Bauer Willi
Kommentare 73

Fleisch und Milch 12 Prozent teurer

Man kann bestimmte Vorschläge – mit leichten Modifikationen – doch auch positiv sehen. Was haltet ihr von folgender Meldung:

Die deutschen Bauern begrüssen den aktuellen Vorschlag des Umweltbundesamtes sehr, tierische Produkte teurer zu machen. Eine Preisanhebung um 12% halten die Landwirte durchaus für angemessen und werden dies Vorgabe des UBA bei den demächst anstehenden Preisgesprächen mit Molkereien, Schlachtereien und dem LEH umsetzen.

Den Umweg der Preiserhöhung über die Mehrwertsteuer (von 7% auf 19% = 12%) ist aber zu umständlich und zu bürokratisch. Die Lenkungswirkung wird viel besser erreicht, wenn diese Preiserhöhungen direkt beim Erzeuger ankommen, weil so das zusätzliche Einkommen in Maßnahmen für noch mehr Tierwohl  (oder auch zum Schuldenabbau) verwendet werden kann.

Des Weiteren freuen sich die Landwirte darüber, dass das Umweltbundesamt jetzt offensichtlich erkannt hat, dass Preiserhöhungen im Sinne der Landwirte dringend notwendig sind und freuen sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit. Weiter so Frau Krautzberger…

Oder habe ich da was falsch verstanden??? 😉

Bauer Willi

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73 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    @BioFendt. Grüne Leute gibt es in allen Parteien. Auch gibt es in allen Parteien sachliche und unsachliche Leute. Das mal zur Klarstellung. Auch Herr Keckl ist in der SPD , deshalb läßt er sich aber trozdem mit der statistischen Darstellung nicht verbiegen !! Gott sei Dank gibt es noch Leute die zu ihrer Überzeugung und Aufgabe stehen und sich nicht verbiegen lassen, auch wenn es die jeweilige Partei gern sehen würde. Herr Kretchmann gehört da auch zu . Solche Leute braucht unser Gemeinwesen. Leute die klar Ja oder Nein sagen und nicht immer Jain. Jainsager springen immer auf den Mainstream auf und erhoffen sich nur eigene Vorteile. Wie heißt es so schön : Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer , gute Freunde.

  2. Ich seh das so sagt

    Noch so eine zukünftige Positivmeldung:
    Wie eine nicht näher genannte Quelle aus dem UBA bestätigt, liegen – entsprechend der vorgeschlagenen Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Fleisch und Milch um rund das Dreifache – ähnliche Pläne auch im Verkehrsbereich vor.

    So sollen Autofahrer die Autobahn-Maut nicht nur NICHT zurückerstattet bekommen, sondern diese soll ebenso um 300% angehoben werden. Weiters ist daran gedacht, bei Treibstoffen einen Ökobonus in Höhe von 300% der bisherigen Steuer anzuwenden. Das UBA verweist in einer fast zweiseitigen Studie auf die überaus positiven Aspekte für Mensch und Umwelt.

    Auto- und Transportfahrten würden sich – wie ja gewünscht – wesentlich verringern, die Luftqualität sich aber ebenso schlagartig verbessern. Da weiters weniger Autos in Deutschland produziert werden, verringert sich auch die Umweltbelastung durch die Stahlproduktion. Deutschland nimmt damit eine ökologische Vorreiterrolle ein.

    Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Beschäftigung warte man noch auf eine Einschätzung des zuständigen Ministeriums, sei aber guter Dinge, da die eventuell freigestellten Mitarbeiter dann in einer wesentlich besseren Umwelt leben.

    Vorschlag: wie wäre es mit einer österreichisch-deutschen Allianz zur Verringerung der Gehälter in Ministerien und deren angeschlossenen Behörden auf rund 1/3 des derzeitigen Niveaus.
    Man könnte davon ausgehen, daß man dort den gleichen Sch… auch für weniger Geld von sich geben kann. Und wenn´s weniger wird, sind wirklich alle nur erleichtert.

    • Andreas Schmid sagt

      Es zählt das was die Medien Public machen. Nicht das was unbestaetigte Quellen unter der Hand flüstern.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ich würde den Kommentar von ich seh das so, unter Satire einordnen. 😉

        • Ich seh das so sagt

          Wie man sieht, ist es ja heute gar nicht mehr leicht Satire und Realität auseinanderzuhalten. Wo der Irrsinn schon so zur Alltäglichkeit wird, wird das halbwegs Normale unvermutet zum Außenseiter.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Wenn man halbwegs die eigenen Gedanken ordnen kann, dann hätte es bei den 300% klingeln müssen. 🙁

  3. Friedrich sagt

    Das UBA wird von den grünen Leuten regiert, denn sonst käme da mehr sachliches raus. Wer auf die Bauern einschlägt und den Verkehrsbereich i.S. Klimabilanz verschweigt , hat als Amt seine Aufgabe mißverstanden. Auch die 7% Abgabe und für die Umverteilung sprechen, ist typisch Grün ! Die Bauern haben in den letzten zwei Jahren im Tierbereich nichts verdient und nur gearbeitet. Da frage ich mich wer subventioniert hier eigentlich wen ? Auch die Kinder der Landwirte , die nicht auf dem Betrieb sind, aber in die Rentenversicherung einzahlen, subventionieren die anderen Rentner und nicht die eigenen Eltern. Da die Landwirte immer weniger werden, wird dieser Anteil der Subvention immer höher. Ebenso ist das mit den Agrarproduktpreisen . Wenn wir deutsche Preise bekämen, brauchten wir die Flächenprämien und Kontrollen nicht mehr.
    Ein Beispiel : Ich bekomme 200 Euro/Ha netto (Ohne Greening) ,das sind 2 Euro/dt Getreide (bei 100 dt/ha). Der deutsche Getreidepreis müßte aber bei 30 Euro/dt Subventionsfrei liegen. Also subventioniere ich die Verbraucher mit rd. 1000 Euro/ha mind.!! Zum Vergleich : Der Weltmarktpreis für einen Facharbeiter liegt bei ca. 300 Euro/Monat. Hier in Deutschland bei 2000 – 4.000 Euro/Monat. Also wer subventioniert hier wen ?? Mit den Subventionen hält man uns nur klein. Immer nur soviel geben , daß es fürs Überleben reicht. Damit die Bauern nicht aufmucken , schön über die Medien klein halten. Nicht erzählen , daß der Verkehrsbereich i.S. Klimabilanz seit 1990 über 90%
    zugelegt,also verschlechtert hat und die Landwirtschaft,ohne grüne Energieproduktion, sich um ca. 30% verbessert hat. So verdreht man die Wahrheit. Das haben wir hier ja auch mit der Nitratgeschichte bearbeitet. Unser Umweltministerium will i. S. Klimabilanz auf das “Vorindustrielle Niveau” zurück. Den Plan hätte ich gern mal gesehen. Dann dürften wir wohl wieder in Erdlöchern hausen., ohne Industrie,ohne Kraftwerke, ohne Autos usw.
    Sollten wir mal diskutieren ?

    • Biobauer Andreas Fendt sagt

      “Das UBA wird von den grünen Leuten regiert” Ein Amt wird nicht regiert, sondern geleitet und die Leiterin des UBA ist Mitglied der SPD. Aber Hauptsache mal irgendwas Doofes behaupten und mit Grünen-Bashing kommt man ja bei Bauern meist gut an. Übrigends war es der Grüne Toni Hofreiter, der als einer der ersten aus der Politik den Vorschlag mit der Mwst. als unsozial abgelehnt hat.

      • Martin Grube sagt

        Ja und der Grüne Toni sagte gleich darauf das Fleisch solle nicht teurer werden aber mit mehr Tierwohl produziert. Wer das dann bezahlt sagte er nicht. Vermutlich die Produzenten…

    • AdT sagt

      Es wird verschwiegen, dass der Verkehrssektor und der stationäre Energiesektor den Großteil der Treibhausgasemissionen ausmachen? Wie lächerlich ist das denn? Das ist wohl jedem Kind bekannt. Vielmehr ist der Einfluss der Tierhaltung vielen nicht geläufig, so dass es für die Willensbildung richtig ist, auf das Einsparpotential aufmerksam zu machen.

      Natürlich ist im mobilen und stationären Energiesektor theoretisch das größte Einsparpotential. Deshalb hat man sich ja auch international auf Decarbonisierungs- und Klimaziele geeinigt. Deshalb erleben wir in den letzten Jahren eine enorm zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien, nicht nur von Biogas. Der Punkt ist doch, dass unsere Wirtschaft immer mit der Nutzung fossiler Energieträger steht und fällt und damit auch Ihre Subventionen – man kann medizinische Behandlungskosten sparen, indem man Patienten nicht mehr behandelt, aber das wäre eine zu bittere Pille für uns alle!

      Auf den Verkehrssektor entfallen nach dem von Ihnen geliebten UBA 18 % der Treibhausgasemissionen (in CO2-Äquivalenten), auf die Tierhaltung gut 8 %. Wenn energieeffizientere Antriebstechnologien und Verkehrsmittel gefördert werden, kann man die Tierhaltung nicht links liegen lassen.

      Außerdem: Deutschland liegt bei der zweifachen Menge des gesundheitlich noch vernünftigen Fleischkonsums. Wir könnten uns viel von den dicksten Posten im Gesundheitssystem, die Behandlung sog. Zivilisationskrankheiten Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten, sparen. Die jetzige Fehlallokation der Ressourcen ist grotesk.

      • Walter Parthon sagt

        Artikel Bauernverband SW
        Mehr Steuer fürs Klima
        Das Umweltbundesamt will eine höhere Mehrwertsteuer auf tierische Lebensmittel. Weil diese mehr Treibhausgas emittieren. Abgesehen davon, dass gerade Rinder Grasland beweiden, das als super Speicher für CO2 gilt wundert das schon. Denn das UBA spricht nicht davon, das zu besteuern, was wirklich schädlich fürs Klima und viel weniger nützlich für den Menschen ist als Milch, Fleisch und Ei. Das Flugbenzin. So verursacht jeder Passagier auf einem Flug von Berlin nach Mallorca eine Tonne CO2. Da wäre eine Strafsteuer wirklich angebracht. Wenn das UBA es wirklich ernst meint, sollten die Bauern, die Mais anbauen, eine Rückvergütung vom Finanzamt bekommen. Wohl nur wenige Pflanzen legen derart effektiv CO2 in Pflanzenmasse fest.
        Ein weiterer Hinweis an die Gutverdiener im UBA: Die ermäßigte Mehrwertsteuer auf Lebensmittel hat den Sinn, den Menschen den Kauf von Mitteln zum Leben zu ermöglichen. Es ist eine Steuerermäßigung aus sozialen Gründen. Interessiert nicht? Na, ist ja nur eine SPD-Ministerin, die dem UBA vorsteht…

      • Christian Krupp sagt

        Einsparpotentiale im Energiesektor… ich hätte da eines:

        Wie wäre es mit der Produktion von mineralischem Stickstoff?
        Wird diese eingestellt sparen wir jede Menge Energie (Haber-Bosch-Verfahren)…

        Stickstoff kann uns eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft zusammen mit einem entsprechenden Anteil Futterleguminosen ausreichend zur Verfügung gestellt werden!
        (Es Folgt ein Zitat aus einer Fortbildung im biologisch-dynamischen Ackerbau)
        “Bis zu 250kg N pflanzenverfügbar pro ha und Jahr sind möglich, dazu müssten wir aber einmal das Kraftwerk Boden mit all seinen Organismen besser erforschen und verstehen lernen!
        Nebenbei bauen wir noch 2-3% Humus auf und speichern jede Menge CO2 pro ha Ackerland.”
        (Zitat Ende)
        Achja als Nebenprodukt erhält man noch bestes Brotgetreide und jede Menge Viehfutter 🙂

        Viele Grüße Biobauer Christian

        • Mark Rössler sagt

          Und da es sich dabei um das “besondere” Nitrat handelt, wird es über Winter nicht ausgewaschen?
          Wie viel von den 250 KG Hektar werden im Herbst noch aufgenommen?
          Bei Wintergetreide 20, 30?
          Wie hoch ist der Anteil, der verlagert wird? 50%?
          Als praktizierender Ökolandwirt haben Sie sicher diese Dinge auf den eigenen Feldern mal überprüft, im Herbst und dann im Frühjahr mal Nmin Proben gezogen?

          Zusätzliche 2 bis 3 % Humus, die sollten ihr Buch mal überarbeiten, von diesen Vorstellungen hat man sich in der Forschung seit 10 Jahren ganz klar verabschiedet.
          Alle langfristigen Humusprogramme ob nun Öko, Konvi, Pflug, Pfluglos konnten diese Erwartungen über Jahrzehnte nicht bestätigen.

          Man sollte dringend davon abraten in unserer Region mit regenreichem Herbst/Winter so großflächig zu wirtschaften, das würde zu starker Nitratbelastung führen.

          • Andreas Schmid sagt

            Ich vermute schon seit längerem, ob nicht die höheren Nitratwerte im Nitratbericht aus Brunnen unter Biofelder zusammengesucht worden sind. Da die natürliche Nitratlieferung des Humus nicht zu dem Planzenverbrauch passt.

          • Mark Rössler sagt

            Österreich hat zu mindest bei 20% Biolandwirtschaft recht schlechte Nitratwerte.

        • Till sagt

          250kg N n bischen hoch – 100kg sind eher realistisch (konventionell nicht Bio) 2% Humus? Eine 30cm Krume wiegt 600t dann müssten 12t Humus gebildet werden… Bei einer solchen Stickstofffreisetzung ist das C:N Verhältnis so eng das eher gar kein Humus gebildet wird. Welche Folgefrucht wird denn dann ausgebracht? Weizen der im Herbst 30-40kgN aufnimmt? Da wird dann das Grundwasser mit über 200kg N gefüttert. Ich persönlich hab bisher alle Bio-Berater vom Hof gejagt weil sie mir nur Mist erzählt haben.

  4. bauerhans sagt

    jetzt mal ein aktuelles beispiel von mir:
    zu zeit habe ich noch ca.30 schweine aus einer 60er gruppe,die weihnachten schlachtreif waren,aber der kleine schlachthof wollte keine mehr haben.
    ich konnte am 4.und am 6.januar die hälfte liefern,nächste woche wohl nochmal 15 und der rest wird zum grossschlachter gehen,weil die tiere sehr schwer sind.
    dieser kleine schlachthof ist also immer bemüht,günstig einzukaufen!
    wenn der preis fällt,wird nur die unbedingt benötigte menge eingekauft,wenn der preis steigt,wird das kühlhaus überfüllt.
    eine preiserhöhung von 12% für den erzeuger,wird es so nicht geben.

  5. Ottmar Ilchmann sagt

    Bei aller Ironie genau der richtige Ansatz! Tierische Produkte werden im Handel vielfach verramscht. Trotzdem machen vor allem der Handel, aber auch die Verarbeiter immer ihren Schnitt, Nur bei den Bauern kommt viel zu wenig an. Verbraucher äußern bei Umfragen zum großen Teil, sie wären bereit, mehr zu zahlen, wenn die Bauern davon profitieren. Also müsste eine Preiserhöhung zugunsten der Bauern doch machbar sein! Jedenfalls sollte sie auf mehr Verständnis stoßen als eine Mehrwertsteuererhöhung. Und wenn dadurch der Konsum gerade von Fleisch leicht zurückgehen würde, was wäre daran so schlimm? Durch die höheren Preise kämen die Erzeuger dennoch auf ihre Kosten. Der beste Weg, dieses Ziel umzusetzen, ist übrigens eine Verknappung des Angebots und eine Bündelung der Bauern gegenüber den Abnehmern, z.B. nach dem Vorbild des Zuckermarktes. Dann könnten die Preisgespräche, von denen Willi schreibt, nämlich tatsächlich und auf Augenhöhe stattfinden.

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Ottmar,
      genau! Eine Preiserhöhung zugunsten der Bauern wird wohl mehr akzeptiert als über die Mehrwertsteuer. Das war ja auch der Sinn hinter diesem satirischen Ansatz. Wenn dann noch das Angebot nur leicht sinkt, bleibt am Schluss mehr für den Erzeuger über.
      Bauer Willi

    • Mark Rössler sagt

      Ja die Umfragen…
      Demnach macht der Marktanteil bei Bio ~80% aus.
      In eigentlich jedem Supermarkt bekommt man mittlerweile teures Premiumfleisch,
      der Anteil im Regal wird sicher nicht wegen guter Nachfrage so gering sein, denn leer sind meist die mit dem günstigem Fleisch.

      • Ottmar Ilchmann sagt

        Genau, das super-günstige Fleisch wird gekauft, aber was ist, wenn es das gar nicht mehr gibt? Wenn alle Fleisch- und Milchprodukte eben 12 % teurer wären? Dann würden die teureren Sachen gekauft! Man sieht es doch aktuell an der Milch; egal ob der billigste Liter 42 oder 65 Cent kostet, der Verbrauch bleibt ungefähr gleich. Der Anteil von Premium-Produkten wie z.B. Bio ist etwas anderes, mir geht es um den Gesamtmarkt. Alle Bauern sollen leben können, nicht nur die Nischenbewohner!

        • Biobauer Andreas Fendt sagt

          es gibt sogar den gegenteiligen Effekt: je billiger die Milch wurde, desto mehr leute haben anteilig eher hochpreisige Milch gekauft. Und Bio ist da nichts anderes, wenn die ABL Bio in die ewige Nische plaudert ist das entgegen ihrer ureigensten Interessen. zukünftige bäuerliche Landwirtschaft ist ökologische Landwirtschaft! Zu 100% , nix anderes!

          • Ottmar Ilchmann sagt

            1. Bin ich nicht die AbL,
            2. Befürworte ich natürlich das Nutzen aller erdenklichen Qualitätsschienen, von denen ökologische Landwirtschaft eine ist und
            3. finde ich es dennoch erstrebenswert, dass alle Kollegen, auch die konventionell wirtschaftenden, ein gutes Auskommen haben. Sonst verlieren wir nämlich, wie in dieser Milchkrise geschehen, massiv bäuerliche Betriebe, die z.B. später einmal auf Ökolandbau umsteigen könnten.

        • Mark Rössler sagt

          Und das wir Landwirte mehr verdienen könnten/sollten, dagegen habe ich überhaupt nichts gesagt.

          Ich bezog mich auf die “Umfragen”.
          Leider ist das Kaufverhalten an der täglichen “Kassenumfrage” ein ganz anderes.

          Eine Mehrwertsteuererhöhung wird jedenfalls nicht zu Mehrerlösen bei den Landwirten führen, eher das Gegenteil wird passieren.

          Das Angebot verknappen? Wie stellen Sie sich das vor?
          Zusätzliche 15% weniger Betriebe? Werden unsere europäischen Nachbarn mitziehen oder einfach liefern?

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            “Leider ist das Kaufverhalten an der täglichen „Kassenumfrage“ ein ganz anderes.”

            versus
            “So ging der Konsummilchabsatz im Zeitraum Januar bis August 2016 in den Supermärkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,6% zurück, obwohl die Detailhandelspreise deutlich unter dem Vergleichsniveau des Vorjahres lagen.” und “In den ersten acht Monaten von 2016 verzeichnete der Absatz von Biotrinkmilch laut Nielsen ein Plus von 10,7% gegenüber der Vorjahresperiode. ”
            Quelle Schweizerbauer

            • Mark Rössler sagt

              Wow
              Die Leute kaufen ausschließlich Milch?

              Laut Umfragen müsste der Anteil an Bioprodukten im Einkaufswagen bei ~80% liegen, tatsächlich liegt er bei 5(?).

          • Ottmar Ilchmann sagt

            “zusätzliche 15 % weniger Betriebe”, so funktioniert Mengenreduzierung in der “Wachsen-oder-weichen-Logik” des Bauernverbands. Ich stelle mir eine koordinierte Mengenreduzierung für alle von wenigen Prozentpunkten vor für den Fall eines Angebotsüberhangs. Dann stürzen die Preise nicht ins Bodenlose, und kein Betrieb muss aufgeben. Das Ganze sollte natürlich EU-weit passieren, genauso wie es ja jetzt gerade bei der Milch geschieht.

  6. Biobauer Andreas Fendt sagt

    Da ja nicht jeder Willi´s subtilen Humor versteht, hier die Antwort:

    Nein Willi, das hast Du etwas falsch verstanden, es ging bei dem Vorschlag nicht darum diesselbe Menge mit denselben Methoden nur zu höheren Preisen zu verkaufen, sondern die erzeugte Menge Milch und Fleisch zu reduzieren, da bei höheren Preisen (vermutlich? und DAS ist die eigentlich spannende Frage!) weniger gekauft wird.

    Der Bauer der für weniger erzeugte Einheiten denselben Erlös bekommt, könnte es dennoch freuen und daher hast Du auch wieder Recht: jeder Bauer der weniger (und das umweltfreundlicher) erzeugt kann für sich in Anspruch nehmen, ein kleines Stück die Welt besser gemacht zu haben. Daher geht es den Bauern, die auf Bio umgestellt haben (= weniger Erzeugung zu höheren Preisen) nicht nur finanziell besser, sondern auch psychisch. Sie sind dann nur noch der Buhmann für Vollgasbauern, aber nicht mehr der Buhmann der Gesellschaft.

    • Emmi Westermeier sagt

      Wer bekommt denn die Mehrwertsteuer? Ich denke das Finanzamt oder hab ich da was falsch verstanden?
      Es ist doch ganz leicht alles auf die Landwirtschaft zu schieben, bei 2% der Beschäftigten die noch in dieser Branche tätig sind.
      Nur weiter so mit der Verunglimpfung, dann gibt’s halt mit der Zeit keine Bauern mehr! Schauen mir mal wo dann unser Essen herkommt und wies wo anders produziert wird. Bestimmt viel besser

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        von der Mwst zahlt der Staat u.a. die 14 Milliarden, die den Landwirten als Subventionen zufliessen

    • bauerhans sagt

      “Daher geht es den Bauern, die auf Bio umgestellt haben……. nicht nur finanziell besser, sondern auch psychisch”

      ich widerspreche!
      ich treffe ab und zu familienmitglieder von hiesigen biobauern,die “not amused” sind ob ihrer situation und beklagen vor allem die nie endende arbeit.
      (was nutzt uns das verdiente geld,wenn wir keine zeit haben,es auszugeben)

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        das fällt aber unter die Rubrik “bauerhans kennt immer einen, der einen kennt, der…”

        Gibt es eine Zufriedensheitsstatistik zu Bauern, bzw. Wirtschaftsformen. Ich bin überzeugt, wie Bio´s sind die zufriedeneren Bauern, was ja nicht heisst, daß es einzelne gibt, die nicht klar kommen. Wer z.B. nur umstellt, weil er mit konv. gegen die Wand gefahren ist, wird sicher auch als Biobauer nicht glücklich.

    • rebecca sagt

      Zitat: “Der Bauer der für weniger erzeugte Einheiten denselben Erlös bekommt, könnte es dennoch freuen ”

      Ich glaube ganz so einfach ist es nicht. Wenn Bauern für weniger erzeugte Einheiten dasselbe bekommen wie vorher, dann können sie trotzdem Verluste machen, da Kosten nicht proportional sinken.
      Die Gewinnschwelle in BWL Kreisen auch als Break Even Point bekannt liegt bei vielen Erzeugern auf Grund der geringen Abnahmepreise offensichtlich bereits sehr hoch. Weniger Einheiten zum selben Preis würden daher Verluste bedeuten wenn die Abnahmepreise nicht entsprechend erhöht werden.

      Die Idee unserer Politikerdarsteller ist daher eher ein Konjunkturprogramm für ausländische Erzeuger.
      Ob der Preis schlußendlich wirklich steigt, oder ob noch mehr Produkte als bisher aus dem Ausland kommen ist ebenfalls eine spannende Frage. Vermutlich wird das aber wie viele Schnapsideen der Politiker in die Hose gehen weil die Wirtschaft nach anderen Gesetzen funktioniert als die Politiker es sich in ihrer Welt zurecht träumen.

      Amüsant ist das die Meldung in Veganen und Vegetarierkreisen bejubelt wird, aber bischer noch keiner auf die Idee gekommen ist, das im Gegenzug die 7% auf pflanzliche Erzeugnisse wegfallen könnten wäre es der ReGierung wirklich ernst mit dem verkündeten Vorhaben.

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        Der Vorschlag kam ja nicht von der Regierung sondern von der SPD Frau, die das UBA leitet, selbst Hendricks aus dem Umweltministerium hat gleich abgewunken. Und in der Tat war die Idee mit den Geldern Gemüse, Obst und den ÖPNV zu bezuschussen. Jeder Praktiker weiss, das es gar nicht umsetzbar ist, (wie sollte das in der Praxis gehen, die Pizza Formaggi kostet 19%, die Pizza Margarita 7%?)

        Die aufkommende Diskussion um Massenerzeugung von Fleisch und Milch (Schweine 112% Selbstversorgungsgrad) unter hoher Subventionierung mit Steuergeldern ist hingegen sinnvoll, aktuell und notwendig.

        • rebecca sagt

          Och dafür hat die Politik einfache Lösungen. Sobald eine Zutat 19% pflichtig ist, ist das ganze Produkt 19%. Gibts bereits in anderen Branchen.

          Wobei ich nicht traurig wäre wenn Fertiggerichte höher besteuert würden.

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            daher mein (alter) Vorschlag die Mwst. für landwirtschaftliche Urproduktion ganz entfallen zu lassen, für die 1. Verarbeitungsstufe (Mehl, Wurst, Käse) den verminderten Satz zu nehmen und für alles andere 19%.

            Das würde den Anspruch erfüllen, das Volk mit günstigen Lebensmitteln zu versorgen und würde zu Mehreinnahmen der Landwirte führen (die Pauschalierung mit 10,7% gehört längst abgeschafft). Aber klar macht da die Lobby der Lebensmittelindustrie nicht mit und der “arme” Teil der Bevölkerung auch nicht. Stell Dir mal vor, die müssten kochen und Apfelsaft trinken statt Fertigpizza und Cola = unzumutbar!

      • AdT sagt

        Richtig, die Preiselastizitäzt soll bei Fleisch 1 betragen. Preiserhöhung um 12 % bedeutet demnach Absatzrückgang um 12 %, somit Ertragsrückgang um 1,44 %. Hinzu käme Preisdruck durch Importware.

        Falsch: Nach den Vorschlägen des Umweltbundesamtes soll nicht der ermäßigte Steuersatz auf Lebensmittel abgeschafft, sondern auf mehr umweltfreundlicher hergestellte Lebensmittel erstreckt werden. Zwar wird dann gern doch die diskrete Möglichkeit zu Steuermehreinnahmen nicht ungenutzt gelassen. Veganern kann es egal sein, sie würden finanziell profitieren. Insgesamt werden aber möglicherweise die Preise für pflanzliche Produkte durch größere Nachfrage steigen.

        • Biobauer Andreas Fendt sagt

          “Insgesamt werden aber möglicherweise die Preise für pflanzliche Produkte durch größere Nachfrage steigen” und damit wiederum deutsche Bauern, die Pflanzen erzeugen profitieren, setzt voraus man nimmt einen Teil der Gelder und bewirbt “regional ist 1. Wahl” also (Bio-)Produkte aus heimischer Erzeugung.

        • Mark Rössler sagt

          Gemüseerzeugung weist aber die höchsten Nitratüberschüsse auf, gelbes Gemüse kauft niemand.

          Irgendwann muss sich das UBA mal entscheiden wo die Prioritäten liegen.
          Aber dem unbedarfte Bürger scheint es egal zu sein.

          • AdT sagt

            Wegen Protein und vom Biss her treten an die Stelle von Fleisch vor allem Getreideprodukte. Weniger Getreide würde als Futtermittel benötigt.
            Mehr Gemüseverzehr hätte gesundheitliche und damit auch erhebliche individuelle und volkswirtschaftliche Vorteile. Es könnte wegen des guten Sättigungseffekts (geringe Makro- bei hoher Mikronährstoffdichte) zu weniger Überernährung z.B. durch viel Schokolade, Fleisch und Chips und zu mehr Bewegungsfreude führen. Bei mir ist es so. Es gibt Hinweise, dass Vegetarier und Veganer wie auch bewusste Fleischesser einen gesundheitlich günstigeren Lebensstil haben.

          • Mark Rössler sagt

            Ich habe aber bedenken wegen der hohen Nitratgehalte im Gemüse,
            damit vergiftet man sich doch?
            Jedenfalls entnehme ich das Ihren Kommentaren zum Thema Nitrat.

            Und Cornflakes sind auch nicht jedermanns Sache.

        • AdT sagt

          Wegen des Ertrags- infolge Absatzrückgangs, der im Inland bereits besteht, soll Mehrwert durch mehr Tierschutz erzeugt werden. Stichwort: Staatliches Tierwohllabel, das sinnvoller ist, als Kantinenbetreiber und ihre Auftraggeber aufzufordern, mehr Schweinefleisch anzubieten.

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Andreas
      eigentlich schade, dass ich da was falsch verstanden habe….Aber man könnte ja zu höheren Preisen verkaufen und gleichzeitig das Angebot senken. Nicht auszudenken, was dann passiert… 😉
      Bauer Willi

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        es würde ungefähr dasselbe passieren, wie wenn man gesetztlich 100% Ökolandbau vorschreiben würde: nämlich GAR NICHTS!

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Für den schwäbisch-badischen Schlaule mal folgende Rechnung, wenn ich im Großhandel Schweinehals kaufen will, dann bezahle ich je Kg. 2,70 Euro, 19 % Steuer würde dieses Fleisch um 0,51 verteuern.

      Biofleisch, das 13 Euro kostet, würden die 19 % um 2,47 Euro verteuern.

      Diese Steuererhöhung würde der Biofleischnachfrage erheblich schaden. Macht ja nix für den, der weder Fleisch ist, noch Fleisch verkaufen will.

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        stimmt, eigentlich geht mir die Debatte am Käsbrot vorbei 😉

        PS: Ich bin zwar aus Fleisch, esse aber keines insofern “isst” statt “ist”

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Danke,

          dass sie mich auf den Schreibfehler hinweisen.

          Das wird ihnen zu Lebtagen zur Ehre gereichen.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “stimmt, eigentlich geht mir die Debatte am Käsbrot vorbei ?”

          Auch Milchprodukte sollen höher besteuert werden, da bleiben nur noch die Blümchen auf dem BIOkäse bei 7% Steuer. 🙂

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