Autor: Bauer Willi

Wozu mache ich das eigentlich noch?

Diese und ähnliche Sätze höre ich immer wieder, wenn ich mich mit Berufskollegen und -kolleginnen unterhalte. Die Antwort darauf ist nicht einfach. Vor die Welle kommen Ich hatte 2018 eine Einladung von Julia Klöckner zu einem Gespräch im Ministerium. In diesem Gespräch (es ging um die Grünen Kreuze) meinte die Ministerin, dass „ihr Bauern vor die Welle kommen müsst“. Wer könnte diesem Satz nicht zustimmen? Fakt ist aber, dass es eine Utopie ist und das aus mehreren Gründen. Investitionen in der Landwirtschaft haben meist eine Nutzungszeit von 20 Jahren und mehr. Ein Umbau eines Stalles, z.B. aus Gründen des Tierwohls, kann also nicht nach 5 oder 8 Jahren wieder erfolgen. Wer vor 5 Jahren einen Sauenstall mit 6 Quadratmeter pro Sau gebaut hat, kann nicht „mal so eben“ auf den neuen Standard von 6,5 qm umbauen, zumal noch Kredite getilgt werden müssen. Der „Erfindungsreichtum“ von NGO´s ist immer schneller als die Reaktionszeit in der landwirtschaftlichen Praxis. Deshalb lautet auch die Standardantwort der NGO´s  auf eine Verbesserung: „das geht uns noch nicht weit genug“. Und schon …

Bauernproteste – und nun?

Der Bayrische Rundfunk hat einige Monate nach den Bauernprotesten nachgehört, was die Politik daraus gemacht hat. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd. https://www.br.de/nachrichten/bayern/ernuechternde-bilanz-was-haben-die-bauernproteste-gebracht,UJWoOfW Bauernpräsident Rukwied hat beim Bauerntag im Juni 2024 für den Herbst und Winter wieder Demonstrationen angekündigt, wenn die Politik nicht reagiert.

Partnerschaften…

Der WWF hat finanzielle Probleme und das trotz zahlreicher Spenden. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wwf-umweltschutz-entlassungen-spenden-lux.PBc2ELUHkfaSdtU3bTiNMJ?reduced=true Nahezu gleichzeitig zu dieser Meldung wird bekannt, dass er einen Kooperation mit Lidl eingeht. https://www.agrarticker.de/nachrichten/detail/mehr-nachhaltigkeit-durch-wwf/ Zitat aus der Meldung: „Ziele der Kooperation sind der Schutz der Biodiversität, verantwortungsvoller Umgang mit Wasserressourcen, wissenschaftsbasierte Klimaschutzziele, entwaldungsfreie Lieferketten, verantwortungsvolle Beschaffung kritischer Rohstoffe, nachhaltige Fischerei sowie die Förderung bewusster Ernährung. Lidl wird zusätzlich Umweltschutzprojekte des WWF in den Regionen seiner Lieferanten unterstützen, um eine nachhaltige Transformation aktiv mitzugestalten.“ Auch Edeka nennt als Partner den WWF. Die Kooperation besteht sogar schon seit 2009. https://www.edeka.de/nachhaltigkeit.jsp Eine wirklich große Anzahl an Kooperationen listet REWE auf ihrer Homepage auf. Es sind auffallend viele Bio-Verbände dabei und natürlich auch der NABU e.V. https://www.rewe-group.com/de/nachhaltigkeit/kooperationen-und-auszeichnungen/ Und wie sieht es bei Aldi aus? Trotz eifrigster Suche kann ich keine Kooperation mit einem Umweltverband finden. Lediglich der Biologische Landbau wird gelobt, aber Spenden an einen bestimmten Verein scheint es nicht zu geben. Die Produkte von Naturland werden bei Aldi vertrieben. https://www.aldi-sued.de/de/nachhaltigkeit/klimaschutz-umwelt.html Fazit: die Big Four des Lebensmitteleinzelhandels (Aldi, Lidl, Edeka, Rewe) sind alle direkt oder indirekt mit …

Bravo, Herr Rukwied!

Ich habe mir verwundert die Augen gerieben, als ich die Überschrift im FOCUS gelesen habe: „Rukwied droht mit neuen Protesten“. Und was er sonst noch sagt, stimmt auch: die Ampel-Regierung hat für die Bauern nichts Wesentliches auf die Kette bekommen. https://www.focus.de/panorama/welt/bauernverband-wirft-ampel-wortbruch-vor-und-droht-mit-neuen-protesten_id_260202839.html Bürokratie ist ein Problem, aber viel Wesentlicher ist die Fülle von immer neuen Auflagen und Erschwernissen. Özdemir spricht zwar von Planungssicherheit, seine Politik bewirkt aber das Gegenteil. Das zeigt auch die Umfrage der Rentenbank, in der die Stimmung in der Landwirtschaft erhoben wird. Selten war sie so schlecht wie in dieem Frühjahr. Doch zurück zum Aufruf vom Bauernpräsident Rukwied: Wann geht es los? Wie machen wir uns bemerkbar? Wir warten auf Ihre Ansage! P.S.: Was gibt es Neues von der Baywa? Ich habe dazu noch nichts von Ihnen gehört…als Aufsichtsratsmitglied können Sie doch sicher etwas Fundiertes dazu sagen.

Die Bauern bekommen doch fette Subventionen! Nur die Bauern?

In den Medien und in vielen Kommentaren wird viel über die Subventionen gesprochen, die an Landwirte gezahlt werden. Dabei wird gerne vergessen, dass die Subventionen, die von der Bundesregierung in andere Branchen fließen, nicht unerheblich sind. So erhielt EON in 2023 mit 9,3 Milliarden Euro deutlich mehr staatliche Transferzahlungen als die gesamte deutsche Landwirtschaft. Volkswagen erhält mit rund 6 Milliarden Euro in etwa gleich viel. https://www.thepioneer.de/originals/others/articles/subventionen-ausser-kontrolle?gift=WL1n0Nw7ik Interessant ist es zu lesen, was die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) schreibt und wie sie definiert wird. Laut des  IWF Kiel betrugen die Subventionen 50 Milliarden in 2010, 98 Milliarden in 2022 und 208 Milliarden in 2023gestiegen. Das Statistische Bundesamt rechnet etwas anders, aber auch hier wird deutlich, dass von 2020 bis 2023 die Höhe der Subventionen an die deutsche Wirtschaft deutlich zugenommen hat. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161486/umfrage/subventionen-an-die-deutsche-wirtschaft/ Ich will hier nicht über Sinn und Unsinn staatlicher Transferleistungen philosphieren, sondern lediglich den Begriff der Subventionen in einen größeren Zusammenhang stellen. Übrigens ist das Deutschland-Ticket auch eine Subvention, die bis Juni 2024 von über 20 Millionen Menschen in Anspruch genommen wurde. Mehr …

Mehr Kuhfladen bitte

Ich durfte für die Zeitschrift „Biologie im Leben unserer Zeit“ wieder einen Artikel schreiben. Diesmal geht es um die verschiedenen Studien zur Entwicklung des Insektenpopulation. Und das hat auch was mit Kuhfladen zu tun. https://www.biuz.de/index.php/biuz/article/view/7408/6568

Parana und Paraguay – wer kommt mit?

Nachdem wir uns im Januar 2024 Mato Grosso mit seinen riesigen Soja- und Maisflächen angesehen haben, wollen wir uns im Januar 2025 die kleiner strukturierte und vielfältigere Landwirtschaft weiter südlich ansehen. Dazu besuchen wir Parana und Paraguay und als touristisches Highlight auch die Iguazu-Wasserfälle. Hier das vollständige Programm mit dem Anmeldebogen Bauer Willi Parana & Paraguay 2025 In Parana hat Daniel Rosenthal, der uns auch in 2025 wieder begleiten wird, seinen Betrieb. Er hat uns Daten zu Parana und Paraguay zusammengestellt. BAUER WILLI 2025 PARANÁ UND PARAGUAI Hier die Zahlen zu Paraguay: Bauer Willi PARAGUAI INFORMES GENERALES Die Reise kommt nur zustande, wenn sich mindestens 20 Teilnehmer anmelden. Aber das ist vermutlich kein Problem, denn die erste Reise war schon überbucht. Daher bitte bald anmelden, auch wenn gerade Erntezeit ist.  

Kemfert: In Deutschland ist es immer noch zu trocken

Claudia Kemfert war noch nie eine Person, der ich eine neutrale Position als Wissenschaftlerin zugewiesen hätte. Was sie aber nun im MDR von sich gibt, ist der Beweis. Laut ihrer Aussage müsste es „anderthalb Jahre regnen, bis das Defizit wieder ausgeglichen ist“. Ich lade die Dame gerne ins Rheinland ein. Sie sollte aber Gummistiefel mitbringen. https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/kemfert-klima/audio-duerre-trinkwasser-niederschlaege-industrie-100.html Und den Dürremonitor hat sie sich wohl auch länger nicht mehr angesehen. Die Bodenfeuchte ist – bis auf kleine Regionen in Sachsen – bis auf 1,8 m wieder voll aufgefüllt. Und bei uns noch mehr…. https://www.ufz.de/index.php?de=37937 Wenn Sie den Regler im Bodenfeuchteviewer auf 1,80 m ziehen, sieht man, dass auch der Unterboden gut gefüllt ist. https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/landwirtschaft/appl/bf_view/_node.html Frau Kempfert, ich glaube Ihnen nichts mehr. Und damit bin ich nicht alleine. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/energieexpertin-claudia-kemfert-und-ihre-irrtuemer-noch-und-noecher-kolumne-a-378a6b2d-84bc-4d7b-8c00-d2de3821650f

„Höllensommer…“

Es ist noch nicht lange her, als der „Merkur“  in der Überschrift den Begriff „Höllensommer“ verwendete und prognostizierte, dass es einen sehr heißen und trockenen Sommer geben würde. https://www.merkur.de/deutschland/sommer-wetter-klima-saubere-luft-hitzewellen-europa-studie-zr-93086068.html Jeder seriöse Wissenschaftler weiß eigentlich, dass eine verlässliche Wetterprognose über mehr als 48 Stunden eigentlich nicht gemacht werden darf. Alles, was darüber hinaus geht, ist ebenso gut wie Kaffeesatz lesen. Lokale Vorhersagen sind noch schwieriger. So wurden bei uns für Mittwoch 5 mm vorhergesagt, gefallen sind aber 28 mm. Somit haben wir das das Jahresmittel schon fast erreicht, nur das Jahr ist noch nicht vorbei. Doch es gibt auch seriöse Wissenschaftler. Richtig gut finde ich es, wenn eine Meteorologin die bisherigen Wetterprognosen als Blamage für die Wettermodelle ansieht. https://www.fr.de/panorama/prognose-wettermodelle-sommer-wetter-vorhersage-juli-2024-ueberraschende-hoellensommer-93163965.html Was ich mir wünschen würde: wenn nicht jede Abweichung vom Durchschnitt mit dem „menschengemachten Klimawandel“ erklärt wird. Sinnvoller wäre es, wenn wir mehr Gehirnschmalz darauf verwenden würden, wie wir auf die Klimaveränderungen, die natürlich stattfinden und nicht geleugnet werden können, reagieren. Trockenheitsresistente Sorten machen in einem Jahr wie diesem wenig Sinn…. Das nachfolgende Video wurde Anfang Juli …

Wie finde ich den richtigen Mitarbeiter?

Ich habe heute mit Rainer aus der Nähe von Trier telefoniert. Er sucht für das kommende Jahr einen Mitarbeiter für seinen Ackerbaubetrieb mit Schweinemast. Es stellt sich die Frage, wie man an den passenden Mitarbeiter kommt. Diese Frage möchte ich gerne weitergeben. Was mir spontan einfällt: Anzeige im Wochenblatt Anfrage beim Arbeitsamt Erkundigung bei einer Landwirtschaftsschule, wer gerade vor seinem Abschluss steht, oder seinen Abschluss gemacht hat Suche über soziale Medien wie z.B. Facebook Fragen an Landhandel, Landmaschinenhandel, Maschinenring, Tierarzt, Anbauberater etc. Wer hat Erfahrungen mit der Suche von Mitarbeitern? Was haltet ihr für besonders erfolgsversprechend? Und welche Kriterien legt ihr für die Auswahl an? Welche Rolle spielen Abschlüsse und Noten?