Bauer Willi
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Fake News? – Marktbericht vom 16.10.2019

Die Ernteberichte aus den verschiedenen Teilen der Welt nehmen immer besorgniserregendere Ausmaße an. Die Sommertrockenheit in Nordamerika hat nicht nur die Maisernte vertrocknen lassen, sondern auch die Sojaernte wird wohl nur noch mit der Hälfte der sonst üblichen Menge eingeschätzt. Gleiches gilt für Canola-Raps in Kanada. Somit bleiben für den Export kaum noch Mengen übrig, will man nicht die Eigenversorgung in den USA und Kanada gefährden. Die Preise am Chicago Board of Trade (CBoT) erreichen nie gekannte Rekordhöhen. Guter Brotweizen ist in Nordamerika nicht zu bekommen, so dass größere Mengen aus der EU jetzt den umgekehrten Weg – aus der EU in die USA – nehmen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Preise an der MATIF, wo für Brotweizen in Standardqualität derzeit 312 €/t auf Termin Dezember genannt werden. Aber auch für geringere Qualitäten (11,0 % Protein) werden deutliche Aufschläge gezahlt. MATIF-Raps wird – bei sofortiger Verfügbarkeit – mit 681 €/t gehandelt. Entsprechend teuer ist auch Rapsschrot, was im Zusammenhang mit den hohen Getreidepreisen zu extrem hohen Futterkosten führt. Dies wiederum schlägt sich in stark steigenden Preisen für Milch und Milchprodukten sowie alle Arten von Fleisch nieder, so dass der Lebensmitteleinzelhandel den Preis für das 250g-Päckchen Butter auf 4,00 € angehoben hat. Schweinefleisch ist im Laden kaum unter 10 €/kg zu haben. Ein Kilo Mehl kostet im Supermarkt derzeit 1,10 €.

Sorgen machen auch Meldungen aus Brasilien und Indien, wo eine bisher unbedeutende Zikadenart einen Virus verbreitet, der das Zuckerrohr zum Absterben bringt. Da Zuckerrohr mehrjährig ist, sind die jetzt eintretenden Schäden von großer Bedeutung, denn nach derzeitigem Kenntnisstand werden auch die Neuanpflanzungen sofort wieder befallen. Die derzeitig auf dem Markt befindlichen Insektizide haben sich als nahezu wirkungslos erwiesen, da sich diese Zikadenart durch einen besonders aufgeprägten Chitinpanzer davor schützen kann. Brasilien hat sein Ethanol-Programm mittlerweile eingestellt und muss 30% seines Sprit wieder durch fossiles Erdöl ersetzen. Auch die Beimischung von Biodiesel und Bioethanol in Europa wurde eingestellt. Obwohl die erdölexportierenden Länder derzeit an der Kapazitätsgrenze fördern, konnte dies einen Preisanstieg nicht verhindern. Ein Barrel Rohöl wird derzeit mit 186 $ gehandelt. Nur zur Erinnerung: Im gleichen Zeitraum 2017 lag er noch bei rund 50 $/Barrel. Ein Kilo Haushaltszucker kostet derzeit im Laden rund 1,70 €.

Die extremen Preissteigerungen für Lebensmittel haben in vielen Teilen der Welt große soziale Unruhen ausgelöst. Nahezu überall gehen die Menschen auf die Straße. In Deutschland wurden die Sätze für Hartz IV zwar verdoppelt, aber nur, weil die Einkommenssteuer-Sätze um 20% angehoben wurde. Der Finanzminister hält weitere Erhöhungen für sehr wahrscheinlich.

Von Versorgungsengpässen ist in Deutschland vorerst noch nicht auszugehen.

Ja, das sind Fake-News und relativ sicher für das Jahr 2019 auszuschließen. Trotzdem mal ganz spannend, ein solches Szenario im Kopf-Kino mal durchzuspielen…

 

Euer Bauer Willi

 

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56 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Ich finde das nicht so abwegig. Wir bekommen von den meisten Katastrophen überhaupt nicht mit. Irgendwie ist die derzeitige Krise in Indien z.B. nicht nachrichtenwürdig. Erst wenn es Massenbewegungen gibt, gibt es mal eine Randnotiz. Seit über einem Jahr lese ich gruseliges in der Indien Times über die Auseinandersetzungen zwischen selbsternannten hinduistischen Kuh-Schützern und religiös-ethnischen Minderheiten, der nicht wirklich gelungen Währungsreform und der Unterversorgung weiter Teile der Bevölkerung. Aber irgendwie ist das nicht so interessant, wie Tweety im Weißen Haus. Wer ließt hier schon von der Dürre und der anhaltenden Vogelgrippe in Südafrika? Wer weiß von der Austernkrankheit an europäischen Stränden, dem Greening-Problem in Florida oder dem Lavendelsterben in Frankreich ( Ich meine mich zu erinnern, dass es da eine Zikadenart ist, die die tödlichen Bakterien überträgt)?

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  2. bauerhans sagt

    hier eine meinung aus ZON von gestern,nicht von mir!

    „Es wäre schon geholfen, wenn man die Landwirtschaftssubventionen in der EU abschafft.
    An fast allen Problem mit denen wir heutzutage zu kämpfen trägt die Landwirtschaft mit Schuld:
    – Klimawandel
    – Multiresistente Keime durch Antibiotika
    – Nitratbelastung im Grundwasser
    – Bienen- bzw. Insektensterben durch Schädlingsbekämpfung
    – Landversiegelung
    – Produktionsüberschuss geht nach Afrika –> Folge: Flüchtlinge
    – etc.

    Landwirtschaft ist im EU Haushalt der größte Ausgaben-Posten, weit vor Bildung, Gesundheit, Militär, Soziales, etc.

    Dieser Wahnsinn muss endlich aufhören!
    Wir haben viele Probleme auf der Welt. Aber wenn wir die Subventionen für die Landwirtschaft stoppen, wäre schon viel gewonnen.“

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Hans,
      kannst Du mir den Link schicken? Mailadresse hast du ja. Was ist ZON?
      Bauer Willi

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    • Landversiegelung ist nur ein Thema auf das ich antworten möchte.Landwirte versiegeln kein land!Es sind die Städte und Komunen die dies tun. Im Rheinland werden in jedem Jahr pro Kreis rund 150,00 ha durch die verschiedensten Planunugsmaßnahmen unter Beton gelegt.In anderen Regionen sind es noch mehr.

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  3. Friedrich sagt

    @fingerphil. . Angstmache. Wir Bauern kennen solche Wetterextreme. In diesem Herbst habe ich die Wintergerste wegen der vielen Regenfälle nicht in die Erde bekommen. Dafür drillen wir jetzt Weizen. Ich habe aber die Fehlmenge von der nächsten Ernte, von der letzten Ernte noch im Lager liegen. Werde diese Menge also nicht verkaufen , sondern für die nächste Saison überlagern , weil davon auszugehen ist , daß vielen Betrieben das so gegangen ist wie uns und so im nächsten Jahr Futtergerste teuer wird. Dies ist ein Beispiel
    für Vorratswirtschaft, damit unsere Schweine gutes Futter bekommen. Auch der Staat müßte so handeln , tut er aber nicht.

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    • Ja, was jetzt? Wetterextreme sollten mit gentechnisch manipulierten Pflanzen doch kein Problem mehr sein. Wird zumindest von den Anhängern der industriellen Landwirtschaft so behauptet. Die haben Dürreresistenz doch schon längst im Programm. Und grad Amerika und Canada und dann noch Mais und Soja! Meines Wissens nach sind an die 90% des amerikanisch-canadischen Mais- und Sojaanbaus GVOs. Dieser Tage habe ich einen Artikel gelesen, dass die Saatgutkonzerne wieder verstärkt konventionelle Sorten anbieten, die amerikanischen Bauern aber lieber den genmanipulierten kaufen.

      Die Anhänger der industriellen Landwirtschaft sollten doch schon selber an das glauben, was sie anderen Leuten immer erzählen, oder? Und da passen solche Fake News eben wie die Faust aufs Auge.

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      • bauerhans sagt

        “ Wetterextreme sollten mit gentechnisch manipulierten Pflanzen doch kein Problem mehr sein. “

        wetterextreme hält keine pflanze aus.

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        • Durch Übertechnisierung erzeugen wir Wetterextreme, die wir mit Übertechnisierung nicht in den Griff bekommen, die aber weitere Übertechnisierung notwendig machen. Tolle Logik!

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    • Bauer Willi sagt

      Es geht nicht um Angstmache, sondern darum, sich einmal vor Augen zu führen, was in einem solchen Falle, der ja auch als Fake News gekennzeichnet war, passieren würde. Preiswerte Lebensmittel sorgen halt dafür, dass das Volk ruhig bleibt. Uns im satten und reichen Europa wird das vermutlich nicht tangieren, aber Europa ist nicht der Nabel der Welt. Auch wenn viele das glauben…
      Bauer Willi

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      • Eben, wir in Europa würden weiterhin unsere täglich Salami, Butterkäse und Schnitzel futtern, damit die Diabetologen und Gefäßmediziner ausgelastet sind.

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        • Sollte „füttern“ heißen. Futtern sowieso. 😉 Aber dass davon kleine Afrikaner sterben, ist nicht nachweisbar. Ist es tatsächlich nicht. Es gibt keinen Unmittelbarkeitszusammenhang.

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          • Zwischen Armut und Übergewicht gibt es einen statistisch nachgewiesenen Zusammenhang. Nicht die Reichen werden fett, sondern die Armen. Inzwischen 2 Milliarden Menschen.

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            • In bauerhans‘ Aufzählung fehlt Fettleibigkeit. Durch die Abschaffung der Agrarsubventionen könnten die Einkommensteuern gesenkt werden. Die sog. Gut- und Besserverdiener würden überproportional entlastet (progressive Steuersätze) und hätten trotz steigender Lebensmittelpreise mehr Geld übrig, könnten mehr Konsumgüter und Dienstleistungen mit hoher Wertschöpfung konsumieren. Die Wenigverdiener hätten durch steigende Lebensmittelpreise Anreize, nicht zu viel zu essen und ihr Protein vermehrt aus preiswerten Getreide- und Hülsenfruchterzeugnissen zu beziehen. Hier tut eine gewisse Freiheitserziehung durch Anreize im öffentlichen Interesse (Ökologie, Gesundheit) not, grün-liberales Denken. Im Grundgesetz steht ja nicht, dass die Lebensmittelpreise auf Ramschniveau sein müssten.

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            • Die Spermienzahl des europäisch-amerik. Mannes hat sich in den letzten 40 Jahren halbiert. Jedes 7. Kind in Deutschland kommt anscheinend bereits aus einer Reproduktionsklinik. Geburtenrate in hochtechnisierten Ländern: ca. 1,5
              Schlussfolgerung: Übertechnisierung macht unfruchtbar.

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            • Ja, stimmt: Der Fleischkonsum ist in D ja von 80 (1980) auf 60 kg (2015) zurückgegangen.

              Eine Studie dieser Tage hat gezeigt, dass die Grundschüler im Lesen, Rechnen, Zuhören, Schreiben schwer abgebaut haben. Der Verlust beträgt zwischen 6 und 10% gegenüber der letzten Erhebung 2011.

              Liegt es daran, dass die vegane Ernährungsweise auf dem Vormarsch ist oder die Kinder mit elektronischem Spielzeug übertechnisiert werden?

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            • „Mangel an tierischem Protein!“ Kombiniert mit den viel zu engen Radlerganzkörperkondomen, da wird den letzten Spermien auch noch schlecht!

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            • „Renaissance der Religion. Religion macht dumm.“

              Oder regen den Geist an, AdT

              je nachdem wie man damit umgeht und wie man sich damit auskennt!

              Für echte Heiden ist das Dummheit, klar!

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      • „… im satten und reichen Europa …“

        Falls ihr es noch nicht begriffen habt: Der Zerfall der westlichen Kultur ist bereits in vollem Gange. Europa und Amerika sind längst unterwegs zum Status von Drittweltländern. In letzter Zeit vielleicht mal in China oder Vietnam gewesen? Mal live gesehen, wie sich diese Länder entwickeln? Oder mit Chinesen oder Vietnamesen drüber geredet, was die von Europa halten?

        Wen steigende Lebensmittelpreise nicht tangieren werden, sind die Reichen dieser Welt, die gibt es überall, und ganz besonders in Neuseeland. Schon mal was von der europäischen Millionärsflucht gehört?

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  4. Heinrich Graf sagt

    Ich möchte so ein Szenario nicht erleben müssen. Die daraus resultierenden Unruhen würden uns alle treffen. Jedenfalls ist unsere Gesellschaft nicht bereit, sich mit den möglichen Auswirkungen auseinanderzusetzen. Sonst würde mehr nach dem Vorsorgeprinzip gehandelt. Aber was machen wir allein mit unserer endlichen Ressource „Kulturboden“? Jeden Tag werden in Deutschland ca. 67 Hektar landwirtschaftliche Produktionsflächen für verschiedenste Bauvorhaben unwiederbringlich verplempert. Das wird sich eines nicht mehr allzu fernen Tages bitter rächen.

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  5. Altbauer Jochen sagt

    Liest sich gruselig, man mag gar nicht an sowas denken.
    Würden wir unseren inneren Frieden im Lande bewahren können?
    Obwohl wir als Bauern auskömmliche Preise brauchen,
    vielleicht sind niedrige Lebensmittelpreise sogar Friedensstiftend ???
    Eins muss man noch bedenken, wenn es weltweit so würde.
    Dann wäre ein jährliches Zuwanderungskontigent von 200.000 Menschen
    in 4 Wochen erschöpft.- Was dann liebe Politiker ?

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    • Lieschen Müller sagt

      Wenn ich mir die derzeitigen Hungersnöte anschaue, würden deutsche Konzerne bei weltweiter Lebensmittelknappheit aufkaufen, was noch geht. Dann würde man abwarten, so wie heute. Die „lieben Politiker“ machen da gar nichts.
      Und ja, es ist friedensstiftend, genug zu essen zu haben.

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      • Bauer Willi sagt

        In dem oben geschilderten Fall ist es mit dem „aufkaufen was geht“ aber auch bald vorbei. Weil dann wieder Exportverbote ausgesprochen werden, um die eigene Bevölkerung zu versorgen. Selbst mit noch so viel Geld wird man die Ware physisch nicht bekommen.
        Bauer Willi

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  6. Friedrich sagt

    Ganz so unrealistisch ist das nicht. Denken wir an den Vulkanausbruch 1815. Damals wurde nicht viel geerntet hier in Europa. Der ganze Himmel war lange Zeit durch den Aschestaub verdunkelt und entsprechend war das Pflanzenwachstum schlecht. Wir ernten heute immer 10 Mill. Tonnen Getreide über oder unter dem weltweiten Verbrauch und das bei über 2 Mrd. Tonnen ,einschl. Reis und Mais. Die Vorräte für Getreide liegen z. Zt. rd. 120 Tagen. Davon haben die Chinesen für fast ein Jahr Vorräte , während die anderen Länder alle unter 30 Tagen Vorräte haben. In der EU ist das auch so . Die Staaten haben fast keine Notreserven. Alle verlassen sich auf den Markt , also die Börsen. Zu Zeiten des Kalten Krieges hatten wir hier in Deutschland für 90 Tage Getreidevorräte , aber das ist alles vorbei. Diese Kosten will man sich sparen. Bei einer Krise würden wir für viel Geld alles weltweit aufkaufen und dafür den Hungertod in den armen Ländern in Kauf nehmen müssen !? Ich habe zu den Vorräten in der EU noch nichts von unseren Politikern gehört ? Wäre doch einmal wert darüber nachzudenken ?,oder ?

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      • Bauer Willi sagt

        Lieber Ottmar, das ist dann auch schnell weg. Und bei deutlich steigenden Futterkosten ist auch das Thema Überproduktion weltweit beendet. Du hast die Preise für Sojaschrot gelesen?
        Bauer Willi

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  7. Ob die Teuerung durch Naturereignisse oder durch die nächste Finanzkrise in Gang gesetzt wird, bleibt abzuwarten. Keiner kann in die Zukunft sehen, aber die verbreitete Sorglosigkeit finde ich besorgniserregend. Die Natur wird sicher auf die eine oder andere Weise daran erinnern, dass Energie und Nahrungsmittel mühsam gewonnen werden müssen und deshalb knapp und kostbar sind.

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    • Stadtmensch sagt

      „verbreitete Sorglosigkeit“
      Psst! Wir wollen doch nicht dan „Konsumklimaindex“ gefährden. Nur sorglose Verbraucher sind gute Verbraucher für den ganzen Müll, der leider produziert und gekauft werden muss, damit wir genügend Arbeitsplätzchen haben. Und draußen der „brutale Markt“….
      Es durchfährt die christliche Wertegemeinschaft ein wohliges Grausen, wenn irgend ein quasireligiöses Schiedsgericht die Unprädestinierten, die Ungläubigen in den Staub stößt.
      Die Märkte – Hallelujah!

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    • bauerhans sagt

      „Ob die Teuerung …… durch die nächste Finanzkrise“

      nach finanzkrisen wurde bisher alles billiger.

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  8. bauerhans sagt

    “ Viele der bisherigen Hungersnöte lagen nicht an schlechten Ernten, sondern daran, dass immer noch jemand reichlich verdienen wollte.“

    kannste das mal näher erklären.

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    • Lieschen Müller sagt

      Na wir hatten das doch schon diskutiert: als es in Irland keine Kartoffeln gab, wurde noch Getreide exportiert. Als es in Indien eine große Hungersnot gab (https://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot_in_Bengalen_1943), wurde weiterhin exportiert. Während der Weltwirtschaftskrise in den 20ern hungerten viele, Lebensmittel wurden aber vernichtet. Gut in Nordkorea in den 90ern wurde wohl nichts mehr exportiert. Ich rede jetzt nicht von Missernten im Mittelalter, sondern alles was nach der industriellen Revolution passierte.

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    • Stadtmensch sagt

      Das Phänomen nennt sich „IMF Riots“. Die Hintergründe werden natürlich von der bürgerlichen Qualitätspresse nicht erklärt. Aber wie heißt es immer so schön: „Der Kapitalismus hat uns einen nie dagewesenen Wohlstand beschehrt“.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        War 1990 in der DDR und konnte den Wohlstand des Kommunismus bestaunen,
        besonders die DDR Maseratis überzeugten mich besonders. 🙁

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        • Stadtmensch sagt

          „Wir“ sind auch aus „Trümmen auferstanden“ und hatten es technologisch bis auf Stand der zeitgenössischen Mikroelektronik gebracht. Und zwar ohne Marshall-Plan, dafür mit irren Reparationsleistungen an die Russen und Ostembargo.
          Die Wirtschaftsweise hieß Planwirtschaft und nicht Kommunismus. Aber lassen wir das. Die Geschichte wird von den „Siegern“ geschrieben…

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  9. Lieschen Müller sagt

    Nun ja, man kann so einiges an die Wand malen. Viele der bisherigen Hungersnöte lagen nicht an schlechten Ernten, sondern daran, dass immer noch jemand reichlich verdienen wollte.
    Die Menschen werden sehr schnell wieder umschalten können, der Überlebenswille ist einprogrammiert.

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    • Bauer Willi sagt

      Sehe ich ein wenig anders. Preise werden heute an den internationalen Börsen gemacht und unterliegen kaum politischen Einflüssen sondern bilden sich durch Angebot und Nachfrage. So geschehen in den Jahren 2007/08. Ich hoffe, ich erinnere das richtig.
      Wenn es dann zu regionalen Unruhen kommt, liegt es meist an der Verteilung. Wer zahlungskräftig ist, kann dann eben auch aus Ländern mit Unterversorgung importieren. Siehe Tortilla-Krise in Mexiko. So brutal ist der Markt.
      Bauer Willi

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      • Lieschen Müller sagt

        Dann bist du ja doch der Meinung, dass alles am seidenen Faden hängt. Und ein bißchen Selbstversorgung sicher hilfreich wäre. Und das die große Landwirtschaft, so wie sie jetzt ist, eben nicht immer liefern kann.

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        • Bauer Willi sagt

          Ich studiere seit einigen Jahrzehnten die Bilanzen für Agrarrohstoffe. Da gibt es eine stock-to-use-ratio, die errechnet, für wie viele Tage die Vorräte eines Produktes vorhanden sind. ´Wenn dieser Wert unter 20% eines Jahresverbrauches fällt, bekommen die Börsianer feuchte Hände. Und nicht nur die, sondern alle Weiterverarbeiter. Wir haben derzeit eine Getreideproduktion (incl. Mais) von rund 2. Mrd. t. Hört sich sehr viel an. Aber wenn da nur 50 Mio. fehlen (etwa die Jahresproduktion des Winzlings Deutschland) steigen die Preise. Zwar kann Mais und Weizen sich zum Teil substituieren, aber wenn es um Brot geht, kommt an Weizen eben niemand vorbei. Hast Du schon mal Maisfladen gegessen…?
          Bei Obst und Gemüse haben wir einen Selbstversorgungsgrad von deutlich unter 100%, d.h. wir sind dringend auf Importe angewiesen. In diesem Jahr noch mehr, weil die Obstblüte befroren ist. So schnell kann es gehen und was Äpfel derzeit kosten, sieht ja jeder im Supermarkt. Ja, wir können nicht immer liefern…weil wir unsere Werkstatt unter dem freien Himmel haben…
          Bauer Willi

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          • Lieschen Müller sagt

            Wie meinst du das mit den „feuchten Händen“? Freuen sich die Börsenleute, wenn die Nahrungsmittel knapp werden? Freuen sich die Lebensmittelverarbeiter, wenn die Rohstoffe knapp werden?
            Heckler und Koch freuen sich auch, wenn irgendwo auf der Erde ein neuer Konflikt ausbricht.
            Ich würde das Spekulieren mit Lebensmitteln ja verbieten und sowieso eine Finanztransaktionssteuer einführen.

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            • Bauer Willi sagt

              @Lieschen Müller, da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Gemeint ist, dass bei einem extremen Preisveränderungen (auch nach oben) dies niemanden mit Freude erfüllt, Dies führt in den Regel zu kaum kalkulierbaren Reaktionen auf den Märkten und alle, auch Börsianer, lieben es doch eher vorhersehbar. weil dann die Risiken minimiert sind. Aber in diesem Falle eine Frage zurück: Wenn ich jetzt, im Oktober 2017 die Möglichkeit habe, den Preis für meinen Weizen oder Raps an der Börse abzusichern, ist das dann Spekulation? Da wüsste ich gerne Deine ehrliche Meinung dazu.
              Bauer Willi

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            • Lieschen Müller sagt

              Du meinst den Preis für z.B. Oktober 2019 jetzt festlegen? Ja, das ist eine Wette, ein Spiel. Du kannst gewinnen oder verlieren. Wie im Roulette. Ich verstehe aber, dass ein Landwirt gerne wüsste, ob er in 2 Jahren finanziell über die Runden kommen wird. Das war übrigens eines der Wahlversprechen der Linken „Für ein Leben, das planbar ist“. Denn das macht uns doch zur Zeit alle so fertig: die ständige Flexibilität, das Springen-müssen. Klar, falls sich etwas Grundlegendes ändert, muss man reagieren, abe doch nicht im Wochenrhythmus.
              Zurück zur Frage: Ja, den Preis an der Börse für in-zwei-Jahren sichern ist Spekulation. Weil nicht alle Produzenten den gleichen Preis bekommen und weil du dich ärgern würdest, wenn der Preis doch noch steigt.

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    • bauerhans sagt

      „Viele der bisherigen Hungersnöte lagen nicht an schlechten Ernten, sondern daran…“

      dass regierungen der schwellenländer durch und durch korrupt waren.

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