Autor: Bauer Willi

SAUEREI!

„Die Leute haben doch alle keine Ahnung, wollen uns aber vorschreiben, wie wir Landwirtschaft zu betreiben haben“. Genau das war meine Meinung, als ich mich 2015 hingesetzt habe, nachdem mich der Piper-Verlag angerufen hat, ob ich nicht ein Buch schreiben wollte. Das wollte ich ursprünglich nicht, ich wollte „meine Ruhe haben“. Doch mit einer solchen Einstellung erreicht man nichts, gar nichts! Also müssen wir unseren Mitbürgern erzählen, was wir machen, wie wir es machen und warum wir es so machen wie wir es machen. Ohne erhobenen Zeigefinger und ehrlich, ohne etwas zu beschönigen. Deshalb habe ich dann, nach einer Probephase, meine persönlichen Gedanken und Meinungen zu den vielen kritischen Themen rund um die Landwirtschaft wie Massentierhaltung, Monokulturen, Gentechnik, Pestizide, verseuchtes Grundwasser, geschredderte Küken und alle weiteren bekannten Skandale zu Papier gebracht. Aus meiner ganz persönlichen Sicht als Bauer, die man teilen kann, aber nicht muss. Einfach mal ein anderer Blick auf das Thema. (Den Buchtitel hat der Verlag so gewollt, ich hatte da durchaus Bedenken.) Doch bei der Darstellung, warum wir Bauern so produzieren wie wir produzieren …

Das Sterben der Würmer…

In kaum einer Studie erforscht und von niemanden bemerkt läuft in der Natur ein Sterben von biblischem Ausmaß ab. Ein ökologisches Armageddon, ein Zusammenbruch des Ökosystems mit kaum absehbaren Folgen und einer Dramatik, die ihresgleichen sucht. Die Regenwürmer sterben! Doch anders als beim Insektensterben berichten die Medien darüber nicht. Auch von der Gesellschaft kommt kein Aufschrei, denn Regenwürmer findet man halt nicht auf der Windschutzscheibe. Sie leben tief im Boden und wann hat der normale Bürger das letzte Mal einen Spaten in der Hand gehabt? Wer weiß, dass die kleinen Erdhäufchen auf dem Boden vom fleißigen Werk der glitschigen Erdbewohner geschaffen wurde?  Wer ist sich der Bedeutung der von ihnen geschaffenen Regenwurmröhren für die Versickerung des Regenwassers bewusst? Und wer weiß überhaupt, wo diese so wichtigen Humusbildner Anfang und Ende haben? Nein, Regenwürmer haben keine Lobby, sie sind stumm. Und so werden sie zu Millionen jeden Tag getötet. Von uns, den gedankenlosen Bürgern, in deren Auftrag jeden Tag hunderttausende Quadratmeter wertvollen Bodens von Acker und Wiese in Beton und Asphalt umgewandelt werden, um unsere Gier nach Kathedralen des …

Agritechnica und Agrikultur

Hier ist der Alois. In meiner Facebook-Timeline kamen in den letzten Wochen viele Postings von der Agritechnica. Ich konnte die Euphorie gut spüren, welche die Landtechnik-Schau der Superlative bei den Landwirten verbreitet. So eine „Fachmesse“ ist auch ein wohltuendes Bad in der Menge von Gleichgesinnten. Wenn ich die bäuerliche Euphorie wahrnehme, dann kommt bei mir die Frage hoch, was denn „Otto Normalverbraucher“ dazu sagen würde. Wenn er oder Sie diese Technikshow überhaupt mitbekommt?  Denn außerlandwirtschaftliche Besucher und Berichte über die Agritechnica waren eher selten. Fakt aber ist, dass gigantische Traktoren und Maschinen auf Straßen und Feldwegen eher Befremdung als Sympathie auslösen. Auch bei unbedarften Nachbarn und Freunden, die dann durchaus nicht so gut über „diese Landwirte“ reden. Nun kann man derlei Reaktion als Unwissenheit oder romantische Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ abtun. Aber auf der anderen Seite ist es auch unübersehbar, dass die bäuerliche Seele sich so sehr die Anerkennung der Mit-Bürger wünscht. Dann wird sehr oft auch von uns selbst der Begriff „bäuerliche Landwirtschaft“ gebraucht. In der englischen Sprache wird Landwirtschaft mit „agriculture“ …

Rette sich wer kann…

Schafe haben keine Chance, wenn der Wolf unterwegs ist. Da nutzt es auch nichts, wenn man meint, sich im Rudel sicher zu fühlen. Wenn es darauf ankommt, ist von Solidarität nichts mehr zu spüren. Da läuft jedes Schaf in eine andere Richtung um sich selbst zu retten. Euer Bauer Willi

Der glückliche Bauer Franz

Franz Kinker ist Bauer, eben Bauer Franz.  Genauer noch: Bio-Bauer im Allgäu, mit Blick auf Schloss  Neuschwanstein. Aber er ist kein gewöhnlicher Bauer sondern er bloggt auch. Jetzt hat er, wenn er nicht gerade im Kuhstall war, ein Buch geschrieben mit dem schönen Titel „Glücksgefühl to roll on“.  (ISBN 978-3-7843-5516-0) Ich habe es „in einem Rutsch“ gelesen, die 120 Seiten zeigen viele Bilder vom Hof, von den Kühen, der Landschaft und der Familie. Die vielen Geschichten und Anekdoten sind amüsant aber auch nachdenklich. Von Kälbern die Zähne putzen bis zu den großen Fragen, wohin die Landwirtschaft 4.0 führt. Mein Fazit: ein Buch nicht nur für Bauern sondern auch für alle, die von der bäuerlichen Landwirtschaft schwärmen. Euer Bauer Willi  

Bauern-Morde…

Nein, keine wirklichen Morde, sondern die, die in dem Krimi von Friedo Petig passieren. Ich habe es in zwei Abenden regelrecht verschlungen, weil es zum einen sehr packend geschrieben ist, zum anderen unglaublich viele Details der westfälisch-lippischen Landwirtschaft beschreibt, die aber auch anders wo genau so zu finden sind. Der Titel „6 aus 49“ führt den Leser erst einmal in die Irre, denn mit Lotto hat das Buch nichts zu tun. Warum der Titel so heißt, erschließt sich dem Leser erst, nachdem er rund die Hälfte des Buches gelesen hat. Ich habe viele Personen, besser noch Menschen-Typen sofort wieder erkannt. Den Vollgaslandwirt, die fleißige Bäuerin, den Bio-Bauern und die in die Jahre gekommene Revoluzzerin der 68iger Jahre. Es ist von Trecker-Marken die Rede, vom Großmaststall und den Widerständen und auch die Biogas-Anlage spielt eine wichtige Rolle. Und auch der ganz normale Bürger mit seiner Sicht auf die Landwirtschaft bekommt eine Stimme. Für alle, die ein passendes Geschenk für einen Bauern suchen, hier ist es. http://www.lippe-krimi.de/index.php/krimis/petig-krimi Aber auch für Nicht-Landwirte (also ganz normale Menschen) wirklich toll zu …

Lebensmittelpunkt – Markt der Ideen

Hier ist der Alois. Ich bin am 30.11. und 1.12.2017 in Graz auf der Messe „Lebensmittelpunkt“. Die Landwirtschaftskammer Steiermark hat sich dort das ehrgeizige Ziel gesetzt einen „Markt der Ideen für Landwirte und Konsumenten“ zu präsentieren. Ich werde dort in Vertretung von „Bauer Willi“ mit einer provokanten „Key Note“ (früher sagte man dazu „Impuls-Vortrag) die Diskussion eröffnen: „Lieber Verbraucher! Es geht auch anders!“ https://stmk.lko.at/netzwerkmesse-lebensmittelpunkt+2500+2621861 Details gibt es HIER als PDF   Gestartet wird bereits am Vortag, am 30.11.  mit Workshops, die sich speziell an Landwirte richten, denen dort ein „Freiraum“ und „Denkraum“ für Veränderungen angeboten wird. Infos und Anmeldung gibt es hier. https://stmk.lfi.at/workshop-1-mein-hof-mein-weg-freiraum-für-veränderung+2500+1587587 https://stmk.lfi.at/workshop-2-6-stunden-denk-raum+2500+1587589 https://stmk.lfi.at/workshop-3-von-der-idee-zum-geld+2500+1594649 Am Abend des 30. November werden dann die Ergebnisse in einem offenen „Walk and Talk“ zusammengefasst. Da bin ich dann auch schon dabei. Mal schauen, vielleicht melde ich mich da mit einem Live-Stream bei Euch. Es sind auf jedenfall spannende Dinge, die dort von der Landwirtschaftskammer Steiermark angepackt werden. 🙂 Euer Alois  

Antibiotikafreie Mast eingestellt

Antibiotika freie Mast scheint wohl dem Verbraucher zu teuer zu sein…  🙁 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen  

Von Nord bis Süd…

Diese Woche (28.11. bis 1.12)  sind wir wieder viel unterwegs in Sachen Dialog. Willi macht eine „Nord-Tour“ bei vier Verantstaltungen: 28.11. Pronstorf bei Lübeck 30.11, Wittenburg (Meck Pomm) 1.12. Vormittags Soltau, Nachmittags Verden Alois fährt am 30.11.  nach Graz in die Steiermark. Zur Netzwerkmesse Lebenmittelpunkt – Veranstaltet von der Landwirtschaftskammer Steiermark. Am Samstag, grad noch rechtzeitig, sind wir beide dann zum ersten Advent wieder daheim. 😉 Wundert Euch also nicht, wenn wir grad „etwas zäher“ reagieren und das Kommentare freischalten die nächsten Tage etwas länger dauert. Wir machen den Blog natürlich auch von unterwegs aus… Willi und Alois