Alle Artikel in: Bauer Willi

2017 wird kein Steckrübenwinter!

Wieder eine gute Botschaft! Mit Optimismus ins Jahr 2017! Es ist genau 100 Jahre her, dass Deutschland nicht nur unter einem langen und schneereichen Winter, sondern auch unter einer extremen Nahrungsmittelknappheit litt. Vorausgegangen war ein nasser Sommer, der die Hälfte der Kartoffelernte verfaulen ließ und auch ein guter Teil der Weizenernte war ausgefallen. Deutschland war damals der weltgrößte Agrarimporteur, ein Drittel der Lebensmittel musste aus dem Ausland herangeschafft werden. Steckrüben, die die Bauern bisher an Schweine verfütterten, wurden zur Hauptspeise. Angefangen von Suppen bis zu Rübenkuchen musste die „Hindenburg-Knolle“ vor allem die Städter vor dem Verhungern retten. Diverse Lebensmittel wie z.B. Kartoffeln wurden rationiert und waren nur auf Karte erhältlich. Und ein Kolumnist berichtet: „Der Hausbesitzer N.N. wird wegen Nichteinhaltung des fleischlosen Tages angezeigt“. Das war vor 100 Jahren… Wir hatten 2016 auch einen nassen Sommer…Mal sehen, wie der Winter wird… Euer Bauer Willi

Weniger Massentierhaltung – mehr Bauern

Neulich musste ich mich aus einem anderen Grund mit Agrarstatistik in NRW beschäftigen. Dabei fielen mir diese Zahlen auf, die aus mehrfacher Hinsicht interessant sind. Die Zahl der Tiere ist (Ausnahme Schweine) zurückgegangen Die Zahl der Viehhalter hat in allen Bereichen dramatisch abgenommen Die Zahl der Tiere pro Halter hat zugenommen Für die Zukunft bedeutet das: Wenn die Gesellschaft weniger Tiere pro Betrieb will, müssen wieder mehr Tierhalter her. Und zwar sehr viel mehr. Doch woher sollen die kommen? Wenn wieder weniger Tiere pro Betrieb gehalten werden sollen, müssen entweder weniger tierische Produkte (Fleisch, Milch, Eier etc.) verzehrt werden, oder die Produkte müssen importiert werden. Oder habt Ihr noch eine andere Idee? Euer Bauer Willi

Super Food – am besten aus der Heimat

Ich habe mich mal auf die Suche nach „Super Food“ gemacht. Hier bin ich fündig geworden: http://www.projekt-gesund-leben.de/superfoods/ Wer keine Lust zu klicken hat, hier mal eine Auswahl der vorgestellten Super Foods (in alphabetischer Reihenfolge) Aroniabeere Acai-Beere Carob Chia-Samen Cranberries Datteln Goji-Beere Hanfsamen Kakao Kokosöl Kürbis Maca Matcha Maulbeeren Quinoa Sprossen Weizengras (ist eine eigene Gattung und nicht mit Weizen zu verwechseln) Fällt euch was auf? Ich kenne noch andere Super Food. Hier meine Liste: Haferflocken Leinsamen Weizenkleie Wirsing, Grünkohl Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen …. Bitte die Liste vervollständigen…Denn diese Super Food benötigen keine langen Transportwege und auch keine aufwändigen Verpackungen. Meist reicht eine Papiertüte… Regional ist es allemal und gibt es auch in der Geschmacksrichtung Bio 🙂 Euer Bauer Willi  

Männliche Schweine…

Nein, nicht alle Männer sind Schweine. Hier geht es um ein ernstes Thema: Wie soll zukünftig die Vermarktung von männlichen Schweinen aussehen? Auf der Seite von „Wir sind Tierarzt“ ist dazu ein Beitrag geschrieben worden, der die aktuelle Situation in Europa beschreibt. Hier der Link: http://www.wir-sind-tierarzt.de/2016/12/ferkelkastration-wer-macht-was-in-europa/ Ich habe das mal tabellarisch zusammengefasst. Was ist zu erkennen? Mit Narkose beschäftigt sich kaum einer, außer in den Niederlanden, die mit der sehr fragwürdigen, ja sogar tierquälerischen aber billigen Narkose mittels CO2 arbeiten. Zum Teil wird auch mit lokaler Betäubung gearbeitet. Die Impfung (meist mit Improvac) hat in Belgien eine große Bedeutung, die Niederlande und Dänemark hingegen sehen darin keine Lösung. Alle anderen Staaten machen dazu keine Aussage, was so zu interpretieren ist, dass auch sie sich damit nicht beschäftigen wollen. Bei einigen deutschen Bio-Verbänden ist Improvac erlaubt, Rewe, Edeka und der Tierschutzbund stehen der Impfung ebenfalls offen gegenüber. Die Verabreichung von Schmerzmittel mit Langzeitwirkung spielt auch nur in wenigen Staaten eine Rolle, in Österreich ist sie freiwillig. Bei der Ebermast gibt es zwei große Lager: Staaten, die voll darauf setzen, wiederum andere, …

Kochbuch der Agrarwende

Vor zwei Stunden hat Greenpeace Deutschland seine Studie „Landwirtschaft 2050“ veröffentlicht. Diese dient jetzt als Vorlage für die politischen Entscheidungsträger. Wer seine Meinung zu dieser Studie äußern möchte, soll das bitte auf der Seite von Greenpeace tun und NICHT HIER! https://www.facebook.com/greenpeace.de/photos/a.57361567487.66093.22541752487/10154804250937488/?type=3   Ich werde diese Studie zu einem späteren Zeitpunkt kommentieren. Ich muss jetzt erst unseren Hackschnitzelbunker füllen, weil da in den letzten Tagen verdammt viel rausgegangen ist…

Fleisch und Milch 12 Prozent teurer

Man kann bestimmte Vorschläge – mit leichten Modifikationen – doch auch positiv sehen. Was haltet ihr von folgender Meldung: Die deutschen Bauern begrüssen den aktuellen Vorschlag des Umweltbundesamtes sehr, tierische Produkte teurer zu machen. Eine Preisanhebung um 12% halten die Landwirte durchaus für angemessen und werden dies Vorgabe des UBA bei den demächst anstehenden Preisgesprächen mit Molkereien, Schlachtereien und dem LEH umsetzen. Den Umweg der Preiserhöhung über die Mehrwertsteuer (von 7% auf 19% = 12%) ist aber zu umständlich und zu bürokratisch. Die Lenkungswirkung wird viel besser erreicht, wenn diese Preiserhöhungen direkt beim Erzeuger ankommen, weil so das zusätzliche Einkommen in Maßnahmen für noch mehr Tierwohl  (oder auch zum Schuldenabbau) verwendet werden kann. Des Weiteren freuen sich die Landwirte darüber, dass das Umweltbundesamt jetzt offensichtlich erkannt hat, dass Preiserhöhungen im Sinne der Landwirte dringend notwendig sind und freuen sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit. Weiter so Frau Krautzberger… Oder habe ich da was falsch verstanden??? 😉 Bauer Willi

Nitrat-Statistik-Trickserei

Beispielhaft erklärt…mit Kaugummis…   Die Wirklichkeit ist natürlich viel komplizierter 😉 Die Erhöhung der Messstellen in der Statistik ist ja zunächst gut. Aber mit einem „Trick“ bleibt das Ergebnis fast beim Alten. Welcher Trick das ist seht ihr in dem Video. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Statistik sollte man den Statistikern überlassen! meint Bauer Willi

Was die Medien verschweigen…

…und auch sonst wohl keinem auffällt. Manchmal erscheint es mir, als ob niemand einen Bericht richtig liest und nur noch vom anderen abschreibt. So auch beim Nitratbericht 2016. Denn dort gibt es auch ausgesprochen gute Botschaften!!! Mir ist in genau diesem Bericht, der mit unvollständigen und selektierten Messstellen arbeitet, auf den Seiten 53 und 54 eine sehr interessante Tabelle aufgefallen, die ich mal in einer Grafik dargestellt habe. Seit 1990 wird jährlich eine bundesweite Stickstoffbilanz erstellt, genau so, wie sie jeder einzelne Landwirt auch macht. Und wer nicht weiß, was eine Bilanz ist: da wird alles aufgeschrieben, was hineinkommt und alles was herausgeht. Die Differenz ist der Saldo. Das Ergebnis Die Zufuhr von Stickstoff hat von Jahr zu Jahr abgenommen, die Abfuhr von Stickstoff (durch die Ernte-Erträge) hat zugenommen. Logische Konsequenz: wenn man in ein System kontinuierlich weniger hineingibt und laufend mehr hinausnimmt, wird der Saldo immer kleiner. Und genau das zeigt die Grafik aus dem Nitratbericht 2016: von 1990 bis 2014 hat sich der Saldo an Stickstoff halbiert! Bundesweit! Ermittelt über 24 Jahre! Von staatlicher Stelle! Wenn …

Nicht repräsentativ…

Welches Land ist größer und hat mehr Einwohner? Deutschland oder Österreich? Blöde Frage, werden Sie antworten. Das ist doch klar, Deutschland natürlich. Und damit haben Sie recht. Beide Länder haben jetzt den Nitratbericht 2016 herausgegeben. Deutschland, das bisher 162 Meßstellen für Nitrat gemeldet hat, hat im neuen Bericht nun rund 700 ausgewiesen und damit die Zahl mehr als vervierfacht. Klingt doch gut und dürfte alle zufriedenstellen, die bisher über eine nicht repräsentative Auswahl geschimpft haben. Wäre so, wenn Österreich nicht 1.965 Messstellen ausgewertet hätte. Und das nicht erst seit gestern sondern schon über einen langen Zeitraum. Ich habe darauf hin mal ein paar Zahlenspiele gemacht. (War übrigens richtig viel Arbeit). Bezieht man die Meßstellen auf die Zahl der Einwohner, so hatte Deutschland bisher 1,9 Meßstellen pro eine Million Einwohner und kommt jetzt auf 8,6. In Österreich sind es 225. (Details mit Klick auf die Grafik)  [huge_it_gallery id=“37″] Bezieht man es auf die landwirtschaftliche Nutzfläche – was ja durchaus Sinn macht – so verbessert sich Deutschland von 9,7 auf 42,2 Meßstellen pro eine Million Hektar. In …

Etwas „tief-sinniges“…

Ich habe lange gezögert, ob ich dieses Video wirklich bringen soll. Es ist die Geschichte von jemandem der sehr weit unten ist. Der es immer und immer wieder versucht, nach oben zu kommen, es aber nicht schafft. So wie es aussieht, ist er fremdbestimmt. Er versucht es rechts, er versucht es links, es geht vor und zurück, einmal rutscht er fast ab. Er ist laut, er tritt den Boden mit Füssen, alles vibriert. Und trotzdem: ich könnte dem Verdichter stundenlang zuschauen. Ich weiß, Frauen können das nicht verstehen… Und doch hat es ein gutes Ende. Ein Bagger hat ihn wieder nach oben geholt. Danke, lieber Baggerfahrer… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen