Autor: Bauer Willi

Fragen an den Züchter…hier: Bayer Crop Science

Ich habe Fragen an Eckhard Holzhausen gestellt, der Züchter bei Bayer Crop Science ist: Hallo Eckard Du arbeitest für die Firma Bayer Crop Science und bist Züchter. Kannst du dich bitte kurz vorstellen und deine Arbeit beschreiben? Hallo Willi, ich bin nach der Ausbildung zum Landwirt und Studium der Agrarwissenschaften seit mehr als 30 Jahren in der Pflanzenzüchtung tätig. Zunächst war ich bei der Firma Asgrow für den Aufbau des Feldversuchswesens für Mais und Sonnenblumen beschäftigt. Asgrow war die erste von einigen Pflanzenzüchtungsfirmen, die von Monsanto übernommen wurde als dieses Unternehmen sich strategisch auf die Biotechnologie und Pflanzenzüchtung ausrichtete. Ich war bei Monsanto damit beschäftigt Mais für Nord-Europa zu züchten und neue Zuchtprogramme aufzubauen. Seit der Übernahme durch Bayer bin ich mit der Optimierung unsere globalen Zuchtprogramme beschäftigt. Das zunächst für die Maisprogramme aber seit letztem Jahr für alle Ackerkulturen, die bei Bayer bearbeitet werden. Vielen erscheint es ungewöhnlich das ein Pflanzenschutzunternehmen auch Züchtungen betreibt. Hat Bayer das schon immer gemacht oder erst mit dem Kauf von Monsanto begonnen? Auch die Agrarsparte von Monsanto war …

Bio versus Konvi – Daten für einen sachlichen Diskurs

Ich habe gute Freunde, die Bio-Landwirtschaft betreiben und dies z.T. schon seit Jahrzehnten. Unser Betrieb wird konventionell bewirtschaftet.  Diskussionen zwischen diesen beiden „Lagern“ werden nicht immer sachlich geführt. Von beiden Seiten! Daher hier die Sicht der Wissenschaft. Herbert Ströbel ist Agrarökonom und war Professor an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Er unterhält eine eigene Web-Site und hat sich in einem Artikel mit Bio und Konvi im Vergleich beschäftigt. Er belegt seine Aussagen mit einer Vielzahl von Grafiken und Tabellen. Es kann als Nachschlagewerk für Diskussionen dienen. https://www.herbert-stroebel.info/plaedoyer-appeal Um den gesamten Text zu lesen, oben auf die Titelseite klicken.

Ein (unlössbarer?) Zielkonflikt…

Ich habe wieder einmal mit meinem Bio-Demeter-Freund Dieter telefoniert, der mir von einer Sitzung des Arbeitskreis Pflanzenschutz erzählte, in dem er mitarbeitet. Ja, auch Demeter-Bio-Bauern machen Pflanzenschutz! Es ging im Arbeitskreis um das wachsende Problem mit der Schilfglasflügelzikade. Aufgrund des Klimawandels wandert dieses Insekt jährlich weiter in den Norden und wurde auch schon im südlichen Rheinland gesichtet. Eigentlich ist nicht das Tier das Problem, sondern sie überträgt Erreger, die bedeutsame Krankheiten in vielen Kulturen auslösen. Anders als Blattläuse sind die Zikaden nicht ortsfest sondern können fliegen. Klingt trivial, aber das bedeutet, dass man nicht einmal bekämpft und dann für einige Zeit Ruhe hat, sondern es wandern täglich neue Exemplare in das Feld ein. Aber man kann ja nicht ernsthaft alle drei Tage ein Insektizid spritzen. Im Arbeitskreis wurde eine Maßnahme erörtert, die die Entwicklung der Zikade hemmt. Das bedeutet, dass man nach der Ernte der befallenen Kultur den Boden im Winter über von Bewuchs frei hält. In den letzten 50 Jahren waren wir Landwirte bestrebt, immer einen Bewuchs auf dem Boden zu haben um ihn …

Nasse Jahre…

Weil wir ja hier häufiger vom Wetter reden und auch über zunehmende Dürren, habe ich mal nach einer Statistik gesucht, die die Niederschläge der letzten Jahrzehnte aufzeigt. Gefunden habe ich das hier: https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-niederschlagshoehe#–2 Ich weiß nicht, ob Sie einen Trend in der Niederschlagshöhe erkennen können. Deutlich heraus ragen die zwei nassen Jahre 2023 und 2024, die auch vom Umweltbundesamt im Artikel ausdrücklich erwähnt werden. Auf unserem Standort westlich von Köln lagen die beiden Jahre rund 250 mm über dem Durchschnitt von 740 mm.   Bildquelle: Umweltbundesamt bzw. DWD

Die Stoffstrombilanz…

Die Stoffstrombilanz ist Geschichte.  Die Landwirtschaftskammer NRW hatte dazu ein Excel-Programm geschrieben, dass nun nicht mehr genutzt werden braucht. https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau…/duengung/stoffstrom/index.htm Für die Abschaffung haben sich viele Landwirte ausgesprochen, aber es gibt auch einige, die das nicht gut finden. Mich interessiert eure Meinung und die Begründung dazu. https://www.topagrar.com/betriebsleitung/news/stoffstrombilanz-ist-endgultig-geschichte-20016067.html Was wäre euer Vorschlag, wie es weitergehen soll?

Oliven auf dem Rollfeld

Es gibt Dinge, die nicht an die berühmte große Glocke gehängt werden. So ist es auch mit dieser Meldung aus der „Morgenpost“ in der berichtet wird, dass sich Gauner als Landwirte ausgegeben haben und auf diese Weise Subventionen für Flächen überwiesen bekommen haben, die keinen Anspruch haben. https://www.morgenpost.de/politik/article409441560/millionenbetrug-weizenfeld-im-wald-oliven-auf-dem-flugplatz.html Weizen wächst nicht im Wald und Oliven nicht auf dem Rollfeld. Ich behaupte, dass ein solcher Betrug in Deutschland nicht möglich wäre.

Höllensommer 2025…

Es ist noch nicht so lange her (Mai 2025) da wurde prognostiziert, dass der Sommer 2025 ein „Höllensommer“ werden würde. https://www.fr.de/panorama/europaeisches-wettermodell-zeigt-klare-tendenz-deutschland-droht-2025-ein-hoellensommer-zr-93725219.html Tatsächlich war es an einigen Tagen in Teilen Deutschlands deutlich über 30 Grad (bei uns in der Spitze 38 Grad), aber danach kühlte es wieder deutlich ab. Auch fielen in der ersten Hälfte des Juli zum Teil ergiebige Niederschläge, interessanterweise im Osten mehr als im Westen. Aktuell liegt ein sogenannter „Kaltluftropfen“ über Deutschland, der uns immer wieder Schauern und vereinzelte Gewitter bei Temperaturen knapp über 20 Grad beschert. Wir haben mit der Weizenernte begonnen, die nun erst einmal unterbrochen ist. Für die nächsten Tage ist nicht mit einem stabilen Hochdruckgebiet zu rechnen, so dass wir uns auf weitere Unterbrechungen einstellen müssen. Eigentlich ist es ein ganz normaler deutscher Sommer und sollte es am Wochenende tatsächlich zu den vorhergesagten 30 Grad kommen, so ist auch das völlig normal. Für die nächste Woche sollen die Temperaturen wieder bei rund 25 Grad liegen und es könnte nahezu jeden Tag regnen. Warum ich das schreibe? Weil vor ein …

Interview zum Mindestlohn

Das Nachrichten-Medium Kontrafunk hat mir Fragen zum Thema „Mindestlohn in der Landwirtschaft“ gestellt. Hier die 12 Minuten zum Nachhören: https://kontrafunk.radio/images/audio/sendungen/2025/07/08/20250708_Kontrafunk_aktuell_Interview_Willi_Kremer_Schillings.mp3  

Petition von Copa/Cogeca – jetzt unterschreiben

Die Präsidenten von Copa und Cogeca haben in Brüssel den Start einer Petition mit dem Titel nosecuritywithoutcap.eu angekündigt. Organisationen werden auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene aufgerufen, sich zu den vier zentralen Forderungen der Copa-Cogeca-Petition zu bekennen. Ziel ist die Sensibilisierung und Mobilisierung der gesamten europäischen Landwirtschaft gegen die Idee eines Einheitsfonds, der zu einer Aufweichung der GAP nach 2027 und einer Benachteiligung bestimmter Regionen führen könnte. Nach Ansicht von Copa und Cogeca widerspricht der von der Europäischen Kommission verfolgte Ansatz sowohl der Geschichte als auch ihren eigenen Aussagen über die strategische Bedeutung der Landwirtschaft: Europäische Sicherheit beginnt mit Ernährungssicherheit. https://nosecuritywithoutcap.eu/ Und hier kann man die Petition unterschreiben https://nosecuritywithoutcap.eu/sign-the-petition Ich habe am Sonntag, dem 13.7. um 10 Uhr unterschrieben. Bis dahin waren 5.200 Unterschriften aus der gesamten europäischen Union eingetroffen. Das ist sicherlich noch steigerungsfähig!

Nachhaltige Anbausysteme – Ergebnis einer Tagung

Die Agrarfakultät der Universität Göttingen und die DLG-Mitteilungen (das Fachorgan der DLG) hatten Anfang Juli zu einer Tagung unter dem Motto „Nachhaltige Anbausysteme der Zukunft“ nach Göttingen geladen. Namhafte Referenten wie der DLG-Präsident Hubertus Paetow sowie die Professoren Enno Bahrs (Uni Hohenheim) und Robert Finger (ETH Zürich) und weitere Redner (siehe nachstehenden Link) https://events.gwdg.de/event/1137/contributions/ hatten Arnold Krämer neugierig gemacht, der nachfolgend einige seiner Eindrücke wiedergibt:   Transformation und Nachhaltigkeit sind die bestimmenden Schlagworte der agrarpolitischen und teilweise auch der agrartechnischen Diskussion in Deutschland. Verschiedene Bundesministerien (nicht nur das BMEL, jetzt BMLEH) haben u.a. deshalb der Uni Hohenheim (Prof. Bahrs), der Uni Göttingen (Prof. Spiller) und dem JKI Braunschweig (Dr. Kehlenbeck) Forschungsmittel bewilligt, sich Gedanken zu machen über „Nachhaltigere Landwirtschaft 4.0 – Ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz – NOcsPS 2.0“. Einbezogen sind auch eine Vielzahl von Akteuren in der Wertschöpfungskette Agrar und Ernährung. Ein solches Anbausystem mit optimiertem Einsatz von Mineraldünger und ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel trägt nach Ansicht der Initiatoren/Beteiligten dazu bei die Ernährung mit gesunden Nahrungsmitteln sicherzustellen, die Biodiversität zu fördern, planetare Grenzen einzuhalten und natürliche Kreisläufe …