Bauer Willi
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Close the GAP?

Ein, zugegebenermaßem, nicht ganz einfach zu lesender Beitrag. Er beschäftigt sich mit der Gemeinsamen Agrarpolitik und den damit verbundenen Subventionszahlungen. Er geht aber auch auf die Frage ein, wie sich ein Landwirt damit „fühlt“.

Und wie so oft, enthalte ich mich einer eigenen Meinung (die ich natürlich habe) Aber dann gäbe es ja nichts zu diskutieren…Hier der Link: https://skeptischeoekonomie.wordpress.com/2017/10/08/close-the-gap/#more-4870

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16 Kommentare

  1. Bezüglich der Subvention und andere Länder habe ich kürzlich einen Bericht gesehen, ich weiß leider nicht mehr wo und wie der hieß, war zufällig drauf gekommen. Dabei ging es darum, dass in der Schweiz eine andere Art von „Förderung“ der inländischen Produkte erfolgt, nämlich durch Zölle: wenn im Inland zum Beispiel gerade Äpfelsaison ist werden auf Importe von Äpfeln extrem hohe Zölle erhoben und außerhalb der Saison wesentlich geringere, so sollen die Einheimischen Bauern zu vernünftigen Preisen produzieren können…
    Aber im Großen und Ganzen kann man die „Subventionen / Förderungen“ eines Landes nie so genau mit der eines anderen Landes vergleichen, man muss immer die Gegebenheiten und die Strukturen beachten.
    Es ist meistens von Vorteil auch mal Aussagen zu hinterfragen!
    LG A

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    • AdT sagt

      Das ist auch Kennzeichen der EU-Agrarmarktordnungen.

      Die Agrarmarktordnungen sind, ich zitiere Wikipedia, „ein „zentrales Instrument der Agrarpolitik der Europäischen Union (EU) für den gemeinsamen Agrarmarkt. Marktordnungen sind für nahezu jedes Agrarprodukt vom Getreide über Wein, Zucker bis hin zu Bananen erlassene EU-Verordnungen.
      Die Hauptfunktion von Marktordnungen ist die Abgrenzung des EU-Binnenmarktes vom Weltmarkt mit seinen zum Teil viel niedrigeren Preisen. Die Preise für eingeführte Agrarprodukte werden also innerhalb der EU künstlich hoch gehalten, um die heimischen Produzenten vor Konkurrenz aus dem Nicht-EU Ausland zu schützen. Um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können, sehen die Marktordnungen als Steuerungselemente unter anderem Abschöpfungen, Ausfuhrprämien (Ausfuhrerstattung) und Einfuhrkontingente vor.“

      Beispielhaft einige Zölle zum 04.04.2018:

      Fleisch von Hausschweinen, mit Knochen, frisch oder gekühlt, Zolltarifnummer 02031959:
      –> Drittlandszollsatz: 86,9 EURO 100 Kilogramm.

      Hinterviertel von Rindern, zusammen oder getrennt, mit Knochen, frisch oder gekühlt, 02012050000:
      –> Drittlandszollsatz: 12,8% + 212,2 EURO 100 Kilogramm.

      Triticale, 10086000:
      –> Drittlandszollsatz: 93 EURO Tonne.

      Knoblauch, frisch oder gekühlt, 07032000:
      –> Drittlandszollsatz: 9,6% + 120 EURO 100 Kilogramm.

      Es stimmt also nicht, das EU-Erzeuger im Binnenmarkt mit Erzeugern aus Drittländern wie China, USA und Brasilien konkurrierten. Es wird aber immer wieder behauptet.

      Sie können selbst den dynamischen sog. elektronischen Zolltarif unter ezt-online recherchieren; die erforderliche Zolltarifnummer finden Sie unter zolltarifnummern,de.

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      • AdT sagt

        Sehe gerade, dass es Herr Bartkowski auch nicht berücksichtigt hat. Mich würden Evaluierungen der Agrarmarktordnung sehr interessieren, auch im Hinblick auf die Kontingente z.B. für Ibericofleisch, Angus- und Koberindfleisch. Das wäre mal ein interessantes Thema. Habe dazu auf die Schnelle nichts gefunden.

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        • Brötchen sagt

          @adt

          iberico ist innerhalb der Eu, da gibt es
          keine zollbeschränkungen. meines Erachtens verkaufen die das zu billig bzw. machen sich selbst den Markt kaputt. kobe/ wagyu ist wenn es nicht hier produziert wird uninteressant, weil die handelsspannen zu gering sind. ist sehr hochpreisig. kobe ist ein geschützte Marke! im bauernblatt werden wagyu als zuchttiere beworben, meine Schlussfolgerung, läuft nicht so richtig. Dieter Moor hat seine büffelhaltung auch auch aufgegeben, bekommt das Fleisch nicht entsprechend bezahlt. es ist nicht nur Zoll, was der Abschottung dient. Österreich ist z.b. auch rel. abgeschottet, was Fleisch betrifft. gründe: halten zusammen, alpen als transportabgrenzung, als Markt uninteressant.

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          • AdT sagt

            Dieter Moor hat auch seinen Vornamen aufgegeben. Iberico kommt dann wohl von „iberische Halbinsel“. Halbinsel… 😉

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            • Brötchen sagt

              @adt alle Welt stürzt sich jetzt auf iberico. Kann auch sein es kommt woanders her. In D gibt es auch schon Halter. Ja Moor heißt jetzt max…..

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  2. Paulus sagt

    Bauer Willis einfache und zentrale Frage lautet doch „wie fühlt sich der Landwirt damit?“
    Ich breche das jetzt mal auf ein, zugegeben sehr vereinfachtes und vielleicht sogar primitives Level herunter. Je nach Auffassung des Einzelnen.
    Wie fühlen sich z.B. Erzeuger der sogen. alternativen Energien, die bis jetzt aufgrund des EEG außerordentlich begünstigt wurden? Egal ob Biogasproduzenten, Windmüller oder Bereitsteller von Solarstrom.
    Wie fühlt sich ein ehem. Hersteller von Solarpanels, der dank der Subventionen ein Mrd.-Vermögen scheffeln konnte?
    Wie fühlen sich z.B. Automobilhersteller die von Abwrackprämien begünstigt wurden, einschl. der Kunden die diese wahrnehmen konnten?
    Wie fühlen sich z.B. deutsche Reeder, die von der Lohnsteuer befreit sind und auch sonst von Schuldennachlässen einer Staatsbank in exorbitanter Höhe profitierten?
    Wie fühlen sich z.B. Hilfsorganisationen, die ihr Geschäftsmodell dank der Flüchtlingskrise ausweiten und z.T. Mittel in kaum zu rechtfertigender Höhe einstreichen konnten?
    Wie fühlen sich z.B. hoch bestallte Bänkster, deren Institute aufgrund eigener Gier gerettet werden mussten?
    Bagatellgeschichten wie z.B. die reduzierte MwSt. für Hoteliers, die eine von mir präferierte Partei durchgesetzt hat und ähnliches lasse ich jetzt mal außer Acht.

    Ich vermute mal all diese fühlten und fühlen sich ausgesprochen gut dabei, ohne sich derartige Fragen zu stellen oder gar Komplexe (in psychologischer Sicht) zu haben.

    Ob es sinnvoll ist, von der Struktur und den natürlichen Ressourcen her völlig unterschiedliche Staaten und Systeme wie Neuseeland und Norwegen, mit den Gegebenheiten der EU zu vergleichen, halte ich für mehr als fragwürdig. Statistiken hin oder her, manchmal kann man damit herzlich wenig anfangen.

    Ich habe mich in diesem Forum schon immer deutlich für Subventionen bzw. Beihilfen für die LW ausgesprochen, wobei mir die sogen. 2. Säule zunehmend wichtig erscheint. Das sind gesellschaftlich relevante Leistungen, nicht nur aus ästhetischen Gründen, die selbstverständlich honoriert bzw. monetär ausglichen werden müssen. Ob bisherige Vergütungsmodelle ausreichend oder ggf. zu modifizieren sind, darüber muss man diskutieren.
    Es sollte aber auch dem Letzten klar geworden sein, dass höhere Erlöse für LW-Produkte eben nicht oder nur sehr bedingt über die Verarbeiter oder den LH zu erzielen sind. Da greifen noch vielfältig andere Mechanismen.

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    • Bauer Willi sagt

      Ich darf als Antwort lediglich einen Abschnitt aus dem Artikel zitieren:

      „Zudem ist eine radikale Reform des Subventionssystems, wie Neuseeland sie 1984 vorgenommen hat, nicht unproblematisch. Der so plötzlich sehr stark erhöhte Effizienzdruck begünstigt große, spezialisierte Betriebe – eine Entwicklung, die durch die Direktzahlungen gerade verhindert werden soll. Vermutlich ließe sie sich durch gleichzeitig erhöhte Umweltauflagen zumindest teilweise abfangen (denn hier sind Großbetriebe eher im Nachteil). Doch sehr viele Fragen bleiben offen: was ist mit der Marktmacht der Großabnehmer? Wie groß ist tatsächlich die Bedrohung durch globale Märkte? Wie überzeugt man Landwirt*innen, dass Agrarumweltmaßnahmen zum Ethos des „guten Bauern“ dazugehören? Wie werden sie zu Produzenten nicht nur von Lebensmitteln, sondern auch von vielen anderen Ökosystemdienstleistungen? Was wären die Verteilungswirkungen einer solchen radikalen Reform, sowohl auf der Erzeuger- als auch Konsumentenseite? All diese Fragen haben große Relevanz für die Sinnhaftigkeit einer radikalen GAP-Reform. Dass es einer solchen bedarf, scheint allerdings relativ einleuchtend.“

      Bin gerade dabei, einen Vorschlag zur Reform der GAP zu formulieren. Das braucht aber noch ein wenig Zeit…
      Bauer Willi

      +1
    • Inga sagt

      Wie fühlen sich Leute als Sozialhilfeempfänger?
      Oder die, die das bedingungslose Grundeinkommen empfingen?.
      Schimpfen die auch auf auf jegliche Subventionen?
      Die könnten doch die Bestände in Feld und Flur von Schädlingen befreien.

      Dann bräuchten wir weder Herbi- noch Insektizide.

      ‚Und der dicke große Schlepper könnte für die Arbveit auch in der Garage bleiben.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Wie fühlen sich z.B. Erzeuger der sogen. alternativen Energien, die bis jetzt aufgrund des EEG außerordentlich begünstigt wurden? Egal ob Biogasproduzenten, Windmüller oder Bereitsteller von Solarstrom.<<

      Bei einem Angebot hat mir ein Vertreter eine jährliche Rendite von 15 % errechnet, auf meine Frage, wo die Abschreibungen berechnet sind, bekam ich die Antwort, die sind nicht enthalten.
      Solche Berechnungen werden in den Medien verbreitet und der Neid ist unendlich.

      Der Ertrag liegt bei 5 %, so wie ich errechnet habe, zugegeben die Rendite ist besser als bei Festgeld.

      Ich bekomme keine Subventionen, sondern ein feste Einspeisevergütung je KW, jeder Bürger dieses Landes konnte das selbe tun, notfalls mit der Anpachtung eines Daches.

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  3. Friedrich sagt

    In Neuseeland sind die Produktionskosten erheblich geringer , als bei uns. Die Milchproduktion braucht nur einen Melkstand und keine weiteren Ställe. Die Kühe grasen das ganze Jahr auf der Weide. Umweltvorschriften kennen die Farmer wohl kaum. Auch können die aus Ackerland auch Grasland und umgekehrt machen , je nach dem wie der Markt sich entwickelt. Bei uns ist alles gesetzlich geregelt und entsprechend unbeweglich. Die Produktionskosten für einen Liter Milch liegen dort bei 18 ct, während es hier in Deutschland das doppelte ist. Durch unsere Export- und Industrieabhängigkeit müßen wir auch Agrarprodukte importieren , damit die Industrieabnehmerländer überhaupt bezahlen können. So kommt , obwohl wir genug Eigenerzeugung haben , z. B. Mais, Rindfleisch, Zucker usw. zu uns. Unsere Handelsbilanzüberschüsse müssen eben ansatzweise ausgeglichen werden. Obwohl wir genug Getreide produzieren , wurden in den letzten 9 Monaten rd. 17 Mill. Tonnen importiert und zeitgleich 22 Mill. Tonnen exportiert (EU-weit). Wir Bauern leiden nicht nur unter der Monopolmacht des LEH , sondern auch unter der Industrieexportpolitik . Die Flächenprämien sollten dafür ein Ausgleich sein , sind es aber nicht ,sondern durch die Neiddebatte hierzulande , den Vorschriften und Gesetzen wieder aufgezehrt , sodaß per Saldo ein großes minus für uns bei raus kommt. Wenn man wirklich den Bauern hätte helfen wollen , dann wäre die Milch- und Zuckerquote mit festen Rahmenbedingungen erhalten geblieben, denn diese waren ein wirtschaftliches Rückrat der Betriebe. Durch den Preisverfall überall mußten tausende Bauernhöfe dicht machen. Bei den EU-Kosten kann eben hier keiner zum Weltmarktpreis liefern. Leider hat die Presse nichts über die massiven Bauerndemonstrationen in Frankreich informiert. Auch das gehört mal zur Wahrheit , will aber keiner wissen .

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  4. Inga sagt

    Ich denke,
    in den beiden Ländern sind schwierigere Bedingungen um Landwirtschaft zu betreiben, man holt von der Fläche weniger runter, sie muß aber gepflegt werden, das ja der Bauer nebenher mit macht.

    In der übrigen EU sind durchschnittlich bessere Bedingungen, da holt man mehr Ertrag von der Fläche und braucht deswegen weniger Subventionen.

    Bauer Willi bekommt auch weniger als Alois, oder?

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