Monate: Januar 2025

Massentierhaltung – organisierte Tierquälerei?

Massentierhaltung: Ein wunderschöner Begriff um in den Medien Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie ist ein Kampfbegriff gegen jede Form der bäuerlichen Tierhaltung geworden. Und der Chor der Kritiker ist groß: Parteien, Prominente, Tierrechtler, Umweltschützer, Fernsehköche, Pfarrer: alle sind sich einig, dass es „so ja nicht weitergeht“. Jedem Nutztierhalter stehen 80 Mio. sachkundige Tierhaltungsexperten gegenüber, denn jeder unserer Mitbürger glaubt, sich ein Urteil erlauben zu können. Deshalb möchte ich mal meine Sicht der Dinge erzählen, falls ihr die überhaupt hören wollt… Gestern und heute Zugegeben: Moderne Tierhaltung ist nicht „schön“ und „nostalgisch“ anzusehen. Sie ist hochspezialisiert, sie ist effizient, sie ist hygienisch. Und deshalb nennen wir sie auch „Intensivtierhaltung“ Es gibt keine Misthaufen mehr, auf denen der Hahn kräht, keine Weide, auf der sich die Schweine im Schlamm suhlen. Und kaum noch Kühe, die in einem dunklen Stall an der Kette stehen. Ich habe das selber alles noch auf unserem Hof erlebt, das ist gerade mal 50 Jahre her. Und es stank nach Ammoniak, die Wände waren voller Fliegen und die Kühe auch. Auch die Schweine liefen …

Das Wetter in NRW

Viele von uns können sich vermutlich noch an die Berichte in den Medien erinnern, als es in den Jahren 2018 bis 2020 besonders trocken und heiß war. https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/klima-duerre-sommer-deutschland-europa-100.html In der medialen Darstellung ging man damals davon aus, dass vor allem die Dürre für Westeuropa typisch bleiben würde und die Landwirtschaft sich daher mit der Auswahl von Pflanzen und auch die Züchtung auf dieses neue Ziel einstellen sollte. Nun haben die Jahre 2023 und 2024 gezeigt, dass das Wetter sich nicht an vermeintliche Gesetzmäßigkeiten hält. Auf der Suche nach verlässlichen Daten für unsere Region der Köln-Aachener Bucht habe ich die nachfolgende Wetterstatistik gefunden, die nicht nur die Wetterdaten für das gesamte Jahr, sondern diese auch je nach Monat aufgeschlüsselt liefert. https://meteo.plus/wetterstatistik-nordrhein-westfalen-jahr.php Sieht man sich die Niederschläge an, so ist dort keine wirkliche Veränderung über die Jahrzehnte  zu erkennen. Die Temperaturen nehmen über die Jahre zu, ich konnte jedoch nicht erkennen, für welche Monate dies besonders zutrifft. Für die Getreideerträge sind es vor allem die Monate Juni und Juli, die ausreichend Bodenfeuchte bringen sollten, damit sich die …

Klimawandel, Hungersnot, Zerstörung und Migration

Mehr durch Zufall habe ich im alten Jahr eine Sendung gesehen mit dem Titel „Als Troja brannte“. In dieser Sendung geht es um die Tatsache, dass beginnend mit dem Jahr 1250 vor Christus bis zum Jahr 1150 vor Christus der gesamte Mittelmeerraum immer trockener wurde. Die Folge davon: es gab Kriege und schließlich starben ganze Völker aus. Für die Wissenschaft ist dies eine besondere Entwicklung, denn normalerweise haben sich Gesellschaften nach Hungersnöten, Vulkanausbrüchen oder anderen Katastrophen immer wieder erholt. Das war in diesem Zeitraum anders. https://www.ardmediathek.de/tv-programm/674f92575c2f1eb6b2cff690 https://www.fernsehserien.de/geheimnisse-der-antike/folgen/01-als-troja-brannte-1552075 Anhand der Analyse von Sedimenten, Pollen oder Stalagmiten konnte nachgewiesen werden, dass diese Trockenheit von Griechenland über die Türkei, dem heutigen Syrien, Libanon und Israel schließlich Ägypten erreichte. Die Trockenheit wurde übrigens (laut Aussage der Forscher) nicht durch große Hitze, sondern durch zurückgehende Temperaturen ausgelöst. Bekanntermaßen nimmt ja warme Luft mehr Wasser auf und kältere Luft halt weniger. Warum dieser Klimawandel so schnell eintrat ist nicht wirklich geklärt. Weil innerhalb sehr kurzer Zeit die Nahrungsmittel nicht mehr reichten, wurden die Siedlungen in den genannten Gebieten verlassen und nicht …

Handelsabkommen – mal anders

Ein Gastbeitrag von Bauer Fritz aus Ober-Österreich Handelsabkommen – mal anders Mercosur wurde dieser Tage unterzeichnet. Die übliche Nachrichtenlage nach jedem durchgeführten Handelsabkommen läuft wie gewohnt: Die Wirtschaft ist dafür. Die Bauern sind dagegen. Weiß ohnehin jeder, erwartet ohnehin jeder. Hinweise auf ungleiche Bedingungen, ungleiche Qualitätsstandards oder Sozialstandards – alles egal. Hauptsache billig ist in Aussicht. Die passenden Ausreden, Relativierungen und Schönfärbereien dazu folgen auf dem Fuße. Etwa in der Art wie sie ein österreichischer Wirtschaftsforscher äußerte: „Die Quote für Rindfleisch aus den Mercosurländern liege ohnehin bei „nur“ rund 1,5% der Rindfleischnachfrage Europas. Import-Eier müßten zudem zwingend europäischen Standards entsprechen. Es sei aber klar, die ökonomischen Vorteile überwiegen bei weitem die agrarischen Nachteile.“ Die eigentlich nicht unwesentliche Information für Leser/Hörer/Zuseher, daß diese Quoten jährlich hereinkommen, wird in auffallender Weise medial ebenso unter den Tisch fallen gelassen/nicht hinterfragt/“vergessen“, wie der ebenso nicht unwesentliche Hinweis, daß sich diese neuen Quoten zu jenen addieren, die schon bei anderen Abkommen der EU zu Lasten der Landwirtschaft „ausgehandelt“ wurden. Freihandelsabkommen der Europäischen Union – Wikipedia Landwirtschaft spielt eine untergeordnete Rolle …

Lidl und die Bauern

Der Ansatz ist gut: Discounter lädt Landwirte ein. https://www.topagrar.com/markt/news/lidl-wir-setzen-bei-tierwohl-ware-auf-die-deutsche-landwirtschaft-20009722.html Hier ein Zitat: „Spiller, der als Sprecher der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) auch die Bundesregierung berät, machte deutlich, dass nur mithilfe des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) der Umbau der Tierhaltung gelingen kann. Denn der Markt funktioniert hier nicht, weil der Verbraucher Lebensmittel häufig anders einkauft, als er oft beteuert. Und der Politik fehle schlicht die Kraft und wohl auch das Geld“ In letzter Konsequenz heißt das, dass der eigentliche Gesetzgeber im Markt der Lebensmitteleinzelhandel ist. Das erinnert mich an den „LEH-Gipfel“ von Angela Merkel, vier Wochen nach dem Agrar-Gipfel im Dezember 2019. Die Konzernlenker haben die Bundeskanzlerin zwar nicht ausgelacht (dazu waren sie zu höflich), aber ernst genommen haben sie sie auch nicht. Was ein wenig hoffen lässt: nicht nur Lidl, auch der Metro-Chef nähert sich mit seinen Aussagen den Landwirten an. Vielleicht hat man doch erkannt, dass die Ware ganz schnell auch einmal knapp werden könnte. Ich bin gespannt, wie sich der Markt für Obst und Gemüse im Frühjahr entwickelt, denn im spanischen Zentrum rund um Almeria sind …

Lebensmittelimporte zerstören die Artenvielfalt in den Exportländern

Wir wollen in Europa die Natur schützen. Gut. Wir sollen unsere Landwirtschaft auf Bio umstellen. Kann man so sehen, ob es für die Natur etwas bringt, darf bezweifelt werden. In jedem Fall wird es zu einem Rückgang der Nahrungsmittelproduktion in Europa führen, und das ist im Sinne der Biodiversität definitiv schlecht. Sehr schlecht sogar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die in der renommierten Zeitschrift „Nature“ veröffentlich wurde. https://www.nature.com/articles/s41893-024-01433-4 Hier ein Zitat: „Das bedeutet, dass über 90% der globalen Netto-Landnutzungsänderungen Auswirkungen auf den verstärkten internationalen Handel mit Agrar- und Lebensmittelprodukten zurückzuführen sind. Mehr als 60% der Netto-Landnutzungsänderungswirkungen werden auf erhöhte Importe in wohlhabende Länder aus weniger wohlhabenden Ländern zurückgeführt. Die Hauptexporteure sind Lateinamerika, Afrika und Südostasien + Pazifik (ohne China und Indien). Fast 80% der globalen Netto-Landnutzungsänderungen hängen mit erhöhten Exporten von Agrar- und Lebensmittelprodukten aus Lateinamerika + der Karibik (37%), Südostasien + Pazifik (28%) und Afrika (14%) zusammen.“ Und weiter heißt es: „Umgekehrt hat der reduzierte Verbrauch von im Inland produzierten Waren durch Naturschutzmaßnahmen in diesen Regionen zu einem Rückgang der Auswirkungen auf die …

Neue 365 Tage warten auf uns!

Ich habe an Silvester über WhatsApp, Messenger und SMS viele Karten, „lustige“ Videos von rutschenden Elefanten, sektschlürfenden Gänsen oder Zeichentrick-Feuerwerken geschickt bekommen. Da wollte ich doch mit einer sinnentleerten Bauern-Weisheit auf dem gleichen Niveau mitspielen. Was Besseres ist mir nicht eingefallen. Gut, vielleicht noch ein Katzen-Video…aber wir haben keine Katze mehr… Der Sinn Ohne dass wir etwas dazu tun, legt unsere Erde auch im Jahr 2025 rund 940 Millionen (geändert) Kilometer auf ihrem Weg um die Sonne zurück.  Mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit. Und wir merken nichts davon. Genau so wenig merken wir davon, dass sich die Tageslänge ständig verändert. Es sind eben nicht exakt 86.400 Sekunden, die einen Tag ausmachen. Wir haben es uns nur so zurechtgelegt. Wir brauchen Ordnung. Wir werden 365 mal erleben, dass Sonne und Mond auf- und untergeht. Wir tun nichts dazu. Unser persönliches Verfallsdatum ist schon programmiert, wir wissen aber nicht, wann es eintritt. Und wir werden es nicht beeinflussen. Im besten Fall ein wenig hinauszögern. Das Wetter werden wir so annehmen, wie es kommt. Wir können und werden es …