Jahr: 2015

Genosse und Bauer

Nein, es wird jetzt nicht politisch. Ich will euch nur mal erzählen, warum ich Bauer und Genosse bin. Aber eben ein anderer Genosse. Es geht um die, um meine Genossenschaft. Viele Leute meinen heutzutage, eine Genossenschaft sei etwas Altmodisches, weil Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Genossenschaft aus der Not des 19. Jahrhunderts, quasi als Hilfsverein zur Unterstützung der der ländlichen Bevölkerung, erfunden hat. Das war 1864. Genossenschaften sind moderner denn je Ich bin sogar ein Genossenschafts-Fan. Schon mein Vater war Mitglied einer Genossenschaft und ich bin es auch. Und da bin ich nicht alleine, denn „meine“ Genossenschaft hat rund 1.200 Mitglieder. Diese und weitere rund 800 landwirtschaftliche Kunden verteilen sich auf ein Gebiet westlich von Köln mit einer Länge von ca. 100 km und einer West-Ost Achse von ca. 50 km. Sinn diese Initiative war der Zusammenschluss zum Nutzen aller, um durch Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung die Abhängigkeit und Fremdbestimmung abzubauen. Die daraus entstandenen (Orts-)Genossenschaften im Bankensektor, im Gewerbe und in der Agrarwirtschaft mussten sich, um wettbewerbsfähig zu bleiben, stetig weiterentwickeln hin zu leistungsfähigen und modernen …

Preisliste

Diesen Artikel hat Uli, ein sehr interessierter und bewusster Verbraucher, geschrieben. Er hat recherchiert, ob die dritte Option zu wachsen oder weichen, die Nische, ein gangbarer Weg ist? Und er kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.   Ich hatte bereits darüber geschrieben, wie wichtig eine professionelle Vermarktung ist und hatte eine Lanze für die Handelsketten gebrochen (https://www.bauerwilli.com/wachsen-oder-weichen-oder/#comment-4452). Kommentare dazu kamen fast keine. Für die Bauern hier im Blog scheint Vermarktung also kein Thema zu sein. Mir hat das keine Ruhe gelassen und ich habe jetzt eine Liste von Preisen recherchiert, die für sich spricht und hoffentlich nicht nur mir die Augen öffnet. Es geht um die Marktnische für Fleisch aus artgerechter Haltung. Als Beispiel habe ich den Preis für Schweineschnitzel gewählt. Für mich (exotischer Kunde) kommt noch hinzu, daß die Betäubung im Schlachthaus nicht durch CO2 erfolgen soll. Wie für alle Verbraucher zählt für mich nur der Preis. Ich kaufe also das günstigste Schnitzel, das meinen Anforderungen genügt. Meine Recherche ergab folgende Hitliste: 6. Platz – 39,50 Euro / kg Die vom Foristen Gernot verlinkte http://www.meinekleinefarm.org/ Es …

Reihenschluß und Trockenheit

Die nachfolgenden Aufnahmen stammen vom 12. Juni 2015 und entstanden bei mir (westlich von Köln). „Reihenschluss“ nennt man das Ereignis, an dem sich die Rübenblätter zwischen den Reihen berühren. Im vergangenen Jahr fand dieser um den 28. Mai (Namenstag Wilhelm) statt, dieses Jahr somit 2 Wochen später. Allerdings war 2014 ein Jahr mit Rekordernten und der 12. Juni ist ein durchschnittlicher Termin. Die Bilder von der Trockenheit zeigen zum einen eine Rasenfläche, die schon seit drei Wochen nicht mehr gemäht wurde. Die zweite Aufnahme, mit dem Fischreiher in der Mitte, ist eine Grasfläche, von der in der vergangenen Woche Heu gemacht wurde. Heute Nachmittag stiegen die Temperaturen wieder auf über 30 Grad, bei einer Luftfeuchte von nur 26%! Somit verdunstet extrem viel Wasser. Sollten die angesagten Niederschläge am Wochenende nicht fallen, wird sich die Situation weiter verschärfen. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Ein zunehmend besorgter Bauer Willi  

Gewitterstimmung

Gestern abend beim Sonnenuntergang zog überraschend und schnell ein kräftiges Gewitter auf. Da hat es sogar manchem den 2. Schnitt verregent. Aber heute morgen ist es schon wieder schön. Willi wär froh um diesen Regen … Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Feldtag – Information zum Anfassen – nicht nur für Landwirte

Gestern war ich auf einem Feldtag. Der wurde von der Landwirtschaftskammer, dem Rübenbauernverband und der Beratungsorganisation LIZ gestaltet um uns Landwirten auf den neuesten Stand zu bringen. Für mich von besonderem Interesse war das Greening. In diesem Herbst werde ich Zwischenfrüchte aussäen. Das mache ich seit Jahrzehnten, aber ab diesem Herbst muss ich Mischungen aussäen, weil das die Vorschriften so vorschreiben, wenn ich die Ausgleichszahlungen bekommen will. Ich habe mir also die verschiedenen Mischungen angesehen. Sehr gut und lehrreich war, dass die unterschiedlichen Mischungen ungedüngt blieben oder mit der Stickstoffmenge, die erlaubt ist, gedüngt wurden. Hier im Bild ist der vordere Teil ungedüngt, der hintere Teil gedüngt. Sehr gut erkennbar, dass der Pflanzenwuchs vorne deutlich geringer ist. Dort machen sich auch Unkräuter breit. Die Durchwurzelung des Bodens ist auch geringer. Die Wurzeln der Zwischenfrüchte sollen ja schließlich den Boden auflockern. Doch es gab nicht nur Zwischenfrüchte zu sehen, sondern auch alle übrigen Kulturen, die in unserer Region eine Rolle spielen. Die diversen Sorten wurden ebenso vorgestellt wie unterschiedliche Intensitäten von Dünger und Pflanzenschutz. Noch mehr …

Wetten dass…

keiner weiß, welche Pflanzen hier auf dem Bild zu sehen sind? Zwei davon sind essbar, eine nicht. Wer die Pflanzen in der Reihenfolge vorne-Mitte-hinten richtig erkannt hat, wird hier zum Klugscheißer des Jahres gekürt. Wenn das kein Antrieb ist…  Übrigens: das Blaublühende vorne ist Salbei (essbar). Fehlen nur noch zwei.   Euer Bauer Willi

Feucht und frisch auf der Alp

Während Willi mit der Trockenheit kämpft ist es im Oberallgäu  „Feucht und Frisch“. Eine kleine Impression beim morgendlichen Kontrollgang auf der Alp von heute früh (9. Juni 2015) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Rübenbesichtigung

Willi’s Rüben haben es auch trocken, stehen aber doch recht gut da. Und an manchen Stellen auch das Unkraut. Willi zeigt den Unterschied mit und ohne Pflanzenschutz. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Wachsen oder weichen! Oder?

Der nachfolgende Text ist das Ergebnis von unzähligen Kommentaren der letzten Monate. Er wird kaum einem gefallen. Ich musste ihn trotzdem schreiben, es ist mein Standpunkt. Ein Rundumschlag mit versöhnlichem Ende. Was ist falsch an diesen Begriffen, die ich schon in meiner Jugend gehört habe? Nichts, aber auch gar nichts! Denn auch ich bin schon gewichen, habe mir ein zweites Standbein in der Industrie gesucht und bin kein „richtiger“ Landwirt mehr. Anders machen es die wirklichen Bauern Flucht nach vorn ist die Devise. Koste es was es wolle, die Zinsen sind ja so niedrig! Wer es billiger kann als der Nachbar hat die Nase vorn. Für die Milch gibt es 29 Cent? Aufstocken und alles Besamen lassen, was vier Beine und ein Euter hat! Melken bis der Arzt kommt. Dann geht es auch für 27 Cent. Morgen dann für 25 Cent, übermorgen für 23 Cent?!. Für‘s Schwein 1,40 €/kg? Darf es nicht noch ein bisschen weniger sein? Tun es nicht auch 1,30 oder 1,20? Tönnies und Westfleisch wird es freuen. Es muss sich halt jeder …

Saulecker, saubillig – Holunderblütensirup

Nee, ich gehe jetzt nicht unter die Köche. Aber weil unser Sohn gerade mal wieder mit einem Eimer Holunderblüten hereinkam, wollte ich euch auf die Idee bringen, dass auch mal zu versuchen. Geht ganz einfach und dauert auch nicht allzu lange. Und die Holunderblüten gibt es überall am Wegesrand. Was man braucht: 50 – 60 Holunderblüten-Dolden 4 kg Zucker 3 große Zitronen 3 Apfelsinen 50 g Zitronensäure (Pulver) 4,5 Liter Wasser Ergibt mindestens 5 l Sirup, den man je nach Geschmacksintensität im Verhältnis 1:10 verdünnt. Und so geht`s: Die Holunderblüten mit einem Messer von den Stielen trennen (siehe Bild) Wasser aufkochen und Zucker darin auflösen. Zitronen und Apfelsinen in Scheiben schneiden, eventuell vorher schälen. Frucht-Scheiben, Holunderblüten und Zitronensäure dazu geben und noch mal kurz aufwallen lassen. Ohne Zitronensäure gehts auch, ist aber eventuell nicht so lange haltbar. 1-3 Tage stehen lassen, dann noch einmal kurz aufkochen, durch ein Tuch abseihen und in Flaschen füllen (luftdicht) die vorher durch Erhitzen keimfrei gemacht worden sind. Geht besonders gut mit Milchflaschen. Fertig. Und ist auch noch regional und …