Bauer Willi
Kommentare 73

Mit Bio die Welt ernähren

Dieser Frage geht eine Studie der Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FibL) nach, die aktuell veröffentlicht wurde.

https://www.nature.com/articles/s41467-017-01410-w.pdf

Die Studie ist wirklich lesenswert, weil sie anhand der Datenbasis für Bevölkerungswachstum, Einkommen und Ernährungsgewohnheiten und vieler anderer Faktoren, die die FAO erarbeitet hat, verschiedene Szenarien durchspielt, die in der Tabelle 2 (Cropland area change) dargestellt werden.  Aus Gründen des Urheberrechtes müssen wir hier im Blog auf die Darstellung verzichten, deshalb hier nur einige Auszüge. Wem die Kurzfassung an dieser Stelle nicht genügt, bitte das Original lesen.

Die Studie beinhaltet folgende Variablen:

  • den Anteil des Ökolandbau im Ackerbau (0 bis 100%),
  • die Verringerung von Lebensmittelabfällen, (0 bis 50%)
  • die Verringerung des Anbau von Futterpflanzen auf landwirtschaftlichen Flächen (indirekt Tierhaltung) (0  bis 100%) und
  • den Einfluss des Klimawandels (null, mittel, hoch)

In der Abbildung 2 wird die Veränderung der 2050 notwendigen Ackerfläche unter den verschiedenen Annahmen berechnet. Im mittleren Block wird der Einfluss des Klimawandels als mittel angenommen. Wird die Abfallvermeidung mit Null angenommen, so steigt der Flächenbedarf um 20%, wenn der Anteil des Ökolandbau auch auf 20% steigt. Würde er 100% betragen, sind 48% mehr Fläche notwendig, wenn der Futteranbau nicht reduziert wird. Würde der Futteranbau um 100% sinken, könnte der Flächenbedarf um 11% (bei 20% Öko) sinken, bei 100% Öko nur leicht um 4% steigen.

Wird der Einfluss des Klimawandels als hoch eingestuft (rechter Block) und gleichzeitig 100% Ökolandbau praktiziert (weltweit), so steigt der zusätzliche Flächenbedarf von 7% im günstigsten Fall (= + 50% Abfallvermeidung + 100% Reduzierung Futterpflanzen) bis auf 71% im  ungünstigsten Fall (keine weitere Abfallvermeidung und keine Reduzierung der Futterpflanzen).

Die Schlussfolgerung, das mit einem weltweiten deutlichen Rückgang des Abfalls und einer weltweit massiven Einschränkung des Fleischverzehrs (Reduzierung Futterpflanzen) mehr Menschen ernährt werden können, erscheint mir logisch. Offen bleibt, wie dies erreicht werden soll. Habt ihr eine Idee?

Euer Bauer Willi

 

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73 Kommentare

    • Henner sagt

      Hallo, sehr gute Studie von Goettingen .
      Leider meldet sich die Wissenschaft zu wenig mit sachliche Studien.
      Bauer Willi danke für die gute Arbeit und viel Erfolg bei der Frühjahrsarbeit.
      Mit freundlichen Grüßen aus dem wunderschönen Hessen!!
      Henner

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  1. ohmeyer sagt

    Müssen wir dafür jetzt auch die Moore wieder Pflügen? Oder wie soll ich das verstehen mit Ackerbau 100%! Die werden gerade für teures Geld renaturiert. Werden dafür dann Auch Wälder gerodet? Soll auf der Schwäbischen Alp oder den Almen in den bayrischen Alpen jetzt Getreide angebaut werden?

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  2. peter herberg sagt

    in der diskussion solltet ihr fair bleiben und andere meinungen zulassen,
    auch wenn sie euch nicht gefallen sollte. kritikpunkte gibt es in unserem
    system an vielen stellen , sogar an der lw. schön wäre es wenn auch mal
    etwas positives für uns alle dabei wäre und auch umgesetzt wird. ich warte
    schon lange auf so etwas, bin aber bis jetzt fast immer entäuscht worden.
    ich war mal so optimistisch und habe geglaubt in der politik gäbe es
    vernunftbegabte menschen.

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  3. AdT sagt

    Außer einer konsistenten Agrarpolitik ohne Fehlanreize halte ich es für wichtig, ein viel größeres Gewicht auf landwirtschaftliche Bildung zu legen, z.B. im Sach- und Erdkundeunterricht, zum Teil auch im Biologie-, Chemie-, Mathe-, Wirtschafts-, Politik- und Religions-/Ethikunterricht. Wichtig sind:

    in Sachkunde, Erdkunde, Politik und Wirtschaft:
    – Ernährungssicherheit einschl. historischer Ernteausfälle
    – globale Handels- und Nährstoffströme,
    – das Thema Konversionsverluste,
    – Flächenbedarf für die Ackernutzung in Deutschland (60 % Futterbau, 20 % Lebensmittel, 20 % Energie) und im Ausland für Deutschland (Futterbau, Obst- und Gemüse),
    – Zölle, EU-Agrarmarktordnung, Freihandelsabkommen, EPAs,
    – Ernährungsphysiologie und ernährungsmitbedingte Krankheiten,

    Biologie, Chemie:
    – Landwirtschaft und Ökologie,
    – Stickstoff-, Kohlenstoffkreislauf und Düngung,
    – Habitat- und Biodiversitätsverlust,
    – Emissionen durch Nitrat, Ammonik, Methan, CO2,
    – Erfordernisse des Pflanzenschutzes (indirekter und direkter P., Vorteile/Nachteile biologisch-chemisch und synthetisch-chemisch),
    – Ist bio/synthetisch sachgerechtes toxikologisches Unterscheidungsmerkmal? Ist Bio und Ökologisch das gleiche?
    – Genetik und (grüne) Gentechnik.

    Mathematik (Primarstufe und Sek. I):
    – Umgang/Rechnen mit kleinen Mengeneinheiten (Rückstandshöchstgehalte) und „sinnlich wahrnehmbaren“ Einheiten, zeichnerische (geometrische) Darstellung von Mengenverhältnissen,
    – Futterrationen und Proteingehalte in Lebensmitteln errechnen unter Berücksichtigung der biologischen Proteinwertigkeit,
    – Flächenbedarf errechnen für die Erzeugung bestimmter Mengen pflanzlicher und tierischer Proteine.

    Religion/Ethik:
    – Fähigkeit und Bedürfnisse von Nutztieren und ihre Haltung/Behandlung, Animal-Welfare-Forschung, vs. Bedürfnisse von Menschen,
    – globale Handels- und Nährstoffströme, Konversionsverluste,
    – Generationengerechtigkeit.

    Ernährung könnte auch Thema im Sportunterricht sein (Ernährung bei Kraft- und Ausdauersport, insb. Kohlenhydrat- und Proteinbedarf).

    Die Position des DBV muss dabei selbstverständlich nicht zu kurz kommen.

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    • Bauer Fritz sagt

      Wenn sie sich die Ausbildungspläne von landwirtschaftlichen Berufsschulen, Fachschulen bis hin zu den Agraruniversitäten ansehen werden sie auf allen Ausbildungsstufe mit ziemlicher Sicherheit fast alle ihre angeführten Bildungsinhalte vorfinden. Und das nicht erst seit gestern. Und auch nicht nur in Deutschland.

      In diesem Artikel (https://www.bauerwilli.com/twitter-scheinwelten-und-traditionen/) wurde darüber auch schon mal diskutiert.

      Ich würde ihnen aber völlig zustimmen, wenn die angeführten Fächer und Schwerpunkte wesentlicher Teil ALLER Schuldbildungsstufen wären. Abgesehen vom generellen Vorteil eines weitreichenderen Verständnisses in den naturwissenschaftlich-technischen Belangen böten sich daraus etwa Vorteile
      *) daß man derart ausgebildeten Menschen wohl kaum medial soviel X für ein U vormachen könnte
      *) daß die bedauerliche Lücke von Fachkräften aller Art in den MINT-Fächern sich wieder schließen könnte
      *) daß vielleicht sogar mehr Menschen wieder einen Zugang und vielleicht sogar eine Wertschätzung für Nahrung und deren Produktion, Verarbeitung, Qualität etc. finden könnten.

      Auch wenn´s zulasten von Juristen geht – aber von denen gibt´s ja ohnehin weitaus genug 🙂

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      • AdT sagt

        Schön, dass wir uns mal einig sind.

        Was Juristen betrifft, steht uns bald ein Mangel bevor. Die Justiz schraubt ihre Anforderungen bereits runter und die Kanzleien die Bezahlung rauf. Qualitätsmängel in der Rechtsprechung sind nicht gut für den Wirtschaftsstandort Deutschland und zu hohe Anwaltshonorare nicht gut für den Rechtsfrieden.

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  4. bauerhans sagt

    aufstrebende länder passen ihre ernährungsgewohnheiten westlichen ländern an,weil sie damit dokumentieren wollen,dass sie jetzt auch dazu gehören.
    wie will man ihnen das verwehren!
    bei 100% bio steht die existenzielle frage im raum: wer leistet die zusätzliche arbeit!

    der gemüsebetrieb hier,wo der chef mit einer polin verheiratet ist,hat die verwandtschaft angestellt,der erdbeerbauer hat vorarbeiter aus polen und helfer aus rumänien

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    • Ottmar Ilchmann sagt

      Das sieht wohl in konventionellen Gartenbaubetrieben nicht viel anders aus…

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  5. Berthold Lauer sagt

    Bei diesem Thema uss man sich doch zuerst einmal die grundsätzliche Frage stellen: Müssen wir uns als Landwirte Gedanken drüber machen ob die Welt konventionell oder biologisch zu ernähren ist???? Ich habe nicht den Anspruch, die Welt ernähren zu wollen und ich habe auch noch nirgends eine Vorschrift oder ein Gesetz entdeckt das mir das vorschreiben würde. Ich will in meinem Beruf mit einer Arbeit und auf Grundlage meines Wissens und meiner Überzeugung für mich und meine Familie ein ausreichendes Einkommen erzielen und meinen Betrieb erhalten. Und da kann es mir zunächst eimal sch…..egal sein ob ich damit 5 oder 10 oder 200 Menschen ernähre oder ob ich überhaupt keine Nahrunsmittel produziere! Wenn es irgenwann erwünscht ist, dass nur noch biologisch produziert wird, muss doch nicht ich die Verantwortung dafür übernehmen. Ich muss nur sehen, wie ich dann über die Runden komme.

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  6. AdT sagt

    @Friedrich und Mark Gork

    Bei pflanzlichen Erzeugnissen ist die Größenordnung von Verlusten produktionsimmanent deutlich kleiner. Das besagt, dem Grund nach unabweisbar, die sehr junge Studie des Weizmann Institute of Science, The opportunity cost of animal based diets exceeds all food losses, PNAS March 26, 2018:

    „We consider replacements that minimize cropland use for each of the main US animalbased food categories. We find that although the characteristic conventional retail-to-consumer food losses are ≈30% for plant and animal products, the opportunity food losses of beef, pork, dairy, poultry, and eggs are 96%, 90%, 75%, 50%, and 40%, respectively. This arises because plant-based replacement diets can produce 20-fold and twofold more nutritionally similar food per cropland than beef and eggs, the most and least resource-intensive animal categories, respectively.“

    Die Bedeutung von Tieren, die Sie angesprochen haben, erkennt die Studie für Entwicklungsländer und Naturweidewirtschaft (Pastoralismus) durchaus an:

    „In developing countries, where diets are based on grains and tubers with little meat and where alternatives are few and limited, livestock are at times crucial for food security.
    There the opportunity costs are effectively zero. In pasture-based systems, where cattle graze on unproductive pastureland alone and deliver some additional food, the opportunity cost in terms of food gain or loss may reverse in favor of animal products.“

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  7. Direktsäer Thomas sagt

    Zu diesem Thema eine Buchempfehlung:
    „Kann der Ökologische Landbau die Ernährung sichern und Nachhaltigkeit gewährleisten?“
    Von Eberhard Schulze
    ISBN 978-3-89574-907-0

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  8. Friedrich sagt

    Verluste treten immer auf , entweder wie hier in den Industrieländern durch wegwerfen,oder in den schlechter entwickelten Ländern durch Ernte- und Lagerungsverluste. Auch wird es schwierig die Eßgewohnheiten zu ändern. Wenn der Klimawandel einige Anbauflächen unbebaubar macht , werden andere Flächen , wo es jetzt zu kalt oder zu nass ist, wieder in die Produktion genommen. Das kann man schon jetzt in Rußland sehen , wo jetzt schon riesige Flächen jedes Jahr neu in die Produktion gehen. Auch bestimmt der Verkaufspreis in jedem Fall , was und wieviel angebaut wird. Jedenfalls ist das Produktionspotential noch lange nicht ausgereizt. Auch die verbesserte Agrarbildung wird zu
    der Mengensteigerung beitragen. Es gibt immer wieder Flächen , wie z.B. Grasland , wo Tiere sehr wichtig sind . Deshalb ist die Ernährung ohne Tiere nicht zu machen, denn die können aus Gras Eiweiß machen.

    +1
  9. Philipp sagt

    Wenn die Preise für Fleisch erheblich ansteigen, verringert sich automatisch die Konsummenge. Nicht zu verachten ist das oft sehr schlechte Küchenmanagement einiger Haushalte. Da ist es ganz wichtig das beim zahlreichen Grillen genug da ist und der Grill möglichst dick ist. Wenn dann mal ne Packung Würstchen übrig bleibt…. ist ja nicht schlimm kostet ja nix.
    Das ist noch nicht die Lösung der Gesamtsituation aber ein Schritt in die richtige Richtung.

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    • Mark Gork sagt

      Bratwürste sind aber länger haltbar, im Gegensatz zum Gemüse.
      Das spiegelt sich auch in den Biotonnen dieser Republik wieder.

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      • Inga sagt

        Nicht Bratwürste mit gehacktem Frischfleisch als Inhalt, zum Braten,
        sondern Dauerwürste, getrocknet auch oft geräuchert, Salami!

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      • Inga sagt

        also getrocknete Würste oder Fleisch (Schinken) werden so behandelt, damit sie länger haltbar sind.

        Mit Gemüse und Obst kann man das auch machen.

        Es gibt Dörrobst, getrocknete Kräuter und auch reife und trockene Bohnen und Erbsen.

        Außerdem kann man Obst und Gemüse auch noch einfrieren und -kochen.

        Früher hat man im kalten Winter geschlachtet und Fleisch auch für den Sommer haltbar gemacht.

        Im Sommer hat man eben Obst und Gemüse für den Winter haltbar gemacht.
        Denn da wächst draußen nichts.

        Konservenfabriken gibt es ja auch noch!

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        • Mark Gork sagt

          Was man kann und was gemacht wird sind nun mal selten das selbe.
          Die Biotonnen sind in der Masse mit Obst und Gemüse gefüllt und nur wenig Fleischprodukte.
          Es ging um den Grillabend und nicht um das was man machen kann.

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          • Inga sagt

            Na ja, wenn das Fleisch teurer wird und wir uns das Grillen dann weniger erlauben können, dann muss man eben haltbar machen, wenn wir billigeres Fleisch bekommen.

            Die abgekochten und eingeschweißten Grillwürstchen sind ja auch haltbarer.

            Jedenfalls haltbarer als frische rohe Bratwurst.

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          • Inga sagt

            Keiner kann Fleisch und Fleischwaren von vorher lebenden Tieren so schnell wegwerfen (ethisch unmöglich), wie Salatblätter oder Apfelschalen. Oder auch verdorbenes Obst und Gemüse.
            Das wird ja auch oft leichtfertig weggeschmissen, weil es so billig ist. Nicht nur in privaten Haushalten.

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            • AdT sagt

              Warum ist es unethisch, Fleisch wegzuwerfen, Inga? Das Tier war doch schon tot.

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            • Inga sagt

              unethischer als Gemüse weg zuwerfen, AdT

              trotzdem, man muß sparsam damit umgehen. damit nicht noch ein Tier deswegen getötet wird.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              >>Warum ist es unethisch, Fleisch wegzuwerfen, Inga? Das Tier war doch schon tot.<<

              Das Fleisch war mal ein Lebewesen, das sollte jedem bewusst sein.

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            • AdT sagt

              „trotzdem, man muß sparsam damit umgehen. damit nicht noch ein Tier deswegen getötet wird“

              Sparsam klingt gut. Tiere sparsam töten. Aber Plfanzen auch!

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  10. Johann Meyer sagt

    Bevor man alles umkrempelt sollte man auch mal darüber nachdenken was an kleinbäuerlichen Strukturen gut funktioniert und geschützt werden kann.
    Ansonsten bekommen wir die gleiche Entwicklung wie in Deutschland.
    Die Kleinen werden weniger und die Großen größer

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    • Mark Gork sagt

      Könnten Sie „kleinbäuerlich“ definieren?
      In vielen Regionen dieses Planeten sind >2000 Hektar Betriebe kleinbäuerlich, während man in Deutschland da von Großbetrieben spricht.

      +4
      • Johann Meyer sagt

        Das ist wohl abhängig von Landes Sitte und Gewohnheit.
        In D wäre das sicherlich ein Familienbetrieb unterhalb des Durchschnittes des jeweiligen Gewerkes.
        Z.B.Kompletter Familienbetrieb ohne Teilung zur Subventionsoptimierung
        Und hierbei gilt es zu berücksichtigen, wer kann auf Dauer bei begrenzten Ressourcen die meiste Energie Nahrung aus einer Einheit Energie erzeugen bei den ökologischen Zwängen und gesellschaftlichen Erwartungen.

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        • Mark Gork sagt

          Ich wollte eher eine Antwort haben, Sie scheinen zwar hier sehr viel zu kommentieren mit gewissen Schlagworten aber definieren können Sie diese nicht, nicht mal zuordnen…
          Bitte beantworten Sie meine Frage zur „kleinbäuerlichen Landwirtschaft“ ohne Abschweifungen auf andere Themen.

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          • Johann Meyer sagt

            Das dauert manchmal mit der Antwort,ich gehöre noch zu den aktiven Bauern und muß ARBEITEN
            Ein Betrieb in D hat ca 50 ha im Durchschnitt
            Rechnen können sie dann ja selbst.
            Das zur Flächengröße.
            Wollen Sie auch noch was zur Tierhaltung?
            Für einen Gemüse ,Wein Obstbetrieb etc. gilt das Gleiche.
            Und wenn Sie noch 10 Jahre warten ,dann sind großen von heute vielleicht schon im unteren Quartal ,aber m.E. nicht kleinbäuerlich

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            • Mark Gork sagt

              Und wieder keine Antwort!
              WAS soll „kleinbäuerliche Landwirtschaft“ genau sein?
              Mit durchschnittlichen Betriebsgrößen kann man das wohl kaum festmachen?

              Und sicher werden die Betriebsgrößen in 10 Jahren gewachsen sein. Sollen die Flächen lieber brach liegen und aus der Bewirtschaftung genommen werden, wenn sich kein Hofnachfolger findet?

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            • Johann Meyer sagt

              Wenn Ihnen der Bezugspunkt nicht gefällt ist das Ihre Sache.
              Habe ich was von Brache geschrieben?

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            • Mark Gork sagt

              Sie können also nicht definieren was „kleinbäuerlich“ sein soll, schreiben das aber in jedem 5. Post?

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            • Johann Meyer sagt

              Herr Gork ,eigentlich wollte ich die Sache niedrigschwellig angehen.
              Sie wollen ja noch nicht mal mit der simplen Betriebsgröße anfangen.

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            • Mark Gork sagt

              Dann sind für Sie heutige 50 Hektar Betriebe kleinbäuerlich?

              Und wenn der Strukturwandel samt Technisierung weiter voranschreitet, dann sind eben in einigen Jahren 150 ha kleinbäuerlich, weil es ja der Durchschnitt wäre.

              Eigenwillige Interpretation die Sie da haben.

              In der EU liegt der Durchschnitt irgendwo bei 27ha.
              Sind das kleinstbäuerliche Kleinbauern?

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            • Inga sagt

              Ist kleinbäuerlich nicht

              ein Betrieb, den man mit der Familie ohne Maschinen nur mit Tieren und Geräten bearbeiten kann?

              Dieser Betrieb muß noch naturgerecht oder -nah arbeiten.

              Er ist noch eine eigene ökologische Nische?
              Hat er eine eigene Ökologie?

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            • Johann Meyer sagt

              Bevor ich hier noch mehr gruppendynamische Prozeße initiiere ,mach ich hier lieber Schluß,liebe Inga und Herr Gork.

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            • Inga sagt

              also Johann Meyer,
              50ha Betriebe sind kleinbäuerlich, weil man davon keine Familie ernähren, bzw. deren Lebensunterhalt damit nicht erwirtschaften kann.
              Das ist ökonomisch gemeint.

              Allerdings ökologisch gemeint ist
              eine Bilderbuchlandwirtschaft. Weniger Achtung auf den Ertrag und mit gemütlichen Ställen, wo Tiere auf Stroh stehen und auf die Weide dürfen. Aber trotzdem noch mit Familienmitglieder zu schaffen ist.
              Aber finanziell nicht zu schaffen, weil man ja noch seinen Lebensunterhalt wo anders verdienen muss.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              >>Bevor ich hier noch mehr gruppendynamische Prozeße initiiere ,mach ich hier lieber Schluß,liebe Inga und Herr Gork.<<

              Lieber Herr Mayer,
              wenn Du nicht mehr weiter weißt,
              trink Klosterfrau Melissengeist.

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        • Schmeckt gut sagt

          Jetzt entlarven sie sich. Sie reden von Gewerken – und von optimaler Wertschöpfung (durch und im Kleinbetrieb). Hierbei soll ihrer Meinung nach nichts subventioniert und/oder vom Ursprungsbetrieb abgespalten werden. Für mich heißt diese Forderung, eine Verarbeitung in der Küche mit kleinen Mengen anzustreben, um diese verarbeiteten Produkte regional zu verkaufen. Habe ich dies richtig verstanden? Und meinen sie dies wirklich ernst? Soetwas wollen sie der Familie zumuten? Eine für den Hofnachfolger abschreckende Arbeitüberlastung und dann sollen diese Strukturen auf Generationen die Ernährung sichern? Die EU gibt uns (leider) andere Strukturen vor, weil sie Lebensmittelsicherheit sicherstellen wil/muss. Zugelassene Verarbeitungsräume mit zertifizierten Verarbeitungsschritten. Ob dies immer richtig ist, wage ich auch zu bezweifeln. Aber so einen Erhalt von Kleinbäuerlichkeit zu erträumen, ist eben nichts anderes als Träumerei. Es gibt eine ständige Entwicklung von großen Strukturen. Es liegt an Ihnen, Herr Meyer, diese Entwicklung in Brüssel zu kritisieren und Veränderungen zum Erhalt kleiner Strukturen zu errreichen. Wir Bauern sind meistens die falsche Adresse.

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          • Johann Meyer sagt

            Ich rede von Vielfalt und einer Umverteilung von Subventionen.
            Betriebsteilungen zum Zwecke der Subventionsmaximierung halte ich für unfair ,wenn sie dazu dienen in den Genuss von Förderung zu kommen, die für die keineren Betriebe bestimmt sind.
            Ich will keine Werbung für Museumslandwirtschaft oder sonstige Idylle, sondern ein Systemvergleich.
            Das Veterinäramt kontrolliert auch meinen Betrieb und meine Verarbeitung ,was denken Sie eigentlich von mir.
            In vielen Ländern sind die Kleinbauern die Garanten für Ernährung und soziale Stabilität.
            Die machen wir mit unseren Methoden platt oder bringen ihnen unsere Denkweise mit Entwickungshilfe und Wissenschaft bei,ohne Respekt und Wissen über die Effizienz ihrer Kultur.
            Veränderungen kommen nicht über Brüssel ,sondern haben ihren Anfang in der Öffentlichkeit.
            Kritiker aus den eigenen Reihen sind heute wichtiger denn je, deshalb mach ich das.
            Ihnen gefällt doch auch nicht alles oder?

            Ich möchte einfach zu denen gehören,die im Widerstand einen Beitrag gegen diese Politik leisten.
            Der Träumer sind wohl Sie , wenn Sie glauben mit marginalen Zugeständnissen an die Öffentlichkeit davon zu kommen.
            Genau Sie sind die richtige Adresse oder wollen Sie sich weiter auf andere verlassen.
            Warum haben Sie keinen Namen?

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            • Schmeckt gut sagt

              Na, sie beißen ja ganz schön um sich. Nein, selbstverständlich bin ich mit vielem nicht einverstanden – insbesondere nicht mit der Subventionspolitik (zu kompliziert, zu bürokratisch und zu wenig zielführend – eine genaue Definition hierzu würde viele Din-A4 Seiten umfassen). Wir Bauern in D machen also Kleinbauern in vielen Länder mit unseren Methoden platt? Selten eine solch platte Argumentation gehört. Waren sie schon einmal in Südamerika? Nein? Dann wird es Zeit, dass sie sich vor Ort informieren. Die Methoden des „großkapitalistischen“ Agribusiness sind in diesen Ländern sehr viel präsenter, als sie uns glauben machen wollen (Na, habe ich ihre Art der Formulierung gefunden 😉 ). Es bestehen/entstehen dort riesige Unternehmen mit 1000den und 10.000den ha Ackerflächen. Obstanlagen in Argentinien, Chile, Peru, Uruguay… mit mehreren 100 ha sind normal. Riesige Feedlots ebenfalls. Habe dort eine Führung auf einem Apfelbetrieb mitgemacht – entstanden in den letzten 5 Jahren mit 3 Blöcken je 300 ha Fuji mit asiatischem Kapital und auch dem Ziel Asien. Camposol in Peru dehnt zur Zeit die Anbauflächen sprunghaft mit mehreren 1000 ha pro Jahr aus. Hier wird auch europäisches Kapital eingesetzt – natürlich mit den entsprechenden Renditeerwartungen. Aber wir deutschen Bauern sind Schuld an diesen Entwicklungen? Nein, sind wir nicht, wir leiden darunter. Wie schaffen wir denn eine massenhafte Vermeidung dvon Betriebsinsolvenzen ihrer Meinung nach? Indem wir der Meinung der Öffentlichkeit hinterherrennen? Mit Sicherheit nicht! Wie bekommen wir es hin, den Mitbürgern zu erklären, wie Lebensmittelsicherheit modern interpretiert wird? Eigentlich ist es eine Aufgabe der EU, weil die EU die meisten Auflagen „modern interpretiert“. Und welchen Systemvergleich meinen sie? Ich befürchte, dass System wird uns im Moment vorgegeben (auch von NGOs, weil der LEH schlechte Presse vermeiden will). Ja richtig, dieses moderne System ist in großen Teilen verbesserungswürdig. Beginnen wir doch mit dem für uns wichtigsten Part – dem Einkaufsverhalten der LEH-ketten (immerhin mittlerweile über 75% der landwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung laufen hierüber und ja, ich weiß, dass wir oft nur Rohstofflieferant sind). Das Verhalten des LEHs in unserem Sinne zu verändern funktioniert nicht? Sehr richtig, weil die deutsche und europäische Politik kein Interesse hieran hat – wäre doch ein tolles Betätigungsfeld für sie. Und wegen der eben genannten Vorschlägen schreibe ich auch nicht unter Klarnamen, weil ich schon häufig genau diese Punkte kritisiert habe und sie sich wohl kaum vorstellen können, dass der Arm des LEHs lang ist.

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            • Johann Meyer sagt

              Sie stehen also mit dem Rücken an der Wand wegen LEH,ich nicht und daher leiste ich mir eine Meinung.
              Wenn sie das als beißen nennen ,nun gut.

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            • Schmeckt gut sagt

              Ganz und gar nicht. Wie kommen sie darauf? Ich beschreibe nur Dinge, die nicht öffentlich diskutiert werden, aber alle, die Kontakt zum LEH haben, wissen um diese Probleme, lassen uns Landwirte aber allein. Dass sie es zu einem persönlichen Problem machen, sprich nicht für eine offene Diskussionsweise. Ich könnte es auch deutlicher ansprechen, was ich aber besser unterlasse. Übrigens schön, dass sie eine Nische gefunden haben. Das gönne ich jedem erfolgreichem Unternehmer. Aber, bleibt es eine Nische? Für die nächste Generation?

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            • Johann Meyer sagt

              Also Sie sind Apfelbauer ,waren auf einer Fachexkursion und haben gesehen wie das funktioniert,wenn man ein Wachstumsdenken auf die Spitze treibt.
              Ich komme aus dem Zentrum des Silicon Valley des Agrobusiness (Wortschöpfung der Bauernfunktionäre Vor Ort) und sehe hier die Gleichen Methoden.
              Nun habe ich zunächst geschrieben ,daß ich eine Subventionierung dieser Methode unsinnig finde .Wo ist das Problem?

              LEH ist inzwischen auf der Erzeugerseite eine Metapher für Unterdrückung geworden.
              Haben nicht auch die Landwirte mit ihrer fehlenden Andiendisziplin,die oft vom LEH bemängelt wird, nicht auch dazu beigetragen.
              Übrigens, fast genau vor 200 Jahren ist Raiffeisen geboren.
              Ich mache keine Werbung für eine Anbauart ,sondern für eine
              Vollkostenrechnug der Produktion.

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            • Schmeckt gut sagt

              Na sehen Sie, wir können auch diskutieren. Apfelbauer – nein. Fachexkursion – ja. Und die ausufernde Förderung des Wachstums im Agrarbereich war mir selbstverständlich schon seit meiner Ausbildung bekannt und auch Thema in derselben. Auch die Vollkostenrechnung war fester Bestandteil der Ausbildung und hierfür bin ich meinem BWL-Lehrer auch sehr dankbar. Wir hatten sehr tiefgehende Diskussionen zu dem Thema und auch jetzt spreche ich die oft fehlende Vollkostenrechnung in der Beratung an. Subventionen sind dabei aus meiner Sicht aussen vor. Das Projekt muss sich ohne Subventionen rechnen – hierin stimmen wir absolut überein. Aber Andiendisziplin im LEH? Bei dem Verhalten des Einkaufs uns gegenüber? Meinen sie das wirklich ernst? Viele Kollegen sind übrigens in EOs organisiert und dadurch erübrigt sich eine Diskussion über die Andienpflicht, da sie Bestandteil des Vertrags ist.

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            • Johann Meyer sagt

              Also sind Sie Bauernfunktionär oder Genossenschaftsfunktionär.
              Bauer Kiechle (Minister),war lange ,lange vor Ihnen in Amerika,hatte aber danach nicht das Verlangen den LEH anzugreifen ,sondern reflektierend das Übel bei den Wurzeln zu packen.
              Das ist Ihm aber leider von den Funktionären und wohl zu gierigen Bauern gründlich vermasselt worden.
              Er gehört in der Landwirtschaft zu den Bauernministern,denen übel mitgespielt wurde.
              Ja ich meine das ernst ,ich höre auch die andere Seite ,auch den LEH.
              Wenn Sie jetzt Probleme mit dem LEH haben liegt die Ursache auch bei den Genossenschaften, wie bei der Milch.
              Im übrigen glaube ich nicht das der Apfelsektor zu den systemrelevanten Faktoren und landwirtschaftlichen Gewerken in D zählt.
              Und wer sich unbedingt auf dem Weltmarkt schlagen will,soll das ruhig ohne Subventionen tun.
              Vollkostenrechnungen Ökologisch, sozial und Weltmarkt sind bei der Ausbildung zum Landwirt nicht relevant.

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            • Schmeckt gut sagt

              Na, lieber Herr Meyer, da sind aber viel Frust mit Verbandsvertretern und erfolgreichen Bauern zu spüren. Macht der Erfolg aus Bauern Monster? Gilt dies nur für Bauern oder für alle Selbstständigen? Ehrenamtlichen Einsatz bewerten sie wie? Die Glorifizierung von Verhältnissen von vor 25 Jahren mit der heutigen Ellenbogenmentalität im Einkauf der Ketten zeigt mir, dass sie eine krasse Verschiebung der Machtverhältnisse nicht erkennen oder erkennen wollen. Hiermit schmälere ich die Verdienste von Ignaz Kiechle in keinster Weise. Er konnte nicht vorhersehen, dass heute 85% des Foodeinkaufs über 5 Einkaufszentralen läuft.

              +2
        • bauerhans sagt

          „ohne Teilung zur Subventionsoptimierung“

          der wird geteilt wegen der steuer oder den tierzahlen pro ha,
          aber nicht zur subventionsoptimierung.

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          • Johann Meyer sagt

            Diese Variante, kommt auf gleiche raus zu Lasten der KleinBauern und des Trinkwassers

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    • Bauer Willi sagt

      @ Johann Meyer
      Ich mache Ihnen den Vorschlag, dass Sie für diesen Blog einen Artikel schreiben, in dem Sie ihre Lösungen für eine faire Beziehung zwischen Erzeuger und Konsument vorstellen. Ihre Kommentare in Ehren, aber außer Kritik an Thema und Personen habe ich da bisher noch nicht viel gelesen. Lösungen sind gefragt.

      Die Mail-Adresse finden Sie im Impressum.

      Bauer Willi

      +6
      • Johann Meyer sagt

        Zuviel der Ehre ,Herr Kremer-Schillings, störe ich etwa?
        Wo sind denn Ihre Lösungen ?

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        • Ich seh das so sagt

          Im Buch „Sauerei“
          Kann man kaufen.
          Muß man lesen.
          Oder in den über 1000 Artikeln hier.
          Sollte man lesen.
          Sollte man drüber nachdenken.

          Fördert dann auch den Dialog.

          +2
        • Bauer Willi sagt

          Nein, Sie stören nicht. Lesen Sie beispielsweise den Artikel „Weg mit den Subventionen“ oder „Ein neuer Milchliefervertrag“. Das sind sehr konkrete und realisierbare Vorschläge.
          Ich kann und werde Ihnen hier aber keine Auswahl aus den mehr als 1.400 Artikeln liefern, die sich mit Lösungen befassen. Die Mühe müssen Sie sich schon selbst machen. Und das mit dem Artikel meine ich ernst. Zu beklagen, was alles nicht richtig läuft, ist einfach und da finden sich viele. Also: was ist? Schreiben Sie?
          Bauer Willi

          +1
          • Johann Meyer sagt

            In der Geschwindigkeit der Beitäge kommt doch keiner zur Besinnung,um sich mal mit dem Grundübel zu befassen.
            Die Natur stirb vor sich hin und hier ist das Palavern das Thema.

            “ Wenn man sich mit biologischen Systemen lang genug beschäftigt hat, dann weiß man, dass Wachstum immer Grenzen haben muss. Und wer etwas anderes vertritt, ist entweder ein klassischer Ökonom oder ein klassischer Dummkopf.“

            Zitat des geschätzten Professor Zucchi in der NOZ

            Der Garten ruft ,ich lasse Sie jetzt wieder allein.

            +1
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              >>“ Wenn man sich mit biologischen Systemen lang genug beschäftigt hat, dann weiß man, dass Wachstum immer Grenzen haben muss. Und wer etwas anderes vertritt, ist entweder ein klassischer Ökonom oder ein klassischer Dummkopf.“<<

              Zu dieser Erkenntnis kommt der landw. Azubi bereits im ersten Lehrjahr.
              Für alle anderen ist der Professor Zucchi da, weil man Landwirten diese banale Erkenntnis nicht zutraut.

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            • Bauer Willi sagt

              Danke für die Antwort. Trifft sich mit meiner Einschätzung. Ich habe jetzt ein recht genaues Bild von Ihnen.
              Bin mit dem Pflastern des Weges gestern fertig geworden. Rasen habe ich auch schon gemäht.
              Wünsche Ihnen ein sonniges und warmes Wochenende. Das erste in diesem Jahr.
              Und entschuldigen Sie die hohe Artikel-Frequenz….
              Bauer Willi

              +1
          • Johann Meyer sagt

            Herr Kremer- Schillings,trotz der teilweise hochinteressanten Beiträge, erinnert mich das hier mehr an ein Bühnentheater oder ein Narrenschiff .
            Eine Weile mitsegeln macht Spaß.
            Ein paar Schauspieler und Narren hätte ich gerne hier dekonstruiert,aber das würde ihre Choreographie durcheinanderbringen.
            Das haben Sie ja schnell realisiert.
            Und entschuldigen Sie die kleine Kostprobe.
            Ich störe jetzt nicht weiter die Aufführung.

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    • Inga sagt

      Ja, das müßte doch dann mit Subventionen gesteuert werden.

      Die Ökologie wird es danken!
      Ist sie und das nicht wert?

      0

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