Alle Artikel in: Bauer Willi

Es wird immer schlimmer…ehrlich?

Ich kenne viele Menschen, die mir erzählen, dass sie keine Nachrichten mehr hören oder sehen. Oft mit der Begründung, dass die Fülle an schlechten Nachrichten zunimmt und „es immer schlimmer wird“. Genau zu diesem Thema hat der Bayrische Rundfunk einen Podcast gemacht, den ich mir neulich bei der Arbeit über meine Ohrstöpsel angehört habe. Das war ganz praktisch, weil ich mit der Schleifmaschine gearbeitet habe und so auch gleich einen Gehörschutz hatte. Die 20 Minuten sind sehr hörenswert, weil mit dem Mythos aufgeräumt wird, dass früher alles besser war, wobei nicht wirklich definiert ist, was  mit „früher“ gemeint ist. Es wird aber auch erklärt, warum unser Gehirn so reagiert, wie es eben reagiert und warum die Erinnerung sehr selektiv ist. https://www.br.de/mediathek/podcast/iq-wissenschaft-und-forschung/wird-alles-immer-schlimmer-wie-wir-vergangenheit-und-gegenwart-wahrnehmen-1/2104743 Übrigens: die Meinung, dass es einen moralischen Verfall vor allem bei Jugendlichen gibt, ist mindestens 2000 Jahre alt. Und: die Antwort auf die Frage, ob die Kriminalität zugenommen hat, wird seit Jahrzehnten mit „ja“ beantwortet, unabhängig davon, ob dies auch statistisch belegt ist. Also: investieren Sie die zwanzig Minuten und werden ein wenig schlauer… …

Wenn Saatkrähen Schäden verursachen…

Ich war heute auf einer unserer Rübenparzellen und habe dort einen großen Schwarm Krähen sitzen sehen. Viel Schaden haben sie in den Rüben nicht gemacht, aber im Herbst haben sie eine Fläche mit Weizen ganz schön  „gerupft“. Und dann habe ich diese Bekanntmachung zugeschickt bekommen, in der geregelt wird, unter welchen Umständen ein Abschuss von Saatkrähen gestattet ist. Das fand ich doch sehr erstaunlich und deshalb hier der Link für alle Praktiker, die gleiche oder ähnliche Probleme haben. https://sgdsued.rlp.de/service/oeffentlichkeitsbeteiligung-bekanntmachungen/detail/allgemeinverfuegung-zum-saatkraehen-vergraemungsabschuss Bei der näheren Beschäftigung mit dem Thema bin ich auf ein Dokument des Bundestages gestoßen, in dem es auch um Krähen und um Kormorane geht. Kormorane können großen wirtschaftlichen Schaden in Fischteichen anrichten. Er ist übrigens keine invasive Art, wie ich ursprünglich angenommen habe. In dem Dokument geht es um einen Antrag der CDU/CSU-Fraktion aus 2024 zur Bestandesregulierung bei Saatkrähen und Kormoranen. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw12-de-kormoranmanagement-993268#:~:text=seien%20die%20Folge-,In%20der%20aktuellen%20Roten%20Liste%20der%20Brutv%C3%B6gel%20Deutschlands%20werde%20die,unverh%C3%A4ltnism%C3%A4%C3%9Fig%20und%20m%C3%BCsse%20angepasst%20werden. Der Antrag wurde abgelehnt. Im Folgenden die Reden zu diesem Punkt von Zoe Mayer und Harald Ebner. Rede von Dr. Zoe Mayer (Grüne)  https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7608867#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NjA4ODY3&mod=mediathek Rede von Harald Ebner (Grüne)  https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7608863#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NjA4ODYz&mod=mediathek    

E. v. Hirschhausen: Aktivist oder Moderator

Die Sendung „Wissen vor Acht“ in der ARD sollte eigentlich nur Wissen vermitteln. Wertfrei und ohne Ideologie. Gestern (23.4.) abend wurde dieser Parameter zum wiederholten Mal nicht eingehalten, diesmal von Dr. Eckhart von Hirschhausen.https://www.ardmediathek.de/video/wissen-vor-acht-erde/warum-lagern-wir-saatgut-in-der-arktis/ard/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dpc3NlbiB2b3IgYWNodCAtIGVyZGUvMjAyNS0wNC0yM18xOS00NS1NRVNa Es beginnt eigentlich ganz normal mit der Erläuterung, warum auf Spitzbergen Saatgut eingelagert wird. Doch dann kommt der Punkt, an dem die „industrielle Landwirtschaft“ ins Spiel kommt.  Und nach der ersten Minute wird es ärglich, weil falsch. So wird erzählt, dass 75% der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen „verschwunden“ sind. Weiter wird der Eindruck erweckt, als ob die Konzentration auf wenige Kulturen und Tierarten eine Sache der Landwirte ist. Auch stimmt es nicht, dass Landwirte immer alles Saatgut neu kaufen müssen. Dann wird erzählt, dass „die Konzerne zu ihrem Saatgut den passenden Dünger und die passenden Pestizide mitverkaufen“. Davon abgesehen, dass das Schwachsinn ist, wird hier gelogen. Diese Sendung ist ein Fall für den Rundfunkrat, der es nicht zulassen sollte, dass eine Wissenssendung politisch unterwandert wird. Ach so: die Frage, ob Hirschhausen Aktivist oder Moderator ist, kann jeder für sich beantworten.

Aldi als Partner der Landwirtschaft…?

In der Augsburger Allgemeinen ist ein Interview mit der Nachhaltigkeitsbeauftragten Julia Adou des Discounters Aldi zu lesen. Darin geht es vor allem um die Umstellung auf höhere Tierwohlstufen. https://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/aldi-setzt-auf-tierwohl-nachhaltigkeitsexpertin-julia-adou-im-interview-108495400 Interessant auch folgende Aussage: „Mit Blick auf die höheren Haltungsformen ist es wichtig, mehr und mehr heimische Landwirte und Landwirtinnen dafür zu gewinnen, ihre Höfe umzustellen. Durch unser landwirtschaftliches Team, das im Jahr viele Betriebe besucht, bekommen wir aber auch mit, welchen Herausforderungen die Bäuerinnen und Bauern dabei gegenüberstehen. Daher ist es essenziell, dass schnellstmöglich verlässliche politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Landwirtinnen und Landwirten Sicherheit bieten.“ Welche Erfahrungen habt ihr mit Aldi? Klingen die Aussagen im Artikel plausibel?  

Faire Äpfel vom Bodensee

Seit rund zwei Wochen kann der Verbraucher in ausgesuchten Märkten der GLOBUS-Kette faire Äpfel kaufen. Vermarktet werden Sie unter der Marke „FAIRDI“. https://www.schwaebische.de/regional/bodensee/friedrichshafen/erste-superaepfel-vom-bodensee-jetzt-im-handel-3496065 Was hat es damit auf sich und was ist bisher passiert: Seit 2021 werden zwei Modell-Apfelanlagen am Bodensee wissenschaftlich begleitet – unter anderem durch das Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB). Geprüft werden neue Sorten auf Robustheit, Qualität und Klimaverträglichkeit. Neben der Sortenwahl werden Klimabilanzen erstellt und gezielt Biodiversitätsmaßnahmen wie Blühstreifen und Nisthilfen umgesetzt. Ziel ist eine Best-Practice-Methode für die Region Bodensee. Ein erstes Ergebnis ist nun der Verkauf dieser Äpfel.   Um Obst für FAIRDI zu produzieren, müssen derzeit folgende Vorgaben eingehalten werden: 1. Weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz a. Anbau von definierten Sorten, die gegen den Schorfpilz oder mehrfach resistent sind b. Angepasste reduzierte Pflanzenschutzmittelanwendung, nach den Grundsätzen der Integrierten Produktion c. Förderung von Nützlingen in und um die Obstanlagen z.B. Ohrwurmquartiere, Sitzstangen für Raubvögel, Nisthilfen für Mauswiesel 2. Förderung der Artenvielfalt (mind. 4 der Maßnahmen an jeder Anlage) a. Blühstreifen als Lebensraum und Nahrungsangebot für Insekten in max. 100 Metern um die Anlage, mind. …

Kirche und Staat…

Eine große Persönlichkeit hat heute (21.4.2025)  morgen diese Welt verlassen. Papst Franziskus ist tot. Er war mir immer symphatisch, denn er war unkonventionell, bescheiden und den Menschen sehr nah. Wegen dieser Art wurde er von manchen auch „Spontifex“ genannt. Genau in diesen Tagen gibt es auch eine Äußerung von Julia Klöckner, die zu einer Diskussion führt, die schon seit Jahrzehnten, seit Jahrhunderten geführt wird. Die Stellung der Kirche zur Politik und umgekehrt. https://www.welt.de/politik/deutschland/article255978420/Julia-Kloeckner-findet-Kirchen-zu-politisch-Stellungnahmen-wie-eine-NGO.html https://www.katholisch.de/artikel/61023-kloeckner-menschen-brauchen-keine-ngo-kirchen Zum Tod von Papst Franziskus meldeten sich sofort viele Politiker zu Wort, von Olaf Scholz über Javier Milei und J.D, Vance bis Vladimir Putin. Alle bedauern seinen Tod. Das einer der Genannten eine tiefere Beziehung zur Amtskirche hatte und hat ist mir bisher verborgen geblieben. Es ist also wohl eher eine Floskel. Wozu sollen (und dürfen) sich die Amtskirchen äußern? Oder ist das schon eine unerlaubte Frage? Wenn man die Artikel und Kommentare zur Äußerung von Julia Klöckner liest, könnte man das meinen. Allerdings sollte auch die Frage erlaubt sein, warum diese Diskussion von der Bundestagspräsidentin zu Ostern vom Zaun gebrochen …

Frohe Ostern!

Ich wünsche allen Lesern ein Frohes Osterfest. Wir sind aus mehreren Gründen sehr glücklich. Ein Grund: es hat in der letzten Woche nach langer Trockenheit endlich geregnet. Und gleich 30 mm. Etwas zum Schmunzeln: Rechtzeitig zum Fest hat Apple dieses innovative Produkt auf den Markt gebracht 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=0ay3RyzH4YE&t=30s Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Gott und die Bauern…

Der achte Tag der Schöpfungsgeschichte: 1978 hat der amerikanische Rundfunksprecher Paul Harvey zum ersten Mal diese Zeilen gesprochen. Er charakterisiert darin die Eigenschaften eines Bauern. Ich habe die englische Version ins Deutsche übersetzt, mit neuen Bildern versehen und vertont. https://www.youtube.com/watch?v=ub9JFVmm69g Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Hier die Originalversion https://www.youtube.com/watch?v=ZRDaPEaDJ7E&t=43s Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Ich habe das Video vor einigen Jahren schon einmal ins Netz gestellt. Aber daran werden sich die wenigsten erinnern.

Im Einklang mit der Natur – geht das?

Diesen Text hat mir Marian geschickt. Ich bin der Meinung, dass er gut zum Karfreitag passt. Das Thema „Im Einklang mit der Natur“ ist ja für Bauer und Bürger bedeutsam! Viele Menschen glauben felsenfest daran, dass Indianer jahrtausendelang im Einklang mit der Natur gelebt haben, bis der Weiße Mann dazwischen kam. Die Vorfahren der Indianer sind vor ca. 15.000 Jahren über die Beringstraße nach Amerika eingewandert, und von diesem Zeitpunkt an verschwanden dort, von den Bisons mal abgesehen, nach und nach die großen Säugetiere, unter anderem das Wildpferd. Komischerweise parallel zur Ausbreitung der Menschen. Zufall? Oder hatte es vielleicht damit zu tun, dass die Indianer nicht nur große Jäger waren, sondern auch die Wälder abfackelten, um Grassteppe für die besagten Bisons zu schaffen? Die Prärie, die wir aus den Wildwest-Filmen kennen, ist kein natürlicher, sondern ein von Menschenhand geschaffener Lebensraum. Lebten die Indianer im Einklang mit den Bisons? Zwischen Bisons und Menschen bestand eine Symbiose, von der beide Seiten profitierten. Sowohl die Bisons wie die Menschen hatten was zu essen. Ist das heute mit dem …

Bullshit von der deutschen „Umwelthilfe“ (DUH) und anderen

Diese Broschüre lohnt nicht unbedingt, sie zu lesen. Sie wurde erstellt von Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR), foodwatch, Greenpeace e.V., NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V., Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany Brochure_Marktwirtschaft_Umweltmotor_2025_final Ich habe es getan und will Ihnen folgende Sätze daraus zitieren: Die Analyse ergab: Maßgeblicher Faktor für den deutlichen Rückgang des Inlandsabsatzes waren die hohen Preise für Pestizide: Seit 2021 stiegen die Preise für Pestizide um rund 20%, während die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte 2023 stabil blieben. Die Daten zeigen: Werden Pestizide teurer, werden sie eingespart Im Grünmais (Futter- und Biogasnutzung) wurden die Kosten um rund 70% gesenkt und in der Gerste (überwiegend Futternutzung) wurden über 65% der Kosten gesenkt. Auch beim Weizen, der flächenmäßig größten Kultur, wurde nahezu die Hälfte der Kosten eingespart. Die geringste Kostenreduktion gab es bei Kartoffeln. Dort ist bei anhaltend hohen Niederschlägen (wie 2023) das Reduktionspotenzial aufgrund der Krautfäule (Phytophtora infestans) einem pilzlichen Schaderreger, der sich bei hoher Feuchtigkeit besonders gut vermehrt, …