ein Fazit werde ich nach der Reise schreiben. Ich muss da in meinem Kleinhirn noch einiges sortieren.
              Wir besuchen in den nächsten Tagen einen Betrieb mit 300.000 ha Ackerfläche. Ist aber kein Familienbetrieb mehr…

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              • Stefan Nieberg sagt

                Auf Deutschland runtergebrochen mit seinen 16,5 Mio. ldw. Nutzfläche wären das ja nur noch 55 Betriebe……
                Da müssen die Proteste aber gut organisiert werden….:D

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Pflanzenschutz in Steillagen von Weinbergen werden inzwischen mit Drohnen durchgeführt, sonst werden die Lagen aufgegeben.
          Man muss sich noch wundern, dass noch jemand in diesen Steillagen noch Weinbau betreibt.
          Wie sagte mal ein Leiter des Arbeitsamtes Offenburg:
          Die Arbeit in Weinbergen kann man einem Arbeitslosen nicht zumuten. von Winzern kann man dies anscheinend erwarten.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Wir hatten in den 80-zigern russische Hubschrauberpiloten für den Pflanzenschutz.
          Die haben das Zeugs auf den Meter genau heruntergebracht. Die Ränder wurden dann mit Schleppern behandelt. Das geht ziemlich genau, wenn die Flächen groß genug sind. Das ging auch mit der Z 37 … die Flugbahnen wurden möglichst über die längsten Achsen der Schläge festgelegt und waren mit 5 m weißen Pfählen markiert. Die durchschnittliche Schlaggröße war damals bei und um 60 ha.
          Düngung und Pflanzenschutz mit Fluggerät ist zwar nur noch Agrarhistorie … war aber genauer als ihr nachgesagt wird.

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          • Christian Bothe sagt

            Stimmt so war es! Manche sind dann mit der Z37 nach dem Westen abgehauen… Da war vielleicht was los hier in der Grenzregion!

    • Bauer Willi sagt

      @Elisabeth Ertl
      Haben Sie mal darüber nachgedacht, das Bevölkerungswachstum zu stoppen? Die Fragen sind berechtigt, aber doch irgendwo akademisch.

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      • Ertl Elisabeth sagt

        Eine Verwandte hat einmal ein Jahr lang in Bahia gelebt, weit im Landesinnern. Da war das Leben eines Indigenen weniger wert als das einer Fliege. Für Europäer schockierend. Das lasse ich mir nicht als akademisches Problem abtun.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “Wenn man aber mit immer mehr Flugzeugen und Autos zum Klimawandel beiträgt, wird es womöglich irgendwann so trocken werden, dass gar nichts mehr geht. Denkt man darüber nicht nach?”
      Ob bei diesen Fragen, gerade die Bauern die Ansprechpartner sind, mag ich zu bezweifeln, habe mal gehört, dass es Bauern gibt, die noch nie in einem Flieger saßen, nein, manche waren noch nie im Urlaub.

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    • Limes sagt

      “2) Wo sind jetzt die Indigenen, die dort ökologisch angepasste Weidewirtschaft betrieben haben?”
      Frau Ertl welche Indigenen sollen diese Weidewirtschaft betrieben haben? Wie soll die ausgesehen haben ? Kamen Kühe nicht recht spät aus Europa bzw Asien nach Brasilien/Amerika? In welches Zeitalter wollen wir zurück gehen um für genehme Indigene und ihre Wirtschaftsweise als Referenz für unser Leben zu nehmen? etwa Steinzeit vor der Entdeckung uns MIssionierung durch Europäer oder irgendetwas dazwischen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Jahre lang wurde auf die Bauern eingedroschen und die Medien spielten kräftig mit. Erst mit dem Veggieday und mit dem Heizungsgesetz wurde es der Bevölkerung klar, wohin die Reise geht, sie merkten, dass auch sie zu den betroffenen gehören.

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  8. Sonja Dengler sagt

    Frage: erlauben Sie, dass ich Ihren Artikel an Achse des Guten und (falls die es nicht übernehmen) auch an Tichys Einblick und Vera Lengsfeld usw. schicken kann?
    Das ist hochinteressant und das sollte man in D gelesen haben….
    Reisen bildet 🙂

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ich finde es ein wenig befremdlich, diesen Reisebericht als “Erkenntnis” zu titulieren.
      Haben Sie wirklich noch nie etwas von den Dimensionen dieses Landes und seine Position im globalen Kontext gehört oder gelesen?

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      • Klemens Minn sagt

        gehört und selbst gesehen sind zweierlei – das sollte auch Willi zugestanden werden.
        Ich finde die Berichte sehr kompetent und Lesenswert.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Es geht mir ja nicht um die Berichterstattung…alles gut. Es geht mir um die merkwürdigen Reaktionen. Dass es im Mato Grosso keine Favelas gibt und die Dimensionen sowie das Klima andere sind als in Deutschland sollte spätestens seit der 8.Klasse aus dem Erdkundebuch- Seydlitz 7/8 bekannt sein.
          Auch die mehrmalige Ernte und die kulturen, sowie die Entfernungen sind keine neuen Erkenntnisse. Die Beschreibung des Erlebten finde ich auch gut und informativ…..
          Solche Sätze wiederum: “Es ist völlig normal, kein Mensch stellt diese Maßnahmen in Frage.”…sind ein wenig mit Vorsicht zu genießen, wenn man nicht gleichzeitig mit Umweltschützern geredet hat, sondern nur die Leute vor Ort vorgestellt bekommt.
          Das ist doch wohl einfach zu deuten, oder etwa nicht?

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      • Stadtmensch sagt

        “Ich finde es ein wenig befremdlich, diesen Reisebericht als “Erkenntnis” zu titulieren.”

        Sehe ich auch so. Ich habe einen Studienkumpel, der wegen seiner “Windmühlenfirma” in der ganzen Welt rumkommt und zwangsläufig mit Politikern und Behörden und den Gepflogenheiten in den jeweiligen Ländern ziemlich vertraut ist. Jedenfalls ist es immer sehr interessant wenn wir uns einmal pro Jahr treffen, um in alten Zeiten zu schwelgen und er Geschichten aus aller Welt erzählt.
        Selbst wenn nur die Hälfte stimmt denke ich dabei manchmal, was für ein provinzieller Ar… ich mit meinen Ansichten bin 😉

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    • Bauer Willi sagt

      Danke, aber es gibt schon Pressekontakte für ein Interview nach der Reise. Also bitte (noch) nicht weitergeben.

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  9. Frikadellen piet 45 sagt

    guten Morgen du berichtest wirklich sehr interessante Dinge aber ich weiß nicht wie mir das alles schicken soll und wer das liest aber ist ja auch egal hauptsache ihr habt sehr schöne Erkenntnisse und wir bekommen irgendwann super Bilder

  10. Manuela sagt

    Ich werde den Artikel fleissig teilen. Es ist faszinierend zu lesen und erschreckend zu gleich welch unbedeutend kleines Licht wir in Deutschland sind.
    Unsere gefällige Selbstüberschätzung wie gut wir in allem sind, kann einen ech an🤮.

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Wir in D leben total über unsere Verhältnisse und zeigen mit den Fingern immer gern auf andere…..

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  11. Toll es wird helfen die Vorurteile abzubauen ich hoffe vielevder Leser geben es weiter.Ich werde mir die Bilder welche Inga gemacht hat am Dienstag dann in Deutschland ansehen.Ein Bildband währe sehr schön.Würde ich empfehlen. Und für Heute wünsche ich euch allen einen Schönen Tag.

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