Alle Artikel in: Bauer Willi

„Das Bild der Bauern…“

ist der Titel eines 8-minütigen Beitrages von Oda Lambrecht im NDR. Mit dabei die Agrarblogger Markus Holtkötter, Thomas Fabry und Dirk Niehaus (Bocholter Landschwein), die auf unterschiedlichen Medien (Twitter, Youtube, Facebook, Snapchat) immer aktuell über die Arbeit auf ihren Höfen berichten. Zum Thema befragt wird auch der Vizepräsident des DBV, Werner Schwarz, sowie der Wirtschaftsjournalist der FAZ, Jan Grossarth. Ich habe mir den Beitrag jetzt mehrfach angesehen, um zu ergründen, warum er gemacht wurde und wem er hilft. Im Gedächtnis geblieben ist mir der Satz von Oda Lambrecht zum Schluss des Berichtes: (Zitat) „Je mehr schöne und problemfreie Bilder er und seine Kollegen (gemeint sind die Agrarblogger) verbreiten, desto mehr müssen Journalisten auf die Probleme schauen“. (Zitat Ende) Mein persönliches Fazit: Das Wirken der Agrarblogger wird als störend empfunden. Das Wissen über die Wahrheit und die Hoheit über die Meinungsbildung ist Journalisten vorbehalten. Oder wie seht ihr das? Bildet euch eine eigene Meinung. Deshalb hier der Link zum Film und bitte danach kommentieren: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medienpolitik/Das-Bild-der-Bauern,bauernverband148.html Euer Bauer Willi, der trotzdem weiter bloggen wird. Und den sachlichen Dialog mit denjenigen suchen, die dazu bereit sind.  Am …

Organischer Dünger für den Weizen

Am Freitag haben wir Gärsubstrat (aus einer Biogasanlage) für den Weizen bekommen. Wir verwenden seit einiger Zeit organischen Dünger für möglichst viele Kulturen. Im Weizen wird der mit sogenannten „Schleppschuhen“ ausgebracht. Diese schar-förmigen Teile sitzen am Ende der Schläuche und bringen den Dünger ganz nahe auf den Boden auf. Zum Teil ritzen sie sogar die Erde etwas an. So riecht es kaum noch und die Nährstoffverluste sind minimal. Gefällt mir. Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Bei den Entomologen

Ralf und ich waren ja im vergangenen Jahr im Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch, wo der Entomologische Verein Krefeld seine Insektenfallen aufstellt. Hier das Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=Z-3cv2WKOJw Jetzt war Ralf auf einer Veranstaltung am 10. April in der Volkshochschule und hat sich dort einen Vortrag eines Insektenforschers angehört. Hier sein Bericht, den ihr euch unbedingt ansehen müsst: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Fazit: es wäre gut, wenn sich Bauern und Forscher austauschen würden. Das würde wahrscheinlich beide Seiten weiterbringen und mehr Verständnis füreinander erzeugen. Wir nehmen uns diesen Dialog mal für den Mai vor. Mal sehen, ob es klappt. Euer Bauer Willi

Roundup ohne Glyphosat

Noch mal das Thema Pflanzenschutz. Erst dachte ich, es wäre ein Aprilscherz, denn bisher war für mich Roundup der Markenname von Monsanto für Glyphosat. Doch es handelt sich nicht um einen Scherz: https://www.baldur-garten.de/produkt/Herbizide/379/Gartenzubehoer/Pflanzenschutzmittel/Herbizide-Unkrautvernichter/ROUNDUP+AC+Turbo+Unkrautfrei+ohne+Glyphosat/detail.html Oder auch hier, für die „moderne Hausfrau“. (Das ist jetzt nicht meine Wortschöpfung, beschwert euch also beim Betreiber der Seite.) https://www.moderne-hausfrau.de/p/roundup-ac-turbo-unkrautfrei-ohne-glyphosat-2-5-liter-kanister-379-129915/ Hier noch das Sicherheitsdatenblatt: https://www.baldur-garten.de/data/Sicherheitsdatenblaetter/3206_3208_3264_3211_CLP%20Roundup%20AC%20(6).pdf Das Produkt enthält 9,98 Gewichts% Essigsäure. Bei einem Preis von 27 € bzw. 29 € für 2,5 l kann sich jeder den Liter-Preis leicht selbst ausrechnen. Ein erfolgreiches Geschäftsmodell? Man wird sehen. Übrigens habe ich mal nach dem Preis von Essigsäure (60% = Essigessenz) geschaut…Gibt ja Portale, wo man so was im 20 l-Kanister bestellen kann. Vertreiber ist übrigens Scotts Celaflor, die in vielen Ländern mit Monsanto kooperiert. https://de.wikipedia.org/wiki/The_Scotts_Miracle-Gro_Company Übrigens wird seitens der Pflanzenschutzämter von der Unkrautbekämpfung mit Essigsäure (oder auch Salz) abgeraten. Logisch, denn dadurch wird auch der Boden sauer. Dürfte jetzt doch genügend Stoff für Diskussionen sein. Ich halte mich mal vornehm zurück… 🙂 Euer Bauer Willi

Für jeden erhältlich – für Landwirte nicht

Jetzt, im Frühjahr stellen sich viele die Frage, wie sie sich dem Unkraut entwehren. Mehr durch Zufall bin ich auf Produkt aufmerksam geworden, dass von jedem Bürger erworben werden kann, um in seinem Garten bis zu 6 Monaten das Unkraut fernzuhalten. Angeboten wird es unter der Bezeichnung Bayer Langzeit-Unkrautfrei Permaclean und ist bei vielen Bestellportalen erhältlich, unter anderem auch bei REAL. https://www.real.de/item/search/?search_value=bayer langzeit-unkrautfrei permaclean 5 x 50g http://www.duenger-shop.de/Pflanzenschutz/Unkrautbekaempfung/Bayer-Langzeit-Unkrautfrei-Permaclean-12×10-gr-.html?XTCsid=7d1f5686a60635961a9436e1caee7084 Auf der letztgenannten Seite steht auch das Sicherheits-Datenblatt  und ein Erklär-Video zur Verfügung. http://www.duenger-shop.de/media/products/0760870001496586856.pdf Neben Glyphosat enthält das Mittel auch Flufenacet und Metosulam. Letztere sind zwei Wirkstoffe, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, unter anderem in Terano flüssig. Allerdings ist das Mittel nur gegen Vorlage eines Sachkundenachweises erhältlich. Hier der Zulassungsbericht des BVL: https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/01_zulassungsberichte/005865-00-00.pdf?__blob=publicationFile&v=4 Nach dem Studium des Sicherheitsdatenblattes und des Zulassungsberichtes des BVL muss ich meiner Verwunderung Ausdruck verleihen, warum diese Wirkstoffkombination von Glyphosat, Flufenacet und Metosulam, die in der Landwirtschaft nicht zugelassen ist,  in die Hände von Laien ohne jede Einschränkung abgegeben werden darf. Aber vielleicht wisst ihr das ja… (und vielleicht versteht ihr auch die unterschiedlichen Kilo-Preise…) Wichtiger Hinweis: …

Ein Gesellschaftsvertrag mit der Landwirtschaft

„Gesellschaftsvertrag“. Eigentlich ein alter Begriff, der in letzter Zeit aber auch im Zusammenhang mit Landwirtschaft und Gesellschaft benutzt wird. Was ist  das Ziel eines solchen Vertrages? Wenn man sich die Texte dazu ansieht, dann soll es darum gehen, zwischen den Wünschen der Gesellschaft und der praktischen Landwirtschaft einen Konsens herzustellen. So nach dem Motto: Wir reden solange miteinander, bis wir uns einig sind, wie und unter welchen Voraussetzungen unsere Lebensmittel erzeugt werden. Beispiele für solche Ansätze findet ihr am Ende des Artikels reichlich. Nun finde ich Dialog ja gut und so ein Gesellschaftsvertrag wäre eine gute Sache für beide Seiten, damit die Kritik aneinander weniger wird. Doch ich habe da ein paar Fragen: Die Gesellschaft, wer ist das? Wer sitzt am Tisch, wenn dieser Vertrag ausgehandelt wird? Wer vertritt die diversen Gruppierungen, wer nimmt für sich in Anspruch, „die Gesellschaft“ zu vertreten? Sind das politische Parteien, sind es die Kirchen, sind es NGO´s, ist es die Wissenschaft?  Nun könnte man ja sagen, dass alle oben genannten Gruppen zu einem solchen Dialog eingeladen werden. Aber wo …

Frühjahr im Rheintal

Fahre gerade durchs Rheintal nach Hause. Hier bei Mannheim ist die Natur sehr weit. Raps hat die ersten Blütenknospen, diverse Bäume und Sträucher treiben die ersten Blätter. Sommergetreide dürfte hier in der Erde sein. Freue mich jetzt auf zuhause. Nach diesem Wochenende dürfte es im Feld so richtig losgehen. Auch wenn die Sonne scheint und es warm ist, so braucht es noch ein paar Tage, bis der Boden bearbeitet werden kann.

Close the GAP?

Ein, zugegebenermaßem, nicht ganz einfach zu lesender Beitrag. Er beschäftigt sich mit der Gemeinsamen Agrarpolitik und den damit verbundenen Subventionszahlungen. Er geht aber auch auf die Frage ein, wie sich ein Landwirt damit „fühlt“. Und wie so oft, enthalte ich mich einer eigenen Meinung (die ich natürlich habe) Aber dann gäbe es ja nichts zu diskutieren…Hier der Link: https://skeptischeoekonomie.wordpress.com/2017/10/08/close-the-gap/#more-4870

Mit Bio die Welt ernähren

Dieser Frage geht eine Studie der Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FibL) nach, die aktuell veröffentlicht wurde. https://www.nature.com/articles/s41467-017-01410-w.pdf Die Studie ist wirklich lesenswert, weil sie anhand der Datenbasis für Bevölkerungswachstum, Einkommen und Ernährungsgewohnheiten und vieler anderer Faktoren, die die FAO erarbeitet hat, verschiedene Szenarien durchspielt, die in der Tabelle 2 (Cropland area change) dargestellt werden.  Aus Gründen des Urheberrechtes müssen wir hier im Blog auf die Darstellung verzichten, deshalb hier nur einige Auszüge. Wem die Kurzfassung an dieser Stelle nicht genügt, bitte das Original lesen. Die Studie beinhaltet folgende Variablen: den Anteil des Ökolandbau im Ackerbau (0 bis 100%), die Verringerung von Lebensmittelabfällen, (0 bis 50%) die Verringerung des Anbau von Futterpflanzen auf landwirtschaftlichen Flächen (indirekt Tierhaltung) (0  bis 100%) und den Einfluss des Klimawandels (null, mittel, hoch) In der Abbildung 2 wird die Veränderung der 2050 notwendigen Ackerfläche unter den verschiedenen Annahmen berechnet. Im mittleren Block wird der Einfluss des Klimawandels als mittel angenommen. Wird die Abfallvermeidung mit Null angenommen, so steigt der Flächenbedarf um 20%, wenn der Anteil des Ökolandbau auch auf 20% steigt. Würde er 100% …

Terra Preta (Buchbesprechung)

Ich habe das Buch „Terra Preta“, erschienen im Oekom-Verlag (19,99 €), geschenkt bekommen, weil jemand meinte, das könnte mich als Bauer interessieren. Weil ja das Wort „terra“ drin vorkommt und das heißt „Erde“. Hat es auch, denn warum sollte man sich nicht mit Methoden beschäftigen, die wir in der Schule nicht gelehrt bekommen haben? Umso enttäuschter, ja verärgerter war ich, als ich die ersten Kapitel unter der Überschrift „Grundlagen“ gelesen habe. Los geht es mit den „Irrtümer der fossilen Landwirtschaft“. Mal ein paar Auszüge: Mit der industriellen Landwirtschaft, die per Chemie und Großtechnik einen Krieg gegen die Natur führt, wird die Erde zu Dreck.. Die konventionelle industrielle Landwirtschaft …verwüstet auf Dauer den Boden… Die Agrokonzerne mit ihren schweren Maschinen und chemischen Keulen sind es, die der Erde die Haut abziehen…und hat die Hungerkrise (mit)verursacht Die meisten essen indirekt Gensoja – und zwar in Form von Fleisch. Skrupellose oder ahnungslose Menschen versprühen Glyphosat in der Landwirtschaft, in Kleingärten und sogar vor Schulen und Kitas. Und das ist nur ein Ausschnitt aus den ersten rund 40 Seiten. …