Bauer Willi
Kommentare 39

2017 wird kein Steckrübenwinter!

Wieder eine gute Botschaft! Mit Optimismus ins Jahr 2017!

Es ist genau 100 Jahre her, dass Deutschland nicht nur unter einem langen und schneereichen Winter, sondern auch unter einer extremen Nahrungsmittelknappheit litt. Vorausgegangen war ein nasser Sommer, der die Hälfte der Kartoffelernte verfaulen ließ und auch ein guter Teil der Weizenernte war ausgefallen. Deutschland war damals der weltgrößte Agrarimporteur, ein Drittel der Lebensmittel musste aus dem Ausland herangeschafft werden. Steckrüben, die die Bauern bisher an Schweine verfütterten, wurden zur Hauptspeise. Angefangen von Suppen bis zu Rübenkuchen musste die “Hindenburg-Knolle” vor allem die Städter vor dem Verhungern retten.

Diverse Lebensmittel wie z.B. Kartoffeln wurden rationiert und waren nur auf Karte erhältlich. Und ein Kolumnist berichtet: “Der Hausbesitzer N.N. wird wegen Nichteinhaltung des fleischlosen Tages angezeigt”.

Das war vor 100 Jahren…

Wir hatten 2016 auch einen nassen Sommer…Mal sehen, wie der Winter wird…

Euer Bauer Willi

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39 Kommentare

  1. Schweizer Bauer sagt

    Stadt- und Landmenschen haben alle einen grossen Makel… Stichwort Confirmation Bias oder Bestätigungsfehler, um nur ein Beispiel der kognitiven Denkfallen zu nennen. In diesem Beispiel werden bestätigende Informationen bevorzugt gesucht, ambivalente Informationen werden als Bestätigung interpretiert und bestätigende Informationen werden stärker gewichtet als widersprechende. Die wenigen Menschen die ihre Meinung regelmässig hinterfragen und offen sind andere Meinungen zu respektieren (weil sie sich bewusst sind dass ihre eigene Meinung durch kognitive Verzerrungen geprägt sein könnte) schätze ich besonders. Hier eine kleine Hilfestellung für interessierte: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_cognitive_biases
    Passt nicht unbedingt zum Thema aber jedesmal wenn ich Kommenatre in diesem oder anderen Blogs lese muss ich daran denken wie arm wir Menschen doch eigentlich sind!

    • Stadtmensch sagt

      Erlaube mir, auf die Tautologie “kognitive Denkfalle” hinzuweisen.
      Mir sind gute Argumente lieber als der pauschale Vowurf, an einem Confirmation Bias zu leiden.
      (Bsp. Friedrich)

      Muss jetzt Schnee schippen – Mist!

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Schnee schippen hält fitt,
        bei uns hat es auch etwas geschneit, heute morgen war er wieder weg. 🙂

      • Ich seh das so sagt

        Sie werden es nicht glauben, aber ich stimme ihnen zu.
        Mir ist eine weitestgehend angenehme und anregende Diskussion (so wie hier im Forum) lieber als Großveranstaltungen mit 100% politischem Bias.

        Da wir alle nahezu täglich Entscheidungen zu treffen haben unter (glücklicherweise) unvollständigen Informationen, schreibt WIKIPEDIA, dass solche “Verzerrungen” meist ja trotzdem effizient und hilfreich sind. Wissen, Erfahrung, Antizipation, sind dabei m.M. solche wertvollen Hilfsmittel.

        Was das regelmäßige Hinterfragen der eigenen Meinung, des eigenen Wissens (wie der Schweizer Bauer anmerkt) betrifft, denke ich, dass etwa die jährliche Erstellung eines Anbauplans jeden Bauern geradezu dazu zwingt, nachzudenken was war ungenügend, was war falsch, was hat gut geklappt etc.
        Mit den in der Zwischenzeit angeeigneten Informationen über die verschiedensten Neuerungen, begibt man sich wieder auf die Reise in ein neues Jahr. Und ich setze bewusst dazu: nach bestem Wissen und Gewissen.

      • Schweizer Bauer sagt

        Tautologie ist die Wiederholung von bereits gesagtem… erlaube mir die Bemerkung,dass ich mir diese Freiheit gerne nehme ;-). Meine Anmerkung sollte übrigens nicht kritisch gegen diesen Blog gerichtet sein, sondern dazu anregen nicht zu polemisieren.

    • “Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse, in den Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.”
      (Goethe zu Eckermann)

  2. Friedrich sagt

    Aus Sicht der hungernden Leute von damals leben wir in Sünde. Ein Drittel vom Tier muß exportiert werden , weil wir es nicht mehr essen, einiges wird entsorgt , wegen “vorsorgenden
    Gesundheitsschutz”. Von dem Eßbaren wird noch mal 20 – 30% vom Verbraucher entsorgt.
    Wir essen also keine 50% vom Schlachtkörper mehr. Die selben Leute fordern aber vom Bauern alles , wie Tierwohl usw. Wer ist denn hier der Böse ?? Vor hundert Jahren blieb vom
    lebenden Tier nicht viel ungenutzt über. Fleisch war begehrt. Auch wurde der Wert der Tiere damals über den Dünger gesehen , um die Pflanzen zu ernähren. Das sicherte die Ernten ab. Solche Gedanken hat heute fast keiner mehr. Wer früher Mist oder Jauche hatte , war ein reicher Mann. Die Landärzte schrieben die Rechnung nach der größe des Misthaufens auf den Höfen. Kreislaufwirtschaft war das damals , wie heute auf den Höfen, aber heute darf der Mist/Gülle nicht mehr riechen. Alles schreit zurück zur Natur , aber immer bei den Anderen. Bauern sind heute für die Leute nicht mehr wichtig. Auto,Freizeit ,Urlaub zählt , also alles was nicht gut für die Umwelt ist. Aber für die Umwelt setzen wir den Bauern ja ordentlich gesetzliche Schranken und Kontrollen , damit der Verbraucher weiterhin umweltmäßig konsumieren können. Nur die Bauernhöfe haben eine positive Klimabilanz , alle anderen sind umweltmäßig im minus.
    Aber da werden wir sicherlich noch zu sprechen haben.

    • Ernährung nur von Steckrüben? Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen! Vegane Ernährung ist sehr gesund, verlangt aber proteinreiche Bestandteile, Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Raps- und Leinöl) und die Ergänzung von Vitamin B 12, das es in spezieller Zahnpasta gibt, mit der Ihr Euch mindestens zweimal am Tag die Zähne putzen müsst. Ansonsten ist es Mangelernährung, welche die Abwehrkräfte (und Angriffskräfte) schwächt.

      • Ich seh das so sagt

        Wie im Artikel zu lesen ist, war schon damals der verpflichtende “Veggie-Day” nicht wirklich ein Renner. Verweigerer wurden sogar angezeigt. Grünes Ideenvorbild für heute ?

        • Das müssen Sie die Grünen fragen. Die Spitze sieht aber stark nach Genießern aus, die an einem fleischfreien Kantinentag durchaus reichlich Hüftgold erlauben dürften.

  3. Ich seh das so sagt

    Was haben die Bauern in nur 2-3 Generationen hier und in vielen anderen Ländern Europas geleistet. Von 30% Unterversorgung und Hunger, hin zur Vollversorgung und weiter zu 30% Nahrung in die Mülltonne.
    Dank ist ja keine politische oder öffentliche Währung.

    Respekt, Wertschätzung und vielleicht sogar ein wenig (vom kaum mehr verwendeten Wort) Demut seitens einer hochnäsigen Bevölkerung, würde sich dennoch mancher Bauer oft wünschen, der ja solche Tatsachen vielfach noch aus den Erzählungen oder schriftlichen Aufzeichnungen seiner Vorfahren in Erinnerung hat.

    Wie schnell es – oft binnen weniger Jahre – in die andere Richtung gehen kann, zeigen z.B. gerade Länder wie Syrien (wo -unter anderem – nach 4 Jahren Dürre, die der Regierung wurscht waren, 2011 jener Bürgerkrieg ausbrach, der ein Land (wo sich die Ursprünge der Menschheit entwickelten) völlig zerstörte und so viele Menschen zur Flucht trieb.

    • Stadtmensch sagt

      Genau! Der syrischen Regierung war die Ökologie Wurscht. Und der syrischen Bevölkerung war die Ökologie Wurscht. Hauptsache immer schön fromm und viele Kinder (Brunnen kann man ja zur Not immer tiefer bohren).
      “Der gute Gärtner hat ein hartes Herz und eine scharfe Schere!”:
      https://www.heise.de/tp/features/Kostenlose-Verhuetung-fuer-sechs-Millionen-arme-Frauen-3594821.html

      Es ist nicht allein eurer Verdienst gewesen, dass die Erträge so gesteigert werden konnten. Und zum Thema Demut den Tieren und dem Boden gegenüber habt ihr euch (mMn) auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
      Demut heißt nicht, vor dem Essen zu beten! Das ist in Zeiten, wo der Landwirt mehr Wirt ist als alles andere fast schon Bigotterie

      • Ich seh das so sagt

        Zu ihren etwas primitiven Vorhaltungen über Syrien:
        Journalist und Pulitzer-Preisträger Thomas Friedman untersucht die “Megadürre” in Syrien. (https://www.youtube.com/watch?v=a5G5jg5l2E8).

        Zu ihrer Bemerkung “Es ist nicht allein eurer Verdienst gewesen, dass die Erträge so gesteigert werden konnten.” würde mich interessieren, wem sie den Verdienst dann zurechnen. Doch nicht etwa der Verwendung von Dünger und Pflanzenschutz, besseren und ertragssichereren Sorten, bessere Bodenbearbeitung, gezielte Pflege, weniger Ernteverlusten, bessere Lager- und Trocknungsmöglichkeiten u.a.m. ?
        An der Gier der Konsumenten nach billigen Nahrungsmitteln kann es ja nicht liegen.

        Sie können sich auch ruhig über den Begriff Demut als Stadtmensch lustig machen. Es entspricht der typischen Hochnäsigkeit, die ich angeführt habe.
        Sie können ja auch gerne mal eine nicht religöse und sicher nicht agrarische Zeitschrift über den Umfang des Begriffes zu Rate ziehen. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/demut-die-wiederkehr-der-werte-a-829604.html

        Und zum letzten Satz von ihnen:
        Die Frage, wer in diesem System hier Wirt und wer Schmarotzer ist, lasse ich einfach mal offen.

        • Stadtmensch sagt

          Es ist müßig, sich jetzt über die Ursachen des syrischen Bürgerkriegs zu streiten. Da hat jeder Geostratege wohl seine eigene Interpretation. Fakt ist, dass auch ein Pulitzer-Preisträger über die Konsequenzen der (vor allem auch religiös bedingten) “naturrechtlichen” Diskriminierung von Frauen großzügig hinwegsehen kann, die eben (nicht nur meiner Meinung nach) vielerorts nicht darüber bestimmen können, ob sie schwanger werden oder nicht. Ansonsten leben wir in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Sonst wäre es nicht möglich, das ein Landwirt 140 Menschen “satt macht”. Wer baut Maschinen und Infrastruktur? Wer bezahlt und sorgt für die Ausbildung? Wer sichert das Eigentum. Wer sorgt für einklagbares Recht? Dass von dieser Arbeitsteilung nur ganz wenige profitieren (im Sinne von Marschrichtungsvorgabe und Gewinn) habe ich mir nicht ausgedacht. Wieso fordert ihr (Besitzer von Produktionsmitteln, “Arbeitgeber”) von der Mehrheit im Lande (Lohnabhängige) Dankbarkeit? Nicht in diesem Wirtschafssystem – wo fast alle erpresst werden und erpressbar sind!

          • Ich seh das so sagt

            Ich habe nirgendwo Dankbarkeit gefordert.
            Aber jenen Respekt oder Anerkennung dessen oder Wertschätzung dem gegenüber was Bauern leisten (und wie der Rückblick zeigt auch schon geleistet haben), kann wohl genauso erwartet werden, wie es den von ihnen angeführten anderen Sparten der arbeitsteiligen Wirtschaft auch entgegengebracht wird. Weil wir uns seit jeher als Teil einer Gesellschaft verstehen und (meist selbstverständlicher als andere Sparten) Beiträger zum Gemeinwohl.

            Wohl kaum ein Bauer würde sich auch nur im Entferntesten so gegenüber irgendeinem Arbeiter, Angestellten oder Unternehmer äußern, wie es umgekehrt fast schon an der Tagesordnung ist.
            N.B. auch wir empfangen gerne Lohn für Geleistetes.

          • Ich seh das so sagt

            Was ihre Anmerkung betrifft, “dass auch ein Pulitzer-Preisträger über die Konsequenzen der (vor allem auch religiös bedingten) „naturrechtlichen“ Diskriminierung von Frauen großzügig hinwegsehen kann, die eben (nicht nur meiner Meinung nach) vielerorts nicht darüber bestimmen können, ob sie schwanger werden oder nicht.”

            Es ist sicherlich günstig, immer wieder auch seine eigene Meinung mit der Beeinflussbarkeit durch Mainstream-News in Relation zu setzen (weil es ja einfach ist Meinungen und Haltungen abzulesen – und selbst denken macht ohnehin oft nur Kopfweh). Es zeigt sich dann oft, dass die (verbreitete) Einschätzung von Zusammenhängen meist sehr wenig dem entspricht wie es tatsächlich ist.
            In ihrem Fall empfehle ich den Beitrag des schwedischen Mediziners Hans Rosling zum Thema “Religionen und Babies”. https://www.youtube.com/watch?v=ezVk1ahRF78

            • Was sind denn “Mainstream-News”? Damit suggerieren Sie eine “Gleichschaltung” von Medien, die es nicht gibt, auch angesichts bedenklicher Konzentrationen auf dem Presse- und Rundfunkmarkt nicht.

              Was Ihren Wunsch nach Respekt und Anerkennung betrifft, ist es selbstverständlich richtig und wichtig, dass entsprechende Verhaltensnormen in der Gesellschaft eingehalten werden. Mir fällt aber auf, dass viele Bauern Kritik an agrarpolitischen Rahmenbedingungen, um die es meist geht, als persönliche Beleidigung empfinden.

              Wenn ich Sie richtig verstehe, dass Ihrer Ansicht nach Bauern mehr (“selbstverständlicher”) zum Gemeinwohl beitragen als andere, ist das sehr vermessen. Der Umstand, dass alle Menschen essen müssen, bedeutet längst nicht, dass Landwirtschaft optimal betrieben würde und über jede Kritik erhaben wäre. Es ist richtig, dass Ernährung nicht alles ist, aber ohne Ernährung alles nicht ist. Für die Ernährung bedarf es aber noch anderer Berufsgruppen, geschweige denn für das Funktionieren der Gesellschaft insgesamt. Einzelne Bauern können ebenso wenig für sich in Anspruch nehmen, den Menschen Leben zu gewähren, wie ihnen vorgeworden werden könnte, für den Tod durch Überernährung verantwortlich zu sein. Landwirte erfüllen essentielle Interessen, aber ebenso schnöde und unvernünftige Konsumwünsche, gegen Geld – wie andere Berufe auch.

            • Stadtmensch sagt

              “Es zeigt sich dann oft, dass die (verbreitete) Einschätzung von Zusammenhängen meist sehr wenig dem entspricht wie es tatsächlich ist.”

              Sehr richtig.

              “Wer die Welt nicht richtig findet wie sie ist, wird sie sich mit keiner Analyse besserdenken können”
              S. 107, Der Implex, Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee.

              Ich versuche “sehr angestrengt” selber zu denken. Obs was genutzt hat müssen Leute beurteilen, die mehr zu bieten haben als YouTube Filmchen.
              Aber trotzdem danke für den Link.

            • „Es zeigt sich dann oft, dass die (verbreitete) Einschätzung von Zusammenhängen meist sehr wenig dem entspricht wie es tatsächlich ist.“

              Warum man immer unterstellen muss, dass man (verbreitete) Einschätzungen anderer blind übernimmt? Anscheinend soll es die Auseinandersetzung in der Sache ersparen, indem man auf eine – spekulative – Metaebene flüchtet und dabei zugleich persönlich wird.

            • Ich seh das so sagt

              @AdT
              Ich unterstelle das mit Mainstream nicht, sondern wiederhole, wie namhafte Journalisten immer wieder auch selbst über ihre Branche urteilen. Danach übernehme man Agenturmeldungen nahezu ungeprüft, suche sich Statistiken und Meinungsumfragen, die zur Blattlinie passen oder das bestätigen, was der Artikelverfasser haben will. Der Begriff der Eigensaft-Blase sei auch im Journalismus ein als Problem erkanntes Faktum.

              Gerade anlässlich vieler Wahlergebnisse, die so gar nicht dem medial Vorhergesagten entsprachen oder bislang nahezu 1:1 übernommener Meldungen “befreundeter Gruppen” oder aus den “sozialen Netzen”, die sich nachträglich allzu oft als geschönte Enten oder schlichte Falschmeldungen herausgestellt haben, gehe es einfach nicht mehr, dass einer nur noch vom anderen abschreibe. Check-Recheck-Doublecheck solle demnach wieder mehr Handlungsmaxime vor “wichtigen” Meldungsveröffentlichungen sein.

              Übrigens hat der o.a. schwedische Mediziner auch eine Untersuchung vorgelegt, dass bei diversen von ihm durchgeführten Fragestellungen unter (schwedischen)Journalisten und Lesern der entsprechenden Zeitungen, die Antworten sich prozentuell meist nur marginal unterschieden haben (“Ich mach mir die Welt wiedewiedewie sie mir gefällt – Pippi Langstrumpf”)
              Beide Gruppen aber dadurch von den tatsächlichen und wissenschaftlich überprüfbaren Ergebnissen oft meilenweit entfernt waren. Eine “befragte” Schimpansengruppe hatte dabei meist 5x mehr richtige Antworten.

              • Alois Wohlfahrt sagt

                ja die Schimpansen. Mein Lieblingsautor in Sachen Kommunikation, Daniel Kahneman, immerhin Nobelpreisträger, meint in seinem Buch “Schnelles Denken – langsames Denken” (wo er seine Erwartungstheorie beschreibt, für die er den Nobelpreis bekommen hat), auch, dass Expertenwissen meist nur vom Marketing abhängig ist und dass der tatsächliche Wahrheitsgehalt durch “Dartpfeile werfende Affen” besser getroffen würde.

            • @ Ich seh das so

              Bin völlig bei Ihnen, dass es unter Journalisten zu einem Herdentrieb kommt, ungeachtet der Tendenz, der politischen Grundrichtung des Mediums. Liegt u.a. an ähnlicher Sozialisation vieler Journalisten. Schweizer Bauer hat oben auf das Phänomen des confirmation bias hingewiesen. Beispiel Berichterstattung in den USA vor Bushs Irakkrieg und den Gründen; da wurden in der Medienlandschaft praktisch keine Bedenken erhoben. Hinzu kommt nicht selten Mangel an Sorgfalt und eigener Recherche.

              Von den “Mainstreammedien” zu sprechen ist aber viel zu pauschal und statisch. Es suggeriert eine von von vornherein höhere Glaubwürdigkeit von “Indiemedien” und verkennt die Selbstreinigungskräfte und den Willen zur Eigenständigkeit im Journalismus, die es durchaus gibt. Der Ausdruck “Mainstreammedien” wird gern gebraucht, um pauschale Voreingenommenheit gegen etablierte Medien erst zu schaffen und bestimmte Inhalte zu diskreditieren, damit eine um Unvoreingenommenheit bemühte Auseinandersetzung zur Sache erst gar nicht stattfindet. Ich finde es daher gut, dass Sie immerhin von “Mainstream-News” gesprochen haben. Diese Bezeichnung wird eher der Notwendigkeit einer konkreten Betrachtung gerecht.

              Eine Unsitte in Diskussionen ist es, dem Gegenüber Mainstream-Folgsamkeit und Ideologisierung vorzuwerfen, nur weil ein Argument so oder so ähnlich auch in bestimmten Medien oder politischen Lagern geäußert wurde oder geäußert werden könnte. Das ist ebenfalls Voreingenommenheit und kein Gegenargument. Nicht selten beruht es auf Selbstüberschätzung und einer Art Aberglauben, genau zu wissen, wie der Hase läuft.

      • Stadtmensch sagt

        Das einzig Gute an dem SPON-Artikel ist der Nietzsche-Spruch. Wieso kann man nicht empathisch, solidarisch, großherzig sein ohne Dankbarkeit oder Demut einzufordern? Die Menschen kommen schon von ganz alleine mit, wenn man nicht immer Buch führt im Soll-und Haben Buch der guten Taten.
        So wie im Märchen vom Schneider und dem garstigen Schuster.
        😉

        • Ich seh das so sagt

          Stellt sich nur die Frage, wo die Empathie oder Großherzigkeit beim Thema Landwirtschaft zu verzeichnen ist, wenn nach gängiger und medial verbreiteter Auffassung z.B. die 10% Biobetriebe die Guten sind, aber die 90% konventionellen Betriebe die Unholde ?

    • Stadtmensch sagt

      Ich zitiere aus einem Kommentar:
      https://www.bauerwilli.com/weniger-massentierhaltung-mehr-bauern/#comment-49614

      “was ist denn das Ziel der aktuellen Landwirtschaft?
      Jedes dritte Schwein stirbt um weggeschmissen zu werden!”

      “Wir exportieren Unmengen, weil kaum einer so billig produziert wie wir in Deutschland!
      Finde das nicht erstrebenswert, das auf Kosten der Tiere, der Umwelt und nicht zuletzt auch auf Kosten der Landwirte!”

      ” trotzdem finde ich es unhaltbar, ein Schweineleben ist zwischen 2 und 6 Euro wert, das ist der Gewinn der erzielt wird von Geburt bis Schlachtung und dann fragt man sich nicht mehr warum Ferkel an der Wand totgeschlagen werden, von einem Tierarzt!!! ”
      “Das eine Geschichte die ich von unserem Tierarzt weiß der dabei und darauf hin gekündigt hat und ich glaube nicht, dass das alles Einzelfälle sind!”

      “Ich bin von meinem Opa so erzogenen worden, die Tiere müssen ihr Recht haben und das fehlt leider an allen Ecken und Enden!
      Es tut mir weh Tiere zu sehen die in ihrer eigenen Scheiße liegen müssen”

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Zitat Stadtmensch
        „was ist denn das Ziel der aktuellen Landwirtschaft?
        Jedes dritte Schwein stirbt um weggeschmissen zu werden!“

        Dies liegt nicht in der Macht des Landwirtes.

        Zitat Stadtmensch
        „Wir exportieren Unmengen, weil kaum einer so billig produziert wie wir in Deutschland!
        Finde das nicht erstrebenswert, das auf Kosten der Tiere, der Umwelt und nicht zuletzt auch auf Kosten der Landwirte!“

        Das ist die Frage, warum andere nicht zu dem Preis produzieren, vielleicht ist die deutsche Landwirtschaft effizienter.

        Zitat Stadtmensch
        “ trotzdem finde ich es unhaltbar, ein Schweineleben ist zwischen 2 und 6 Euro wert, das ist der Gewinn der erzielt wird von Geburt bis Schlachtung und dann fragt man sich nicht mehr warum Ferkel an der Wand totgeschlagen werden, von einem Tierarzt!!! “

        Da haben sie recht, ein Schwein ist mehr Wert, als das was man dem Bauern für die Mast bezahlt.

        Zitat Stadtmensch
        „Das eine Geschichte die ich von unserem Tierarzt weiß der dabei und darauf hin gekündigt hat und ich glaube nicht, dass das alles Einzelfälle sind!“

        Dass die Praxis Gang und Gebe ist glaube ich nicht, eine Katze einschläfern bringt halt mehr Geld.

        Zitat Stadtmensch
        „Ich bin von meinem Opa so erzogenen worden, die Tiere müssen ihr Recht haben und das fehlt leider an allen Ecken und Enden!
        Es tut mir weh Tiere zu sehen die in ihrer eigenen Scheiße liegen müssen“

        Wer gestreichelte Schweine will, kann hier sein Fleisch kaufen:
        http://www.hofgut-silva.de/allgemeine-produktinformationen/

      • Mark Rössler sagt

        Wenn Stadtmenschen meinen Knochen einberechnen zu müssen, um irgendwelche Behauptungen aufzustellen, dann wird jedes 3. Schwein “weggeschmissen”.
        Sieht bei Gemüse nicht anders aus, da wäre es dann noch schlimmer, teilweise “schmeißt” man dafür 90% “weg”. Das wird aber nicht berechnet… passt nicht in den Tenor der Ideologen.

  4. Biobauer Andreas Fendt sagt

    vor 100 Jahren hatten wir noch Arbeitspferde und Bauern, die damit umgehen konnten.

    Lasst bloss mal den Großkotz und mächtigsten Mann der Welt in 1-3 Jahren halb hohldrehen… (wenn er komplett irre agiert, dann brauchen wir wegen des Atomarsenals uns keine Gedanken machen, dann ist es schnell rum)
    Aber er kommt z.B. auf die Idee den Saudis (übelste Islamisten) die Ölquellen kaputtzubomben und /oder den Nordafrikanern (auch üble Islamisten) die Rohphosphatminen dann wirds ganz schnell eng im Lande.

    Ohne Diesel und Phosphor (sind wir 100% importabhängig) ist es ganz schnell aus mit fettem Essen.

    Einzig Strom wird es noch geben können, warum? Weil wir mit der Energiewende die richtigen Weichen gestellt haben!

    Und so brauchen wir auch eine Agrarwende. Am Ende werden wir wohl nicht mehr alle die hübschen Dicken einspannen, aber so ein paar Gedanken in Sachen Abhängigkeit schaden nie. Das kann man aus der Geschichte lernen.

    • Mark Rössler sagt

      Ja die Energiewende, Kohle kommt hauptsächlich aus Australien und Gas für Gaskraftwerke aus Russland.
      Ein sehr gutes Beispiel für komplett falsche Vorstellungen.

    • bauerhans sagt

      “Lasst bloss mal den Großkotz und mächtigsten Mann der Welt in 1-3 Jahren halb hohldrehen… ”

      der wird es anders machen und viele haben mächtig schiss,aber sicherlich keine atomwaffen einsetzen.

    • Christian Loidl sagt

      Also soll die Agrarwende so gestaltet werden, dass wir zuküftig ohne Phospor und Diesel auskommen?!
      Na dann Fendt, geh mit guten Beispiel voran und verkauf deine Schlepper und ackere wieder mit Pferden

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