Monate: November 2017

Die Wahrnehmung der anderen…

Der Autor des nachfolgenden Artikels schreibt für die FAZ und GEO und beschäftigt sich mit den doch recht unterschiedlichen Reaktionen zu den Berichten über das Insektensterben. https://www.riffreporter.de/flugbegleiter-insektenschwund-studie-reaktionen/ Nachdem er die unterschiedlichsten Positionen von Medien und Verbänden dargestellt hat, kommt er ganz am Schluss zu folgender Aussage: „Bauer Willi gehört offenbar nicht dem post-faktischen Lager an, er will die ungute Polarisierung überwinden, der Sache gemeinsam mit der vermeintlich „anderen Seite“ auf den Grund gehen. Nur so kommt man zu dem, was das Ziel sein sollte: ländliche Regionen, in denen Naturschutz und erfolgreiches bäuerliches Wirtschaften keine Gegensätze mehr sind, sondern sich gegenseitig bedingen. Und eine Gesellschaft, die nicht den Trumpschen Weg der Polarisierung geht, sondern den Weg von Empirie und Kooperation in einem fairen Wettstreit der Meinungen. Schade nur, dass Bauer Willi extra dazuschreiben musste, sein Beitrag sei keine Satire.“ Ich kann damit ganz gut leben 🙂  andere sollten sich ein paar Gedanken machen, warum sie nicht so gut wegkommen. Was Alois und mich besonders freut: Wir werden seit einer ganzen Weile auch außerhalb der Agrar-Szene wahrgenommen. …

Englische Insekten – 30 Jahre Beobachtung

Mir lässt die Diskussion über das Insekten-Sterben irgendwie keine Ruhe. Zumal sich jetzt auch schon das ORF auf die Daten aus dem Rheinland beruft. Wenn ich jetzt darüber schreibe, wird mir wahrscheinlich wieder vorgeworfen, ich wollte das Thema verniedlichen. Will ich nicht, aber ich will es mal von einer anderen Seite beleuchten und eine andere Quelle (aus England) nennen. Das ist ja wohl erlaubt, wenn man dem Problem gerecht werden will. Da ist erst einmal der Begriff: Insektensterben. Das bedeutet ja, dass alle Insekten weniger geworden sind. Die immer wieder zitierte Studie der Krefelder Entomologen hat aber nur die fliegenden Insekten erfasst. Genau genommen auch nur die, die sich in dem verwendeten Tpp von Fallen (Malaise-Fallen) auch fangen lassen. Über alles, was nicht fliegt, kann also keine Aussage gemacht werden. Zum Beispiel über Laufkäfer. Weil die normalerweise laufen und nicht fliegen. Oder auch Heuschrecken, die zwar auch fliegen können, sich aber meist hüpfend vorbewegen. Von daher müsste es in allen Artikeln zu diesem Thema eigentlich „Fluginsekten-Sterben“ heißen. Ist jetzt nicht spitzfindig, sondern beschreibt das, was die Krefelder untersucht haben. …

Streit-Kultur

Komische Wort-Kombination, oder? Streit hat doch eher was negatives, Kultur was positives. Und was hat das mit Landwirtschaft zu tun? Nix. Aber nachdem wir bisher über 55.000 Kommentare hier auf dem Blog haben, habe ich mir mal Gedanken gemacht, wie der Dialog so läuft. Was auffällt, ist der deutliche Unterschied zwischen Kommentaren auf dem Blog und denen von Facebook. Die Wahl der Worte ist auf Facebook eine andere, die Rechtschreibung übrigens auch.  Ein gewisser Teil der Kommentare ist auch nicht auf Dialog aus, sondern auf Konfrontation und Provokation. Einfach mal eine Meinung „raushauen“ und weg. Auf Nachfragen bekommt man nur selten eine Antwort. Doch es gibt auch den anderen Fall, dass innerhalb kurzer Zeit ein regelrechter Kampf zwischen zwei Kommentatoren entbrennt, der dann auch schon mal in persönlichen Beleidigungen endet. Dann wird auch schon mal der Administrator angepflaumt, warum er nicht eingegriffen hat. Aber wir sitzen ja nicht den ganzen Tag vorm Bildschirm. Anders dagegen auf dem Blog: wer hier mitschreibt, hat schon einen gewissen Stil und merkt auch, dass das Gegenüber an einer sachlichen Auseinandersetzung …

Jamaika – und dann?

Wohl kaum ein Thema bewegt die Landwirte in Deutschland derzeit so sehr wie die Koalitionsverhandlungen in Berlin. Was wird mit ihrem Berufsstand passieren, wenn die Grünen mit auf der Regierungsbank sitzen? Wer wird das Landwirtschaftsministerium, wer das Umweltministerium besetzen, dass die Grünen für sich beanspruchen? Auch wenn die Grünen jetzt, nachdem der Wahlkampf vorbei ist, den Willen bekunden, die Änderungen in der Landwirtschaft mit und nicht gegen die Landwirte zu machen, so glaubt ihnen das wohl kein Landwirt mehr. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben bei vielen Bauern tiefe Spuren hinterlassen. Dabei waren es nicht so sehr die immer neuen Regelungen, die wachsende Bürokratie, die zunehmenden Kontrollen, mit denen sie zu kämpfen hatten. Es war das abgrundtiefe Misstrauen und die Respektlosigkeit, die die grünen Landwirtschafts-Minister a.D. Remmel und Meyer dem Berufsstand entgegengebracht haben. Diskussionrunden, die nur für die Galerie abgehalten wurden, aber nicht ernst gemeint waren. Es sind Spuren, die nicht mit dem Grubber so einfach glattgezogen werden können, die in die Seelen gezeichnet wurden und die Verletzungen hinterlassen haben, auch wenn sich das theatralisch anhört. Nichts ist …

Online und Dating…

Über das Problem mit der Liebe in der Landwirtschaft. Ein Beitrag der Süddeutschen. Mit ein paar kernigen Sätzen von Fräulein Deere. Lesenswert für alle, die gerade nicht auf der Agritechnica sind… http://www.sueddeutsche.de/bayern/landwirtschaft-den-hof-machen-1.3742145 0

Online und regional

Wir Bauern wollen ja von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Positiv! Versteht sich. Darum machen auch immer mehr Landwirte eine Homepage oder eine Facebookseite. (Es könnten aber noch viel mehr sein). Für Direktvermarkter ist das wohl schon obligatorisch. Ein Inserat oder eine Homepage erstellen ist einfach. Doch das Entscheidende ist, ob man von dem gefunden wird, der genau das sucht, was im Inserat und in der Homepage angeboten wird. Das große Problem hierbei: Ein sehr zersplittertes Angebot von Tausenden alleinstehenden Homepages. Ein suchender Verbraucher muss sich der Suchmaschinen bedienen. Wenn man dann nicht auf den ersten Seite das Gesuchte findet , klickt man weg – und geht halt wieder in den Supermarkt. Dieses Problem haben die Gründer von „mein-bauernhof.de“ erkannt. Und eine intelligente Lösung dazu entwickelt: Mittels eigenem Suchalgorithmus (ähnlich wie Google) scannen sie das Web und bauen mit den Daten eine umfassende Datenbank auf. Jeder erfasste Direktvermarkter/Bauernhof/Dienstleister kann (wenn er will) seine eigenen Daten anschließend selbst verfeinern und aktuell halten. Tipp: Einfach mal auf mein-bauernhof.de nachschauen. Zum selbst Daten eintragen und pflegen, muss man sich …

Bin ich ein Spekulant?

Vor ein paar Wochen war das ZDF einen ganzen Tag bei mir auf dem Hof. Frau Schickling hat mich zu Themen rund um den Welt-Getreidemarkt interviewt. Sie haben 90 Minuten Filmmaterial mitgenommen, von denen wohl so um die 5 Minuten in der Sendung ZDF Zoom verwendet werden, die im Januar während der Grünen Woche ausgestrahlt werden soll.  Eine Frage war: „Was halten Sie von der Spekulation mit Getreide?“ So eine Frage bekommst Du ja nicht jeden Tag gestellt und so habe ich ihr einfach erzählt, wie ich mein Getreide vermarkte. Normalerweise verkaufe ich einen Teil meines Getreides (und auch Raps) bevor ich den überhaupt gesät habe. Dazu schaue ich auf die Preise an der MATIF  (Rohstoffbörse in Paris) und zwar aktuell auf Herbst 2018. Wenn der Preis mir attraktiv erscheint, melde ich mich bei unserer Genossenschaft und mach mit denen einen Vorkontrakt. Das ist ein Blatt Papier, auf dem draufsteht, dass ich in der Ernte 2018 fünf Tage nach Anlieferung den vereinbarten Preis ausgezahlt bekomme. Die Genossenschaft sichert diesen Preis an der Börse ab und …

Allein gegen den Trend…

Ich bin von guten Freunden gewarnt worden, diesen Artikel zu bringen. Ich mache es trotzdem. Ich bin ja sonst kein Freund von Unterschriften-Sammlungen. Aber in diesem Fall habe ich unterschrieben, weil mir der Online-Verkauf von Lebensmittel über Amazon gewaltig auf den Senkel geht. Deren Marktmacht und Daten-Sammelwut ist ohnehin schon groß genug. Mit dem Eintritt von Amazon in den Lebensmittelmarkt wird es nach meiner Auffassung eine neue Preis-Drücker-Runde bei Lebensmittel geben. Denn wie sonst will Amazon sich von den Supermarktketten abheben? Online vom Bauern oder vom regionalen Verarbeiter zu kaufen ist o.k., weil es (meist) ein fairer Handel ist. Die vielen Transport-Kilometer durch die Paketdienste sind da noch mal eine anderes Sache. Also: Auf den LINK klicken, lesen worum es geht und bei Zustimmung unterschreiben. https://www.aktion-agrar.de/ohne-amazon/ Schön wäre es auch, wenn die diversen Bauernverbände von DBV über AbL bis BDM hier einmal an einem Strang ziehen würden. Wenigstens das eine Mal….Und ist ja auch nur ein Wunsch und meine unmaßgebliche Meinung… Euer Bauer Willi 0

Es ist so einfach…

…unsere Mitbürger sympathisch auf uns aufmerksam zu machen. Mit diesem individuellen Text habe ich mein uraltes iPhone 4 (noch mit Kurbel zum Aufladen des Akku) ausgestatttet. Und so geht´s: Einstellungen –> Mail, Kontakte, Kalender –> Signaturen (weiter unten zu finden) Dann den individuellen Text eingeben mit ein paar Emoticons, fertig. Kommt gut an. Bin schon mehrfach darauf angesprochen worden. Und da heute Sonntag ist, habt ihr ja Zeit für so was… 🙂  Ist halt nicht so anspruchsvoll… Euer Bauer Willi 0