Jahr: 2017

Reiche Tiere – arme Tiere

Ein „interessanter“ Beitrag von „scobel“ in 3Sat über Haustiere. Doch auch die Nutztiere werden ins Visier genommen und es wirklich nichts ausgelassen: „Gentechnik, Antibiotika, auf Höchstleistung getrimmte Milch- und Fleischmaschinen, Gewinnmaximierung unter qualvollen Bedingungen, Gülle und die Gefahr von Seuchen“ usw.. usw. Besonders „interessant“ neben der Wortwahl auch die musikalische Untermalung, die immer dann einsetzt, wenn es um die Haustiere geht. Was die Haustiermode angeht, unbedingt bis zum Schluss sehen. Wegen dem „süßen kleinen Bademantel“ für den Hund… Normalerweise enthalte ich mich ja einer Stellungnahme, aber diesmal mache ich eine Ausnahme: Ich finde den Beitrag von 3Sat erschreckend. Und das ist noch sehr vornehm ausgedrückt… http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=38345

Wer hat Recht?

Und sind wirklich alle Kritiker von Glyphosat so unabhängig? Dieser Frage geht Jan Grossarth, FAZ, nach. 160.000 $ ist ja kein „Pappenstil“… http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/glyphosat-eu-entscheidet-ueber-weiteres-vorgehen-15248763-p1.html

Eigener Kompost

Warum Torf, wenn es auch anders geht. Ich habe gerade unseren Kompost umgesetzt, damit das verrottete und nicht verrottete Material wieder gemischt wird. Man muss Kellerasseln ja nicht mögen, aber ich freue mich darüber, dass sie eine so tolle Arbeit leisten. Weitere Helfer: Tausendfüssler, Würmer und Pilze. Was man sonst noch braucht: Geduld…Geduld…Geduld… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Fake News? – Marktbericht vom 16.10.2019

Die Ernteberichte aus den verschiedenen Teilen der Welt nehmen immer besorgniserregendere Ausmaße an. Die Sommertrockenheit in Nordamerika hat nicht nur die Maisernte vertrocknen lassen, sondern auch die Sojaernte wird wohl nur noch mit der Hälfte der sonst üblichen Menge eingeschätzt. Gleiches gilt für Canola-Raps in Kanada. Somit bleiben für den Export kaum noch Mengen übrig, will man nicht die Eigenversorgung in den USA und Kanada gefährden. Die Preise am Chicago Board of Trade (CBoT) erreichen nie gekannte Rekordhöhen. Guter Brotweizen ist in Nordamerika nicht zu bekommen, so dass größere Mengen aus der EU jetzt den umgekehrten Weg – aus der EU in die USA – nehmen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Preise an der MATIF, wo für Brotweizen in Standardqualität derzeit 312 €/t auf Termin Dezember genannt werden. Aber auch für geringere Qualitäten (11,0 % Protein) werden deutliche Aufschläge gezahlt. MATIF-Raps wird – bei sofortiger Verfügbarkeit – mit 681 €/t gehandelt. Entsprechend teuer ist auch Rapsschrot, was im Zusammenhang mit den hohen Getreidepreisen zu extrem hohen Futterkosten führt. Dies wiederum schlägt sich in …

Willi will´s wissen: Kartoffelernte

Damit unsere Lehrer wieder was zu zeigen haben, hier ein kleines Video von der Kartoffelernte, allerdings mit miserablem Ton, trotz Mikro. Es war halt sehr windig. Windig ist gut, weil dann der Boden weiter abtrocknen kann und die Erde sich noch besser absieben lässt. Aber auch so sieht es schon recht gut aus. Am Ende seht ihr dann noch einen richtigen „Hochstapler“. Den nennen wir Landwirte übrigens „Boxenfüller“. Viel Spaß beim Anschauen. Noch besser, ihr seht euch das mal „live“ auf dem Acker an. Es gibt bestimmt einen netten Bauern, der euch das zeigt. Euer Bauer Willi P.S.: Wer sich für die Aufkleber interessiert. Die gibt es hier. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Der schwarz-gelb-grüne Koalitionsvertrag

Als Bauer bin ich sehr gespannt, wie sich die möglichen Koalitionspartner wohl bei folgenden Punkten einigen werden: erneuerbare Energie.: gehört Biogas demnächst noch dazu und was ist mit dem Mais? Wie steht man zur Beimischung von Biodiesel und Bioethanol? (Teller-Trog-Tank-Diskussion) Düngung: statische Grenzen bei Mengen und Terminen oder Werte, die sich an pflanzenbaulichen Parameter orientieren? (Stichwort Qualitätsweizen) Besteuerung von mineralischem Dünger? Pflanzenschutz: mittelfristiger Ausstieg aus synthetischen Pflanzenschutzmittel? Besteuerung? Gentechnik: wie werden neue Technologien (CrispR/CAS) bewertet? Wird das generelle Verbot von „alter“ Gentechnik beibehalten? Bio-Landwirtschaft: Quotensystem (z.B. 20% bis 2020) oder Ausrichtung am Markt? Wie wird die staatliche Förderung in diesem Bereich aussehen? Gemeinsame Agrarpolitik (GAP): Wie steht man zu dem bisherigen Zwei-Säulen-Modell? Wie geschieht die Verteilung in Bezug auf die Betriebsgröße? Oder werden Zahlungen ganz oder teilweise gestrichen? Welche neuen Auflagen kommen beim Umwelt-, Natur, Tierschutz auf uns zu? Was ist mit der Entbürokratisierung? Wie soll die konkret aussehen? Ernährungsgewohnheiten: Wird der Verzehr von Fleisch, Zucker oder anderen Nahrungsmitteln staatlich reglementiert? (Stichwort Ernährungsampel) Ernährungsbildung: Wird Ernährung und Landwirtschaft ein fester Bestandteil des Schulunterrichtes? Leben auf dem Land: Was …

Wenn die „Rübenmaus“ sich eingräbt…

…hilft nur noch schweres Gerät. Bilder aus Niedersachsen, die uns Friedrich geschickt hat. Tagelanger Regen hatte die ohnehin schon nassen Böden unbefahrbar gemacht. Mehrere Zuckerfabriken hatten die Verarbeitungsleistung reduzieren müssen, weil der Nachschub ausblieb. Mittlerweile hat sich die Situation wieder etwas entspannt und zum Wochenende sind fast sommerliche Temperaturen angesagt. Wir drücken unseren norddeutschen Kollegen ganz fest die Daumen, dass es jetzt halbwegs normal weitergeht.

Soja-Anbau in Oberösterreich

Nikolaus, ein Leser aus Oberösterreich schickte mir einen sehr interessanten Erfahrungsbericht zum Sojaanbau in Oberösterreich. Hallo lieber „Bauer Willi“. Es wird ja immer viel berichtet und geschrieben über den Sojaanbau in Europa. Österreich, besser gesagt die österreichischen Landwirte zählen hier wohl schon eher zu der erfahreneren Sorte in Europa. Auch die persönlichen Erfahrungen von meinem Vater, welche an mich weiter gegeben wurden, und meine Erfahrungen zählen insgesamt schon rund 35 Jahre. Ja.., mein Vater begann Anfang der 80iger Soja zu säen. Die Ackerbohne war damals geplagt von der Schokoladenflecken – Krankheit und ein regionaler Saatgutanbieter brachte die ersten Sorten auf den Mark. So nahm alles seinen Lauf. Nachdem es auch auf Deiner Seite immer wieder interessante Beiträge zum Sojaanbau gibt, wollt ich hier einen kleinen Erfahrungsbericht zur gerade laufenden Ernte abgeben. Seit Mitte vergangener Woche läuft im OÖ Zentralraum die Sojaernte an. Je nach Sorte und Reifegruppe wurde schon geerntet oder man nutzt noch die letzten, warmen Septembertage um die Feuchtigkeit der Bohne sinken zu lassen. Ich habe mich das zweite Jahr in Folge für die Sorte …

Welche Landwirtschaft wollen wir? Zwei Visionen…

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“. Dieser Satz wird Helmut Schmidt, dem verstorbenen Alt-Bundeskanzler nachgesagt. Trotzdem möchte ich mal zwei Visionen skizzieren, in welche Richtung sich die europäische Landwirtschaft entwickeln könnte. Denn genau das erwarte ich als Landwirt: Dass diejenigen, die über das Gemeinwohl entscheiden mir als Landwirt einen Handlungsrahmen für die Zukunft vorschlagen, damit ich für meinen Betrieb planen kann. Und nicht alle vier Jahre eine „neue Sau durchs Dorf getrieben“ wird. Vision A Die europäische Landwirtschaft wird in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahrzehnten auf Bio-Landwirtschaft umgestellt. Klein- und mittelbäuerliche Familienbetriebe erhalten eine besondere Förderung (z.B. garantiertes Grundeinkommen), agrarindustrielle Anlagen werden zurückgedrängt. Selbstvermarktung erhält eine Präferenz vor Discountern und Supermärkten. Zusätzliche Maßnahmen zur Landschaftspflege werden so vergütet, wie es gewerbliche Unternehmen der Kommune in Rechnung stellen würden. Bio-Energie-Anlagen laufen aus, Neuinstallationen werden nicht mehr genehmigt. Zum Schutz des Marktes und der Preise gelten an den europäischen Grenzen für Importprodukte europäische Standards für Produktion, Verarbeitung, Kennzeichnung sowie für Löhne und Arbeitsbedingungen. Vision B Der Landwirt als Unternehmer steht im Vordergrund. Die Produktion muss …

Der NDR und die Gurken

„Lassen Bauern die Bullen-Kälber verenden?“ So lautet eine Bildunterschrift im Text zu einem Video, dass sich damit beschäftigt, dass für Bullenkälbern von Milchrassen nur wenig bezahlt wird. Dann wird ein Video mit verdreckten Kälbern gezeigt, dass der Redaktion „zugespielt“ wurde und es wird eine Mitarbeiterin eines Hofes anonym interviewt, die schildert, dass sie angewiesen wurde, die Kälber nicht mehr zu tränken. „Solche Dinge sind keine Einzelfälle“, so die Aussage der Redaktion. Positiv ist der Besuch in einem Kälbermaststall, in der die Betriebsleiterin sehr offen ihre Produktionsweise zeigt und auch zum Ausdruck bringt, dass bei einer anderen Haltungsweise das Kalbfleisch kaum bezahlbar wäre und dass sie einen Preisabzug bekommt, wenn die Fleischfärbung nicht dem Kundenwunsch entspricht. Auch ein Landwirt, der Kälber auf der Weide mästet, bemängelt das Verhalten der Verbraucher (ab Minute 43), die, so seine Meinung, nur durch ihren Einkauf etwas an den Mastmethoden ändern könnten. Und dann folgt zum Schluss ein Satz, der mich maßlos enttäuscht: „In diesem System sind wir alle gefangen: Landwirte, Tiere, Handel und Verbraucher“. In den 44 Minuten vorher wurde jedoch der …